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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Gundermann / Gundelrebe

Der Gundermann (Glechoma hederaceum) wird auch Gundelrebe genannt. Der Gundermann ist eher unauffällig, wenn er keine Blüten trägt. Viele Menschen übersehen ihn einfach. Blüht er aber auf, dann zeigt er stolz seine leuchtenden blau-violetten Blüten, die wirklich bemerkenswert sind. Die Blätter verströmen den schwachen Duft von Kampfer mit einem leichten Duft von Zitronengras und Pfefferminze gemischt.

Er erblüht von März bis Juli, man kann das Kraut selbst zur selben Zeit sammeln. Man trocknet es in dünnen Schichten an einem schattigen Platz.

Der Gundermann hat ein ähnliches Wachstum wie der Efeu. Er kriecht am Boden entlang, und sobald er etwas findet, an dem er hochwachsen kann, rankt er in die Höhe. Die Triebe des Gundermanns werden bis zu einem Meter lang. Man hat früher zur Walpurgisnacht auch Kränze aus ihm geflochten.

Da der Gundermann schnell wächst, bedeckt er schon nach einem Jahr große Flächen. Man setzt ihn deshalb im Garten oft als schnell wachsenden Bodenbedecker ein. Der Gundermann ist eine ausdauernde Pflanze, deren Wuchshöhe bis zu 20 cm beträgt.

Zerreibt man ein Blatt der Pflanze zwischen seinen Fingern, so entsteht ein herber bis würziger Duft. Zudem bemerkt man, dass die Haut sehr gut aufeinander gleitet. Das kommt von dem enthaltenen Öl, das übrigens auch für die hautheilenden Eigenschaften des Gundermanns verantwortlich ist.

Als Heilmittel kennt man den Gundermann schon seit dem 12. Jahrhundert.

Der Gundermann kann verwendet werden u. a. bei Durchfällen und bei Magenkatarrhen, er erleichtert das Abhusten bei Lungenerkrankungen und asthmatischen Anfällen, zudem wirkt er appetitsteigernd.

Äußerlich eingesetzt wird Gundermann als Gurgelmittel oder als Badzusatz, der bei Hautkrankheiten helfen kann.

Was viele Menschen nicht wissen: die Gerbstoffe im Gundermann binden neben Schwermetalle wie Blei auch Pestizide, die häufig von der ländlichen Bevölkerung eingeatmet werden, bzw. die man mit dem heutigen "modernen" Obst isst. Gundermann bindet sie und leitet sie aus - Deshalb: Gundermann essen oder Tee trinken!


Verwechslungsgefahr

Verwechslungsgefahr besteht mit dem Kriechenden Günsel. Dieser hat aber aufrechte Stängel, dessen Blätter sind eher länglich und oval, seine Grundblätter stehen in einer Rosette. Die Blüten sind kerzenförmig mit bis zu 6 Blüten. Die gesundheitliche Anwendung ist jedoch ähnlich.

Und auch der Echte Ehrenpreis wird zuweilen mit der Gundelrebe verwechselt, er ist aber ebenfalls eine Heilpflanze.

Es besteht außerdem die Verwechslungsgefahr mit dem Echten Nelkenwurz und mit der Knoblauchsrauke, ebenso mit der Roten Taubnessel.



Gundelrebe nach Hildegard von Bingen

„ ... Aber wenn üble Säfte den Kopf wie »doum« plagen, so daß auch seine Ohren tosen, der bringe Gundelrebe in warmem Wasser zum Sieden, und nach Ausdrücken des Wassers lege er sie so warm um seinen Kopf, und sie mindert das »doum« in seinem Kopf und öffnet sein Gehör."

Rezept

frisches oder getrocknetes Gundelrebenkraut

Gundelrebenkraut in einem Topf Wasser ca. 5 Minuten kochen, das Wasser abdrücken und das Kraut um den Kopf legen und mit einem Badehandtuch in Form eines Turbans befestigen. Diese Packung 1 x täglich 2-3 Stunden, jedoch am besten über Nacht ein wirken lassen.


Geschichtliches um den Gundermann

Die heilige Hildegard von Bingen empfahl schon damals, das Gundermannkraut heiß aufzukochen und dann bei Ohrentzündungen oder auch bei Ohrensausen warm in ein Tuch gehüllt auf das entsprechende Ohr aufzulegen.

