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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Granatapfel

Der Granatapfel (Punica granatum) ist ein sommergrüner, bis zu fünf Metern großer Baum, den man aber auch gerne als Strauch kultiviert. Der Granatapfelbaum kann mehrere hundert Jahre alt werden.

Die Frucht des Granatapfelbaumes ist anfangs grün, später orangerot, kann eine Größe von bis zu 10 cm erreichen. Sie ist von unzähligen Wänden durchzogen. In den dazwischen liegenden Kammern sind die bis zu 15 mm großen kantigen Samen zu finden, umgeben vom saftig roten, etwas glasigen Samenmantel, der schnell platzt, wenn man ihn etwas drückt.

Der Granatapfel gehört zu den Früchten, die bei uns nicht heimisch sind, die aber inzwischen zu den beliebtesten Früchten bei uns gehören.

Die rötliche, saftige, geleeartige Masse, die sich um den Samen hüllt, schmeckt süß und leicht säuerlich, aber dennoch sehr aromatisch und passt geschmacklich und optisch wunderbar in einen leichten Sommersalat.


Verwendete Pflanzenteile

Vom Granatapfelbaum lassen sich mehrere verschiedene Pflanzenteile verwenden, nicht nur die Früchte. Allerdings wird tatsächlich überwiegend die Frucht eingesetzt, da die anderen Teile kaum zu bekommen sind und sie für viele unbekannt bleiben.

Die Frucht

Die einfachste Anwendung der Frucht ist: einfach essen. Schon so nimmt man die heilsamen Inhaltsstoffe auf.

2. Variante: Den Saft trinken. Der Saft wird aus den roten Samenmänteln gewonnen und enthält ebenso die wichtigen Inhaltsstoffe. Der Vorteil davon ist, dass man die Frucht nicht zerlegen muss, was zuweilen schwierig ist und so einige rote Kleckschen auf der Tischdecke hinterlässt.

Fertigen Granatapfelsaft gibt es inzwischen in jedem Reformhaus oder Laden zu finden, teils auch unter dem Namen "Grenadine". Allerdings ist das Optimum selbst hergestellter Saft.

Eine weiterverarbeitete Form des Saftes, ein sogenannter fermentierter Saft, ist laut Studien besonders gut im Zusammenhang mit Krebs. Teils ist ein solcher fermentierter Saft unter dem Namen "Granatapfel-Elixier" bekannt.

Die langweiligste Variante der Anwendung ist die in Tablettenform. Die ist zwar leicht und kleckert nicht, aber wer möchte auf den wundervollen Geschmack verzichten? Aber wie gesagt, es gibt inzwischen auch Tabletten mit den Inhaltsstoffen des Granatapfels zu kaufen.

Die Granatapfelsamen

Die Granatapfelsamen lassen sich sowohl innerlich als auch äußerlich einsetzen. Innerlich regen sie den Stoffwechsel an, äußerlich sind sie äußerst gut für die Haut. Mehr dazu weiter unten.

Die schnellste Anwendungsvariante ist wieder das Essen der Samen. Die Samen werden im Darm verdaut und so gehen die Inhaltsstoffe in den Körper über. Empfohlen ist trotzdem, die Samen zu kauen, denn so wird die Verdauung unterstützt.

Äußerlich als Öl

Man kann aus den Kernen ein Öl pressen, leichter ist es aber, das Öl fertig zu kaufen.

Dieses Öl wird besonders für Kosmetika verwendet, da es äußerst gut für die Haut ist, und weil es die Hautalterung verzögert. Außerdem wird nachweislich die Tiefe von Falten reduziert.

Auch als Nahrungsergänzungsmittel ist es sehr beliebt, da es Fettsäuren enthält, die Bildung von Prostaglandinen in unserem Körper begünstigt. Prostaglandine sind Hormone, die besonders wichtig für den Stoffwechsel sind.

Ein Gesichtsöl

Man zermörsert die Samen, übergießt sie mit Jojobaöl, so dass alles gut bedeckt ist, dann lässt man die Mischung 2 Wochen stehen, am besten direkt in der Sonne. Danach absieben, auspressen, und in einer Flasche kühl aufbewahren.

