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Das Kräuter-Verzeichnis

Die Vogelmiere

Die Vogelmiere (Stellaria media) ist ein kleines und zierliches Kraut, in dem viele Menschen leider nur ein Unkraut sehen. Tatsächlich jedoch ist in der Vogelmiere ein hoher Anteil an Vitaminen und Mineralien enthalten, so dass man die Vogelmiere möglichst oft in seinen Speiseplan einbauen sollte.

Wer die Vogelmiere in seinem Garten hat und sie dort eigentlich gar nicht haben will, der hat da ein Problem: Da wird gegraben, gestampft, geflucht und geschimpft, und wieder gegraben, aber all das hilft nichts - die Vogelmiere wächst bald darauf wieder. Unverwüstlich scheint sie zu sein, oder man könnte auch meinen, sie will uns damit zeigen: Hey, ich bin gut für Dich, ich bleibe immer in Deiner Nähe!

Sie ist eine der Pflanzen, die Sie sich auf jeden Fall genauer ansehen sollten.

Sie fällt kaum auf, die Vogelmiere, wenn man sie so mit ihren kleinen weißen Blüten sieht. Wenn man sie auf Wanderungen sieht, sollte man darauf achten, ob die Blüten geöffnet sind: Sind die offen, bleibt es für mindestens 4 Stunden schönes Wetter.

Die Stängel der Vogelmiere sind lang und dünn und wachsen wirr durcheinander. Die Heilpflanze ist oft auf brachliegenden Feldern zu finden, manchmal aber auch in Gemüsebeeten und in Blumentöpfen.

Die Vogelmiere wächst auf feuchten fetten Böden, gerne im Halbschatten, gerne auch in der Sonne, besonders gut wächst sie jedoch auf stickstoffreichen Böden. Anders herum gesehen kann man auch sagen: Dort wo sie wächst, ist der Boden stickstoffreich, sie ist nämlich eine Zeigerpflanze dafür.

Interessant ist, dass die Vogelmiere bei nahendem Regen ihre kleinen weißen Blüten schließt, bevor das Innere nass wird.

Die Vogelmiere ist schon seit langer Zeit für ihre Wirkung gegen allerlei Krankheiten bekannt, so hat zum Beispiel Pfarrer Kneipp die Vogelmiere gegen Hämorrhoiden, bei Lungenleiden, und bei Verschleimungen der Nieren und der Blase empfohlen.

Pfarrer Kneipp war wohl überhaupt einer der Ersten in unserem Raum, der die Vogelmiere als Heilkraut ernst nahm. Er verwendete sie zum Beispiel als Hustenmittel, hier zur Beruhigung des Hustenreizes und zur Schleimlösung.

Ein Tee hilft bei der Blutbildung, er reinigt auch das Blut, gleichzeitig die Nieren und die Blase. Kneipp empfahl die Vogelmiere auch für Schlankheitskuren und zur innerlichen Reinigung bei Hautkrankheiten, so zum Beispiel bei Schuppenflechte oder bei Ekzemen.

Des Weiteren wird die Vogelmiere als Mittel für die Augen empfohlen, das die Sehkraft stärkt, zudem soll die Vogelmiere herzschwachen Menschen helfen.

Die Vogelmiere hat aber noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten, so schützt sie vor grauem Star, sie stillt Blutungen, hemmt Entzündungen, sie soll in begrenztem Umfang gegen gutartige Tumore helfen, sie normalisiert Herz- und Kreislaufsystem, ebenso das Nervensystem, sie senkt außerdem den LDL-Cholesterinspiegel.

Der hohe Saponin-Gehalt der Heilpflanze ist wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass Tees, innerlich und äußerlich angewandt, bei der Linderung von intensivem Juckreiz der Haut helfen können. Die Fähigkeit, die Narbenbildung zu reduzieren, ist eine weitere bemerkenswerte Fähigkeit der Vogelmiere.

