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Die Blutgruppendiät

In der Regel verfügt ein Erwachsener über etwa 5 bis 6 Liter von der Flüssigkeit, die wir den "Saft des Lebens" nennen. Doch Blut ist nicht gleich Blut: Der eine hat die Blutgruppe 0, der andere vielleicht A oder B oder AB. Seit 100 Jahren kennt man diese Blutgruppen und deren Unterfaktoren.

Vielleicht haben Sie ja Blutgruppe B, dann ist es das "Verbrecherblut" – so glaubte man jedenfalls lange Zeit. In einem New Yorker Gefängnis hatte man die Blutgruppen der Insassen getestet, und Blutgruppe B kam außergewöhnlich häufig vor. Das war in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. In den 60er Jahren hat man diese Theorie geprüft und festgestellt, dass viele der damaligen Probanden asiatische Namen hatten und der damals unterprivilegierten Schicht entstammten. In Asien ist die Blutgruppe B nämlich am häufigsten vertreten – so klärte sich das Phänomen im Nachhinein. Jetzt kommt wieder eine Blutgruppentheorie über den großen Teich – eine Theorie, die es uns wert war, sie einmal wissenschaftlich zu hinterfragen: die Blutgruppendiät.

So ganz genau können uns die Wissenschaftler heute immer noch nicht sagen, warum die Menschen verschiedene Blutgruppen haben. Man vermutet, dass entweder die Blutgruppe 0 oder AB die Urgruppe war und sich dann durch Mutationen die anderen herausgebildet haben. Wann und wo – darauf legt sich kein renommierter Wissenschaftler fest. Ganz anders der Amerikaner Peter D’Adamo. Will man dem Naturheilmediziner Glauben schenken, haben die Blutgruppen sogar Einfluss auf unsere Gesundheit. Denn: Je nach Blutgruppe sind die Menschen resistenter oder anfälliger gegen bestimmte Krankheiten.

Vor 40.000 Jahren soll alles mit der "Geburt" des ersten Menschen in Afrika begonnen haben – und der hatte die Blutgruppe 0, so sagt D’Adamo. Durch veränderte Lebensumstände und Wanderungen entwickelten sich die anderen Blutgruppen, vielleicht vergleichbar mit den verschiedenen Hautfarben. Nur dass dabei nicht die Sonne, sondern die Ernährung Schuld an der Veränderung gewesen sein soll.

Peter D’Adamo behauptet, dass die Blutgruppe 0 von den Jägern stammt, und die ernährten sich hauptsächlich von Fleisch. Deshalb zeichnen sich Menschen mit Blutgruppe 0 durch einen robusten Verdauungstrakt aus und besitzen ein widerstandsfähiges Immunsystem. Bei der Ernährung sollten sie sich an den Speiseplan ihrer Urahnen orientieren: jede Menge Fleisch und dazu Gemüse.

Träger der Blutgruppe A – die im Übrigen am weitesten verbreitete – waren Bauern. Noch heute sollen Menschen mit der Blutgruppe A ein tolerantes Immunsystem und eine Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen haben. Auf deren Mittagstisch gehört Gemüse und Getreide.

Das Leben der Menschen mit Blutgruppe B war laut D’Adamo geprägt durch harte klimatische Bedingungen. Weil beim so genannten "Nomaden-Typ" die Versorgung mit Nahrungsmitteln nicht immer ausreichend war, haben sie ein unempfindliches Verdauungs- und ein starkes Immunsystem entwickelt. Und weil dieser Typ eigentlich alles gut verträgt, bietet sich hier eine gesunde Mischkost an.

Die Blutgruppe AB, die D’Adamo dem "modernen Menschen" zuordnet, soll gegen Infektions- und Immunkrankheiten schützen. Menschen mit dieser Blutgruppe sollten reichlich Obst und Gemüse verzehren.

So weit die Theorie, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und auch von Transfusionsmedizinern als "abenteuerlich" eingestuft wird.

Trotzdem werden fleißig auf diesen Ideen basierende Diätempfehlungen propagiert und sogar Gewichtsverluste von 3 Kilogramm in zehn Tagen versprochen – vorausgesetzt, man halte sich an die Empfehlungen für die eigene Blutgruppe.

Es gibt auch in Deutschland keine Studien, die einen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Blutgruppe belegen. Ganz im Gegenteil: Einige Ernährungsempfehlungen sind wahrlich nicht nachvollziehbar. Der Naturheilmediziner Peter D’Adamo rät allen Menschen mit den Blutgruppen A, 0 und AB, Milchprodukte zu meiden. Allein in Deutschland würde dies mehr als 80 Prozent der Bevölkerung betreffen. Und die sollen sich dann ihre Nahrungsergänzungsmittel über das Internet besorgen – blutgruppenspezifisch natürlich. Ein wahrlich gutes Geschäft.





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Letzte Änderung am Mittwoch, 6.8.2014, 12:10:56 Uhr