Gundermann soll Pferde und Ochsen beschützen können
Gundermann soll Pferde und Ochsen beschützen können

Hildegard von Bingen empfiehlt die Pflanze vor allem auch gegen Lungen- und Halserkrankungen.

Die Blätter des Gundermanns finden sich das ganze Jahr über, im Winter sogar unter der Schneedecke. Davon war die heilige Hildegard von Bingen so angetan, dass sie schrieb: "Es ist eine Kraft aus der Ewigkeit und diese Kraft ist grün. [...] Wer Schmerzen oder Geschwüre in der Brust hat, soll gekochte und noch warme Gundelrebe um seine Brust legen..."

Der Name "Steinumwickler" kommt wohl daher, dass der Gundermann bei allerlei Steinleiden hilft, so z. B. bei Leberleiden, Nierenleiden und Blasenleiden. Zudem löst der Gundermann auch die Harnsäure.

Bei den alten Germanen und bei den Kelten war der Gundermann als heiliges Kraut angesehen. Er galt so zum Beispiel als Schutzkraut, das Zauber abwehren konnte. Man pflanzte ihn dazu um das Haus herum an.

Der Gundermann ist ein so genanntes „Gundkraut", also ein Kraut, das gegen Eiterungen und schlecht heilende Wunden hilft. „Gund“ ist ein altgermanisches Wort für „Eiter“, und so kam der Gundermann wohl auch zu seinem Namen.

Im ersten Jahrhundert n. Chr. empfahl ihn der griechische Arzt Dioskurides zur Behandlung eines schwachen Rückens und gegen Augeninfektionen.

Seefahren und Siedler kannten Gundermann aufgrund seiner hohen Vitamin-C-Konzentration als wirksames Mittel gegen Skorbut.

Traditionell wurde Gundermann früher gegen Tinnitus, Schnupfen, Durchfall, Gallenerkrankungen, Hämorrhoiden und als Stärkungsmittel verwendet.

Während der Tudor-Zeit in England machte man Bier für Seereisen haltbar, indem man Gundermann beigab. Im frühen 20. Jahrhundert galt Gundermanntee in Großbritannien als Allheilmittel, das man gegen Tuberkulose und ebenfalls wieder gegen eine Bleivergiftung einsetzte. Aus den Stängeln der Pflanze wurden aber auch Kränze für die Toten gemacht.

In der Kräutermedizin wird der Gundermann bis heute auch zur Wundheilung eingesetzt.

Die Inhaltsstoffe, besonders die Gerbstoffe und die enthaltenen ätherischen Öle, reinigen Wunden, sind adstringierend, sie hemmen Entzündungen, lassen Wunden sich schneller schließen und können auch etwas gegen die Schmerzen tun.

Der Gundermann kann zum Beispiel äußerlich als Mundspülung gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum helfen, man kann mit einem Absud Waschungen, Spülungen und Wundauflagen durchführen, zum Beispiel bei stark eitrigen Pickeln.

Tröpfelt man per Wattebausch etwas Gundermanntee in ein Ohr, kann das gegen Ohrenentzündungen helfen.

Bäder mit Gundermann im Wasser sind sehr gut für die Haut und auch für schmerzende Muskeln und Gelenke. Ein solches Bad hilft gegen die Schmerzen bei Ischias und Gicht.

Innerlich hilft ein Tee zur Reinigung des Körpers, besonders nach langen Krankheiten.

Gundermann regt die Blase an, ebenso die Niere und das Verdauungssystem. Leber und Galle werden gestärkt.

Im späten Mittelalter tranken Maler viel Gundermanntee, um sich damit vor dem in der Farbe enthaltenen Blei zu schützen. Heute weiß man, dass der Gundermann hilft, Schwermetalle auszuscheiden.

Flechtet man zum 1. Mai einen Kranz aus Gundelrebe und setzt ihn sich auf, dann kann man die echten Hexen erkennen!

Früher hängte man Gundermann am Hause auf, damit er vor einem Blitzschlag schütze.

Für einen guten Stuhlgang empfahl Brunfels einen Kranz zu flechten, der bis in die Magengegend reichte, und diesen sollte man dann tragen, bis es "wieder ging".

Im Frühling melkte man die Milch der Kühe durch einen Gundelrebenkranz, damit sie frisch blieb. Ebenso gab man den Kühen Gundelrebe ins Futter, damit die Kuh und auch die Milch gesund blieben.

