Die Kräuter der Provence wachsen natürlich dort, wovon sie auch ihren Namen bekommen haben: In der französischen Provence. Tatsächlich wachsen diese Kräuter dort in großen Mengen.
Früher verwandte man diese Kräuter übrigens teilweise auch wie in Zahlungsmittel, fast so also wie Silber und Gold, man kennt das ja vielleicht auch vom Safran, den man mit Gold aufwiegen konnte.
Aufgrund ihrer beruhigenden und heilsamen Eigenschaften galten sie als Medizin.
Im 18. Jahrhundert wurden sie zwar verdammt, sie galten als Hexenwerk und vom Teufel geschickt, allerdings kam man von diesem Irrglauben schnell wieder ab und schon bevor das 19. Jahrhundert begann, wurden die Kräuter der Provence auch wieder zu heilenden Zwecken angewandt.
Heute erleben diese Kräuter durch die Renaissance der Kräuterheilkunde wieder höchstes Ansehen.
Aber auch in der mediterranen Küche sind die Kräuter der Provence unersetzlich durch ihre Vielfalt und der unendlichen Geschmacksvarianten, die man damit zaubern kann.
... zu Deutsch auch Gewürzsträußchen genannt, fertigt man meistens aus der Petersilie, dem Thymian und aus einem Lorbeerblatt. Dies alles bindet man zu einem kleinen Sträußchen zusammen.
Übrigens Thymian:
In der Provence gab es da den besonderen Brauch, daß ein junger Mann seiner Angebeteten einen kleinen Strauß aus einigen Thymianzweigen an die Tür hing und ihr damit seine Liebe offenbarte.
Ungefähr so also, als wenn man bei uns eine Rose verschenkt...
Für jeden Geschmack das richtige Kraut
Manchmal reicht es ja, sich einfach am Wegesrand zu bücken und Wildkräuter wie den Thymian, das Rosmarin, das Bohnenkraut oder auch andere Kräuter selbst zu pflücken, um daraus eine edle Soße zum Salat herzustellen. Allerdings sollte man dies nicht tun, wenn die Heilkräuter schon blühen oder geblüht haben, weil sie dann weniger Geschmack besitzen, zudem sollte man nicht unterschätzen, daß durch die Umweltverschmutzung Schadstoffe enthalten sein können.
Besser ist es, man sammelt in seinem eigenen Kräutergarten bzw. kauft die Kräuter im Geschäft.
Hier die Kräuter in einer kurzen Übersicht
Basilikum (Basilic)
Ohne den Basilikum gäbe es kein pistou, diese Basilikumpaste besteht fast ausschließlich aus Basilikum.
Zudem gehört Basilikum natürlich zu Tomate Mozzarella, aber auch zu Nudeln und unterschiedlichste Saucen. Den Basilikum findet man entweder als Topfpflanze, auf dem Wochenmarkt oder eben im eigenen Garten.
Der Basilikum ist leider sehr empfindlich und man sollte ihn so frisch wie nur geht verwenden.
Thymian (Thym)
Der Thymian ist vielleicht DAS Kraut der Provence, in einem bouquet garni ist der Thymian unabdinglich.
Der Thymian findet sich fast überall in den Gärten oder in der freien Natur. Dieses typische Aroma der kleinen Blätter des Thymian, kann sich wunderbar in Marinaden oder Soßen entfalten, man kann Thymian aber auch über Grillprodukte zerreiben. Als Tee hilft der Thymian z.B. gegen Magenverstimmungen.
Rosmarin (Ramarin)
Der Rosmarin bekam seinen Namen wahrscheinlich von den alten Römern, die den Rosmarin mit dem "ros maris", dem Tau des Meeres, verglichen.
Rosmarin breitet sich als Busch mit strahlenförmigen Ästen aus, an denen grüne Nadeln sitzen.
Rosmarin hat einen intensiven Duft, der uns an Baumharz erinnert.
Sollten Sie eine lange Nacht hinter sich haben hilft ein Rosmarintee wahre Wunder.
Küchenlorbeer (Laurier—sauce)
Die Lorbeer ist ein weiterer unabdingbarer Bestandteil des "Bouquet garni".
Lorbeerblätter passen zu Marinaden, zu geschmortem Fleisch und natürlich auch in Soßen.
Sollten Sie unter Halsschmerzen leiden, so können Sie ein Lorbeerblatt mit siedendem Wasser übergießen, dann abkühlen lassen und damit gurgeln.
Salbei (Sauge)
Der Salbei sollte allen bekannt sein, er hat einen unglaublichen Geschmack.
Besonders gut passt er meiner Meinung nach zu Schweinebraten, es gibt aber unzählige Anwendungsmöglichkeiten.
Jedoch gibt es ein kleines Problem mit dem Salbei: Man sollte ihn wenn möglich als alleiniges Würzkraut verwenden, da sonst sein Geschmack dominiert bzw. untergeht.
Fenchel (Fenouil)
Fenchel setzt man bei der Herstellung von Pastis ein.
Der Fenchel ist ausgesprochen anspruchslos und genügsam, in seiner wilden Form wächst er sogar dort noch, wo sonst schon nichts mehr wächst.
Fenchelsamen verwendet man gerne Gewürz für Fisch oder Oliven.
Bohnenkraut (Sarriette)
Das Bohnenkraut passt von seinem Geschmack her wunderbar zu Bohnengerichte und Ragouts, von seiner verdauungsanregenden und entblähenden Wirken her ebenfalls.
Bohnenkraut hat eine leicht pfeffrige Note, die sich übrigens wunderbar in Ölivenöl einfügt und den Geschmack eines guten Olivenöls erweitert.
Majoran (Marjolaine)
Der Majoran passt wunderbar zu Fleischgerichten und hat zudem auch noch gesundheitliche Wirkungen, etwa bei Schlafproblemen oder bei Migräne.
Estragon (Estragon)
Der Estragon ist ein wichtiger Bestandteil einer Sauce Bernaise und ein ideales Gewürz zu Fischgerichten.
Estragon passt aber auch wunderbar zu Salaten, etwa einem Gurkensalat mit einem feinen Sahnedressing und einigen Estragonspitzen.
Knohlauch (Ail)
Der Knoblauch ist ebenfalls Jedermann bekannt und eigentlich kein typisches Gewürzkraut... Wird hier aber trotzdem erwähnt, weil es ohne einfach nicht geht!!!
"Use mais n‘abuse pas", man kann auch sagen "Mit Vorsicht verwenden", denn der Knoblauch wird sehr schnell sehr dominant und kann ein Gericht zerstören. Zudem dieser Mundgeruch danach... Wenn man ihn roh isst haben besonders auch die Leute etwas davon, die keinen Knoblauch gegessen haben, man kann den Knoblauch aber auch andünsten oder mitgaren und dann entfernen, so daß er dann nur noch einen feinen Hauch seines Aromas hinterlässt.
Übrigens: Wenn man nach Knoblauch "duftet" sollte man etwas Ingwer essen, das vertreibt den Knoblauchgeruch. Man kann den Ingwer aber auch gleich mitgaren, was dann allerdings wieder den Geschmack stark verändert. (Abgesehen davon, daß Ingwer bestimmt nicht zu den "Kräuter der Provence" gehört).