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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Mispel

Die Mispelfrucht ist eine bei uns nur wenig bekannte Frucht, die jedoch in den Mittelmeerländern sehr beliebt ist.

Die Mispel ist ein sehr langsam wachsender Baum mit einem sehr harten Holz, was früher dazu führte, dass man aus diesem wirklich harten Holz Pfeile und Speere herstellte, ebenso Stöcke, die im Kampf nicht gleich kaputt gingen. Beliebt war das Holz außerdem für Möbel oder zum Beispiel auch in den Rädern von Windmühlen, die ja Wind und Wetter möglichst gut aushalten mussten.

Die Mispel kommt ursprünglich aus China, allerdings wurde sie schon vor langer langer Zeit von dort nach Japan exportiert und in größeren Mengen angebaut. Inzwischen ist die Mispel auch in Brasilien in großen Plantagen zu finden, und natürlich in den Ländern um das Mittelmeer herum, denn da ist die Mispel ja, wie bereits erwähnt, sehr beliebt. Bei uns hingegen führt die Mispel immer noch ein Schattendasein und wird teilweise als Zierpflanze im Garten angebaut.

Die Mispel ist ein bis zu 5 m hochwachsender Baum, an dem im Frühjahr weiße Blüten wachsen, aus denen sich im Lauf des Jahres braune Früchte bilden. Diese Früchte sollte man erst essen, wenn sie einen Frost abbekommen haben, denn vorher schmecken sie scheußlich. Durch diesen ersten Frost bildet sich Zucker in den Früchten, wodurch sie genießbar werden. Diese Früchte sind bis zu pflaumengroß und haben ein goldgelbes Fruchtfleisch. In der Frucht ist ein glänzendbrauner Kern.

In den Früchten sind verschiedene Inhaltsstoffe enthalten, zum Beispiel Gerbstoffe, Pektin und Mineralien, sowie Apfel- und Zitronensäure. Daneben finden sich verschiedene Vitamine, wie Vitamin B2. Sehr gering ist allerdings der Gehalt an Vitamin C. An Mineralien sind besonders größere Mengen von Eisen und Magnesium enthalten, sowie Calcium, Kalium und Phosphor.

In der Naturheilkunde kennt man die Mispel schon seit dem Altertum, es wurden damals schon Anwendungen zum Beispiel gegen Durchfall oder gegen Beschwerden mit der Darmschleimhaut beschrieben.

Die Mispelfrucht hat einen besonders stopfenden Effekt, der sich aber verringert, wenn man die Früchte kocht. Außerdem hat man durch neuere Forschungen herausgefunden, dass die Mispel den Cholesterinspiegel senken kann, was an dem enthaltenen Pektin liegt. So soll bereits durch den regelmäßigen Verzehr der Cholesterinspiegel bedeutend abgesenkt werden können.

Die Mispel hat außerdem noch eine antientzündliche Wirkung, was sich besonders positiv bemerkbar macht, wenn man gerade eine Operation hinter sich hat. Die Frucht hilft so, dass die Wunden wieder verheilen. Aber generell ist eine solche Wirkung von Vorteil, denn ständig bilden sich im Körper kleinste Verletzungen, die so gar nicht erst zu größeren Problemen werden können.

Außerdem sollte man erwähnen, dass die Mispel antibakteriell wirkt und auch gegen Viren helfen kann, sie lindert bereits bestehende Entzündungen, sie hilft bei entzundenen Mandeln, sie hilft auch bei Entzündungen im Magen oder in den Atemwegen.

Man sollte unbedingt darauf achten, dass man keine unreifen oder gar grüne Früchte isst, denn diese sind relativ unverträglich und können Übelkeit oder Erbrechen auslösen, abgesehen davon eben, dass sie ziemlich schrecklich schmecken.

Allerdings gibt es ältere Rezepte, nach denen man daraus einen Tee herstellen kann, der wohl sehr stark entzündungshemmend wirkt. Ein solcher Tee hilft zum Beispiel gegen Entzündungen im Mund, wenn man damit gurgelt, oder wenn man ihn äußerlich in Form von Umschlägen auflegt, gegen entzundene Verletzungen. Dieser Tee aus den unreifen Früchten kann außerdem Blutungen stoppen.

Ebenso verwendet wird die Rinde des Mispel-Baumes, die man im Frühling oder im frühen Herbst erntet. Früher wurde diese Rinde zum Beispiel dafür verwendet, Malaria damit zu behandeln, generell wirkt diese Rinde antibakteriell und antiviral. Jedoch muss man sagen, dass die Rinde heutzutage eher selten noch zum Einsatz kommt.

Die Samen, die sich in der Frucht befinden, enthalten Schleimstoffe, die freigesetzt werden, wenn man sie im Wasser einweicht. Diese Schleimstoffe kann man zum Beispiel äußerlich auf die Haut auftragen, wenn man eine gereizte und entzundene Haut hat. In den Samen befindet sich außerdem noch ein Giftstoff, weshalb man die geöffneten Samen nicht verzehren sollte.

Hinzu kommen noch folgende Anwendungsgebiete: Die Mispel wirkt sich gut auf die Augen aus, sie hat eine leberstärkende Wirkung, sie stärkt ebenso die Nieren, sie hilft bei Schwindel, sie hilft der Verdauung, außerdem soll sie sogar bei Impotenz helfen. Zudem soll die Mispel gegen Schlafprobleme helfen, sie wirkt sich gut auf die Verdauung aus und soll Schmerzen lindern können.