Das Öl kann zur regelmäßigen Hautpflege verwendet werden, es ist sehr gut für die Haut. Allerdings sollte man es sparsam anwenden.

Ein Öl aus Granatapfelkernen enthält Omega-5-Fettsäuren, darunter die so genannte Punicinsäure, die in die Haut eindringt und ihr Feuchtigkeit gibt. Das enthaltene Vitamin C hilft gegen raue Haut, alles in allem wird die Zellregeneration gefördert.

Granatapfelsamenöl ist ein hochwertiger Bestandteil in Hautpflegeölen, eignet sich besonders bei trockener und älterer Haut. Granatapfelöl gibt der Haut mehr Feuchtigkeit, wirkt vorbeugend gegen Falten. Hauterkrankungen wie trockene Haut, Ekzeme und Schuppenflechte werden davon gemildert. Außerdem kann das enthaltene Tannin Hautkrebs vorbeugen.

Gegen Akne und Pickel

Das Öl zeigt eine allgemein antibakterielle Eigenschaft, zusammen mit der entzündungshemmenden Wirkung hilft die wunderbar gegen Hautinfektionen, die Pickel auslösen können.

Die UV-Strahlen der Sonne und die Umwelteinflüsse, die die Haut belasten, können zu Altersflecken, Sonnenbrand, und leider auch Hautkrebs führen.

Die enthaltenen Antioxidantien beugen Schäden durch die UV-Strahlung vor, ebenso wird einer Beschädigung der DNA vorgebeugt.

Dieses Granatapfelöl lässt sich außerdem auch zur Herstellung von Salben und Cremes verwenden.

Die Granatapfelschale

Auch die harte Schale des Granatapfels, mitsamt der hellen Innenhaut, lässt sich als Heilmittel verwenden, zum Beispiel gegen Beschwerden in den Wechseljahren.

Ein Tee aus der Fruchtschale

Verwenden Sie dazu 2 Teelöffel getrockneter Schale, die Sie in eine Tasse kaltes Wasser geben. Dann aufkochen, 5 Minuten ziehen lassen, dann absieben und 1 Tasse pro Tag davon trinken.

Die Rinde

Galt früher als Mittel gegen Bandwürmer oder Würmer im Allgemeinen. Da die Rinde aber giftig ist, sollte man heute besser die Finger davon lassen! Die Vergiftungserscheinungen sind zum Beispiel Erbrechen und Durchfall. Die Baumrinde wird deswegen heute kaum noch gegen Würmer eingesetzt.

Die Wurzelrinde

Die Anwendung der Wurzelrinde galt früher dem Bereich Wurmerkrankungen. Es existieren allerdings zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen, da die Wurzelrinde giftig ist. Außerdem ist die Anwendung nicht besonders zuverlässig, deshalb wird davon abgeraten.


Weitere medizinische Wirkungen

Wirkt antioxidativ

Der Granatapfel hat eine recht robuste ledrige Schale, unter der die Samen stecken.

Diese Samen selbst werden eingehüllt von einer gelartigen roten bis dunkelrosafarbenen Masse, die essbar ist und die so wunderbar schmeckt. Die ledrige Außenhaut ist nicht essbar.

Der frische Saft oder die roten einzelnen Granatapfel-"Beerchen" sind reich an Vitamin C, außerdem enthält der Granatapfel Stoffe, die freie Radikale im Körper abbauen und so zum Beispiel die Zellalterung im Körper verlangsamen.

Seine antioxidative Wirkung ist 3- bis 4-mal so hoch wie die von Rotwein oder Grüntee. Der Granatapfel bietet dadurch einen vorbeugenden Schutz gegen Krebs bzw. Tumore.

Die Außenschalen der Frucht (bitte BIO) eignen sich für einen Tee, der ebenso gegen eine vorzeitige Alterung hilft.

Ein Pulver aus der Schale oder ein Tee daraus helfen in den Wechseljahren, da sie Phytohormone beinhalten. Frischer Saft heilt eine erkrankte Leber und gilt als wehenhemmendes Heilmittel während einer Geburt.

