Der Holunder ist in ganz Europa, Asien und Nordafrika anzutreffen.
Die Blütezeit des Holunder ist von Juni bis August, man
kann die Blüten im Juni sammeln, die Früchte im
August und September.
Der Holunder war vermutlich schon den Steinzeitmenschen
bekannt. Man pflanzte ihn früher auch in jedem Bauerngarten,
um gute Hausgeister anzuziehen.
Die Anwendung des Holunders ist sehr vielfältig. Er reinigt
das Blut, ist abführend und treibt den Harn.
Ein Aufguss von Blüten wirkt schweißtreibend und
kann bei fiebrigen Erkrankungen gegeben werden. Aus den Beeren
wird Saft, Gelee und vieles andere hergestellt.
In der Volksmedizin wurden in den letzten Jahren zahlreiche
Verwendungen für den Holunder gefunden. Der Holunder
hat die Fähigkeit, Ausscheidungen zu fördern und
wird daher bei Rheuma, Gicht
und manchen Hautkrankheiten eingesetzt. Er soll auch bei Ischias
und Neuralgien helfen.
Da die Beeren Brechreiz und Verdauungsstörungen auslösen
können, sollte man sie niemals roh essen.
Der Mensch machte schon immer in Erkältungszeiten von
den Fähigkeiten des Holunders Gebrauch.
Die moderne Medizin erkannte inzwischen seine großartige
gesundheitliche Wirkung. Inzwischen weis man sogar, daß
Holunder gegen Krebs und Herzinfarkte vorbeugt.
Die im Holunder enthaltenen Spurenelemente (besonders das
Zink) und Vitamine (besonders Vitamin C) aktivieren das Immunsystem
gegen Erkältungen. Laut einer Studie verkürzt
Holunder die Dauer einer Erkältung von durchschnittlich
6 Tagen auf nur 2 Tage.
Gegen Husten wirken die enthaltenen ätherischen
Öle. Sie fördern die Schleimbildung und erleichtern
das Abhusten. Am Besten nimmt man dazu bis zu fünf mal
am Tag eine Tasse Holundertee zu sich.
Ein Sirup aus Holunder und Honig hilft bei Halsschmerzen.
Mischen Sie dazu im Verhältnis 2:3 Holundersaft mit Honig.
Das im Holunder enthaltene Anthocyanen (ein Farbsrtoff, der
den Saft dunkel färbt), schützt das Herz und kann
den Blutdruck senken (bis zu 10mm/Hq). Trinken Sie dazu für
2 Wochen je ein Glas Holundersaft am Tag.
Geschichtliches und Sagen um den Holunder
Früher pflanzte man den Holunder zum Schutz gegen böse
Geister und gegen den Blitzeinschlag um sein Haus.
In einem alten Glauben sagt man, daß ein Toter seine
Ruhe gefunden hat, wenn ein auf sein Grab gepflanzter Holunder-Strauch
zu wachsen beginnt.
Die alten Germanen glaubten, die Göttin Holda (man kennt
sie auch unter dem Namen Frau Holle aus dem gleichnamigen
Märchen) wohne im Geäst des Holunder. Deshalb wurden
auch Opfergaben neben ihm angelegt.
Im Mittelalter glaubte man, daß, wenn man die Zweige
des Holunders abschnitt, die Geister, die darin wohnten, einen
heimsuchen und böse bestrafen würden.
Im alten Rom färbten sich die feinen Damen ihre Haare
mit Holundersaft.
"Wer Holunder bei sich trägt, schreckt vor Ehebruch
zurück" - naja, Volksglaube... ob's hilft?
Verwendete Pflanzenteile
Verwendet werden die Blüten und Beeren
Inhaltsstoffe Glycoside ätherisches Öl Cholin Schleimstoffe
Gerbstoffe Vitamin C
Sammelzeit
Gesammelt wird im Juni
Wo findet man Holunder: Laub- und Auwälder
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Holunder
2 Teelöffel Holunderblüten auf 1 Tasse Tee. Wasser zum Kochen bringen,
vom Herd nehmen, über die Holunderblüten gießen. Zugedeckt ca.
