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CFS – Chronisches Erschöpfungssyndrom


CFS – Chronisches Erschöpfungssyndrom

Es beginnt wie ein grippaler Infekt: Schlappheit, Muskel- und Kopfschmerzen und leichtes Fieber. Auf den ersten Blick also etwas, dass sich mit ein paar Tagen Bettruhe und Aspirin wieder in den Griff bekommen lässt. Doch jedes Jahr werden diese Symptome für einige Menschen in Deutschland zum Albtraum. Ihr Krankheitsgefühl bessert sich nicht, es wird immer schlimmer. Bei vielen führt es bis zur völligen Erschöpfung, die oft jahrelang anhält. Diese Krankheit hat einen Namen: chronisches Erschöpfungssyndrom, kurz CFS (Chronic Fatigue Syndrome).


Was sind die Symptome?

Zum Krankheitsbild können folgende Symptome gehören: Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, nicht erholsamer Schlaf, Empfindlichkeiten der Lymphknoten, Nervenzuckungen und Kribbeln im Körper, Depressionen, Ohrgeräusche, Sehstörungen, Allergien sowie eine anhaltende Verschlechterung des Zustandes nach Anstrengung.

Bei der Mehrzahl der Erkrankten entwickelt sich die Krankheit schlagartig nach einem benennbaren Ereignis. Andere berichten von einer schleichenden Verschlechterung ihres Allgemeinzustandes. Die Beschwerden können über Jahre hinweg anhalten.


Was sind die Ursachen von CFS?

Ursachen und Krankheitsmechanismen des CFS sind bis heute nicht bekannt. Lange Zeit wurde ein Befall mit Viren oder Pilzen als Auslöser vermutet. Andere Experten meinen, dass anhaltender Stress und psychische Faktoren eine große Rolle spielen. Aber auch hormonelle Störungen oder Umweltgifte werden international als Ursache diskutiert. Kern der Erkrankung ist offenbar eine Schwächung beziehungsweise chronische Aktivierung des Immunsystems.


Wie kann CFS erkannt werden?

Über die Hälfte der Deutschen klagt über Erschöpfungszustände, die aber viele andere Ursachen haben können. Da niemand die Auslöser der Krankheit CFS kennt, ist es schwierig, sie klar zu diagnostizieren. Einen eindeutigen Labortest gibt es nicht. Bei CFS muss die Schwächung länger als sechs Monate anhalten und eine ganze Reihe von anderen Krankheiten und Störungen muss ausgeschlossen sein. So führen unentdeckte Krebserkrankungen, Virusinfektionen, Stoffwechselkrankheiten und bestimmte psychische Störungen zu ähnlichen Symptomen wie CFS. Oft haben die Erkrankten einen wahren Ärztemarathon hinter sich, bevor sie endlich ihre Diagnose erhalten.


Wie viele Menschen sind betroffen?

Über die Verbreitung des CFS gibt es für Deutschland keine gesicherten Angaben. Das liegt auch an der schwierigen Diagnose. Das Bundesgesundheitsministerium sprach 1994 von circa einer Million Erkrankten. Die amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC (Center of Disease Control and Prevention) gibt 1996 die Häufigkeit mit mindestens 410 Fällen pro 100.000 an. Überträgt man diese Untersuchungsergebnisse, so kommt man für Deutschland auf circa 300.000 CFS-Kranke. In den USA wird das CFS als gravierende Krankheit angesehen und wurde in die Liste der mit höchster Priorität zu untersuchenden Krankheiten aufgenommen.


Welche Behandlung gibt es?

Ob Medikamente den Erholungsprozess unterstützen können, ist sehr umstritten. Eine allgemein anerkannte pharmakologische Therapie gibt es zurzeit nicht. Vielfach wird daher nur eine möglichst zurückhaltende Behandlung der Beschwerden empfohlen. Nachgewiesene Defizite im Vitamin- und Mineralstoffhaushalt sollten ausgeglichen und eine ausgewogene Ernährung angestrebt werden. Bei gesicherten Allergien und Empfindlichkeiten kann eine entsprechende Diät hilfreich sein.

Eine Verhaltenstherapie hat sich bei vielen CFS-Patienten in gewissen Grenzen als hilfreich erwiesen: Betroffene lernen, den verbliebenen Spielraum optimal zu nutzen, sich in ihrer Haltung und Lebensgestaltung den aktuellen Beschränkungen anzupassen, ohne sie auf Dauer als unveränderlich zu akzeptieren. Große Bedeutung besitzt ein dem CFS angepasster Lebensstil mit Vermeidung von Stress und Überlastungen sowie einem möglichst ökonomischen Einsatz der verbliebenen Energie. Grundlage eines effektiven Umgangs mit der Krankheit kann eine klare Strukturierung eines geregelten Tagesablaufs mit einem Grundprogramm an Aktivitäten sein, das auch an schlechten Tagen zu bewältigen ist.


Wie kann ich CFS-Kranken in meinem Umfeld helfen?

Neben den Symptomen ihrer Krankheit leiden CFS-Patienten vor allem auch unter den sozialen und psychischen Folgen. Oft dauert es Monate, bis endlich die Diagnose gestellt ist. Da die Betroffenen äußerlich gesund wirken und auch körperlich keine Erkrankung festzustellen ist, begegnet ihnen oft der Vorwurf, sie würden nur simulieren oder übertrieben wehleidig sein. Viele Erkrankte ziehen sich daraufhin ganz aus ihrem sozialen Umfeld zurück.

Freunde und Familie können den Kranken vor allem dadurch unterstützen, dass sie seine Krankheit ernst nehmen, ihn praktisch im Alltag unterstützen und im Rahmen seiner Möglichkeiten fördern, ein normales Leben zu führen.





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