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Das Kräuter-Verzeichnis

Das Mutterkraut als Frauenkraut

Das Mutterkraut war im 19. Jahrhundert so etwas wie das Aspirin, wie wir es heute kennen. Man verwendete es zum Beispiel als Schmerzmittel, denn Schmerzmittel, wie wir sie heute kennen, gab es noch nicht.

Andere Namen für das Mutterkraut sind falsche Kamille, Fieberkraut oder Jungfernkraut. Auch der Name Mutterkamille ist teilweise noch geläufig.



Das Mutterkraut ist seit vielen Jahrhunderten als reinigendes Kraut für die weibliche Gebärmutter bekannt. Dies ist wahrscheinlich der Grund dafür, weshalb das Mutterkraut in Verbindung zur Venus gestellt wurde. Möglicherweise kann es aber auch daran liegen, dass das Mutterkraut der bei uns heimischen Kamille sehr ähnlich sieht, die ebenfalls eine Pflanze der Venus ist.

Allerdings sollte man nicht auf die Idee kommen, dass das Mutterkraut eine Form einer Kamille ist, denn in ihrer Wirkung sind beide Pflanzen sehr unterschiedlich. Auch der Geschmack unterscheidet sich stark, denn das Mutterkraut ist wesentlich bitterer als die Kamille, außerdem duftet das Mutterkraut sehr stark, was manche Menschen fast schon abstoßend finden.

Das Mutterkraut ist seit langer Zeit für seine Wirkung gegen Krankheitserreger bekannt, außerdem hilft es gegen Entzündungen, es fördert die Blutung, es stärkt den Magen, es löst Krämpfe, es senkt Fieber und es lindert Schmerzen. Außerdem hemmt es die Freisetzung von Serotonin und Histamin im Körper.

Im englischen wird dieses Kraut auch Fieberkraut genannt, was sich davon ableitet, dass man dort das Mutterkraut im Mittelalter bis zur industriellen Revolution gegen Wochenbettfieber verwendete.

Die Hebammen gaben auch Tees aus Mutterkraut, um die Wehen anzuregen oder auch damit die Nachgeburt leichter ausgeschieden werden konnte. Eine andere Wirkung ist zum Beispiel die gegen Menstruationskrämpfe, auch hier kann man mit Tees helfen.

Dass die Pflanze eine stark schmerzlindernde Eigenschaft hat, entdeckte eine Frau in Wales, die ständig unter Migräne litt. Man wies sie darauf hin, dass laut alter Kräuterkunde das Mutterkraut dagegen helfen soll. Und tatsächlich: nachdem die Frau ein dreiviertel Jahr lang Mutterkraut die getrunken hatte, traten nie mehr Migräneattacken auf. Nun war diese Frau die Ehefrau eines Arztes und so gelangte dieses Wissen auf Umwegen zu Wissenschaftlern, die sich der Wirkung genauer Annahmen. Sie untersuchten also die Pflanze und fanden in Studien heraus, dass das Mutterkraut wunderbar zur Migräneprophylaxe geeignet ist.

Im Jahr 1983 ergab zum Beispiel eine Umfrage unter 300 Personen, die unter Migräne litten und die täglich bis zu vier frischer Mutterkrautblätter mit Honig aßen, dass 70 % davon wesentlich weniger Migräneattacken hatten.

Bei einem Drittel der Befragten war die Migräne sogar komplett verschwunden.

Eine weitere Umfrage unter den gleichen Personen ergab später, dass bei vielen die Migräne zurückkehrte, nachdem die Einnahme des Mutterkrauts beendet wurde.

Wie und warum das Mutterkraut genau funktioniert, ist heutzutage leider noch nicht bekannt, allerdings sollte dafür wohl die Unterdrückung der Ausschüttung von Serotonin zuständig sein, denn heutzutage weiß man, dass Serotonin mit Migräne in Verbindung steht.

Es gibt noch andere Untersuchungen zu diesem Heilkraut, zum Beispiel die, dass diese Heilpflanze die Blutgerinnung hemmt. So lässt sich auch die menstruationsfördernde Wirkung erklären.

Die schmerzhemmende Wirkung hilft auch bei Menstruationsschmerzen bzw. Regelkrämpfen.

Idealerweise nimmt man das Mutterkraut für all diese Wirkungsspektren bereits vorbeugend ein, denn wenn man schon einmal eine starke Migräne hat oder wenn die starken Regelschmerzen schon da sind, dann kann das Mutterkraut auch nicht mehr viel tun.

Trinken Sie deshalb am besten mehrmals in der Woche jeweils eine Tasse Mutterkrauttee. Legen Sie nach sechs Wochen aber eine Pause von zwei Wochen ein, und führen Sie die Kur dann fort.

Ein Migränetee, der vorbeugend getrunken werden kann

Sie brauchen dafür 15 g Mädesüßblüten, Mutterkraut, Schlüsselblumenblüten und Weidenrinde sowie jeweils 20 g Frauenmantelkraut und Gänsefingerkraut.

Vermischen Sie alles gut miteinander, geben Sie diese Mischung dann in eine Dose und heben Sie sie darin auf. Für eine Tasse Tee benötigen Sie zwei Teelöffel dieser Mischung, die Sie in eine Tasse heißes Wasser geben und dann abgedeckt eine Viertelstunde ziehen lassen. Trinken Sie einen solchen Tee ein bis zweimal am Tag. In besonders schweren Zeiten können Sie bis zu fünf Tassen am Tag davon trinken.

Vorsicht: wenn sie schwanger sind, dürfen Sie diesen Tee nur trinken, nachdem dies von dem Arzt oder der Hebamme genehmigt wurde.

Ein Tee gegen die Neigung zur Fehlgeburt

Dieser Tee verbessert die Durchblutung der Plazenta. Trinken Sie ihn aber bitte nur, wenn Sie keine Blutgerinnungshemmer einnehmen oder Sie kein Bluter sind.

Sie brauchen dafür 10 g Mutterkraut, Eichenblätter und Mariengras, 20 g Silberweidenrinde und 30 g Frauenmantelkraut. Mischen Sie alles gut miteinander und verwenden Sie pro Tasse Tee zwei Teelöffel davon. Geben Sie die Mischung in eine Tasse kochendes Wasser und lassen Sie 10 Minuten ziehen, danach sieben Sie ab und trinken den Tee.

Vorsicht: Trinken Sie diesen Tee nur, nachdem Sie mit ihrem Arzt Rücksprache gehalten haben.

Dieser Tee enthält Salicylsäure und sollte nicht gleichzeitig mit Medikamenten wie Aspirin eingenommen werden.

Außerdem sollte Ihnen bewusst sein, dass das alleinige Trinken dieses Tees eine Fehlgeburt niemals verhindern kann, sondern dass es nur ein Baustein dazu sein kann, dass man ein gesundes Kind zur Welt bringt.

Vorsicht

Verwenden Sie Mutterkraut nicht bei Migräneattacken in der Schwangerschaft und auch nicht während der Stillzeit. Wenn Sie Mutterkraut in der Schwangerschaft verwenden wollen, befragen Sie bitte auf jeden Fall vorher Ihren Arzt.

Das Mutterkraut kann in größeren Mengen Probleme bereiten, wenn man einen besonders empfindlichen Magen hat. Außerdem kann es die Verdauung durcheinanderbringen. Und schlussendlich sind auch Allergien gegen diese Heilpflanze möglich.

Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen


Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen.

Mutterkraut als Frauenkraut
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Letzte Änderung am Dienstag, 31.1.2017, 14:17:15 Uhr


Mutterkraut
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