Das Heilkräuter-Verzeichnis

Leindotter

Das Leindotter, Camelina sativa, findet man in freier Natur auf Ackerflächen und speziell in der Nähe von Weinbergen. Geerntet werden die Schoten, wenn sie braun sind. Darin findet man bis zu 16 Samen.



Anwendungen

Man verwendete das so genannte "Dotteröl" bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts in Kärnten als Hausmittel gegen alle möglichen Beschwerden. Dazu wurde das Öl aus den Samen herausgepresst, und zwar möglichst schonend per Kaltpressung.



Das Leindotter ist eine traditionelle Kulturpflanze und man pflanzte sie früher auf den Feldern an, inzwischen ist sie aber kaum mehr zu finden, außer in Balkanländern und einigen Gebieten in Russland. Die Pflanze wurde schon in der Eisenzeit als Nahrungsmittel verwendet, heutzutage verwendet man sie überwiegend zur Herstellung von Pflanzenöl.

Da die Pflanze jedoch so gut wächst, wird gerade versucht, sie wieder vermehrt anzubauen.



Traditionell wurde das Öl der Leindotterpflanze auch als Lampenöl und als Viehfutter verwendet. In der heutigen Zeit denkt man auch über die Verwendung des Öles in Kraftfahrzeugen als Bio-Kraftstoff-Alternative zu Mais nach.



Die Samen des Leindotters schmecken bittersüß, man kann sie in der Küche in Salaten, im Müsli oder auf dem Brot essen. Davon leitet sich auch der Name "deutscher Sesam" ab.



Das aus den Samen ausgepresste Öl setzte man früher äußerlich bei Verletzungen, Wunden oder Prellungen ein, es hilft die Haut abzuheilen, etwa bei Schürfwunden oder Quetschungen. Dazu trägt man es auf die verletzte Stelle auf.

Wenn man nach einer Verletzung einen blauen Fleck bekommen hat, kann man das Öl auftragen, damit dieser schneller wieder verschwindet. Nützlich ist das bei einem Knutschfleck, wenn man sich dumme Bemerkungen ersparen will.



Wenn ein Nagelbett entzündet ist, kann man das Öl auf den Nagel auftragen.

Hat man Frostbeulen oder einen Sonnenbrand, kann man das Öl ebenfalls verwenden, genauso wie bei entzündeter Haut oder bei Pickel.



Eine innerliche Anwendung erfolgt bei einem nervösen Darm oder anderen Darmbeschwerden. Das Öl, das man im Salat oder auch so pur verwenden kann, hilft gegen Darmverstimmungen und gegen Bauchschmerzen.



Ein weiteres Anwendungsgebiet ist in der Kosmetik, da die enthaltenen Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und der hohe Vitamin-E-Gehalt besonders gut auf die Haut wirken, zum Beispiel zur Vorbeugung einer vorzeitigen Hautalterung. Der hohe Anteil an essenziellen Fettsäuren macht das Öl passend für alle Hautarten, es hilft als Anti-Aging-Mittel, es steigert die Hautelastizität und die Geschmeidigkeit der Haut.



  1. Das Öl wirkt entzündungshemmend, sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt.


  2. Das Öl beugt Arthritis vor, zudem hilft es gegen die Schmerzen, die durch Arthritis entstehen.


  3. Das Öl regt das Immunsystem an, die körpereigene Abwehrkraft wird gestärkt. Verantwortlich dafür ist das Vitamin E.


  4. Das Leindotteröl eignet sich gut als Massageöl: Es duftet mild und fühlt sich während der Massage gut auf der Haut an. Das Vitamin E und die Omega-Fettsäuren wirken so direkt auf die Haut ein. Die Haut bekommt mehr Feuchtigkeit und wird geschmeidiger.

    Regelmäßige Massagen glätten die Haut nachhaltig.



  5. Das Leindotteröl kann so wie Olivenöl für Massagen der Kopfhaut angewendet werden. Die Kopfhaut wird dadurch besser durchblutet und ernährt, trockene Haut und Schuppen gehen zurück. Das Haar wird weich und schimmert natürlich.


  6. Das Leindotteröl reduziert die Blutfettwerte, wodurch es das Risiko für Herzerkrankungen senkt.


  7. Das Leindotteröl kann äußerlich auf Entzündungen, die durch Arthritis verursacht wurden, aufgetragen werden. Innerlich hilft es durch seine entzündungshemmenden Wirkstoffe.

    Die Beweglichkeit der Gelenke wird erhöht.



  8. Die Omega-3-Fettsäuren und andere Inhaltsstoffe sind gut für das Gehirn, die Augen und die Nerven. Es beugt Demenz, Alzheimer, Augenerkrankungen und Nervenschäden vor.


  9. So nebenbei sei noch erwähnt, dass das Öl Hunden ein gesundes und glänzendes Fell verleiht.






























Übersicht zu Leindotter
Volksnamen

Buttersame, Rüllsaat, deutscher Sesam, gemeine Caneline, Rillsaat, Finkensame, Flachsdotter, Dotterkraut



Pflanzenfamilie und Größe

Gehört zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler, ist eine einjährige Pflanze, kann bis zu 60 cm groß werden.



Erdboden und Wuchsort

Die Pflanze mag sämtliche nicht zu feuchte Erdböden, mag auch die volle Sonne.



Blütezeit

Die Blütezeit ist im Juni.



Sammelzeit

Die Sammelzeit ist im Juli.



Verwendete Pflanzenteile

Verwendung finden die Samen.



Wirkstoffe

In der Pflanze finden sich Eicosensäure, fettes Öl, Linolensäure, Proteine.



Eigenschaften

Das Heilkraut hemmt Entzündungen, reguliert die Darmarbeit, stärkt den Magen.





Leindotter
Leindotter

Quellen zu diesem Artikel

  1. Die Kräuter in meinem Garten

Quellenverzeichnis




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