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Wegwarte


Die Wegwarte war die Blume des Jahres 2009.

Wahrscheinlich kommt der Name der Wegwarte (Cichorium Intybus) daher, weil sie am Wegesrand wächst bzw. "wartet".


Immer wenn ich an einer Wegwarte vorbeikomme, muss ich an eine junge hübsche Frau denken, die am Weg auf ihren Liebsten wartet. Und tatsächlich erwartet mich die Wegwarte im Sommer tagein, tagaus, geduldig mit ihrer Schönheit.


Die Wegwarte wird bis zu einem Meter hoch und hat blaue Blüten. Diese Blüten öffnen sich morgens in östlicher Richtung und folgen dann dem Lauf der Sonne, bis sie sich am frühen Nachmittag wieder schließen.


Es liegt wohl auch an ihrer besonderen Schönheit, dass man nicht gleich daran denkt, dass die Wegwarte auch ein Heilkraut ist. Meist wird sie wohl eher als Zierblume angesehen und für einen schönen Blumenstrauß gepflückt.


Verwendung in der Naturheilkunde finden die Blüten, die Blätter und die Wurzeln der Wegwarte. Die Blüten werden im Juli geerntet und schnell getrocknet. Die Wurzeln gräbt man im späten Herbst aus dem Boden, man zerteilt sie und trocknet sie an der Luft.


Früher verwendete man die Wegwarte übrigens auch als Kaffee-Ersatz, sicher eine gesündere Alternative zum echten Kaffee, besonders wenn man viel trinkt.


Die heilenden Eigenschaften der Wegwarte sind unterschiedlich: Besonders die Bitterstoffe sind dafür verantwortlich, dass die Galle angeregt wird, was der Verdauung zu Gute kommt. Auch die Tätigkeit der Leber wird durch die Wegwarte erhöht. Allgemein jedoch wirkt sich diese Heilpflanze positiv auf alle inneren Organe aus. Sie regt den Appetit an und fördert die Verdauung.


Aber die Wegwarte kann noch mehr:

Schon Tabernaemontanus schrieb: "Thut Widerstand aller Vergiftung".


In der Tat haben sich früher die Bergarbeiter die entgiftende Wirkung zu Nutze gemacht, um die Schwermetalle aus dem Körper auszuleiten. Dazu führten sie regelmäßige Teekuren durch. In unserer heutigen Zeit hilft sie uns zum Beispiel Pestizide auszuleiten...


Die Wegwarte hilft aber auch bei Gicht, bei rheumatischen Beschwerden oder einer schwachen Milz.


Paracelsus verwendete die Wegwarte als schweißtreibendes Mittel.


Gerbstoffe aus der Wurzel und dem Wegwartenkraut können äußerlich bei unreiner Haut oder auch bei Ekzemen helfen.


Bei Augenentzündungen helfen Auflagen mit einem Wegwartentee, die man auf die geschlossenen Augen auflegt. Man kann aber auch einen Brei aus einer zerdrückten Wegwarte dazu verwenden.


Die Blüten sind außerdem sehr eisenhaltig und helfen bei Blutarmut.



Geschichtliches zur Wegwarte

Hieronymus Bock schrieb über die Wegwarte

Eine handtvoll Wegwart in wasser gesotten vnd getruncken führt aus die gallen vnd weissen schleim durch den stuhlgang...

Ein decoction gemacht auss dem kraut vnd wurtzel mit wein oder wasser

vnnd warm gedruncken

eröffnet die Leber vnd Miltz

soll genützt werden im anfang der Wassersucht vnd Cachexia.

Solches vermag auch das gebrannt wasser

vnnd ist trefflich gut zu dem hitzigen Magen

zu allen brennenden Febern

vnnd schwachheit des Hertzens getruncken..

dienet auch zum hitzigen Podagra...


Man findet schon in alten ägyptischen Papyrustexten aus dem 4. Jahrtausend vor Christus Berichte über die Wegwarte.