Überhaupt hilft der Granatapfel gegen viele Beschwerden, auch wenn die Wirkung noch nicht komplett wissenschaftlich belegt ist. Der Granatapfel hilft zum Beispiel bei der Linderung der Symptome der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder generell bei der Verbesserung der Atmung bei Menschen mit Lungenbeschwerden.

Der Granatapfel hilft gegen Erkrankungen des Herzens, der Blutgefäße, gegen Bluthochdruck, bei einer Herzinsuffizienz, beugt Arterienverkalkung vor, ebenso hohen Cholesterinwerten.

Granatapfel hilft unserem Verdauungstrakt, etwa bei Durchfall.

Eine angeschwollene Mundschleimhaut, Zahnfleischerkrankungen, erektile Dysfunktionen, Blutungen, die Vorbeugung von Prostatakrebs, Fettleibigkeit und Gewichtsreduktion sind ebenso mögliche Anwendungsgebiete.

Verwendet man Granatapfelsaft als Gurgelwasser, so hilft dies gegen Halsschmerzen.

Herz-Kreislauf

Der Granatapfel schützt unsere Blutgefäße, hält sie frei von Plaque und somit elastisch, steigert dadurch auch die Durchblutung des ganzen Körpers, bis in das kleinste Äderchen. Dadurch werden unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt und die Zellregeneration angekurbelt.

13 Studien belegten, dass Catechine in grünem Tee helfen, den Blutdruck zu senken, ebenso das Gesamtcholesterin und Lipoproteine niedriger Dichte, auch LDL genannt oder "schlechtes" Cholesterin. Noch effektiver wird dies, wenn man dazu Granatapfelsaft regelmäßig trinkt, denn der Granatapfel hat eine ähnliche Wirkung. Er verhindert eine Plaquebildung in den Arterien, wie eine Studie belegte, beugt so indirekt einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vor.

Krebs

Laboruntersuchungen zeigen, dass die enthaltenen Flavonoide in grünem und schwarzem Tee einige Arten von Krebs vorbeugen können. Auch hier kommt der Granatapfel als ergänzendes Mittel gerade recht, denn auch er wirkt durch seine Inhaltsstoffe, Vitamin A, Antioxidantien, Vitamin C und Eisen, Krebs entgegen. Er bekämpft freie Radikale, die die Zellen schädigen, verhindert insbesondere Brustkrebs, Lungenkrebs und Prostatakrebs.

Prostata

Granatapfelsaft ist laut neuesten Studien ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Prostataerkrankungen. Die enthaltenen Wirkstoffe können Schwellungen und Entzündungen mildern, sie können außerdem das Fortschreiten von Prostatakrebs verlangsamen. Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Einnahme von Granatapfel, roh oder entsaftet, gegen Vergrößerungen der Prostata hilft. Ein Becher pro Tag soll genügen.

Knochen

Die tägliche Verwendung stärkt die Knochen und kann dadurch Arthrose vorbeugen.

Blutdruck

Granatapfel kann den gefürchteten Bluthochdruck um bis zu 5% senken, kann außerdem Blutdruckschwankungen verkleinern.


Zahnbelag

Das regelmäßige Trinken von Granatapfelsaft verhindert Zahnbelag.

Alzheimer

Studien besagen, dass der Granatapfel bei Alzheimer hilfreich ist, den weiteren Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Analytische Fähigkeiten des Patienten werden gebessert, der Alltag ist wieder leichter zu bewältigen.

Appetit

Granatapfel wirkt auch als Appetitanreger. Wenn Kinder keinen Appetit haben, kann man ihnen ein Glas Granatapfelsaft geben, das wirkt Wunder.

Wechseljahre

Durch seinen Gehalt an Phytoöstrogenen hilft der Granatapfel gegen Beschwerden durch die Wechseljahre. Japanische Frauen essen traditionell diese Frucht, um solchen Beschwerden vorzubeugen.

Der eigene Granatapfelbaum

Man kann aus den Samen auch in unseren Breitengraden kleine Pflänzchen ziehen, die sogar später eigene Früchte tragen. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Granatapfelbaum keinen Frost abbekommt, im Winter muss er also vor der Kälte geschützt werden.

