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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Geschichtliches um die Ringelblume

Aus alten Zeiten wird überliefert: Trägt man vor dem ins Bett gehen eine Salbe aus mit Sommerkräutern getrockneter, zermahlener und mit Honig und Essig verrührter Ringelblume auf, so träumt man nachts von der einen, ganz großen Liebe.

Über Jahrhunderte hinweg stand die Ringelblume bei Bauern als "Wetterprophet" in hohem Ansehen, denn sie faltet ihre Blüten zusammen, wenn schlechtes Wetter mit Regen aufzieht. Bei vielen Völkern wird die Ringelblume als Symbol für die Unvergänglichkeit geschätzt, weil sie so langlebig ist und den ganzen Sommer über immer wieder blüht. Aus diesem Grund war sie eine beliebte Grabpflanze und trug auch den Namen "Totenblume". Von Theophrast und auch von Dioskurides wird eine Droge "Klymenon" erwähnt, die mit großer Wahrscheinlichkeit mit unserer Ringelblume identisch ist.

Im Mittelalter wird die Ringelblume erstmals bei Hildegard von Bingen erwähnt. Man kann dies als Indiz dafür nehmen, dass Calendula, bzw. das "Ringele", wie sie bei der Äbtissin vom Rupertsberg genannt wird, bereits im 12. Jh. Bestandteil der Volksmedizin gewesen ist. Hildegard beschrieb die Ringelblume als kalt und feucht, empfahl sie gegen „Vergiftungen" durch üble Speisen bei Mensch und Tier (Rind und Schaf). Gegen „vellen" und Grind am Kopf empfiehlt sie die äußere Anwendung mit Speck, bei Grind mit Teig vermischt.

Albertus Magnus (um 1200-1280), ein großer Gelehrter des Mittelalters, beschrieb die Ringelblume folgendermaßen: "Sponsa solis sive solsequium est herba habens folia spissa, sed non magna, florem citrinum, qui claudit se sole occidente et aperit oriente. Frigida et humida est. Trita confert morsui venenatorum, posita super vulnus. Sed succus eius confert oppilationibus splenis et hepatis."

Übersetzt bedeutet das so viel wie:

"Sonnenbraut ist ein Kraut, das dicke, aber nicht große Blätter hat und eine zitronengelbe Blüte, die sich bei Sonnenuntergang schließt und beim Aufgang öffnet. Sie ist kalt und feucht. Zerrieben hilft sie beim Biss giftiger Tiere, wenn man sie auf die Wunde legt. Ihr Saft hilft bei Verstopfungen der Milz und der Leber."


Hieronymus Bock über die Ringelblume

"Das Puluver von der Rinden gemischet mit Fenchelsamensafft, Wein vnd ein wenig Öl, diß alles gesotten Biss es dick würt; demnach thu darzu einwenig wachß, machs zur Salben vnd bestreich das Miltz damit, desgleichen den kalten Magen, es hilfft."

Tabernaemontanus (1520 - 1590) schrieb in seinem Kräuterbuch

"Der Safft von Ringelblumen in die Ohren gethan /soll die Würm darin tödten. Zu den Wehetagen der Zähn / soll man des Saffts ein gut Theil in Mund nehmen / ein Zeitlang darinn behalten / soll den Schmertzen bald benehmen."

Historische Anwendungen

Ein so genannter Frauentee - also ein Tee aus der Ringelblume, wurde bei einer krankhaft ausbleibenden Periode, bei Unterleibsstockungen, aber auch bei Gelbsucht, bei Magenentzündungen und auch bei Magengeschwüren empfohlen.

Zudem sollte der Saft aus den frischen ausgepressten Blüten und Blättern gegen Warzen helfen. Auch soll dieser Saft gegen heftiges Erbrechen und gegen Magenkrämpfe helfen.

Eine Tinktur aus Ringelblume und Arnika wurde gegen Wunden empfohlen, die Tinktur sollte Wundbrand vorbeugen und die Blutung stillen.

Ein Ringelblumenwasser, also Regenwasser, in das man Ringelblumenblüten gab und ein Woche in der Sonne stehen ließ, und eine Ringelblumensalbe wurden gegen Hautkrebs, Geschwüre, entzündete Augen und tränende Augen empfohlen.

Und natürlich wurde sowohl das Ringelblumenwasser als auch die Ringelblumensalbe bei schweren Wunden empfohlen.





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