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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Quitte

Die Quitte, die man heutzutage auch in unseren Gegenden antrifft, stammt eigentlich aus den Gebieten um das Mittelmeer und aus dem alten Persien sowie aus Asien.

Die Quitte wird bis zu 8 m hoch, der Baum sieht den Apfelbäumen oder den Birnenbäumen ziemlich ähnlich, was auch nicht verwunderlich ist, da die Quitte mit den Äpfeln und den Birnen verwandt ist.

Ein Quittenbaum trägt nicht gleich vom ersten Wuchsjahr an Früchte, es kann schon bis zu acht Jahre dauern, bis etwas an diesem Baum wächst.

Im Frühling, genauer gesagt im Mai oder im Juni, wachsen am Quitten-Baum die wunderschönen rosafarbenen bzw. weißen Blüten, die denen der Äpfel ähneln, die aber größer sind als diese. Aus diesen Blüten erwachsen bis zum Herbst hin die Früchte, die Quitten. Diese Quitten sollte man erst dann essen, wenn sie wirklich nachgereift sind, meist wartet man damit bis in den Winter. Und selbst dann haben sie noch einen herben und zusammenziehenden Geschmack, daran ändert sich auch nichts mehr.

Es sei denn, man kocht sie, weshalb man die Quitte meistens nur in gekochter Form zu sich nimmt.

Quitte selbst anpflanzen

Wenn man im eigenen Garten einen Quittenbaum anpflanzen will, so sollte man darauf achten, dass er genug Platz hat, da er relativ groß werden kann.

Wenn man eine Pflanze in der Gärtnerei kauft, so sollte man dies im Frühjahr oder im Herbst tun und auch gleich einpflanzen. Es dauert dann allerdings etwas, bis der Baum richtig Fuß gefasst hat und bis er Früchte trägt.

Sammeln

Wenn man die Quittenfrüchte sammeln will, so sollte man dies im Herbst tun, genauer im Oktober oder November, denn dann sind die Früchte reif genug. Allerdings sollte man auch nicht zu lange damit warten, denn einer der Inhaltsstoffe, das Pektin, wird immer weiter abgebaut, je länger die Früchte am Baum hängen. Idealerweise erntet man die Quitten dann, wenn sie gerade richtig gelb geworden sind. Dann pflückt man sie vom Baum ab, so wie man Äpfel ernten würde. Danach werden sie möglichst zügig verarbeitet oder kühl im Keller einlagern.

Kaum noch bekannt

Tatsächlich ist es aber so, dass viele Menschen die Quitte gar nicht mehr kennen, zumindest viele junge Menschen nicht mehr. Früher war die Quitte allgemein bekannt, zum Beispiel als Frucht, aus der man ein Mus herstellte, das man aufs Brot strich und das eine ausgesprochene Köstlichkeit in den Wintermonaten war. Für viele Menschen steht die Quitte auch direkt mit Weihnachten in Verbindung.

Neben dem köstlichen Geschmack der Quitte gibt es aber noch etwas, was die Quitte so wichtig macht, und das ist die gesundheitliche Wirkung. Auch heute noch wird die Quitte in der Naturheilkunde verwendet.

Heilpflanze Quitte

Überwiegend kennt man die Quitte als Mittel gegen Husten und gegen Durchfall, jedoch hat die Quitte auch eine kühlende Wirkung, sie löst Verschleimungen, sie treibt den Harn, sie hemmt Entzündungen, sie hilft dabei, dass Blut gebildet wird und sie wirkt zusammenziehend.

All diese Eigenschaften machen die Quitte zum Beispiel hilfreich im Kampf gegen Gicht, Verletzungen und Wunden, rissige und wunde Haut, Entzündungen in Hals und Rachen, Halsschmerzen, Erkältungen, gegen Verstopfung, gegen Blutarmut, gegen Schlaflosigkeit, gegen wunde Brustwarzen in der Schwangerschaft oder gegen Bronchitis.

Dafür verantwortlich sind die Inhaltsstoffe, die man in der Pflanze bzw. in der Frucht und in den Blättern findet. Dazu gehören unter anderem Vitamine, speziell Vitamin C, Mineralstoffe wie Zink, Gerbstoffe und verschiedene Säuren.

Verwendung finden die Früchte, aber auch die Blätter und die Samen der Quitte. Üblicherweise stellt man aus Samen und Blättern einen Tee her, aus der Frucht bereitet man ein Muss zu, oder man entsaftet die Frucht und trinkt den Saft.

    Überblick: gesundheitliche Vorteile der Quitte

  1. Quitte hilft gegen Durchfall, Ruhr und Verstopfung. Sie wirkt als kühlendes Fiebermittel und wirkt als Tonikum für Herz und Gehirn.

  2. Quitte wird auf dem Balkan zur Herstellung von Branntwein verwendet.

  3. Der Quittenbaum ist ein Symbol der Fruchtbarkeit, für die Liebe und das Leben.

  4. Auf Malta kennt man die Früchte der Quitte gegen Verstopfung, ein Teelöffel Quittenmarmelade in einer Tasse kochendem Wasser aufgelöst wird dort gegen Darmbeschwerden gegeben.

  5. Quitte heißt im Iran "Beh". Dort isst man sie roh oder als Marmelade. Die Samen der Quitte setzt man dort gegen Lungenentzündungen ein und allgemein, um Lungenkrankheiten zu behandeln. Die Samen verwendet man auch in Afghanistan gegen Lungenkrankheiten, man kocht dort einen Tee daraus und isst die gekochten Samen.

