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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Lobelie

Die Lobelie kommt ursprünglich aus Kanada, wurde von dort nach Amerika eingeführt, der Ursprung liegt also im nördlichen amerikanischen Kontinent.

Auch heute findet man die Pflanze dort in großen Beständen in wilder Form.

Die Lobelie mag waldige Gebiete. Sie ist eine einjährige Pflanze, die bis zu 1 m groß werden kann. Ihre Blätter stehen sich wechselständig am Stängel gegenüber. Sie sind schmal, elliptisch, sind leicht gezahnt, und sie haben eine raue Oberseite.

Die Lobelie ist eine einjährige krautige Heilpflanze mit kleinen hellblauen bis violetten Blüten, die eine gelbliche Färbung auf ihrer Innenseite zeigen. Die Blüten zeigen sich zwischen Juli und August.

Aus den Blüten erwachsen bis zum frühen Herbst die Blütenbecher, in denen die Samen zu finden sind.

Verwendete Pflanzenteile: die ganze Heilpflanze, insbesondere Samen und Blätter.

Die Lobelie wurde Mitte der 1620er Jahre nach Europa gebracht, 1629 wurde sie als "Kardinalblume" bekannt, da die Farbe der Blüten an die der Gewänder der römisch-katholischen Kardinäle erinnert. Sowohl die Rote als auch die Blaue Lobelie wurde früher gegen Syphilis verwendet.

Das enthaltene Lobelin besitzt eine aktivierende Eigenschaft, die unsere Atmung verbessern kann. Zudem hilft ihre beruhigende Wirkung, dass sich ein krampfhafter Husten entspannt, oder dass die Atmung generell vereinfacht wird. Das hilft besonders Menschen, die unter einer Asthmaerkrankung leiden, hier kann eine wesentliche Besserung eintreten.

Die andere Seite der Medaille ist aber, dass eine Überdosierung das Atemsystem lähmen kann, Ersticken droht, danach der Tod.

Traditionelle Anwendungen waren reichlich, amerikanische Indianer zum Beispiel kannten die Pflanze schon als Mittel gegen Atemwegs- und Muskelerkrankungen, außerdem als abführendes Mittel.

Folgende medizinische Haupteigenschaften sind heute bekannt:

Das Heilkraut wirkt antiasthmatisch, es löst Krämpfe, wirkt schweißtreibend, gilt als Brechmittel, löst Verschleimungen, beruhigt die Nerven, sekundär hilft es gegen Katarrhe, es treibt den Harn und wirkt zusammenziehend (adstringierend).

Die ganze Heilpflanze kann verwendet werden, jedoch nimmt man üblicherweise Samen und Blätter. Tatsächlich ist der wirksamste Teil der Samen, da darin das meiste Lobelin, einer der wichtigsten Inhaltsstoffe, zu finden ist. Dieses Lobelin ist verantwortlich für die psychoaktive Wirkung der Lobelie.

Die Indianer Amerikas verwendeten die Lobelie auch als Beigabe zum Tabak, um damit in eine Trance zu kommen, so dass Geistreisen in andere Welten möglich wurden.

Einfacher und für heute wohl angebrachter ist es, eine Salbe daraus herzustellen, die zum Beispiel gegen eine Brustfellentzündung, gegen Rheuma, bei einem Tennis-Ellenbogen oder bei einem Schleudertrauma helfen kann. Diese Salbe hilft aber auch bei Geschwüren und Furunkeln auf der Haut.

Heutzutage wird die Lobelie außerdem zur Behandlung von Asthma-Erkrankungen oder einer chronischen Bronchitis eingesetzt, das auch in homöopathischer Form. Die Lobelie kann außerdem gegen eine Lebensmittelvergiftung helfen, teilweise wird sie auch in Raucherentwöhnungsprogrammen verwendet. Dank der beruhigenden Wirkung hilft die Pflanze außerdem als Beruhigungsmittel für die Nerven, zur Entspannung oder sogar bei Panikattacken.

Die Lobelie, hier genauer gesagt der Rauch, der beim Verräuchern entsteht, hilft außerdem als Insektenschutzmittel, um Stechmücken, sogar Moskitos, zu vertreiben.

Inhaltsstoffe

Alkaloide (Lobelin), Glykoside, flüchtiges ätherisches Öl


Geschichten

Die Blätter der Lobelie waren früher auch ein Hexenmittel, genauer gesagt, ein Mittel zum Schutz vor Hexen. Gleichzeitig sollte die Lobelie die Lust steigern.

Indianer kauten früher die Pflanze wie Kautabak.


Weitere indianische Anwendungen

Die Irokesen sollen die Wurzel verwendet haben, um Beingeschwüre, Geschlechtskrankheiten und andere Geschwüre damit zu behandeln.

Die Cherokee-Indianer verwendeten Umschläge mit den Wurzeln gegen Gliederschmerzen, Furunkel, Wunden, Bisse und Stiche.

Außerdem war die Wirkung gegen Asthma, Lungenerkrankungen und Halsentzündungen bekannt.

Die Crow-Indianer nutzten das Kraut in religiösen Zeremonien.


Pflanztipps

Man kann die Lobelie auch im eigenen Garten anpflanzen, wenn man dies möchte.

Dazu verwendet man Samen, die man im Frühling in die Erde einbringt. Auch die Verwendung von Stecklingen ist möglich.


Sammeln und trocknen

Wenn die Pflanze reife Früchte trägt, ist genau die richtige Zeit zur Ernte.

Man kann die Pflanzenteile in frischer Form oder im getrockneten Zustand verwenden.

Zur Trocknung werden die Pflanzenteile gebündelt und halb schattig aufgehängt.


Vorsicht

Aufgrund der Ähnlichkeit mit der Tabakpflanze sollte man schon genau gucken, welche der beiden Pflanzen es nun ist, wenn man in der freien Natur sammelt.

Allerdings muss man auch sagen, dass der Tabak bei uns kaum wild vorkommt.

Die Lobelie sollte nicht bei Kindern oder Schwangeren verwendet werden, ebenso nicht bei Menschen mit einer Herzerkrankung.

Innerlich verwendet, sei es durch Tee oder durch Kauen von Pflanzenteilen, sind Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Brechreiz typisch. Es kann auch zu Tode kommen.

Es kann zu weiteren Nebenwirkungen wie Krämpfen, Schwindel, einem trockenen Mund oder Koma kommen.

Vergiftungserscheinungen sind unter anderem Schwäche, Atembeschwerden, Sodbrennen, ein schwacher Puls.

Die Lobelie ist für den inneren Gebrauch nicht zu empfehlen, außer in homöopathischer Form.

Generell sollte man als Laie besser die Finger davon lassen!


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