Sollte dennoch mit der Milch etwas nicht gestimmt haben, wuschen die Bauern die Euter und das Milchgeschirr mit Gundelrebentee.

Nahm man früher zu Neujahr ein Gundelreben-Sträußchen mit in die Kirche, so konnte man sehen, wer im Jahr sterben werde, so glaubte man wenigstens.

Der Gundermann galt in einigen Gegenden als schützender Hausgeist, der vor bösen Geistern schützt, wenn er neben dem Haus oder auf dem Bauernhof wuchs.

Der Männername Gundram und der Frauenname Gunda leiten sich davon ab. Beide Namen stehen für beschützende Menschen.

Brunfels erwähnt die Pflanze lobend gegen Augenfluss, also tränenden Augen, gegen Geschwüre und Ausschläge.

Wenn früher die Kühe keine Milch gaben, dann dachte man schon mal, dass sie verhext waren. Albertus Magnus schrieb in seinem Buch "Bewährte egyptische Geheimnisse für Mensch und Vieh"

"Sobald das Euter eine Kuh verhext ist, nimmt man Gundelrebe, flechte daraus einen Kranz und melke die Milch hindurch. Danach gibt man den Kranz der Kuh zu fressen und sagt dabei den Spruch "Kuh, hier geb ich dir Gundelreben, dass du mir die Milch willst geben"."

Es war auch üblich, die Kühe im Frühling vor dem Almauftrieb durch einen solchen Kranz zu melken, denn wer wusste schon, welche bösen Geister auf der Weide waren? So wurde das Vieh geschützt.

Der Gundermann ist laut Sage die Pflanze des Gottes Donar, dem Donnergott. Steht der Gundermann neben dem Haus, kann dort kein Blitz und Donner einschlagen.

Der Gundermann ist eines der "Ach Du grüne Neune" Gründonnerstags-Suppe.

In Bayern war es früher Brauch, am Johannistag neun verschiedene Küchlein zu Backen, einer davon war das "Gundelküchle".

Gegen Zahnschmerzen oder Mundfäulnis soll man den Zahn oder den Mundraum mit 3 Gundermannstängeln einreiben. Laut Sage hat Jesu selbst den Petrus oder Johannes so geheilt.

Sammelt man den Gundermann während einer Pfingstpredigt, so kann er alle Erkrankungen heilen - so zumindest laut Überlieferung aus Tirol.

Sammelt man in der Walpurgisnacht das Heilkraut und stellt man dann einen Kranz daraus her, den man auf dem Kopf trägt, so soll man die Hexen erkennen können.


Wirkung und Anwendung von Gundermann

  1. regt Nieren und die Blase an
  2. chronischer Husten
  3. chronischer Schnupfen
  4. entzündungshemmend
  5. Rekonvaleszenz
  6. schlecht heilende Wunden
  7. schleimlösend
  8. stoffwechselfördernd
  9. Durchfall
  10. Magenkatarrh
  11. erleichtert das Abhusten
  12. appetitsteigernd
  13. Hautkrankheiten

Übersicht zum Gundermann

Volksnamen

Blauhuder, Engelskraut, Erdefeu, Donnerrebe, Efeu-Gundermann, Gewitterblume, Grundrebli, Gundelrebe, Gundelrieme, Gutermann, Heilreif, Huderich, Soldatenpetersilie, Steinumwickler, Totenkraut, Buldermann, Wildes Katzenkraut, Zickelskräutchen

Verwendete Pflanzenteile

Verwendet werden die Blätter.

Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, ätherisches Öl, Bitterstoffe, Saponine, Mineralien, Vitamin C, organische Säuren

Sammelzeit

Die Sammelzeit ist von März bis in den Juli.

Blütezeit

Die Blüte reicht von März bis Juli.

Geruch und Geschmack

Duftet schwach aromatisch, schmeckt würzig und leicht bitter.

Verwendungsmöglichkeiten

Als Tee, als Saft, zum Gurgeln, für Umschläge, als Gewürz

Warnung

Die Pflanze darf nur mit Bedacht zur Selbsttherapie verwendet werden, da sie giftige Bestandteile enthält.

Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Gundermann

Tee

2 Teelöffel mit heißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee hilft gut beim Husten, denn die Blätter der Gundelrebe wirken schleimlösend.

