Jung bleiben bis ins Alter – Anti-Aging-Kuren
Altern ist Schicksal von Menschen, Tieren und Pflanzen. Aristoteles bezeichnete das Altern als eine natürliche Krankheit.
Alt werden unterscheidet sich heute jedoch grundlegend von dem, was vor Jahrhunderten darunter verstanden wurde. Dank medizinischer Fortschritte steigt das durchschnittliche Lebensalter in den Industriestaaten kontinuierlich an: durch Hygiene, Antibiotika und Hightechmedizin hat sich unsere Lebenserwartung in den letzten hundert Jahren verdoppelt. Die Zunahme der mittleren Lebenserwartung, vor allem aber die steigende Zahl hochbetagter Menschen, brachte nicht nur neue Herausforderungen für die medikamentöse und medizinische Betreuung, sondern schuf neue Erwartungen an die Lebensqualität im Alter.
Wir wollen im Alter jung aussehen, körperlich fit und geistig rege sein. Anti-Aging ist ein Modebegriff. Sehr viele Therapien – anerkannte wie auch zweifelhafte – verbergen sich hinter diesem Begriff.
Warum altern wir?
Leider kann sich keiner dem Alterungsprozess entziehen, denn der Körper fängt meistens schon Mitte zwanzig an, Gewebe-, Zell- und Organfunktionen abzubauen. Mit dem Alter wird auch unser Entgiftungssystem beeinflusst. Schadstoffe können uns gefährlicher werden als in jungen Jahren. Es entstehen Alterungs- und Verschleißerscheinungen. Erschwerend kommt hinzu, dass bei jeder Zellteilung die DNS verkürzt wird. Schließlich ist sie irgendwann aufgebraucht und nicht mehr fähig, sich zu teilen.
Welche Rolle spielt die Ernährung?
Bei Tierversuchen entdeckte man folgendes Prinzip: je mehr Nahrung aufgenommen wird, desto mehr Sauerstoff wird verbraucht, desto schneller altert man, da mehr Radikale entstehen, die die Zellen angreifen. Auch zeigen Studien an Hundertjährigen, das diese meist drahtige "Leichtgewichte" sind, die körperlich und geistig bis ins hohe Alter aktiv waren. Es hat allerdings wenig Sinn, absoluten Verzicht zu üben und damit ein Stück Lebensfreude einzubüßen. Versuchen Sie lieber, Fett zu meiden und Kalorien zu reduzieren, um ein gesundes und langes Leben zu führen.
Jung bleiben durch Bewegung?
Bewegung ist gut für den Körper – das ist allgemein bekannt. Schon durch langsames Laufen wird das Gehirn mit 100 % mehr Sauerstoff versorgt und die Denkleistung so verdoppelt. Es werden eine große Anzahl von Hormonen ausgeschüttet, der Blutdruck wird gesenkt, der Körper entspannt sich, man baut Stresshormone ab und fühlt sich hellwach. Eines dieser Hormone, das durch sportliche Betätigung ausgeschüttet wird, ist das Hormon der Zirbeldrüse. Es ist das einzige Hormon, dass Fettablagerungen zwischen den Gehirnzellen ablösen kann. Die Folge: man wird kreativer, erkennt Lösungen schneller und fühlt sich insgesamt geistig und körperlich fitter.
Wie bleibt das Gehirn jung?
Jeder, der krank ist – ob zu Hause oder im Krankenhaus – oder sich geistig und körperlich nicht fordert, weil er z.B. permanent vor dem Fernseher sitzt, dessen Leistungsfähigkeit lässt nach – das ist wissenschaftlich belegt. Die Konzentrationsfähigkeit und auch die Feinmotorik sinken. Am schlimmsten scheint dies im Krankenhaus zu sein, wo man nicht nur passiv im Bett liegt, sondern auch Medikamente einnehmen muss. Prof. Schimmelpfennig von der Steigerwaldklinik Burgebrach hat für seine Patienten eine optimale Lösung gefunden: Cosamentis (lat.: corpus sanum mente sana – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper).
Gehirnjogging hilft gegen das Vergessen
Man beschloss in der Akutklink eine Gehirntrainerin einzustellen, obwohl vom Gesetzgeber kein Personal dafür vorgesehen ist. Diese "Gehirntrainerin" hat die Aufgabe, die Patienten mit "Gehirn-Jogging" fit zu halten. Das Gehirn-Jogging-Programm ist so konzipiert, dass jeder Patient allein oder mit einer Trainerin seine geistige und somit auch körperliche Leistungsfähigkeit steigern kann. Täglich werden 30 Minuten geübt. Allein diese dreißig Minuten reichen aus, um sich geistig topfit zu halten. Zudem beschleunigt das Training den Heilungsprozess um ein Vielfaches, was für den Patienten vorteilhaft ist.
Warum leben Frauen länger?