Rezepte mit Mispel

Eine Marmelade aus Quitten und Mispel

Sie brauchen dafür ungefähr 500 g gewaschener Mispeln, die Sie in kleine Stücke geschnitten haben, ebenso 500 g geschnittener Quitten.

Geben Sie die Mispeln und die Quitten in einen Topf und lassen Sie beides mit ein wenig Wasser eine Viertelstunde lang kochen. Die weichgekochten Früchte werden danach durch ein Sieb gedrückt, wodurch schließlich ein Mus entsteht.

Jetzt gibt man den Gelierzucker hinzu, wobei man beachten muss, welcher Art dieser Gelierzucker ist. Beachten Sie also die Mengenangaben, die auf der Packung des Zuckers stehen.

Nachdem Sie den Zucker beigegeben haben, geben Sie schließlich noch den Saft einer ganzen Zitrone hinzu, das gibt einen frischen spritzigen Geschmack. Jetzt erhitzt man die Masse bis zum Kochen, dabei wird immer wieder umgerührt. So nebenbei kann man auch die Marmeladengläser vorbereiten. Geben Sie sie in den Backofen bei ungefähr 200°.

Idealerweise gibt man die noch heiße Marmelade in die ebenfalls noch heißen Marmeladengläser und verschraubt sie dann sofort. Danach dreht man die Marmeladengläser auf den Kopf und lässt sie so etwas abkühlen. So nach ca. 10 Minuten dreht man sie dann wieder in die richtige Richtung zurück. Jetzt muss die Marmelade nur noch abkühlen und man kann sie schon genießen.

Ein Mispel-Mus

Sie brauchen dazu 500g ausgereifter Mispeln, die Sie gut reinigen, dann in Viertel schneiden und dann in wenig Wasser 10 Minuten lang kochen. Diesen Brei drücken Sie durch einen Sieb und geben dann den Saft einer ganzen Zitrone dazu. Nach Belieben mit Zucker süßen. Genießen!

Ein solches Mus kann man auch mit Apfelmus und Birnenmus kombinieren.

Ein Schnaps aus Mispel

Sie brauchen dazu ein halbes Kilogramm reifer Mispeln, ungefähr 100 g Wasser, ca. 50 g Zucker und 1 l Korn oder Wodka.

Schneiden Sie die Früchte auf und entfernen Sie Samen und sonstige Teile, bis auf das Fruchtfleisch.

Das Fruchtfleisch wird dann im Wasser gekocht, danach gibt man den Zucker hinzu und verrührt alles gut miteinander. Nach dem Erkalten gibt man den Korn oder den Wodka darüber und lässt dies abgedeckt zwei Wochen lang stehen.

Danach filtriert man das Fruchtfleisch heraus und füllt den Schnaps in eine Flasche.

Ein Tee aus unreifen Früchten

Sie brauchen dazu 1 Esslöffel kleingehackter grüner Früchte, die Sie in 200 ml Wasser kochen.

Lassen Sie dies abgedeckt 1 Stunde lang stehen, danach sieben Sie die Früchte heraus. Diesen Tee trinkt man zum Beispiel, wenn man unter Durchfall leidet, man kann auch damit gurgeln, wenn man unter einer Entzündung im Hals, unter einer Zahnfleischentzündung oder sonstigen Entzündungen im Mundraum leidet.


Sagen und Geschichten um die Mispel

Schon die alten Griechen und die alten Römer der Antike genossen die Erzeugnisse, die man aus der Mispel herstellen kann, besonders das Mus. Besonders erwähnt wurde die Mispel im alten England, in der viktorianischen Zeit war sie eine Delikatesse und gelangte sogar durch William Shakespeare zu Weltberühmtheit. Im alten England schmorte man die Mispeln und aß sie dann mit Sahne als Dessert.

Nicholas Culepeper, ein Heilkundiger aus dem England des 17. Jahrhunderts beschrieb die Mispel folgendermaßen:

"... Die Mispel stoppt Fehlgeburten, sie fördert den Fluss der Körpersäfte und des Blutes bei Mann und Frau, auch die Blätter der Pflanze. Mit einem Tee kann man gurgeln und den Mund waschen, auch den Hals und die Zähne. Die Mispel hilft gegen Blutverlust und Blutungen, gegen Schmerzen und Schwellungen. Frauen können die Mispel für Bäder verwenden, wenn die Menstruation zu reichlich ist, wenn Sie also zu viel bluten.

Getrocknete Blätter, die pulverisiert auf frische blutende Wunden gestreut werden, hemmen die Blutung und lassen die Wunde schnell verheilen. Die Mispelkerne, getrocknet und pulverisiert, gebe man zusammen mit Petersilienwurzeln Wein bei, lasse dies über Nacht ziehen, sodass dieser Wein gegen Nierensteine hilft. " (... frei übersetzt von mir...)

Die Mispel findet aber auch noch andere Erwähnung quer durch ganz Europa, so findet man die Mispel zum Beispiel in dem wohl allseits bekannten Märchen "Don Quijote" in dem es da heißt: "... dehnen sich in einem Feld und stopfen sich voll mit Eicheln oder Mispeln... ". "

Shakespeare erwähnte die Mispel zum Beispiel in seinem Stück "Romeo und Julia"

"... jetzt wird er unter einem Mispelbaume sitzen... "





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