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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Alraune - Alraunetee

Alraune

Die Alraune (Mandragora officinarum) gehört zu den ältesten Heilpflanzen. Schon vor über 4000 Jahren wurde sie von den Ägyptern als Schlaf- und Schmerzmittel verwendet.

Alraune
Alraune

Der Besitz einer Alraune soll dem Besitzer Glück, Reichtum und Gesundheit garantieren. Es diente im Mittelalter als Hilfsmittel beim Orakel. In der Antike war die Alraune begehrt als lustförderndes Mittel, wurde aber auch angewendet als Betäubungsmittel.

Wie in anderen Nachtschattengewächsen auch, so sind auch in der Alraune Alkaloide enthalten, die halluzinogen wirken. Bei zu hoher Dosierung kann auch der Tod eintreten.

Geschichtliches und Sagen um die Alraune

Es geschahen schon seltsame Dinge im Mittelalter, über die man heutzutage nur noch den Kopf schütteln kann. Dies liegt aber nicht an der Dummheit der Menschen, vielmehr an ihrer Unwissenheit. Denn wer konnte damals schon lesen und schreiben? Zudem war es ja so, dass die Kirche und meist auch der jeweilige Landesfürst darauf bedacht waren, die Menschen möglichst unmündig zu halten.

Wen verwundert es also, dass gerade die Alraune die bekannteste aller Zauberpflanzen im Mittelalter war?

Woran das lag? Ganz einfach: die Wurzel hat die Gestalt eines Menschen. Man kann also mit etwas Fantasie Arme und Beine erkennen, ebenso einen Rumpf sogar Haare sind auf den Kopf erkennbar - es sind die oberirdisch wachsenden Blätter.

Das, was heutzutage vielleicht etwas an Voodoo erinnert, war damals eine fast allgemein anerkannte Lehre. Man dachte, dass etwas, zum Beispiel eine Pflanze, das wie ein Mensch aussah, eine direkte Verbindung zu menschlichen Körper hatte. Gleiches gilt auch für Flüssigkeiten. Wenn etwas Blut aussah, dann hatte es einen Bezug zum Blut usw.

Die Alraune sah also aus wie ein menschlicher Körper. Das alleine könnte schon eine Sensation gewesen sein (war es auch!), glaubte man doch, dass der Mensch einzigartig von Gott erschaffen wurde.

Und plötzlich gab es noch etwas, was die gleiche Gestalt hatte. Das konnte nur bedeuten, dass es besonders himmlisch oder besonders teuflisch war. Im Fall der Alraune, genauso wie in den meisten anderen Fällen, hat man natürlich beide Seiten bedient.

So dachte man zum Beispiel, dass die Alraune seinem Besitzer besonders viel Geld und Ehre bringen würde. Gleiches galt für Glück im Spiel und in der Liebe. Naja soll ich sagen: Was glauben Sie, wie begehrt eine solche Wurzel also war?

Ebenso dachte man, dass die Wurzel auf magische Weise vor Krankheiten schützen sollte. Man dachte wohl, dass sie, quasi als Ebenbild des Besitzers, die Krankheit auf sich nehmen würde. Der Hintergrund ist wohl der, dass man früher glaubte, dass alle Krankheiten vom Teufel geschickt wurden oder eben eine Strafe Gottes waren. Die Wurzel wirkte also fast wie eine Art Blitzableiter, die alles Böse abfangen sollte.

Darüber hinaus dachten wohl viele Männer, dass diese Wurzel ihre Potenz steigern könnte. Auch hier geht dies wieder auf eine Art Verdopplung des eigenen Ichs zurück. Ein Mann fühlt es sich also quasi doppelt so potent, als wenn er keine Wurzel bei sich hätte. Naja, Männer halt...

Und schließlich kommen wir aber auch noch zu den Frauen, die glaubten, dass, wenn sie bei der Geburt eine solche Wurzel um sich hatten, die Geburt fast automatisch immer gut verlaufen würde.

Man sollte dabei nicht vergessen, dass in der damaligen Zeit sehr viele Frauen während der Geburt verstarben, oder dass eben die Kinder nicht lebend zur Welt kamen. Die Not war also groß, und so suchte man natürlich nach allerlei Hilfsmittel, um das Schlimmste zu vermeiden. Auch wenn die Alraune hier nichts bewirkt hat, so hat es wenigstens nicht geschadet.

Wenn Sie nun glauben, dass all dies nur die Hirngespinste von dummen Leuten waren, so sei zu sagen: auch die damals Gebildeten hatten solche Vorstellungen. So glaubte zum Beispiel auch Hildegard von Bingen, dass die Alraune besonders magisch sei und dass sie erotisch stimulierend wirke. Es war also nicht nur Aberglaube (natürlich war es nur Aberglaube), sondern es wurde quasi auch von oben herab gelehrt.

Doch zurück zu den anderen interessanten Ideen, die die Menschen über die Alraune-Wurzel hatten.