Es gibt aber auch spezielle Zuchtformen, die bis zu -30 Grad vertragen.


Die Phytohormone im Granatapfel

Die im Granatapfel enthaltenen pflanzlichen Phytoöstrogene können einen im Körper bestehenden Östrogenmangel ausgleichen. Somit unterstützt der Granatapfel zum Beispiel gegen Beschwerden in den Wechseljahren oder außerdem auch teilweise bei Empfängnisschwierigkeiten.

Andere Phytohormone können die Überproduktion von Östrogen verhindern, was zum Beispiel bei einem östrogenempfindlichen Brustkrebs zu einem langsameren Wachstum der Krebszellen führt. Selbiges gilt wahrscheinlich auch für Prostatakrebs bei Männern.

Allerdings sollte schon klar sein: Granatapfel heilt keinen Krebs! Er ist nur ein kleiner Baustein dazu, dass man nicht an Krebs erkrankt oder dass man wieder davon geheilt wird.

Weitere Auswirkungen, die die Phytohormone im Körper auslösen, sind eine verbesserte Stoffwechselfunktion, eine verbesserte Regenerationsfähigkeit, eine allgemein jüngere Erscheinung, da die Haut straffer wird.

Durch die enthaltenen Phytoöstrogene kann der Granatapfel auch beim Prämenstruellem Syndrom (PMS) hilfreich sein.

Diese Phytohormone befinden sich in den kleinen Samenschalen, in den Samen und in der harten Außenschale.


Der Granatapfel für den Mann

Der Granatapfel stand auch immer schon für die Fruchtbarkeit des Mannes, ebenso für die männliche Potenz. Ausprobieren hilft vielleicht... Trinken Sie pro Tag ein halbes Glas Granatapfelsaft, mal sehen, was bei Ihnen passiert.

Doch das ist nicht alles: Studien haben gezeigt, dass der Granatapfel vorbeugend gegen Prostatakrebs helfen kann, und wer schon Prostatakrebs hat, dem hilft die Frucht dadurch, dass er sich langsamer entwickelt.


Granatapfel zum Färben von Stoffen

Die unterschiedlichen Pflanzenteile lassen sich zum Färben von Stoffen einsetzen. Abhängig vom jeweiligen Pflanzenteil kommen dabei unterschiedliche Farben heraus:

Fruchtsaft

Färbt rot

Die Schale der Frucht

Färbt gelb und schwarz


Übersicht



Inhaltsstoffe

Flavonoide, Anthocyane, Polyphenole, Punicalagin, Ellagitannin, Crosmine, Gallussäure oder Ellagsäure Kalium, Vitamin C, Kalzium, Eisen


Volksnamen

Pomeranze, Liebesapfel


Wissenschaftlicher Name

Punica granatum


Englischer Name

Pomegranate


Verwendete Teile

Verwendung finden die Frucht, die Samen, die Knospen, die Rinde der Wurzeln und die Baumrinde, die aber ungenießbar bzw. giftig ist.


Pflanzenfamilie und Größe

Gehört zur Familie der Granatapfelgewächse, ist ein Baum, der bis zu 6 m groß werden kann.


Blütezeit

Die Blütezeit ist von Juni bis in den August.


Sammelzeit

Die Sammelzeit ist im September und Oktober.


Verwendete Pflanzenteile

Verwendet werden die Frucht und die Blätter.


Wirkstoffe

Fettsäuren, Fruchtzucker, Vitamin C, Flavonoide, Fruchtsäuren


Medizinische Eigenschaften

Regt den Stoffwechsel an, hemmt Entzündungen.


Passende Edelsteine

Der Granat und die Perle


Wirkung

Wirkt zusammenziehend (adstringierend), wirkt antiseptisch, unterstützt im Kampf gegen Viren, fördert die Durchblutung, hemmt Entzündungen, schützt die Blutgefäße, wirkt hormonausgleichend, vitalisiert, schützt die Körperzellen vor freien Radikalen.


