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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Stevia - Paraguayisches Süßkraut

Man verwendet Steviablätter traditionell als kalorienfreies Süßungsmittel für den Matetee, dem Nationalgetränk Paraguays. Die Blätter dieser tropischen Pflanze beinhalten einen Süßstoff, das Steviosid, der die Süße anderer natürlicher Süßungsmittel wesentlich übertrifft.

So empfiehlt man z. B. in den USA Diabetes-Patienten die Verwendung von Stevia anstatt anderer Mittel wie z. B. Zucker zum Süßen. Auf dem südamerikanischen Kontinent setzt man Stevia als Geschmacksverstärker ein, um süße, aber auch salzige Speisen geschmacklich aufzupeppen.

Stevia hat auch eine (inzwischen wissenschaftlich anerkannte) Heilwirkung: So hilft Stevia z. B. gegen Zahnfleischbluten, bei Karies oder gegen Zahnbelag. Zudem kann man die gemahlenen Blätter als Gesichtsmaske gegen Candida und bei Ekzemen einsetzen. Diese Maske ist pilz- und bakterienhemmend. Zudem hilft Stevia zur Vorbeugung von Diabetes.

Volksnamen

Honigblatt, Süßblatt, Süßkraut aus Paraguay, Zuckerpflanze, Kaá Heé

So weit, so gut, könnte man meinen, jedoch: Die Verwendung von Stevia in Europa ist untersagt!

Und obwohl z. B. seit einigen Jahren in einem von der EU genehmigten, groß angelegten Versuchsaufbau die Stevia untersucht wird, kann man dieses pflanzliche Mittel bei uns nicht einsetzen. So wird z. B. schon die Beschreibung "Lebensmittel" in Zusammenhang mit Stevia nicht gerne gesehen bzw. untersagt und bestraft.

Außerhalb Europa sieht das allerdings anders aus. Wie oben erwähnt wird in den USA die Pflanze als Süßungsmittel eingesetzt, in Japan wird z. B. in der braunen Blubberbrause (die weltbekannte...) Light Stevia als alleiniges Süßungsmittel eingesetzt.

Für uns ist die Stevia im Moment also nur eine wunderschöne Zierpflanze, außerhalb Europa (und in den Forschungslabors) ist sie etwas mehr...

Um auch die Gegner von Stevia zu Wort kommen zu lassen, hier ein Auszug aus Wikipedia über die Nebenwirkungen von Stevia:

"Die Mutagenität des Abbauprodukts von Steviosid, Steviol, ist umstritten. In einigen Studien wurden fruchtschädigende und mutagene Wirkungen in Hamstern ... und Ratten ... beschrieben, außerdem eine Mutagenität in vitro. Die der WHO vorliegenden Studien bezüglich der Auswirkungen von Steviol in vivo haben keine Hinweise auf mutagene Wirkungen am Menschen ergeben. Im Tierversuch an Ratten, Hamstern und Mäusen wurde eine akute und subchronische Toxizität gezeigt ... die zwar niedrig war, aber Zweifel an der Anwendungssicherheit weckt. In weiteren Studien an Ratten zeigten sich signifikante Beeinträchtigungen der männlichen Fruchtbarkeit. Kritiker dieser Studien führen an, dass die Einbußen der Fruchtbarkeit bei Ratten sich auf extrem hohe Dosen von täglich mehr als die Hälfte des eigenen Körpergewichts an frischen Stevia-Blättern beziehen."

Wie jeder selbst dazu steht und darüber denkt, sei ihm selbst überlassen.

Der Anbau der Stevia-Pflanze im eigenen Garten als Zierpflanze ist übrigens erlaubt, man darf sich also zumindest an ihrem schönen Äußeren erfreuen...

Nachtrag

Inzwischen habe ich mir auch etwas Stevia-Pulver besorgt, natürlich ausschließlich(!) zu kosmetischen Zwecken. Davon ist mir jedoch etwas in meinen Kaffee gefallen, so eine Messerspitze voll.

Das habe ich natürlich erst bemerkt, als ich bereits einen Schluck aus der Tasse genommen habe...

Dieses Stevia süßt tatsächlich sehr stark, bloß mal gut, dass mir nicht mehr in den Kaffee gefallen ist...

Zudem schmeckt es etwas anders als Zucker und hat einen leicht chemischen Nachgeschmack, so wie man es von Süßstoff kennt.

Update zur Verwendung von Stevia in Deutschland

Die EU-Kommission hat nun inzwischen beschlossen, dass der aus dem Stevia-Kraut gewonnene Süßstoff Steviolglycosid in Lebensmitteln zuzulassen wird.

Man hat wohl festgestellt, dass Stevia weder krebserregend noch genotoxisch sei und es auch zu keinen Störungen der Fruchtbarkeit kommen kann. Jedoch sei Stevia wegen seiner hohen Süßkraft gesünder als Zucker.





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Kurzinfo
Süßkraut
  • Gehört zu Pflanzenfamilie der Eisenkrautgewächse.
  • Herkunftsgebiete: Südamerika, Mittelamerika.
  • Pflanzenbeschreibung: Kriechpflanze, bis 30 cm groß, trägt bis zu 1 m lange Ranken.
  • Die Blätter sind tiefgrün und oval.
  • Die Blüten sind klein und weiß, sie stehen in den Blattachseln.
  • Der Wuchsort ist in der Sonne auf lockeren, sandigen bis lehmigen Erdböden.
  • Heilpflanze im Garten: Pflanzentriebe immer zurückschneiden.

    Pflanzung in einem Gefäß ist anzuraten. Sollte hell und kühl überwintert werden.


  • Vermehrung per Stecklinge.
  • Verwendungsmöglichkeiten: Die Blätter besitzen einen minzartigen Geschmack und beinhalten einen biologischen Süßstoff. Eignet sich als Süßungsmittel für Essen und Getränke. Wirkt ganz leicht entspannend.

    Als Duftpflanze kann man das Süßkraut für Duftpotpourris oder in Blumenampeln verwenden.


  • Bereits die Azteken verwendeten das Süßkraut, welches sie "Tzopelic Xlhuitl" genannt haben, als Heilmittel gegen alle möglichen Krankheiten. Die enthaltenen ätherischen Öle enthalten Kampfer, dem eine schleimlösende Eigenschaft zugeschrieben wird.
  • Zu beachten: Die Blüten riechen stark nach Honig.