Wirkt stärkend bei langen Krankheiten

1 Teelöffel getrocknetes oder 2 Teelöffel frisches Kraut mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Tinktur

Dazu schneidet man 1 bis 2 Hand voll Gundelrebenkraut klein und gibt es in ein Schraubdeckelglas, so dass es locker ganz gefüllt ist, dann füllt man mit 45%igem Weingeist auf.

3 Wochen stehen lassen und absieben.

Davon nimmt man bei Bedarf 3 x 30 Tropfen, Kinder die Hälfte.

Wundöl

Frische Gundelrebenblätter (von Mai bis Juni) sammeln, falls Erde daran ist, trocken abschütteln bzw. nur die sauberen Blätter verwenden, aber nicht waschen, weil zu viel Wasser das Wundöl zu sehr verdünnen würde. Ein Schraubglas locker füllen und dann die Blätter fest auf ein Drittel des Volumens zusammenpressen und an einen hellen, sonnigen und warmen Ort stellen. Nach einigen Tagen hat sich am Glasboden eine helle Flüssigkeit angesammelt - diese vorsichtig absieben und in einer dunklen Glasflasche an einem kühlen Ort aufbewahren.

Bei Bedarf Watte mit dem Öl tränken und eitrige, schlecht heilende Wunden mehrmals täglich damit bestreichen.

Stärkend bei Krankheiten

1 Teelöffel getrocknetes oder 2 Teelöffel frisches Gundermannkraut mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

3 Tassen pro Tag.

Gesichtswasser bei unreiner Haut

Bei unreiner Haut und Akne hilft Gundelreben-Gesichtswasser

1 Handvoll Kraut mit 1/2 l kochendem Wasser überbrühen, kurz aufkochen, abkühlen lassen und absieben, das klärt die Haut und entfernt Hautunreinheiten.

Eine Gundermannmilch

Geben Sie 3 Teelöffel des blühenden Krautes in einen viertel Liter kalte Milch, kochen dies kurz auf, lassen es 10 Minuten ziehen und sieben dann ab. Hilft bei Grippe und Erkältungen.

Tee gegen Ischias, Gicht, Ekzeme und Ausschläge

5 Handvoll Gundelrebenkraut in 5 Liter Wasser auskochen, absieben und dem Badewasser zufügen. Für Teilbäder reicht entsprechend weniger, z. B. 2 Handvoll Gundelreben auf 2 Liter Wasser ausgekocht.

Hüftschmerzen

Kochen Sie eine Hand voll Gundelrebe in einem Liter Wein und trinken Sie das pro Tag zwei bis drei Mal ein Schnapsglas davon.

Ein Gundelrebentee, zu gleichen Teilen mit Wermut, galt früher als Rezept bei Gelbsucht.

Ein Gundelrebentee, zu gleichen Teilen mit Kalmus, stärkt den Magen.

Ein Gundelrebentee, zu gleichen Teilen mit Schafgarbe, Huflattich und Ehrenpreis, galt als exzellenter Brusttee.

Gegen Ekzeme, Geschwüre und Eiterbeulen mischte man zu gleichen Teilen Gundelrebe mit Schafgarbe. Aus dem Absud stellte man Umschläge oder Auflagen her, man verwendete dies auch für Waschungen.

Gegen Zahnweh

Gundelrebentee 1:1 mit Essig vermischt, war früher eine gebräuchliche Mundspülung bei Zahnschmerzen.

Das Gemisch wurde auch auf von Gicht befallene Stellen aufgelegt, oder bei Ohrenerkrankungen in das Ohr geträufelt. Bei Ohrenbeschwerden gab es aber auch die Anwendung von zu gleichen Teilen Gundelrebe, Schafgarbe und Salbei.

Nasentropfen bei Heuschnupfen

Sie brauchen dazu:

einen viertel Liter Wasser,

etwas Meersalz,

1/2 TL getrockneten Gundermann

und 1 TL getrockneten Salbei.

Kochen Sie das Wasser mitsamt des Salzes auf, geben Sie dann Salbei und Gundermann dazu, dann 8 Minuten stehen lassen, dann absieben.

Appetitanregender Tee

Ein Tee aus zwei Teelöffeln Gundermann auf eine Tasse Wasser, den man zweimal pro Tag trinken sollte, fördert den Appetit und regt den Stoffwechsel an.

Ein Gundelrebenbad

Stellen Sie aus ca. 5 Handvoll Gundelrebe und 2 Liter Wasser einen Absud her, den Sie ins Badewasser geben. Das hilft gegen Müdigkeit, Erschöpfung und Kraftlosigkeit.