Planet

Venus


Interessantes zum Granatapfel

Die erste uns bekannte schriftliche Erwähnung über die Verwendung des Granatapfels befindet sich auf einer Alabastervase, die man in einer Tempelanlage im alten Mesopotamien gefunden hat. Diese Vase dürfte inzwischen über 6000 Jahre alt sein, schon so lange ist der Granatapfel also bekannt, mehr noch: verehrt. Eine ebenso dort gefundene Tontafel trägt in Keilschrift den Satz, nachdem der Granatapfel "die Männer ... erregt, damit sie ... das Leben auf Erden fortzupflanzen nicht vergessen“. Nun ist das nicht gerade die reine Poesie, aber immerhin wurde damals schon mehr im Granatapfel gesehen als eine leckere Frucht.

Der Granatapfel war im alten Ägypten eine beliebte Grabbeigabe, sowohl bei den Pharaonen als auch bei den normalen Menschen, als etwas, was sie im Jenseits brauchten.

Das Alte Testament erwähnt den Granatapfel oft: So soll die Anzahl der Kerne genauso hoch sein wie die Anzahl der Gesetze im Alten Testament - 613. Wer mag, kann ja nachzählen!

Das Wort Granatapfel bzw. der Granatapfel stand im Hohelied des Salomos auf die Liebe für die weibliche Schönheit.

Austreibung aus dem Paradies - der Apfel war wahrscheinlich der Granatapfel
Austreibung aus dem Paradies - der Apfel war wahrscheinlich der Granatapfel

Im jüdischen Glauben bringt man die sechseckige Gestalt der einzelnen Fruchtabschnitte mit den sechs Zacken des Davidssternes in Verbindung.

Bei den alten Griechen soll Zeus der Braut Hera die Frucht gegeben haben, fortan galt die Frucht als Symbol der reinen sinnlichen Liebe und der Fruchtbarkeit.

Aphrodite soll einen Granatapfelbaum auf ihrer Lieblingsinsel Zypern gepflanzt haben, weshalb es auch heute noch so viele davon gibt.

Bei den alten Römern galt der Granatapfel als Symbol der Ehe. Griechen und Römer trugen damals im Altertum blühende Granatapfelzweige bei der Hochzeit.

Der Name "Punica" entstammt von den Puniern, die vielleicht von den Punischen Kriegen her bekannt sind, bzw. den daran beteiligten Phöniziern. Die Phönizier hatten zu Zeiten des alten römischen Reiches ebenfalls ein großes mächtiges Reich. In diesem Punischen Reich wuchsen viele der Früchte, und die Römer, dekadent und immer auf Genüsse aus, importierten den Granatapfel in großen Mengen. Sie gaben der Frucht den Namen "Malum punicum", was so viel bedeutet wie "phönizischer Apfel", oder auch "Malum granatum", Apfel mit (vielen) Kernen, "granatum" steht für "kernreich".

Die Frucht ist aber nicht ein Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit, sie steht auch für Macht - der Reichsapfel ist ein Granatapfel - und aufgrund der blutroten Blüten für den Tod.

Die spanische Stadt Granada bekam ihren Namen ebenso vom Granatapfel, denn sie trägt diesen in ihrem Wappen, umrandet von der Inschrift "sauer und dennoch süß", so wie die Frucht eben ist. Allerdings wäre es nicht sonderlich schick, die Beschreibung des Geschmackes einer Frucht im Wappen zu tragen, man dachte damals eher an etwas anderes: Sauer wie die Pflicht und die Strenge des Herrschers, süß wie die Güte und die Sicherheit, die die Stadt bot. Der Name wurde übrigens damals von den Mauren gegeben, also während der islamischen Zeit Spaniens.

Im alten China sah man im Granatapfel ebenso ein Symbol der Fruchtbarkeit und des neues Lebens, außerdem galt (und gilt) die Frucht dort als Aphrodisiakum.

Die verwandte tibetische Medizin stellt aus der Frucht ein Präparat namens „Se-Bru“ her, das ebenso mehr Lust auf die Lust machen soll.

Paracelsus, allseits bekannter Kräuterkundiger, kam auf den gleichen Gedanken: Für ihn war der Granatapfel eine Frucht, die die Fruchtbarkeit bei Mann und Frau stärken konnte.

