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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Pestwurz (Petasites hybridus)

Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Pestwurz bei Krampfzuständen hilft, ebenso bei Spannungskopfschmerzen, Herzbeschwerden und Migräne - dies sind die Haupteinsatzgebiete, in denen die Pestwurz erfolgreich eingesetzt wird.

Pestwurz wirkt krampflösend

Zwischen März und Mai erblüht der Pestwurz auf nassen Wiesen sowie in der Nähe von Fluss- und Bachufern. Zur Zeit fällt sie aufgrund ihrer übergroßen Blätter auf.

Pestwurz
Pestwurz

Der Pestwurz bildet im frühen Frühling seine bizarren Blüten aus, sie stehen in kolbenartigen Blütenständen traubenförmig in Richtung Himmel.

Die Blätter wachsen, nachdem sie erst als unscheinbare Blätter beginnen, nach der Blütezeit zu beachtlicher Größe heran, deren Form an die Blätter des Huflattich erinnern, die jedoch viel größer sind.

Neben der Wirkung gegen Asthma-Erkrankungen sowie Heuschnupfen verwendet man die Wurzeln der Pflanze heutzutage gegen eine Neigung zu Allergien.

Ärzte und Heiler verwendeten das Heilkraut bereits zu mittelalterlichen Zeiten: Ihre Wurzeln konnten zwar nicht bei der Vertreibung der oft auftretenden Pest-Epidemien helfen, sie bewies sich im Laufe der Zeit jedoch als entkrampfendes Heilmittel gegen Harnsteinbeschwerden.

Jetzt haben die Wissenschaftler eine zusätzliche Anwendung gefunden: In unterschiedlichen klinischen Studien vermieden Extrakte aus den Wurzeln Migräneattacken.

Schnell verließ der Medicus sein Haus.

Das Gesicht verborgen unter einer Schnabelmaske, die voll gefüllt mit Heilkräutern und deren aromatischen Dämpfen Krankheitserreger fern halten sollte. Seine Hände in Handschuhen verborgen, überhaupt in einem langen Gewand gekleidet. Doch der Medicus hatte keine Chance gegen die Pest: Sie holte sich ein Opfer nach dem anderen, immer mehr Menschen starben in der Stadt.

Zahlreiche Heilmittel wurden schon gegen die Pest versucht, besonders beliebt war der Weihrauch sowie die Benzoe. Irgendwann hatte man auch Pestwurz auf dem Plan. Dessen Wurzeln galten als schweiß- sowie harntreibendes Mittel, und nun versuchte man, ob es eine Wirkung gegen die Pest gab.

Entspannung für die Harnwege

Der Versuch war umsonst - mit heutigem Wissen aber durchaus erklärbar, enthält die Pflanze doch keine Stoffe mit größerer antimikrobieller Wirkung. Pestwurz hilft also nicht gegen die Pest. Leider!

Jedoch zeigten sich andere Heilwirkungen durch die Verwendung von Pestwurz: Inhaltsstoffe wie die Sesquiterpene (Petasin sowie Isopetasin) helfen gegen krampfartige Schmerzzustände der ableitenden Harnwege, bei einer Dysmenorrhö sowie gegen spastische Erkrankungen des Bronchialsystems.

In unterschiedlichen klinischen Studien gegen Migräne wirkungsvoll

Als man die Heilwirkung der Pflanze in den achtziger Jahren nachvollziehen wollte, fand man noch etwas Interessantes heraus: Pestwurzextrakte wirken gegen Migräneattacken, sowohl was die Anfallshäufigkeit als auch die Schmerzintensität betrifft.

Eine Doppelblind-Studie am Krankenhaus in München-Harlaching zeigte die deutlich bei 25 von 33 betroffenen Personen, die daran teilnahmen.

Die Wirkung gegen Migräne erklärt sich durch eine Entkrampfung der feinen Adern im Gehirn, da eine Migräne im Zusammenhang mit einer Gefäßverkrampfung im Gehirn entsteht.

Pestwurz bei Heuschnupfen sowie Asthma-Erkrankungen

Die Heilpflanze ist ähnlich stark in ihrer Wirkung gegen allergische Reaktionen, tatsächlich ist sie ähnlich stark wie ein chemisches Antihistaminikum.

Deshalb lässt sich die Pestwurz zum Beispiel gegen Heuschnupfen einsetzen.

Zudem lässt sich die Pestwurz gegen Asthma-Erkrankungen einsetzen. Hier hilft die entkrampfende Eigenschaft zusätzlich zur antiallergischen Eigenschaft der Pflanze.

Krämpfe im Magen und Darm

Pestwurz löst Krämpfe, auch im Magen und im Darm. Deshalb kann man Pestwurzextrakte gegen Koliken oder gegen Krämpfe im Verdauungssystem anwenden.

Äußerliche Anwendung

Aus alten Aufzeichnungen kennt man vielleicht Zubereitungen aus den Blättern des Pestwurz, teils auch aus den Wurzeln , die gegen Verletzungen oder Geschwüre helfen sollen.

