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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Ackerhellerkraut

Das Ackerhellerkraut (Thlaspi arvense) hilft bei Entzündungen, und das sowohl von außen als auch von innen.

Es hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Hirtentäschel, es hat jedoch wesentlich rundere Taschen als dieses. Als Heilkraut ist das Ackerhellerkraut wenig bekannt, obwohl es einige wichtige Anwendungsmöglichkeiten bietet, zum Beispiel auch in der Frauenheilkunde, als so genanntes Frauenkraut. So hilft es bei Entzündungen, und das sowohl von außen als auch von innen.

Wo wächst das Ackerhellerkraut

Man findet das Ackerhellerkraut bevorzugt am Wegesrand, in Fichtenwäldern, auf Feldern und in Weinbergen. Leider sehen manche Bauern das Ackerhellerkraut als Unkraut an, weshalb sie es von ihren Feldern verbannen wollen. Die Pflanze mag kalkhaltige Böden. Dort wo es keinen Kalk im Boden gibt, da wächst auch diese Pflanze nicht. Man findet die Pflanze auch auf nährstoffreichen, lockeren Lehmböden, häufig auf Hackfrucht- und Getreideäckern. Zudem mag das Ackerhellerkraut keine schwierige Umgebung, also zum Beispiel lange Trockenheit, viel Feuchtigkeit, zu viel Sonne oder zu viel Kälte.

Ackerhellerkraut keimt im Frühjahr. Der Stängel der Pflanze ist aufrechtstehend, er ist verzweigt und hat eine kantige Form. Die Blüten der Pflanze sind zierlich und klein, sie sind weiß und in kleinen Trauben angeordnet. Die daraus wachsenden Früchte sind flach und sehen etwas wie Münzen aus, wovon sich wohl auch der deutsche Name ableitet.

Die Samen werden aus den Schoten durch einen Mechanismus herausgeschleudert, wodurch sie sich in einem größeren Umkreis verteilen können.

Die Keimblätter sind rund-oval, 6 - 8 mm lang, deutlich gestielt, ganzrandig mit schwach eingezogener Spitze.

Die Laubblätter sind hellgrün, die Grundblätter verkehrt eiförmig, gestielt. Obere Blätter sind länglich, mit pfeilförmigem Grund, meist gebuchtet oder gezähnt, kahl.

Die Schoten sind rund, flach, wie zusammengedrückt, bis zu 5 mm breit. Die Wurzel der Pflanze kann bis zu einem halben Meter lang werden.

Ackerhellerkraut ist relativ unempfindlich gegen Herbizide.

Wenn man die Blüten und die Blätter zwischen den Fingern reibt, so entsteht ein typischer scharfer und würziger Duft, der von den enthaltenen ätherischen Ölen kommt. Man sollte allerdings aufpassen, dass man sich danach nicht mit den Fingern in die Augen fasst, denn das kann sehr stark brennen, da diese Stoffe die Augen reizen.

Nahe Verwandte des Ackerhellerkrautes sind zum Beispiel Senf, Wirsing, Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Brunnenkresse, Steckrüben, Rüben, Meerrettich, Kohlrabi, Rosenkohl, Hirtentäschel und Löffelkraut.

Die Blätter des Ackerhellerkrautes sind reich an Eiweiß und Vitamin C.

Anwendung

Nach dem Ernten schält man die Hülsen von den schwarzen Samen ab, vorher sollte man aber darauf achten, dass die Samen auch wirklich gut getrocknet sind. Dazu kann man sie zum Beispiel in der Sonne liegen lassen oder auch im Ofen bei mäßiger Hitze trocknen. Danach zermahlt man die Samen und hebt sie in einer Dose auf.

Eine Abkochung aus diesen zermahlen Samen wirkt sich immer dann günstig aus, wenn man das Blut reinigen will. Das ist zum Beispiel bei Gicht der Fall, oder auch bei Rheuma, oder wenn man viel Harnsäure im Blut hat.

Mit einem Tee kann man auch versuchen, einen Schnupfen, eine Erkältung oder eine Grippe zu bekämpfen.

Das Ackerhellerkraut ist ein schweißtreibendes Mittel gegen Fieber, außerdem löst es Verschleimungen in der Brust besonders mild auf.

Im Ackerhellerkraut sind außerdem größere Mengen von Vitamin C enthalten, es ist also nicht verwunderlich, dass man früher Folgeerkrankungen eines Vitamin-C-Mangels damit vorgebeugt und behandelt hat, zum Beispiel Skorbut, eine Krankheit, unter der häufig Seeleute auf langen Fahrten erkrankten.

Das Ackerhellerkraut hat einen intensiven Duft, die frischen und kleingehackten Blätter kann man als Beigabe in Salate, Gemüse oder Suppen geben, wo sie ein senfähnliches Aroma beisteuern. Für manche erinnert das Aroma auch stark an Kresse.

