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Das Kräuter-Verzeichnis

Hopfen

Der Hopfen (Humulus lupulus) kann bei einem unruhigen Schlaf helfen, am besten in Kombination mit Baldrian.

Hopfen

Den Hopfen kennen die Meisten von uns als einen wichtigen Zusatz des Bieres. Ursprünglich soll der Hopfen aus Osteuropa stammen, wurde aber bereits vor über 1000 Jahren zu uns gebracht. In der Naturheilkunde verwendet man die Zapfen des Hopfens.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten des Hopfens

In der früheren Pflanzenheilkunde verwendete man den Hopfen innerlich bei Nervenschmerzen, bei Entzündungen der Darmschleimhaut, bei Kopfschmerzen oder bei Nervosität. Auch als Beruhigungsmittel, gegen Leber- und Gallenblasenleiden, als Magenmittel und Abführmittel wurde der Hopfen eingenommen.

Eine äußerliche Anwendung fand er bei Wunden, die schlecht abheilten, und bei Geschwüren.

Zudem kannte man die Wirkung bei Frauenbeschwerden, also zum Beispiel bei Beschwerden im Klimakterium oder während der Periode.

Heutzutage setzt man den Hopfen u. a. bei Appetitlosigkeit ein, einem schwachen Magen, bei einem nervösen Magen, Schlafstörungen und einer nervösen Unruhe.

Auch als Badezusatz oder Schlafkissen

Äußerlich angewendet hilft der Hopfen z. B. als Badezusatz oder als Schlafkissen, das eine beruhigende Wirkung hat.

Der Hopfen blüht im Juli und im August. Die Ernte findet Anfang September statt.

Roher Hopfensaft wirkt stark auf den Stuhlgang. Abgekocht hat er dagegen eine nicht so starke Wirkung, ist dafür aber dann blutreinigend, treibt die Galle und hilft bei einigen Verstopfungen der inneren Organe.

Der Hopfen ist seit jeher ein bekanntes Mittel gegen Schuppen und Haarausfall. Man kocht dazu den Hopfen ab und wäscht den Kopf damit. In vielen Shampoos ist ebenfalls Hopfen enthalten.

Geschichtliches und Geschichten um den Hopfen

Pippin, der Vater Karls des Großen, schenkte im Jahr 768 Hopfengärten ("humlonarie") an die Abtei St. Denis bei Paris. Vermutlich diente schon seit dem 8. Jahrhundert der Hopfen zur Haltbarmachung des Bieres. Das gehopfte Bier war also wohl eine Erfindung der Mönche.

Mesue der Jüngere, Araber und sicher kein Biertrinker, schrieb dem Hopfen folgende Wirkung zu: Hopfen reinigt das Blut, er soll die Gelbe Galle vertreiben. Gelbe Galle steht übrigens für die Melancholie, also heutzutage nennt man es Depressionen. Zudem sprach er dem Hopfen eine Wirkung bei Asthma, Leber- und Milzleiden, gegen Fieber und Entzündungen zu.

Hildegard von Bingen und der Hopfen

Hildegard von Bingen hob die Haltbarmachung von Getränken hervor.

Die Äbtissin meint außerdem in ihrer "Physica", dass der Hopfen Melancholie, also den Saft der Milz, die Schwarze Galle, verstärke und damit Trauer bereite.

Gegensätzliche Angaben also zu Mesue. Tatsächlich scheint Hopfen also keinerlei Wirkung bei Depressionen zu haben.

Albertus Magnus schrieb, dass der Hopfen den Kopf beschwere. Man könnte eine schlaffördernde Wirkung des Hopfens ableiten, die inzwischen medizinisch bestätigt ist.

Der botanische Name des Hopfens, Lupulus, leitet sich vom lateinischen Lupus ab, was Wolf bedeutet. Tatsächlich umschlingt der Hopfen beim Wachsen alles andere und rankt daran hoch, er "ermordet" andere Pflanzen wie ein Wolf seine Opfer.

Schon im alten Ägypten für Bier verwendet

Der Hopfen war auch schon im alten Ägypten bekannt, hier stellte man wohl tatsächlich auch schon Bier daraus her.

Paracelsus erwähnte ebenfalls schon die schlaffördernde Wirkung des Hopfens.

Apropos Mönche: Der Hopfen wurde auch als die "Seele des christlichen Bieres" genannt - zudem sollte der Hopfen helfen, die sexuelle Lust zu unterdrücken... Biertrinker also aufgepasst...


