Das Heilkräuter-Verzeichnis

Mistel als Frauenkraut


Die Mistel ist ein bewährtes Frauenkraut, denn sie hilft bei einigen typischen Frauenbeschwerden. Zum Beispiel wird das Kraut verwendet, um einen übermäßigen Menstruationsfluss zu verringern, Menstruationsbeschwerden zu lindern, sowie Blutungen nach der Geburt eines Kindes zu stillen.


Traditionell verwendete man die Mistel gegen anhaltende Krämpfe in der Gebärmutter, zur Behandlung von Unfruchtbarkeit sowie bei Wunden und Beschwerden am Uterus.




Die alten Druiden sahen in der Mistel etwas wie ein Himmelskind, das niemals die Erde berühren dürfte. Ansonsten wäre es mit der Magie und mit der Heilkraft der Pflanze vorbei. Und auch die Ernte der Mistelzweige durfte nicht mit irgendeinem Schneidegerät geschehen, es sollte schon eine goldene Sichel sein.



Die Mistel steht mit der Sonne und dem Mond in Verbindung. Die Früchte, die kleinen weißen Beeren, reifen zur Wintersonnenwende, was einen Bezug zur Sonne herstellt. Diese kleinen Beeren sind schleimig und weiß, was einen Bezug zum Mond gibt.


Da die Reifezeit mitten im Winter liegt, also am Ende des Jahres, dachte man früher, dass die Pflanze auch ganz besonders bei Beschwerden hilft, die am Ende des Lebens auftreten. Doch ist nicht gerade die Reifung der Frucht mitten im Winter auch ein Zeichen dafür, dass daraus Neues entstehen kann?


In der Mistel sind folgende Wirkstoffe enthalten: Flavonoide, Lignane, Polysaccharide, Mistelegtine und noch viele andere.


Laut Überlieferung und Erfahrungsmedizin ist bekannt, dass man die Mistel früher schon gegen Krebs, als Blutdruck senkendes Mittel, zum Lösen von Krämpfen und zur Stimulation des Immunsystems eingesetzt hat.


Die moderne Wissenschaft hat sich diesem etwas wunderlichen Gewächs schon seit geraumer Zeit angenommen, was zur Folge hatte, dass die Mistel so etwas wie eine Renaissance erlebt. Tatsächlich wird die Mistel in unserer Zeit wieder immer beliebter.


Man merkt es schon daran, dass auf den Weihnachtsmärkten inzwischen wieder Mistelzweige verkauft werden, weil es früher üblich war, zu Weihnachten Mistelzweige an die Türen zu hängen.


Viele Menschen kennen wahrscheinlich noch den Brauch, dass man sich küssen muss, wenn man unter einem Mistelzweig steht.

Der Ursprung dieses Brauches könnte bis ins alte Babylon zurückreichen, wo man die Göttin Melitta sehr verehrte. Warum auch immer war es damals Vorschrift, dass jede Frau sich einmal im Leben der sogenannten Tempelprostitution fügen musste, zu Ehren dieser Göttin. Dass Frau dazu bereit war, signalisierte sie dadurch, dass sie sich im Tempel unter einem Mistelzweig setzte. Sollte aus dieser Prostitution ein Kind hervorgegangen sein, so wurde dieses Kind als Halbgott verehrt.


Auch im Mittelalter galt die Mistel als Pflanze der Fruchtbarkeit. Doch warum gerade die Mistel? Nun, die Menschen dachten damals, dass eine Pflanze, die mitten im Winter, wenn alles erfroren und tot erscheint, ihre Frucht trägt, eine besonders fruchtbare und fruchtbarkeitssteigende Pflanze sein müsse. Überhaupt war die Mistel für die damaligen Menschen ein Mysterium, hat sie doch das ganze Jahr über grüne Blätter. Welch starke Naturgeister mussten darin wohnen?


Außerdem galt die Mistel als eine Pflanze, die Dämonen abwehren konnte. So sagte man damals, dass man das Holz der Mistel um den Arm einer schwangeren Frau wickeln oder binden sollte, worauf böse Dämonen fernbleiben mussten. Die Frau würde so vor einer Fehlgeburt geschützt sein.


Bereits der römische Feldherr Plinius berichtete in seinen Aufzeichnungen darüber, dass die Druiden die Mistel nur mit goldenen Sicheln schnitten und dass das aus der Mistel hergestellte Pulver, das man aus den Zweigen herstellte, eine Art Allheilmittel war und besonders auch für die Fruchtbarkeit der Frauen hilfreich sein konnte.


