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Depressionen

Tipps für Angehörige

Sind Sie ein Angehöriger eines an einer Depression erkrankten Menschen, so wissen Sie, wie schwer es manchmal sein kann, mit einem solchen Menschen umzugehen.

    Hier sind einige Tipps, die ihnen helfen können:

  1. Erkennen der Depression

    Ist jemand in Ihrer Umgebung ständig traurig, verzweifelt, mutlos und niedergeschlagen, so könnte es daran liegen, dass er eine Depression hat. Sprechen Sie ihn darauf an und bieten Sie ihm jede Hilfe an. Bieten Sie ihm zum Beispiel an, ihn zu einem Arzt zu begleiten.

  2. Wichtig ist es auch, dass Sie sich mit der Krankheit vertraut machen.

    Was geschieht mit dem Erkrankten, wie fühlt er sich, wie sieht er seine Umwelt und was können Sie für ihn tun. Wichtig ist aber auch, was die Depression mit Ihnen tut. Wie wird sich Ihr Leben durch die Erkrankung verändern? Informieren Sie sich über die Depression, so dass Sie für das Kommende gut vorbereitet sind.

  3. Geben Sie keine falschen Ratschläge

    Ratschläge wie "Reiß dich zusammen" bringen dem Erkrankten gar nichts. Er ist krank und benötigt Hilfe. Dass er im Moment so ist, wie er ist, hat nichts mit Unlust oder Trotz zu tun, sondern mit dieser Erkrankung. Noch schlimmer ist allerdings, dass Sie ihm mit solchen Ratschlägen ein schlechtes Gewissen einreden. Aus der Sicht des Betroffenen bedeutet es nämlich, dass jeder andere sich einfach so zusammenreißen könnte und alles wäre wieder gut, nur er schafft es nicht. Dies gibt ihm ein Gefühl, dass er minderwertig oder einfach nur unfähig ist. Die negativen Gedanken vertiefen sich also zusätzlich.

Suizid - Selbstmord

Was bedeutet Suizid, wie sollte man als Betroffener oder Angehöriger mit Suizidgedanken umgehen?

Wer glaubt, dass Depressionen "nur" eine psychische Krankheit sind, die nicht tödlich sind, der irrt: Eine Depression gehört zu den potentiell tödlichsten Krankheiten, die es gibt!

Dies ergibt sich jedoch nicht aus der besonderen körperlichen "Schwere", sondern aus dem hohen Suizidrisiko!

Eine kleine Suizid-Statistik

In Deutschland sterben an jedem Tag 8 Jugendliche durch Selbstmord. Das sind nur die, die es auch wirklich "schaffen", versuchen tun es tatsächlich jeden Tag etwa 150 Jugendliche.

Was soll ich tun, wenn ich Suizidgedanken habe oder bei einem Angehörigen bemerke?

  1. Vergessen Sie zu Beginn gleich das Märchen von "Wer von Selbstmord spricht, tut es nicht!“. Falsch!

    Bei dieser Krankheit kann genau das Gegenteil der Fall sein. Genauso ein Märchen ist es, dass man durch Sprechen über das Thema einen Depressiven überhaupt erst auf die Idee bringt, sich zu töten. Glauben Sie uns: Ist er wirklich schwer depressiv, hat er diese Gedanken bereits.

  2. Sollten Sie glauben, dass der Betroffene mit Selbstmordgedanken spielt, sollten Sie ihn auf das Thema ansprechen. Für viele Depressive ist dies eine enorme Erleichterung und Befreiung. Der Gedanke an Suizid macht auch ihnen Angst. Sie können ihm also helfen, mit diesen Ängsten umzugehen.
  3. Ein weiteres Märchen ist übrigens auch, dass ein Selbstmord ohne Vorwarnung geschieht. Viele Kranke äußern sich über ihr Befinden, bevor sie diesen Schritt tun. Sätze wie "Ist ja alles sinnlos" und "Ich mach Schluss" können als Warnsignale gesehen werden. Nehmen Sie solche Aussprüche also sehr ernst!
  4. Ein ganz schlimmes Märchen ist jedoch, dass man einen Suizidgefährdeten der Konfrontation "...dann tu es doch“ von seinen Selbstmordplänen abbringen kann. Lassen Sie das, möglicherweise ist genau das der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt! Die Sichtweise eines Depressiven ist durch seine Krankheit so grundlegend verändert, dass selbst der schreckliche Gedanke an den Freitod angenehm erscheinen kann.

Elektrokrampftherapie (EKT)

Die Behandlung depressiver Patienten mit elektrischem Reizstrom hat in Deutschland einen so miserablen Ruf, dass sie von vielen Kliniken nicht mehr angeboten wird - zu Unrecht. Denn die EKT ist keineswegs eine moderne Foltermethode, wie sie in Filmen oft erscheint, sondern eine effektive Art, vor allem schwere Depressionen zu lindern. Und das besonders bei einer therapieresistenten Altersdepression. Selbst wenn Medikamente und Psychotherapie nicht anschlagen, kann diese Variante erfolgreich sein. Bei der EKT werden bestimmte Hirnbereiche des narkotisierten Patienten unter Strom gesetzt und auf diese Weise künstlich ein Krampfanfall ausgelöst. Medikamente sorgen jedoch dafür, dass die Muskeln entspannt bleiben und es so nicht zu den sonst typischen Zuckungen während des Anfalls kommt. Oft wirkt die EKT bereits nach zwei bis vier Anwendungen. Weshalb, ist allerdings noch nicht umfassend geklärt. Unter anderem werden bei der Methode Eiweiße im Gehirn verstärkt freigesetzt, denen eine beruhigende Wirkung zugeschrieben wird. Außerdem erhöht sich die Dichte der Rezeptoren für einige Botenstoffe, die mit der Depression zusammenhängen. Weil die EKT zwar bei akuten Beschwerden hilft, aber nicht vor Rückfällen schützt, sollte anschließend eine Medikamententherapie, eventuell zusammen mit einer Psychotherapie, folgen.

Sport

Bewegung hält nicht nur den Körper fit, sondern ist für depressive Patienten auch eine sinnvolle Ergänzung zur Medikamenten- und Psychotherapie. Denn im Training werden sogenannte Glückshormone wie das Endorphin ausgeschüttet, die das Wohlbefinden steigern. Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder auch zügiges Gehen. Drei bis vier Einheiten pro Woche, jeweils 30 bis 60 Minuten lang, sollten Sie einplanen, um eine Wirkung zu erzielen.

Schlafentzug

Eine Möglichkeit, Depressionen wirksam zu bekämpfen, kann beispielsweise im Schlafentzug liegen. Bei einigen Patienten können durch das gewollte Wachbleiben einer ganzen Nacht hindurch bereits am nächsten Tag deutliche Verbesserungen bei der Stimmungslage festgestellt werden. Allerdings birgt diese Therapie auch die Gefahr, dass es am darauf folgenden Tag zu einem herben Rückschlag kommt und die Depressionssymptome sich verstärken. Deswegen sollte der Schlafentzug nur unter ärztlicher Aufsicht und auch nur als unterstützende Therapie durchgeführt werden.

Lichttherapie

Gegen die so genannte Winterdepression kann regelmäßige Bestrahlung mit Licht helfen. Dabei blicken die Betroffenen täglich rund 30 bis 40 Minuten in eine starke Lichtquelle mit 2.500 bis 10.000 Lux (zum Vergleich: normal beleuchtete Räume sind 300 bis 800 Lux hell). Rund 60 Prozent der Patienten mit einer saisonal abhängigen Depression sprechen nach einer Woche auf die Behandlung an. Weshalb diese Art der Therapie bei Winterdepression hilft, ist nicht genau geklärt. Vermutlich werden durch die Bestrahlung über die Netzhaut Botenstoffe wie Serotonin und Melatonin beeinflusst.