Wirkung und Anwendung von Hopfen

  1. Appetitmangel
  2. Blasenentzündung
  3. Einschlafstörungen
  4. Haarausfall
  5. Heiserkeit
  6. Kopfschmerzen
  7. Magen-Darm-Beschwerden
  8. Menstruationsschmerzen
  9. nervöse Herzbeschwerden
  10. nervöse Magenbeschwerden
  11. nervöse Unruhe
  12. Nervosität
  13. Schlafstörungen
  14. sexuelle Übererregbarkeit

    Wechseljahresbeschwerden


Übersicht

Verwendete Pflanzenteile

Verwendet werden die Fruchtzapfen

Inhaltsstoffe

Hopfenbitter (stickstofffrei), ätherisches Öl, Gerbsäure, Harze

Sammelzeit

Gesammelt wird im Spätsommer

Wo findet man Hopfen:

Gebüsche, Waldränder

Rezepte und Anwendungen rund um den Hopfen

Tee

1 Teelöffel Hopfen mit 1/4 l heißem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Minuten absieben.

Eine Stunde vor dem Schlafengehen trinken.

Zum Gurgeln bei Heiserkeit

1 Handvoll Hopfendolden mit 1 Liter kaltem Wasser aufsetzen und langsam aufkochen. 15 Minuten ziehen lassen und durch einen Sieb gießen.

Wenn die Flüssigkeit ein wenig abgekühlt ist, kann sie zum Gurgeln verwendet werden.

Ein Durchschlaftee

Sie brauchen dazu

20 g Baldrianwurzel

15 g Hopfenzapfen

15 g Kamillenblüten

5 g Pfefferminze

Die Heilkräuter vermischen. 1 Esslöffel der Teemischung zusammen mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und abgedeckt 10 Minuten stehen lassen. Durch einen Sieb abfiltern und nach Belieben mit Bienenhonig süßen.

Pro Tag 3 Tassen trinken.

Bei nervösen Magenbeschwerden

30 g Melissenblätter

50 g zerstoßene Kümmelfrüchte

30 g Fenchelfrüchte

20 g Hopfenzapfen

2 Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.

Nach Bedarf 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.

Hopfenblütentee bei Schlaflosigkeit

Zwei Teelöffel Hopfenblüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen.

Diesem Tee kann auch Baldrian zugegeben werden. Trinken Sie eine Stunde vor dem zu Bett gehen eine Tasse.

Beruhigendes Hopfenkissen für Babys und Kleinkinder

Geben Sie ein halbes Kilo getrockneter und natürlich biologisch unbehandelter Hopfenblüten in ein Kissen. Sie können auch etwas Lavendel hinzugeben.

Auf diesem Kissen finden Kinder schneller in den Schlaf.







Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Die beruhigende Wirkung des Hopfens kann das Reaktionsvermögen verlangsamen - wie alle anderen beruhigenden Mittel eben auch...

Es kann zur so genannten Hopfenpflückerkrankheit bei der Berührung mit der frischen Pflanze kommen.

Hopfen
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Kurzinfo
Hopfen
  • Gehört zu Familie der Hanfgewächse.
  • Herkunftsgebiete: Nordamerika, Asien, Europa.
  • Wächst in Gebüschen und Auenwäldern.
  • Pflanzenbeschreibung: Die Kletterpflanze wird bis zu 6 m groß.
  • Stängel sind nach rechts aufwärts windend wachsend.
  • Die Blätter sind rau, sie sind lappig, am Rand sind sie stachelig und spitzig, sie sind gezahnt.
  • Die Blüten sind gelblichgrün, die männlichen Blüten stehen in Rispen, die weiblichen in Zapfen-Büscheln. Die Blüten duften intensiv.
  • Der Wuchsort ist in der Sonne und auf lockeren Erdböden.
  • Heilpflanze im Garten: Braucht eine Menge Feuchtigkeit.
  • Vermehrung geschieht durch Saat im Frühling oder durch Wurzelschösslinge.
  • Weibliche Blütenstände pflückt man vor der Reife. Junge Triebe sind eine Delikatesse, die Zubereitung ist wie beim Spargel. Blüten eignen sich für Tee zu Beruhigung und als Schlafhilfe. Kann auch in Duftkissen verwendet werden.
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