Heutzutage ist uns modernen Menschen bekannt, dass der Querschnitt eines Granatapfels einem weiblichen Eierstock ähnelt, sowie die Kerne in ihren gelartigen Hüllen an die weiblichen Keimzellen erinnern.

Der Granatapfel wurde schon im Papyrus Eber erwähnt.

Dioskurides empfahl den Granatapfel im ersten Jahrhundert nach Christi zur Behandlung von Mundgeschwüren oder gegen Geschwüre an den Genitalien und dem After. Er kannte schon die adstringierende Wirkung des Saftes zur Wundbehandlung und Blutungsstillung.

Der Granatapfel war auch sehr präsent im Mittelalter. So trägt Eleonora di Toledo, ihrerseits die Ehefrau von Cosimo de Medici, einer der wichtigsten italienischen Familien der damaligen Zeit, Kleider mit dem Granatapfelmotiv. Granatapfel war also schick, besonders bei den Reichen.

Henry VIII, ehemaliger König von England, soll höchst selbst den ersten Granatapfelbaum in England gepflanzt haben, und selbst Shakespeare nannte in einigen seiner Stücke den Granatapfel, so zum Beispiel in Romeo und Julia.

Und auch in der Kunstform der katholischen Kirche findet man den Granatapfel immer wieder.

Der Granatapfel ist in allen Religionen ein Zeichen für Fruchtbarkeit. Da er so viele Samen in sich trägt, steht er auch für Kinderreichtum.

Der Apfel im Garten Eden, in den die Eva gebissen hat, soll (wahrscheinlich sicher!) ein Granatapfel gewesen sein.

Der Granatapfel gab sowohl der (Hand)Granate ihren Namen als auch dem Edelstein Granat, der eine ähnliche rote Farbe besitzt. Wahrscheinlich auch der in Spanien liegenden Stadt Granada, in deren Umland bis heute der Granatapfel angebaut wird.

Im alten Griechenland schrieb man den Granatapfel den Göttern der Unterwelt - Hades und Persephone - zu. Laut Sage entführte Hades die Mutter von Persephone, Demeter, und brachte sie in die Unterwelt.

Zeus, seines Zeichens Göttervater im alten Griechenland, beschloss jedoch, dass Persephone zu ihrer Mutter durfte, sollte diese in der Unterwelt nichts gegessen haben. Hades, der das nicht wollte, gab Demeter deshalb sechs Granatapfelkerne in deren Mund. Da Demeter nun also etwas gegessen hatte, musste sie fortan für ein Drittel des Jahres mit Hades in der Unterwelt sein, zwei Drittel des Jahres konnte sie in der Oberwelt bleiben.

Im alten Ägypten, bei den arabischen Stämmen und den Israeliten war der Granatapfelbaum früher ein heiliger Baum. In südlichen Ländern ist es auch heute noch verbreitet, bei einer Hochzeit eine Granatapfelfrucht derart auf den Erdboden zu werfen, sodass sie platzt.

Je mehr Kerne dann sichtbar werden, desto glücklicher wird die Ehe, je weniger Kerne, desto unglücklicher wird sie.

Im Orient stehen die Blüten und auch die Früchte für Wohlstand. Hat man viele Granatapfelbäume, ist man also reich und wohlhabend. Außerdem ist der Granatapfel immer noch ein Zeichen der Liebe, der Saft daraus wird gerne in Liebestränken verwendet.

Und sogar das bekannte Zwiebelmuster, welches man auf dem weltberühmten Meißener Porzellan sehen kann, soll sich eigentlich vom Granatapfel ableiten.

Der Granatapfel ist eine der Früchte, die im Koran vorkommen, gilt deshalb als besondere Frucht.


Wirkung und Anwendung von Granatapfel

  1. Arteriosklerose
  2. Arthritis
  3. bakterielle Infektionen
  4. Bluthochdruck
  5. Brustkrebs
  6. Darmkrebs
  7. Diabetes
  8. Diabetes mellitus
  9. Gelenkbeschwerden
  10. Hautkrebs
  11. Herzkrankheiten
  12. Linderung von Wechseljahresbeschwerden
  13. Lungenkrebs
  14. Magenerkrankung
  15. Osteoporose
  16. Prostata
  17. Prostatakrebs
  18. virale Infektionen (HIV-1)

Rezepte und Anwendungen rund um den Granatapfel



Ein Tee aus der Granatapfelbaumrinde

Auch aus der Rinde können Sie einen Tee herstellen, der gegen Würmer hilft und außerdem abführend wirkt. Aufgrund der großen Menge an Gerbstoffen wurde eine starke Abkochung früher auch zum Gerben von Leder verwendet.


