Das Heilkräuter-Verzeichnis

Thema hildegard

Thema Hildegard


Freitag, 19.10.2012, 13:47:15 Uhr


Hildegard von Bingen - Weisheiten 2

"Der Juli ist der Monat, der die Früchte zur Reife bringt, in ihm gibt es die absolute Dürre, Trockenheit, aber auch massive Regengüsse, oft in Form von schweren Gewittern und Hagelstürmen. Genau wie die Natur in diesem Monat sich zeigt, ist auch der Mensch, der in diesem Monat geboren wurde. Bei ihm ist vor allem die Reife augenscheinlich, er ist den anderen in vielem voraus, besonders was seine Gesundheit anbelangt. Alles, was ihm schadet, meidet er und nimmt dazu auch schon einmal die Kraft seiner Arme zu Hilfe. Jedoch, wenn er sich belehren lässt durch die Mahnungen des Heiligen Geistes wettert er mit ungewöhnlichem Feuereifer gegen Laster und Sünden an und findet so zu seinem wahren Seelenheil."


Der Petersilien-Honigwein

Rezept:

8-10 Stängel frische Petersilie (mit Blättern! aber ohne Wurzeln) grob zerkleinern und in 1 l naturreinen Weißwein, dem 1-2 EL Weinessig beigegeben wurden, 10 Minuten zugedeckt kräftig kochen. 100-150 g reinen Bienenhonig zufügen und noch ca. 4-5 Minuten bei kleiner Flamme köcheln. Abseihen und noch heiß in gut gereinigte Flaschen abfüllen.








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Das Lindenwurzelholzpulver bei Herzschmerzen

"Die Linde hat große Wärme, und jene Wärme ist ganz in der Wurzel, und sie steigt in die Zweige und in die Blätter auf.... Und der Mensch, der Herzweh hat, nehme die innere Wurzel, und das, was in der Mitte der Lindenwurzel ist, und er pulverisiere es, und esse jenes Pulver oft mit Brot, und es wird ihm im Herzen besser."


Da die größte Kraft der Linde im Wurzelbereich zu finden ist, nimmt man das "Herzstück" davon, um das Pulver für die Herzbeschwerden zu gewinnen. Da aus dem Text nicht ganz klar hervorgeht, für welche Herzleiden es einzusetzen ist, ist es zu empfehlen (nach Absprache mit dem behandelnden Arzt), das Pulver immer zur Unterstützung der Herztherapie, auf Brot gestreut, einzunehmen.



Kräftespiel - Die Lüge - Die Wahrheit

Die Lüge:

"Wer wäre der, der immer nur die Wahrheit sagen könnte! Würde ich nämlich meinem Mitmenschen aufrichtig Glück wünschen -ich müsste mir ja selber dabei schaden."


Die Wahrheit:

"... Ich aber stehe wie eine Säule auf allen Pfaden des Herren. Eine wohltönende Posaune der Gerechtigkeit Gottes bin ich."



Fiebermittel - Die Brunnenkresse

"Die Brunnenkresse ist von warmer Natur, und gegessen nützt sie dem Menschen nicht viel und schadet ihm auch nicht viel. Aber wer Gelbsucht hat oder Fieber, der dünste Brunnenkresse in einer Schüssel und esse sie oft so warm, und sie wird ihn heilen. Und wer gegessene Speisen kaum verdauen kann, der dünste ebenfalls Brunnenkresse in einer Schüssel, weil ihre Kräfte aus dem Wasser stammen, und so esse er sie und sie wird ihm helfen."


Fiebermittel - Der Meisterwurz-Wein

"Der Meisterwurz ist warm und taugt gegen Fieber. Denn wer Fieber hat, welcher Art es auch sei, der nehme Meisterwurz und zerstoße ihn nur mäßig, und wenn er so zerstoßen oder zerrieben ist, gieße er einen halben Becher Wein bis über die obersten Stücke über diesen Meisterwurz und so lasse er das mit diesem Wein über Nacht stehen, und am Morgen gieße er wiederum Wein dazu, und so trinke er nüchtern, und das während drei oder während fünf Tagen und er wird geheilt werden."

Einige Wurzelstücke vom Meisterwurz über Nacht mit Wein übergießen und zugedeckt stehen lassen. Am Morgen noch etwas frischen Wein dazugeben, und diesen dann über den Tag verteilt schluckweise trinken. Am Abend erneut ansetzen. Dieses Mittel wirkt prompt auch bei hohem Fieber.




Fiebermittel - Das Galgantwasser

"Ein Mensch, der ein hitziges Fieber in sich hat, pulverisiere Galgant und trinke dieses Pulver in Quellwasser, und er wird das hitzige Fieber löschen."


Dieses Mittel ist bestens für Kinder geeignet. Da der Galgant unter anderem entzündungshemmend und krampflösend wirkt, kann man dieses Mittel bei allen Fieberzuständen einsetzen. Man

löst dazu 1 -2 Galganttabletten in abgekochtem Leitungswasser auf, (bei Kindern kann man zusätzlich noch Himbeersirup zufügen) und trinkt dieses schluckweise.


Der Genuss von Kirschen

"Wenn jemand Kirschen isst, soll er gleich genügend Wein trinken, damit ihr Saft durch den Wein unterdrückt wird und er selber durch diesen Saft nicht zu Schaden kommt."


Verfeinern Sie doch einmal Ihre Kirschmarmelade mit etwas Wein!

Rezept: Kirschmarmelade mit Wein 500 g Sauerkirschen und 250 g Himbeeren mit 750 g Gelierzucker, 2-3 Gewürznelken und 1/2 TL. Zimt bis zur Gelierprobe (ca. 4 Minuten) kochen, 6 EL kräftigen, nicht zu herben Rotwein zufügen, nochmals aufkochen lassen und heiß in Gläser abfüllen.







Die Edelsteine - Der Kristall (Bergkristall)

"... Und wenn Drüsen oder Skrofeln am Hals des Menschen entstehen, dann wärme er diesen Stein an der Sonne und so warm schnüre er ihn am Tage oder nachts mit einem Verband auf die Drüsen oder auf die Skrofeln. Und so tue er oft, und sie werden verschwinden. Auch wem eine Erhebung an der Kehle wächst oder anschwillt... den an der Sonne gewärmten Kristall lege er oft warm an die Kehle über der Erhebung und sie wird sich verkleinern..."

Hier gibt es ein sehr wirksames Mittel bei Schilddrüsenerkrankungen und sogar Kropfbildungen. Man erwärmt den Bergkristall an der Sonne, binde den warmen Stein auf die Kehle oder erwärmt eine eng anliegende Kette, und trägt sie. Um eine bessere Erwärmung des Steines zu erzielen, legt man sie auf eine reflektierende Unterlage (Alufolie, Silberplatte, helles Ofenblech)



Der Regen

"Der Regen, der plötzlich und in heftigem Guss auf die Erde fällt, ist schädlich und schädigt den Erdboden und die Früchte der Erde, weil er gewisse Schadstoffe enthält. Mäßiger Regen ist nützlich, bewässert die Erde und bewirkt, dass sie Früchte hervorbringt, weil er sanft und im Hinblick auf den Nutzen und die Fruchtbarkeit rein und sauber ist."




Die Petersilie

"Die Petersilie ist von kräftiger Natur und hat mehr Wärme als Kälte in sich, und sie wächst vom Wind und von der Feuchtigkeit. Und sie ist für den Menschen besser und nützlicher roh als gekocht zu essen."

Petersilie also nur roh über das fertige Gericht streuen oder zum Dekorieren und Rohessen verwenden. Ausnahmen bilden Heilmittel, wo ausdrücklich das Kochen der Petersilie verlangt wird.


Die Melisse

"Die Melisse ist warm und ein Mensch, der sie isst, lacht gern, weil ihre Wärme die Milz berührt und daher das Herz erfreut wird..."

Machen Sie aus den Melissenblättern also nicht nur Tee, sondern

benützen Sie diese als Gewürz oder essen die Blätter einfach roh. Hier haben wir wieder ein typisches Psychopharmakon von Hildegard.



Gebet - Gottes Hilfe

"Mein Gott, du hast mich geschaffen, ich lebe durch dich und trachte nach dir, wenn ich mit Seufzen das Gute erflehe.

Ich kenne dich ja als meinen Gott und weiß nur, dass ich dir dienen darf, denn du hast mir Einsicht gegeben.

O du mein Helfer bei allem Guten, durch dich vollbringe ich gute Werke. Auf dich will ich werfen all meine Hoffnung und zieh als Gewand an deine Huld.

Mein Retter bist du, vor Frevel bewahr' mich, wenn mein Gewissen mich mahnt, das Böse zu lassen."


Die Edelsteine - Der Kristall (Bergkristall)

"... Und wem eine Erhebung an der Kehle wächst oder anschwillt, der wärme den Kristall an der Sonne und über den so warmen Stein gieße er Wein, und davon trinke er oft..."


Man erwärmt Bergkristalle an der Sonne und übergießt den Kristall danach mit Wein, welchen man in einem Gefäß auffängt. Dieser Wein hilft bei vielen Begleiterscheinungen von Schilddrüsenerkrankungen, wie z. B. Angstgefühl, Beklemmung, Übererregbarkeit und depressive Verstimmungen. Es empfiehlt sich, diesen Wein in gut gesäuberte, sterile, Weinflaschen abzufüllen, um ihn auch an sonnenfreien Tagen auf Vorrat zu haben. Täglich, am besten nüchtern, ein Glas von diesem Kristallwein getrunken, ist er ein wirkungsvolles, unterstützendes Mittel.



Der echte Lavendel zur Aromatherapie

"Der echte Lavendel ist warm und trocken, weil er wenig Saft hat. Und er nützt dem Menschen nicht zum Essen, hat aber doch einen starken Duft. Und wenn ein Mensch, der viele Läuse (Viren/Bakterien) hat, oft am Lavendel riecht, sterben die Läuse (Viren/Bakterien) an ihm. Und sein Duft macht die Augen klar."


Nach Hildegard verwendet man den Lavendel während Grippeepidemien und gegen Infektionskrankheiten. Einige Tropfen

ätherischen Lavendelöls in eine Duftlampe geben und fleißig einatmen. Bei bereits vorhandenen Infektionen kann man schon einmal 1 Tropfen zum Inhalieren dazugeben.


Der Kerbel

"... Der Kerbel ist von trockener Natur ... Und er gleicht etwas den unnützen Kräutern ... Denn weder gekocht noch roh taugt er dem Körper des Menschen zum Essen, es sei denn, dass er sehr zu Heilmitteln brauchbar ist ..."


Das Eisenkraut

"... wenn entweder infolge von Geschwüren oder von Würmern fauliges Fleisch im Menschen ist, dann koche (der Kranke) Eisenkraut in Wasser und dann lege er ein leinenes Tuch auf die fauligen Wunden oder auf die fauligen Stellen mit den Würmern, und lege das Eisenkraut, nach mäßigem Ausdrücken des Wassers, mäßig warm auf jenes leinene Tuch ... tue dies solange, bis jene Fäulnis hinweg genommen wird ..."


Das Eisenkraut hat sich bewährt bei schlecht heilenden, eitrigen Wunden, wie z.B. zur Unterstützung bei Gürtelrose, Abszessen, Wundsein bei Kindern etc. Eine gewisse Menge - je nach Größe der Entzündung - frisches oder getrocknetes Eisenkraut in Wässer ca. 5 Minuten kochen.


Ein steriles Leinentuch auf die Entzündung (Wunde) legen und das gekochte, leicht ausgedrückte, auf Körperwärme abgekühlte Eisenkraut drauflegen. Die Auflage immer wieder erneuern, sobald sie trocknet und dabei stets frisch gekochtes, neues Eisenkraut nehmen.


Kräftespiel - Der Geiz, die Besitzgier - Die Genügsamkeit, die wahre Zufriedenheit


Der Geiz:

"...Alles raffe ich an mich und sammle alles in meinem Schoß ... Ich nehme mir nur das was ich will, aneignen werde ich es mir durch meine Geschicklichkeit."


Die Genügsamkeit

"Hinterlistig wie ein Wolf lauerst du auf Beute und des anderen Eigentum verschlingst du wie ein Geier .... Du liegst da in deiner Herzenshärte, vollkommen von Gott verlassen, da du nicht mehr auf ihn vertraust... Ich aber sitze über den Sternen, weil mir alle Gottesgaben genügen.... Mein Kleid ist aus weißer Seide und mit kostbaren Edelsteinen geschmückt, weil ich Barmherzigkeit für alles aufbringe und ich milde gesonnen bin, wo es um Lebensbedürfnisse geht."








Das Schaffleisch gegen Kreislaufschwäche

"...Aber jener, der am ganzen Körper schwach ist (Kreislaufschwäche) und dessen Adern welk sind, der schlürfe oft vom Saft des Schaffleisches... und esse mäßig Schaffleisch..."

Das Schaffleisch ist ein ausgezeichnetes Mittel, um Kreislaufschwäche vorzubeugen.


Über die Maßlosigkeit bei der Einnahme von Heilmitteln

"... weil diese edlen Kräuter wie auch die aus edlen Pflanzen bereiteten Gewürze dem gesunden Menschen nichts nützen, wenn sie ohne Ordnung (maßlos) genossen werden, sondern ihnen dadurch auch Schaden zufügen ...Werden sie aber vom Menschen genommen, so soll sie dieser mit Vernunft und nur wenn er ihrer bedarf verwenden..."

Also keine Heilmittel zur Vorbeugung einnehmen.




Die Moxibustion - das Setzen von Brennkegeln

"Die Moxibustion ist zu jeder Zeit gut und vorteilhaft, weil es, wenn es vorsichtig erfolgt, die Flüssigkeiten und schleimigen Säfte unter der Haut verringert und dem Körper Gesundheit verleiht. Es ist ebenso für junge wie für alte Menschen geeignet; für junge deshalb, weil dann, wenn ihr Fleisch und ihr Blut in der Jugend noch zunehmen, sich auch die schädlichen Säfte in ihnen vermehren; für alte aber, weil dann, wenn bei ihnen im Alter das Fleisch und Blut abnehmen, schleimige Säfte zwischen ihrer Haut und ihrem Fleisch zurückbleiben..."


Das Setzen von Brennkegeln eignet sich besonders gut zur Behandlung von Muskelverspannungen, Gelenkrheuma und Kopfschmerzen, weil sich die Blutgefäße durch die Erwärmung öffnen und damit eine bessere Durchblutung gewährleistet wird.


