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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Eisenhut

Der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) ist eine der giftigsten (wenn nicht DIE giftigste) Pflanzen, die bei uns wachsen. Er kann es locker mit dem Weißen und dem Grünen Knollenblätterpilz in Sachen Giftigkeit aufnehmen. Schon der Hautkontakt kann zu Vergiftungen führen. Wenn man Kinder hat, sollte man im Garten keinen Eisenhut haben!

Man sollte den Blauen Eisenhut nicht eigenständig einsetzen, sondern, wenn überhaupt, in Fertigpräparaten oder als homöopathisches Mittel.

Wird auch im Garten angepflanzt

Der Eisenhut findet sich nicht nur in der freien Natur, inzwischen wird er auch gerne als Gartenpflanze immer öfters eingepflanzt. Man muss leider davon ausgehen, dass viele Menschen gar nicht wissen, was sie sich da in ihren Garten gepflanzt haben.


Nun kennt man aber auch den Spruch "Allein die Dosis macht das Gift" - Eisenhutpräparate können nämlich auch heilen. So helfen in der Homöopathie stark verdünnte Mittel gegen Nervenschmerzen und gegen schwere Erkältungskrankheiten, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung.

Der Blaue Eisenhut gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und besticht durch seine helmartigen, dunkelblauen bis violetten Blüten. Er kommt überwiegend in höheren Lagen oder in Gebirgen vor, man findet ihn in Amerika, Asien und Europa. Bevorzugt wächst er an feuchten, schattigen Plätzen, auf stickstoffreichen Böden oder an den Ufern von Bächen. Zudem wird er bei uns als Zierpflanze angebaut.

Für medizinische Zwecke werden der Wurzelstock und die zu Beginn der Blütezeit eingesammelten Pflanzenteile verwendet.

Der Blaue Eisenhut enthält viele sehr giftige Alkaloide, die das Herz, die Muskeln und das Nervensystem schädigen können. Wegen seiner Giftigkeit wird er in der Naturheilkunde gar nicht eingesetzt, dafür jedoch als homöopathisches Mittel. In geringsten Dosen wirkt der Eisenhut schmerzlindernd, so dass er zum Beispiel bei rheumatischen Schmerzen, bei Gicht oder bei Nervenschmerzen eingesetzt werden kann. Besonders bei einer schwer zu beeinflussenden Trigeminusneuralgie hilft der Blaue Eisenhut.

Typische Vergiftungserscheinungen, die nach dem Genuss des Blauen Eisenhutes auftreten, sind ein Kribbeln im Mund, ein Brennen im Mund, brennen in den Fingern und Zehen. Zudem kann es zu Schweißausbrüchen kommen oder zum Frieren, später treten dann Symptome wie Durchfall, Übelkeit, ein vermehrter Harnfluss und eine Schmerzunempfindlichkeit auf. In solchen Fällen sollte man unbedingt den Arzt rufen!

In der Medizin

Aus medizinischer Sicht hilft die Knolle gegen Nervenschmerzen, Rheuma, Herzbeutelentzündungen und Rippenfellbeschwerden.

Da eine Dosierung aber unsicher ist, weil jede Pflanze unterschiedlich viel Wirkstoffe enthält, sollte man immer Fertigprodukte verwenden, und das auch nur, wenn der Arzt das verordnet hat.

In der Homöopathie, wo man den Blauen Eisenhut auch Aconitum nennt, verwendet man Wirkstoffe aus der blühenden Pflanze. Hier setzt man den Blauen Eisenhut bei Erkältungen, Fieber, Infektionskrankheiten und bei Angst ein, außerdem gegen Bronchitis, Ischias und Herzbeutelentzündungen, sowie bei Beschwerden, die sehr schnell und heftig auftreten.


Geschichten und Sagen

Aus der griechischen Sagenwelt gibt es die Geschichte, dass der giftige Eisenhut aus dem Speichel des Zerberus, des Höllenhundes, entstanden war. Deshalb wohl war es den antiken Griechen auch verboten, die Pflanze anzupflanzen, wollte man dem Volk doch nicht eine so gefährliche Waffe in die Hand geben. In staatlichen Gärten jedoch wurde er angebaut - die höhere Gesellschaft liebte wohl das Gift, mit dem man seine Widersacher ausschalten konnte.