Bei diesem inzwischen wissenschaftlich anerkannten Verfahren wird der Patient sehr hellem ca. 10.000 Lux starkem, blendfreiem Licht ausgesetzt. Wobei ein Lux etwa der Leuchtstärke einer Kerze entspricht.

Dabei schaut er wahlweise für 30 Minuten direkt oder für etwa 2 Stunden indirekt in die Lichtquelle. Bevorzugte Zeit für die Anwendung ist unmittelbar nach dem morgendlichen Erwachen. Wichtig ist dabei lediglich, dass das Licht auf die Netzhaut fällt.

Wichtig: Für die Lichttherapie dürfen nur spezielle Leuchten benutzt werden, auf keinen Fall sollten Betroffene direkt in die Sonne oder UV-Lampen blicken. Sie könnten sonst ihre Augen schädigen.

Therapiemöglichkeiten bei Depression

So wie es verschiedene Depressionsarten gibt, sind auch die Behandlungsmöglichkeiten recht unterschiedlich. Manchmal besteht aber die Möglichkeit, dass der Patient bestimmen kann, welche Therapie er am geeignetsten findet. Neben der klassischen Psychotherapie gibt es auch noch einige unterstützende Maßnahmen, welche der Betroffene in seiner Freizeit nutzen kann, damit sich die Symptome seiner Depression weniger stark zeigen. Bei allem gilt jedoch, dass die Chemie zwischen Patient und Psychotherapeut stimmen muss. Jede Krankenkasse gewährt einem in der Regel fünf Probestunden, so dass man verschiedene Therapeuten näher kennenlernen kann, bevor man sich dafür entscheidet, bei einer bestimmten Art eine Therapie zu machen.

Die Depressionstherapien lassen sich zunächst einmal in die medikamentösen und die nicht medikamentösen Therapien unterteilen. Je nach Schweregrad und Fortschritt der Depression, bestimmt immer der Arzt, welche Therapie angebracht ist. In der heutigen Zeit kommt es aber auch oft zu einer Vermischung beider Therapieformen, so dass neben der Gesprächstherapie auch begleitend dazu Medikamente verabreicht werden.

  1. Medikamentöse Therapie
  2. Kognitive Verhaltenstherapie
  3. Tiefenpsychologische Psychotherapie
  4. Weitere Therapieformen

Neben den drei großen Therapien - der medikamentösen Therapie, der kognitiven Verhaltenstherapie und der tiefenpsychologischen Psychotherapie - gibt es aber auch noch ergänzende Therapiemethoden, welche gerade in der heutigen Zeit mehr und mehr zum Einsatz kommen. Dazu gehören die:

  1. Schlafentzug- / Wachtherapie
  2. Lichttherapie
  3. Elektrokrampftherapie
  4. Sport
  5. Lithiumsalze
  6. Repetitive transkranielle Magnetstimulation (TMS)
  7. Vagusnervstimulation

Tiefenpsychologische Psychotherapie

Wer sich bei der Bekämpfung seiner Depressionen für die Tiefenpsychologische Psychotherapie entscheidet, wird mit seinem Therapeuten vor allem Konflikte aufarbeiten. Oftmals reichen die Gesprächsthemen deswegen zurück bis in die Kindheit. Insgesamt wird versucht, die Ursachen für die entstandene Depression ausfindig zu machen und diese zu bekämpfen. In fast jeder Therapiestunde wird es zu einem längeren Gespräch zwischen Patient und Therapeut kommen. Ob der Patient dabei selbst Konflikte aus der Kindheit anspricht oder der Therapeut das Gespräch führt, kann sehr verschieden sein. Um bei schwereren Depressionen eine schnelle Besserung zu erzielen, wird bei der Tiefenpsychologischen Psychotherapie nicht selten als unterstützende Maßnahme mit Medikamenten gearbeitet.

Tiefenpsychologische Verfahren

Mutter aller tiefenpsychologischen Behandlungsvarianten ist die Psychoanalyse von Sigmund Freud. Psychoanalytiker deuten die Depression unter anderem als Konsequenz nicht ausgelebter Aggressionen, die sich schließlich gegen die eigene Person richten. Die Ursachen der Beschwerden liegen diesem Konzept zufolge oft in traumatischen Erlebnissen in der Kindheit, die der Patient verdrängt hat und die es in den Sitzungen aufzuspüren gilt. Mithilfe spezieller Techniken wie Traumdeutung oder freiem Assoziieren sollen die verschütteten Erinnerungen dann analysiert und überwunden werden. Die Therapie ist zeitintensiv (mehrere Sitzungen à 50 Minuten pro Woche) und dauert mehrere Jahre. Die Kassen zahlen die Behandlung (bis zu 300 Stunden), deren Wirkung bei Depression jedoch bislang nicht wissenschaftlich erwiesen ist. Die am weitesten verbreitete tiefenpsychologische Methode ist die psychoanalytische Kurzzeittherapie. Sie beschränkt sich auf ein klar begrenztes Problem oder einen Konflikt, wie zum Beispiel eine Trennung oder Mobbing am Arbeitsplatz, und ist zeitlich auf bis zu 40 Stunden begrenzt. Oft werden solche Kurzzeitbehandlungen in besonders dringenden Fällen eingesetzt, da sie schneller bewilligt werden als eine umfangreiche Analyse. Ihre Wirksamkeit ist gut belegt, allerdings haben sich sehr kurze Therapien mit weniger als zwölf Stunden als wenig erfolgreich erwiesen.

Ebenfalls hilfreich kann die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sein. Dieser Begriff fasst viele verschiedene Verfahren zusammen, die sich aus der klassischen Psychoanalyse entwickelt haben. Allerdings stehen hier nicht Erfahrungen in der Kindheit, sondern aktuelle psychische Konflikte im Mittelpunkt, deren Lösung angestrebt wird. Die Vergangenheit dient dabei zur Erklärung der Beschwerden lediglich als Hintergrund. Und die Gespräche finden nicht im Liegen, sondern im Sitzen statt. So begegnen sich Therapeut und Patient, allein oder in der Gruppe, auf Augenhöhe. Im Durchschnitt dauert eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie 60 Sitzungen.

Vagusnervstimulation

Ursprünglich wurde die Vagusnervstimulation ausschließlich bei Epileptikern eingesetzt. Doch weil unter den Patienten oft auch die Schwermut nachließ, wird die Behandlung inzwischen auch bei Depressionspatienten angewandt.

Dazu wird den Betroffenen unterhalb des Schlüsselbeins ein kleiner Stimulator eingesetzt, der über den Vagusnerv elektrische Impulse an das Gehirn sendet. Infolgedessen werden dort offenbar vermehrt Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin freigesetzt, und die Stimmung hellt sich auf.

In ersten Studien sprachen rund 40 Prozent der untersuchten Patienten auf die Behandlung an: Ihr Zustand besserte sich deutlich und dauerhaft. In wenigen Fällen traten Nebenwirkungen wie Heiserkeit und Atembeschwerden auf.

Da bislang jedoch Langzeitstudien fehlen und die Kosten für Gerät und Operation sehr hoch sind (15 000 bis 20 000 Euro), sollten zunächst die herkömmlichen Methoden ausprobiert werden.

Tipps für Betroffene einer Depression

Wenn Sie an einer Depression erkrankt sind, werden Sie wissen, wie schwer es ist, mit dieser Krankheit sein tägliches Leben zu bewältigen. Für viele ist es schwierig, die eigenen Gedanken unter Kontrolle zu bringen. Hier einige Tipps, wie Sie Ihr Leben mit der Depression leichter bewältigen können.