Eine beruhigende und heilende Wirkung wird der Pflanze als Ganzes zugeschrieben, und das betrifft nicht nur die Haut, sondern alle Körperteile - ein gereizter Verdauungstrakt profitiert also ebenfalls davon.

Antioxidative Wirkung

Studien zeigten eine Wirkung gegen alterungsbedingte Erkrankungen. So stellte man fest, dass das Kraut eine antioxidative Wirkung hat, die die Alterung des Körpers verlangsamen kann.

Andere Studien zeigten zudem, dass in den Samen Wirkstoffe enthalten sind, die Pilze und Bakterien im Wachstum hemmen können.

Verwendet wird dazu das oberirdisch wachsende Kraut, das man das ganze Jahr über pflücken kann, auch im Winter.


Ernten und trocknen

Man findet die Pflanze an Wegesrändern, im Wald, auf Schutthalden, auf brachliegendem Land, auf feuchten Erdböden, an Weinbergen, nahezu allerorts ist die Vogelmiere aufzufinden.

Man erntet die oberirdischen Pflanzenteile, die man dann halbschattig trocknet. Danach lagert man sie in einer Dose. Normalerweise ist die Trocknung aber unnötig, es gibt ja so viel frische Vogelmiere, und das das ganze Jahr über (außer im Winter). Doch Stopp: Sogar im Winter wächst sie, dann halt unter dem Schnee, was niemand weiß, außer Sie jetzt.


Homöopathie

Als homöopathisches Mittel Stellaria media geeignet gegen Leberbeschwerden und Gelenkrheuma.


Interessantes

Der Name kommt wohl daher, dass diese Pflanze gerne von Vögeln gegessen wird. Im Englischen kennt man den Namen Chickenweed, also so viel wie Hühnermiere, weil die Hühner ganz verrückt danach sind.

Die Pflanze kann in einem Wuchsjahr bis zu 6 Generationen an Nachkommen bilden - wen wundert es also, dass sie Flächen schnell für sich vereinnahmt und kaum wieder wegzukriegen ist?


Verwechslungsgefahr


Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem Ackergauchheil, einer leicht giftigen Pflanze.

Ebenso mit anderen Mierenarten.

Ein eindeutiges Merkmal der Vogelmiere ist die einzelne Haarlinie, die am Stängel emporwächst.


Gute Inhaltsstoffe für Ihre Gesundheit

In der Vogelmiere enthalten sind unter anderem:
  1. Saponine
  2. Mineralstoffe wie Kalium, Kupfer, Magnesium, Phosphor, Zink, Kalzium, Eisen
  3. Vitamin C
  4. Gerbstoffe
  5. ätherische Öle
  6. Kieselsäure
  7. Mineralsalze
  8. Karotin

Dieser Mix an Inhaltsstoffen sorgt dafür, dass der Körper mit viel Energie versorgt wird, was man zum Beispiel besonders im Winter ausnutzen kann und natürlich bei jeglicher Art von Krankheit, wenn der Körper Energie benötigt, um wieder gesund zu werden.

Lateinischer Name

Stellaria media

Pflanzenfamilie

Nelkengewächse (Caryophyllaceae)

Englischer Name

Chickweed

Anwendungsgebiete der Vogelmiere

  1. kühlend
  2. abschwellend
  3. schleimlösend
  4. kraftspendend
  5. Infektionen
  6. innere Entzündungen
  7. Blaseninfektionen
  8. Halsschmerzen
  9. Husten
  10. stärkt Bänder und Sehen
  11. Bronchitis
  12. Entzündungen der Darmschleimhaut
  13. Asthma
  14. Pickel
  15. Rheuma
  16. Verbrennungen
  17. Ekzeme
  18. Schnitte
  19. Furunkel
  20. Wundrose
  21. Ausschläge
  22. Insektenstiche
  23. Wunden
  24. Entzündungen
  25. Konjunktivitis
  26. Bindehautentzündung
  27. überanstrengte, rote Augen
  28. Gicht
  29. Rückenschmerzen
  30. Schleimbeutelentzündungen