Die vier Elemente, Feuer, Luft, Wasser und Erde im Menschen

"Das Feuer hat fünf Kräfte in der Natur, so wie der Mensch fünf Sinnesorgane hat. Das Feuer äußert sich als Hitze beim Sehen, als Kälte beim Riechen, als Feuchtigkeit beim Schmecken, als Luft beim Hören und als Bewegung beim Tasten. Die Luft ist mit ihren vier Kräften im Atem und in der Vernunft des Menschen. Sie

leistet durch ihren lebendigen Hauch, der nichts anderes als die Seele ist, im Menschen ihren Dienst, und sie ist der Flügel seines

Fluges, wenn der Mensch den Atem in sich zieht und ausstößt, dass er leben kann ... Das Wasser mit seinen fünfzehn Kräften ist in der Feuchtigkeit und im Blut des Menschen erhalten... Das Fleisch des Menschen kommt von der Erde..."


Sind die vier Elemente im Menschen in Harmonie, dann kann der Mensch nach Hildegard als Ganzes leben.


Das Zypressenbad bei Kreislaufschwäche

"Aber auch wer schwach ist, oder sogar am ganzen Körper ermattet, der koche die Zweige mit den Blättern in Wasser, und er nehme in diesem Wässer ein Bad, und er nehme es oft, und er wird geheilt werden und seine Kräfte wiedererlangen..."

Also unbedingt vom nächsten Urlaub aus dem Süden Zypressenzweige mitbringen. Man kocht diese gut 20-30 Minuten im Wasser und gibt den Absud zum Badewasser. Dies ist ein ausgezeichnetes Stärkungsbad, sowohl bei allgemeiner Körperschwäche - Kreislauf- als auch nach Krankheiten zum Aufbau. Es regt kräftig die Durchblutung an.



Die Edelsteine - Der Kristall (Bergkristall)

"Aber auch wer Schmerzen leidet im Herz oder im Magen oder im Bauch, der wärme den Kristall an der Sonne, und über den so warmen gieße er Wasser, und dann lege er auch für eine kurze Stunde den Kristall in dieses Wasser, und dann nehme er ihn weg. Und so trinke er oft jenes Wasser, und es wird ihm besser gehen im Herz oder im Magen oder im Bauch."


Die in der Sonne erwärmten Bergkristalle werden mit Wässer Übergossen, das in einem Gefäß aufgefangen wird. Dieses Kristallwasser gibt man in saubere, sterile Flaschen und trinkt täglich ca. 3 Likörgläser davon und es bringt eine deutliche Verbesserung der Beschwerden des Herzens und des Bauches, die oft Begleiterscheinungen von Schilddrüsenerkrankungen sind.







Aus den Visionen Hildegard von Bingens

"Ja glaubst du denn, wir würden das Paradies wie ein fertiges Geschenk in den Schoß gelegt bekommen, wir brauchten uns gleichsam nur hinüberträumen, ohne etwas Eigenes zu tun? Das Paradies, das neue Jerusalem, die neue Erde mit den neuen Menschen, kann nur durch unsere Arbeit und Mitarbeit entstehen. Es ist gleichsam so, als wären wir schwanger, als hätten wir ein Kind empfangen. Gott gibt uns die Kraft dazu. Seine Kräfte umwerben und verbinden sich mit uns. Doch austragen und gebären müssen wir das Kind selber. Du weißt, dass die ganze Schöpfung in Wehen liegt und wartet auf die Herrlichkeit der Kinder Gottes."


Die Tugenden und die Laster

"... Ich kenne nichts, was da oder dort seine Heimat in Gott hat..."

Hildegard von Bingen beschreibt in ihrem Buch "Der Mensch in der Verantwortung" 35 Konfliktsituationen, die im täglichen Leben des Menschen vorkommen können. Hieraus ergibt sich ein "Ordo Virtutum - ein Spiel der Kräfte". Auf der einen Seite beschreibt Hildegard 35 Krankheitsursachen, die Schattenseiten des Menschen (Laster), denen 35 positive, heilende Schutzkräfte, die Tugenden gegenüberstehen. Der Mensch muss nach Hildegard nun jeden Tag aufs Neue im Hinblick auf den freien Willen, den Gott ihm gab, sich für das Gute (Tugend) oder das Böse (Laster) entscheiden. Hildegard warnt jedoch vor allem seelischen Fehlverhalten (Laster), da diese Mitursache für die Zerstörung der Gesundheit sind und Störungen der Lebensordnung wiederum kosmische Katastrophen nach sich ziehen.







Gebet - Liebe

"Belehre mich mit dem Hauch des Heiligen Geistes, dass reines Wasser aus mir sich ergieße, Tränen entströmen dem Seufzen nach guten Taten, und Wohlgeruch dufte aus heiligen Werken."

Der Edelsteine - Der Onyx

"... Und der Onyx hat nicht die große Hitze des Feuers, sondern er enthält die Wärme der Luft und entsteht in der Sonne wurzelnd, und er wird durch verschiedene Wolken zusammengeklebt. Daher hat er große Kraft gegen Krankheiten, die aus der Luft entstehen."


Bei Wetterfühligkeit, Föhnkrankheiten, Angina-pectoris-Anfällen bei Wetterwechsel, Reisekrankheiten und Schwächeanfällen trägt man einen Onyx auf der bloßen Haut. Dies bringt eine deutliche Verbesserung.







Die Gerstewaschungen für eine schöne Gesichtshaut

"...Aber wer im Gesicht eine harte und raue Haut hat und die sich vom Wind leicht schuppt, der koche Gerste in Wasser und dann wasche er sich sanft im Gesicht mit jenem durch ein Tuch geseihten und mäßig warmen Wasser und seine Haut wird ihm sanft und mild sein und wird eine schöne Farbe haben..."


Der achte Monat

"Dieser Monat hat eine gewisse Kraft und Lebensfreude aber auch Gegensätzlichkeit in sich: auf der einen Seite die sengende Sonne, auf der anderen Seite schreckliche Gewitter. So auch der Mensch, der in diesem Monat geboren wurde. Dieses kraftvolle Geschöpf, das durch die Werke seiner Hände zu großer Ruhe gelangen kann. Er muss jedoch auf seinen leidenschaftlichen Weg und nach schweren Gewittern den Glauben nicht aus den Augen verlieren, damit er durch Nachdenken und Reue seine kämpferische Existenz für gute Werke und Tugenden einsetzen kann."







Der Ingwer

"...Wenn jemand am Körper dürr ist nehme er dieses Pulver ... einem Gesunden und beleibten Menschen schadet er, weil er diesen unkonzentriert, vergesslich und täppisch macht..."


Ingwer ist als Heilmittel bei Magerkeit, Abmagerung und Appetitlosigkeit zu sehen. Hier sollte man es in Suppen auf leeren Magen oder auf Brot essen. Sobald jedoch eine Kräftigung eingetreten ist, sollte man Ingwer meiden.


Das Habermus - das ideale Frühstück nach Hildegard von Bingen

"...Wenn ein Mensch nüchtern ist, soll er zuerst eine Speise essen, die aus Früchten und Mehl zubereitet wurde... Er soll auch zuerst ein warmes Essen zu sich nehmen..."


Rezept:

1/2 Tasse Dinkelschrot in 1-1/2 Tassen Wasser einrühren und unter ständigem Rühren aufkochen lassen. 1 TL Honig, 1 Msp. Galgant, Bertram und Zimt zugeben und ca. 5 Minuten (Flocken) oder 10 Minuten (Schrot) köcheln lassen. In den letzten vier Minuten 1/2 klein geschnittenen Apfel dazugeben. Mit süßen gehackten Mandeln und 1 TL Flohsamen bestreuen und dem Saft einer 1/2 Zitrone beträufeln.







Die Edelsteine - Der Onyx

Aber auch wenn du von Traurigkeit bedrückt bist, schaue den Onyx aufmerksam an und lege ihn auch bald in deinen Mund und die Bedrückung deines Geistes wird weichen."


Zahnfleischerkrankungen

"Aber wem das Fleisch um die Zähne faul und wessen Zähne schwach sind, der lege warme Rebasche in Wein, wie wenn er eine Lauge machen wollte, und dann wasche er mit jenem Wein die Zähne und das Fleisch, das um die Zähne ist. Und das tue er oft, und jenes Fleisch wird gesund werden und die Zähne werden fest. Aber wenn seine Zähne gesund sind, wird diese Waschung ihnen nützen und sie werden schön."


Mit der Rebaschenzahnpflege, hegt ein Heilmittel gegen Zahnfleischbluten, Zahnfleischschwund und Entzündungen vor, das bereits nach den ersten Anwendungen eine Verbesserung herbeiführt.







Die Zahngesundheit

"Wer gesunde, kräftige Zähne haben will, nehme frühmorgens, wenn er von seinem Bett aufsteht, reines, kaltes Wasser in seinen Mund und behalte es eine Zeitlang im Mund, damit der Schleim, der an den Zähnen haftet, aufgeweicht wird. Mit eben diesem Wässer, das er im Mund hat, soll er sich die Zähne putzen und dies oft wiederholen, dann wird der Schleim an den Zähnen nicht zunehmen und die Zähne werden gesund bleiben."


Um kräftige und gesunde Zähne zu bekommen und zu behalten, jeden Morgen nach dem Aufstehen den Mund und die Zähne gründlich mit kaltem Wasser spülen und putzen.


Die Edelsteine - Der Karneol

"... und wenn jemandem Blut aus der Nase fließt, dann wärme Wein, und in den gewärmten Wein lege den Karneol. Und so gib es jenem zu trinken, und das Blut wird aufhören zu fließen."

Dieses Mittel wirkt prompt bei Nasenbluten. Es ist aus psychologischen Gründen ratsam, Rotwein zu nehmen; dieser wird erwärmt und man gibt einen Karneol hinein und lässt den Betroffenen den Wein warm und schluckweise trinken..."







Die Meerrettich-Galgantmischung - ein Herzpulver

"Und wenn der Meerrettich grün ist, soll er in der Sonne getrocknet werden, und dem werde Pulver von Galgant in gleichem

Gewicht beigegeben. Und wer Herzweh hat, der esse dieses Pulver nach dem Essen und nüchtern mit Brot, und es wird ihm besser gehen."


Der Farn als natürlicher Blitzableiter

"... und an dem Ort, wo er wächst, auf das Haus und den Ort fallen Hagel, Blitz und Donner selten..."

Schon in früheren Zeiten wusste man, dass der Farn eine Art natürlicher Blitzableiter ist. Deshalb ist es sinnvoll, sowohl um das Haus als auch in der Wohnung Farn zu haben.







Die Habichtskrautmischung bei Herz- und Kreislaufschwäche

"Das Habichtskraut ist kalt und gegessen stärkt es das Herz, und es mindert die üblen Säfte, die im Menschen an einer Stelle angesammelt sind. Aber der Mensch, der es isst, soll es nicht allein und einfach essen, weil es zu herb ist, und er füge ein wenig Diptam oder etwas Galgant oder etwas Zitwer bei, und er esse es, wie vorhin gesagt wurde."


Da dieses Mittel das Herz stärkt und gleichzeitig zusammengeballte "Fehlsäfte" vermindert, kann es also überall dort eingesetzt werden, wo diese Stauungen in Zusammenhang mit einer schwachen Herztätigkeit zu finden sind, wie Kreislaufschwäche und Durchblutungsstörungen - es ist also ein geeignetes Sommermittel. Dieses Pulver kann man zum Verzehr auf das Brot streuen.




Das Lorbeeröl bei Herzschmerzen

"Wenn du auf dem Herz Schmerzen hast, salbe dich dort damit oder wenn du auf der Seite oder im Rücken leidest, salbe dich dort damit, und es wird dir besser gehen."

Herzschmerzen können auch bei verspannten Rückenpartien auftreten.









Die Öle

  1. Das Leinöl

    "... Der Lein ist warm und taugt nicht zum Essen..."


  2. Das Kürbiskernöl

    "Die Kürbisse sind trocken und kalt und wachsen von der Luft. Und sie sind für Kranke und Gesunde gut zu essen."


  3. Das Distelöl

    "... Die Kranken aber schädigt sie (die Distel) sowohl gekocht als auch roh, weil sie Mattigkeit in ihnen erregt."


  4. Das Nussöl

    "Das aus den Nüssen gepresste Öl ist warm und es macht das Fleisch der davon Essenden fett und macht sie fröhlich; aber davon nimmt der Schleim zu, so dass er die Brust des Menschen mit Sekret, d.h. Schleim, füllt."


Von diesen Pflanzenölen taugt in der Küche am besten das Kürbiskernöl und mit Einschränkung das Nussöl.



Das Olivenöl als Heilmittel

"... Der Ölbaum ist mehr warm als kalt und er bezeichnet die Barmherzigkeit... Aber das Öl aus der Frucht dieses Baumes taugt

nicht viel zum Essen, weil es, wenn es gegessen wird, Übelkeit hervorruft und andere Speisen schlecht genießbar macht. Aber es ist brauchbar für viele Heilmittel..."


Als Speiseöl taugt das Olivenöl nach Hildegard nicht nur zur Herstellung von Heilmitteln. Viele Menschen, vor allem Kinder, bekommen vom Genuss des Olivenöls Durchfall oder starke







Das Mandelöl - ein hochwertiges Öl

"Der Mandelbaum ist sehr warm und hat etwas Feuchtigkeit in sich. Und seine Rinde, seine Blatter und sein Saft taugen nicht viel zu Heilmitteln, weil seine ganze Kraft in der Frucht steckt. Aber wer ein leeres Gehirn hat und ein Gesicht von schlechter Farbe, und daher Kopfweh hat, esse oft die inneren Kerne diese Frucht und es füllt das Gehirn und gibt ihm die richtige Farbe. Aber wer lungenkrank ist und einen Schaden an der Leber hat, esse diese Kerne oft, ob roh oder gekocht, und sie geben und bringen der Lunge Kräfte, weil sie den Menschen in keiner Weise dämpfig noch trocken machen, sondern sie machen ihn stark."


Wir sehen, dass nach Hildegard sowohl Mandelkerne wie auch das teure Mandelöl hundertprozentig gesund sind. Sie stärken

das Gehirn, die Nerven, verbessern die Hautfarbe, kräftigen die Lunge und die Leber und sind somit auch für Asthmatiker ein ausgezeichnetes Gesundheitsmittel.


Die Edelsteine - Der Onyx

"Und wer starke Fieber hat, der lege den Onyx fünf Tage in Essig ein, und dann, wenn er ihn herausgenommen hat, mische und würze er alle seine Speisen mit diesem Essig und esse sie so, und das Fieber wird weichen und leicht verschwinden, weil die gute Wärme des Onyxs, vermischt mit der Wärme des Essigs, die schädlichen Säfte vertreibt, aus denen die Fieber entstehen."

