Das Heilkräuter-Verzeichnis

Lernkarte Artischocke

Die Artischocke ist eine große, mehrjährige Kulturdistel mit flaumigen, grüngrauen, tief gezahnten Blättern. Sie ist im Mittelmeergebiet beheimatet, soll ursprünglich aus Äthiopien stammen und über Ägypten in das südliche Europa gelangt sein. Sie trägt riesige Blütenköpfe mit einzelnen violetten Blüten, die ungenießbar sind.


Essbare Pflanzenteile

Die unteren Pflanzenteile der dreieckigen, fleischigen Schuppen der Knospe als auch das "Herz" der Artischocke.

Die Artischocke ist eine der ältesten Kulturpflanzen als auch Heilpflanzen.


Man findet Bilder auf altägyptischen Tafeln und Opferaltären. Persische Tafeln aus der Zeit um 4000 v. Chr. weisen darauf hin, dass sie zu den legendären Gewürzen gehörte, welche das persische Königshaus in Mesopotamien besonders mochte.


Sowohl Griechen als auch Römer sahen in der Artischocke ein "edles" Gemüse, welches ausschließlich von Königen sowie Reichen verzehrt werden durfte.


Im 15. Jahrhundert kam die Artischocke nach Europa, im 16. Jahrhundert nach Amerika.


Haupttherapeutische Eigenschaften

Das bittere, salzige, entgiftende Heilkraut wird besonders bei Verdauungsproblemen und Dyspepsie verwendet. Man verwendet es, um die Leber zu stärken und die Gallenproduktion anzuregen.

Die Griechen und Römer nutzten die Artischocke traditionell als Heilmittel gegen Verdauungsprobleme nach einer fetten Mahlzeit, wobei der Verzehr den Eliten vorbehalten war.


Heutzutage zeigt die Wissenschaft, dass diese Anwendung zu Recht stattfand, denn die Heilpflanze beinhaltet Cynarin, einen Wirkstoff, der aus den Blättern und Stängeln gewonnen wird. Er ist verantwortlich für eine Steigerung des Gallenflusses und so verdauungsfördernd.


In Vietnam wird aus den Blättern und Blüten ein Artischockentee hergestellt, der alle Wirkungen der Heilpflanze hat: als harntreibendes als auch leberstärkendes Heilmittel. Er schützt die Leber vor Giften als auch Infektionen und senkt den Cholesterinspiegel im Blut.


Die Artischockenwirkstoffe helfen gegen Übelkeit, Schmerzen im Bauch, Blähungen als auch Verstopfung.


Vorsichtsmaßnahmen

Nehmen Sie Artischocken nicht, falls Sie allergisch auf sie oder die Pflanzenfamilie der Asteraceae sind.

Verwenden Sie Artischocke nicht, sofern Sie eine Verstopfung der Gallenwege haben. Nehmen Sie Artischocke nicht, sofern Sie unter Gallensteinen leiden, da es ansonsten zu schmerzhaften Krämpfen kommen kann.



Streng wissenschaftlich: Artischockenblätter (Cynarae folium)


Hauptinhaltsstoffe
  1. Flavonoide bis zu 1 %
  2. Caffeoylchinasäurederivate bis zu 1,45 %
  3. bis zu 0,7 % Cynarin
  4. Bitterstoffe bis zu 6 %


Nachgewiesene medizinische Wirkungen der Artischocke:
  1. regt die Pankreasfunktion an
  2. leberregenerierend
  3. steigert den Gallefluss und die Galleproduktion löst
  4. bestehenden Cholesterinablagerungen auf
  5. Verbesserung der Fettverdauung durch mehr Gallenflüssigkeit
  6. senkt Triglyzeride im Blut, senkt das Gesamtcholesterin und besonders das LDL-Cholesterin
  7. gegen Lebergifte wirksam
  8. krampflösend
  9. fördert die Ausscheidungen der Gallenblase
  10. entzündungshemmend
  11. Stimulation der Zellteilung der Leber
  12. leberschützend
  13. antioxidativ
  14. die Durchblutung der Leber wird angeregt
  15. verdauungsfördernd




Indikationen nach Kommission E:

Verdauungsbeschwerden, besonders wenn sie durch Störungen des Leber-Galle-Systems entstanden sind


Indikationen aufgrund experimenteller und klinischer Studien:
  1. chronische Hepatitis C
  2. Fettstoffwechselstörung durch einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut
  3. unterstützend bei Typ-2-Diabetes leberschützend
  4. Gefäßerkrankungen durch Ablagerungen
  5. vorbeugend gegen wiederkehrende Gallensteine
  6. Appetitlosigkeit


Indikationen nach ESCOP-, WHO-, HMPC-Monografie:


ESCOP-Monografie

Verdauungsbeschwerden ( Völlegefühl, Erbrechen, Übelkeit, Flatulenz, Magenschmerzen )

Leber-Galle-Erkrankungen


WHO-Monografie

Verdauungsbeschwerden (Siehe oben Escop)


HMPC-Monografie (TU):

reduzierung der Symptome von Verdauungsbeschwerden wie Verdauungsstörung im Oberbauch mit Flatulenz, Blähungen, Völlegefühl



Anwendungsbeschränkungen:

Eine Allergien gegen Artischocken bzw. andere Korbblütler

Verschluss der Gallenwege.


Bei Gallensteinleiden nur nach Absprache mit einem Arzt anwenden.


Nebenwirkungen

Keine bekannten Nebenwirkungen.


Interaktionen

Keine bekannten Interaktionen.


Dosierung

Die mittlere Tagesdosis liegt bei 6 g Droge


Darreichungsformen:

getrocknet und zerkleinerte Droge, Pflanzenpresssaft.


Zu beachten

Als Gemüse zubereitete Artischocken verlieren einen Teil ihrer Eigenschaften, da ein großer Teil der Inhaltsstoffe, besonders die Bitterstoffe, verloren gehen.

(Quellennachweis siehe hier: (1))



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