Akzeptieren Sie Ihre Krankheit

Erst wenn Sie wissen, woran Sie erkrankt sind und wenn Sie sich dies auch eingestehen, können Sie sinnvoll etwas dagegen unternehmen. Sie haben nichts davon, wenn Sie gegen sich selbst ankämpfen und so tun, als wäre alles ganz normal. Denn es ist nicht normal. Dabei hat diese Erkrankung nichts damit zu tun, dass Sie schwach oder schlecht sind. Es ist eine Erkrankung, so wie jede andere Erkrankung auch. Und dagegen sollte man unbedingt etwas unternehmen.

Suchen Sie sich eine Therapie

Das wirksamste Mittel gegen eine Depression scheint immer noch eine Therapie zu sein. Suchen Sie sich also ärztliche und therapeutische Hilfe, damit Sie aus dem schwarzen Loch der Depression möglichst schnell wieder herauskommen. Wenn sie dies alleine nicht schaffen, versuchen sie Verwandte oder Freunde um Hilfe zu bitten.

Wichtig ist, dass Sie zu Ihrem Arzt und dem Therapeuten eine gute Beziehung haben. Wenn Sie also das Gefühl haben, dass Sie der Arzt oder Therapeuten nicht richtig versteht oder ernst nimmt, so scheuen Sie sich nicht davor, einen anderen Arzt aufzusuchen.

Im Rahmen einer Therapie werden Sie wahrscheinlich auch Medikamente verordnet bekommen, die Sie genauso einnehmen sollten, wie der Arzt beziehungsweise Therapeut es Ihnen vorschreibt. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass eine Wirkung meist erst nach mehreren Tage beziehungsweise Wochen eintritt. Setzen Sie also nicht eigenmächtig die Medikamente wieder ab.

Strukturieren sie ihr Leben neu

Viele an einer Depression erkrankte Menschen haben keinen strukturierten Tag mehr. Sie leben in den Tag hinein und machen nur noch das, was unbedingt nötig ist. So bleibt zum Beispiel bei manchen die Körperhygiene auf der Strecke, manche machen die Nacht zum Tag und andere wiederum verlieren im Laufe der Zeit ihren Arbeitsplatz, weil sie ständig zu spät kommen.

Versuchen Sie deswegen, geordnete Strukturen in Ihren Alltag zu bringen. Essen Sie so möglichst immer zu gleichen Zeiten, versuchen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit aufzustehen und zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen, duschen Sie jeden Tag, gehen Sie jeden Tag einkaufen und so weiter. Machen Sie sich notfalls einen Tagesplan, den Sie abarbeiten können.

Versuchen Sie, negative Faktoren auszuschalten

Solche Negativfaktoren können zum Beispiel Alkohol oder Rauchen sein. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zur Kranken bei Rauchern um 14 % höher liegt als bei Nichtrauchern.

Feiern Sie auch kleine Siege

Wenn Sie eine Depression haben, so wissen Sie, wie trist das Leben sein kann. Deswegen ist es wichtig, auch kleine Siege zu feiern. Belohnen Sie sich, wenn Sie es geschafft haben, zum Beispiel die Steuererklärung auszufüllen. So motivieren Sie sich selbst, gegen die Krankheit anzugehen. Sollten Sie in einer Therapie sein, sollten Sie dies auch Ihrem Therapeuten erzählen, so dass er darauf eingehen kann und dies gegebenenfalls auch in die Therapie einfließen lassen kann.

Suchen Sie Hilfe bei Ihrem Partner

Wenn Sie an einer Depression erkrankt sind, ist es für Ihren Lebenspartner meist schwer, damit umzugehen. Eine Depression stellt in jedem Fall eine Belastung für eine Partnerschaft dar. Damit Ihr Partner aber vernünftig damit umgehen kann und Ihnen sogar helfen kann ist es wichtig, klar mit ihm darüber zu reden. Verschweigen Sie nicht Ihre Krankheit, sagen Sie ganz klar, was los ist.

Reden Sie mit Ihrem Partner darüber, wie es Ihnen geht, reden Sie mit ihm darüber, wovor sie Angst haben und sagen Sie ihm, dass Sie ihn brauchen und dass Sie ihn lieben, auch wenn Sie ihm das nicht immer so zeigen können.

Wie oben schon erwähnt, ist ein Faktor, der es möglich macht, Depression hinter sich zu lassen, ein starkes Maß an zwischenmenschlichen Beziehungen. So ist es sehr wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Therapeuten gut verstehen, noch wichtiger ist es allerdings, dass sie in jedem Bekannten- und Verwandtenkreis möglichst viele Menschen haben, die wissen, was mit Ihnen los ist und Ihnen Ihre Unterstützung anbieten. Das wichtigste jedoch scheint der Lebenspartner zu sein, der die stärkste Kraft darstellen kann, Ihnen aus der Depression zu helfen!

Depressionen im Alter

Viele ältere Menschen haben im Laufe ihres Lebens vieles durchmachen und ertragen müssen. Je älter man wird, desto mehr Freunde und Verwandte verliert man durch den Tod, Krankheiten häufen sich, sowie die Erinnerungen an Krieg und Hunger müssen ertragen werden. Deshalb könnte man glauben, dass im Alter fast automatisch eine Depression auftritt. Falsch gedacht!

Die Quote liegt nicht höher als bei jungen Menschen. Besser ist es daher, von einer Depression im Alter zu reden als dem Krankheitsbild Altersdepression. Aber eines stimmt dennoch: Die Altersdepression ist die häufigste psychische Erkrankung im Alter.

Symptome, Diagnose und Therapie

Obwohl die Krankheit die gleiche ist, nimmt die Depression im Alter meist einen ganz anderen Verlauf als bei jungen Menschen. Ältere klagen sehr häufig über körperliche Symptome und weniger über depressiv bedingte Traurigkeit und Abgeschlagenheit. Manchmal glaubt man auch, dass die Depressionssymptome, wie z. B. Schlafstörungen oder nachlassende Vitalität, allein vom Alter kommen. Dies ist natürlich so nicht richtig. Die Depression kann z. B. durch Medikamente oder andere Krankheiten ausgelöst werden. Wichtig ist es jedoch auch zu wissen, dass bei älteren Menschen eine deutlich höhere Suizidrate besteht als bei Jüngeren.

Zudem dauern die Beschwerden meist länger an.

Ursachen von Depressionen

Die Betroffenen selbst sind meist nicht in der Lage, die Ursachen für Ihre Erkrankung zu erkennen. Die Medizin sieht heute sechs verschiedene Ursachen als Auslöser einer Depression. Dazu gehören eine genetische Veranlagung, traumatische Ursachen, neurobiologische Faktoren, saisonale Depressionen, andere Erkrankungen sowie Medikamente, die Depressionen auslösen können.

Die Erkrankung kann also viele verschiedene Ursachen haben. Liegt zum Beispiel eine genetische Veranlagung vor, das heißt, dass ein Elternteil bereits an einer Depression erkrankt ist, so liegt die Wahrscheinlichkeit höher, dass man selbst an einer Depression erkrankt. Dies wurde natürlich auch wissenschaftlich erforscht mit dem Ergebnis, dass die Quote bei bis zu 20 % höher liegt als bei Patienten, die gesunde Eltern haben. Sind beide Elternteile des Erkrankten depressiv, so steigt die Wahrscheinlichkeit auf bis zu 60 % an.

Traumatische Ursachen, wie zum Beispiel der Tod von nahen Angehörigen oder Missbrauch können ebenfalls Depressionen auslösen.