Bei sehr schweren Fiebern lege man den Onyxstein für fünf Tage in reinen Weinessig und würze mit diesem Essig alle Speisen des Fieberkranken und sein Fieber wird weichen. Dieses Fiebermittel setzt man bei Fieberpatienten mit hartnäckigen Fieber ein, die auf andere Fiebermittel nur schlecht oder gar nicht reagierten.




Die große Herzkur -Teil 1: Die Griechenkleepillen

"Wenn schädliche Säfte in den Eingeweiden und in der Milz des Menschen überhandgenommen und dem Herzen durch die Schwarzgalle viele Leiden gebracht haben, nehme er die gleiche Gewichtsmenge Galgant und Bertram, ein Viertel von jedem einzelnen von ihnen weißen Pfeffer oder, wenn er weißen Pfeffer nicht zur Verfügung haben sollte, viermal so viel Pfefferkraut und verarbeite das Ganze zu Pulver. Dann nehme er Bohnenmehl, gebe das erwähnte Pulver hinzu und mische alles mit dem Saft vom Bockshornklee, aber ohne Wässer, Wein oder eine andere Flüssigkeit. Dann forme er aus all dem kleine Kuchen und lasse sie in der Sonnen wärme trocknen ... Dann soll er diese kleinen Kuchen sowohl nach dem Frühstück als auch nüchtern essen..."


Zwei Griechenkleepillen nimmt man die ersten 10 Tage nach dem Essen ein, dann einige Zeit vor und nach dem Essen jeweils zwei Pillen. Zur vollständigen Herzkur sollte man zusätzlich den Herzsaft (Fencheltrank) und das Griechenkleepulver nehmen.

Die große Herzkur -Teil 2: Der Herzsaft (Der Fencheltrank)

"Dann nehme er Süßholz, Fenchel fünfmal so viel, Zucker in der Gewichtsmenge des Süßholzes und ein wenig Honig, mache daraus einen Trank, nämlich den Lautertrank und trinke ihn sowohl nach dem Frühstück als auch nüchtern gegen das Herzweh!"

Diesen süßen Saft trinkt man am besten nach den Griechenkleepillen. So nimmt die Süße des Herzsaftes die Schärfe der Pillen.


Herzschmerzen durch Rohkost

"... denn die schädlichen Säfte, die von der Leber fliehen, streben zur Milz und zum Herzen und machen diesen Organen zu schaffen ...Wenn ein Mensch rohes Gemüse oder andere rohe Speisen zu sich genommen hat, die weder auf dem Feuer noch mit irgendeinem Gewürz zubereitet wurden, können sie in seinem Magen nicht leicht gar werden ... und so senden sie auch einen schädlichen Brodem zur Milz. Dadurch wird diese aufgebläht, schwillt an und wird wund. Durch ihre schmerzhafte Schwellung bereitet sie auch dem Herzen Schmerzen..."


Man sollte also nach Hildegard die Nahrungsmittel nie roh genießen. Salate, die mit Essig gebeizt werden, sind nicht mehr roh. Viele Herzpatienten haben ihr Herzleiden durch diese aufgeblähte Milz, deren Ursache oft Rohkost ist.


Die große Herzkur -Teil 3

Die Griechenklee-Pulvermischung

"Also nimm weißen Pfeffer, ein Drittel davon Kümmel und halb so viel Bockshornklee wie Kümmel, verarbeite das zu Pulver und iss es langsam mit einem Bissen Brot sowohl nüchtern als auch nach dem Frühstück, bevor du im Herzen eine Schwäche fühlst oder dort der Schmerz einsetzt!"


Von diesem Pulver gibt man eine Messerspitze voll auf das Brot und kaut es langsam. Wenn man die große Herzkur, bestehend aus Griechenkleepillen und -pulver sowie dem Fencheltrank anwendet, spürt man oftmals schon nach einer kurzen Zeit eine deutliche Verbesserung des Herzleidens, sollte sie aber unbedingt - das hat die Praxis gezeigt - bis zu 9 Monate durchführen.







Der Zusammenhang zwischen großer sommerlicher Hitze und den verschiedenen Nahrungsmitteln

"Isst ein Mensch im Sommer, wenn er innerlich sehr warm ist, sehr kalte Speisen, löst er leicht die Gicht in sich aus. Isst er aber sehr warme Speisen, wenn er im Sommer innerlich sehr warm ist, bildet er in sich das Phlegma. Daher soll der Mensch im Sommer mäßig warme und kalte Speisen zu sich nehmen, und diese verschaffen ihm gutes Blut und gesundes Fleisch. Wenn der Mensch im Sommer, wenn er innerlich sehr warm ist, viel isst, wird sein Blut infolge des vielen Essens übermäßig warm, die Säfte verschlechtern sich und das Fleisch seines Körpers schwillt an, und wird unnatürlich aufgetrieben, weil dann die Luft zu warm ist. Wenn er dann nur mäßig isst, schadet es ihm nicht, sondern er bleibt gesund."

Im Sommer also nur mäßig viel lauwarme bis warme Speisen zu sich nehmen, damit der Körper bei Kräften bleibt.


Die Elfenbeinlatwerge nach Vergiftungen und Umweltgiften

"Und ein Mensch, der in der Brust oder im Herzen oder in der Milz oder im Magen Schmerzen leidet, oder der Gelbsucht hat, der pulverisiere Muskatnuss und Süßholz in gleichem Gewicht, und er schabe Elefantenknochen, und er mische zweimal so viel von diesem Pulver mit dem vorgenannten Latwerge, und er esse oft davon nüchtern und nach dem Essen, und es wird besser gehen."


Dieses Elfenbeinlatwerge hat sich bestens bei Herz-, Magen- und Darmbeschwerden durch Vergiftungen, besonders bei Amalgamvergiftungen, bewährt. Wenn Sie also ein Schmuckstück oder eine Figur aus Elfenbein besitzen, sollten Sie davon etwas feinschaben oder raspeln oder aber Ihrem Hildegard-Apotheker vorbeibringen, damit er es für Ihre Latwerge benutzen kann.




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Donnerstag, 18.10.2012, 19:42:50 Uhr


Hildegard von Bingen - Weisheiten


Das Würzen

"...Wenn der Mensch isst und trinkt, dann lenkt ein im Menschen angelegtes Leitungssystem den Geschmacksstoff und den Feinstoff und den Duftstoff davon dem Gehirn zu und fördert seine Durchwärmung, indem er dessen Gefäßwärme auffüllt..."

Diese Aussage Hildegards zeigt deutlich, dass das richtige und harmonisch gewürzte Essen nicht nur gut schmeckt, sondern auf den Körper wie ein helfendes Medikament wirkt.





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Die Edelsteine

"Gott aber hatte den ersten Engel wie mit wertvollsten Steinen geziert, in deren Anblick Luzifer die Gottheit sich spiegeln sah und daraus seine Weisheit schöpfte; und in ihnen erkannte er, dass Gott viele Wunder wirken wollte; daraufhin erhob sich sein Sinn (Denken, Verstand) - weil der Edelsteinschmuck, der ihn zierte, im Lichte Gottes funkelte - in der Meinung, er selbst könne ähnliches und mehr als Gott vollbringen, und daher wurde sein Glanz ausgelöscht. Aber, so wie Gott Adam zu einer besseren Beziehung wieder zurückgewann, so hat auch Gott nicht zugelassen, dass weder die Schönheit noch die Kraft dieser wertvollen Edelstein zugrunde gehen, sondern er wollte, dass sie auf der Erde sein sollten zur Zierde, für Segnungen und für die Heilkunde."


Die Heilkraft der Edelsteine ist sehr groß und gerade der Kranke ohne Hoffnung auf Besserung seiner Beschwerden sollte die Edelsteine zu seiner Gesundung mit einbeziehen.




Die Edelsteine - Der Rubin

"Wenn bei einem Menschen eine Krankheit, irgendein Fieber oder die Gicht oder eine andere Veränderung im Säftehaushalt auftritt, lege einen Karfunkel um Mitternacht weil sich da dessen Kraft besonders gut entfaltet - über den Nabel des Kranken. Lasse ihn aber nur so lange über dem Nabel des Kranken hegen, bis der Mensch spürt, dass er von dem Stein etwas erwärmt wird und entferne ihn dann sofort. So vertreibt dieser Stein alle möglichen Krankheiten vom Menschen und besiegt sie."


Den Rubin setzt man bei plötzlichen Krankheiten wie Virusgrippen, Masern und anderen Infektions- und Massenerkrankungen ein, da er eine große Heilwirkung hat. Besonders bei stark fiebernden Kindern hat sich seine von Hildegard beschriebene Anwendung sehr bewährt. Achten Sie darauf, dass die Dauer der Anwendung keinesfalls 20 Minuten überschreitet! Wegen seiner großen Heilkraft muss man ihn auch mit Vorsicht und Sorgfalt benutzen, d. h. außerhalb einer Heilbehandlung sollte man ihn niemals als Schmuckstück auf die bloße Haut bringen!




Feuer, Wasser, Luft und Erde

"...Im Menschen sind Feuer, Luft, Wasser und Erde und aus ihnen besteht er... es wirken alle Elemente mit ihm und er mit ihnen..."


Hildegard sieht die Heilung, das Heilwerden des Menschen, im Zusammenhang mit der Schöpfung. Der Mensch steht hier in der Mitte des Kosmos in enger Wechselwirkung mit den vier Weltelementen: Feuer, Wasser, Luft und Erde, aus denen die Welt, aber auch das Gefüge des menschlichen Körpers besteht. Wenn der Mensch die kosmischen Gesetze missachtet und die Schöpfung auf brutale Weise zerstört, hat dies nach Hildegard auch beachtliche, ja sogar katastrophale Folgen für seine Gesundheit.




Die Heilung

"... Und so sind denn in allen Geschöpfen Gottes Wunderwerke eingeborgen, in den Tieren und Fischen und Vögeln, in den Kräutern und Blumen und Bäumen..."


Zur Heilung führt bei Hildegard ein Leben in Harmonie und Übereinstimmung mit sich und seiner Umwelt. Sie zeigt diesen Weg anhand ihrer 6 Lebensregeln:

  1. Die Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen.
  2. Das richtige Essen und Trinken
  3. Den Rhythmus von Bewegung und Ruhe, also von Arbeit und Freizeit, finden.
  4. Das Schlafen und Wachen als ausgewogene Kräfte begreifen.
  5. Die Kunst der Ausscheidung und Absonderung krankmachender Säfte
  6. Die Heilkraft erhalten in der Ausübung christlicher Tugenden.


Kräftespiel - Die Verstocktheit - Das Seelenheil

Die Verstocktheit: "Welche Verdienste und welchen Nutzen habe ich? Nur das Feuer! Denn ich und die Art, aus der ich geboren bin, wir wollen nichts anderes. Allem Strahlenden fliehe ich und lehne es ab, lichten Werken zu folgen... Ich bin zur Plünderung der Seelen da und will nichts wissen vom Schmucke der leuchtenden Dinge..."


Das Seelenheil: "Du bist der Pfeil des Satans, der unheilvoll im Dunkeln schwirrt... Die Seligen aber erheben sich mit dem Heer der Engel unterm Banner des Glaubens und stürmen gar mächtig gegen dich an... In der Taufe und mit den sieben Gaben des Heiligen Geistes, die uns der Heiland in seiner Menschwerdung schenkte, ertränken sie dich wie in der Sintflut des Wassers..."




Das Sivesan-Pulver

"... Und dieses Pulver erhält ihm, der gesund ist, die Gesundheit, und den Kranken stärkt es und verschafft dem Menschen Verdauung. Es verleiht ihm Kräfte und vermittelt eine schöne und gute Gesichtsfarbe. Es nützt jedem Menschen, sei er gesund oder krank, wenn er es nach dem Essen nimmt."


Das Sivesan-Pulver - ein Universalmittel für alle, die gesund werden und bleiben wollen! Es hilft vor allem bei Kreislaufschwäche, Wetterfühligkeit und hat sich hervorragend bei Menschen mit allgemeiner Kraftlosigkeit bewährt. Auch Kindern gibt man es gerne gegen Appetitlosigkeit und bei Abmagerung.


Anwendung: 1 Msp. auf 1/4 Glas warmen Wein geben und nach dem Mittagessen zu sich nehmen. Bei Kindern 1/4 Msp. auf 1 Essl. warmen Wein.




Der Buchsbaum

"Und ein Mensch, der Ausschläge... an seinem Körper hat, zerstoße die Rande und seine Blätter und drücke ihren Saft aus, und füge dem etwas weniger Süßholz bei, und er wärme es in einem Wein. Und so warm soll er es oft trinken, und es vertreibt den Schmerz und das Gift des Ausschlags aus dem Körper, so dass es nicht in den Leib eindringt. Und er mische sogleich dem vorgenannten Saft dieses Baumes etwas Baumöl bei, tauche eine Feder ein, und er salbe sich damit sanft um den Ausschlag und um seine Kruste. Und dies tue er oft, und er wird geheilt werden."


Die Blätter und die Rinde des Buchsbaumes sind ein wichtiges Mittel zur unterstützenden Behandlung bei allen Hautausschlägen wie Allergien, Neurodermitis etc...

Anwendung: 1 ml Buchsbaumsaft mit 1/2 Tl. Süßholzpulver in VA Wein erwärmen und mehrmals täglich davon trinken und 1 ml Buchsbaumsaft mit 10 ml Olivenöl vermischen und mit einer Feder die betroffenen Stellen oft leicht damit einstreichen.



Der Galgant

"... und wer Herzweh hat und wer im Herz schwach ist, der esse bald genügend Galgant, und es wird ihm besser gehen..."

Dieses vielseitige Gewürz ist eines der wichtigsten Heilmittel bei Hildegard. Man setzt es ein bei Schwindel, Schwäche, bei Angina-Pectoris-Anfällen, als Mittel gegen Viruserkrankungen, bei Magen- und Darmkrämpfen, Durchblutungsstörungen und Erschöpfungszuständen.




Der Galgant

"Der Galgant ist warm und hat keine Kälte in sich und ist heilkräftig..."


Rezept: Galgantsauce (zu Gemüse, Fenchel, Hühnchen oder Dinkelrisotto)

Eine helle Grundsauce aus 1 Essl. Butter, 2 Essl. Dinkelmehl, 1/2 l Wasser, Hühner- oder Gemüsebrühe, 1 kleinem Lorbeerblatt, 1/2 Zwiebel, 1 kleine Knoblauchzehe, Salz und Muskat herstellen, 1 Tl. Galgant daruntermischen, mit Sahne, Crème fraîche und eventuell einem Eigelb, das man in der nicht mehr kochende Sauce verquirlt, verfeinern.