Übersicht



Volksnamen

Sternmiere, Mausdarm, Hühnermiere,Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Meier, Vögelichrut, Sternenkraut, Kanarienvögelkraut, Mäusedarm


Größe

Bis 30 cm


Zu finden auf

Feuchten Böden, im Halbschatten, auch sonnig


Saat

Im Frühling bis in den Herbst


Vermehrung

Durch Aussaat


Blütezeit

Die Blütezeit reicht von März bis November


Sammelzeit

Die Sammelzeit ist im Frühling


Verwendete Pflanzenteile

Verwendung findet das ganze Kraut


Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Saponine, Kalium, Vitamine, Mineralstoffe, Gerbstoffe


Medizinische Eigenschaften

Hustenstillend, treibt den Harn, wirkt schleimlösend und antiviral


Edelsteine

Gelber Jaspis, Jade, Beryll, blauer Topas


Planet

Mond


Rezepte und Anwendungen rund um die Vogelmiere



Eine Vogelmierensuppe

Schneiden Sie eine Zwiebel klein und rösten Sie sie in etwas Butter an. Bestäuben Sie sie dann mit etwas Mehl und geben Sie schließlich 3 Handvoll fein zerhackte Vogelmiere bei.

Geben Sie dies dann in einen Liter Gemüsesuppe.

5 Minuten ziehen lassen, dann mit etwas Sahne perfektionieren und mit Croûtons servieren. Lecker!


Tee mit Vogelmiere

Einen Tee aus Vogelmiere stellt man aus zwei Teelöffeln des getrockneten Vogelmierenkrautes oder auch aus frischem Kraut her, die man in eine Tasse kochendes Wasser gibt und dann für fünf Minuten ziehen lässt, dann absieben.

Übrigens ist frisches Kraut wesentlich besser, man sollte es nutzen, wenn man es zur Hand hat.


Ein Presssaft aus der Pflanze soll früher auch bei Gelbsucht geholfen haben, auch bei Verstopfungen oder einer Leberreizung.

Der Kräuterpfarrer Künzle nannte das Kraut herzstärkend, gleichzeitig empfahl er es Kindern, die Lymphdrüsenerkrankungen und Lungenentzündungen hatten.


Vogelmierentinktur

Um eine Tinktur mit Vogelmiere herzustellen, nehmen Sie 2 Handvoll geschnittenes Vogelmierenkraut, das Sie in ein Glas geben und mit Schnaps, Wodka oder anderem Alkohol übergießen. Dann bis zu 4 Wochen stehen lassen und danach absieben, schließlich in eine Flasche umfüllen.


Tee gegen Wunden

Mischen Sie zu gleichen Teilen Zinnkraut, Vogelmiere und Spitzwegerich und geben Sie 2 TL davon in eine Tasse Wasser für einen Tee. 10 Minuten ziehen lassen.

Hilft bei schlecht heilenden Wunden, auch gegen Geschwüre und Ausschläge, ebenso bei Hämorrhoiden.


Entzündete Augen

Hier sollen Augenbäder mit einem Tee Wunder wirken. Dazu den Tee peinlichst filtern und natürlich nicht heiß verwenden.


Als Badezusatz

…hilft die Vogelmiere das Jucken bei Ausschlägen zu mildern. Stellen Sie dazu einen Liter Tee her und geben Sie diesen Tee dem Badewasser bei.


Auflagen mit frischem Vogelmierenkraut

... helfen unter anderem bei Insektenstichen, bei Wunden oder Entzündungen.

Zerdrücken Sie dazu etwas Vogelmierenkraut und geben Sie es auf die betroffenen Stellen.

Durch die in der Vogelmiere enthaltenen Stoffe, u. a. Vitamine und Mineralien, wird beschädigtes Gewebe erneuert, Entzündungen und Schwellungen wird vorgebeugt, bzw. sie bilden sich zurück.

Übrigens sollen solche Auflagen auch bei einer Bindehautentzündung und bei überanstrengten, roten Augen helfen.

