Das Heilkräuter-Verzeichnis

Rheuma bzw. Rheumatismus


Rheuma bzw. Rheumatismus

Rheuma ist der Oberbegriff für circa 450 Erkrankungen des Bindegewebes, die bei Menschen jeden Alters auftreten können. Besonders häufig betroffen sind die Gelenke und deren angrenzende Strukturen sowie das Bindegewebe.

So unterschiedlich die rheumatischen Erkrankungen auch sind, das Leitsymptom sind die Schmerzen. Wann sie auftreten – ob bei Belastung oder im Ruhezustand –, hängt von der Art der Erkrankung ab.


Ohne geht es nicht – medikamentöse Rheumatherapie

Rheuma ist bis heute nicht heilbar. Die Behandlung richtet sich nach den klinischen Beschwerden und hat unter anderem zum Ziel, gelenkzerstörende Entzündungen zu verhindern und Schmerzen zu lindern. Darum folgt die medikamentöse Rheumatherapie einem Stufenschema.

  1. Stufe 1, nicht-steroidale (also kortisonfreie) Antirheumatika, kurz NSAR: Sie wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Wegen der hohen Nebenwirkungen sind neuere Wirkstoffe im Einsatz (Coxx2-Hemmer), die besonders den Magen-Darm-Trakt schonen.
  2. Stufe 2, Kortison: Es ist in der Rheumatherapie nicht wegzudenken. Es gilt nach wie vor als der stärkste Entzündungshemmer und wirkt innerhalb kürzester Zeit.
  3. Stufe 3, Basistherapie: Hier kommt zum Beispiel der Wirkstoff Methotrexat zum Einsatz. Neuesten Studien zufolge weisen behandelte Rheumapatienten eine deutliche Lebensverlängerung auf.
  4. Stufe 4, Biologika (TNF-Alpha-Blocker): Das ist die neueste und anscheinend effektivste Entwicklung in der Rheumatherapie. Die Biologika kommen zum Einsatz, wenn die Basistherapie keinen Erfolg aufweist. Über Nebenwirkungen gibt es noch keine Kenntnisse, da diese Wirkstoffe erst kurze Zeit auf dem Markt sind. Nachteil: Sie sind sehr teuer, und manche werden zurzeit nur zu Studienzwecken eingesetzt.

Gibt es Alternativen zur Rheumatherapie?

Alternativen zur Rheumatherapie gibt es nicht – aber sinnvoll ist es, durch begleitende Maßnahmen die Symptome positiv zu beeinflussen:


Mit Kälte gegen Hitze und Schwellungen

Kälte hilft Schmerzen zu lindern – besonders, wenn Entzündungsreaktionen Ursache dafür sind. Vorteil: Sie können leicht zu Hause angewendet werden. Im Handel gibt es eine ganze Reihe von Kälteträgern, wie Kältepackungen, zu kaufen. Genauso effektiv sind Eisbeutel, Umschläge mit Alkohol, essigsaurer Tonerde oder Quark.

Bei der Anwendung von Eis und Kältepackungen ist zu beachten, dass diese nicht direkt auf die Haut gelegt werden, sondern vorher mit einem dünnen Tuch umwickelt werden, sonst kommt es zu lokalen Erfrierungen. Wichtig ist auch, die richtige Kühlzeit zu beachten: Größere Gelenke wie das Knie werden circa 20 bis 30 Minuten, kleine Gelenke etwa 15 bis 20 Minuten gekühlt.


Mit Wärme gegen Schmerzen – aber nicht bei akuten Entzündungsschüben!

Wärmeanwendungen werden sehr häufig in der Schmerztherapie angewandt und versprechen vor allem bei chronischen Schmerzen eine angenehme Linderung. So ist Bestrahlung mit Infrarotlicht genauso wirksam wie Fango- oder Paraffinpackungen sowie mit Heublumen oder Leinsamen gefüllte Wärmekissen. Bei Arthrosen der Finger, Handgelenke oder Ellenbogen haben sich warme Armbäder bewährt. Sie führen zu einer besseren Durchblutung und fördern die Beweglichkeit der Gelenke.