Edelsteine - Der Rubin als Karfunkel

"Wenn jemand Kopfschmerzen hat, lege er einen Karfunkel für so lange auf seinen Scheitel, bis die Stelle sich dort von dem Stein erwärmt hat, und entferne ihn dann sofort, weil die Kraft dieses Steines seinen Kopf schneller und stärker durchdringt als die kostbarste Salbe dies tun könnte, und so wird er Erleichterung finden."


Der Rubin hilft prompt bei Kopfschmerzen, nicht bei Migräne. Nicht länger als 20 Minuten aufliegen lassen, weil die Wirkung sonst ins Gegenteil umschwenkt.




Der Dinkel

"Der Dinkel ist das beste Getreide, und er ist warm und fett und kräftig, und er ist milder als andere Getreidearten, und er bereitet dem, der ihn isst, rechtes Fleisch und rechtes Blut, und er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen. Und wie auch immer (die Menschen) ihn essen, sei es in Brot, sei es in anderen Speisen, er ist gut und mild. Und wenn einer so krank ist, dass er vor Krankheit nicht essen kann, dann nimm die ganzen Körner des Dinkels und koche sie in Wasser, unter Beigabe von Fett oder Eidotter, so dass man ihn wegen des besseren Geschmacks gern essen kann, und gib das dem Kranken zu essen, und es heilt ihn innerlich wie eine gute und gesunde Salbe."


Der Dinkel ist das Urgetreide und bei Hildegard das Heilmittel überhaupt. Der Dinkel sollte die Basis jeder Ernährung sein. Ihn gibt es als Nudeln, Flocken (statt Haferflocken) Kernotto (Dinkelreis), Dinkelkaffee oder als Ganzkorn, Mehl oder Schrot und als Dinkelbier.




Die Heilkraft des Dinkels

"...er kräftigt... er bereitet rechtes Fleisch und rechtes Blut und er macht einen frohen Sinn..."

Der Dinkel hilft bei Müdigkeit, Leistungsabfall, bei Herz- und Kreislaufschwäche, bei Angina pectoris, Allergien, gestörtem Kalkstoffwechsel, bei Infektionsanfälligkeit, Leber- und Nierenerkrankungen, um nur einiges zu nennen. Er wirkt "wärmend", also durchblutungsfördernd, ist "fettend", trägt also zur Verbesserung des Nervenstoffwechsels bei, ist "hochwertig" durch den Gehalt an essentiellen Aminosäuren, "bringt eine gute Verdauung" und ein besseres Muskelfleisch, "bildet gutes Blut" und ist ein hervorragendes stimmungsaufhellendes, natürliches Psychopharmakon.




Der Dinkel - Allgemeine Ratschläge

  1. Dinkelkost allgemein bringt eine Senkung der Cholesterinwerte im Blut.
  2. Diabetiker können deutlich Insulin einsparen (immer in Absprache mit dem Arzt) beim Genuss von Dinkelkörnern.
  3. Dinkelkleie hat sich bestens bewährt bei hohen Cholesterinwerten und für Diabetiker.
  4. Dinkelkörner fuhren eher ab, während Dinkelmehl eher stopft.
  5. Dinkelschleimsuppe für Durchfallkranke und Frischoperierte (nie Haferschleimsuppe verabreichen).
  6. Dinkelkörner helfen Gallensteine verhindern.
  7. Dinkel erzeugt rasch ein Sättigungsgefühl, das lange anhält.
  8. Dinkelkaffee bringt eine gute Verdauung und führt leicht ab.
  9. Dinkelbier ist ein stärkendes Getränk, das im Geschmack dem Weißbier gleichgesetzt werden kann.
  10. Der Dinkelspelz bietet zur besseren Durchblutung eine hervorragende Füllung für Kissen, Decken, Matratzen usw. Er hilft zum Beispiel bei Verspannungen, Schmerzen und Schlafproblemen.



Die Rohkost

"Wenn ein Mensch rohe Äpfel, rohe Birnen, rohes Gemüse oder andere Rohkost zu sich nimmt, die weder durch Erhitzen, noch durch eine andere Zubereitungsart ausgeglichen wurden, können sie auch im Magen-Darm nicht leicht zu Ende aufgeschlossen werden, weil sie vorher nicht ausgeglichen wurden. Die schlechten Säfte dieser Speisen, die durch Erhitzen oder eine Beigabe von Salz oder Essig hätte abgefangen oder neutralisiert werden sollen und somit nicht abgefangen und entfernt wurden, wenden sich der Milz zu und ändern sie, so dass sie anschwillt und schmerzt..."

Hildegard warnt vor Rohkost, da diese eine schlechte Durchblutung auslösen kann und zu Milzerkrankungen führen kann. Man sollte also alle Speisen vor dem Gebrauch kochen oder garen und Salate mit einer Soße von Essig, Salz, Öl und Gewürzen beizen, was den rohen Zustand des Salates verändert.





Die Seele

"Die Kräfte der Seele: Die Seele des Menschen, die vom Himmel herab von Gott kommt, ihn belebt und vernünftig macht, stirbt nicht, wenn sie den Menschen verlässt, sondern geht den Belohnungen für das Leben oder den Qualen ewiger Verdammnis entgegen, um ewig weiterzuleben."



Kräftespiel - Die Hartherzigkeit -Die reuige Umkehr

Die Hartherzigkeit: "Was macht es mir aus, dass ich nicht seufzen und weinen kann, denn viele gehen in ihrem Kummer zugrunde... Denn alle Gnade, die Gott verleihen will, gewährt er auch. Warum dann sollte ich mich dafür so hart anstrengen?"

Die reuige Umkehr: "... warum wird Gott Vater genannt? Wohl deshalb, damit seine Kinder ihn anrufen. Denn er schenkt ihnen in seiner Huld alles Gute und deshalb erkennen sie ihn als ihren Gott. Und ich trinke vom Honigtau seines Segens, aus der Zerknirschung meines Herzens lächle ich ihm zu und rufe ihn noch froh unter Tränen zu Hilfe..."




Die Küchengifte

Der Lauch

"Und roh gegessen ist er so schlecht und verderblich für den Menschen wie ein giftiges unnützes Kraut, weil er das Blut und die Fäulnis und die Säfte des Menschen ins Gegenteil verkehrt..."


Die Zwetschge

"...es ist schädlich und gefährlich, die Frucht dieses Baumes zu essen... so gefährlich wie das Essen von einem Giftkraut..."


Die Erdbeere

"... auch die Früchte, nämlich die Erdbeeren, verursachen gleichsam einen Schleim im Menschen, der sie isst, und sie taugen weder dem gesunden noch dem kranken Menschen zum Essen..."

Erdbeeren verschleimen den Nebenhöhlenbereich, sie führen zu Allergien, Ekzemen und verstärkt zu Mittelohrentzündungen.


Der Pfirsich

"... Die Frucht dieses Baumes zu essen taugt weder für einen Gesunden noch für einen Kranken, weil sie die gute Säftemischung im Menschen zerstört und Schleim in seinem Magen erzeugt..."

Pfirsiche fördern die Verschleimung besonders im Magen- und Darmbereich, können also Stoffwechselstörungen verschlimmern.


Die Süßholzwurzel

"... ist von gemäßigter Wärme und bereitet dem Menschen eine klare Stimme... macht seinen Sinn mild und erhellt seine Augen und erweicht seinen Magen zur Verdauung..."

Die Süßholzwurzel wirkt auf das Gemüt, klärt die Augen und verhilft zu einer guten Verdauung (auch als Tee oder Lakritze).



Gebet - Sequenz zu Ehren Mariens

"Dass du dich im Windhauch des Sehens und Suchens der Heiligen erhobst. Da die Zeit kam, da du in deinen Zweigen blühen solltest, klinge dir Gruß und Gruß entgegen, weil Sonnenglut wie Balsamgeruch in dir kochte."



Das richtige Frühstück

"Für einen körperlich gesunden Menschen ist es für eine gute Verdauung gut und gesund, dass er bis ungefähr kurz vor Mittag oder gegen Mittag auf ein Frühstück verzichtet..."


Der Aderlass

"... wenn bei einem Menschen die Gefäße mit Blut überfüllt sind, müssen sie durch einen Aderlass von dem schädlichen Schleim und den durch die Verdauung gelieferten Fäulnisstoffen gereinigt werden..."


Der Aderlass ist eines der wichtigsten Reinigungsverfahren der Hildegard-Heilkunde mit sehr großer Heilwirkung. Es ist verständlich, dass jedes Heilmittel, jede geplante Kur und jede Regeneration besonders schnell wirksam werden kann, wenn vorab alle Giftstoffe, auch die Schwarzgalle, kunstgerecht beseitigt wurden. Der rechte Zeitpunkt und die richtige Ader sind Voraussetzung eines richtig angesetzten Aderlasses, ebenso die Ernährung und das Verhalten des zur Ader gelassenen Menschen.



Der Aderlass

"Eine richtig bemessene Blutentziehung beseitigt die schlechten Säfte und sorgt für den Körper wie sanfter Regen, der leise und angemessen in richtiger Menge auf die Erde fällt, sie bewässert und befähigt, Frucht zu bringen..."


Der regelmäßige Aderlass ist auch für den Gesunden eine wertvolle Unterstützung, da er eine Immunstimulation, eine starke Anregung der körpereigenen Selbstheilungskräfte bewirkt. Er verbessert den Allgemeinzustand des Menschen, bewirkt eine Umstimmung bei chronischen Erkrankungen, wirkt entzündungswidrig, blutreinigend, stoffwechselanregend und verbessert die Fließfähigkeit des Blutes, was zur Verminderung der Gefahr eines Herzinfarkts und Schlaganfalls deutlich beiträgt. Der Aderlass ist vor allem bei Rheumatikern, Gichterkrankten, unter Arthrose leidenden Menschen und Allergikern ein absolutes "Muss".


Die Schwarzgalle

"Die Schwarzgalle ist jedem Menschen eigentümlich, und zwar seit der ersten Versuchung durch den Teufel, weil der Mensch mit dem Essen des Apfels Gottes Gebot übertreten hat. Von jenem Essen an hat sich die Schwarzgalle in Adam und seinem ganzen Geschlecht entwickelt und ist die Ursache jeder schweren Krankheit."


Die Schwarzgalle ist bei Hildegard von Bingen ein Stoff, der, wenn erstark vermehrt im Körper auftritt, zu Zornesausbrüchen oder stillem Kummer führen kann und die großen chronischen Krankheiten verursacht. Sie wird nach Hildegard durch falsche Lebensweisen, wie z.B. unmäßiges Essen, Diätfehler und Fehlernährung um ein vielfaches vermehrt und führt so zu einer schleichenden Vergiftung des Körpers.




Gebet - Erlösende Reue

"Warum bin ich geboren zu solchen großen Vergehen? Mit meiner Seele sündigte ich gegen dich, meinen Gott.

Zu dir seufze ich auf, der sich gewürdigt hat, anzunehmen Adams Gestalt aus der Jungfrau.

So vertraue ich fest darauf, dass du mich nicht verachtest, sondern von meinen Sünden befreist.

Durch deiner heiligen Menschheit Antlitz nimm mich in Gnaden nun auf, denn ich bereue von Herzen."



Der zweite Monat

"Dies ist der Monat der Reinigung. Es reinigt sich die Natur von allem Krankhaften. So auch die Seele des Menschen. Vergleicht man sie mit dem Saft eines Baumes, durch den alle Früchte dieses Baumes gedeihen, so werden durch die Seele des Menschen alle Werke verwirklicht. Dieser Mensch hat von der Natur eine starke, eine bezwingende Kraft mit einem äußerst klaren und präzisen Überblick von Situationen mitbekommen. Die Kälte der Jahreszeit zeigt sich bei ihm nur durch seine etwas kühlere Art. Er ist niemand, der seine Gefühle zur Schau stellt, sondern einen klaren Kopf behält."



Das Mutterkraut

"... Und wer in den Eingeweiden Schmerzen hat, der koche Mutterkraut mit Wasser und Fett oder Öl, und er gebe feinstes Mehl dazu und so bereite er die Suppe und esse sie, und er heilt die Eingeweide.


Rezept:

Mutterkraut-Suppe 4-5 Mutterkrautblätter (oder etwas unverdünnten Mutterkraut-Frischpflanzensaft nehmen) klein schneiden, in 1/2 l Wasser und ein wenig (Sonnenblumen-)Öl kurz aufkochen. Dann verrührt man 2-3 Essl. Dinkelfeinmehl in etwas kaltem Wasser und bereitet damit auf kleiner Flamme eine Suppe. Gewürzt wird mit etwas Salz, Muskat und Bertram. Die Mutterkraut-Suppe ist eine wirksame Hilfe bei vielen Frauenkrankheiten, besonders bei Periodenschmerz.


Die Viriditas - Die Grünkraft

"... Ich, die höchste und feurige Kraft, habe jedweden Funken von Leben entzündet... Die Luft lebt im Grünen und Blühen... ohne die Schönheit lebensgrüner Acker - ohne den Segen Gottes - brachliegen wird... weil Gott Gott und Mensch ist, aus dem alle grünende Lebenskraft quillt..."


Hildegard von Bingen beschreibt in allem, was die Schöpfung hervorbringt, die Grünkraft. Die Grünkraft ist in den Speisen, den Pflanzen, den Edelsteinen, aber auch in einer positiven Lebenseinstellung. Bei Hildegard ist die Viriditas das Leben überhaupt, die Lebensenergie, die nur von Gott kommen kann. Ein Mensch, dem der Bezug zum Schöpfer dieser Kraft fehlt oder dem der Glauben verloren ging, der besitzt nach Hildegard keine persönliche Viriditas und Grünkraft. Er "vertrocknet", er erkrankt und seine Seele verkümmert durch Trauer und Missmut. Nach Hildegard kann der Mensch gerettet werden, wenn er sich besinnt und zu seinem Glauben an Christus zurückfindet.



Die Edelsteine - Der Beryll

"... Und wenn ein Mensch gerade Gift isst oder trinkt, dann soll er alsbald vom Beryll in Quellwasser oder in anderes Wasser mäßig schaben, und er soll sogleich trinken, und so mache er es während fünfTagen, indem er einmal nüchtern trinkt, und das Gift wird er entweder durch Übelkeit ausspeien oder es wird durch ihn durch das Hinterteil hinausgehen..."


Das Beryll-Pulver ist ein hervorragendes Entgiftungsmittel. Anwendung: Bei stark verdorbenem Magen oder Lebensmittelvergiftungen an fünf aufeinander folgenden Tagen eine kleine Prise in Wasser einrühren und nüchtern trinken. Das Mittel ersetzt allerdings niemals den Arztbesuch oder einen Klinikaufenthalt!


Die Subtilität

"... ist warm, und jene Wärme hat die richtige Mischung..." "Für einen Gesunden gut zu essen..." "... taugt einem Kranken und Geschwächten nicht zum Essen..."


