Das Heilkräuter-Verzeichnis

Die Kamille für unsere Haustiere



Die allseits bekannte und geliebte Kamille unterstützt unsere vierbeinige Freunde bei allen möglichen Erkrankungen und Beschwerden, sei es bei einer Entzündung der Haut oder der Schleimhäute, sie hilft gegen Probleme mit dem Darm, gegen Husten oder auch bei gereizten Nerven.



Kamille für Haustiere
Kamille für Haustiere



Schon in der der Antike kannte man die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) als Heilkraut, welches man bei Mensch und Tier einsetzte.

Damals verwendete man die Kamille insbesondere bei Hauterkrankungen sowie Verdauungsproblemen.



Die Kamille erblüht von Mai bis in den Oktober. Die Blüten werden zu Heilzwecken gepflückt und getrocknet.

Der ideale Sammelzeitpunkt ist hierbei 3 bis 5 Tage nach dem Erblühen an einem sonnigen Tag, denn dann ist der Gehalt an ätherischem Öl in der Blüte am größten.



Nach dem Sammeln trocknet man die Blüten vorsichtig.





Verwendung der Kamille

Eine Anwendung kann äußerlich sowie innerlich durchgeführt werden. Die Kamille kann Entzündungen hemmen, gegen Bakterien helfen, oder die Genesung bei Verletzungen beschleunigen.



Bei Haustieren kann sie bevorzugt gegen Erkrankungen der Haut und der Schleimhäute angewendet werden. So etwa bei entzundenem oder gereiztem Zahnfleisch, bei gereizter roter Haut, bei Entzündungen im Genitalbereich oder am After oder bei Entzündungen des Magen-Darm-Traktes.







Die Kamille hilft sehr gut gegen Beschwerden mit der Verdauung, denn sie hilft auch gegen Krämpfe sowie Blähungen. Sogar gegen Magengeschwüre kann die Kamille etwas tun!



Wenn also ein Pferd immer wieder zu Koliken neigt, ebenso ein Hund oder eine Katze, dazu eventuell noch wegen Stress und Schmerzen Durchfall bekommt, dann kann man Kamille geben. Idealerweise bereits vor schweren Situationen wie Reisen oder einem Tierarztbesuch.



Bitte beachten Sie: Bei Turnierpferden darf man 48 Stunden vor einem Wettkampf keine Kamille mehr verabreichen.





Medizinisch wirksame Wirkstoffe der Kamillenblüten sind im ätherischen Öl zu finden:
- Alpha-Bisabolol
- Bisabololoxiden
- Farnesen


Das blaue Chamazulen bildet sich erst während der Wasserdampfdestillation oder während der Zubereitung eines Aufgusses.



Das ätherische Öl der Kamille ist gerade auch für Katzen verträglich, da es sehr mild wirkt.



Weitere Wirkstoffe sind Flavonoide, Cumarine und Schleimstoffe.

Alle Wirkstoffe zusammen sind für die antibiotischen, entzündungswidrigen als auch krampf- sowie schleimlösenden Eigenschaften verantwortlich.



Manche Wirkstoffe wirken beruhigend sowie angstlösend, wodurch die Kamille ein geeignetes Heilmittel gegen Angstreaktionen sowie Stress ist und gleichzeitig eine beruhigende Wirkung hat.



Weil die Wirkstoffe in den Kamillenblüten ebenso wasserlöslich wie auch alkohollöslich sind, hilft es bei schweren Beschwerden, wenn man in einen Tee zusätzlich mehrere Tropfen Kamillentinktur gibt.



Dies empfiehlt sich besonders bei krampfartigen Schmerzen im Bauch.



Um die Wirksamkeit der Kamille gegen Verdauungsprobleme, besonders bei solchen mit Blähungen, noch zu verstärken, können Sie der Teemischung die Früchte von Kümmel, Fenchel und Anis beigeben.



