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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Eibe

(Taxus baccata L.)
Die Eibe ist ein immergrüner Nadelbaum, der nur sehr langsam wächst und sehr alt werden kann. Man kennt Exemplare, die über 2000 Jahre alt sind.

Die Eibe bevorzugt schattige Plätze, vielleicht liegt es auch daran, dass man früher einen Zusammenhang mit der Unterwelt und dem Jenseits mit der Eibe herstellte.

Die Eibe trägt im Herbst rote Früchte, die schon von Weitem leuchten. Und gerade diese Früchte, genauer gesagt der Fruchtfleisch-Samenmantel, sind das Einzige an der Eibe, das ungiftig ist.

Ansonsten ist die Eibe eine sehr giftige Pflanze, die man heutzutage in reiner Form in der Naturheilkunde nicht mehr anwendet.

Inzwischen weiß man jedoch auch, dass Wirkstoffe der Eibe z.B. bei Krebs eine positive Wirkung besitzen.

In homöopathischer Potenz, d.h. stark verdünnt, verwendet man die Eibe z.B. gegen Rheuma, bei Lebererkrankungen, Herzerkrankungen, Ausschlägen der Haut und bei Gicht an. In der Homöopathie nennt man die Eibe übrigens Taxus baccata.

Sagen und Geschichten zur Eibe

Aufgrund ihres hohen Alters und ihrer Giftigkeit war die Eibe natürlich schon immer Ursprung von Sagen und Geschichten. So wurde die Eibe z.B. in vielen Kulturen als heilig angesehen.

Die Eibe hat viele Formen spiritueller Bedeutung. In Georgien ist sie der "Baum des Lebens", und wenn ihn verletzt, blutet er mit einem roten Saft.

In Japan ist die Eibe mit den Schöpfergöttern verbunden, die auf Berggipfeln leben.

Die Kelten glaubten, dass Eiben die Geister unserer Vorfahren enthalten.

Das Gift der Eibe wirkt schnell und ist sehr effektiv, so wird erzählt, dass in den gallischen Kriegen sich Catuvolcus, Anführer der Eburonen, sich mit Eibe vergiftete, anstatt sich Rom zu unterwerfen.

In England lies Edward III (1312-1377) jeden wehrfähigen Mann zum Bogenschützen ausbilden - der daraus entstandene Bedarf an Bögen und Pfeilen dezimierte die Eibenwälder Britanniens gründlich.

EibeNatürlich wurde ihr auch so allerlei Zauberwirkung nachgesagt, zum Beispiel, dass sie böse Geister vertreibe oder Toten-Geister heraufbeschwören könne. Und schließlich fertigte man auch Zauberstäbe aus dem Holz der Eibe.

Und leider, leider, leider, wurde die Eibe aufgrund ihrer Giftigkeit besonders im Mittelalter immer wieder als Mordgift eingesetzt.

Übrigens wurde lange Zeit das Holz der Eibe wegen seiner festen Elastizität auch für Bögen, Pfeile und Armbrüste verwendet. Im England des Mittelalters wurden deshalb ganze Landstriche abgeholzt und für Waffen geopfert.

Der Bestand an Eiben ist inzwischen auch bei uns so weit zurückgegangen, dass die Eibe und Naturschutz steht. Wahrscheinlich war auch deshalb die Eibe der Baum des Jahres 1994.

Auch Dioskurides beschrieb schon die Giftigkeit der Eibe, u.a. dass man schon davon sterben könne, wenn man unter einer Eibe schlief.

Plinius warnte davor, aus Eibenholzgefäßen zu trinken.

Eibensaft wurde von den Kelten als Pfeilgift eingesetzt.

In alten Zeiten wurde Eibe gegen Schlangenbisse und Tollwut sowie bei Leber- und Gallenblasenbeschwerden eingesetzt.

Obwohl extrem giftig, wurden die pulverisierten Blätter von Heilern bei Epilepsie eingesetzt.

Klammheimlich versuchten zudem Frauen, die Eibe als Abortivum (Mittel zur Abtreibung) zu verwenden.

Bereits 1021 führte der persische Arzt Avicenna die Verwendung von Eibe in seinen Kanon der Medizin ein.

Schamanen verwenden die Eibe, um ihre magischen und psychischen Fähigkeiten zu verbessern und um Visionen auszulösen.

Volksnamen

Bogenbaum, Eife, Ibenbaum, Ifenbaum, Iwenbaum, Kandelbaum, Roteibe, Taxe, Taxbaum, Ybe, Ypenbaum

Überlieferte Wirkung und Anwendung der Eibe

  1. Wirkt abführend
  2. Abführmittel
  3. Bei Blasenleiden
  4. Ist herzstärkend
  5. Wirkt menstruationsfördernd.
  6. Ist wurmtreibend
  7. Bei Krebs
  8. Bei Ovarialkarzinom
  9. Bei Husten
  10. Als Insektenbekämpfungsmittel
  11. Bei Katarrhen
  12. Bei Krätze
  13. Wirkt krebshemmend
  14. Bei Mammakarzinom
  15. Bei Skorbut
  16. Bei Wurmerkrankungen bzw. –befall
  17. Wirkt zellteilungshemmend

Zugehörige Pflanzenfamilie

Die Eibe gehört zu Familie der Eibengewächse (Taxaceae)

Auf Englisch

Common Yew, Yew

Verwendete Pflanzenteile

Früher wurden alle Pflanzenteile verwendet, heutzutage wegen der Giftigkeit bitte keine Selbstmedikation!

Inhaltsstoffe

U.a. Vitamin C, Taxine A, B und C, Diterpene, Taxication u.a.

Sammelzeit der Früchte

Die Früchte kann man ab September sammeln

Anwendungsbeispiele der Eibe

...entfallen aufgrund der hohen Giftigkeit. Bitte nicht selbst anwenden!

Vorsicht

Sehr giftig!

Bitte bewahren Sie Ihre Kindern vor dem Kontakt mit dem Saft oder den Nadeln der Eibe.

Bitte verzehren Sie auch nicht demonstrationsweise die ungiftigen Früchte der Eibe, es könnte der Eindruck entstehen, dass die Eibe generell ungiftig ist!

Alle Teile der Eibe, mit Ausnahme des roten Samenmantels, sind sehr giftig. in der Eibe enthalten sind alkaloidähnliche Substanzen und blausäureartige Verbindungen.

Eine medizinische Behandlung sollte bereits nach dem Verzehr von drei bis fünf Nadeln oder dem Zerbeißen einiger weniger Samenkerne dringend erfolgen.

Typische Vergiftungserscheinungen sind
  1. Übelkeit
  2. Erbrechen
  3. Bauchschmerzen
  4. Schwindel
  5. Zittern
  6. Bewusstseinstörungen

In größeren Mengen führt der Verzehr zu tödlichen Herzrhythmusstörungen.



Lesen Sie dazu auch: Vorsicht giftig: Die Eibe





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