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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Bertram

Das Heilkraut Bertram ist bei uns nicht vielen Menschen bekannt. Es kommt ursprünglich aus dem Gebiet des Mittelmeers und gelangte bereits im Mittelalter zu uns nach Nordeuropa. Der Bertram sieht etwas aus wie die Kamille, hat aber einen besonders scharfen Geschmack.

Die Pflanze wird ungefähr 20 cm hoch, sie gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine einjährige Pflanze.

Der Bertram liebt besonders nährstoffreichen Boden, er verträgt auch die volle pralle Sonne, man findet ihn aber auch in leicht geschützten Lagen.

Die Blütezeit der Pflanze reicht von Mai bis in den August hinein. Wenn man selbst sammeln will, so sammelt man die Blüten im Sommer und die Wurzeln im späten Sommer bzw. im Herbst.

Wirksame Inhaltsstoffe sind unter anderem ätherische Öle, Inulin und das Harz der Pflanze.


Bertram nach Hildegard von Bingen

„Der Bertram ist von gemäßigter und etwas trockener Wärme, und diese rechte Mischung ist rein und erhält gute Frische. Denn für einen gesunden Menschen ist er gut zu essen, weil er die Fäulnis in ihm mindert und das gute Blut in ihm vermehrt und einen klaren Verstand im Menschen bereitet. Aber auch den Kranken, der schon fast in seinem Körper gestorben ist, bringt er wieder zu Kräften, und im Menschen schickt er nichts unverdaut heraus, sondern bereitet ihm eine gute Verdauung. Und einem Menschen, der viel Schleim in seinem Kopf hat und der ihn häufig ißt, dem mindert er den Schleim in seinem Kopf. Aber auch häufig genossen, vertreibt er die Brustfellentzündung aus dem Menschen und er bereitet reine Säfte im Menschen und macht seine Augen klar. Und auf welche Weise er immer gegessen wird, trocken oder in einer Speise, ist er nützlich und gut, sowohl für den Kranken wie auch für den gesunden Menschen. Denn wenn ein Mensch ihn oft ißt, vertreibt er von ihm die Krankheit und verhindert, daß er krank wird. Daß er beim Essen im Mund die Feuchtigkeit und den Speichel hervorruft, kommt daher, daß er die üblen Säfte herauszieht."

Rezeptur nach Hildegard von Bingen

Bertramkraut oder -wurzel oder Bertrampulver

Als Gewürz verwenden (z.B. in Suppen, Saucen, Salaten). Kann bei jeder Art von Krankheit als unterstützendes Mittel mit eingenommen werden, z.B. bei Schnupfen, Katarrh, Verdauungsstörungen...

2 - 3x täglich 1 TL Bertrampulver pur oder auf einem Stück Brot.


Heutzutage wird der Bertram in der Pflanzenheilkunde eigentlich nicht mehr verwendet, er ist auch kaum noch in den neueren Pflanzenbüchern, die sich mit Heilkräutern beschäftigen, zu finden.

Seine Hochzeit war, wie schon erwähnt, im Mittelalter, dort hat besonders die heilige Hildegard von Bingen für die Bekanntheit des Krautes gesorgt. Sie empfahl, dass man jeden Tag etwas Bertram essen sollte. Und genau das ist auch der Grund, weshalb sich heute die Menschen wieder an den Bertram erinnern, denn das Wissen von Hildegard von Bingen erlebt zurzeit eine wahre Renaissance.

Der Bertram wurde in alten Pflanzenbüchern als Mittel gegen Rheuma, gegen Schlafbeschwerden, gegen Magenbeschwerden, zur Lösung von Verschleimungen, gegen schwache Nerven, gegen Hautreizungen, gegen Zahnschmerzen und als verdauungsförderndes Mittel beschrieben.

Dabei verwendete man die Wurzel des Bertram, die man trocknete und pulverisierte. Es wurden aber ebenso Tees, Salben und Tinkturen aus den Blättern des Bertram beschrieben.

Die heilige Hildegard von Bingen empfahl den Bertram zum Beispiel auch wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung und der reinigenden Wirkung auf den Körper. Sie setzte die Pflanze auch gegen Herzbeschwerden, Lungenerkrankungen und Probleme mit dem Magen ein.

