Enzian, Gelber

Der gelbe Enzian ist eine charakteristische Gebirgspflanze, welche mittlerweile sehr selten geworden ist.

Deswegen steht er inzwischen auch unter Naturschutz!

Weshalb man den gelben Enzian in der Pflanzenheilkunde so liebt, liegt an den Bitterstoffen, die in großer Anzahl in der Wurzel enthalten sind. Dies ist auch der Hauptwirkstoff der Pflanze.

Wer's noch nicht weiß: Bitterstoffe sind gut für die Verdauung. Vielleicht haben Sie schon mal den Begriff Magenbitter gehört. Dies ist ein mehr oder weniger sinnvoller Ansatz aus Alkohol und verschiedenen Kräutern, die man nach einem fetten Essen gerne in Form eines Schnapses ist trinkt.

Davon möchte ich aber abraten! Sinniger ist es einen Tee aus einer Bitterflanze zu trinken, wie zum Beispiel aus den Wurzeln des gelben Enzians oder einen Wermuttee.

Doch damit nicht genug, kann der Enzian außerdem unsere allgemeine körperliche Verfassung kräftigen und er kann den Kreislauf stärken.

Allerdings sollte man wissen, dass man Präparate vom gelben Enzian in der Schwangerschaft besser nicht einsetzt.

War ein lästiges Unkraut

Vor noch gar nicht langer Zeit war der Gelbe Enzian den Bauern in den Alpen ein lästiges Unkraut, das man auszurotten versuchte. Inzwischen ist die Pflanze so stark zurückgegangen, dass sie unter Naturschutz steht.

Der Gelbe Enzian kommt ursprünglich aus den Karpaten. Der Gelbe Enzian wird ca. einen Meter hoch und hat einen kahlen, aufrechten Stängel.

Seine Blütezeit ist von Juni bis August, die Wurzeln kann man im März sowie im Oktober und November sammeln und danach reinigen und trocknen.

Der Enzian ist ausgesprochen bitter, er wird daher z. B. zur Anregung der Magensaftbildung eingesetzt.

Verwendet wird die Wurzel

Man verwendet in der Naturheilkunde nur die Wurzel des Gelben Enzians, die sehr viel Bitterstoffe enthält. Alle anderen Inhaltsstoffe sind nur von geringer Bedeutung, zum Beispiel der Gehalt an Gerbstoffen. Dies macht den Gelben Enzian hervorragend geeignet bei der Verwendung als Magentonikum, da eine unerwünschte Reizwirkung entfällt. Aber auch Appetitlosigkeit, Blähungen, Magenschwäche und mangelnde Gallensekretion kann mit Enzian behandelt werden.

Im Altertum wurden mit dem Enzian auch Wurmerkrankungen behandelt, diese Wirkung ist aber nicht belegt und wird heute kaum mehr angewendet.

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Enzian Magenbeschwerden lindert. Er sollte aber dann nicht genommen werden, wenn Magen- und Darmgeschwüre vorhanden sind.


Sammeln und trocknen

Der gelbe Enzian darf in der freien Natur nicht gesammelt werden, da er unter Naturschutz steht. Hat man den gelben Enzian jedoch im eigenen Garten stehen, so sieht das anders aus, denn den darf man natürlich ernten.

Man sollte nur von Pflanzen ernten, die schon groß gewachsen sind und die mindestens einmal geblüht haben. Da es aber bis zu 10 Jahre dauern kann, bis die Pflanze das erste Mal erblüht, sollte man rechtzeitig mit dem Anpflanzen beginnen...

Die Wurzel der Pflanze kann sehr groß werden, man hat angeblich schon 5 Kilo schwere Exemplare davon gefunden. Entsprechend lang ist die Wurzel dann auch. Die Wurzel des gelben Enzians erntet man im Herbst, nachdem die Blütezeit vorbei ist, oder im Frühling, bevor sich die ersten Blätter bilden.

Nachdem Sie die Wurzel geerntet haben, reinigen Sie sie und entfernen die verbleibende Erde davon. Dann schneiden Sie sie die Länge nach auf und hängen sie in Bündeln an einem warmen und luftigen Ort auf.

Alternativ dazu kann man die frische Wurzel auch dazu verwenden, um eine Tinktur daraus herzustellen.


Im Garten anpflanzen

Wenn Sie den gelben Enzian in Ihrem eigenen Garten anpflanzen wollen, haben Sie gute Chancen, dass dies auch gelingt.

Die Pflanze mag kalkigen Boden oder Granitgestein. Jedoch hat sie auch keine Probleme mit ganz normaler Gartenerde.

Wenn man die Pflanze aus Samen angepflanzt, dauert es bis zu 10 Jahre oder länger, bis sie das erste Mal erblüht. Wesentlich leichter und wesentlich mehr Freude macht es daher, wenn man vorgezogene Pflanzen vom Gärtner holt und einpflanzt.

Allerdings sei noch mal darauf hingewiesen, dass man die Pflanzen auf keinem Fall aus der freien Natur holt und bei sich in den Garten pflanzt.