Früher glaubte man, dass ein Mann, der von einer Frau am St. Agnes-Abend, am 20.1., eine Alraunwurzel geschenkt bekam, sich in sie verlieben würde. Ob dies geklappt hat, ist natürlich nicht nachzuprüfen. Allerdings - wenn der Mann und die Frau beide wussten, was dies zu bedeuten hatte - warum nicht? Sicher kam da die eine oder andere Heirat bei rum.

Doch wo bekam man sie nun her, die begehrte Wurzel, die so viel Glück bringen und so viel Leid vermeiden sollte? Sicherlich gab es damals auch viele Fälschungen, denn damit war offenbar viel Geld zu machen. Idealerweise sammelte man die Wurzel also selber, wenn man denn erst mal eine solche Pflanze gefunden hat. Wahrscheinlich war es damals nicht wesentlich anders als heute, nämlich dass die Alraune durchaus nicht an jeder Ecke aufzufinden war, sondern schon eine gewisse Seltenheit hatte.

Und was erschwerend dazu kam: es gab das Gerücht, dass die Wurzel, in dem Moment wenn man sie aus der Erde zieht, einen so furchtbaren Schrei von sich gäbe, dass einem sofort das Herz stillstehen würde, dass man wahnsinnig werden würde oder dass man sofort versteinert werden würde. Man hatte also einen gehörigen Respekt davor, eine solche Wurzel auszugraben.

Was also tun, um nicht die Gesundheit, das Leben oder den geistigen Durchblick zu verlieren?

Nun waren die Menschen damals ja auch nicht dumm und so fand sich ein Weg, durch den man sicher zu seiner eigenen Wurzel kommen könnte.

Man brauchte dazu eine Schaufel, ein Seil und einen schwarzen Hund. Man grub also die Wurzel mehr oder weniger komplett frei, Band das Seil daran und das andere Ende des Seiles befestigte man an dem Hund. Dann sorgte man dafür, dass der Hund wegrannte und so die Wurzel aus der Erde gezogen wurde. Gleichzeitig hielt sich der Besitzer des Hundes natürlich die Ohren zu, damit er den Schrei nicht hören konnte.

Wenn überhaupt, wurde also der Hund verrückt, oder er starb, oder was auch immer so passieren konnte.

Der Besitzer des Hundes war jedoch fein aus der Sache raus und konnte seinem wahnsinnigen oder toten schwarzen Hund die Wurzel abnehmen und war fortan der stolze Besitzer einer Alraune-Wurzel (und eventuell eines toten oder verrückten schwarzen Hundes ).

Ach so, bevor ich es vergesse: Die beste und wirksamste Wurzel, die man ausgraben kann, bekommt man in der Nacht zum 24. Juni. Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist dies der Johannistag, der für viele Menschen ein besonders heiliger und auch magischer Tag ist.

Ja, wie Sie sehen, waren auch die Menschen im Mittelalter nicht dumm, wenn es um kreative Lösungen ging. Da muss man heutzutage erst mal drauf kommen.

Ich hatte oben ja schon mal geschrieben, dass das, was man mit der Alraune so alles veranstaltete, heutzutage etwas an Voodoo erinnert. Wen verwundert es also, dass die Alraune als wichtiges Mittel in Liebestränken war? Denn schließlich, auch das habe ich oben schon mal geschrieben, dachte man ja, die Alraune Wurzel werde quasi die Kopie oder der Stellvertreter für den eigenen Körper. Was lag also nahe, als einen Teil dieses eigenen 2. Körpers jemanden zu verabreichen, sodass sich dieser in einen verliebte? Es war also offenbar damals Brauch, aus der pulverisierten Wurzel einen Liebestrank herzustellen, sodass sich der Angebetete oder die Angebetete sich in einen verlieben sollte.

Auf diese glorreiche Idee kam nicht nur die schlauen Menschen in Nordeuropa, sondern auch die alten Griechen waren in dieser Hinsicht schon gut bei der Sache. So bekam die Alraune bereits im Altertum den Namen Kirkeia, genannt nach der griechischen Zauberin Kirke (Circe). Diese Kirke machte laut Sage die Männer willig, indem sie mit der Alraune so allerlei Zauberei veranstaltete und Zaubertränke herstellte.

Interessanterweise findet man immer wieder den Hinweis, dass die Alraune-Wurzel leuchten oder glühen würde. Naja mal unter uns Betschwestern, ich glaube dass die Leute, die das beschreiben, durchaus nicht lügen.

Der Hintergrund ist der: die Alraune Wurzel hat eine gewisse (starke) halluzinogene Wirkung. Sie wurde für also des Öfteren in Wein, Schnaps oder Bier getan, damit der Rausch besonders "angenehm" war. Und was soll ich sagen: Es kann schon sein, dass die Berauschten dann so allerlei Dinge sahen, die ein nüchterner Mensch nicht sehen würde. Und sei es das Leuchten der Alraune-Wurzel. Oder anderer interessanter Dinge. So berichtete man immer wieder, man fühlte sich wie in ein Tier verwandelt.