Der Begriff der Subtilität wird vor allem in der Ernährungslehre Hildegards gebraucht. Hildegard meint damit das Beziehungsverhältnis, den Zweck, den Gott in die Naturdinge legte und die für uns verborgen sind in Pflanzen, Tieren und Steinen. Nehmen wir Lebensmittel zu uns, denen die Subtilität fehlt, wie zum Beispiel bei konservierten oder lang haltbar gemachten oder durch Bestrahlung veränderten Lebensmitteln, so können sie uns vielleicht sättigen, es fehlt ihnen aber die Viriditas, die Grünkraft und Frische, um unseren Körper richtig zu ernähren.




Das Schweinefleisch

"... und es ist weder für gesunde noch für kranke Menschen gut zu essen, weil es im Menschen weder den Schleim noch andere Schwächen vermindert, sondern vermehrt, weil seine Wärme sich zur Wärme des Menschen hinzufügt, und (dies) erregt im Menschen Stürme in seinen Sitten und Taten, was schlecht ist. Aber ein Mensch, der sehr krank ist, so dass er an seinem Körper abnimmt und dürr ist, der esse mäßig von jungen Schweinchen, während er krank ist, damit er von ihrer Wärme Wärme dazu gewinnt, und nachdem er genesen ist, esse er nicht mehr von den Schweinchen, weil dies wiederum Krankheiten in ihm vermehren würde..."


Das regelmäßige Essen von Schweinefleisch und -wurstwaren sollte nach Hildegard vom Speiseplan gestrichen werden. Ausnahmen gibt es bei körperlich schwachen und kraftlosen Menschen, die jedoch nur bis zu einer Verbesserung ihres Zustandes das Fleisch vom jungen Schwein zu sich nehmen sollten.



Die Augentypen - Feurige Augen

"Wer feurige Augen hat, die einer schwarzen Wolke neben der Sonne ähnlich sind, hat sie naturgemäß vom warmen Südwind erhalten. Sie sind gesund, weil sie von der Wärme des Feuers stammen. Staub und jeder üble Gestank schadet ihnen, weil die Helligkeit nicht auf den Staub und die Reinheit nicht auf einen unbekannten Gestank achtet."


Feurige Augen haben nichts mit einem feurigen Blick zu tun. Es sind jene Augen, die einen Pupillarring haben. Diese so genannten "Südwindaugen" reagieren äußerst empfindlich auf Staub, sind aber ansonsten sehr gesund.



Der Frankenwein - Das Augenmittel bei allen Augentypen

"Wenn sich ein Mensch zu Bett legt, soll er seine Lider mit reinem Frankenwein befeuchten, aber so, dass er dabei den Augapfel nicht berührt. Das nimmt die Eiterung hinweg, welche den Augen der Schläfer anhaftet und das Sehen verschlechtert."


Das Bestreichen der Augenlider mit Frankenwein hat sich als besonders schnell wirkendes Mittel bei Bindehautentzündung, verklebten und vereiterten Augen bewährt. Auch tagsüber sollte man diese öfters wiederholen. Gleich bei Beginn einer Augenentzündung angewandt, hilft diese Behandlung "Schlimmeres" abzuwenden.




Die Edelsteine - Der Beryll

"... und wer den Beryll immer bei sich hat und oft in seiner Hand hält und ihn oft ansieht, der streitet nicht leicht mit anderen Menschen, sondern er bleibt ruhig."


Der Beryll als Schmuckstück (Anhänger oder Kette) sollte häufig getragen oder mitgeführt und angeschaut werden.



Gebet - Gottsuche

"Fürchten will ich dich, Gott meinen Herrn; wer wird mir helfen, wenn vor dir ich stehe und wer mich befreit bei deinem schrecken erregenden Gericht?"


Die Weinrautensalbe

"...Wenn ein Mensch in den Nieren und in den Lenden manchmal Schmerzen hat... reibe er sich um die Nieren und die Lenden kräftig am Feuer ein, wo es ihn schmerzt..."


Die Weinrautensalbe ist eines der wichtigsten Mittel bei allen Nierenleiden!


Anwendung: Sowohl beim Bluthochdruck, der ja häufig von schlecht arbeitenden Nieren herrührt, sowie auch bei Nierenschmerzen, sollte man diese Salbe täglich am offenen Feuer oder wenn dies nicht möglich ist, mit einer Rotlichtlampe bestrahlt, einreiben. Der Erfolg ist verblüffend! Man sollte diesen Vorgang ca. 5-8 Minuten durchführen, bis eine deutliche Rötung und eine damit verbundene Durchblutung erfolgt ist.



Kräftespiel - Die Zwietracht - Die Eintracht

Die Zwietracht:

"Den Süden mag ich nicht und vom Osten wende ich mich ab... Der Westen trägt nur die Finsternis und der Norden hat fest in der Hand, was im Finstern bewegt wird.... Ich verhalte mich in jeder Lage, so wie es mir gefällt..."


Die Eintracht:

"Könntest du denn den Himmel und seine Naturgesetze zerstören? Keineswegs!... Du möchtest dein Reich im Niemandsland aufrichten, bist aber dort in allen Dingen nur unnütz, da du die Werke Gottes lästerst. Denn gerade das ist das Nichts, das alles Guten entbehrt..."




Der Diptam

"... Denn der Stein wächst von fetter Natur im Menschen. Wenn er so zu wachsen beginnt, pulverisiere der Kranke Diptam und esse dieses Pulver oft mit Weizenbrot, und er hindert den Stein am Wachsen. Und der Mensch, in dem der Stein wuchs, der lege das Diptampulver in Essig, der mit Honig vermischt ist, und er trinke dies oft nüchtern, und der Stein in ihm wird zerbrochen..."

Fettstoffwechselstörungen sind oft die Ursache, warum Blasensteine wachsen. Bemerkt man also Harngrieß oder kleine Steinchen im Urin, esse man mehrmals täglich (ca. 3x1 Tl.) Diptampulver auf Weizenbrot. Bei größeren Steinen, die bereits Ärger machen, sollte man das Pulver in nur leicht verdünntem Weinessig mit Honig vermischt, nüchtern trinken, und der Stein wird sich auflösen.





Das Bibernell-Mischpulver

"... Mutterkümmel, ein Drittel Pfeffer und ein Viertel Bibernell zusammen gegeben und fein gepulvert soll er auf Brot streuen und essen. Es räumt in seinen Eingeweiden mit den unrechten warmen und kalten Säften auf, die den Menschen zum Erbrechen reizen."


Dieses Mittel hilft schnell bei Schwangerschaftserbrechen. Es ist jedoch auch ein wichtiges Heilmittel, wenn der Brechreiz zum Beispiel von erkrankten Nieren ausgeht.



Das Veilchenfett

"Auch ein Mensch, der Schwere im Kopf hat oder in den Nieren, oder der irgendwo von Lähmung geplagt wird, der presse Veilchensaft durch ein Tuch und er gebe genügend Bockstalg hinzu und zum halben Teil des Talgs altes Fett. Und dies zerlasse er gleichzeitig in einer Schüssel und so mache er eine Salbe, und damit salbe er sich am Kopf und anders, wo es schmerzt, und es wird ihm besser gehen."


Dieses Veilchenfett ist nicht zu verwechseln mit der Veilchensalbe (die nicht mit Fett, sondern mit Olivenöl bereitet wird).

Anwendung: Mit Veilchenfett häufig, d. h. täglich, die Nieren einreiben, um diese anzuregen; aber auch bei Kopfschmerzen (Veilchenfett als Packung 1 Stunde einziehen lassen) oder bei rheumatischen Schmerzen und Lähmungen einreiben.







Der dritte Monat

"Der dritte Monat kommt mit einem wilden Wirbel. Er kann gewaltige Unwetter mit sich führen, doch setzt er auch mit seinen vielfachen Winden die Keime der Erde in Bewegung. Mit dieser kraftvollen Art will die Natur die gefrorene Jahreszeit wachrütteln, in Bewegung setzen, damit der Frühling kommen kann. So auch der Mensch; er kann durch seinen stürmischen Charakter und seinen Hang zur Anerkennung sehr viel bewegen. Er muss jedoch vorerst seinen Hochmut, seinen Sturm, überwinden, oft durch leidvolle Erfahrungen, bevor seine Werke zu fruchten beginnen."



Das Ulmenholz

"... Und wer von der Gicht geplagt wird, soll von ihrem bloßen Holz ein Feuer anzünden und sich sogleich am Feuer wärmen. Und die Gicht wird zur Stunde weichen."

Das Ulmenholz wird von Hildegard besonders empfohlen bei Gicht und Rheuma. Das Ulmenholzfeuer bietet sich an, um Salben anzuwenden.




Lebensregel - Die Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen

"... Dem Feuer verdankt er das Sehen, der Luft das Gehör, dem Wasser die Bewegung und der Erde seinen Gang...Aus einem Saft oder aus zwei oder aus drei kann der Mensch nicht bestehen, sondern aus vier, damit sie sich gegenseitig regulieren. So wie die Erde aus vier Elementen, die miteinander harmonieren."


Der Mensch sollte nach Hildegard Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen: Feuer, Luft, Wasser und Erde. Da diese Elemente sowohl im Menschen, wie auch im gesamten Kosmos zu finden sind, bedeutet es für den Menschen, auch die kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu achten und nicht zu zerstören, um in voller Lebensfunktion und guter Lebensqualität zu existieren.


Die Lebensregeln bei Hildegard von Bingen

Die Elemente sind... im Menschen, nämlich das Feuer, die Luft, die Erde und das Wasser, und sie wirken mit ihren Kräften in ihm...Wenn die... Säfte im Menschen die richtige Ordnung und das rechte Maß einhalten, befindet er sich im Zustand der Ruhe und Gesundheit. Wenn sie sich aber gegenseitig bekämpfen, machen sie ihn... schwach und krank..."


Um seine Gesundheit zu erhalten oder auch wieder zu erlangen, muss der Mensch nach Hildegard stets darauf bedacht sein, gewisse Regeln, die so genannten Lebensregeln, einzuhalten.


Die Augentypen und die Charakterzüge des Menschen

"Wer Augen hat, die einer Sturmwolke ähneln, welche weder ganz feurig noch ganz trüb, sondern ziemlich grau ist, der ist unbeständig, leichtsinnig und verschlagen. Er ist jedoch lernfähig, so dass er alle Arbeiten, die er nicht kennt, leicht begreift und für alle Zukunft beherrscht.


Wer schwarze oder trübe Augen hat, wie manchmal eine Wolke aussieht, der ist klug und hört auf gute Ratschläge, fühlt sich jedoch bei allem, was er tut, beengt."


Die Augentypen und die Charakterzüge des Menschen

"Wer graue Augen hat, ist manchmal leichtsinnig, manchmal voreilig oder sehr ausgelassen oder faul oder unordentlich; er führt jedoch alles, was er tut, gut zu Ende.

...Wer feurige Augen hat, die einer schwarzen Wolke dicht neben der Sonne ähnlich sind, der ist klug, hat einen scharfen Verstand und neigt zum Jähzorn.


Wer Augen hat, die einer Wolke ähnlich sind, in der sich der Regenbogen zeigt, der ist ziemlich wechselhaft, das heißt manchmal traurig, manchmal fröhlich; er führt jedoch einen ehrbaren Lebenswandel."


Kräftespiel - Die Sorge für das Irdische -Die Sehnsucht nach dem Himmlischen

Die Sorge für das Irdische: "Welche Besorgnis wäre denn wichtiger als alle Sorge um die Welt?"

Die Sehnsucht nach dem Himmlischen:...Wie der Leib nicht leben könnte ohne die Seele, so wächst auch keine irdische Frucht ohne die Gnadenkraft Gottes... Ich habe in der Höhe meine Heimat."



Die Augentypen - Braune (schwarze) Augen

"Wer schwarze oder trübe Augen hat, so wie manchmal eine Wolke ist, hat sie hauptsächlich von der Erde bekommen. Sie sind stärker und schärfer als andere Augen und behalten lange ihre Sehschärfe... werden aber leicht von der Erdfeuchtigkeit und der Feuchtigkeit der Gewässer und Sümpfe geschädigt..."


Braunäugige Menschen haben eine bessere Sehschärfe als alle anderen Augentypen. Beschwerden können aber im Bereich von Seen, Küsten und Sumpflandschaften auftreten.


Die Augentypen - Grüne (trübe) Augen

"Wer Augen hat, die einer trüben Wolke ähnlich sind, weder ganz feurig noch ganz trüb, sondern etwas graublau... hat sie von der feuchten Erde bekommen... Sie werden weder von feuchter Luft noch Staub auch nicht von üblem Gestank oder strahlendem Glanz eines Gegenstandes geschädigt, worunter die Sehschärfe anderer Augen leidet..."

Dieser Augentyp ist selten und unempfindlicher als die blauen, feurigen und gemischten Augen.


Die Augentypen - Gemischte (verschiedenfarbige) Augen

"Wer Augen hat, die einer Wolke ähnlich sind, in der der Regenbogen erscheint, hat sie von der Luft mit ihren unterschiedlichen Strömungen bekommen, die weder gleichmäßig feucht noch trocken sind und daher sind sie schwach. Bei warmer Luft haben sie ein schlechtes Sehvermögen... in reiner, regnerischer Luft aber sehen sie scharf. Jedes strahlende Licht, nämlich von der Sonne, dem Mond, den Lichtern, den Edelsteinen, den Metallen und allen anderen Dingen, ist für sie schädlich..."


Menschen, die gemischte Augen haben, sind extrem empfindlich gegen-über allem Glänzendem, Glitzerndem und Flimmerndem. Es sind die so genannten "Fernsehaugen", da dieses "Geflimmere" die Augen stark ermüdet und belästigt. Aber auch glitzerndes Wasser, Metall oder anderes Material stört diese Augen und man muss häufig bereits Sonnenbrillen tragen, wo andere noch keine benötigen. Sogar Lesen und vor allem die Arbeit am Computer ist für diese Augen anstrengend.





Die Augentypen - (Graue) Blaue Augen

"Ein Mensch mit grauen, dem Wasser ähnlichen Augen, bezieht sie in erster Linie aus der Luft. Daher sind sie schwächer als andere Augen, weil sich die Luft durch den unterschiedlichen Hauch von Wärme, Kälte und Feuchtigkeit öfters verändert. Diese Augen werden auch leicht durch üble, ungesunde, feuchte Luft und Nebel geschädigt."

Der blauäugige Mensch reagiert auf Luftverschmutzung und Zugluft empfindlicher als andere Augentypen und muss hier besonders Acht geben.


Die Augentypen

"Die Pupille des Auges hat Ähnlichkeit mit der Sonne; die schwarze oder graue Farbe um die Pupille hat Ähnlichkeit mit dem Mond und das Weiß weiter außerhalb Ähnlichkeit mit den Wolken."