Einem Tier kann man einen solchen Aufguss entweder ins Futter mischen oder per Spritze in den Mund träufeln.







Für die Atemwege

Haustiere mit Beschwerden an den Atemwegen sind ebenfalls Kandidaten für die Kamille. Sie wirkt entzündungshemmend sowie die schleimlösend.



Sinnvoll ist etwa die Anwendung als Inhalation, also dem Einatmen der Dämpfe der mit heißem Wasser übergossenen Blüten. Geben Sie dazu 3 Esslöffel Blüten auf einen Liter Wasser.

Alternativ können Sie aber auch 5 Tropfen ätherisches Kamillenöl verwenden.



Einen mehrmalige Inhalation unterstützt Pferde, Hunde, Katze sowie alle Kleintiere gegen Heiserkeit, Husten oder Schnupfen.



Bei großen Tieren kann man einen Ultraschall-Inhalator verwenden.

Bei Kleintieren stellt man einen Topf heißen Kamillentee vor eine Transportbox, in der das Tier sich befindet.



Passen Sie aber auf, dass sich das Tier davor nicht fürchtet oder bedrängt fühlt.







Verletzungen

Äußerlich auf die Haut aufgetragen hilft ein kräftiger Tee oder eine Tinktur (mit Wasser verdünnt) zur Heilung von Verletzungen und Wunden, leichteren Verbrennungen oder bei Reizungen der Haut.

Sie können damit Spülungen, Waschungen oder Umschläge herstellen.



Eine dauerhafte Therapie der Haut mit Kamillentee sollte jedoch nicht stattfinden, da die Wirkstoffe die Haut austrocknen würden. Wenn man länger behandeln muss, sollte man deshalb auf eine Salbe ausweichen.





Grundsätzlich kann man Kamille-Extrakte bei allen Tieren verwenden, da sie besonders mild als auch sehr wirkungsvoll ist.



Allergien oder Unverträglichkeiten treten kaum auf. Trotzdem sollten Sie berücksichtigen, dass die Kamille wegen ihrer krampflösenden Eigenschaft nicht bei tragenden Tieren verwendet werden sollte. Es könnte nämlich zu vorzeitigen Wehen kommen.



Außerdem sollte sie nicht am Auge verwendet werden, da Reizungen und eine Austrocknung des Augen die Folgen sein könnten.







Eine Kamillencreme

Diese Creme kann man gereizte Haut, auf Entzündungen und kleine Verletzungen auftragen.



Sie brauchen dazu

1 Handvoll getrocknete und zerkleinerte Kamillenblüten

125 ml Olivenöl

25 g Bienenwachs

25 g Kakaobutter



Geben Sie das Öl, das Bienenwachs und die Kakaobutter in einem Topf in einem Wasserbad. Dann bis 70°C erhitzen.

Nach dem Schmelzen die Kamillenblüten zugeben und alles abkühlen lassen.

Einen Tag lang ziehen lassen, dann absieben. In Dosen füllen.

Mehrmals am Tag auf die betroffenen Stellen auftragen.





Eine Kamillentinktur

Gegen Hautentzündungen, Schleimhautentzündungen oder als Wundspülung

Sie brauchen getrocknete Kamillenblüten und Wodka (40 %)



Geben Sie in eine Flasche je zur Hälfte Kamilleblüten und Wodka.

4 Wochen zimmerwarm ziehen lassen, dann absieben.



Zur Anwendung je 10 ml davon mit 90 ml Wasser mischen und auf die Haut geben. Für gereizte Haut oder die Schleimhäute können Sie Spülungen damit durchführen oder einen Umschlag damit tränken.





Ein Kamillentee

Kamillenblüten mit 100 ml heißem Wasser übergießen. Dann zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.

Bei Tieren können die Blüten auch mitverfüttert werden.


Quellen zu diesem Artikel

  1. Die Kräuter in meinem Garten

Quellenverzeichnis




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