Das Heilkräuter-Verzeichnis

Mäusedorn

Der Mäusedorn (Ruscus aculeatus) wurde im 16. und im 17. Jahrhundert wegen seiner harntreibenden Wirkung bei Wassersucht eingesetzt. Damals benutzte man ihn auch als Gewürz für Speisen. Tatsächlich bilden sich bei regelmäßiger Anwendung aber auch Ödeme zurück.


Im letzten Jahrhundert ergaben Untersuchungen, dass der Mäusedorn, genauer gesagt Extrakte aus dem Wurzelstock, gute Wirkung bei Venenleiden zeigen.


Verwendung finden die jungen Pflanzentriebe und die Wurzeln der Pflanze. Die jungen Triebe kann man wie Spargel zubereiten, die Wurzeln sind für die medizinischen Zwecke gedacht.


Mäusedorn treibt den Harn, wirkt leicht abführend, reduziert Entzündungen, treibt auch den Schweiß und verengt die Adern.


Mäusedorn wird traditionell innerlich auch als mildes Abführmittel und Diuretikum, also wasserauscheidendes Mittel, verwendet.


Das im Mäusedorn enthaltene Ruscin schützt die Adern bzw. Gefäße, wirkt hemmend auf die Bildung von Ödemen (Wasseransammlungen) und ist allseits beliebt zur Behandlung von Krampfadern.


Wer im Alltag lange stehen muss, wer unter schweren Beinen leidet, wer unter Schmerzen in seinen Beinen leidet oder wer in der Nacht Wadenkrämpfe bekommt, dem kann der Mäusedorn helfen. Außerdem auch bei Brennen und Juckreiz in Armen und Beinen. Der Mäusedorn beugt Thrombosen vor, etwa vor langen Flügen, er repariert überdehnte Venen, kann auch gegen Frostbeulen helfen.


Besenreiser, geplatzte feine Adern oder Couperose sind ein Problem, unter dem überwiegend Frauen, aber auch Männer, zu leiden haben, speziell im höheren Alter. Aber auch hier kann der Mäusedorn helfen, wie neuere Studien gezeigt haben.


Der Mäusedorn stärkt erschlaffte Blutgefäße in der Haut, außerdem wird die Durchblutung gefördert und die Äderchen werden gekräftigt. So nach und nach verschwinden Couperose und Besenreiser wieder. Das macht sich auch die kosmetische Industrie zunutze, denn viele Salben und Cremes enthalten inzwischen die Wirkstoffe des Mäusedorns.


Mäusedorn hat eine gefäßabdichtende Wirkung, die zusätzlich die Venen zusammenzieht. Er ist daher bestens geeignet zur Unterstützung einer Behandlung von Krampfadern. Da sich die Wirkung des Mäusedorns aber erst nach einigen Tagen/Wochen einstellt, sollte man eine Behandlung schon vor der warmen Jahreszeit beginnen, in der ja die Beschwerden am größten sind. Die in Zusammenhang mit Krampfadern stechenden Schmerzen, Wadenkrämpfe und Beinschwere können so gemildert werden.


Geschichten und Sagen

Übrigens kommt der Name des Mäusedorns nicht daher, weil die Mäuse ihn so sehr lieben, sondern eher im Gegenteil: Früher wurden die Getreidelager und Vorratskammern mit den Zweigen des Mäusedorns vor Mäusen und anderen Nagern geschützt.


Ebenso wurde der Mäusedorn früher von Metzgern verwendet, um deren Messer zu reinigen und das Fleisch abzudecken, und um einem Befall von Mäusen vorzubeugen. Noch heute trägt der Mäusedorn im Englischen den Namen "Metzgerbesen".


Die Pflanze wurde zum Reinigen von Besteck und Töpfen verwendet.


Die Samen waren zeitweilig auch als Ersatz für Kaffee im Einsatz.



Über die Pflanze

Der Mäusedorn ist im westlichen Europa, Südwestasien und in den Mittelmeergebieten zu Hause.


Man findet ihn auf trockenem Boden, auf felsigen Böden oder in Gebüschen.


Der Mäusedorn ist mehrjährig, immergrün und wird bis zu 80 Zentimeter groß.


Seine Blätter sind fest und ledrig, eiförmig spitz, bis zu 3 cm lang und - sie stechen!


Die kleinen Blüten sind grün und zeigen sich im Frühjahr oder bereits schon im endenden Winter.


Aus den Blüten erwachsen rote Beeren, die bis über den Winter hinweg an der Pflanze bleiben.



Ein Tee aus den Wurzeln

Aus den Wurzeln kann man einen Tee herstellen, der gegen Nierenbeschwerden, Entzündungen der Harnröhre, bei Gelbsucht oder Griesleiden in Nieren und Blase hilft. Dazu gibt man einen Teelöffel getrockneter Wurzeln in eine Tasse kaltes Wasser. Dies wird dann aufgekocht und nach 8 Minuten siebt man dann ab. Trinken Sie 2 Tassen tagsüber.


Verdoppelt man die Konzentration des Tees, indem man die doppelte Menge der Wurzeln nimmt, kann man ihn äußerlich gegen Erfrierungen und Sonnenbrände verwenden, oder auch gegen Couperose. Man kann diesen starken Tee als Waschung oder in Kompressen einsetzen.