Früher verwendete man die gemahlenen Samen als Ersatz für Senf, was auch heutzutage eine interessante Bereicherung für den Speiseplan sein könnte.

In der Naturheilkunde verwendet man das Ackerhellerkraut zum Beispiel als Heilmittel für die Augen, allerdings sollte man hier vorsichtig sein, da die Pflanze die Schleimhäute der Augen stark reizen kann. Der Presssaft aus der Pflanze tötet Bakterien ab, zudem hilft er gegen Insektenstiche und Insektenbisse, zum Beispiel gegen Bisse von Zecken. Die Stich- und Bissstellen schwellen nicht mehr so stark an, sie jucken nicht mehr so stark. Gegen eingeschleuste Viren, zum Beispiel bei einem Zeckenbiss, kann die Pflanze jedoch auch nicht helfen.

Ein Tee hilft unter anderem auch in Form von Auflagen und Wickeln gegen Hautbeschwerden. In Sitzbädern kann man eine größere Menge des Tees auch bei Entzündungen an der Scheide verwenden.

Innerlich getrunken regt ein Tee den Magen, die Leber und die Nieren an, sollte allerdings nicht getrunken werden, wenn man unter Darmentzündungen leitet oder wenn der Magen entzündet ist.

Bei Zahnfleischentzündungen oder allgemein bei Entzündungen im Mundraum hat es sich bewährt, getrocknete Samen zu kauen.

Durch die antibakterielle Wirkung der Pflanze kann man sie bei einer Entzündung der Nieren verwenden.

Äußerlich verwandt hilft ein Tee auch gegen Furunkel und Hautentzündungen, indem man den Tee für Waschungen verwendet. Für solche Waschungen kann man auch eine Tinktur verwenden, die man in das Wasser gibt.

In der Homöopathie verwendet man das Mittel unter anderem gegen Erkrankungen der Harnwege.


Unterscheidung von Ackerhellerkraut und Hirtentäschel

Ein Unterscheidungsmerkmal zwischen Ackerhellerkraut und Hirtentäschel sind die Früchte, die beim Hirtentäschel eher herzförmig sind, beim Ackerhellerkraut sind sie rund.

Außerdem hat der Hirtentäschel eine Blattrosette am Boden, die aus kleinen Blättchen besteht, die leicht eingekerbt sind. Die Stängelblätter des Hirtentäschels sind stängelumfassend, während die Blätter des Ackerhellerkrautes länglich und oval sind und eher denen des Löwenzahns ähneln.


Wirkung und Anwendung

  1. antibakteriell
  2. Augenerkrankungen
  3. Bronchitis
  4. entzündungshemmend
  5. Fieber
  6. Furunkel
  7. harntreibend
  8. Hautentzündungen
  9. Karbunkel
  10. Leberschwäche
  11. Menstruationsbeschwerden
  12. Nierenentzündung
  13. Rheuma
  14. Scheidenentzündung
  15. schleimlösend
  16. schweißtreibend
  17. tonisierend

Übersicht

Blütezeit und Sammelzeit

Die Blütezeit reicht von April bis in den Juni, die Sammelzeit ist im Frühling und im frühen Sommer.

Sonstiges

Der Name Ackerhellerkraut kommt vermutlich daher, weil die Früchte an Münzen (Heller) erinnern.

Englisch

Pennycress

Volksnamen

Ackertäschel, Ackerpfennig

Verwendete Pflanzenteile

Man verwendet das Kraut, bevor es erblüht ist, und die Samen.

Pflanzenfamilie

Die Pflanze gehört zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütengewächse, sie ist eine mehrjährige Pflanze und wird bis zu 45 cm groß.

Wuchsort

Die Pflanze mag kalkreiche und stickstoffreiche lehmige Böden und liebt die Sonne.

Selbst anbauen

Wenn Sie die Pflanze selbst aussäen wollen, so sollten Sie das im Frühling tun.

Medizinische Eigenschaften

Das Kraut treibt den Harn, löst Verschleimungen, wirkt schweißtreibend, tötet Bakterien ab und reizt die Haut.

Enthaltene Wirkstoffe

Öle (z. B. Senföl), Magnesium und einige Vitamine

Anwendungsbeispiele

Ackerhellerkrauttee

Nehmen Sie 2 Teelöffel Ackerhellerkraut und geben Sie diese in eine Tasse heißes Wasser.

5 Minuten ziehen lassen, dann absieben.

Ein solcher Tee hilft z. B. bei innerlichen Entzündungen, er kann aber auch zusammen mit anderen Kräutern bei einer Erkältung oder Grippe helfen.

Äußerlich eingesetzt hilft ein solcher Tee als Waschung oder Umschlag bei Karbunkeln, Ekzemen oder Hautentzündungen.