Dazu sei gesagt: Diese Wirkung ist nicht belegt, die Kommission E hat den Blättern sogar jegliche Heilwirkung abgesprochen.

Aber was ist jetzt mit der Giftigkeit?

Im Pestwurz sind schädliche Alkaloide enthalten, die Vergiftungen hervorrufen können.

Um dies zu umgehen, sollte man auf Fertigpräparate zurückgreifen, die diese Alkaloide nicht enthalten.

Außerdem sollte man die Extrakte nur eine gewisse Zeit verwenden. Dieser Zeitraum sollte aber mit einem Arzt abgesprochen werden. Zur Migräneprophylaxe empfiehlt man aktuell eine kurmäßige Anwendung über 3 bis 4 Monate, um dann eine Pause zu machen. Sollten in dieser Zeit aber Nebenwirkungen auftreten, sollte man das Präparat absetzen.

Die Wurzeln der Pestwurz haben in letzter Zeit also eine wahre Renaissance erlebt.

Die Blätter allerdings, so hat sich herausgestellt, haben keine Heilwirkung.

Die Kommission E zeigte auf, dass die Wirksamkeit nicht nachzuweisen ist. Außerdem ist die Gefahr wegen dem hohen Gehalt der Pyrrolizidin-Alkaloide einfach zu groß.


Wirkung und Anwendung von Pestwurz

  1. Atemnot
  2. Bronchialasthma
  3. Bronchitis
  4. Entzündungen der Harnwege
  5. Fallsucht
  6. Fieber
  7. Gallen- und Leberleiden
  8. Geschwüre
  9. Gicht
  10. Hautleiden
  11. Heuschnupfen
  12. Magen-Darm-Beschwerden
  13. Menstruationsstörungen
  14. nervöse Magenbeschwerden
  15. Verstauchungen
  16. wunde Füße
  17. Wunden
  18. Migräne und Migränevorbeugung
  19. Kopfschmerz
  20. Nackenschmerzen
  21. krampfhafter Husten bei Bronchialasthma oder Keuchhusten
  22. bei einem gereizten Magen
  23. motorische Fehlfunktionen der Galle
  24. eine gereizte Blase
  25. Koliken durch Harnsteine
  26. krampfartige Beschwerden während der Monatsblutung


Wirkungsspektrum

Löst Krämpfe, lindert Schmerzen (analgetisch), reduziert Muskelanspannung (spasmolytisch), nervlich ausgleichend sowie beruhigend (sedativ).


Pestwurz enthält toxische Pyrrolizidinalkaloide.

Daher ist eine Verwendung als Tee nicht anzuraten! Verwenden Sie bevorzugt Fertigprodukte, da darin die giftigen Stoffe nicht enthalten sind.


Übersicht

Volksnamen

Balsternblätter, Bullerblatt, Giftwurz, Hofkebladen, Hutblacken, Falscher Huflattich, Bachbletzen, Eselsfußblümle, Rote Geißkröpfe, Kraftwurz, Kröpfen, Kuckucksblume, Lattkenblätter, Negenstärke, Neunkraft, Große Rosshube, Schweißwurz, Schweißwurzel

Wissenschaftlicher Name des Pestwurz

Petasites hybridus

Englische Bezeichnung

Butterbur

Verwendete Pflanzenteile

Verwendung findet der Wurzelstock

Inhaltsstoffe

Polyphenole, Beta-Sitosterol, Petasin, Schleim, Pyrrolizidinalkaloide, Alkaloide, Ätherische Öle

Sammelzeit

Gesammelt wird vom Mai bis in den August hinein

Pflanzenbeschreibung

Pestwurz war seit Anbeginn in Europa zu Hause - jedoch nicht in Südeuropa. Deshalb findet man in den ganz ganz alten Kräuterbüchern auch kaum Aufzeichnungen darüber.

Pestwurz gedeiht bevorzugt in der Nähe von Flussufern oder in der Nähe anderer nicht zu trockener Plätze und Stellen.

Der Wurzelstock wird mehrere Jahre alt und kann bis zu 4 Zentimeter dick werden.

Die Pestwurzblätter wachsen erst nach dem Ende der Blütezeit zu den riesigen Blättern heran, die man typischerweise kennt. Die Blätter können beachtliche 60 cm groß werden. Dabei erinnert die Blattform an die Form der Blätter des Huflattichs. Aber eigentlich verwundert das kaum, sind beide Pflanzen doch verwandt miteinander.

Zu Beginn haben die Blätter auf ihrer unteren Seite kleine, wollige feine Häärchen. Diese Häärchen fallen aber im Laufe des Sommers aus..


Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen!

Pestwurz darf wegen des hohen Gehaltes an Pyrrolizidinalkaloiden keinesfalls während der Schwangerschaft angewendet werden.

Generell sollte man nur Fertigprodukte verwenden, um möglichen Vergiftungen vorzubeugen!


Fotogalerie





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