Heutzutage wird der Bertram zum Beispiel auch als Gewürz verwendet, dazu zerreibt man die frische Wurzel oder das frische Kraut und gibt es den Speisen bei. Wenn man den Bertram auf diese Art und Weise als Gewürz verwendet, veredelt er nicht nur das Essen, sondern sorgt gleichzeitig dafür, dass unser Körper die Wirkstoffe aus der Nahrung besser umsetzen kann. Er kann zum Beispiel die in der Nahrung vorkommenden Vitamine und Mineralstoffe so umbauen, dass diese für unsere Körperzellen leichter zu verwerten sind. Diese Wirkung ist zum Beispiel dann sehr wichtig, wenn man eine Erkrankung der Verdauungsorgane hat, zum Beispiel der Magen- oder Darm-Schleimhäute. Der Bertram hilft deshalb bei Mangelerscheinungen durch zu wenig Eisen, durch zu wenig Vitamine oder durch einen Mangel an Mineralien. Außerdem regt der Bertram die Bauchspeicheldrüse an, ebenso die Verdauungssäfte, die in der Leber produziert werden.

Wenn man unter Verdauungsbeschwerden leidet, wenn man sich über längere Zeit falsch ernährt hat, oder wenn man eine Anämie hat, kann man über jedes Essen etwas Bertram-Pulver streuen.

Laut alten Rezepten soll der Bertram auch gegen eine gelähmte Zunge helfen, sowie gegen Zahnschmerzen und Karies. Aus heutiger Sicht sollte man gegen diese Beschwerden aber besser einen Zahnarzt aufsuchen. Als Gurgelmittel soll der Bertram gegen Entzündungen im Rachenraum helfen, ebenso soll die Pflanze gegen Kopfschmerzen und Angstzustände helfen können.

Die Wurzel des Bertram schmeckt ziemlich scharf, was an den enthaltenen Wirkstoffen liegt. Diese Wirkstoffe können auch äußerlich verwendet werden, wenn es darum geht, den Kreislauf anzuregen: man gibt etwas der zerrieben Wurzeln in ein Massageöl und massiert damit die Haut ein. Eine andere Variante ist es, gleich ein ätherisches Bertram-Öl zu verwenden und davon einige Tropfen in ein Massageöl zu geben und damit dann den Körper zu massieren.

Verräucherungen mit Bertram-Wurzeln reinigen die Atmosphäre, außerdem sollen sie die Beteiligten in eine erotische Stimmung leiten. Die Stimmung wird außerdem fröhlicher und lockerer dadurch.



Ein Mundwasser mit Bertram selbst herstellen

Sie brauchen dazu getrocknete Wurzeln des Bertram und Alkohol.

Geben Sie ungefähr 50 g Bertram-Wurzel in einen halben Liter Schnaps und lassen Sie dies 21 Tage lang stehen. Ab und an sollte man immer mal wieder schütteln. Nach drei Wochen siebt man die Tinktur ab und füllt sie in eine dunkle Flasche um. Geben Sie einige Tropfen davon in eine halbe Tasse Wasser, nach Belieben können Sie auch einige Tropfen Pfefferminzöl oder Salbeiöl hinzufügen. Diese Mischung verwendet man als Mundspülung zum Beispiel gegen Geschwüre im Mund.

Eine solche Tinktur kann man auch als Würze für das Essen verwenden, zum Beispiel in einer Suppe oder einer Soße, da sich der Alkohol durch das Kochen verflüchtigt.


Selber sammeln und lagern

Wenn man Bertram selber sammeln möchte, dürfte das in unserer Gegend schwierig werden, da er kaum vorzufinden ist. Er wächst bei uns überwiegend in Gärten und auf Feldern bzw. in Kulturen.

Wenn man aber dennoch einen Bertram gefunden hat oder selbst angebaut hat, so kann man die Wurzeln der Pflanze im späten Sommer ausgraben und gut reinigen. Die Wurzel schneidet man in kleine Stücke und trocknet sie schattig. Danach reibt oder zermörsert man sie zu einem Pulver und hebt dieses Pulver dann in einer Dose auf.

Wenn man die Blüten aufheben will, so trocknet man diese halbschattig und lagert sie danach ebenfalls in einer Dose oder in einer Papiertüte.

Ein Tee mit Bertram

Geben Sie ungefähr einen halben Teelöffel des Bertram-Wurzel-Pulvers in eine Tasse kochendes Wasser und lassen Sie dies 10 Minuten ziehen. Danach absieben und nach Belieben etwas Honig dazu geben.





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