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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Muskatellersalbei

Die medizinische Verwendung des Muskatellersalbeis hat eine über 2.000 Jahre alte Geschichte. Das Heilkraut wird auch heute noch zur Linderung von Angstzuständen, zur Förderung lebhafter Träume und gegen Menstruationsstörungen verwendet.

Der Muskatellersalbei ist ein Verwandter des Echten Salbeis. Er ist von diesem jedoch leicht zu unterscheiden - er duftet etwas zitronenartig.

Der Muskatellersalbei ist eine 2-jährige Pflanze mit haarigen, großen, elliptischen, hellgrünen und langen Blättern.

Die Blüten zeigen sich vom Frühjahr bis in den Sommer. Das Heilkraut stammt ursprünglich aus Süd-, West- und Mitteleuropa und aus Zentralasien.


Übersicht



Verwendete Teile

Man verwendet getrocknete Blätter und das ätherische Öl der Pflanze, als auch teilweise die Samen.


Eigenschaften

Die Pflanze wirkt adstringierend, erwärmend, krampflösend, verdauungsfördernd, nervenstärkend, es regt die Gebärmutter an, ebenso die Östrogenproduktion, wirkt auch gegen Erbrechen und wird traditionell als Aphrodisiakum verwendet.


Inhaltsstoffe

Muskatellersalbei enthält Flavonoide (Flavone), das ätherische Öl enthält Linalool und Linalylacetat.


Anwendungsmöglichkeiten des Muskatellersalbeis

Innerlich

Gegen Übelkeit, regt den Appetit an, hilft bei Menstruationsbeschwerden, gegen Erbrechen.

Früher stellte man aus jungen Blättern auch Krapfen her (siehe unten).

Aus den Blüten kann man Tee kochen, man kann sie auch in Salate geben.

Die jungen Blätter eignen sich als Geschmacksmittel in Holunderwein, Muskatellerwein und in Likören.

Innerlich angewandt hilft der Muskatellersalbei gegen Entzündungen im Körper, er wirkt adstringierend, d. h. er bewirkt, dass sich Zellen im Körper zusammenziehen, was die Schleimhäute strafft und das Austreten von Flüssigkeiten (Blut) reduziert.

In der Naturheilkunde wird Muskatellersalbei als allgemeines Gesundheitsstärkungsmittel angewandt. Außerdem gilt es als Mittel gegen geistige Müdigkeit, Depressionen, Migräne, Verspannungen, Angst, Nierenerkrankungen und zur Vorbeugung und zur Behandlung von Muskelkrämpfen.

Muskatellersalbei kann auch zur Förderung der Mundgesundheit, zur Behandlung von Halsschmerzen, gegen Mundgeruch und sogar gegen Zahnschmerzen helfen. Er kann außerdem bei einigen Verdauungsproblemen, wie zum Beispiel einer Magenverstimmung oder Blähungen, helfen.

Äußerlich

Die Samen kann man in Salben und Waschungen verwenden, die Fremdkörper aus der Haut oder den Augen ziehen. Früher setzte man die bei Stacheln und Dornen ein, die nicht aus der Haut herauskommen wollten.

Muskatellersalbeiblätter eignen sich zudem für kleinere Verletzungen und Wunden.

In der Aromatherapie - ätherisches Öl

Das Öl hilft gegen Angst, Paranoia, Wahnvorstellungen, es fördert lebhafte Träume und verhilft zur Traumerinnerung.

Es unterstützt die Östrogenproduktion, es reguliert Menstruationsstörungen, eignet sich auch in den Wechseljahren.

Ferner ist es nützlich bei Atemwegsbeschwerden, besonders bei Asthma.

In Haarpflegeprodukten hilft es, die Talgproduktion der Kopfhaut auszugleichen.

Das ätherische Öl, in Form eines Massageöls, wirkt schmerzlindernd und entspannend.


Geschichten

Der Muskatellersalbei wurde früher auch einigen Biersorten hinzugefügt, um das Bier stärker zu machen.


Große Mengen von Muskatellersalbei im Alkohol können jedoch eine starke halluzinogene Wirkung auslösen, ebenso starke Kopfschmerzen am nächsten Morgen.

"Manche Brauer von Ale und Bier steckte es in sein Gebräu, damit es Trunkenbolden gefalle, die sich damit nach mehrerem Trinken totgetrunken oder dumm getrunken oder mattgetrunken haben."