Damit eine Depression ausbricht, braucht es aber meist ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren. So ist es z. B. unterschiedlich, welche Rolle erbliche und umweltbedingte Faktoren spielen. Eine genetische Veranlagung, neurobiologische Störungen sowie bestimmte Entwicklungs- und Persönlichkeitsfaktoren (psychosoziale Faktoren) bilden die Basis der meisten Depressions-Erklärungsmodelle.

Meist haben die Betroffenen jedoch eine geringere Toleranz gegenüber seelischen, körperlichen und biografischen Belastungsfaktoren als gesunde Menschen. Diese Toleranz wird übrigens auch „Vulnerabilität“ genannt und heißt übersetzt“ Anfälligkeit“ oder „Verletzlichkeit“. Der Betroffene ist also anfälliger für diese negativen Faktoren als andere Menschen.

Auslöser für eine Depression sind meist persönliche belastende Ereignisse oder Überforderungssituationen, die der Betroffene nicht verarbeiten kann und auf die er besonders sensibel reagiert.

Genetische Veranlagung

Depressionen treten familiär gehäuft auf. Sind Verwandte ersten Grades betroffen, also die Eltern, liegt die Gefahr höher, selbst eine Depression zu entwickeln. In Zahlen ausgedrückt ist es bis zu 15 % höheres Risiko als mit "gesunden" Eltern. Eine Depression ist somit zwar nicht direkt vererbbar, jedoch eine Neigung oder Anfälligkeit dafür.

Stoffwechsel- und Funktionsstörungen im Gehirn

Depressionen können u. a. auch durch eine Stoffwechselstörung im Gehirn hervorgerufen werden. Bestimmte Überträgersubstanzen (Serotonin, Dopamin, Noradrenalin usw.) scheinen aus dem Gleichgewicht zu geraten. Depressive Menschen haben oft eine zu niedrige Konzentration dieser Stoffe im Gehirn.

Zudem stellte man mit bildgebendem Verfahren bei Depressiven eine veränderte Aktivität des so genannten limbischen Systems im Gehirn fest. Das limbische System, auch als stressregulierendes System bezeichnet, ist für das Empfinden und Verarbeiten von Gefühlen mitverantwortlich. Die veränderte Aktivität bei der Verarbeitung von Gefühlen erklärt u. a. die erhöhte psychische Verletzlichkeit depressiver Patienten und warum oft Schicksalsschläge einer Erkrankung vorausgehen.

Entwicklungs- und Persönlichkeitsfaktoren (psychosoziale Faktoren)

Ein weiterer Faktor, der für eine Depression verantwortlich gemacht werden kann, ist eine fehlerhafte Entwicklung in der Kindheit. Ein zu ängstlicher oder überfürsorglicher Erziehungsstil und eine daraus entstehende "erlernte Hilflosigkeit", wie man es so nennt, sowie unzureichende Möglichkeiten der Stressbewältigung der Erkrankten können einen Risikofaktor zur Entstehung einer Depression darstellen.

Aber auch der Verlust eines Elternteils in der frühen Kindheit, eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung oder ein gestörtes Selbstwertgefühl in der frühen Kindheit können ein Grundstein zu einer späteren Depression sein. Und schließlich können Traumata wie z. B. sexueller Missbrauch, Katastrophenerlebnisse u. Ä. bei erneuten Krisensituationen den Ausbruch einer Depression auslösen.

Reaktive Faktoren

Überwiegend treten Depressionen nach kritischen, belastenden oder negativen Ereignissen auf, z. B. dem Verlust eines Partners, dem Tod eines Angehörigen oder dem Verlust des Arbeitsplatzes. So konnte man nachweisen, dass stressreiche Lebensereignisse zu neurobiologischen Reaktionen wie z. B. vermehrter Ausschüttung des Stresshormons Cortisol führen können, welches auch bei Depression in erhöhter Konzentration im Blut gefunden wird.

Aber auch körperliche Erkrankungen (z. B. Krebs, dauerhafte Schmerzen, AIDS, Herz-Kreislauf- und Demenzerkrankungen) sowohl manche Medikamente können für den Ausbruch einer Depression verantwortlich sein.

Weitere Risikofaktoren

Es gibt noch weitere Faktoren, die zusätzlich eine erhöhte Anfälligkeit für eine Depression darstellen.

Dazu gehören u.a.:

-Single-Sein bzw. geschieden sein -weiblich sein -in einer Großstadt leben -geringe Bildung bzw. Ausbildung -arbeitslos sein -kaum soziale Kontakte haben -Drogenmissbrauch, Alkohol, Tabak, Cannabis usw.

Symptome einer Depression

Die Depression kann sich bei jedem Menschen anders darstellen. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass eine gewisse Traurigkeit, Lustlosigkeit und Niedergeschlagenheit vorhanden sind, auch wenn es keinen akuten Grund dafür gibt. Da diese Gefühle auch bei gesunden Menschen auftreten können, deuten sie nicht zwangsweise auf eine Depression hin. Auffällig wird es erst, wenn der Betroffene seinen Tagesablauf nicht mehr folgen kann.

Es ist daher erforderlich herauszufinden, ob solche Stimmungslagen oder auch Stimmungsschwankungen von einer Depression herrühren oder ob sie auf akuten Geschehnissen passieren. Zudem ist es wichtig zu beobachten, wie lange ein solcher Zustand andauert. Kurzfristige Gefühlslagen weisen dabei nicht auf eine Depression hin.

Eindeutige Symptome für eine Depression sind eine getrübte Stimmung, die sich über Wochen hinweg zieht, eine Interesselosigkeit an allem, auch an Dingen, die Spaß gemacht haben sowie eine mangelnde Aktivität. Bei manchen Betroffenen stellt man auch eine Appetitlosigkeit fest, oft eine lang anhaltende Übelkeit und Magen-Darm-Probleme, ein veränderter Appetit sowie Gewichtsveränderungen. Hinzu kommen oft Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafschwierigkeiten, Gedächtnisschwierigkeiten und zum Beispiel auch sexuelle Probleme. Gerade das Letztere führt häufig dazu, dass sich eine Angst entwickelt, den Lebenspartner zu verlieren. So entsteht häufig eine Spirale, die den Erkrankten noch weiter in die Depression treibt.

Wie Sie sehen, hat eine Depression nicht nur psychische Auswirkungen, sondern auch körperliche. Man kann also nicht nur von einer rein psychischen Krankheit sprechen.

Wie schon erwähnt, ist es nicht so einfach, anhand der Symptome die Krankheit sofort zu entdecken. So kann bei Magen-Darm-Problemen ja auch eine Erkältung oder eine falsche Ernährung die Ursache sein, Schlafschwierigkeiten können zum Beispiel ja auch durch Stress entstehen. Ein wichtiger Punkt zur Erkennung einer Depression ist deshalb, dass solche Beschwerden über Wochen und Monate andauern.

Hier eine kurze Auflistung der wichtigsten Symptome:

  1. Der Betroffene ist ständig müde und ängstlich; er scheint verlangsamt und ohne Energie zu leben.

    Gleichzeit kann er auch von Ruhelosigkeit getrieben werden und leicht reizbar erscheinen.