Und sogar Könige und Herzöge hatten sich mit dieser Wurzel zu beschäftigen. Zum einen fand man im alten Ägypten in Königsgräbern Abbildungen der Alraune. Zum anderen ging es ganz handfest im wunderschönen Bayern um Gaukler und Scharlatane, die gefälschte Wurzeln verkauften. So sah sich der Herzog Maximilian von Bayern dazu gezwungen, das Ausgraben komplett zu verbieten, sodass auch keine gefälschten Wurzeln mehr in Umlauf kamen. Ja, die gute alte Zeit.

Ein Text aus der Bibel:

"Ruben ging aus zu der Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf dem Felde und brachte sie heim zu seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel: Gib mir die Liebesäpfel deines Sohnes … Sie antwortete: Hast du nicht genug, dass du mir meinen Mann genommen hast, und willst auch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen? Rahel sprach: Wohlan, lass ihn diese Nacht bei dir schlafen für die Liebesäpfel deines Sohnes … Als nun Jakob am Abend von dem Felde kam, ging Lea hinaus ihm entgegen und sprach: Zu mir sollst du kommen, denn ich habe dich erkauft mit den Liebesäpfeln meines Sohnes. Und er schlief die Nacht bei ihr. "

Genesis 30,14–16

Auch beim jüdischen Volk ist die Legende über die Alraune bekannt und auch der in der Genesis vorkommenden Pflanze 'dudaim', die eine aphrodisische Wirkung haben soll, wird als Alraune gedeutet.

Die weit die Alraune noch in der neueren Zeit in den Köpfen der Menschen war, sieht man an Gedichten bedeutender deutscher Schriftsteller:

"Da stehen sie umher und staunen,

vertrauen nicht dem hohen Fund;

der eine faselt von Alraunen,

Der andre von dem schwarzen Hund"

Aus Goethes Faust

"Die klügsten Waldgeister sind die Alräunchen,

langbärtige Männchen mit kurzen Beinen,

Ein fingerlanges Greisengeschlecht.

Woher sie stammen, man weiß es nicht recht"

Heinrich Heine

Tatsächlich ist das, was sich hier vielleicht (hoffentlich) recht kurzweilig lesen lässt, nur die eine Seite der Medaille. Denn tatsächlich ist die Alraune sehr giftig. Die Zaubertränke, die den Geliebten zu einem bringen sollten mögen noch positiv anmuten. Wenn man die Alraune allerdings sehr hochprozentig einnahm, konnte man einen ungeliebten Widersacher auch in den Wahnsinn treiben oder töten.

Oder man kam in seinem Wahn auf die Idee, fliegen zu können, was sicherlich für einige gebrochene Beine, Arme oder Hälse sorgte.

Das Logo, das ich hier bei Facebook habe, ist im Übrigen auch eine Alraune. Selbst gemalt, weil ich sie so schön finde. Ja, sie hat auch mich verzaubert, die kleine Zauberwurzel.


Übersicht

Volksnamen

Galgenmännchen, Erdmännchen, Drachenpuppe, Alruna, Diebswurzel, Dollkraut, Dudaim, Hand des Ruhm, Hexenkraut, Mandragon, Narrenapfel, Schlafbeer, Teufelshoden, Teufelskerze, Teufelsäpfel

Wirkung und Anwendung von Alraune

  1. depressive Zustände
  2. entzündete Gelenke
  3. Magen- und Leberstörungen
  4. Ischias

Tee

1/4 bis 1/2 Teelöffel der zermahlenen Alraunewurzel werden zu einem Tee gekocht. Lassen Sie diesen 10 Minuten ziehen, danach absieben.

Giftig

Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Kann giftig wirken.


Quellen zu diesem Artikel

  1. Die Kräuter in meinem Garten

Quellenverzeichnis




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Kurzinfo
Alraune
  • Gehört zur Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse
  • Herkunftsgebiet: Aus dem Mittelmeerraum
  • Wächst an trockenen Standorten
  • Pflanzenbeschreibung: die Pflanze hat keinen Stängel, wird bis zu 25 cm groß
  • Blätter stehen in einer Rosette, sie sind eiförmig-lang, gewellt und sehr runzelig
  • Die Blüte ist glockenförmig und violett, sie wächst in der Blattrosette
  • Früchte sind gelb und kugelförmig
  • Der Wuchsort ist im Halbschatten auf nährstoffreichem, lockerem Boden
  • Anzucht im Gefäß möglich, im Winter gering warm und dunkel stellen
  • Saat im Herbst ausbringen, kann im Winter über sogenannte Blattstecklinge vermehrt werden
  • Verwendungsmöglichkeiten: Wurzeln haben eine menschenähnliche Gestalt und sind auch heute noch ein begehrter Glücksbringer.
  • Keine Selbstmedikation!