Eine Gundelrebenpackung

Diese Packung soll bei einem brummenden Kopf, aber auch bei Tinnitus helfen, ebenso bei Schwerhörigkeit: Geben Sie Gundelrebenkraut in zwei Leinensäckchen, die Sie dann in siedendes Wasser geben. Nach 5 Minuten gut ausdrücken und auf die Ohren legen. Mit einem Tuch fixieren und möglichst lange aufgelegt lassen.

Ein Gundelreben-Erkältungstrunk

Sie brauchen dafür

250 ml heiße Milch,

Honig

und ca. 10 g Gundelrebenblätter.

Geben Sie die Gundelrebenblätter in die Milch und lassen Sie die 10 Minuten abgedeckt ziehen, dann absieben und nach Lust und Laune mit Honig süßen. Möglichst heiß in kleinen Schlucken trinken.

Gegen Ohrgeräusche hilft Gundelrebensaft

Bei Ohrgeräuschen und Ohrensausen träufelt man ausgepressten Gundelrebensaft ins Ohr. Zusätzlich sollte man Gundelrebentee trinken.

Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!

Gundermann in der Küche

Die jungen Stängel, die Blätter und auch die Blüten eignen sich wunderbar für einen Frühjahrssalat.

Als Würzkraut regt er die Verdauung an und steigert zudem den Stoffwechsel. Sein Geschmack ist etwas Besonderes, er passt gut auf ein Butterbrot, in eine Suppe, auf Pizza, in Soßen oder in Quarkspeisen.


Giftig für Pferde

Gundermann, ob frisch oder getrocknet, ist giftig für Pferde und Ponys. Kein Problem, möchte man meinen, denn er schmeckt ihnen nicht und sie fressen ihn auch nicht von alleine. Was aber, wenn etwas Gundermann in Heuballen versteckt ist? Vergiftungen sind selten und kaum tödlich. Symptome dafür sind Sabbern, Schweiß und schweres Atmen.


In der Küche

Gundermann kann auch für kulinarische Zwecke verwendet werden. Die zarten Blätter der Pflanze kann man roh verzehren, ebenso aber auch kochen. Die Blätter der Gundelrebe haben einen herben Geschmack, man kann sie gut in Salate geben, um etwas mehr Geschmack beizubringen. Alternativ kann man die jungen Blätter wie Spinat zubereiten oder Suppen und Eintopfgerichten beigeben.


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Gundermann ist normalerweise für die meisten Erwachsenen ungefährlich, wenn man ihn nicht in zu großen Mengen zu sich nimmt.

Nebenwirkungen können Reizungen der Niere und der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes sein, wenn man zu viel davon genommen hat.

Gundermann sollte nicht zusammen mit einigen Medikamenten verwendet werden, dazu gehören unter anderem Blutverdünner und ASS.

Man solle den Gundermann nicht zusammen mit Minze verwenden, da in beiden Kräutern Pulegon, ein ätherisches Öl, enthalten ist, das die Leber schädigen kann. Nimmt man beide Pflanzen gleichzeitig, können sie sich in ihrer schädlichen Wirkung verstärken.

Wenn Sie unter Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen oder Anfallsleiden leiden, sollten Sie keinen Gundermann nehmen.

Ebenso nicht, wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Auch bei bekannten Allergien gegen Lippenblütler sollten Sie darauf verzichten.

Gundermann
Gundermann


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Kurzinfo
Gundermann
  • Gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler.
  • Herkunftsgebiete: Europa
  • Wächst auf Wiesen und am Wegesrand.
  • Pflanzenbeschreibung: kriechender Wuchs, wird bis zu 30 cm groß.
  • Die Pflanzenstängel bilden an ihren Knoten Wurzeln.
  • Blätter sind klein, nierenförmig bis herzförmig; Blattränder sind eingekerbt.
  • Blüten stehen in Scheinquirlen, sie sind hellviolett.
  • Der Wuchsort ist bevorzugt in der Sonne oder im Halbschatten.
  • Boden sollte gut feucht und durchlässig sein.
  • Stark wuchernde Pflanze
  • Verwendung: Frische Blätter, Blüten und das blühende Kraut.
  • Blätter schmecken würzig in Salat, Suppe, Eierspeisen, Gemüse.
  • Tee bei Gallenbeschwerden, äußerlich gegen Wunden, als Gurgelmittel Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
  • Vorsicht: Pferdegiftig!