Sagenhaftes über die Wegwarte

Laut einer Sage wartete die Geliebte eines jungen Ritters, der an einem Kreuzzug teilnahm, am Wegrand vor dem Stadttor mit ihren Hofdamen auf seine Rückkehr. Doch der Ritter kam nicht mehr zurück. Auch als sie schon nicht mehr an eine Rückkehr des Ritters glaubten, weigerte sich das Burgfräulein, die Hoffnung aufzugeben. Und so konnte man diese kleine Gruppe noch lange Tag für Tag vor dem Stadttor warten sehen. Schließlich hatte der Himmel ein Einsehen. Das Burgfräulein wurde mit seinen Hofdamen in Blumen - Wegwarten - verwandelt, wobei die Hofdamen in blaue und die unglückliche Geliebte in eine weiße Wegwarte verwandelt wurden.


Man kann die Wegwarte als Sonnenuhr verwenden: Sie öffnet ihre Blüten morgens um sechs Uhr, gegen elf Uhr schließt sie sie wieder.

Einer christlichen Legende nach entstand die Wegwarte folgendermaßen:

Jesus kam, noch unbekannt als der Messias, an einem Haus vorbei und erbat Hilfe von einer Magd. Diese nahm sich seiner jedoch nicht an, weil sie auf ihren Bräutigam wartete. Als dieser dann tatsächlich kam, fand er aber nicht mehr die Magd, sondern eine Wegwarte. Laut Sage soll die verwandelte Magd erst dann wieder zurückverwandelt werden, wenn Jesus eines Tages zurück zur Erde kommt.


"Wegwart oder Wegweiß wird also genannt / dieweil es in allen Strassen oder Wegen gemein wächst. Heist auch Sonnenwendel / Sonnenwirbel / dieweil seine Blumen sich aliwegen gegen der Sonnen wenden."

Laut einer anderen Sage sind Wegwarten verwunschene Menschen. Wegwarten mit weißen Blüten sind dabei die guten Menschen, blaue Blüten stehen für schlechte Menschen.


Pfarrer Kneipp erwähnte eine Abkochung oder einen Saft aus der Wegwarte zur Reinigung der Nieren.



Friedrich der Große von Preußen empfahl, aus den gerösteten Wurzeln der Wegwarte einen Kaffee-Ersatz herzustellen.


Partnersuche auf die andere Art: Wenn man am Tag des heiligen Petrus, dem 29. Juni, mit einem Hirschgeweih eine Wegwarte ausgräbt und dann mit diesem ausgegrabenen Kraut jemanden berührt, so werde derjenige sich in den anderen verlieben.

Wenn ein Jäger am Tag des heiligen Jakob, dem 25. Juli, mit einem Goldstück die Wegwarte ausgräbt und die Wurzel bei sich trägt, soll sein Schuss niemals verfehlen.


Wan einer etwas verloren hat, so soll er nehmen Wegwart, soll dasselbige in die Schlaffhauben thun, die Nacht darauff schlafen, so treumet ihm die ganze Nacht von dem, der es gethan, du mußt aber das Kraut morgens frühe vor der Sonne Auffgang holen.

Die Wurzel einer weißen Wegwarte soll den, der sie mit einem passenden Spruch ausgräbt, unsichtbar machen, außerdem soll man unverwundbar werden.


"Die Wegwarte wartet wirklich an jedem Weg auf dich, um dich gesund zu machen."

Sebastian Kneipp


Wegwartewurzeln sollen ihre Träger vor Hieben und Stichen schützen.

Wenn jemand bestohlen wurde, so solle er Wegwarte unter sein Kopfkissen legen. Er erkenne dann im Traum den Dieb.


Die Wegwarte trägt auch andere Namen, so zum Beispiel Zichorie oder Sonnenwendel. Der Name "faule Gretel“ kommt wohl daher, dass die Blüten sich bereits am frühen Nachmittag wieder schließen und dann verwelken. Jede einzelne Blüte der Wegwarte öffnet sich nur für einen Tag...


Verwechslungsgefahr

Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit der harmlosen Kornblume. Diese ist aber kleiner und zarter.


Verwirrende Umwelt

Die blauen Blüten folgten schon immer der Sonne und schlossen sich dann zur Mittagszeit.


Heute jedoch kommt es immer öfters vor, dass sich die Blüten erst am späten Nachmittag schließen. Grund dafür dürfte die Luftverschmutzung sein, die die innere Uhr der Wegwarte durcheinander bringt.