  6. In Pakistan schmort man die Früchte zusammen mit Zucker, bis sie leuchtend rot geworden sind. Das "Muraba", wie man dies dann dort nennt, isst man wie Marmelade.

  7. Getrocknete, pulverisierte Quittenblätter helfen gegen Verdauungsprobleme, Verdauungsstörungen oder Durchfall. Außerdem steigert dieses Pulver den Appetit, es stärkt das Herz, steigert die Blutgerinnung und hilft so bei Verletzungen und Blutungen.

  8. Die Quitte lindert Entzündungen der inneren Organe, insbesondere der Gebärmutter. Der Saft hilft gegen urologische Probleme, bei Erkrankungen der Atemwege, also etwa Husten, Schnupfen oder Asthma.

  9. Darüber hinaus kann man die Frucht und den Saft als Mundspülung oder Gurgelmittel gegen Zahnfleischprobleme verwenden.


Vorsicht

In den Samen ist giftige Blausäure enthalten, deshalb ist es wichtig, dass man die Samen nicht zerkaut oder anderweitig zerkleinert, sodass diese Blausäure nicht freigesetzt wird.


Rezepte und Anwendungen rund um die Quitte



Ein Tee mit Quitte

Sie brauchen dazu zwei Löffel der Samen, die Sie in eine Tasse kochendes Wasser geben und darin ungefähr 5 Minuten lang ziehen lassen. Danach wird abgesiebt und der Tee schluckweise getrunken.

Ein solcher Tee hilft innerlich gegen Verdauungsbeschwerden, gegen Unruhezustände und Schlafbeschwerden, wie zum Beispiel Schlaflosigkeit oder Durchschlafbeschwerden.

Das Mus, das man aus der Frucht herstellt, und ebenso den Saft nimmt man gegen Verdauungsbeschwerden ein, oder auch, wenn man eine Erkältung hat. Da die Wirkstoffe in der Quitte die Harnsäurewerte im Körper senken, kann sie so auch gegen Gicht helfen.


Quittenhonig gegen Husten

Schneiden Sie eine Quitte in Scheiben und legen Sie diese schichtweise abwechselnd mit Honig in ein Glas, also erst eine Scheibe Quitte, dann etwas Honig darüber, dann wieder eine Quittenscheibe usw.

Dies lässt man ein bis zwei Tage stehen und trennt dann den Honig von den Fruchtscheiben.

Dieser Honig ist wunderbar, wenn man Husten hat, außerdem verleiht der Honig neue Kraft, wenn man durch eine Krankheit geschwächt ist.


Eine Tinktur mit Quitte

Eine solche Tinktur kann helfen, wenn man zu wenig Blut im Körper hat, also zum Beispiel nach einer Operation oder wenn man eine zu starke Menstruation gehabt hat.

Geben Sie dazu die oben hergestellten Quittenscheiben in ein Glas und geben Sie dann so viel Wodka darüber, bis alles gut bedeckt ist. Dieses Glas wird dann verschraubt und für vier Wochen stehen gelassen. Danach füllen Sie den Alkohol in eine dunkelwandige Flasche um und trinken jeden Tag ein halbes Schnapsglas davon.


Quittenschleim gegen äußerliche Beschwerden

Wenn man die Früchte lange genug kocht, so bildet sich nach der Zeit eine schleimige Substanz, die man zum Beispiel auf entzundene Haut auftragen kann, oder mit der man Umschläge auf Wunden gibt. Dieser Schleim hilft dabei, dass Wunden schneller abheilen. Man kann damit aber auch vorbeugend arbeiten, d. h. dass man präventiv etwas gegen Wundliegen machen kann.


Sagen und Sagenhaftes zur Quitte

Die Quitte war im Mittelmeerraum schon in der Antike bekannt, so zum Beispiel bei den alten Griechen. Diese sahen in der Quitte eine der Lieblingsfrüchte der Götter. Das war der Grund, weshalb man die Quitte im alten Griechenland den Göttern opferte, indem man sie auf ihre Altäre legte.

Die alten Griechen schätzten die Quitte so sehr, dass man sie teilweise sogar in Statuen verewigte, zum Beispiel in der Hand der Aphrodite oder der Venus, den Göttinnen der Liebe und der Schönheit. Bei den Venus-Statuen weist die Frucht in der Hand auf die Sage hin, nachdem die Venus von Paris den "goldenen Apfel" als Zeichen dafür, dass sie die Schönste sei, bekommen hat. Die Quitte galt als Symbol der Venus, der Göttin der Liebe, und so aßen Brautleute am Tag der Hochzeit eine einzelne Quitte während der Trauung, auf dass die Liebe ewig hielt. Dieses Ritual führte man bis ins Mittelalter durch, allerdings aß man die Quittenfrüchte dann eher zum Frühstück.

Die Quitte kam mit den Römern zu uns, als sie auf ihren Feldzügen immer weiter nach Norden voran kamen. Hier fasste die Quitte Fuß und wuchs fortan auch in unseren Gegenden.

Die heilige Hildegard von Bingen kannte die Quitte ebenso. Sie empfahl, dass kranke Menschen sie essen sollten, um wieder zu Kräften zu kommen, außerdem sollten auch gesunde Menschen sie essen, damit sie gar nicht erst krank wurden. Auch Hildegard kannte schon die Wirkung gegen Gicht und in äußerlicher Form gegen Geschwüre.

In Slowenien und Kroatien wurde früher ein Quittenbaum gepflanzt, wenn ein Baby geboren wurde, als Zeichen der Liebe, des Lebens und der Fruchtbarkeit.





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