Das Heilkräuter-Verzeichnis

Pflanzliche Hormone und hormonartig wirkende Heilkräuter


Seit einigen Jahren sind die Heilpflanzen ja wieder sehr beliebt, besonders bei den Frauen, die sich ja traditionell mehr Gedanken um ihre Gesundheit machen als die Männer. Und so sind es auch Frauen, die immer mehr die Behandlung mit chemischen Medikamenten gerade in diesem Bereich ablehnen und nach pflanzlichen Alternativen suchen.

Pflanzliche Hormone und hormonartig wirkende Heilkräuter

Das Wort Hormon ist eine Ableitung des griechischen Wortes horman, was so viel wie anregen oder antreiben bedeutet.

Tatsächlich regeln die Hormone in unserem Körper verschiedene Vorgänge. Dabei geht es in erster Linie um die Übertragung von Informationen zwischen verschiedenen Zellen und Organen, wenn also zum Beispiel im Körper ein Hormon ausgeschüttet wird, kann das eine Wirkung in einem ganz anderen Körperteil aktivieren. Kaum etwas läuft in unserem Körper ohne die Wirkung der Hormone ab. Die Hormone selbst werden im Körper nur in kleinsten Mengen ausgeschüttet, aber selbst diese kleinsten Mengen reichen eben schon aus, zum Beispiel den Stoffwechsel in unserem Körper zu steuern oder die Fortpflanzungsorgane für den Zeugungsakt und die Geburt vorzubereiten, und sogar die Psyche können die Hormone beeinflussen, zum Beispiel wenn es um das Thema Depressionen geht.


Besonders für Frauen sind diese pflanzlichen Hormone interessant. In zwei großen Studien wurde bewiesen, dass die Verwendung von pflanzlichen Hormonen zum Beispiel in Langzeitanwendungen Wechseljahrsbeschwerden deutlich lindern konnten, dass das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken, verringert wurde, gleichzeitig wurden verschiedene Krebserkrankungen unterdrückt, zum Beispiel Brustkrebs. So stellte man zum Beispiel fest, dass das Risiko, an einem Brustkrebs zu erkranken, während einer solchen Therapie um über 10 % absank. Dies bestätigt auch die Beobachtung, dass in Ländern, in denen traditionell hormonell wirksame Pflanzen als Nahrung verwendet werden, die Brustkrebsrate bei Frauen wesentlich niedriger ist als bei uns. Speziell die Wirkung von Soja ist dabei zu nennen.



Allerdings ist die Verwendung von solchen Pflanzen auch nicht ganz unumstritten, so hat zum Beispiel das deutsche Institut für Risikobewertung darauf hingewiesen, dass die Wirkung bei Beschwerden in den Wechseljahren nur bei leichten Beschwerden nachweisbar ist, außerdem wird auf mögliche Langzeitfolgen und Nebenwirkungen hingewiesen. Zudem wies man darauf hin, dass diese pflanzlichen Stoffe die Wirkung von chemischen Medikamenten verändern oder sogar komplett aufheben können. Namentlich wird das Medikament Tamoxifen genannt, ein Medikament, dass viele Frauen in den Wechseljahren einnehmen, oder zum Beispiel, wenn die Frau einen Tumor im Körper hat, der hormonell bedingt besser wächst. Dazu gehören zum Beispiel Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs. Man sollte also, bevor man sich selbst mit hormonell wirkenden Pflanzen behandelt, seinen Arzt fragen, ob das auch so in Ordnung geht.


Aber was sind eigentlich diese hormonell wirkenden Inhaltsstoffe?

Das Wort Phyto-Hormone beschreibt generell erst einmal, dass in einer Pflanze Stoffe gebildet werden, die den Hormonen im menschlichen Körper in ihrer Wirkung ähnlich sind. Denn tatsächlich enthalten nur die wenigsten Pflanzen Hormone, so wie wir sie in unserem Körper bilden. Eine Ausnahme ist zum Beispiel der allseits bekannte Granatapfel, in dessen Samen man reines Östron gefunden hat, das mit dem in den weiblichen Eierstöcken gebildeten Hormon total identisch ist.

Jedoch ist dieses Östron ein ziemlich schwach wirkendes Hormon, das für medizinische Anwendungen kaum verwendet werden kann. Und gerade beim Granatapfel geht die Geschichte noch weiter, denn man hat zum Beispiel auch herausgefunden, dass im Granatapfel so viele andere Stoffe enthalten sind, die Krebs unterdrücken können, sodass das oben genannte Östron unter diesen Stoffen einer der unwichtigsten ist. Aber wie gesagt, das gilt nur für den Granatapfel. Bei anderen Pflanzen ist dies anders.


Quellen zu diesem Artikel

  1. Die Kräuter in meinem Garten

Quellenverzeichnis




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