Dr. Mayr / Mayr-Kur
Der "Semmeldoktor" Franz Xaver Mayr hat seine Patienten auf Grund ihrer Fehlhaltungen in verschiedene Typen eingeteilt.
Diese speziellen Haltungen, so Dr. Mayr, waren aber keineswegs nur Schönheitsfehler, sondern bildeten eine Notmaßnahme der Natur. Diese abnormen Haltungen sind demnach immer nur zum Schutze von geschädigten Verdauungsorganen eingenommen worden.
So ist beispielsweise für die Entenhaltung charakteristisch: Der Oberkörper ist in den Hüften vorgeneigt sowie nach oben zurückgebogen. Das Gesäß steht dabei nach außen gerichtet und die "Entenhaltung" soll eine Stabilisierung des Systems bewerkstelligen. Den Namen hat diese Haltung daher, weil der Po dabei nicht selten bei jedem Schritt wie bei einer watschelnden Ente hin und her wackelt. Diese Haltung ist. durch Darmträgheit verursacht. Der Grund: Ein überlasteter und daher auch überfüllter Darm drückt auf die ihn umgebenden Eingeweide. Um diese zu schützen, muss der Körper eine ganz ungewöhnliche Geometrie finden, die diesen Druck neutralisiert und die vorhin belasteten Organe wieder entlastet.
Die Sämannhaltung hat ihren Namen daher, dass der Betroffene seinen Bauch vorwölbt wie der Sämann das gefüllte Saattuch. Weniger malerisch ausgedrückt bedeutet das: Eine hochgradige Kotfüllung des Darmes führt zum sackartig vorgewölbten "Kotbauch". Durch die Vorwölbung (sprich starke Belastung) des Bauches wird eine entsprechende Zurückneigung des Oberkörpers erzwungen.
Der Begriff Großtrommelträgerhaltung spricht bereits für sich. Es entsteht der Eindruck einer am Bauch hängenden Großtrommel. Diese Haltung entsteht durch eine enorme Vermehrung des Bauchhöhleninhalts, gefüllt mit Gasen und Kot. Dadurch wird aus Platzgründen der Brustkorb hochgestellt, wodurch der Kopf beinahe zwischen den Schultern verschwindet. Damit dieses Ungleichgewicht gemildert und die so entstehenden unbiologischen Kräfte abgebaut werden, als Kompensation eine Buckelbildung statt. Gleichzeitig knickt – ebenfalls aus statischen Gründen – die Lendenwirbelsäule ein. Alles in allem weist diese Haltung auf eine schwere Erkrankung des Verdauungstraktes hin.
Dr. Mayr: "Nicht die Jahre, sondern die Lebens- und Ernährungsweise bestimmen das Alter, das Geburtsdatum ist unverbindlich. Die Gifte im Darm sind es nachweisbar, die den Menschen krank, vorzeitig alt und hässlich machen". Daher der gut Rat, den Dr., Mayr für uns alle parat hat: Jeder soll seinen Körper zumindest einmal pro Jahr entschlacken.
Der Grund für diese Empfehlung ist vor allem darin zu suchen: Durch die hektische Lebensweise unserer Zeitnot mit einem hohen Maß an Stress, Bewegungsmangel und sitzender Lebensweise, Belastung durch Umweltgifte aller Art und durch falsche Ernährung ist unser Körper einem ständigen oft wehrlos, weil stark geschwächt, den Umweltschadstoffen fast gänzlich wehrlos ausgesetzt Damit sind aber die Ausscheidungsorgane weitgehend überfordert. Was zur Folge hat: Es
kommt es zu einer Anhäufung von Stoffwechselschlacken und giftigen Substanzen in den Geweben, der Muskulatur, dem Blut und den Gelenken.
Dies kann zu chronischen Entzündungen im Darmbereich sowie zu Veränderun-gen in der Spannung der Darmmuskulatur führen. Damit kommt es zu Störungen im Gesamtgefüge des Organismus, die vielfältige Auswirkungen haben. Diese Veränderungen beeinträchtigen den Darm negativ in seiner Funktionsfähigkeit. Will heißen: Speisen bleiben länger unverdaut in einzelnen Darmabschnitten liegen. Es entstehen zusätzliche Schadstoffe, die wiederum ins Blut gelangen und auf diese Weise den ganzen Organis-mus weiter schädigen können.
Der Spitzname "Semmel-Mayr" hat seinen Ursprung in der von ihm kreierten Milch-Semmel-Kur. Diese "Fasten ohne zu Fasten", wie es einmal ein Kenner der Mayr-Therapie ausdrückte, ist allen mitten im Beruf stehenden Menschen sehr gut möglich und beeinträchtigt weder die körperlich noch geistige Leistungsfähigkeit.
Entscheidend für den Erfolg ist dabei das Gewusst wie. Nämlich wie man isst. Das hat Dr. Mayr so festgelegt:
Nur kleine Bissen der "Kursemmel" in den Mund schieben.
Langsam und gründlich kauen und die Semmel gut einspeicheln, bis sie praktisch flüssig ist. Richtig haben Sie das gemacht, wenn ein leicht süßlicher Geschmack auftritt.
Einen Teelöffel Milch zufügen..
Bis sich alles in der Mundhöhle vermischt hat, schlucken - und nicht früher.
Die Milch-Semmelkur, die er den Umständen, der Not und so gar nicht seinem ärztlichen Ethos gehorchend, seinen Kranken verordnete, hat, ihn später weltberühmt gemacht und ihm den Spitznamen "Semmel-Mayr" eingebracht. Und damit wurde er zum Begründer der Lehre vom gesunden Bauch. Daraus entwickelten er und seine Schüler die "Therapie nach F.X. Mayr".
(ama)