Das Haupteinsatzgebiet dieser Pflanze ist, wie oben schon erwähnt, die Verdauung. Diese wird angeregt und verbessert, wenn man Bitterstoffe zu sich nimmt. Durch diese Bitterstoffe bildet der Magen mehr Verdauungssäfte. Und auch die Galle schüttet mehr Verdauungssäfte aus.

Dies hilft unter anderem, wenn man zu viel oder zu fett gegessen hat. Es hilft außerdem, wenn man unter Sodbrennen leidet.

Der Enzian hat zudem eine leicht abführende Wirkung, ebenso wie der Wermut. Leichte Verstopfungen kann man also damit kurieren.

Andere, jedoch nicht zu typische und ausgeprägte Einsatzgebiete

In der Naturheilkunde kennt man den gelben Enzian als vorbeugendes Mittel gegen Erkältungen.

Außerdem soll er die weibliche Menstruation fördern, er soll gegen kalte Hände und Füße helfen und außerdem früher auch vorbeugend gegen Ohnmacht gegeben worden sein.

Bitte beachten Sie, dass Sie den gelben Enzian nicht in der Schwangerschaft nehmen. Ebenso nicht, wenn man unter hohem Blutdruck leidet.


Gelber Enzian nach Hildegard von Bingen

... Wer aber einen Schmerz im Herzen hat, daß er meint, sein Herz (Leben) hinge nur noch an einem Strang, der pulverisiere Enzian, und er esse dieses Pulver in Suppen, und es stärkt sein Herz ..."

Rezept

Enzianpulver, 1/2-1 TL

Das Enzianpulver über eine Suppe streuen und ablöffeln. Bei Bedarf 1 - 2 x täglich wiederholen.

Wichtig:

Das Enzianpulver wird nicht mitgekocht, sondern erst bei Tisch über die Suppe gestreut.

Die Suppe soll in jedem Fall frei von den sogenannten Küchengiften (Lauch, Linsen, Schweinefleisch, Aal) sein, wenn sie eine gesundheitsfördernde Wirkung haben soll.


Wirkung und Anwendung von Enzian

  1. appetitanregend
  2. Appetitlosigkeit
  3. Blähungen
  4. Blutarmut
  5. Kreislaufbeschwerden
  6. Leber- und Gallenbeschwerden
  7. Magenbeschwerden
  8. Magenerkrankungen
  9. Magenverkrampfung
  10. mangelhafte Gallenabsonderung und Magensekretionsbildung
  11. Nervenschwäche
  12. Ohnmachtsanfällen
  13. Übelkeit
  14. Verdauungsbeschwerden
  15. Verdauungskrankheiten

Übersicht über den gelben Enzian



Volksnamen

Bergfieberwurzel, Bitterwurzel, Jänzene, Jäuse, Sauwurz, Zergang, Zinalwurz


Wirkstoffe

Alkaloide, Berberin, Bitterstoffglykoside, Gentiobiose, Gerbstoffe


Einen Tee bzw. eine Abkochung aus den Wurzeln stellen Sie folgendermaßen her:

  1. nehmen Sie einen halben Teelöffel getrockneter und zerkleinerter Enzianwurzeln
  2. übergießen Sie das mit einer Tasse kochendem Wasser
  3. dann 10 Minuten lang ziehen lassen

Man kann aus den Wurzeln auch einen Kaltauszug herstellen. Dazu gibt man die gleiche Menge der Wurzeln in eine Tasse kaltes Wasser und lässt sie dort 8 Stunden vor sich hin ziehen. Danach siebt man die Wurzelstücke ab und erwärmt das Getränk auf ca. 40 °.

Eine Tinktur aus den Wurzeln des gelben Enzian

Geben Sie in ein Glas ca. 100 g der Wurzelstücke und geben dann ca. 300 ml Weingeist dazu. Es sollte ein hochprozentiger Alkohol sein, der mehr als 40 % Alkoholgehalt hat. Diesen Ansatz lassen Sie 6 Wochen lang stehen.

Nach den 6 Wochen sieben Sie die Tinktur ab und füllen Sie in eine verschließbare Flasche.

Nehmen Sie, wenn Sie unter Verdauungsbeschwerden leiden, vor dem Essen 10 Tropfen davon.


Rezepte und Anwendungen rund um den Enzian



Tee

Einen Teelöffel der zerschnittenen Wurzel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen.

Fünf Minuten ziehen lassen und danach absieben. Vor dem Essen trinken. Dieser Tee hilft die Verdauung in Gang zu bringen.


Enziantee bei Magenleiden, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen

Einen Teelöffel Enzianwurzel mit 250 ml Wasser kalt ansetzen, etwa fünf Stunden stehen lassen, danach absieben.

Den Tee eine halbe Stunde vor dem Essen langsam trinken.


Dieses Bild kann man auch kaufen: www.kraeuter-verzeichnis.de/shop
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Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

Bei manchen Menschen löst Enzian Kopfschmerzen aus.

Bitte NICHT selbst sammeln, da die Pflanze vom Aussterben bedroht ist!

Bevor Sie sich selbst mit Heilkräutern behandeln, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!

Quellen zu diesem Artikel

  1. Die Kräuter in meinem Garten

Quellenverzeichnis




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