  2. Ein depressiver Mensch verspürt keine positiven Gefühle mehr - siehe auch unter Gefühlslosigkeit.
  3. Eine depressive Person ist meist bestimmt von vielerlei Arten negativer Gefühle wie Hoffnungslosigkeit, Pessimismus, innere Leere, Wert- und Hilflosigkeit, die sich bis zum Gedanken an den Tod oder den Selbstmord steigern können.
  4. Der Betroffene kann sein ganzes Interesse an Aktivitäten, auch sexueller Art, und Hobbys, die er vor seiner Erkrankung gerne ausgeübt hat, verlieren.
  5. Der Erkrankte leidet oft an Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und Entscheidungsschwäche.
  6. Häufig wird der Erkrankte von Schlaflosigkeit und Schlafstörungen gequält, erwacht sehr früh morgens oder hat ein übermäßiges Schlafbedürfnis.
  7. Ferner deuten Appetitverlust und/oder Gewichtsabnahme oder aber auch Überessen und Gewichtszunahme auf eine Depression hin.
  8. Auch anhaltende körperliche Symptome, die nicht auf eine Behandlung ansprechen, zum Beispiel Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen und chronische Schmerzen, treten häufig zusätzlich auf.

Weitere Symptome einer Depression können folgende sein:

  1. sexuelle Störungen
  2. Aggressivität
  3. Angstzustände
  4. Antriebslosigkeit
  5. Appetitlosigkeit
  6. Muskel-, Rücken- und Gelenkschmerzen
  7. Verspannungen
  8. Herz- und Kreislaufstörungen
  9. Schlafstörungen
  10. Alpträume
  11. Gewichtsverlust
  12. Getriebenheit
  13. Gefühl wie unter Strom zu stehen
  14. Mattigkeit
  15. ein gestörtes Zeitempfinden
  16. Elendigkeit
  17. Emotionslosigkeit
  18. Entfremdungserlebnisse
  19. Entscheidungsunfähigkeit
  20. Freudlosigkeit
  21. Gedächtnisstörungen
  22. Grübelzwang
  23. Halluzinationen
  24. Hypochondrie
  25. Interesselosigkeit
  26. Lebensmüdigkeit
  27. Minderwertigkeitsgefühle
  28. Panikattacken
  29. Reizbarkeit
  30. Schamgefühle
  31. Schuldgefühle
  32. Sinnestäuschungen
  33. Überempfindlichkeit
  34. Unruhe
  35. Verarmungsideen
  36. Versündigungswahn
  37. Wahrnehmungsstörungen
  38. Zwangsgedanken
  39. gestörtes Selbstwertgefühl
  40. Selbstmordgedanken
  41. Gefühl der Wertlosigkeit
  42. verminderter Appetit

Wahrscheinlich wird es aber keinen Patienten geben, der all diese Merkmale aufweist. Allerdings können schon zwei dieser Merkmale auf eine Depression hindeuten.

Depressive Patienten klagen mindestens über zwei Symptome aus den oben genannten. Die Stärke der auftretenden Symptome schwankt dabei während des Tages.

Bei 70 bis 80 % der Patienten tritt die Depression in Verbindung mit Angstgefühlen, zum Teil bis hin zu einer behandlungsdürftigen Angststörung auf. Bei etwa 15 % der depressiven Patienten kommt es zu psychotischen Anzeichen wie Wahnideen (psychotische, „wahnhafte“ Depression).

Ein gehemmter Antrieb kann sich im äußerlichen Erscheinungsbild des Patienten durch eine verlangsamte Reaktion, langsame Bewegungen und eine langsame Sprache bemerkbar machen, Mimik und Gestik sind wie eingefroren. Auch das Denken und die Auffassungsgabe sind gehemmt: Kreativität, Konzentrations- und Merkfähigkeit schwinden. Im Extremfall so weit, dass fälschlicherweise eine Demenz vermutet wird.

Antriebslosigkeit

Dem depressiven Menschen fehlt die Kraft, selbst grundlegendste Aufgaben des Tages, wie zum Beispiel die Körperpflege, zu verrichten. Er kann sich selbst zu nichts mehr motivieren und hat auch gar nicht das Interesse daran, diesen Zustand zu ändern.

Die Antriebslosigkeit von depressiv Kranken führt auch zu einer so genannten Antriebshemmung, die sich auch in einer Denkhemmung äußern kann. Durch eine zunehmende Lustlosigkeit können Betroffene auch Gefahr laufen, in eine soziale Isolation zu fallen.

Schwer depressive können in ihrem Antrieb so stark gehemmt sein, dass sie nicht mal mehr die einfachsten Tätigkeiten wie Körperpflege, Einkaufen usw. verrichten können.

Gefühlslosigkeit

Depressive Menschen haben ihre Gefühle meistens verloren. Sie empfinden keine Freude mehr, sind lustlos, hoffnungslos, sind energielos, antriebslos. Aber auch Gefühle wie Wut, Zorn und andere Empfindungen sind nicht mehr vorhanden. Es besteht eine totale Gefühlslosigkeit. Der Depressive fühlt sich wie abgestorben oder erstarrt.

Schlafprobleme

Ein charakteristisches Zeichen für eine depressive Erkrankung ist auch das Problem der Schlaflosigkeit. Die betroffenen Menschen sind also nicht mehr dazu fähig, genug Schlaf zu bekommen. Dies liegt daran, dass die innere Uhr, welche üblicherweise die Schlafzeiten des Menschen bestimmt, nicht mehr funktionstüchtig ist. Der innere Rhythmus ist vollkommen aus dem Gleichgewicht gebracht.

Selbstmord bei depressiven Menschen

Selbstmord, Freitod, Suizid - wie auch immer man es nennen mag… Aber weshalb möchten Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, überhaupt sterben?

Wenn jemand einen Selbstmordversuch unternimmt, so ist dies stets als Ergebnis einer Situation zu sehen, welche ausweglos ist oder zumindest so scheint. Der Suizid scheint der letzte Ausweg zu sein, wenn man zu sehr leidet und das Leben keinen Sinn mehr hat. In manchen Fällen ist ein Selbstmordversuch außerdem als ein letztes flehendes Bitten nach Hilfe zu sehen und soll den Mitmenschen zeigen, wie schrecklich sich der Betroffene in seiner Situation fühlt.

Wenn Außenstehende die derzeitige Situation der betroffenen Person begutachten und jegliche Gefühle einmal ausblenden, so können selbst diese Menschen meinen, dass Selbstmord ein Handeln ist, das man verstehen kann. Sie sind der Meinung, wer sich in seinem Leben lediglich quält und keinen Sinn mehr sieht, hat eigentlich Recht damit, dass der Freitod die letzte sinnvolle Wahl ist.

Bei Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, ist jedoch besondere Vorsicht geboten. Der Anlass für einen Suizid wird hier lediglich durch die Depression selbst gegeben und nicht etwa vom Geiste der Person. Wird die Krankheit behandelt oder geheilt, so findet die Person selbst den Gedanken an den Freitod total abwegig.

Während der Depression hat die betroffene Person jedoch mit folgenden Gefühlen zu kämpfen:
  1. Isolation
  2. Hoffnungslosigkeit
  3. Anspannung
  4. Sinnlosigkeit
  5. Gefühlte Ausweglosigkeit
  6. Unfähigkeit bei Kontakten

Diese Gefühle treiben den Erkrankten soweit ins Negative, dass er nicht mehr leben möchte. Die Selbstmordversuchsrate bei Depressiven ist wirklich sehr hoch: Zwischen 10 und 15 Prozent der Erkrankten sind hiervon betroffen.

Der Gedankengang, welchen die depressive Person zu der Überlegung des Suizides führt, entwickelt sich alleine durch die Krankheit. Es ist jedoch nicht einfach, stets die eventuell vorhandenen Zeichen für Selbstmordgedanken wahrzunehmen.