So eine Überlieferung aus dem Mittelalter

Einige Rheinweine sollen früher geschmacklich mit Holunderblüten und dem Muskatellersalbei verfälscht worden sein, damit sie den Geschmack vom teuren Muskateller bekamen. Daher kommt wohl auch der Name - "Muskateller"-Salbei.

Außerdem wurde der Wein berauschender, es wurde mehr getrunken, was ja auch den Geschäftsinteressen zugutekam.

Schon die Kelten kannten den Muskatellersalbei, sie verwendeten ihn dazu, tranceartige Zustände zu erreichen, um den Göttern näher zu sein.

Nach dem Anfassen der Pflanze kann es zu einem penetranten Schweißgeruch kommen, der nur schwerlich wieder weggeht.


Muskatellersalbei als Frauenkraut



Der Muskatellersalbei enthält östrogenähnliche Stoffe.

Als spezielles Frauenkraut hat er sich als hilfreich bei Menstruationsbeschwerden erwiesen, wenn es zu Verkrampfungen kommt. Man trinkt dazu einen Tee, den man aus dem Kraut herstellt. Man sollte aber nicht mehr als 3 Tassen am Tag davon trinken, da es ansonsten zu einer halluzinogenen Wirkung kommen kann.

Da Muskatellersalbeiöl wehenfördernd wirkt, sollte man es während einer Schwangerschaft nicht einsetzen!

Tee

Nehmen Sie 3 TL getrockneten Muskatellersalbei, den Sie in eine Tasse kochendes Wasser geben, dann 8 Minuten ziehen lassen und absieben.

Muskatellersalbeiöl – Das Frauenöl und Liebesöl

Wenn eine Frau unter einer unregelmäßigen Monatsblutung, unter PMS, unter Wechseljahresbeschwerden oder einer Wochenbettdepression leidet, oder auch wenn sie einen unerfüllten Kinderwunsch hat, kann der Muskatellersalbei helfen. In diesem Frauenkraut, besser dem "Frauenöl", sind Wirkstoffe, unter anderem das Sclareol, das durch seine östrogenartige Eigenschaften den weiblichen Hormonhaushalt ausgleichen kann.

Wenn eine Frau unter Krämpfen und Schmerzen während der Regel leidet, kann Muskatellersalbeiöl helfen. Das Journal of Alternative and Complementary Medicine beschrieb dazu eine Studie, nach der Unterleibsmassagen mit einer Mischung aus Muskatellersalbeiöl und einem Basisöl zu deutlich weniger menstruationsbedingten Krämpfen führten.

Auch Schmerzen während einer Geburt kann der Muskatellersalbei lindern, wie eine andere Studie zeigte.

Auch Paare können sich die Wirkung des Muskatellersalbeis zunutze machen - die männliche Potenz sowie die weibliche Lust werden durch das ätherische Öl erhöht, man kriegt mehr Lust auf die Lust... Einfach eine Duftlampe in das Zimmer stellen, etwas Wasser und einige Tropfen des Öls hineingeben, und abwarten. Den Rest erledigt das Muskatellersalbeiöl.

Möglich sind auch erotische Partnermassagen oder sinnliche Bäder damit.

Für die Schönheit

Das Öl des Muskatellersalbeis lässt kleine Falten verschwinden, es regeneriert die Haut, kleine Hautausschläge werden gebessert.

Dafür verantwortlich ist das enthaltene Linalylacetat, es hilft gegen Entzündungen der Haut und hilft bei zu trockener Haut.

Man kann einfach ein paar Tropfen des Öles in etwas Creme geben und dann auf die Haut auftragen. Plan B wäre ein Hautöl, hergestellt aus etwas Jojobaöl oder Mandelöl, in das man einige wenige Tropfen des Öles gibt und dann auf die Haut aufträgt.

In Form einer Haarspülung eignet sich das Öl des Muskatellersalbeis gegen eine schuppige Kopfhaut und fettige Haare. Einfach einige Tropfen davon in eine Haarspülung geben.

Eine Teekur, durchgeführt über 40 Tage, man trinkt 3 Tassen Tee pro Tag, stärkt die Abwehrkräfte, hilft gegen bakterielle Infekte, hilft gegen Entzündungen, senkt hohen Blutdruck und stärkt die Verdauung.

