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Vorsicht Hautkrebs

Endlich Sommer, endlich Sonne! Am liebsten würden wir die Arbeit einstellen, um mehr Zeit im Freien zu verbringen. Uns locken das Schwimmbad, das Picknick im Grünen, das Grillen auf dem Balkon, die Straßencafés, der Strandurlaub…

Natürlich finden wir auch gebräunte Haut sehr attraktiv! Die Lust auf Sonne hat nur einen Haken: die Gefahr von Hautkrebs. Wenn wir diese Gefahr richtig einschätzen, können wir Sommer und Sonne genießen und das noch viele Jahre. Denn schon mit 20 Jahren ist man nicht sicher davor, einen Hautkrebs zu bekommen. Und mancher Hautkrebs ist immer noch ein Todesurteil, wenn er bei der Diagnosestellung schon zu weit fortgeschritten ist. Allein in Deutschland erkranken jährlich 11 400 Menschen neu am Melanom, einer besonders aggressiven Form von Hautkrebs, bei 2000 endet jedes Jahr die Krankheit tödlich.

Während bei vielen Krebsarten der Auslöser noch unbekannt ist, wissen wir beim Hautkrebs, dass ihn bestimmte Faktoren begünstigen oder auslösen. Menschen mit sehr heller Haut, roten oder hellblonden Haaren und blauen oder grünen Augen sind besonders gefährdet. Ihre Haut ist allgemein sehr empfindlich, leider auch für Sonnenbrand. Und dieser ist eine Ursache für die Entstehung von Hautkrebs. Ob wir in der Sonne oder im Solarium bräunen, spielt dabei übrigens keine Rolle: unsere Haut hat ein Gedächtnis für die Schäden, die ihr zufügt werden. Die vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung durch zu viele Sonnenbäder sind dabei noch das kleinere Problem. Setzen wir uns zu häufig und ungeschützt UV-Strahlen aus, können Hautzellen entarten und Krebs entstehen. Auch Kinder und Jugendliche, die schon vor dem 15. Lebensjahr einen Sonnenbrand erlitten haben, gehören zur Risikogruppe. Wir wissen inzwischen auch, dass Menschen mit zahlreichen Muttermalen ebenfalls in Gefahr sind, Hautkrebs zu bekommen.

Drei verschiedene Arten von Hautkrebs sind bekannt: das Basaliom (Basalzellkarzinom) ist die häufigste und ungefährlichste Form, da es selten Metastasen bildet. Es entwickelt sich langsam, sieht zunächst wie ein kleiner bräunlicher oder roter Knoten auf der Hautoberfläche aus, kann gelegentlich bluten. Überwiegend ältere Menschen und vor allem Männer sind vom Basaliom betroffen. Die Behandlung besteht in der chirurgischen Entfernung des Tumors, 90 % aller Patienten sind damit bereits geheilt. Nur selten tritt der Krebs noch einmal auf, die Haut sollte zur eigenen Sicherheit sorgfältig auf Veränderungen beobachtet und starke Sonneneinstrahlung vermieden werden.

Das Spinaliom (Plattenzellkarzinom) sieht anders aus: es beginnt mit einer schuppigen Erhebung auf der Haut, hat einen unregelmäßigen Rand und eine rötlich-braune Farbe. Die Behandlung ist dieselbe wie beim Basaliom: der Tumor wird chirurgisch entfernt und damit ist die Behandlung für 9 von 10 Patienten schon beendet, falls das Spinaliom in einer frühen Entwicklungsphase entdeckt wurde. Ist dies nicht der Fall, kann eine Chemotherapie erforderlich werden. Metastasen sind auch hier relativ selten. Alle Patienten sollten wie bei der Basaliomerkrankung die Sonne meiden und sich regelmäßig vom Arzt untersuchen lassen, um Neubildungen rechtzeitig zu entdecken.

Die dritte Form von Hautkrebs ist die gefährlichste: das Melanom (schwarzer Hautkrebs). Hiervon sind überwiegend Frauen betroffen und zwar in zunehmender Zahl schon ab dem 20. Lebensjahr. Beim Melanom wissen wir, dass durch zu viel Sonneneinstrahlung die Melanozyten geschädigt werden. Diese Hautzellen bilden das Farbpigment Melanin und sorgen damit für eine Bräunung der Haut. Das Melanom zeigt sich anfangs als kleines, bräunlich-schwarzes Gebilde auf der Haut, ist unregelmäßig begrenzt, oft mit einer Kruste bedeckt und beginnt rasch zu wachsen. Kann das Melanom in einem frühen Stadium durch eine großflächige Operation entfernt werden, sind die Heilungschancen relativ gut. Leider bildet das Melanom von allen Hautkrebsarten am häufigsten Metastasen, also Tochtergeschwüre in anderen Organen; besonders betroffen sind hierbei die Lungen, die Leber und das Gehirn. Ist dies der Fall, verläuft die Erkrankung immer noch oft tödlich, trotz zusätzlicher Chemotherapie oder Strahlentherapie.

Jedes Muttermal, das sich in Größe, Form oder Farbe verändert, und jede neue Hautverfärbung sollte deshalb von einem Arzt beobachtet und bei Verdacht auf Hautkrebs operativ entfernt werden. Und dass dieser überwiegend im Gesicht, auf der Hand, dem Unterarm oder Bein entsteht, lässt nur einen Schluss zu: jeder Sonnenbrand, den wir nicht bekommen, ist ein Schutz vor Hautkrebs. Sonnenschutzmittel mit einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor und angepasste Kleidung helfen uns dabei. Meiden sollten wir eine starke Sonnenexposition in der Zeit von 11 bis 15 Uhr, die UV-Strahlung ist in der Mittagszeit besonders hoch. Passen wir uns also den Gewohnheiten der südlichen Länder an, stellen unseren Lebensrhythmus mittags so oft wie möglich auf Siesta oder Aufenthalt im Haus um und genießen die Sonne ganz bewusst.

(vhc)





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