Solebad für den ganzen Körper

Solebäder (Sole = Salz) sind stoffwechselsteigernd und haben eine entgiftende Wirkung auf den Organismus. Sie wirken vor allem schmerzlindernd und entkrampfend.

Für ein Solebad kann übliches Kochsalz oder Badesalz verwendet werden. Die Badetemperatur sollte 36 bis 38 Grad Celsius betragen und die Badedauer 10 bis 20 Minuten nicht überschreiten.


TCM bei rheumatischen Erkrankungen?

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) hat auch bei uns einen wichtigen Stellenwert eingenommen, speziell die Akupunktur. Die WHO erkennt mittlerweile 43 Krankheiten an, die durch Akupunktur behandelt werden können, darunter fallen auch rheumatische Erkrankungen. Aber auch mit Akupunktur kann Rheuma nicht geheilt werden, sie kann aber Schmerzen lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.


Hilfe aus der Kräuterapotheke

Heilpflanzen werden in Deutschland immer beliebter. Sie lindern als Zusatztherapie die rheumatischen Schmerzen und können den Verbrauch an NSAR senken. Festgestellt wurde, dass bei leichteren Schmerzen sogar die ausschließliche Einnahme bestimmter Heilkräuter einen positiven Einfluss auf die Schmerzen nehmen kann.

  1. Arnika zum Beispiel gibt es in der Apotheke in Form von Tinktur, Salbe und Tee oder als Tabletten. Besonders Arnikaumschläge sind bei akuten Schmerzen als Begleitbehandlung sehr wirkungsvoll. Ein Teelöffel Arnikatinktur wird mit einer Tasse Wasser vermischt auf ein Leinentuch gegeben und auf die erkrankte Stelle gelegt. Arnikasalbe hat sich bei Gelenkentzündungen als schmerzlindernd und entzündungshemmend bewährt.
  2. Oder die Teufelskralle. Sie stammt aus Südafrika und wird dort in der Volksmedizin seit langem als Antirheumatikum verwendet. Auch sie wirkt entzündungshemmend und leicht schmerzstillend. In Tablettenform oder als Tee aus der Knolle der Teufelskralle aufgebrüht (in der Apotheke erhältlich) wirkt sie langsam und kann problemlos über längere Zeiträume eingenommen werden. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
  3. Schmerzlindernd wirken auch Tees aus Pappelblättern oder -rinde sowie Weidenrinde und Brennnesseln.

Auch auf die Ernährung kommt es an!

Es konnte nachgewiesen werden, dass bei rheumatischen Erkrankungen hormonähnliche Substanzen in der Nahrung Entzündungen fördern. Zum Beispiel werden Eicosanoide aus Arachidonsäure gebildet, die im tierischen Organismus vorkommen. Lebensmittel mit viel Arachidonsäure sind zum Beispiel Schweineschmalz, Schweineleber, Eigelb, Leberwurst und in geringeren Mengen auch Muskelfleisch von Schwein, Huhn, Rind und Kalb. Wird die Zufuhr arachidonsäurehaltiger Nahrung reduziert, wirkt sich das positiv auf den Krankheitsverlauf aus. In Gemüse und Obst ist übrigens keine Arachidonsäure zu finden.

Eine an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung hilft die Eicosanoidbildung zu bremsen. Dazu zählt der Genuss von Makrele, Lachs und Hering, die bekanntermaßen am meisten Omega-3-Fettsäuren enthalten. Aber auch Fischöle und Öle aus Raps-, Walnuss-, Soja- und Leinöl enthalten diese gesunden Fettsäuren. Ein Tipp: Rheumapatienten sollten nur zweimal die Woche Fleisch essen, dafür mehr Gemüse und Fisch.





Ähnliche Themen:

Ähnliche Themen: