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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Bingelkraut

Das Bingelkraut (Mercurialis annua) ist im Frühjahr eine der ersten Pflanzen, die aus dem Boden wächst. Es bevorzugt feuchte Plätze. Das Bingelkraut ist eine zweihäusige Pflanze mit einem aufrechten Stängel, an dem an deren Rändern gesägte Blätter wachsen. Die Blätter sind grob, tief grün gefärbt, stehen gegenüberliegend am Stängel. Die Blätter sind oval. Die Pflanze kann bis zu 40 cm groß werden.

Die Blüten sind grün und unscheinbar, sie zeigen sich im März und im April, meistens aber das ganz Frühjahr über.

Das Bingelkraut ist ein Mitglied der Wolfsmilchgewächse, es produziert aber nicht die ansonsten für diese Gewächse typische, sehr giftige Milch. Daher ist das Bingelkraut auch nicht ganz so giftig wie seine Familienmitglieder - aber Vorsicht: ein bißchen giftig ist giftig genug!

Man findet die Pflanze in Laubwäldern, am Wegesrand, auf Äckern oder auf Schuttplätzen.

Alte Anwendungen

Das Bingelkraut wurde schon in der Antike als medizinisches Kraut verwendet. Damals wurden besonders Menstruationsbeschwerden und andere Frauenleiden damit behandelt. Im Mittelalter wurde das Bingelkraut als Tee bei Verstopfung, Bronchitis, Rheuma, Gicht und bei Appetitlosigkeit angewandt.

Obwohl die Giftigkeit der Pflanze schon im Mittelalter bekannt war, wurde die Pflanze dennoch als sehr beliebtes Heilkraut verwendet. Vielleicht lag es daran, dass große Mengen davon in den Wäldern wuchsen und es so für jedermann leicht zu bekommen war?

Schon Hippokrates empfahl Bingelkraut für allerlei Frauenkrankheiten. Culpeper war der Meinung, dass es gut für tränende wunde Augen sei und gegen schmerzende und sogar taube Ohre helfen könne. Er riet zum Einsatz des Krautes "mit Wasser und einem Huhn", wenn man Fieber hatte und unter Schüttelfrost litt. Nun, das Hausmittel "Hühnersuppe bei Erkältung" gibt es ja auch heute noch, aber das Bingelkraut lässt man heutzutage besser weg ...

Früher wurde auch Gelbsucht mit dem Heilkraut behandelt, ebenso galt es als wirksames Abführmittel, was heutzutage übrigens auch wissenschaftlich belegt ist.

Der Saft der ganzen frisch gesammelten, in Blüte stehenden Pflanze, wurde mit Zucker oder mit Essig zu einem dicken Brei vermischt und äußerlich auf Warzen aufgetragen, auch auf entzündliche und eitrige Wunden. Umschläge damit sollten gegen Schwellungen helfen und alte Wunden sauber halten.

Wie gesagt, das waren altertümliche Anwendungen, heutzutage sollte man das alles besser sein lassen.


Anwendungsgebiete heute

Darf nur in getrockneter Form verwendet werden!

Tee

Am einfachsten ist die Anwendung in Form eines Tees. Diesen stellt man mit kaltem Wasser her, in das man einen Teelöffel getrocknetes Bingelkraut gibt. Den Ansatz dann aufkochen und 5 Minuten stehen lassen, dann absieben. Trinken Sie davon maximal 2 Tassen pro Tag.

Dieser Tee kann als starker Abführtee verwendet werden, die abführende Wirkung setzt aber erst nach einigen Tagen richtig ein.

Dieser Tee hat zudem eine entwässernde Wirkung, er treibt den Harn und hilft gegen Ödeme im Körper, also zum Beispiel Wasser in den Beinen oder in den Füßen.

Weitere Anwendungsgebiete dieses Tees sind Gicht und rheumatische Beschwerden.

Da das Bingelkraut auch Verschleimung löst, liegt es nahe, den Tee auch bei Husten mit viel Schleimbildung zu verwenden, ebenso bei einer Bronchitis. So nebenbei hilft das Heilkraut durch seine entzündungshemmende Wirkung auch gegen Entzündungen in der Lunge.

Als Frauenkraut hilft das Bingelkraut, den weiblichen Zyklus zu regulieren und wieder in Rhythmus zu bringen. Zudem kann die Pflanze bei Beschwerden während der Regelblutung wirken.

Die Pflanze hat eine hemmende Wirkung auf die Milchbildung, Frauen während der Stillzeit können den Tee also auch zum Abstillen verwenden.

Eine äußerlich Anwendung des Tees hilft in Form von Umschlägen und Auflagen oder als Waschung und Badezusatz gegen Verletzungen und Wunden.


Auch ein homöopathisches Mittel

Als Mittel Mercurialis annua bzw. Annual Mercury hilft die Pflanze in der Homöopathie unter anderem gegen rheumatische Beschwerden, Gallenbeschwerden und Beschwerden mit der Leber, bei Erkrankungen von Magen und Darm, bei Blasenproblemen infolge rheumatischer Beschwerden, bei rheumatischen Schmerzen in Kopf und Gliedern, ebenso bei depressiven Verstimmungen.


Sagen und Geschichten

Laut Sage sollen früher Wahrsager mit Bingelkraut, in Form einer Wünschelrute, das Geschlecht eines ungeborenen Babys festgestellt haben.