Hildegard beschreibt außer der Zusammensetzung und Funktion der Augen auch die Irisfarbe. Sie unterscheidet fünf Augentypen und gibt jeweils entsprechende Heilmittel für den passenden Augentyp.


Gebet - Unwürdigkeit

"Im Innersten meiner Seele, Herr, erkenne ich mich als Asche und Moder. Einer zitternden Feder gleich sitze ich ängstlich im Schatten."

Der Mutterkümmel

"Für den Gesunden ist er jedoch gut zu essen, weil er ihm einen guten Verstand bereitet und jenem milde Wärme einbringt, der zu warm ist. Aber jedem schadet er, der krank ist, wenn er ihn isst, weil er die Krankheit in ihm auflodern lässt, ausgenommen jenem, der in der Lunge Schmerzen leidet. Ein Mensch, der gekochten oder gebratenen Käse essen will, streue Kümmel darauf, damit er nicht davon Schmerzen leidet, und so esse er."


Da gerade Käse bei vielen Menschen Übelkeit oder Bauchschmerzen hervorruft oder gar stark aufbläht, sollte man Mutter-kümmel auf den Käse zur besseren Verdauung streuen. Vorsicht jedoch bei kranken Menschen, vor allem Herzkranken; für diese ist der Mutterkümmel äußerst schädlich, weil er die Erkrankung nur noch mehr fordert.



Der Hafer

"... er bereitet einen frohen Sinn und einen reinen und klaren Verstand, und er macht ihnen eine gute Farbe und gesundes Fleisch... für jene aber, die sehr krank und kalt sind, ist er zum Essen nicht bekömmlich, weil der Hafer immer Wärme sucht..."




Der Leinsamen

"... Der Lein ist warm und taugt nicht zum Essen. Aber wer in der Seite Schmerzen hat, der koche Leinsamen in Wasser, er tauche ein leinenes Tuch in jenes warme Wasser ein, und ohne jenen Samen lege er das Tuch oft auf seine Seite und jener Schmerz, obwohl er stark ist, wird etwas gemildert und lässt nach... Und wer irgendwo an seinem Körper vom Feuer gebrannt wurde, der koche stark Leinsamen in Wasser, und er tauche ein leinenes Tuch ins Wasser und lege es warm auf jene Stelle, wo er gebrannt wurde, und es zieht die

Verbrennung heraus."


Leinsamen empfiehlt Hildegard nur äußerlich, auf keinen Fall zum inneren Gebrauch. Er ist ein hervorragendes Heilmittel bei Verbrennungen, Sonnenbrand und Hautschäden: der Schmerz lässt sehr rasch nach und es bleiben keine oder nur ganz unscheinbare Narben zurück:

Ganze Leinsamenkörner (ca. 3 Essl. auf 1 L Wasser) 10 Minuten kochen und abseihen. Ein frisch gebügeltes (keimfreies) Leinentuch (es muss echtes Leinen sein!) mit dem warmen (ca. 40°) Leinsamenwasser tränken und auf die verbrannte Stelle legen.




Die Gewürznelke

"... wenn jemand Kopfschmerzen hat, so dass ihm der Kopf brummt, wie wenn er taub wäre, esse er oft Nelken, und das mindert das Brummen, das in seinem Kopf ist.... Wenn daher die Wassersucht schon im Menschen zu wachsen beginnt, esse jener oft Nelken, und sie unterdrücken die Krankheit, weil ihre Kraft in die Eingeweide jenes Menschen übergeht...Aber auch die Wärme des Markes des Menschen schwitzt wiederholt und verursacht Fußgicht in ihm... wenn jener oft Nelken isst, geht ihre Kraft in das Mark jenes Menschen und verhindert, dass die Fußgicht wächst..."


Täglich 3-4 Gewürznelken kauen hat sich bei der Nierenwassersucht (Nierensklerose) bewährt, aber vor allem bei der so genannten Großzehengicht, die besonders oft bei Dialysepatienten auftritt. Auch Menschen, die durch ihren Bluthochdruck häufig Kopfbrummen haben, sollten dieses Gewürz täglich essen.



Die inneren Organe des Menschen

"Die Seele ist feurig, luftartig und feucht, und sie besitzt das ganze Herz des Menschen. Die Leber erwärmt das Herz, die Lunge bedeckt es, und der Magen ist im Körper des Menschen ein innerer Raum für die Aufnahme der Speisen. Das Herz ist der Sitz des Wissens, die Leber der Sitz des Gefühls, die Lunge ist wie eine Blattader der Vernunft, und der Mund ist das Sprachrohr für das, was der Mensch äußert, und der Empfänger dessen, was den Körper erquickt; er bringt die Stimme hervor, nimmt aber die Stimme nicht auf. Aber das Ohr nimmt die Stimme auf, bringt aber die Stimme nicht hervor..."

Diese Aussage Hildegards zeigt, dass im Menschen von Natur aus immer eine ganzheitliche Situation herrscht. Die Organe sind nach Hildegard auch für das Seelenleben und das Geistige in uns verantwortlich.



Der Mond und sein Einfluss

"...Wenn der Mond zunimmt und voll wird, dann vermehrt sich auch das Blut im Menschen, und wenn der Mond abnimmt, dann nimmt auch das Blut im Menschen ab. Wenn nämlich das Blut im Menschen bis zum vollen Stand zugenommen hat und wenn es dann im Menschen nicht wieder abnehmen würde, würde er ganz und gar zerbersten."


Diese Erklärung Hildegards zeigt, wie sehr der Mensch als Mikrokosmos einen Teil des gesamten Kosmos darstellt, mit den gleichen natürlichen Gesetzmäßigkeiten: Der Mond sorgt nicht nur für Ebbe und Flut in den enormen Wassermengen des Ozeans, sondern wirkt auch im menschlichen Körper.




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Dienstag, 10.1.2012, 11:39:30 Uhr


Dinkel - Das beliebteste Getreide von Hildegard von Bingen

Für Hildegard von Bingen war der Dinkel die wichtigste Getreidesorte. Sie nannte es sogar das wichtigste Nahrungsmittel.


Hildegard von Bingen über den Dinkel

"Der Dinkel ist das beste Getreidekorn, es wirkt wärmend und fettend, ist hochwertiger und gelinder als alle anderen Getreidekörner. Wer Dinkel isst, bildet gutes Fleisch. Dinkel führt zu einem rechten Blut, gibt ein aufgelockertes Gemüt und die Gabe des Frohsinns. Wie immer zubereitet Dinkel gegessen wird, als Brot oder als eine andere Speise gekocht, ist er leicht verdaulich."


oder auch


"Das wichtigste Getreide ist das Urgetreide, der Dinkel (Triticum spelta). Seine Wirkungsweise auf den Menschen grenzt an das Wunderbare, so dass man meinen könnte, es sei etwas Geheimnisvolles in ihm verborgen. Die Vitalisierung durch Dinkel erstreckt sich auf den gesamten Organismus und eröffnet die Möglichkeit zur Heilung und Regeneration wie ein Universalheilmittel für den Bestand des Lebens, für die Gesundheit und zur Heilung von Krankheiten."


oder auch


"Dinkel ist das beste Getreide. Es wirkt wärmend und fettend, ist hochwertig und milder als alle anderen Getreidekörner. Wie immer zubereitet sie Dinkel essen, so oder so, als Brot, Kuchen oder als eine andere Speise gekocht, Dinkel ist mit einem Wort gut und leicht verdaulich."


Soweit Hildegard von Bingen über den Dinkel...


Aber nun mehr zum Dinkel

Der Dinkel, auch Schwabenkorn oder Spelz genannt, entstammt den Wildgräsern Triticum discoides und Triticum tauschii.


Bereits vor über 5000 Jahren kannte man den Dinkel als Kulturpflanze in Asien.

Er gelangte, so wie viele andere Pflanzen auch, schließlich bis zu uns nach Nordeuropa.

Hier wurde der Dinkel auch bei uns in Deutschland angebaut, wie z.B. Ortsnamen wie Dinkelsbühl auf große Anpflanzungen hinweisen. Tatsächlich wurde noch vor ca. 200 Jahren ein Großteil der Getreidepflanzungen mit Dinkel durchgeführt. Inzwischen ist es jedoch deutlich weniger, der Grund dafür ist der, daß die Erträge anderer Getreidesorten deutlich höher sind.


Dabei ist der Dinkel eine sehr genügsame Pflanze, die sogar auf steinigen und nährstoffarmen Böden wachsen kann.


Die sehr ausgeglichene Zusammensetzung seiner Nährstoffe macht den Dinkel als Grundnahrungsmittel für empfindliche Personen empfehlenswert.


In der Küche verwendet man den Dinkel wie den Weizen. Man kocht ihn jedoch kürzer als den Weizen. Im Dinkel sind wesentlich mehr Vitamine, Aminosäuren oder Spurenelementen enthalten als in anderen Getreidesorten.


Rezepte mit Dinkel

Das schwäbische Habermus wurde von Hildegard als erste Mahlzeit am Tag empfohlen. Nehmen Sie dafür:

  1. Zwei Tassen Wasser
  2. Eine kleine Tasse Dinkelschrot
  3. Einen kleingeschnittenen Apfel
  4. Eine Messerspitze Galgant
  5. Eine Messerspitze Bertrampulver
  6. Zwei TL Honig
  7. Zimt

Rühren Sie den Dinkelschrot ins Wasser ein und rühren Sie 5 Minuten, während das Wasser aufkocht. Den Apfel, den Galgant, den Bertram und den Honig dazu geben. Zehn Minuten lang aufquellen lassen, dann mit dem Zimt bestreuen und essen, am besten natürlich warm.




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Montag, 9.1.2012, 10:48:56 Uhr


Hildegard über das Schröpfen

Neben dem Aderlass ist das Schröpfen ein weiteres Entgiftungs- oder Ausleitungsverfahren.

Man reinigt dabei den Körper von Verschlackungen.

Zudem wird dadurch, quasi als gewünschte Nebenwirkung, der Lymphfluss angeregt und die Produktion von Lymphflüssigkeit gesteigert.


Das Schröpfen funktioniert folgendermaßen: Man erhitzt ein Schröpfglas über Feuer und setzt es auf den Köper auf. Durch die Abkühlung wird ein Unterdruck erzeugt. Hierdurch werden schädliche Schlacken aus dem Körpergewebe durch die Haut abgeführt und bestimmte Körperregionen somit entlastet


Hildegard schreibt darüber auch:

"Schröpfen ist zu jeder Zeit gut und nützlich, damit die schädlichen Säfte und Schleime, die sich im Menschen befinden, vermindert werden. Diese Schleime sitzen zum größten Teil zwischen Haut und Fleisch und sind dem Menschen besonders nachteilig"


Dieses bedeutet, daß so, wie bei einem Aderlass unsere Adern von Schleimstoffen und Giftstoffen gereinigt werden, beim Schröpfen Schleime und Verschlackungen aus dem Gewebe entfernt werden.




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Montag, 9.1.2012, 10:14:18 Uhr


Hildegard über Verschlackungen des Körpers

Heute versteht man unter Verschlackung einen Prozess, in dem sich unterschiedliche verschiedensten Schlacken in den unterschiedlichsten Organen und Drüsen ablagern und so Körperfunktionen behindern. Zudem beschreibt das Wort Verschlackung eine Überführung von Säuren in Salze.


Erkrankungen und gesundheitliche Probleme, die die Verschlackung hervorrufen, sind vielfältig, so daß man keine genaue Zuordnung herstellen kann.


Um eine Verschlackung zu verlangsamen, sollte man seine Ernährung derart anpassen, daß man auf Schlackenbildner verzichtet.

Trotzdem ist eine fortschreitende Verschlackung aber nicht aufzuhalten. Jedes Essen sorgt für eine gewisse Verschleimung in unserem Körper. Zwar kann ein gesunder Körper diese Verschleimung zu einem Großteil wieder abbauen und dann ausscheiden, etwas bleibt aber zurück.


Besonders wichtig sind dazu der Magen, die Leber, die Milz, die Nieren, der Darm und die Drüsen, oder wie Hildegard von Bingen es bezeichnete, die Eingeweide, wie man es damals nannte.


Hildegard schrieb:

"Wenn gesunde und kräftige Menschen viel Fleisch und andere wohlschmeckende Sachen im Übermaß essen, neigen sie zur Geschwürbildung. Solche Leute, die ein weiches Fleisch am Leibe haben, sollen dies auch meiden, sonst werden sie von Podagra befallen."


Besonders in unserer heutigen Zeit das gesunde und rechte Maß oftmals überschritten.

Auch schon bei Kindern und Jugendlichen kommt es immer öfters zur Verfettung.


Wichtig zur Entschlackung des Körpers ist laut Hildegard eine Ernährungsumstellung:
  1. Vermeiden Sie Schlackenbildnern
  2. Essen und trinken Sie in Maßen



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Montag, 9.1.2012, 09:45:29 Uhr


Der Mond und der Mensch nach Hildegard

Der erste Mond

Der Mensch aber, der im ersten Mond empfangen wird, wenn dieser sein Licht von der Sonne erhält,

wird, wenn es ein Knabe ist, hochmütig und hartherzig werden und liebt keinen Menschen außer dem,

der ihn fürchtet und ehrt. Er redet von seinen Mitmenschen gerne schlecht, sowohl von deren hoher

Stellung wie auch von allem, was sie besitzen. Er ist aber körperlich gesund, wird auch keine

ernsthaften Krankheiten haben, aber nicht sehr alt werden. Wenn es aber eine Frau ist, so will sie

immerfort geehrt sein, wird von Fremden immer mehr geliebt wie von ihren Hausgenossen, ist in ihrem

eigenen Haus pflichtvergessen und stets für neu ankommende Leute interessiert. Ihren

Hausgenossen dagegen begegnet sie übel und kümmert sich nicht um sie. Sie ist körperlich gesund.

Hat aber einmal eine Krankheit sie ergriffen, dann ist sie schwer krank und beinahe auf den Tod, und

lebt auch nicht lange.


Der zweite Mond

Wer im zweiten Mond empfangen wird, besitzt, wenn es ein Knabe ist, einen umfassenden Verstand

und ausgedehnte Kenntnisse, einen gleichmäßigen Charakter und wird von den Menschen mit

Ehrfurcht behandelt, bei einer Anwandlung von Furcht aber leicht von Grund aus erschreckt, ist oft,

aber nur leicht, krank und kann länger leben, wie der im ersten Monde empfangen wird. Wenn es aber

eine Frau ist, so wird diese klug sein, erkundigt sich nach vielem und ist für sich und andere

Menschen tätig besorgt. Sie will geliebt sein, kann aber nicht geliebt werden, wird von der

Schwarzgalle geplagt und ist leicht schwermütig. Sie kann aber lange leben.


