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Ajowan

Ajowan (Trachyspernmum ammi) kommt ursprünglich aus Indien, wird heutzutage jedoch auch in Pakistan, Ägypten, Äthiopien, dem Iran und Afghanistan angebaut.



Er wurde jedoch bereits im frühen Mittelalter über Handelsrouten nach Europa gebracht. Hier versuchte man, die Pflanze zu kultivieren, verwarf es jedoch bald wieder, da er nicht gedeiht, und importierte (und importiert) ihn weiterhin.






Schnellübersicht Ajowan


  1. Angehöriger der Familie der Doldenblütler
  2. Herkunftsgebiete: vermutlich östlicher Mittelmeerraum
  3. Pflanzenbeschreibung: maximal einen halben Meter hoch, aufrechter Wuchs, erinnert an den heimischen Kümmel
  4. Blätter sind fein gefiedert
  5. Weiße kleine Blüten, stehen in schirmartigen Blütendolden
  6. kugelförmige, ca 1 mm große und dunkel braune Früchte
  7. Der Wuchsort ist in der Sonne auf luftigen Erdböden
  8. Die Heilpflanze im Garten stellt keine Ansprüche, die Vermehrung der Pflanze erfolgt durch Aussaat
  9. Verwendungsmöglichkeiten: Man sammelt die gereiften Früchte, die etwas nach Thymian riechen. Sie schmecken aromatisch, passen in frischer oder getrockneter Form als Gewürz zu Kartoffeln, Hülsenfrüchte oder auch zu Fisch. Frische Blätter lassen sich bis hin zur Blütezeit ähnlich wie Petersilie anwenden. Die Samen wirken verdauungsfördernd, sie desinfizieren, helfen außerdem gegen Erkältungen.

Der Ajowan ist ein altes und besonders in Indien beliebtes Gewürz. Einsatz findet der Ajowan als Gewürz zum Beispiel in indischen Currys, in Gebäck und auch in Brot. Außerdem ist dieses Gewürz auch ein altbekanntes medizinisches Heilmittel in Indien, das für unterschiedlichste Krankheiten hergenommen wird.


So vertrauen viele Menschen aus Indien dem sogenannten Omam-Wasser, das ist destilliertes Wasser, in dem man die Samen des Ajowan eingeweicht hat. Dieses Wasser trinkt man, jeweils einen Schluck davon, zum Beispiel gegen Erkältungen, bei Husten, gegen Kopfschmerzen, bei Sodbrennen oder gegen Allergien.



Heutzutage hat die Wissenschaft festgestellt, dass die Wirkung tatsächlich nachweisbar ist. Man hat herausgefunden, dass in den Samen des Ajowan über 20 unterschiedliche Wirkstoffe stecken, die eine gesundheitliche Wirkung haben. Unter anderem ist einer dabei, der Schmerzen so stark unterdrückt wie Morphium. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass man möglichst viel Ajowan kauen oder essen soll, damit man Rauschzustände erfährt!



Wenn man die Samen kaut, so schmeckt man relativ schnell einen bitteren, scharfen Geschmack, der sich im kompletten Mundraum sehr intensiv ausbreitet. Teilweise wird es sogar so heftig, dass die Zunge taub davon wird. Dies liegt an dem enthaltenen Wirkstoff Thymol, den man auch als Schmerzmittel kennt.

Studien im Iran zeigten, dass bei Tieren die schmerzlindernde Wirkung von Ajowan genauso effektiv ist wie die von Morphium.



Das oben erwähnte Omam-Wasser setzt man in Indien gegen viele Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich ein. Dazu gehören zum Beispiel Völlegefühl und Aufstoßen, aber auch Blähungen und Durchfall. Natürlich hat sich die Wissenschaft auch dem Omam-Wasser angenommen, da sie herausfinden wollte, wie das Wasser am besten funktionierte und warum es überhaupt funktionierte.



Das Ergebnis war, dass man einen Wirkstoff Cholin gefunden hat, der das Gehirn dazu veranlasst, den Körper auf Heilung umzustimmen. Die stärkste Wirkung hatte übrigens Omam-Wasser, das man aus gerösteten Samen hergestellt hat. Dies wirkt besonders bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich extrem effektiv.



Wie die Wissenschaft feststellte, können die Inhaltsstoffe des Ajowan die Bewegungen des Magen-Darm-Trakts des Darmes günstig beeinflussen, was zur Folge hat, dass Erkrankungen schneller wieder vergehen.



Es muss aber nicht immer das Omam-Wasser sein, wenn es um die Heilung geht. Man kann die gesundheitliche Wirkung des Ajowan auch einfach einsetzen, indem man ihn regelmäßig als Gewürz verwendet. So stellte man zum Beispiel fest, dass der Ajowan gegen Asthma helfen kann.



Gegen Asthma

Eine Studie gab man Menschen, die unter Asthma litten, regelmäßig gekochten Ajowan. In Tests stellte man dann regelmäßig die Lungenfunktion fest. Zu Ende der Studie kann man zu dem Ergebnis, dass sich die Lungenfunktion um über ein Drittel verbessert hatte.



Außerdem stellt man fest, dass Ajowan den Blutdruck senken konnte.