Der altgriechische Dioskurides schrieb über den Eisenhut: "... man braucht ihn zum Wolfsfang, denn seine Wurzeln, in den Köder gesteckt, lassen die Wölfe davon sterben."

Das Aconitin, das tödliche Gift im Eisenhut, war im Mittelalter das Mordgift Nummer 1.

Angeblich soll sogar auf den Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert ein Anschlag mit diesem Gift verübt worden sein, den Mohammed zum Glück überlebte - er schmeckte das Gift. Trotz alledem soll er aber dennoch 3 Jahre später an den Spätfolgen gestorben sein.

Aber Opfer des Giftes gab es viele, war es doch leicht zu bekommen und "todsicher". So starben zum Beispiel der römische Kaiser Claudius und der Papst Hadrian VI. dadurch.

Das Aconitin galt in vielen Kulturen zudem als Jagdgift oder als Pfeilgift, etwa im 15. Jahrhundert, als die Mauren in Spanien einfielen. Wenn der Pfeil nicht sofort tödlich war, starb man qualvoll am Gift ...

Im antiken Griechenland gab es außerdem die unschöne Sitte, Verbrecher damit ins Jenseits zu befördern. Meist jedoch nur besonders schweren Verbrechern, denn das Sterben ist mit diesem Gift besonders grausam.

Tabernaemontanus schrieb in seinem Kräuterbuch: "Es ist diß Kraut, vor allen anderen Gewächsen / das ärgste Gift... dass auch der beste Theriak oder Mithridat [ein anderes Gegengift neben dem Theriak] nichts dargegen schaffen kann / derowegen diejenigen / so diß Kraut im Garten wachsen haben / fleißig achtung geben sollen / damit diß gifftige und tödliche Kraut nicht unter andere Kochkräuter genommen werde / dann es den Menschen in kurzer Zeit ums Leben bringen."

"... ein gewaltig tödlich Gifft sey (der Eisenhut), das sich fast mit keiner Artzney vertreiben lässt ". So schrieb Matthioli über die Pflanze.


Wirkung und Anwendung von Eisenhut

Bitte ausschließlich in homöopathischer Form anwenden!

  1. beruhigend
  2. Bronchitis
  3. Erkältung
  4. Fieber
  5. Gicht
  6. Herzbeschwerden
  7. Hexenschuss
  8. Ischias
  9. Neuralgien
  10. Schmerzen
  11. Schnupfen


Übersicht zum Eisenhut



Volksnamen

Blauer Eisenhut, Fischerkappe, Fuchswurz, Gifthut, Giftkraut, Mönchshut, Reiterkappe, Sturmhut, Tübeli, Venuswagen, Wolfskraut, Würgling, Ziegentod


Englisch

Aconite


Inhaltsstoffe

Giftige Alkaloide


Sammelzeit

Gar nicht!

Eisenhut steht unter Naturschutz und ist zudem sehr(!) giftig!


Die Pflanze wird bis zu 150 cm hoch, die Blätter sind 5- bis 7-teilig und von dunkelgrüner Farbe.

Die Stängel wachsen aufrecht, sie sind kaum verzweigt. Die Blüten sind leicht helmförmig und blauviolett, sie stehen in Trauben. Der Stiel der sogenannten Honigblätter ist bogenförmig.


Blütezeit

Juni bis August


Geruch und Geschmack

Der Eisenhut schmeckt erst süß, das ändert sich aber schnell, dann wird es beißend scharf.


Wo findet sich der Eisenhut

Auf Almwiesen, in Wäldern bis zu einer Höhe von 3000 m, und in Gärten


Inhaltsstoffe

Aconitin, Flavonglukoside, Protoanemonin


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Giftig
Der Eisenhut ist sehr(!) giftig und steht zudem unter Naturschutz.

Alleine das Sammeln des Blauen Eisenhutes ist verboten, schon der Hautkontakt mit der Pflanze kann bei Kindern lebensgefährlich werden.


Infoblatt

Blauer Eisenhut
Blauer Eisenhut





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