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Neuraltherapie


Neuraltherapie

Die Neuraltherapie ist eine wissenschaftlich anerkannte Schmerztherapie, die Ferdinand Huneke mit seinem Bruder Walter vor über 70 Jahren entdeckte.

Im Lexikon wird sie als Heilmethode beschrieben, die das Nervensystem in den Vordergrund jedes krankhaften Prozesses stellt. Durch gezielten Einsatz eines Medikaments – in den meisten Fällen das Anästhetikum Procain – in so genannte Störfelder des Organismus wird versucht, eine Normalisierung dieser Bereiche zu erreichen und damit eine krankmachende Wirkung auf entfernte Körperorgane oder Organsysteme auszuschalten.


Wirkungsweise

Die Brüder Ferdinand und Walter Huneke berichteten 1928 über unbekannte Fremdwirkungen örtlicher Betäubungsmittel.

Von 1925 an hatten sie erstaunliche Heilerfolge erzielt, in dem sie Procain in Segmentbereiche einer Erkrankung einsetzten. Zu einem Segment gehören Haut, Bindegewebe, Muskulatur, Gefäße, Nerven, die knöchernen Regionen und Organe einer Körperregion. Ihre Therapie nannten sie zunächst Heilanästhesie. Alle Strukturen sind über das Nervensystem miteinander verbunden.

Von großer Bedeutung ist dabei das "gewusst wo": Die Injektionen mit Procain müssen an der richtigen Stelle gespritzt werden, um wirken zu können. Die Behandlung sieht so aus: Mit feinen Nadeln wird Procain in die Haut gespritzt. Von diesen "Quaddeln" geht ein heilsamer Reiz aus. Gerade nervale Reizzustände können Krankheiten auslösen und unterhalten. Mit Procain können solche "Störfelder" ausgeschaltet und damit therapieresistente Krankheiten behandelt werden.


Anwendungsgebiete

Eingesetzt werden kann die Neuraltherapie bei:

  1. akuten und chronischen Schmerzzuständen
  2. Folgeerscheinungen von Entzündungen
  3. Durchblutungsstörungen
  4. Rheuma
  5. Erkrankungen des Bewegungsapparats

Jede früher durchgemachte Krankheit kann zu einem Störfeld werden. Die häufigsten Störfelder liegen im Zahnkieferbereich. Aber es kann auch zum Beispiel ein Ischiasleiden, welches im Anschluss nach einer Kaiserschnittentbindung aufgetreten ist, durch die Behandlung der Kaiserschnittnarbe und der Störungen im Unterbauch geheilt werden.

Jede chronische Erkrankung kann durch Störfelder bedingt sein. Ein solches Störfeld ist eine Stelle in unserem Körper, die im Laufe des Lebens erkrankt war und nicht wieder verheilt ist, im Gegenteil - sie produzuiert ständig neue Erkrankungen. Der Ursache einer Erkrankung sitzt also oft nicht unbedingt dort, wo es weh tut.

Die Neuraltherapeut will diese Störsender finden und zu beheben.


Verbreitung

Vielen tausend Menschen – vor allem in der dritten Welt – wird durch die Neuraltherapie geholfen. Da die Methode kostengünstig und effektiv ist, gehört sie dort zum medizinischen Alltag.

Auch im benachbarten Ausland gibt es im Fachbereich Medizin Lehrstühle zu dieser Therapie.

In Deutschland fristet die Methode eher ein Schattendasein. Nicht zuletzt, weil große Anteile der Behandlung vom Patienten bezahlt werden müssen. Die Kasse erstattet die Therapie nur teilweise.

Um die Neuraltherapie richtig anwenden zu können, muss der Arzt eine mehrjährige Fort- und Ausbildung machen. Ärzte, die diese Methode heute erlernen, bekommen ein Zertifikat.





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