Einen fiebersenkenden, schweißtreibenden und schleimlösenden Tee stellen Sie wie folgt her:

Geben Sie einen Teelöffel frische oder getrocknete Schoten in eine Tasse heißes Wasser und lassen Sie dies 5 Minuten kochen. Danach absieben. Trinken Sie von diesem Tee 4 - 5 Tassen am Tag.

Wenn Sie unter zu viel Magensäure leiden, können Sie viermal am Tag jeweils einen Esslöffel des Tees nehmen.

Wenn sie unter eitrigen Wunden oder Geschwüren leiden, können Sie diese mit Tee waschen oder auch die frischen Blätter des Ackerhellerkrautes pürieren und dies dann auf die Geschwüre auflegen.

Ein Presssaft aus den Blättern kann von Warzen befreien.

Die Samen des Ackerhellerkrautes sollen in Pulverform auch gegen einen hohen Blutdruck helfen, vorbeugend gegen Arteriosklerose helfen und sogar die sexuelle Funktion bei Männern anregen. Dazu gibt man jeweils einen Viertel Teelöffel des Pulvers in etwas Wasser und trinkt dies dreimal am Tag.

Ein Tee aus den Blättern, den man dreimal am Tag vor den Hauptmahlzeiten trinkt, kann den Menstruationszyklus aktivieren.

Ein Tee aus den Samen

Einen Tee stellt man aus einem Teelöffel der Samen her, die man in eine Tasse kaltes Wasser gibt, dies dann kurz aufkocht und dann 10 Minuten stehen lässt. Danach siebt man den Tee ab und trinkt ihn.

Salz mit Ackerhellerkraut

Auf einen Teil Salz kommen vier Teile frische Samen des Ackerhellerkrautes, inklusive der Hülsen, die man vorher zermörsert hat. Dies mischt man alles gut durch und gibt es in ein kleines Glas. Damit das Salz die Pflanze auch wirklich gut konservieren kann, muss man darauf achten, dass man alles wirklich gut miteinander vermischt, da sich ansonsten Schimmel bilden kann. Man sollte außerdem darauf achten, dass das Glas, in dem man das Salz lagert, nicht ganz voll ist, da sich am Boden des Glases noch etwas Saft bilden kann.

Dieses Salz hält sich sehr lange und kann zum Beispiel als Gewürz zu Fleisch gegeben werden, man kann es beim Grillen verwenden oder auch aufs Brot geben.







Frauenkraut Ackerhellerkraut

Ackerhellerkraut hilft Frauen bei allerlei Beschwerden, so z. B. bei Menstruationsschmerzen, bei einer entzündeten Gebärmutter oder bei einer Wucherung an der Gebärmutterschleimhaut.

Bei Scheidenentzündungen kann das Ackerhellerkraut als Zusatz in einem Sitzbad oder als Waschung eingesetzt werden. Stellen Sie dazu einen Tee her, für ein Sitzbad ca. 2 Liter davon, den Sie dann in das Badewasser geben.


Ackerhellerkraut in der Küche

Auch in der Küche kann sich das Ackerhellerkraut von seiner besten Seite zeigen. Es passt in Salate und in Suppen, zu Gemüse, oder auch einfach auf das Butterbrot. Man kann es aber auch in etwas Butter, Margarine oder Öl in der Pfanne andünsten. Man kann die Pflanze aber auch so lange schmoren lassen, bis die Pflanzenteile schön knusprig geworden sind, und dies dann zusammen mit Kartoffeln, Eiern oder zu Fleisch essen.

Man kann aus den Samen auch ein Speiseöl herstellen, dazu schrotet man die Samen und presst sie danach aus. Allerdings dürfte dies für den Hausgebrauch zu viel Arbeit machen, deshalb kauft man das Öl besser in fertiger Form.


Ackerhellerkraut bekämpfen

Das Ackerhellerkraut ist eine Pflanze, die sich in einem Garten sehr schnell ziemlich weit verbreiten kann. Man kann auch von einer Plage sprechen.

Da das Ackerhellerkraut eine mehrjährige Pflanze ist, wächst es an der Stelle, an der es in diesem Jahr steht, auch im nächsten Jahr wieder, zudem kommt durch die Verteilung der Samen noch eine Menge neuer Pflanzen hinzu. Nach einigen Jahren hat sich das Ackerhellerkraut dann explosionsartig vermehrt.

Da das Ackerhellerkraut sich jedoch ausschließlich durch die Samen verbreitet, ist es relativ einfach, dem Einhalt zu gebieten: Hacken Sie im Frühjahr, bevor sich neue Samen gebildet und verbreitet haben, die Pflanze mitsamt der Wurzel aus der Erde heraus, und das war es auch schon. Restliche Wurzeln werden dann absterben und es wird nichts mehr nachwachsen.


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Nehmen Sie Präparate des Ackerhellerkrautes nicht über einen langen Zeitraum hinweg ein und vermeiden Sie eine Überdosierung, da es ansonsten zu einer Absenkung der Anzahl der weißen Blutkörperchen im Blut kommen kann.



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