Das Heilkräuter-Verzeichnis

Andorn - Andorntee

Andorn hilft beim Abhusten von Schleim, er regt die Tätigkeit vom Magen-Darm-Trakt an und reguliert Verdauungsstörungen, etwa bei Blähungen oder einem Völlegefühl


Der Andorn (Marrubium vulgare) ist ein Heilkraut, das gegen viele Krankheiten hilft. Er übt auf unsere Organe eine heilende Wirkung aus. Leider ist diese Heilpflanze aber etwas in Vergessenheit geraten.


Andorn als Heilpflanze

Der ursprünglich aus Südeuropa stammende Andorn wurde schon von den alten Griechen als wichtiges Heilkraut angebaut und verwendet.


Der weiße Andorn ist ein 40 bis 60 cm hochwachsendes Kraut. Blätter und Stängel sind behaart, die weißen Blüten stehen dicht, nahezu kugelig in den Achseln der Blätter. Der Andorn ist ein mehrjähriges Kraut, das in Büscheln wächst. Die Blüten duften etwa wie Äpfel. Er erblüht zwischen Juni und September, man kann das Kraut von Juni bis in den August sammeln. Zum Trocknen wird das Kraut schattig und luftig gehalten.


Schnellübersicht Andorn

  1. Gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler.
  2. Herkunftsgebiete: Mittelmeerraum
  3. Mag magere Wiesen als Standort.
  4. Pflanzenbeschreibung: buschartig, wird bis zu 60 cm groß.
  5. Stängel sind filzig, mit feinen Härchen.
  6. Die Blätter sind eiförmig, gezahnt und leicht flaumig.
  7. Die Blüten sind klein und weiß, stehen in Scheinquirlen.
  8. Verströmt einen aromatischen Duft.
  9. Der Wuchsort ist in der Sonne auf nährstoffarmen, lockeren Erdböden.
  10. Heilpflanze im Garten: stellt keine Ansprüche und ist zudem frosthart. Wird im Frühling ausgesät oder per Teilung vermehrt.
  11. Verwendungsmöglichkeiten: blühendes Kraut und Blätter in frischer Form oder im getrockneten Zustand verwendbar.

    Blätter für Salat oder in Likören. Ein Tee daraus regt den Appetit an,unterstützt bei Durchfall und hilft bei Halsschmerzen und Husten.

    Kann ebenfalls gegen Raupen im Garten helfen. Legt man das Kraut in frischer Milch ein, so lockt dies Fliegen an (und zieht sie von wo anders weg).

  12. Nicht während der Schwangerschaft verwenden.
  13. Steht unter Naturschutz, ist vom Aussterben bedroht! Außer im eigenen Garten bitte nicht sammeln!

Anwendungsgebiete

In der Naturheilkunde verwendet man die oberirdischen Teile des Andorns, also nicht die Wurzeln.


Der Andorn stammt eigentlich aus Südeuropa, man setzte ihn früher gegen Tuberkulose und Malaria ein.

Heutzutage findet er Anwendung bei Entzündungen der Leber und der Gallenblase ein. Eine Teekur kann bei Hämorrhoiden helfen, aber auch bei schlecht heilenden Wunden, Tee hilft z.B. gegen Husten, Schnupfen, Asthma und Bronchialkatarrh.


Eine äußerliche Anwendung findet Andorn bei Rückenschmerzen und entzündlichen Wunden, wo er als Kompresse eingesetzt wird.



Andorn nach Hildegard von Bingen

"Der Andorn ist warm und hat genug Saft, und er hilft gegen verschiedene Krankheiten,.. Und wer in der Kehle krank ist, der koche Andorn in Wasser und seihe jenes gekochte Wasser durch ein Tuch und er füge zweimal soviel Wein bei, und er lasse es nochmals in einer Schüssel aufkochen unter Beigabe von genügend Fett, und so trinke er es oft, und er Wird in der Kehle geheilt werden."


Rezeptur nach Hildegard von Bingen

Andornkraut, 1 EL

Wasser, 1/8 ltr.

Wein, ca, 1/4 ltr.

Butterschmalz, Butter oder Sahne, 1 - 2 EL


Andornkraut im Wasser ca. 5 Minuten lang kochen, abseihen. Diesem „Andorntee" geben wir die doppelte Menge Wein und das Schmalz zu und lassen noch einmal kurz aufkochen.