5 Minuten ziehen lassen, dann absieben. Langsam und schluckweise trinken.
Gegen Husten
Nehmen Sie dazu:
Ein leeres Glas und
10 g Holunderbeeren
Weichen Sie die Beeren in ca. 150 ml kaltem Wasser ein (10 Minuten), dann kurz
aufkochen lassen. Nach 10 Minuten absieben ins Glas Füllen und lauwarm
trinken.
Für die Verdauung - Regt die Verdauung bei Darmträgheit an
Nehmen Sie dazu:
250 g Magerquark
250 g Holunderbeeren
700 g mehlig kochende Kartoffeln
2 Eier
50 g Mehl
3 EL Zucker
Eine halbe unbehandelte Zitrone
75 g Butterschmalz
Garen Sie die Kartoffeln, dann schälen und durchpressen. Danach den Quark,
die Eier, das Mehl und den Zucker dazurühren. Reiben Sie dann die Zitronenschale
dazu.
Formen Sie dann kleine Fladen daraus, die Sie im Butterschmalz braten.
Geben Sie zum Schluß die gekochten Holunderbeeren, unter die Sie etwas
Zucker rühren, darauf.
Holunder bei Erkältung
Mischen Sie Holundersaft und schwarzen Tee im Verhältnis 5:1, trinken Sie
davon 4 Tassen (heiß!) am Tag.
Saft bei Erkältungen
Nehmen Sie dazu:
1 Kilo Holunderbeeren
300 g Zucker
Eine Vanilleschote
Gießen Sie die Beeren mit einem halben Liter Wasser auf, geben Sie den
Zucker und die Vanilleschote dazu, dann aufkochen lassen (für ca. 20 Minuten).
Danach absieben und in Flaschen umfüllen.
Bei fettiger Haut mit Mitessern
15
g Hollunderblüten mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen
lassen. Warm als Gesichtswasser oder Kompressen anwenden.
Badezusatz bei Gliederschmerzen
Aufguss von 250 g Holunderblüten in 1 Liter Wasser auf ein Vollbad
Erkältungs-Tee mit Holunderblüten
2 gehäufte Teelöffel Holunderblüten (getrocknet)
1 Tasse kochendes Wasser
Man übergießt die Holunderblüten mit dem kochenden Wasser und läßt 10 Minuten
ziehen.
Täglich 3 - 4 Tassen
Hexenschuß
Teemischung aus je 2 Teile Birkenblätter und Holunder , je 3 Teile Weidenrinde
und Johannisblätter. Einen Teelöffel pro 250 ml kochendem Wasser.
Fünf Minuten ziehen lassen, danach absieben.
Dreimal täglich 1 Tasse trinken.
Erkältungssaft aus Holunder
Holundersaft ist entzündungshemmend, lässt beginnde Erkältungen
verschwinden und ist abwehrsteigernd. Pressen sie aus reifen Holunderbeeren
ca. 125 ml Saft aus und geben die gleiche Menge Wasser dazu. Hinzu kommt noch
eine Stange Zimt und eine Gewürznelke. Diese Mischung sanft erhitzen. Wenn
der Saft auf Trinktemperatur ist geben Sie noch den Saft einer Zitrone und einer
Orange hinzu, die darin enthaltenen Vitamine unterstützen die Wirkung.
Süßen Sie dann noch mit Honig und trinken Sie den Saft möglichst
heiss.
Vorsicht
Frischer Holunder (Blätter, Rinde, Wurzeln, unreife Holunderbeeren und
ungekochte reife Beeren) können leicht giftig wirken und Übelkeit
und Brechreiz bewirken.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!
Vorsicht
Frischer Holunder (Blätter, Rinde, Wurzeln, unreife Holunderbeeren
und ungekochte reife Beeren) können leicht giftig wirken
und Übelkeit und Brechreiz auslösen. Deshalb niemals
roh essen! Erst im abgekochten Zustand ist die Holunderbeere
für den Menschen geniessbar.