Volksnamen

Hindlauf, Rattenwurz, Sonnenbraut, Sonnenwirbel, Wegeleuchte, Verwünschte Jungfrau, Zichorie, Sonnenwendel, Blaue Distel, Hansl am Weg, Hindläufte, Kaffeekraut, Rattenwurz, Sonnenbraut, Sonnenwedel, Sunnewirbel, Wegleuchte, Wilde Endivie, Zigeunerblume



Wirkung und Anwendung der Wegwarte

  1. Appetitlosigkeit
  2. Appetitmangel
  3. Blähungen
  4. entschlackt
  5. Gallensteine
  6. Hautunreinheiten
  7. Kaffee-Ersatz
  8. Kopfschmerzen
  9. Leberbeschwerden
  10. Lebererkrankungen
  11. regt Verdauung an
  12. reguliert Stoffwechsel
  13. Störung des Gallenabflusses
  14. Verdauungsschwäche
  15. Verdauungsstörungen
  16. Völlegefühl

Standort

Wegraine, Gräben, Schotterwege, Brachland, Ödland, Wiesen, Mauern, Dämme, Böschungen, Gleisanlagen, verlassene Industriegelände


Verwendete Pflanzenteile der Wegwarte

Verwendet werden das Kraut und die Wurzel


Sammelzeit der Wegwarte

Gesammelt wird das Kraut im Juli

Gesammelt wird die Wurzel im Spätherbst


Wirkstoffe

Bitterstoffe, Gerbstoffe


Rezepte mit Wegwarte


Ein Wegwarten-Kaffee für unsere Leber

Sie brauchen dazu

Wegwarten-Wurzeln und Wasser


Sammeln Sie die Wurzeln, waschen Sie sie und schneiden Sie sie in kleine Stückchen.

Danach trocknen Sie sie, weil es schnell gehen soll, in einer Pfanne. Anschließend werden sie bei nicht zu hoher Temperatur in der Pfanne geröstet, aber bitte nicht verkokelt.


Wenn Sie eine Kaffeemühle haben, können Sie die Wurzeln darin pulverisieren, ansonsten bleibt nur der harte Weg über den Mörser.


Geben Sie 1 EL des Pulvers in eine Tasse kochendes Wasser, dann 10 Minuten ziehen lassen, nach Belieben absieben.


Trinken Sie jeden Morgen eine Tasse davon, denn die Bitterstoffe regen die Verdauung, speziell auch die Galle, an, außerdem steigert sich die Aktivität der Leber.


Die Wegwarte ist die Blume des Jahres 2009.

Die Stiftung Naturschutz erklärte sie zur Blume des Jahres 2009, weil sie inzwischen als gefährdet eingestuft wird. Da es immer weniger unversiegelte Flächen gibt, findet sie immer weniger Platz zum Wachsen.







Fotogalerie

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Kommentare zum Beitrag "Wegwarte"

Kommentar von Henry Kosack
Der Beitrag zur Wegwarte ist leider widersprüchlich, im Text steht verwendet wird die Blüte und die Wurzel, unten steht gesammelt wird dass Kraut und die wurzel.Können sie mir bitte mitteilen was da nun Richtig ist und wie ich denn dass Kraut verwende.
MfG
henry Kosack




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Thema: Heilkräuter

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Kurzinfo
Wegwarte
  • Pflanzenfamilie: Diese Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler
  • Herkunftsgebiet: Europa
  • Wächst auf Weiden und am Wegesrand
  • Pflanzenbeschreibung: aufrecht wachsend und kann bis zu 1,5 m groß werden
  • die Rosettenblätter ähneln denen des Löwenzahns, die Stängelblätter sind lanzenförmig
  • Die sind himmlisch blau, teils aber auch rosa, violett oder
  • Der Wuchsort ist kalkhaltig, trocken, sonnig, lehmig
  • Die Pflanze im Garten: sie ist anspruchslos, man muss nicht düngen
  • Saat: Die Samen werden im Spätsommer bis zu 4 cm tief in den Boden gesät
  • Die Wegwarte kann auch per Teilung der Wurzel vermehrt werden
  • Verwendungsmöglichkeiten: Die jungen Grundblätter kann man vor der Blüte als Gemüse und in Salaten verwenden. Die Wurzel dient als Magenbitter gegen Appetitlosigkeit.





Letzte Änderung am Dienstag, 21.7.2015, 10:06:46 Uhr


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