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Akupunktur

Die Akupunktur (lateinisch acus = Nadel, pungere = stechen) ist unter den alternativen Heilmethoden sicher die bekannteste. Die kleinen Nadelstiche werden seit Jahren überall auf der Welt praktiziert, oft als Ergänzung zur konventionellen Medizin. Und die meisten Krankenkassen übernehmen inzwischen die Kosten für diese Therapie, weil sie wissen, dass es wirkt, auch wenn die Methode nach westlichen Maßstäben noch nicht ganz erforscht ist.

Den Chinesen ist das egal. Sie vertrauen schon seit Jahrtausenden auf die Heilkunst mit den kleinen Nadeln. Bereits seit 2 000 Jahren ist die Methode schriftlich dokumentiert und bei Ausgrabungen wurden sogar Stein- und Knochenstifte aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. gefunden.

Erst im 14. Jahrhundert fand die Heilmethode der Chinesen den Weg in die westliche Welt, Marco Polo berichtete nach seiner Asienreise den staunenden Zeitgenossen davon. Aber es dauerte noch bis 1950, ehe sich die Akupunktur auch in Europa und Amerika durchsetzen konnte. Nach einem Kongress in Paris wurden zahlreiche Gesellschaften gegründet, deren Zielsetzung die Verbreitung der Methode war.

Zum Verständnis der Akupunktur muss man wissen, dass die chinesische Medizin den Menschen mit Körper, Seele, Geist und Umwelt als eine Einheit betrachtet. Jeder Teil des Körpers, also alle Organe oder Systeme, sind miteinander durch sogenannte Meridiane (Energiebahnen) verbunden. Ein Mensch könne nur glücklich und gesund sein, wenn die Energie durch diese Bahnen gleichmäßig fließt, es keine Blockaden und kein Ungleichgewicht der beiden sich ergänzenden Kräfte Yin und Yang gibt. An ganz bestimmten Punkten des Körpers, die auf den Energiebahnen liegen, kann der Arzt mit den Nadeln eingreifen, um Blockaden zu lösen, den Energiestrom in Fluss zu bringen oder schädliche Energie aus dem Körper zu leiten.

Die Zeit der Stein- und Knochenstifte ist längst vorbei. Nach einer vorübergehenden Nutzung von Nadeln aus Silber oder Gold, denen man eine besondere Heilkraft nachsagte, benutzt der Akupunkteur von heute Einmalnadeln mit verschiedenen Längen aus Edelstahl. Das verdickte Ende aus Kunststoff dient als Griff, damit der Therapeut die Nadel sicher führen und durch Drehen oder Aufwärts- und Abwärtsbewegung die gewünschte Wirkung erzielen kann. Der Schmerz beim Einstich ist übrigens gering, eine Spritze ist viel schmerzhafter, da hier eine dickere Kanüle verwendet wird. Für Kinder stehen besonders feine Akupunkturnadeln zur Verfügung. Die meisten Patienten berichten während oder kurz nach der Behandlung über eine tiefe Entspannung. Die Therapie dauert etwa 20 Minuten und erfordert meistens 10-12 Einstiche an verschiedenen Stellen. In den letzten Jahren wurde die Akupunktur weiterentwickelt. So gibt es heute auch Dauernadeln, die mit einem Pflaster überklebt mehrere Tage im Körper verbleiben, um die Wirksamkeit zu steigern. Die Nadeln können auch mit einem Gerät verbunden werden, das schwache elektrische Impulse aussendet. Oder der Therapeut verzichtet ganz auf die Nadel und arbeitet stattdessen mit einem Lasergerät, dessen Energie für wenige Sekunden auf die gewählte Stelle einwirkt.

Die Wirksamkeit der Akupunktur kann man am besten in der Schmerztherapie erkennen. Bei akuten, starken Schmerzen wird durch einige Nadelstiche die Weiterleitung der Information „Schmerz“ an das Gehirn gedämpft oder sogar völlig ausgeschaltet, gleichzeitig wird die körpereigene Produktion bestimmter Hormone angeregt, was eine Schmerzlinderung zur Folge hat. Das erklärt auch, warum die Akupunktur vorwiegend bei diesen Krankheitsbildern eingesetzt wird: Kopfschmerzen und Migräne, Gelenk- oder Rückenschmerzen, allergische Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen oder Ekzem. Aber auch bei psychosomatischen Krankheiten wirkt die Nadel. Bei der Behandlung von bestimmten Suchterkrankungen wie Rauchen oder krankhaftes Essen kann die Akupunktur helfen, am besten in Kombination mit einer psychotherapeutischen Begleitung. Und es gibt Zahnärzte, die ohne die gefürchtete Betäubungsspritze Behandlungen durchführen, nachdem ein paar Nadelstiche den Schmerz blockiert haben. In China werden sogar Operationen unter Akupunktur durchgeführt, hierzulande ist das noch eine Seltenheit.

Dass die Methode nicht durch einen Placeboeffekt wirkt, beweist die Tatsache, dass sie sogar bei Tieren erfolgreich eingesetzt wird; man muss also nicht daran glauben, damit sie wirkt. Risiken und Nebenwirkungen sind mit der Akupunktur übrigens nicht verbunden, gewisse Grenzen hat sie wie jede Methode schon: bei Krebserkrankungen, massiven Infektionen oder strukturellen Schäden z.B. an Knochen kann von dieser Methode keine Heilung erwartet werden.

(vhc)





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