Der dritte Mond

Wer im dritten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, rechtschaffen sein, und diese

Rechtschaffenheit nützt ihm nichts, weil er ein Sonderling ist, sich mehr um fremde, wie um die

eigenen Angelegenheiten kümmert und mehr um fremde Menschen, wie um bekannte, seufzt, Gott

ohne werktätige Liebe dient und durch seinen Eigendünkel leicht seinen Halt verliert. Er wird leicht

krank am Körper, kann aber trotzdem lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, so hat sie Unglück und

Missgeschick in den weltlichen Dingen, gleichwohl aber bringt sie ihre Seufzer vor Gott, und ihre

Gefäße leiden an häufigen aber erträglichen Krankheiten, auch kann sie lange leben.


Der vierte Mond

Wer im vierten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, geistig schwach sein und leicht

von anderen Leuten betrogen. Dabei aber ist er gutmütig, hat auch Glück, sodass er im Hochmut reich

wird und geehrt wird, ist körperlich gesund und wird ziemlich lange, aber doch nicht sehr lange leben.

Wenn es aber eine Frau ist, so wird sie löblicher Art sein, ihren Mitmenschen wert, kommt gut mit den

Menschen aus, wird leicht krank, fühlt oft die Schwäche in ihrem Körper und wird nicht lange leben.


Der fünfte Mond

Wer im fünften Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, rechtschaffen und zuverlässig,

tapfer und ausdauernd sein, gesund am Körper und ziemlich lange leben. Wenn es aber eine Frau ist,

wird sie männlicher Art, zanksüchtig und unfreundlich sein, dabei aber rechtschaffen. Sie wird

zuweilen, jedoch nicht oft, von leichterem Kranksein geplagt und kann auch ziemlich lange leben.


Der sechste Mond

Wer im sechsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, gutmütig und von

einnehmendem Wesen sein, hat aber keine männlichen Gewohnheiten, wird weichlich sein wie ein

Weib, ist auch leicht krank und wird nicht lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, so wird sie

rechtschaffen, sittsam und ihren Mitmenschen lieb werden, ist körperlich gesund und wird nicht lange

leben.


Der siebente Mond

Wer im siebenten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, töricht und verstandesleer sein,

er glaubt aber, dass er weise ist, wo er doch nicht weise ist, und wird den Menschen nicht liebenswert

sein, hat kräftige Gefäße und ist körperlich nicht viel krank. Befällt ihn aber einmal eine Krankheit,

dann kommt er sich als Dulder vor und wird schwermütig werden. Er wird eine Zeit lang leben. Wenn

es aber eine Frau ist, so wird sie dreist werden, aber dumm und ohne Verstand, zum Jähzorn geneigt,

den Menschen zuwider, gesund am Leibe und lange leben.


Der achte Mond

Wer im achten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, weise, sittenstreng und in all

seinen Angelegenheiten maßvoll sein, seinen Mitmenschen ein Helfer und körperlich gesund. Wird er

einmal krank, so erholt er sich leicht wieder und wird ziemlich, aber doch nicht übermäßig alt werden.

Wenn es aber eine Frau ist, so wird sie wonniglich und liebenswert sein, sich gerne schmücken und

ehrbar sein, sie liebt die Männer nicht, ist körperlich gesund und wird ziemlich, aber doch nicht

übermäßig alt werden.


Der neunte Mond

Wer im neunten Mond empfangen wird, ist, wenn es ein Knabe ist, leicht furchtsam, wird unkeusch

und körperlich schwach sein und nicht lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, so wird sie schamhaft

sein, die Männer nur in Züchten lieben, schwach am Körper sein und nicht lange leben.


Der zehnte Mond

Wer im zehnten Mond empfangen wird, wird rechtschaffen, bieder und tüchtig sein, glücklich, gesund

am Körper und lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, so wird sie rechtschaffen sein und geliebt von

ihren Mitmenschen, begehrenswert wie eine Lilie, ordentlich und glücklich. Sie wird leicht krank, wird

sich aber bald erholen und lange leben.


Der elfte Mond

Wer im elften Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, jähzornig sein, kein Glück haben,

liebt die Frauen nicht und wird körperlich nicht gesund sein und auch nicht sehr lange leben. Wenn es

aber eine Frau ist, so wird sie leicht auffahrend, geschäftig und in übler Nachrede schwatzhaft sein,

dabei aber sonst rechtschaffen. Sie wird leicht von schwerer Krankheit befallen, wird aber schnell

wieder gesund und wird nicht lange leben.


Der zwölfte Mond

Wer im zwölften Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, wankelmütig werden, seinen

Geist bald hierhin, bald dorthin gerichtet haben, strebt nach fremden Orten und fremden Dingen und

liebt das. Sein ganzes äußeres Benehmen ist seinen Mitmenschen unbequem, er wird schwermütig

sein und nicht lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, wird sie einen unbeständigen Charakter

haben, unwissend sein und wünscht nicht, durch gute Lehren gebessert zu werden. Sie wird ihren

Mitmenschen lästig fallen, nicht viel mit Krankheit zu tun haben, aber doch nicht lange leben.


Der dreizehnte Mond

Wer im dreizehnten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, grämlicher Gemütsart,

furchtsam und unzuverlässig, verredet die Menschen gern, wird leicht wütend und lebt lange. Wenn es

aber eine Frau ist, so wird sie nicht liebenswürdig sein, aber schlau, und spendet ihren Rat aus

Betrügerei. Sie wird leicht von der Gicht geplagt und lange leben.


Der vierzehnte Mond

Wer im vierzehnten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, beherzt und stolz sein, ein

arbeitsames Leben führen, seine Ehre mit Arbeit bis zum Tode hochhalten und nicht viel Kinder aus

sich zeugen. Er wird leicht krank, aber bald wieder gesund und wird nicht lange leben. Wenn es aber

eine Frau ist, wird sie sittsam sein, strebt nach keiner Ehre, da sie selbst in Ehren steht, und wird ihre

Ehre unversehrt erhalten. Sie wird arbeitsam sein, aber nicht geliebt werden können, und gesund am

Körper sein, aber nicht lange leben.


Der fünfzehnte Mond

Wer im fünfzehnten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, in Ehre und Glück leben, in

allen seinen Werken, die er angefangen hat, tüchtig, und wird in ihnen nicht nachlassen, sie seien gut

oder böse, weil er bei Vollmond empfangen ist. ER ist gesund am Körper und wird nicht lange leben.

Wenn es aber eine Frau ist, wird sie löblicher Art werden, eingenommen für Neuheiten, sie wird geehrt

werden und in dem, was Gott gebührt, leicht verloren gehen, wenn sie Gott nicht die Ehre gegeben

hat. Sie wird leicht körperlich krank, aber bald wieder gesund und nicht lange leben.


Der sechzehnte Mond

Wer im sechzehnten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, einen gewöhnlichen

Charakter haben, der keinem Menschen gefallen, sondern unlauter sein wird. In seinen Werken wird

er keinen Erfolg haben, dennoch aber soviel Eigendünkel besitzen, dass er in diesem Leben ohne

Mangel wird auskommen können. Krankheiten plagen ihn nicht leicht und er wird alt werden. Wenn es

aber eine Frau ist, wird sie eine Närrin werden und einen wenig ausdauernden Charakter besitzen,

gleichwohl aber ihre Lebenshaltung stolz durchführen. Körperlich ist sie gesund und wird lange leben.


Der siebzehnte Mond

Wer im siebzehnten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, ein alberner Mensch werden

und Mangel an Verstand haben. Indessen ist er in anderer Hinsicht brauchbar, und die Menschen

amüsieren sich mit ihm wie mit einem Kinde. Er wird geliebt werden und leicht an seinem Mark krank

werden, auch nicht gar lange leben, jedoch zu leidlichen Jahren kommen. Ist es aber eine Frau, so

wird sie töricht sein, zänkisch und zum Jähzorn geneigt, zwischendurch aber gutmütig, sodass man

sie deshalb gerne haben wird. Häufig wird sie von Sinn beraubenden Krämpfen geplagt und wird auch

nicht lange leben, jedoch alt genug werden.


Der achtzehnte Mond

Wer im achtzehnten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, ein Dieb werden, hat die

Leidenschaft des Stehlens und wird also als Diebe befunden werden. Grundbesitz hat er nicht, weil er

fast kein Eigentum von der Erde, das heißt: Keine Äcker, Weinberge und Ähnliches zu besitzen,

sondern immer nur anderen wegzunehmen verlangt, was nicht sein ist. Körperlich ist er gesund und

wird so, wie er sich hat, lange leben. Ist es aber eine Frau, so wird sie hinterlistig sein, einen

fuchsähnlichen Charakter haben. Sie sagt beinahe nichts so, wie sie es im Herzen meint, sondern

betrügt wegen der Nichtswürdigkeit ihres Charakters mit ihrer Rede die Menschen und bringt, wenn

sie es fertigbekommt, ehrliche Menschen in den Tod. Sie ist körperlich gesund, leidet aber zuweilen

an Geistesstörung und kann so, wie sie ist, lange leben. Es sind aber solche Charaktere, beim Manne

sowohl wie bei der Frau, Gott nicht angenehm.


Der neunzehnte Mond

Wer im neunzehnten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, einfältig sein, frei von

Hinterlist, aber den Menschen liebenswert, und wird keinen Überfluss an Mitteln haben, wenn ihm

nicht durch andere Leute geholfen wird. Körperlich ist er gesund, gleichwohl wird er nicht lange leben.

Wenn es aber eine Frau ist, wird sie töricht sein, jedoch ihren Mitmenschen liebenswert, und wird in

ihrem Eigendünkel leicht zu Schaden kommen, wenn ihr nicht von anderen Hilfe geleistet wird. Sie

wird leicht krank werden, aber bald wieder gesund und nicht lange leben.


Der Zwanzigste

Wer im zwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, kräftig sein und schlecht, ein

Räuber und Mörder, und daran seine Freude haben. Er wird nicht leicht krank, wenn ihn aber eine

Krankheit ergriffen hat, wird er schwer krank und nicht lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, wird

sie eine Verräterin und Zerstörerin werden und eine Giftmischerin und vergiftet ihre Mitmenschen

gern. Sie wird leicht mondsüchtig sein und lange leben.


Der Einundzwanzigste

Wer im einundzwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, leer sein an Verstand

und Gefühl, aber üblen Laune voll, weiß sich in keine Angelegenheit zu helfen, sondern hat sich wie

ein Tor, der auf seinem Wege irrt. So einer vertrocknet innerlich, ist traurig und kann nicht getröstet

werden. Richtige Krankheiten wird er nicht haben, wird aber durch die traurige Verstimmung seines

Geistes manchmal krank und wird auf diese Weise lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, so wird

sie von den anderen Menschen geliebt werden, aber furchtsam und ängstlich sein, weiß auch nicht

sich selbst auf den rechten Weg zu bringen, sodass sie schon vor Furcht vergehen möchte, wenn

selbst ein Kind ihr drohen würde. Sie hat auch körperlich nicht viel zu leiden, wird aber durch die

Traurigkeit in ihrem Gemüt beschwert und dadurch zuweilen unpässlich und so lange leben.


Der Zweiundzwanzigste

Wer im zweiundzwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, zwiefältiger

Sinnesart werden und im Kriege sich so verhalten wie einer, der im Kriege nicht tapfer kämpft. Aber in

Bezug auf das, was ihm dort vorteilhaft scheint, und für das, was er als gewinnbringend erkennt, hat er

sich so vor den Menschen, und wie die Luft sich ändert, so ist auch sein Geist. Gleichwohl ist er

einigermaßen tüchtig, aber seinen Mitmenschen nicht sehr liebenswert, körperlich gesund und wird

lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, so ist sie hohl und leer in ihrem Charakter und zieht mit

diesem Charakter, nicht durch Buhlerei, die Männer an sich. Sie lügt gerne und verfällt leicht in

schwere Krankheiten, so wie die Krankheiten der Hirnwütigen sind und derjenigen, deren Fleisch

Würmer verzehren, und wird lange leben.


Der Dreiundzwanzigste

Wer im dreiundzwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, wohlwollend sein und

eine milde Gesinnung haben, wendet sich gerne einem guten Rat zu, versteht dagegen nicht, sich vor

den Benachteiligungen durch anderer Hinterlist zu bewahren. Es fehlt ihm nicht an Glück, obwohl er

sein Glück nur mit genauer Not festhält. Am Körper wird er leicht krank, aber bald wieder genesen und

lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, wird sie züchtig sein und wegen ihrer Sittsamkeit, die ihr

eigen ist, allen liebenswert. In ihrem Selbstgefühl aber ist sie nicht überlegt und auch nicht schlau,

aber immerhin ziemlich glücklich, wenig körperlich krank und wird lange leben.


Der Vierundzwanzigste

Wer im vierundzwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, zu übler Nachrede

neigen und überlegt sein und immer dahin streben, für sich allein reich zu sein. ER ist karg und kaum

einem Menschen nütze. Körperlich Krankheit ficht ihn nicht viel an, und er wird ziemlich lange leben.

Wenn es aber eine Frau ist, wird sie klug und listig sein und den Menschen rechtschaffen erscheinen,

nützt ihnen aber nicht. Sie ist am Körper nicht viel krank, wird aber manchmal an der

Drachengeschwulst zu leiden haben und ziemlich lange leben.


Der Fünfundzwanzigste

Wer im fünfundzwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, stolz und frevelmütig

sein und würde klug sein, wenn der Stolz und der Frevelmut, die in ihm stecken, seine Weisheit nicht

auseinander blasen würden, wie der Wind, der den Staub zerbläst. Er ist so wie der, der mehr will, wie

er vermag, also wie ein Schiff, das kaum im Wasser schwimmt. Sein Stolz wird ihm oft zum Nachteil

und seinen Mitmenschen ist er unerfreulich. Er wird leicht in ekelhafte Krankheiten verfallen und nicht

lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, wird sie ein schönes Antlitz haben, macht sich sozusagen

groß in ihrer Rechtschaffenheit und ist nicht rechtschaffen, weil, wenn die Rechtschaffenheit bei ihr

gesucht wird, diese nicht gefunden werden wird. Dadurch macht sie sich verhasst und wird in ihrem

Hochmut zu Fall kommen. Sie ist nicht viel krank am Körper, wird aber nicht lange leben.


Der Sechsundzwanzigste

Wer im sechsundzwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, weise sein und

überlegt sich all sein Tun mit Verstand. Er wird leicht von Fiebern geplagt und kann lange leben. Wenn

es aber eine Frau ist, wird sie klug sein und tätig, beständig und keusch, aber leicht vom Phlegma

geplagt und lange leben.


