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Das Kräuter-Verzeichnis

Chili

Chilis (Capsicum annuum oder Capsicum frutescens) gehören eigentlich zur Familie der Paprika, aber wenn man Chili hört, meint man doch eher die sehr scharfen Vertreter dieser Gattung, die man manchmal zum Kochen nimmt und die einem den Atem rauben können, wenn man sie nicht gewohnt ist. Übrigens gleich vorweg: Nicht jeder verträgt diese extreme Schärfe, es können durchaus Gesundheitsprobleme auftreten, wenn man jemandem einen solchen Chili unterjubelt, ohne dass er es weiß!

Ist Ihnen übrigens schon einmal aufgefallen, dass das Essen umso schärfer zubereitet wird, je näher man sich dem Äquator nähert? Das hat damit zu tun, dass diese scharfen Stoffe, hier eben Chili, Krankheitserreger abtöten, die sich ja in warmen Gegenden leichter vermehren als z.B. bei uns. Aber auch der Stoffwechsel und die Verdauung werden von diesen Stoffen angeregt.

Aber erst einmal der Reihe nach:

Chilis gehören zur Familie der Paprika und Peperoni. Sie sind allerdings die kleinsten Vertreter dieser Familie - und die schärfsten. Während man zum Beispiel die Paprika durch Züchtung vergrößerte und ihr zum Großteil die Schärfe nahm, ist der Chili bisher durch Züchtung nicht verändert worden. Wozu auch?

Es gibt unzählige Sorten, die sich in Aussehen, Größe und vor allem Schärfe unterscheiden. Die Schärfe reicht sozusagen von "angenehm scharf" bis "Hilfe, ich krieg keine Luft mehr". Der schärfste Chili ist übrigens die Habaneros, die wohl wirklich jedem die Sprache verschlägt.

Kein Wunder also, dass Chili schon lange als Gewürz Verwendung findet. Meist findet man es unter dem Namen Cayenne.

Die Schärfe in den Chilis kommt vom Inhaltsstoff Capsaicin.

Dieses Capsaicin kommt in allen Paprikas, Peperonis und Chilis vor, allerdings in unterschiedlicher Höhe.

Capsaicin verursacht das Brennen auf allen Schleimhäuten,

also nicht nur im Mund, sondern auch z.B. an den Augen.

Es gibt sogar eine Skala, nach der man den Schärfegrad bestimmen kann, die so genannte Scoville-Skala:

- Gemüsepaprika: 0 - 500 - Peperoni: 500 - 1.500 - Mittelscharfe Chilis: 1.500 - 30.000 - Cayenne-Pfeffer: 30.000 - 50.000 - Thai-Chili: 50.000 - 100.000 - Habanero-Chili: 100.000 - 350.000 - Capsaicin pur: 16.000.000

Der Chili ist ein einjähriges Nachtschattengewächs.

Er braucht viel Wärme, um wachsen zu können. Im Hochsommer bilden sich an den Zweigen der Pflanze kleine Blüten, aus denen später die Chilifrüchte wachsen. Diese sind erst grün, werden später aber rot. Die Pflanze bildet bis in den Winter immer wieder neue Früchte.


Wirkung und Anwendung von Chili

  1. anregend
  2. antibakteriell
  3. Appetitlosigkeit
  4. betäubend
  5. Blähungen
  6. durchblutungsfördernd
  7. Gelenkschmerzen
  8. Hämorrhoiden
  9. hautreizend
  10. Hexenschuss
  11. Ischias
  12. kreislaufanregend
  13. Magenschwäche
  14. Muskelkater
  15. Muskelschmerzen
  16. Nackenschmerzen
  17. Rheuma
  18. Rückenschmerzen
  19. schweißtreibend
  20. Verdauungsschwäche
  21. Verspannungen
  22. wurmtreibend
  23. Zerrungen

Übersicht zur Chili

Volksnamen

Peperoni, Pepperoni, Pfefferoni, Pfefferschoten, Chilli, Cayenne

Verwendete Pflanzenteile

Verwendet werden nur die Früchte

Inhaltsstoffe

Capsaicin, Carotinoide, Capsanthin, Capsorubin, Vitamin C

Sammelzeit

Von August bis zum Oktober

Innerliche Anwendung

Als Gewürz verwendet regt Chili die Verdauung an, fördert die Schweißbildung, regt die Durchblutung und den Stoffwechsel an, vertreibt sogar Würmer. Man sagt ihm auch eine erotisierende Wirkung nach...

Äußerliche Anwendung

Chili auf der Haut fördert die Durchblutung, wirkt hautreizend.

Verspannungen können gelockert werden, auch Muskelkater bessert sich, rheumatische oder neuralgische Schmerzen werden gebessert.


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen!

Chili nicht in die Augen bringen!

Nach dem Anfassen eines Chilis unbedingt die Hände GRÜNDLICH (wirklich gründlich) waschen!

Niemandem Chili unterjubeln, der nichts davon weiß!




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Letzte Änderung am Dienstag, 24.2.2015, 16:40:54 Uhr








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