Frauen leben in Deutschland durchschnittlich 6,5 Jahre länger als Männer. Sie sterben zwar im wesentlichen an den gleichen Krankheiten, allerdings später. Experten schätzen vorsichtig, dass biologische Voraussetzungen ein Grund dafür sein könnten. Ein wichtiger "biologischer Vorteil" ist z.B. das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Es stärkt die Abwehr und verlangsamt die Gefäßverkalkung. Frauen sind somit besser vor Infektionen und Herz-/Kreislauferkrankungen geschützt als Männer (es ist sogar so, dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron die Gefäßverkalkung erhöht). Zudem erhält heutzutage jede zweite Frau in den Wechseljahren Östrogen-Hormonpräparate, die die positive Wirkung auf den Körper verlängern.
Männer essen außerdem 8,5 mal soviel Fleisch und Wurst wie Frauen, gleichzeitig aber 20 % weniger Obst und Gemüse. Die Vitamine C und E bremsen den körperlichen Verschleiß, indem sie Zellgifte unschädlich machen. Tierische Fette wiederum enthalten einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin – die Arteriosklerose wird beschleunigt. Das hat zur Folge, dass 46 % der Männer, aber nur 26 % der Frauen "mäßig bis schwer übergewichtig" sind. Und Übergewicht ist eine der Ursachen für Bluthochdruck und Herzgefäßerkrankungen.
Haben Männer Wechseljahre?
Rücken- und Gelenkschmerzen, trockene Augen, Herzbeschwerden, depressive Stimmungen und keine Lust auf Sex? Normalerweise – so sagt man – typische "Frauenbeschwerden". Das stimmt aber nur bedingt, denn immer mehr Männer geben zu, dass auch sie Probleme haben – vergleichbar mit denen der Frau in den Wechseljahren. Während früher dieses Thema für Männer ein Tabu war, haben heute viele den Mut, offen darüber zu sprechen. Leider gehen aber immer noch zu wenig Männer zum Arzt und lassen sich gegen ihre Beschwerden behandeln.
Hormone für den Mann?
Lange fand man keine direkte Ursache und auch kein Mittel gegen die auftretenden Beschwerden der Männer, die den Wechseljahrbeschwerden der Frau sehr ähneln. Lange versuchte man eine Behandlung mit zusätzlichem Testosteron, was allerdings zu bösartigen Prostataveränderungen führen konnte. Eine andere Lösung war das Verabreichen von Östrogen – eine Methode, die in der Behandlung der Wechseljahrsbeschwerden bei Frauen großen Erfolg hatte. Bei der Behandlung des Mannes mit Östrogen hatte man anfangs gegen das Vorurteil, Östrogen verweichliche, "verfrauliche" den Mann, anzukämpfen. Eine Befürchtung, die völlig unbegründet ist. Der Grund: beim Mann liegt der normale Testosteronspiegel bei 3000 bis 10000 pg/ml. Ein Östradiol, dass ausreichen würde, die "Wechseljahrsbeschwerden" beim Mann zu lindern, liegt bei 50 bis 100 pg/ml. Es kann die "Männlichkeit" also gar nicht beeinflussen.
Geselligkeit als Jungbrunnen?
Wer lacht, verbraucht Kalorien und erhöht die Glückshormonkonzentration im Gehirn. Und wer lacht nicht am intensivsten und häufigsten in netter Gesellschaft? Soziale Kontakte scheinen grundsätzlich ein Jungbrunnen zu sein. Man bekommt mehr Selbstbewusstsein, hat mehr Rückhalt bei Problemen, leidet weniger unter Schlafstörungen, bekommt mehr Energie und bleibt allgemein geistig flexibler. Rundum: man ist glücklicher mit sozialen Kontakten – wahrscheinlich der beste und natürlichste Jungbrunnen.
Welche Rolle spielt der Lebenswandel?
UV-Strahlen, Zigaretten, Schlafmangel, Umweltgifte, falsche Ernährung und zuviel Sport sind schädlich für unsere Zellen. Trotzdem: Häufig treiben wir Raubbau mit unserem Körper. Wir setzen uns ungeschützt der prallen Sonne aus, schlingen Fastfood in uns hinein, rauchen und arbeiten zuviel. Kurzum: Wir setzen uns und unseren Körper zuviel Stress aus, was zu schlechter Haut, Bluthochdruck und Herz- und Gefäßerkrankungen führen kann. Unser Lebenswandel spielt also eine entscheidende Rolle.
Welche Rolle spielen Vitamine?
Ohne Vitamine wäre unser Körper bald lahmgelegt. Ihre lebenswichtige Funktion besteht darin, den Stoffwechselverschleiß an Enzymen gering zu halten. Leider kann unser Körper, bis auf wenige Ausnahmen, Vitamine nicht selbst herstellen, sondern muss sie über entsprechende Nahrung aufnehmen. Die wohl wichtigsten zellschützenden Vitamine sind A, C und E. Aber auch Beta-Carotin und das Spurenelement Selen schützen die Zelle vor Sauerstoff und "verteidigen" die empfindliche Erbinformation.