Daher sind im Folgenden verschiedene Anzeichen dafür zu finden, dass sich der Erkrankte mit Suizidgedanken beschäftigt:

  1. Es ist ein stets voranschreitender Rückzug der erkrankten Person zu erkennen.
  2. Die depressive Person verschenkt Dinge, die ihm eigentlich viel bedeuten.
  3. Der Erkrankte beginnt mit einem stetigen Alkoholkonsum.
  4. Der Betroffene erklärt seinen Mitmenschen, dass er von Hoffnungslosigkeit geplagt wird.
  5. Die depressive Person ist mit Plänen seines Todes beschäftigt, d. h. beispielsweise er erstellt ein Testament.
  6. Die erkrankte Person erklärt, dass sie alles beenden möchte.
  7. Der Depressive macht auf einmal einen fröhlichen und gesunden Eindruck, welcher durch die Freude auf ein baldiges Ende entsteht.

Es ist zu beobachten, dass eine Identifikation des Erkrankten mit Menschen stattfindet, welche Suizid gemacht haben.

Die depressive Person unternimmt waghalsige Taten. Beispielsweise macht er riskante Kletterausflüge oder rast auf einmal mit seinem Auto.

Der Betroffene führte bereits mehrere Suizidversuche durch.

Wer als Angehöriger ein solches Zeichen oder gar mehrere dieser Zeichen bei einer depressiven Person wiedererkennt, sollte auf jeden Fall mit dieser darüber sprechen. Zudem sollte man sich an seinen Psychologen oder behandelnden Arzt wenden. Wer sich an das bekannte Sätzchen „Wer sich umbringen will, redet nicht darüber“ hält, verhält sich falsch.

Wenn sich ein Mensch, der an Depressionen leidet, in der Phase befindet, in der er sich das Leben nehmen möchte, muss man unbedingt ernste Hilfe organisieren. Häufig empfiehlt es sich sogar, den Erkrankten in eine Klinik einzuweisen.

Wochenbettdepression

Die Wochenbettdepression kann Frauen treffen, die gerade entbunden haben, besonders in den ersten Wochen nach einer Geburt.

Die vielen Umstellungen nach der Geburt sind mit verantwortlich für das Entstehen dieser Depression.

Nach der Geburt treten etwa bei jeder siebten bis zehnten Frau Depressionen auf. Bei ca. 700.000 Geburten im Jahr rechnet man bei uns in Deutschland mit etwa 7000 Frauen, die nach der Geburt eine Depression entwickeln. Meist tritt diese im 2. - 3. Monat nach der Geburt auf und hat ihren Höhepunkt nach ca. sechs Monaten.

Nur ein Babyblues?

Der sog. Babyblues ist die milde Form einer Depression nach einer Geburt. Mindestens die Hälfte aller jungen Mütter kennt den Babyblues. Sie haben eine schwankende und labile Stimmung, weinen schnell und oft. Meist vergehen diese Symptome aber schnell wieder. Hält der Babyblues allerdings länger als eine bis zwei Wochen an, besteht die Gefahr, dass sich eine Depression daraus entwickelt. Man nennt dies dann auch eine "postpartale" Depression.

Eine Häufung einer postpartalen Depression kommt bei Müttern vor, in deren Familie bereits eine Depression vorkam oder die selbst eine Depression gehabt haben.

Wichtig: Eine Depression erkennen!

Wann es nötig ist, therapeutisch einzugreifen, sollte einem Arzt überlassen werden. Meist bekommt bereits die Hebamme mit, dass etwas falsch läuft.

Keinesfalls sollte man einen Babyblues oder eine Depression nach einer Geburt als temporäre Erkrankung abtun, die schon wieder vergeht und die ja keinen Schaden anrichtet.

Tatsächlich schaden sowohl Babyblues als auch eine postpartale Depression nicht nur der Mutter, die neben den üblichen Symptomen auch noch ein gestörtes Verhältnis zum Baby aufbauen kann, sondern auch dem Baby, das gerade in den frühen Monaten seines Leben besonders viel Zuneigung und Liebe braucht. Daraus resultieren kann eine lebenslange Störung zwischen Mutter und Kind, psychische Störungen beim Kind usw.

Neurotische Depression

Klar abgrenzen von anderen Depressionsarten sollte man die neurotische Depressionen. Ihre Entstehung hat immer etwas mit der Lebensgeschichte der Erkrankten zu tun. Sie erlebten Dinge, die sie psychisch nicht richtig verarbeitet konnten und deshalb eine Depression entwickelten.

Oft handelt es sich um Erlebnisse aus der frühen oder späten Kindheit.

Oftmals lässt sich feststellen, dass während der Entwicklung Geborgenheit, Zärtlichkeit und Sicherheit gefehlt hat. Zudem kann es dadurch dazu kommen, dass das Kind bereits im frühen Alter Kontaktstörungen aufbaut oder gar eine soziale Phobie entwickelt. Im Erwachsenenalter fühlen sich die Betroffenen oft minderwertig, ungeliebt und fehl am Platz.

Bipolare Störungen - Manisch-depressive Störungen

Während bei einer typischen Depression depressive Phasen mit normalen Phasen abwechseln, treten bei bipolaren Depressionen Phasen auf, in denen die Betroffenen sehr depressiv sind und Phasen, in denen ein stark überhöhtes Glücksgefühl auftritt. Diese Glücksphasen nennt man manisch und zeichnen sich durch eine besondere Kreativität, überschäumende Energie und einer Vielzahl neuer Ideen aus.

Was sich aber erstmal so positiv anhört, bedeutet im Zweifelsfall, dass sich die Betroffenen ihrer Handlungen nicht bewusst sind, sich überschulden, zum Beispiel durch Fehlkäufe.

Tatsächlich sind die Familien von manisch Depressiven häufig finanziell am Ende.

Schwere Fälle einer bipolaren Störung sollten zum eigenen Schutz stationär behandelt werden.

Bipolare Störungen treten meist wiederholt auf. Über 90 % der Erkrankten, die schon einmal eine manische Phase gehabt haben, werden eine weitere erleben.

Es besteht außerdem ein hohes Selbstmordrisiko, man geht von ca. 10 % der Betroffenen aus, die eine Selbsttötung versuchen.

Die manische Depression tritt bei Männern und Frauen gleich häufig auf.

Kennzeichen einer bipolaren Störung

Eine bipolare Störung wird dann diagnostiziert, wenn der Betroffene eine abgegrenzte Phase auffälliger Hochstimmung für mindestens eine Woche erlebt.

Dabei treten folgende Symptome auf:

- Selbstüberschätzung - wenig Schlafbedürfnis - starker Redefluss - Zerstreutheit - Abgelenktheit - ausschweifende Unternehmungen - sehr sprunghaftes Denken - sehr gesteigerte Aktivitäten, zum Beispiel bei der Arbeit, bei der Sexualität oder in finanziellen Belangen

Die typische Depression - Major Depression - Endogene Depression

Eine typische Depression ist eine schwere Depression, die früher auch als endogene Depression bezeichnet wurde. Genannt wird sie zudem auch „Major Depression“, übersetzen könnte man dies mit „Hauptsächliche Depression“.

Die typische Depression hat einen phasenhaften Verlauf: Es gibt Phasen, in denen es dem Patienten schlecht geht, danach gibt es wieder Phasen, in denen so gut wie keine Symptome vorhanden sind.

Man findet die typische Depression in allen Altersklassen der Bevölkerung. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei ca. 25 Jahren.

Depressiven Phasen gehen meist bestimmte Auslöser voraus: Streit, Verlust durch Trennung oder Tod, Arbeitslosigkeit und andere Umstände werfen die Betroffenen in ein tiefes Loch, aus dem sie nicht mehr herauskommen. Aber auch Drogen und Alkohl oder schwere Krankheiten können eine schwere Depression auslösen.

