Der Name Beinwell kommt von Bein und well (engl. gut), also
ein Kraut, welches den Beinen gut tut.
Der Beinwell liebt feuchte Böden. Er ist daher oft an
Wasserläufen zu finden. Auch in Senken, in denen sich
das Grundwasser sammelt, wird er oft angetroffen.
Im Frühjahr wachsen rauhe haarige Triebe aus dem Boden.
Nach wenigen Wochen wachsen Stengel aus den Trieben, die schon
bald erste Blüten bekommen.
Die Blüten sind violett oder weisslich-gelb. Sie hängen
in kleinen Trauben nach unten.
Der mehrjährige Beinwell blüht von Mai bis September,
man sammelt die Wurzeln im Frühjahr im März und
im Herbst von September bis November. Diese Wurzeln werden
aufgeschnitten und in der Sonne zum Trocknen ausgelegt.
Der Beinwell gilt als eine sehr alte Heilpflanze, die man
nur äußerlich anwenden sollte.
Bereits im Mittelalter verwendete man ihn zur Behandlung von
beschädigten Knochen und bei eiternden Wunden (als Umschlag).
In der frühen Naturmedizin nahm man Beinwell auch als
Gurgelmittel gegen Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen,
zudem trank man früher einen Beinwelltee bei chronischen
Entzündungen der Atemwege, gegen Magengeschwüre
und auch gegen Tuberkulose.
Als Badzusatz verwendete man Beinwell gegen Ekzeme, Krampfadern
und Geschwüre.
In vielen Sportsalben wird inzwischen Beinwell verwendet,
da er Schmerzen beseitigt, Schwellungen abschwellen läßt,
hilft bei Knochenbrüchen, Zerrungen und Verstauchungen.
Hildegard von
Bingen empfahl Beinwell als eines der wertvollsten Heilkräuter
der Volksmedizin. Sie pries sogar einen Kuchen aus Mehl, Beinwellblättern
und Honig als Heilmittel an. Sie nannte Beinwell "Consolida"
vom lateinischen "consolidare" = befestigen. Dieser
Begriff hat sich im Apothekerlatein bis heute erhalten.
Wo wächst Beinwell
Sonnig bis halbschattig, feuchte, nährstoffreiche Böden,
am liebsten Lehmböden, häufig an Ufern in Gräben
oder feuchten Wegrändern
Sammelzeit
Gesammelt werden die Wurzeln im Spätherbst oder im frühen
Frühjahr
Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Beinwell
Beim Beinwell wird vor allem die Wurzel als Tinktur und in Salben verwendet.
Er hilft bei Knochenbrüchen, Verstauchungen, Hautschäden usw.
Auf Wunden aufgelegt, wirken die Blätter schmerzstillend.
Ausserdem hilft er bei der Neubildung verletzter Haut (granulationsfördernd).
Umschläge bei Schleimbeutel-, Knochenhaut-, Venen-, Sehnenscheidenentzündungen
und Drüsenschwellungen
100g der Wurzel in einem Liter Wasser 10 Minuten kochen, danach absieben. Damit
werden warme Umschläge gemacht.
Tonikum gegen unreine Haut
200 ml Alkohol (45%)
1 Eßlöffel Weidenrinde
1 Teelöffel Beinwellwurzel
1 Teelöffel Thymian
1 Teelöffel Rosmarin
Alle Zutaten zusammen zehn Tage ziehen lassen. Danach abfiltern und die unreine
Haut damit zweimal pro Tag bestreichen.
Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln
fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!
Vorsicht
Wegen der Giftigkeit des Beinwell nur auf intakte Haut auftragen.
Auf eine innerliche Anwendung sollte ebenfalls verzichtet
werden. Beinwell enthält - wenn auch nur in geringen
Mengen - giftige Pyrrolizidin-Alkaloide.
Wenn sich durch die Behandlung mit Beinwell neues Gewebe
bildet, bevor eine tiefe Wunde darunter ausgeheilt ist, besteht
die Gefahr einer Vereiterung.