Mehr zum Frauenkraut Muskatellersalbei finden Sie hier

Rezepte und Anwendungen rund um den Muskatellersalbei



Ein Muskatellersalbei-Massageöl

Sie brauchen dazu

ca. 30 ml Trägeröl

und ca. 20-30 Tropfen Muskatellersalbeiöl.

Alles gut mischen, dann in einer dunklen Flasche lagern. Hilft gegen Bauchkrämpfe, Verspannungen im Nacken und in den Schultern, bei Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Kann überall einmassiert werden, wo Muskelkrämpfe auftreten.


Muskatellersalbei-Massageöl gegen Migräne

Sie brauchen dazu

ca. 30 ml Trägeröl,

15 Tropfen Muskatellersalbeiöl,

10 Tropfen Lavendelöl,

10 Tropfen Kamillenöl

und 10 Tropfen Pfefferminzöl.

Wenn Sie einschlafen wollen, geben Sie noch 10 Tropfen Baldrianöl hinzu.

Alles mischen und in einer dunklen Flasche lagern.

Bei Migräne auf Nacken und Schultern einmassieren, ebenso auf die Stirn. Nicht in sensible Bereiche bringen, wie etwa in die Augen.


Ein Badzusatz zur Entspannung

Eine Mischung für ein entspannendes Bad oder zur Waschung von Wunden, verhilft zur Wundheilung, und ist generell gut für die Haut.

Sie brauchen

4 EL Muskatellersalbeiblätter

und 5 Liter kochendes Wasser.

Kochen Sie die Blätter im Wasser auf und lassen Sie dies 5 Minuten ziehen, dann absieben und ins Badewasser geben. 20 - 30 Minuten darin baden.

Hilft gegen Schmerzen, entspannt die Seele, regt Träume an.


Krapfen

Das Rezept stammt von Culpeper, einem Kräuterkundigen aus England, persönlich. Er sagte: "Die frischen Blätter eingetaucht in einem Teig aus Mehl, Eiern und etwas Milch, und in Butter gebraten und serviert auf dem Tisch, schmeckt nicht unangenehm, aber überaus gut für diejenigen, die unter schwachen Nieren leiden, und die Auswirkungen davon. "

Also, das Rezept:

Ca. 120 g Mehl ,

½ TL Salz,

2 EL Sonnenblumenöl,

ca. 150 ml warmes Wasser,

1 Eiweiß,

12 Muskatellersalbeiblüten,

12 Blätter Muskatellersalbei,

Öl zum Frittieren

und Zucker.

Entfernen Sie die Hochblätter von den Blüten.

Geben Sie das Mehl in eine Schüssel, dann das Salz hinzugeben, alles gut verrühren, immer etwas Öl hinzugeben, bis eine zähe Masse entsteht.

Dann ein bis zwei Stunden stehen lassen.

Zum Schluss zu kleinen Krapfen formen und in Öl frittieren.


Muskatellerblütenwein

Nehmen Sie

1 Liter trockenen Weißwein

und 1 Hand voll Muskatellersalbeiblüten.

Geben Sie die Blüten in den Wein und lassen Sie sie eine Woche darin. Dann absieben und kühl trinken.








Vorsicht

Vorsicht in der Schwangerschaft, nur nach ärztlichem Rat anwenden!

Auf eigene Faust sollte man in der Schwangerschaft besser die Finger davon lassen.







Fotogalerie














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Kurzinfo
Muskatellersalbei
  • Gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler.
  • Herkunftsgebiete: Europa, vorderes Asien, Nordwestafrika
  • Wächst in Gebüschen, Wiesen, Weinbergen und in Gärten.
  • Wird bis zu 1 m groß, wächst aufrecht, hat große, graue und filzige, ovale bis herzförmige spitze Blätter, die nach Harz duften.
  • Die schönen Blüten sind rosa bis lila, sie haben rote bis violette Hochblätter. Die Blütenstände sind kerzenartig.
  • Der Wuchsort ist möglichst in der Sonne, warm, auf lockeren, nicht zu feuchten, kalkhaltigen, außerdem auch steinigen Erdböden.
  • Die Vermehrung der Pflanze erfolgt durch Saat.
  • Verwendung: Junge Pflanzenblätter und weiche Pflanzentriebe können als Gewürz für Süßes, in frischer Form oder im getrockneten Zustand auch für Tee verwendet werden. Außerdem zum Verfeinern von Wein.

    Die wunderschönen Blüten eigenen sich zur Verschönerung von Speisen.