Es wird geschätzt, dass bis zu 15 % an einer schweren Depression Erkrankten wenigstens einen Selbsttötungsversuch unternehmen. Wesentlich höher liegt der Anteil bei über 55-jährigen: Hier sind es ca. 50 %.

Die Häufigste Ursache für eine Selbsttötung ist eine unerkannte und nicht behandelte Depression!

Kennzeichen der Major Depression:

- Niedergeschlagenheit und deprimierte Stimmungslage - Interessenverlust, man kann sich für nichts mehr begeistern - Zu- oder Abnahme von Körpergewicht, Appetitlosigkeit oder Fressattacken - Schlafstörungen, dabei ständige Müdigkeit - Ruhelosigkeit - Antriebslosigkeit - man fühlt sich Energielos - keine Lust auf Sex, Erektionsstörungen beim Mann, entsprechendes bei Frauen - man fühlt sich wertlos, gibt sich an allem Schuld - Leere im Gehirn, langsames Denken - Konzentrationsschwierigkeiten - man ist unfähig, Entscheidungen zu treffen - man denkt oft an den Tod - Todesphantasien, Selbstmordpläne, der Gedanke, dass der Tod eine Erlösung ist.

Verschiedene Arten der Depression

Es sind unterschiedliche Erkrankungen und Störungen der Psyche bekannt und somit gibt es auch immer wieder ähnliche Symptome. Das macht die Diagnose einer Depression natürlich nicht gerade leicht. Ein Beispiel hierfür ist das Symptom der Angstzustände. Diese treten häufig als Folge einer Depression auf, können jedoch ebenso das Symptom einer Angststörung sein. Es gibt so viele verschiedene Arten einer depressiven Erkrankung, dass die Einordnung häufig ziemlich schwierig werden kann. Schließlich ist es nicht so, dass man nur eine Depressionsform kennt.

Der jeweils zuständige Arzt muss sowohl eine umfangreiche Kenntnis haben, als auch reich an Erfahrungen sein, um die Krankheit richtig zu diagnostizieren. Wichtig ist es, die Symptome der Erkrankung richtig zu erkennen, einzuschätzen und die Ausprägung der einzelnen Symptome einzuordnen. Obwohl man nun schon einige Jahre daran forscht, wie die einzelnen Depressionsformen richtig unterschieden werden können, gibt es hier noch kein einheitliches Ergebnis.

Zur heutigen Zeit gibt es vor allem zwei Kriterien, die für die Unterscheidung der Depressionsform entscheidend sind: die Ausprägung der Störung sowie der Krankheitsverlauf. Zudem werden natürlich die unterschiedlichen Dinge geprüft, welche Auslöser der Krankheit sein können. Dazu gehören zum Beispiel Einflüsse von außen sowie körperliche Krankheiten. Andere Sachen, welche bei einer Diagnose betrachtet werden, sind zum Beispiel:

-Hat der Patient den Alltag noch halbwegs im Griff? -Hat der Betroffene soziale Bindungen? -Kann der Erkrankte noch einen Beruf ausüben? -Liegen Suizidgedanken vor?

Eine Unterscheidung der Depressionen wird auch nach Schweregrad der Krankheit getroffen:

-schwere Depression -mittelschwere Depression -leichte Depression

Die Unterscheidung ist auch wichtig, damit die Fachpersonen ein gemeinsames Verständnis entwickeln. Dennoch ist es sehr schwer, diese Unterteilung richtig vorzunehmen.

Erscheinungsformen der Depression:

-typische Depression -neurotische Depression -Winterdepression -Depressionen als Folge körperlicher Erkrankungen -Wochenbettdepression -bipolare Störung -prämenstruelles Syndrom (PMS) und Depressionen -Medikamente als Verursacher von Depressionen -Frauen während der Wechseljahre und Depressionen -Abhängigkeiten und Depression -Babyblues -zyklothyme Störung -Jugendliche in der Pubertät und Depressionen -Anpassungsstörung

Klimakterische Depressionen

Klimakterische Depressionen treten bei Männern zwischen dem 50. und dem 65. Lebensjahr und bei Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden, auf.

Die Ursache liegt nach aktuellen Untersuchungen und Studien in endokrinologischen Veränderungen, aber auch durch psychologische Veränderungen im Leben der Betroffenen.

Jugendliche in der Pubertät und Depressionen

Dass die Pubertät für den betroffenen Jugendlichen und auch seine Familie keine einfache Phase ist, dürfte wahrscheinlich jedem bewusst sein. Mädchen und Jungs kommen natürlich beide in die Pubertät, allerdings unterscheidet sich diese bei den beiden Geschlechtern. Obwohl die Gründe dafür bis heute noch nicht richtig geklärt sind, weiß man, dass schon ab dem 11. Lebensjahr das Risiko für Mädchen zweimal so groß ist, dass sie depressiv werden, wie es bei Jungs der Fall ist. Dabei sind sich Forscher und Ärzte allerdings einig, dass die Hormone nicht ausschließlich dafür verantwortlich sein können.

Wenn Frauen über die Zeit der Pubertät sprechen, so sind sie sich einig, dass die Gedanken sich damals immer wieder um folgende Themen gedreht haben:

-Wie sehe ich aus? -Sind meine Fähigkeiten gut genug? -Bin ich beliebt?

Dies kann zu einem unguten Selbstwertgefühl führen und das Selbstbewusstsein des Mädchens sinkt dadurch. Wenn man sich dann noch ständig mit den Idolen der Gesellschaft vergleicht, die ja so toll aussehen, immer beliebt sind und scheinbar alles können, so kann dieser Vergleich mit vermeintlich perfekten Leuten starke Probleme verursachen und die Seele angreifen. Bereits dieser Akt kann die Entwicklung einer depressiven Erkrankung herbeiführen. Auch weitere Erkrankungen der Psyche sind möglich, so beispielsweise das Borderline-Syndrom.

Wenn Männer über die Zeit der Pubertät sprechen, erklären sie, dass dieses Denkschema der Frauen bei ihnen nur sehr leicht ausgeprägt war. Jungs entwickeln zu dieser Phase eher ein angeberisches Verhalten und wollen ihre Kraft demonstrieren.

Hilfestellung für Eltern von pubertierenden Jugendlichen

Im Folgenden finden Eltern, deren Kinder in der Pubertät sind, verschiedene Tipps. Diese sind insbesondere an Eltern von Mädchen gerichtet, da hier ein sehr viel stärkeres Risiko zur Depression vorliegt:

-Die Eltern sollten für ihre Kinder stets zugänglich sein und ihnen bei Problemen und Sorgen zuhören. Auf keinen Fall sollte man die Sorgen als „Problemchen“ abtun, vielmehr sind sinnvolle Ratschläge und Hilfestellungen gefragt. -Wenn Mädchen in die Pubertät kommen, haben sie meistens das Gefühl, bereits zu groß zu sein, für einen Besuch eines Kinderarztes. Dennoch ist vor allem dann der Kinderarzt die richtige Anlaufstelle. Bei diesem war die Jugendliche bereits einige Jahre und so ist der Arzt für sie vertraut und andersrum. Auch der Arzt hat nämlich durch einen jahrelangen Kontakt eine bessere Möglichkeit, die eventuelle Krankheit besser einzuschätzen. Wenn die Notwendigkeit besteht, so kann der Kinderarzt das Mädchen immer noch an den entsprechenden Facharzt überweisen. -Wenn vom behandelnden Arzt eine Psychotherapie empfohlen wird, so sollten die Eltern ihr Mädchen dabei auf jeden Fall unterstützen. Wenn diese sich jedoch weigert, diese Therapie anzutreten, so hat es keinen Sinn, sie zu zwingen. -Eltern, deren Mädchen gerade eine Phase der Depressivität hat, sollten Verständnis hierfür aufbringen. Kommen nun Vorwürfe, so setzt sich die Depression bei der Tochter nämlich nur weiter fest. Die Jugendliche hat auch überhaupt keine Möglichkeit, auf Knopfdruck wieder aus ihrem Tief zu entkommen.