Im Iran stellte die Forschung fest, dass der Ajowan bei Tieren im Labor effektiver als das vielleicht bekannte Codein gegen Husten helfen kann. Man stellte fest, dass der Ajowan Kontraktionen, die den Husten auslösten, beruhigt.



In Indien stellte man fest, dass der Ajowan auch gegen verschiedene Bakterien helfen kann. Es wurde zum Beispiel festgestellt, dass der Ajowan auch gegen Salmonellen hilft.

Der Ajowan, den man unter anderem auch Königskümmel nennt, oder auch indischen Kümmel, ist bei uns in Europa nicht allzu weit verbreitet, wenn man ihn als Gewürz sucht. Viel öfter wird man ihn finden, wenn man nach Hustenmitteln sucht. Dann auch heute noch wird der Ajowan in Hustensäften und Lutschbonbons eingesetzt.



Das ätherische Öl des Ajowan wird auch heute noch in manchen Mundspülungen oder in Zahnpasta eingesetzt.



Und selbst im Parfüm kann man Inhaltsstoffe des Ajowan finden, da diese die Haltbarkeit verlängern.



Als Gewürz

Der Ajowan wird traditionell im Iran, in Indien, in Afghanistan, in Nordafrika und in Pakistan als Gewürz verwendet. Er eignet sich besonders zu stark stärkehaltigen Speisen bzw. auch zu Mehlspeisen. Außerdem verwendet man den dort zu Hülsenfrüchten oder Wurzeln.



Uns Westeuropäer erinnert der Ajowan vom Geschmack her wahrscheinlich sehr an Anis oder an Thymian.

Wenn man Ajowan einsetzt, sollte man darauf achten, nur kleine Mengen zu verwenden, da der Geschmack sehr intensiv ist.



Man sollte das Gewürz unbedingt mitkochen, anbraten oder mitbacken, damit die betäubende Wirkung der Samen komplett vergeht. Übrigens werden die Samen geschmacklich umso zarter und milder, je länger man sie gart. Einen besonders intensiven Geschmack bekommen die Samen, wenn man sie in etwas Öl anbrät.





Übersicht zum Ajowan
Volksnamen

Kretischer Kümmel, Adjowan



In anderen Sprachen

Englisch: Carraway ajowan, Ajowan

Französisch: Ajowan

Indisch: Yamani



Inhaltsstoffe

In Ajowan sind ätherische Öle, fettes Öl und Eiweiß enthalten.







Rezepte und Anwendungen von Ajowan





  1. Asthma
  2. Verdauungsstörungen
  3. gegen Blähungen und Magenerkrankungen, in Indien gegen Durchfall
  4. stark entzündungshemmend
  5. als Antiseptikum
  6. Mundwasser










Ajowan als Gewürz in der Küche


Ajowan hat einen leicht bitteren, brennend scharfen Geschmack, der Duft erinnert an Thymian.



Ajowan sollte man in gut verschlossenen Dosen aufbewahren, am besten an einem dunklen kühlen Ort.



Ajowan hat ein sehr intensives Aroma, deshalb sparsam anwenden.



Da man dieses Gewürz noch nicht in allen deutschen Läden bekommen kann, kann man es in indischen oder orientalischen Geschäften versuchen.



Als Gewürz verwendet man die zermahlenen Früchte oder auch die Früchte im Ganzen.



Der Geschmack des Ajowans erinnert an den des Thymians, ist aber schärfer und bitterer. Ajowan eignet sich also eher für exotische Gerichte.



Für die europäische Küche würde man den Thymian bevorzugen, in den Herkunftsländern, wo man meist schärfer isst, liebt man jedoch den Ajowan.



Besonders gut passt Ajowan zu:

  1. Wurzelgemüse
  2. Gemüsegerichte
  3. Fleischgerichte
  4. Suppen
  5. Pickles
  6. Gegrilltes Fleisch
  7. Geflügel
  8. Reisgerichte


Quellen zu diesem Artikel

  1. Die Kräuter in meinem Garten - provisionierter Link von Amazon

Quellenverzeichnis




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Kurzinfo
Ajowan
  • Angehöriger der Familie der Doldenblütler
  • Herkunftsgebiete: vermutlich östlicher Mittelmeerraum
  • Pflanzenbeschreibung: maximal einen halben Meter hoch, aufrechter Wuchs, erinnert an den heimischen Kümmel
  • Blätter sind fein gefiedert
  • Weiße kleine Blüten, stehen in schirmartigen Blütendolden
  • kugelförmige, ca 1 mm große und dunkel braune Früchte
  • Der Wuchsort ist in der Sonne auf luftigen Erdböden
  • Die Heilpflanze im Garten stellt keine Ansprüche, die Vermehrung der Pflanze erfolgt durch Aussaat
  • Verwendungsmöglichkeiten: Man sammelt die gereiften Früchte, die etwas nach Thymian riechen. Sie schmecken aromatisch, passen in frischer oder getrockneter Form als Gewürz zu Kartoffeln, Hülsenfrüchte oder auch zu Fisch. Frische Blätter lassen sich bis hin zur Blütezeit ähnlich wie Petersilie anwenden. Die Samen wirken verdauungsfördernd, sie desinfizieren, helfen außerdem gegen Erkältungen.