In der Schale der Frucht sind Farbstoffe enthalten, die einen roten oder gelben Farbstoff liefern.


Eine Tinktur

Sie brauchen dazu 5 Granatäpfel, genauer gesagt die Kerne davon, die Sie vorher von deren Hülle befreien. Zerquetschen Sie die Kerne, geben Sie sie dann in 500 ml Wodka. Gut verschlossen einen Monat stehen lassen, dann absieben. Nehmen Sie davon pro Tag 20 Tropfen.

Diese Tinktur hilft zum Beispiel bei Wechseljahresproblemen, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen.


Trocknen und lagern

Die Schale und die Blätter der Früchte und des Baumes werden zerkleinert und sonnig getrocknet. Danach lagert man sie in einer Dose, oder man pulverisiert sie und lagert sie dann in einer Dose.


Studien

Die Inhaltsstoffe des Granatapfels haben anscheinend eine sehr unterschiedliche, aber durchaus positive Wirkung auf den Körper. Studien haben gezeigt, dass offenbar bestimmte kranke Zellen in ihrem Wachstum gebremst werden, bis zum Absterben hin, andere Zellen jedoch in ihrem Wachstum beschleunigt werden, so dass eine Erneuerung des Körpers stattfindet.

So hat man z. B. herausgefunden, dass bei einer Arteriosklerose sich die Dicke der inneren Gefäßwänden der Halsschlagader vergrößert, zugleich der Blutdruck abnimmt. Auch die Durchblutung des Herzmuskels wird erhöht.

In unterschiedlichen Studien fand man heraus, dass sich das Wachstum von Krebszellen vermindert, z. B. bei Krebsarten in der Lunge, der Brust, dem Darm, der Prostata oder auf der Haut.

Granatapfel hat zudem eine antiöstrogene Wirkung. Er beugt Wechseljahresbeschwerden vor und scheint sogar Brustkrebs vorzubeugen.


Der Granatapfel in der Küche


In arabischen Gegenden und in Asien gibt man frische Samen in Salate, in Hummus oder in Tahina, teils werden die Kerne auch einfach als Verzierung gebraucht. Die Samen können in Eintöpfe gegeben werden, sie passen gut zu Geflügel, in Obstsalate oder zu Gurken.

Den leicht säuerlichen Geschmack des Saftes liebt man in Georgien in Soßen für Fleisch und Fisch.

Aus dem Saft lässt sich auch eine leckere Marinade herstellen, mit der man Grillfleisch einstreicht.

Anardana, so nennt man die getrockneten Beeren, sind leicht klebrig und haben ein herbes, aber dennoch sehr fruchtiges Aroma, das man in Italien gerne in der Küche verwendet. Es passt zu Currys, auch zu Salzgebäck oder Gemüse.

Die Frucht passt gut zu Walnüssen, Geflügel, Pinienkernen, Avocado, Fisch, Roten Beten, Hülsenfrüchten, Spinat, Gurke, Lamm.

Als Gewürz passt es gut zu Zimt, Piment, Kardamom, Koriandersamen, Chili, Kurkuma, Kreuzkümmel, Ingwer, Nelken, Rosenknospen und Bockshornklee.


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Granatäpfel können wie die Grapefruit, Preiselbeeren und die Süßholzwurzel die Ausscheidung und den Abbau von Wirkstoffen anderer Medikamente aus dem Körper fördern. Das heißt nichts anderes, als dass andere Medikament in ihrer Wirkung verstärkt oder abgemildert werden können. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen.

Ebenso wird abgeraten, größere Mengen Granatapfel anzuwenden, wenn man Antigerinnungsmittel oder blutverdünnende Medikamente einnimmt.







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