Der Siebenundzwanzigste

Wer im siebenundzwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, furchtsam sein,

leicht von Wehmut verzehrt, und es grault ihm leicht. Trotzdem ist er rechtschaffen und brauchbar,

wird auch von seinen Mitmenschen geliebt. Schwere Krankheiten aber, wie die Schwarzgalle, quälen

ihn leicht, und er wird ziemlich lange leben. Wenn es aber eine Frau ist, wird sie tugendreich sein,

sodass sie von ihren Mitmenschen gerne gehabt wird, und körperlich schwach sein, trotzdem aber

ziemlich lange leben.


Der Achtundzwanzigste

Wer im achtundzwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, in seiner Gesinnung,

seinen Gewohnheiten und in seinem äußeren Gehaben schwer zu durchschauen sein, und tut so, als

sei er nicht bei Sinnen. Er hat aber hinreichende Einsicht und Kenntnisse für seine eigene Person, ist

unleidlich und verfällt leicht in Krankheit der Sinnlosigkeit und wird ziemlich lange leben. Wenn es aber

eine Frau ist, wird sie närrisch und dumm sein, einen schwer erträglichen Charakter besitzen, kann

von den Menschen nicht geliebt werden, wird leicht vom Fieber geplagt und verhältnismäßig alt

werden.


Der Neunundzwanzigste

Wer im neunundzwanzigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, neugierig sein,

schwer verständlich in seinen Sitten und im äußeren Benehmen, liebt neue Moden in der Kleidung

und den Sitten der Länder, erwärmt sich für heraufgekommene, unzuverlässige Leute, hat in seinem

Leibe leicht giftige Säfte und wird deshalb oft krank sein und nicht lange leben. Wenn es aber eine

Frau ist, wird sie bequem und eitel sein, zieht mit ihren Sitten und ihrem Benehmen die Männer hinter

sich her, wird leicht krank am Magen und nicht lange leben.


Der dreißigste Mond

Wer im dreißigsten Mond empfangen wird, wird, wenn es ein Knabe ist, arm sein, und, wenn er von

adeligem Geschlecht ist, immer weiter herunterkommen und kein Glück haben. An seinem Leibe,

seinen Kräften und seinem Fleisch nimmt er leicht ab, wird aber alt genug werden. Wenn es aber eine

Frau ist, wird sie arm sein, geschwätzig beim Schmähen und ist lieber mit fremden Menschen




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Montag, 9.1.2012, 09:41:56 Uhr


Hildegard über die Augen des Menschen

Von den Augen

Die Pupille des Auges hat nämlich Ähnlichkeit mit der Sonne, die schwarze oder graue Färbung um

die Pupille herum vergleicht sich dem Mond und das außen liegende Weiß den Wolken. Das Auge

besteht aus Feuer und Wasser. Durch das Feuer wird es zusammengehalten und gekräftigt, damit es

bestehen kann, das Wasser dagegen wird zum Sehen hingeleitet. Nimmt an der Oberfläche des

Auges des Menschen das Blut überhand, so erstickt es die Sehkraft des Auges, weil es das Wasser

austrocknet, das dem Auge das Sehen verleiht. Andererseits hat, wenn das Blut dort übermäßig

verringert wurde, das Wasser, das im Auge zum Sehen dienen sollte, dann nicht genügend Kraft, weil

es fehlt, da es im Blut dessen Kräfte wie eine Säule tragen sollte. Deshalb werden bei alten Leuten die

Augen schwachsichtig, weil es bei ihnen abnimmt und das Wasser mit dem Blut bei ihnen weniger

wird. Dagegen sehen junge Leute schärfer wie alte, weil in ihren Gefäßen noch das richtige Verhältnis

zwischen Blut und Wasser vorhanden ist. Bei ihnen haben Feuer und Wasser noch nicht die Wärme

und Kälte über das Maß hinaus ausgetrocknet und vermindert.



www.kraeuter-verzeichnis.de

Von den grauen Augen

Ein Mensch, der graue, dem Wasser ähnliche Augen besitzt, bezieht diese hauptsächlich aus der Luft.

Daher sind sie schwächer wie andere Augen, weil sich die Luft infolge der verschiedenen, durch

Wärme, Kälte und Feuchtigkeit hervorgerufenen Bewegung oftmals ändert und solche Augen von

schlechter, weicher und feuchter Luft wie auch vom Nebel leicht geschädigt werden. Denn ebenso wie

diese die Reinheit der Luft beeinträchtigen, schädigen sie auch die von der Luft her erworbenen

Augen.


Von den feurigen Augen

Wer feurige Augen hat, der dunklen Wolke neben der Sonne vergleichbar, hat sie vom warmen

Südwind naturgemäß erhalten. Sie sind gesund, weil sie von der Wärme des Feuers herstammen.

Staub aber und jeglicher schlechter Geruch schadet ihnen, weil ihre Helligkeit nicht auf den Staub und

ihre Reinheit nicht auf den unbekannten Geruch achtet.


Von den Augen mit wechselnder Farbe

Wer Augen hat, der Wolke ähnlich, in der der Regenbogen scheint, hat sie von der Luft der

verschiedenen Luftströmungen, die weder gleichmäßig trocken noch feucht sind, bekommen. Sie sind

schwach, weil sie aus der unbeständigen Luft entstehen, und haben, weil sie nicht vom Feuer

herstammen, bei warmer Luft ein verdunkeltes Sehen, bei reiner Regenluft dagegen sehen sie scharf,

weil sie mehr feuchter wie feuriger Art sind. Alls besonders helles Licht, sei es von der Sonne, dem

Mond, von Lichtern und vom Glanz der Edelsteine und Metalle oder sonst woher, ist für solche Augen

schädlich, weil sie von der Luft mit ihren wechselnden Strömungen herkommen).


Von den trüben Augen

Wer Augen hat, die der trüben Wolke gleichen, die weder ganz feuerfarbig noch auch ganz trübe,

sondern etwas grünlichblau ist, der hat sie von der missfarbigen Feuchtigkeit der Erde erhalten,

welche die mannigfachen Schädlichkeiten, von Kräutern und Erdwürmern herrührend, hervorbringt.

Diese Augen haben einen sanften Ausdruck und lassen rotes Fleisch hervortreten, weil sie aus dem

Schleim hervorgegangen sind. Sie werden aber weder von feuchter Luft noch von Staub, üblem

Gestank und dem hellen Leuchten irgendeines Gegenstandes, unter denen, wie schon gesagt, die

Sehschärfe anderer Augen leidet, angegriffen, obwohl sie manchmal an gewissen anderen

Krankheiten leiden. Denn ebenso, wie nichts im Wege steht, dass aus der missfarbigen

Erdfeuchtigkeit Unkräuter und Würmer hervorgehen, ebenso wenig wird die Sehschärfe solcher

Augen durch die angeführten schädlichen Einflüsse beeinträchtigt.


Von den schwarzen Augen

Wer schwarze oder trübdunkle Augen hat, so wie manchmal eine Wolke ist, hat sich hauptsächlich

von der Erde erhalten. Sie sind kräftiger und sehen schärfer wie andere Augen und behalten ihre

Schärfe lange Zeit, weil sie von der Erdkraft herstammen. Sie werden aber leicht von der Erdfeuchte

und der Feuchtigkeit der Gewässer und Sümpfe angegriffen, gerade so, wie auch die Erde von

schädlicher Feuchtigkeit und der großen Feuchtigkeit der Gewässer und Sümpfe vergiftet wird.




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Montag, 9.1.2012, 09:09:28 Uhr


Die Bärwurz-Birnhonig-Kur nach Hildegard von Bingen

Diese Birnhonig-Kur ist nach Hildegard von Bingen eine einfache und wirksame Art der Entgiftung für den Körper.


Hildegard empfahl, daß man seinen Darm und die Körperzellen wenigstens alle 2 Jahre einmal mit dieser Bärwurz-Birnenhonig-Kur reinigt, auch gesunde Menschen sollten das vorbeugend tun.


Zudem kann diese Kur auch bei unterschiedlichsten Erkrankungen helfen

Laut Hildegard hilft sie bei dauernder Müdigkeit, bei einer Übersäuerung des Körpers, bei Verdauungsstörungen hilft die Bärwurz-Birnhonig-Kur ebenfalls.


Im Original heißt es:

"Die Birnhonig-Kur ist das köstlichste Latwerge und wertvoller als Gold, weil es die Migräne vertreibt und die Dämpfigkeit mindert und alle Fehlsäfte im Menschen vertilgt und den Menschen so reinigt, wie man einen Topf vom Schimmel reinigt.“


So also die Erkenntnis von Hildegard.


Das so genannte "Hildegard-Gold" bezieht seine Heilkraft natürlich aus den enthaltenen Kräutern und natürlich dem Honig. Hildegard von Bingen sah ja in einem gesunden Inneren die Voraussetzung für eine allgemeine Gesundheit und ein gesundes Aussehen. Für sie war ein gesunder Darm die Voraussetzung für einen gesunden menschlichen Körper. Gesundheit und Krankheit waren für Hildegard eine Folge einer gesunden Verdauung bzw. eines gesunden Verdauungssystems.


Zubereitung des Bärwurz-Birnhonig

Man benötigt etwa ein Kilo frischer Birnen, die man halbiert und dann das Kerngehäuse entfernt. Die beiden Birnenhälften kocht man weich, dann gießt man das Wasser ab und püriert die gekochten Birnen.


Dann gibt man sechs Esslöffel Honig hinzu und schließlich noch die folgende Kräuter

25 Gramm Bärwurz

20 Gramm Galgant Wurzel

15 Gramm Süßholzwurzel

10 Gramm Bohnenkraut


Alles gut miteinander vermischen und für kurze Zeit aufkochen lassen.

Dann in Gläser vorher gut gereinigte Gläser füllen und kühl aufbewahren.


Einnahme des Bärwurz-Birnen-Honig

Nehmen Sie:

1 TL am Morgen nüchtern

2 TL mittags nach dem Mittagessen

3 TL am Abend vor dem zu Bett gehen


Dieses Birnhonigmus wird so lange im Mund gelassen, bis es sich auf Körpertemperatur erwärmt hat. Erst dann sollte man es herunterschlucken.


Kurdauer der Bärwurz-Birnhonig-Kur

Man sollte diese Kurz für drei bis vier Wochen durchführen.


Die Birnhonig-Kur hilft u.a. bei

  1. Darmsanierung, Abwehrkräfte
  2. zur Entgiftung
  3. Übersäuerung und Fehlsäfte
  4. Reinigung der Zellmatrix



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Freitag, 30.12.2011, 11:13:23 Uhr


Hopfen und Gerste nach Hildegard von Bingen


"Viriditas" nannte die heilige Hildegard von Bingen, die schon im 11. Jahrhundert lebte, die Kraft der Natur und das Wachstum der Pflanzen.

Sie sah darin auch die stärkste Kraft der Schöpfung.


Nahrung wurde von Hildegard weniger (bzw. gar nicht) nach Vitaminen und Kalorien eingeteilt, sondern nur nach ihrer Heilwirkung. So liebte sie besonders den Dinkel, eine uralte Getreideart, dem sie eine überragende gesundheitliche Wirkung zugeschrieben hat.

Aber sie nannte auch noch anderes besonders gesunde Gemüsesorten, Früchte und Heilkräuter.


So nannte Hildegard besonders:

  1. Die Quitte
  2. Die Möhre
  3. Den Galgant
  4. Den Knoblauch
  5. Die Edelkastanie
  6. Den Fenchel
  7. Den Apfel
  8. Die Kichererbse
  9. Die Rote Beete
  10. Den Kürbis
  11. Die Petersilie


www.kraeuter-verzeichnis.de

Oder eben auch den Hopfen und die Gerste

Heilwirkung des Hopfen

Der Hopfen beruhigt die Nerven, die heilende Wirkung kommt von den weiblichen Blüten des Hopfens, den Hopfenzapfen. Der Hopfen hilft wunderbar bei nervöser Unruhe, bei Magenbeschwerden oder auch bei Schlafproblemen.


Ein Hopfentee

Nehmen Sie 2 TL Hopfenzapfen, die Sie mit kochendem Wasser übergießen und dann 10 Minuten stehen lassen. Sie können zur Steigerung der beruhigenden Wirkung auch z.B. Melisse oder Johanniskraut zugeben.

Trinken Sie bevor Sie ins Bett gehen je eine Tasse davon.


Heilwirkung der Gerste

Die Gerste harmonisiert und stärkt den Magen und den Darm, Hildegard empfahl einen Gerstentrunk zur Kräftigung nach einem grippalen Infekt und nach einem Magen-Darm-Infekt.


Gerstentrunk

Nehmen Sie dazu

  1. 40 Gramm Haferkörner
  2. 20 Gramm Fenchelsamen
  3. 40 Gramm Gerstenkörner

Alles eine viertel Stunde lang in 1 Liter Wasser kochen lassen, dann absieben.

Trinken Sie den Absud über den Tag verteilt.




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Donnerstag, 29.12.2011, 20:45:48 Uhr


Wermutsalbe gegen Arthrose und Rheuma nach Hildegard von Bingen


Die heilige Hildegard von Bingen sah bei diesen Krankheitsbildern als Ursache eine generell falsche Ernährung, zu viel Essen und Trinken, und dadurch eine zu hohe Aufnahme von Giftstoffen bzw. Schlecken.


Dazu kommen laut Hildegard noch typische Risikofaktoren wie etwa Stress, Ungeduld, Zorn, Angstzustände, Ärger.


Natürlich ist das jetzt stark zusammengefasst, wenn man mehr darüber erfahren möchte sei hier auf Fachliteratur verwiesen.


Laut Hildegard von Bingen sollte man erst einmal den Körper reinigen und entschlacken.


Die Giftstoffe müssen aus dem Körper heraus, und natürlich sollte man gleichzeitig seine Ernährung umstellen. So sollte man auf Weizenprodukte verzichten und ihn durch Dinkel ersetzen. Für Hildegard war Dinkel ja bekannterweise sehr wichtig und von ihr hoch angesehen.


Essen Sie zudem viel Gemüse und Obst, besonders Fenchel.


Und natürlich hilft auch Hildegards Wermutsalbe

Nehmen Sie dazu

  1. Sechs Gramm Hirschfett
  2. Zehn Gramm Hirschtalg
  3. Zehn Gramm frischen Wermutsaft

Erwärmen Sie alle Zutaten in einem Wasserbad und verrühren Sie sie zu einer Salbe.

Dann das Wasser durch ein Tuch auspressen und die Salbe dann in einen Tiegel füllen und kühl lagern.

Diese Wermutsalbe kann man jeden Tag mehrmals auf seine schmerzhaften Gelenke geben und einmassieren.




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