Laut Sage soll die Pflanze ihre Heilkraft vom römischen Gott Merkur entdeckt worden sein.

Bingelkraut gleich "Pinkel"kraut - der Name soll auf die harntreibende Wirkung hinweisen.

Angeblich ist das Bingelkraut ein Bestandteil des Steines der Weisen, mit dem man aus Quecksilber Gold machen kann.


Sammeln und trocknen

Man erntet die oberirdischen Pflanzenteile des blühenden Krautes.

Danach stellt man kleine Bündel daraus her und trocknet diese, wenn es geht, schnell, luftig und im Schatten.

Das Bingelkraut verfärbt sich ins Blaue, der Duft wird eher weniger duftend... wahrscheinlich kommt daher auch der Name "Stinkerich".


Sonstiges zur Pflanze

Das Bingelkraut ist eine (überwiegend) zweihäusige Pflanze, dies bedeutet, dass es männliches und weibliches Bingelkraut gibt, die sich nur gemeinsam befruchten und vermehren können.

Die männlichen Pflanzen haben gelbliche Blüten, die wie Ähren an den Stängeln wachsen. Weibliche Blüten sind eher grünlich und stehen an den Blattachseln der Pflanze.

Nach der Befruchtung erwachsen an den weiblichen Pflanzen kapselartige Früchte, in denen je zwei Samen zu finden sind. Jede weibliche Pflanze produziert so bis zu 2000 Samen, was für reichlich Nachwuchs sorgt.

Das Waldbingelkraut, ein naher Verwandter des Bingelkrautes, ist eine mehrjährige Pflanze, das in seiner Wirkung stärker ist als das "normale" Bingelkraut, jedoch auch viel giftiger. Deshalb besser die Finger davon lassen.

Das Bingelkraut ist, wie schon erwähnt, eine giftige Pflanze. Zu den typischen Vergiftungserscheinungen gehören starker Durchfall, starker Speichelfluss, mangelnder Appetit, Körperhitze und -kälte, Schwächegefühl. Treten nach dem Verzehr diese Symptome auf, sollten Sie sofort zu einem Arzt gehen oder den Notarzt rufen.


Wirkung und Anwendung von Bingelkraut

  1. Appetitlosigkeit
  2. Bronchienverschleimung
  3. Bronchitis
  4. Entwässerung
  5. Erbrechen
  6. Gicht
  7. harntreibend
  8. Klimawechselleiden
  9. Magen- und Darmstörungen
  10. melancholische (depressive) Gemütszustände
  11. Menstruationsbeschwerden
  12. Rheuma
  13. rheumatische Blasenleiden
  14. rheumatische Kopf- und Gliederschmerzen mit Sehstörungen
  15. Verschleimung
  16. Verstopfung
  17. Wassersucht
  18. Zyklusstörungen

Übersicht

Verwendete Pflanzenteile

Verwendet wird das blühende Kraut

Volksnamen

Ausdauerndes Bingelkraut, Waldbingelkraut, Waldmanna, Stinkerich, Büngelkraut, Hundskohl, Kuhkraut, Ruhrkraut, Schuttbingel, Schweißkraut, Speckmelde, Wodanskraut

Sammelzeit

Gesammelt wird von April bis Mai

Edelsteine

Karneol, Labradorit, Bernstein

Planet

Uranus, Merkur, Mond

Wuchsort

Feuchte Böden, halbschattig

Inhaltsstoffe

Trimethylamin, Hermidin, Methylamin, ätherisches Öl, Saponine

Medizinische Eigenschaften

Fördert den Auswurf bei Husten, wirkt abführend, fördert die Verdauung

Rezepte und Anwendungen

Tee

1 Teelöffel gegtrocknetes (!) Bingelkraut mit 250 ml kaltem Wasser übergießen, bis zum Sieden erhitzen und nach dem Abkühlen absieben. Zwei Tassen davon täglich trinken - mehr nicht!

Ein Tee aus den (getrockneten!) Blättern kann unter anderem gegen bronchiale Beschwerden, rheumatischen Beschwerden und Gicht helfen.

Eine Bingelkraut-Salbe

Stellen Sie einen Ölauszug aus ca. 30 ml Olivenöl und 5-7 zerkleinerten Bingelkrautpflanzen (männliche wie weibliche) her.

Erhitzen Sie das Öl in einem Topf, geben Sie die Pflanzenteile hinzu, lassen Sie dies bei max. 50 Grad 2 Stunden stehen, dann wird abgesiebt.

Jetzt gibt man 3g Bienenwachs dazu und lässt dies einschmelzen.

Dann gibt man die Salbenmischung in ein Schraubglas und lässt sie abkühlen.

Kann als Wundheilsalbe verwendet werden.





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Bingelkraut im Garten anbauen

Im Allgemeinen wird man wahrscheinlich kaum Bingelkraut im eigenen Garten anpflanzen wollen, denn meist liegt das Problem genau im Gegenteil: es ist schon da und man bekommt es nicht mehr weg...

Wenn man es aber dennoch anbauen will, bitteschön:

Am einfachsten geschieht der Anbau mit Samen, den man im frühen Frühling ausbringt. Bingelkraut ist ziemlich hart im Nehmen und stellt kaum Ansprüche an die Erde, auch Düngen ist kaum nötig.



Giftig

Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Die frische Pflanze ist schwach giftig, man sollte getrocknete Pflanzenteile verwenden.


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Letzte Änderung am Dienstag, 24.10.2017, 08:28:31 Uhr