Die Suppe bereiten wir uns 2 mal täglich frisch zu und trinken sie gut warm.


Sie schmeckt sehr bitter, hilft aber bei Entzündungen im Rachenraum ganz hervorragend, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.



"Aber auch wer Husten hat, der nehme Fenchel und Dill im gleichen Gewicht und füge ein Drittel Andorn bei, und er koche das mit Wein, und dann seihe er es durch ein Tuch und trinke es, und der Husten wird weichen."


Rezeptur nach Hildegard von Bingen

Fenchelkraut, 15 g

Dillkraut, 15 g

Andornkraut, 10 g

Wein, 1 ltr.


Die Kräutermischung ca. 5 Minuten in Wein kochen, abseihen und heiß in Flaschen abfüllen.

Von diesem Husten wein nehmen Erwachsene: 3 x täglich ca, 1/16 ltr.

Kinder: 3 x täglich 1 TL bis 1 EL, je nach Alter.


Vor jeder Einnahme soll der Wein etwas angewärmt werden, niemals den Hustenwein kalt trinken.




Wirkung und Anwendung

  1. Anämie
  2. anregend für die Luftwege und die Verdauungswege
  3. Appetitlosigkeit
  4. Blutbildung
  5. chronische Bronchitis
  6. chronische Ekzeme
  7. Darmentzündung
  8. Gallenleiden
  9. Geschwüre
  10. Leberfunktionsschwäche
  11. Magenentzündung (Gastritis)
  12. mangelnder Gallenfluss
  13. menstruationsfördernd bei einer zu schwachen Menstruation
  14. nervöse Herzstörungen
  15. kreislaufnormalisierend
  16. bei schlecht heilenden Wunden
  17. Stimulierung des körpereigenen Immunsystems
  18. Verdauungsstörungen
  19. Entzündungen der Leber
  20. Entzündungen der Gallenblase
  21. Hämorrhoiden
  22. Husten
  23. Schnupfen
  24. Asthma
  25. Bronchialkatarrh
  26. Rückenschmerzen
  27. entzündliche Wunden


Anwendungsbeispiele und alte Rezepte rund um den Andorn

Verwenden kann man den Andorn z.B. als Einzeltee oder in Teemischungen, zudem sind auch Tinkturen gebräuchlich.

  1. Rückenschmerzen

    Gegen Rückenschmerzen kann man einen Teeaufguss aus 10 g Andorn und einem Liter Wasser einsetzen. Trinken Sie täglich zwei bis drei Tassen dieses Tees.

Weitere Rezepte mit Andorn


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Nicht während der Schwangerschaft oder in der Stillperiode anwenden.

Steht unter Naturschutz, ist vom Aussterben bedroht! Außer im eigenen Garten bitte nicht sammeln!





Andorn
Andorn


Quellen zu diesem Artikel

  1. Die Kräuter in meinem Garten - provisionierter Link von Amazon

Quellenverzeichnis




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Kurzinfo
Andorn
  • Gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler.
  • Herkunftsgebiete: Mittelmeerraum
  • Mag magere Wiesen als Standort.
  • Pflanzenbeschreibung: buschartig, wird bis zu 60 cm groß.
  • Stängel sind filzig, mit feinen Härchen.
  • Die Blätter sind eiförmig, gezahnt und leicht flaumig.
  • Die Blüten sind klein und weiß, stehen in Scheinquirlen.
  • Verströmt einen aromatischen Duft.
  • Der Wuchsort ist in der Sonne auf nährstoffarmen, lockeren Erdböden.
  • Heilpflanze im Garten: stellt keine Ansprüche und ist zudem frosthart. Wird im Frühling ausgesät oder per Teilung vermehrt.
  • Verwendungsmöglichkeiten: blühendes Kraut und Blätter in frischer Form oder im getrockneten Zustand verwendbar.

    Blätter für Salat oder in Likören. Ein Tee daraus regt den Appetit an,unterstützt bei Durchfall und hilft bei Halsschmerzen und Husten.


    Kann ebenfalls gegen Raupen im Garten helfen. Legt man das Kraut in frischer Milch ein, so lockt dies Fliegen an (und zieht sie von wo anders weg).


  • Nicht während der Schwangerschaft verwenden.
  • Steht unter Naturschutz, ist vom Aussterben bedroht! Außer im eigenen Garten bitte nicht sammeln!