Tatsächlich galt die Mistel auch noch Jahrhunderte danach immer als fruchtbarkeitssteigendes Mittel. Und sogar die wahrscheinlich den meisten bekannte Maria Treben wies immer wieder auf die fruchtbarkeitssteigernde Wirkung der Mistel hin. Dies war wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass die Mistel im letzten Jahrhundert wieder sehr stark Zuspruch fand.


Tatsächlich muss man allerdings zugeben, dass es noch keinerlei wissenschaftliche Erklärung für eine fruchtbarkeitssteigernde Wirkung gibt. Allerdings wurde in den neunziger Jahren in Heidelberg eine Studie durchgeführt, die untersuchte, wie sich Mistelpräparate auf Myome oder Endometriose auswirkte. Dazu bekamen die Frauen Injektionen mit Mistelpräparaten.


Das Ergebnis war, dass sich kleine Myome, also Myome die kleiner als 4 cm waren, sich wesentlich zurück bildeten. Außerdem wurde beobachtet, dass einige Frauen die Studie abbrechen mussten, weil sie plötzlich schwanger geworden sind…


Das solche Injektionen inzwischen bei Krebs verwendet werden und sogar von der Kasse teilweise oder ganz gezahlt werden, sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben.



Ein Mittel gegen Unfruchtbarkeit von Maria Treben

Maria Treben beschrieb hier, dass sie empfahl, im Falle einer Unfruchtbarkeit jeden Tag 25 Tropfen Mistelsaft einzunehmen. Dieser Saft kann zum Beispiel aus Apotheken und Reformhäusern stammen oder auch selbst hergestellt werden. Dazu sammelt man Mistel, reinigt sie gut und gibt sie dann in einen Entsafter. Der dabei entstehende Saft ist der oben gemeinte Mistelsaft. Bitte beachten Sie, dass Sie die weißen Früchte nicht mit verwenden.


Sie können auch eine Misteltinktur herstellen, die Sie regelmäßig einnehmen.

Und so wird‘s gemacht: Sammeln Sie idealerweise von einem Apfelbaum Mistel, am besten sollte das auch noch im Frühling passieren.


Reinigen Sie die gesammelten Pflanzenteile gründlich und entfernen Sie eventuell vorhandene Beeren. Zerkleinern Sie die Blätter und die Stängel so gut als möglich und geben Sie dies in einen Entsafter oder stellen Sie aus den Pflanzenbestandteilen in einem Mörser einen möglichst feinen Brei her.


Den Saft und den Brei geben Sie dann in ein verschraubbares, vorher gut gereinigtes Glas. Geben Sie die doppelte Menge Wodka, Korn oder Weinbrand dazu. Danach lassen Sie das Glas gut verschlossen für sechs Wochen dunkel, aber nicht zu kalt, stehen. Schütteln Sie jeden Tag das Glas einmal gut durch.


Nach der Ziehzeit wird die Tinktur durch ein engmaschiges Leinentuch ausgepresst und die Tinktur dann in eine dunkelwandige Flasche gefüllt. Beschriften Sie die Flasche mit dem Datum, denn die Tinktur sollte innerhalb eines Jahres verbraucht werden.


Trinken Sie jeden Tag einen Teelöffel der Tinktur, wenn Sie die von Maria Treben vorgeschlagene fruchtbarkeitssteigernde Wirkung haben möchten.

Die Tinktur hilft jedoch nur, wenn keine organische Ursache vorliegt und wenn der Hormonspiegel im Körper in Ordnung ist.



Ein Misteltee gegen zu hohen Blutdruck

Sie brauchen dafür ungefähr einen Teelöffel getrocknetes Mistelkraut, das Sie in eine Tasse kaltes Wasser geben und dann 12 Stunden stehen lassen.

Danach siebt man die festen Bestandteile heraus und erwärmt den Tee auf ca. 40°. Jetzt kann der Tee getrunken werden.

Er hilft bei zu hohem Blutdruck, indem man jeden Tag bis zu zwei Tassen davon trinkt.



Die Mistel
Die Mistel



Wissenschaftliches

Die Kommission E (1) nennt eine Anwendungsmöglichkeit von Mistelkraut bei entzündlichen Gelenkerkrankungen und auch begleitend bei einer Krebsbehandlung.

Mistelkraut hemmt Tumore und stimuliert das Immunsystem, dies wurde durch zahlreiche Untersuchungen belegt. Oft kann eine Gabe von Mistelpräparaten bei einer herkömmlichen Krebstherapie das Befinden des Patienten deutlich steigern.








Quellen zu diesem Artikel

  1. Die Kräuter in meinem Garten

Quellenverzeichnis





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