Wenn Sie unter angeschwollenen Beinen leiden, können Sie neben der äußerlichen Anwendung auch einen "normalen" Tee trinken.



Anwendung und Wirkung von Mäusedorn

  1. unterstützend bei Krampfadern
  2. gefäßabdichtend
  3. Venenleiden
  4. wassertreibend
  5. zusammenziehend
  6. Hämorrhoiden
  7. harntreibend
  8. Kräftigung der Venenwände
  9. Ödeme


Übersicht zu Mäusedorn
Volksnamen

Stechender Mäusedorn, Stechmyrte, Stachelmyrte, Dornmyrte


Wuchshöhe

Bis 80 cm


Wuchsort

Pflanze aus dem Mittelmeerraum, immergrün, mag viel Sonne .


Blütezeit

Die Blüten bilden sich im März und April.


Sammelzeit

Die Sammelzeit ist in September und Oktober.


Verwendete Pflanzenteile

Verwendung finden die Wurzeln.


Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, ätherische Öle, Ruscosid, Ruscin, Saponine


Medizinische Eigenschaften

Venenstärkend, hemmt Entzündungen, treibt den Harn.


Passende Edelsteine

Topas, Opal, Saphir


Planet

Saturn und Mars


Sammeln und lagern

Man erntet ab September die Wurzeln, die man ausgräbt, dann von Erdresten reinigt und die kleinen Nebenwurzeln entfernt.


Dann zerschneidet man die Wurzeln in ca. 5 cm lange Teile und trocknet sie sonnig und warm. Sie können die Wurzeln aber auch im Backofen bei maximal 40 Grad trocknen. Dann wird die Wurzel in einer Dose gelagert.


Mäusedorn für Frauen

Prämenstruelles Syndrom

Bei manchen Frauen treten vor der Regelblutung Ödeme (Wassereinlagerungen) auf, es kommt zu einem Spannungsgefühl der Haut oder zu Schmerzen in der Brust.

Studien haben gezeigt, dass auch hier der Mäusedorn helfen kann. Traditionell wird die Heilpflanze schon seit Langem gegen Menstruationsbeschwerden verwendet.





Rezepte und Anwendungen rund um den Mäusedorn


Abführende Beeren

Man hat die Beeren früher als Abführmittel gegessen, heutzutage ist man davon allerdings abgekommen.

Eine Creme gegen Besenreiser und Couperose

Geben Sie ca. 25 g zerkleinerte Wurzeln in eine Tasse Wasser und kochen Sie sie für 10 Minuten.

Danach wird durch ein Sieb abgesiebt.


Lassen Sie jetzt in einem Wasserbad 2 Teelöffel Lanolin und 3 - 5 g Bienenwachs schmelzen, je nachdem, wie fest die Creme sein soll. Geben Sie dann 35 ml Öl hinzu, zum Beispiel Jojobaöl, Mandelöl, Aprikosenöl oder Traubenkernöl. Gut rühren und dabei den Kräuterauszug mit unterrühren.


Erhitzen Sie die Flüssigkeit jetzt einmal kurz bis ca. 70 Grad, denn nur dann verbindet sich alles zu einer schönen Creme.

Danach weiterrühren, bis die Flüssigkeit abgekühlt und eine Creme geworden ist. Danach in eine Salbendose füllen.


Tee

Geben Sie 1 Teelöffel der getrockneten Wurzel in eine Tasse kaltes Wasser, kurz aufkochen, dann 8 Minuten ziehen lassen und danach absieben. Trinken Sie 2 Tassen pro Tag, das kräftigt Ihre Venen.




Mäusedorn im Garten

Die Heilpflanze stellt keine Ansprüche an den Boden. Man kann ihn einfach selber aus den Samen der Beeren anpflanzen. Günstigerweise geschieht dies im zeitigen Frühjahr.


Die Keimung kann übrigens bis zu einem Jahr dauern, also nicht wundern, wenn erst einmal nichts passiert...


Die gekeimten "Mäusedörnchen" kommen dann im frühen Sommer an den endgültigen Platz.


Die Pflanze ist zum Großteil winterfest, erst ab Graden unter -25 Grad nimmt sie Schaden. Sie mag es gerne etwas feucht, aber dauernde nasse Füße mag sie nicht.



Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Nicht während der Schwangerschaft und in der Stillzeit verwenden.


Nur nach ärztlichem Rat verwenden, wenn Sie unter Bluthochdruck leiden.




Wissenschaftliches

Die Kommission E (1) nennt eine Anwendungsmöglichkeit von Mäusedorn bei einer chronischen venösen Insuffizienz, die zu Beschwerden wie:

  1. Schmerzen
  2. Schweregefühl
  3. nächtlichen Wadenkrämpfen
  4. Juckreiz
  5. Schwellungen

führt. Auch bei Hämorrhoiden kann man den Mäusedorn einsetzen.

Die im Mäusedorn enthaltenen Ruscogenine sorgen dafür, dass Adern sich zusammenziehen und dadurch vor weiteren Schädigungen bewahrt werden.



Quellen zu diesem Artikel

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Quellenverzeichnis


1: Buch: Leitfaden Phytotherapie - Schilcher - provisionierter Link by Amazon- provisionierter Link von Amazon



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