PMS und PDS - Prämenstruelle dysphorische Störung

Wenn die psychischen Folgen des prämenstruellen Syndroms so stark sind, dass Sie Ihren Alltag auf beruflicher oder sozialer Ebene nicht mehr bewältigen können, spricht man von einer dysphorischen oder auch prämenstruellen Depression.

Bei allen Frauen lassen diese Störungen wenige Tage nach Eintritt der Blutungen nach oder verschwinden vollständig.

Symptome für eine zyklusabhängige Depression sind:

- körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Völlegefühl und Brustschmerzen - Energiemangel - Heißhunger - Niedergeschlagenheit - Konzentrationsstörungen - Interessenverlust - erhöhte Reizbarkeit - Angst - Anspannung

Reaktive Depression

Man nennt eine reaktive Depression auch als Anpassungsstörung. Eine solche Anpassungsstörung ist das Ergebnis eines Ereignisses, auf das sich der Betroffene nicht einstellen kann, mit dem er nicht zurechtkommt. Oft ist ein solches Ereignis eine Trennung, Tod, Kränkung oder ein sonstiges Trauma. Aber auch Arbeitslosigkeit, der Auszug der Kinder, ständige Kränkungen, Gewalt oder auch der Eintritt in die Rente kommen in Betracht.

Meist wird eine solche Anpassungsstörung wenige Wochen nach Beendigung des auslösenden Faktors überwunden. Aber auch der Übergang in eine andere Depressionsform ist möglich.

Besonders gefährdet sind Menschen, die ein gemindertes Selbstwertgefühl haben und wenig Selbstvertrauen, die eine übersteigerte Gewissenhaftigkeit oder einen gewissen Perfektionismus haben, Menschen, die Anerkennung wollen, Neigungen zu Schuldgefühlen haben, die keine Aggressionen ausleben können, nicht Nein sagen können, eine Neigung dazu haben, sich an andere Menschen zu klammern oder Angst haben, dass sie ihren Partner verlieren.

Jeder Mensch muss im Laufe seines Lebens Schicksalsschläge ertragen.

Der Tod von Freunden, Verwandten oder Eltern, Arbeitslosigkeit, Trennung, aber auch kleinere Dinge wie der Tod eines Haustieres, müssen überwunden werden. Einige Menschen stecken dies einfacher weg als andere. Im ungünstigsten Fall entwickelt sich eine Depression als Reaktion auf solche Ereignisse. Man nennt eine solche Depression dann auch Belastungsdepression, depressive Erlebnisreaktion, psychoreaktive Depression, abnorme depressive Belastungssituation oder depressive Reaktion.

Die Auslöser sind bei Männern und Frauen verschieden.

Bei Männern entstehen solche Störungen oft durch Konkurrenzsituationen, Übergangenwerden bei Beförderungen, kaum Karrierechancen, finanzielle Sorgen oder Probleme in der Familie.

Bei Frauen sind die Auslöser z. B. eine enttäuschte Liebe bzw. Partnerschaft, bei Single-Frauen die Angst vor Vereinsamung und Isolierung.

Eigentlich fühlen sich die Betroffenen gar nicht krank, eher verzweifelt und hoffnungslos. Sie wirken apathisch, niedergeschlagen, hilflos - wie ein Tiger im Käfig, der sich seiner Situation ergeben hat.

Depression durch eine andere Krankheit

Wird bei einem Menschen eine Depression festgestellt, so sagt dies zunächst nichts über Ursache dafür aus. Wie auch bei anderen Krankheiten kann eine Depression durchaus von einer anderen Krankheit ausgelöst werden. Mögliche Krankheiten, die eine Depression auslösen können, sind u. a.:

-Erkrankungen der Schilddrüse

Schilddrüsenüber- und unterfunktionen können Depressionen auslösen.

-Neurologische Erkrankungen

Alzheimer- oder Parkinson-Krankheit, entzündliche Erkrankungen des Gehirns, ein Schlaganfall und ein Hirntumor können eine Depression verursachen.

-Schwere Erkrankungen

Herzmuskelschwäche, ein Herzinfarkt, ein schweres Asthma, eine Lebererkrankung und viele andere schwere Erkrankungen können eine Depression auslösen.

-Infektionskrankheiten

Lungenentzündungen, Borreliose, Tuberkulose, AIDS und einige andere Infektionskrankheiten können Depressionen auslösen.

-Krebs

Krebs tritt häufig mit Depressionen auf.

Winterdepression

Die Fälle der sogenannten Winterdepression steigen in den vergangenen Jahren stets an. Dabei fällt die Stimmung der betroffenen Personen während der dunklen Jahreszeit rapide ab. Bei dieser Form der Depression treten im Winter beispielsweise folgende Symptome auf:

-Das Bedürfnis nach Schlaf erreicht ein ungeahnt hohes Ausmaß. -Der Betroffene fühlt sich niedergeschlagen. -Die Konzentration des betroffenen Menschen wird stark eingeschränkt. -Es kommt zu einem Heißhunger, der sich insbesondere auf Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten bezieht. Dazu gehören beispielsweise:

oBrot

oSchokolade

oNudeln

oSüßigkeiten

-Der erkrankte Mensch hat keine Energie mehr. -Es erfolgt ein sozialer Rückzug.

Während der Sommerzeit hat der Betroffene allerdings das Gefühl, er wäre neu geboren.

Zyklothymie - zyklothyme Störung

Von einer zyklothymen Störung spricht man, wenn der Patient Stimmungsschwankungen hat, ohne dass ein nachvollziehbarer Bezug zur aktuellen Lebenslage besteht.

Stimmungsschwankungen sind in etwa so wie bei bipolaren Störungen, allerdings nicht so stark ausgeprägt.

Zyklothyme Störungen fallen meist nicht besonders auf, man glaubt, man hat eben gute und schlechte Tage. Die kreative Hochstimmung oder das geminderte Verlangen nach Schlaf können sogar als positiv empfunden werden.

Meist werden die sich ändernden Stimmungen nur von den Personen, die sich im Umfeld des Erkrankten bewegen, bemerkt.

Babyblues

Häufig kennen Frauen, die gerade Mutter geworden sind, den Begriff Babyblues. Laut aktuellen Schätzungen sind es zwischen 50 und 70 Prozent dieser jungen Mütter, die selbst Betroffene vom Babyblues sind. Dieser äußert sich in den meisten Fällen am vierten Tag nach der Entbindung. Typische Symptome sind:

-Die Mutter muss immer wieder weinen. -Die Frau fühlt sich traurig. -Es kommt zu Schlafproblemen. -Man ist immer wieder nahe an den Tränen. -Es tritt ein Gefühl der Leere auf. -Die Mutter hat ein Unruhegefühl. -Die Frau ist deprimiert.

Der Babyblues ist eine Form der depressiven Beschwerden, welche stets nach dem gleichen Schema abläuft. Daher ist die Wahrscheinlichkeit äußert hoch, dass der bedeutende Faktor hier die Hormone der Frau sind. Der Körper der Frau stellt sich ja im Anschluss an die Geburt des Kindes wieder um, was wohl die Krankheit Babyblues auslöst.

Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen hält der Babyblues nicht lange an.





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