Des Weiteren werden Auflagen bei Rheuma, Gicht, Rückenschmerzen und Schleimbeutelentzündungen empfohlen.


Schlecht heilende Wunden und Ausschläge

Hier sollen Umschläge und Auflagen mit frischem, zerquetschten Kraut helfen, ebenso ein mit Tee getränkter Umschlag.


Arthritis

Gegen die Schmerzen trinkt man einen starken Tee aus 5 Teelöffeln frischem Kraut mit einem halben Liter Wasser. Dies kocht man so lange, bis die Hälfte des Wassers verkocht ist. Dann absieben und alle 2 bis 4 Stunden eine Tasse davon trinken.


Hautbeschwerden

Juckende und brennende Hautstellen, Ekzeme oder Rötungen - man badet täglich in einem Tee. Zusätzlich eignen sich Umschläge mit diesem Tee.


Ein Vogelmierenöl für die Haut

Geben Sie eine Handvoll frische, gereinigte, getrocknete und zerkleinerte Vogelmiere in 0,7 Liter Olivenöl. Dann 7 Tage stehen lassen, absieben und in eine dunkle Flasche füllen.

Kann auf entzündete und gereizte Haut aufgetragen werden.


Eine Vogelmierensalbe

Erhitzen Sie 125 ml Olivenöl bis ca. 50 Grad, geben Sie dann so viel frische Vogelmiere hinzu, wie das Öl bedecken kann. Dies muss nun 10 Stunden bei kleinster Hitze ziehen. Dann absieben.

Erhitzen Sie dann bei kleiner Hitze 25 g Bienenwachs und weitere 125 g Olivenöl, bis das Wachs geschmolzen ist. Geben Sie dann das erste Öl dazu. Gut verrühren und in Cremetöpfe gießen. Diese Salbe hilft bei Juckreiz, Ekzemen und Ausschlägen, besonders bei Kindern.


Eine Wurzelabkochung

... wird empfohlen bei Fieber, das besonders bei chronischen Krankheiten auftritt, und wenn die betroffene Person körperlich schwach ist.


Eine Vogelmierensalbe

...kann gegen Pickel, bei Rheuma, bei Verbrennungen, Ekzemen, bei Schnitten, bei Ausschlägen, Furunkeln und Wundrose helfen.

Wie man eine solche Vogelmierensalbe herstellt, finden Sie hier...






Vogelmiere in der Küche


Die Vogelmiere schmeckt gut, mild und würzig, sie erinnert etwas an Mais. Da sie besonders zart und weich ist, passt sie deshalb auch in fast jeden Salat. Des Weiteren lässt sie sich auch wie Spinat zubereiten.


Vorsicht

Zu viel davon kann zu Durchfall führen, auch zu Erbrechen.

Sollte außerdem nur mit Bedacht in der Schwangerschaft verwendet werden. Notfalls den Arzt befragen.






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Kurzinfo
Vogelmiere
  • Ist ein Angehöriger der Pflanzenfamilie der Nelkengewächse.
  • Wächst auf Äckern und im Garten.
  • Pflanzenbeschreibung - bis zu 30 cm groß, Stängel wachsen niederliegend, sind kaum verzweigt. Blätter sind eiförmig und spitz.
  • Hat kleine weiße, strahlenförmige Blüten.
  • Wächst sonnig, auch halbschattig, im Winter sogar unter dem Schnee.
  • Mag nährstoffreiche und stickstoffreiche Böden.
  • Pflanze im Garten - stellt keine Ansprüche.
  • Die Vermehrung der Pflanze erfolgt durch Aussaat.
  • Verwendungsmöglichkeiten - junge Triebe, Blätter und Blüten vom Frühling bis Herbst für Salate und zu Gemüse.
  • Blühendes Kraut für Tee gegen Erkältungen, Nierenbeschwerden, Blasenerkrankungen und äußerlich bei Hautausschlägen.
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Letzte Änderung am Montag, 8.6.2015, 14:58:55 Uhr