Amazon.de Widgets
Das Heilkräuter - Verzeichnis

Wechseljahresbeschwerden - Naturmedizin oder besser eine Hormontherapie?

Die Verwirrung unter Frauen in den Wechseljahren ist groß: Hormone sind notwendig Hormone sind überflüssig oder sogar tödlich.

Was in den letzten Monaten in den Medien über die Behandlung der Wechseljahresbeschwerden geschrieben und berichtet wurde, macht viele Frauen ratlos. Dabei liegt die Wahrheit wie immer in der Mitte.

Wechseljahre sind keine Krankheit

Das Wichtigste ist zunächst: Die Wechseljahre sind keine Krankheit, gegen die man automatisch Medikamente einnehmen muss! Es ist eine normale Phase im Leben einer Frau. Jede Frau erlebt die Wechseljahre anders und für jede Frau gibt es eine passende Therapie. Und das ist längst nicht immer die Hormonersatztherapie mit östrogenhaltigen Medikamenten. Viel zu oft wird diese Allzweckwaffe der gynäkologischen Schulmedizin verschrieben. Dabei haben nur etwa 15 bis 20 Prozent der Frauen in unserem Kulturkreis in den Wechseljahren so starke Beschwerden, dass sie Hormone nehmen müssen. Die meisten können sich auch mit alternativen Methoden und pflanzlichen Medikamenten helfen.

Die Wechseljahre

Ab dem 30. Lebensjahr geht die körpereigene Östrogenproduktion zurück, ab dem 45. Lebensjahr zeigen sich die ersten Folgen des Hormonmangels.

Heute kommen die Frauen bis zu fünf Jahren später in die Wechseljahre. Das durchschnittliche Alter, in dem die Regelblutung ausbleibt, liegt bei 50 bis 54, früher bei 48 Jahren.

Rund 40 Prozent der Frauen erleben die Wechseljahre problemlos. 30 Prozent haben leichte bis mittelstarke Beschwerden. Ebenso viele Frauen erleben die Zeit als sehr belastend und bedrohlich.

Unangenehm sind die Wechseljahre vor allem für Frauen, die mit ihrem Leben unzufrieden sind. Denn Arbeitslosigkeit, Trennung oder der Auszug der Kinder können belastende Ereignisse in diesem Lebensabschnitt sein.

Typische Beschwerden sind...

...unter anderem Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Herzklopfen, Kopfschmerzen und Schwindelgefühle. Hitzewallungen kommen im Durchschnitt drei- bis viermal täglich und halten durchschnittlich drei Minuten an.

Auch unter Ängsten und depressiven Verstimmungen können Frauen in den Wechseljahren leiden.

Mit fortschreitendem Alter kann es zur Rückbildung der Schleimhäute in der Scheide, zu Hauterschlaffung, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Herzinfarkt, Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, nachlassendem Haarwuchs und Haarausfall kommen. Jede dritte Frau ist nach den Wechseljahren von Osteoporose betroffen.

Die Hormonersatztherapie

Etwa 29 Prozent der 50- bis 54-jährigen und 38 Prozent der 55- bis 59-jährigen Frauen nehmen derzeit Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden.

Es gibt zwei Therapieformen:

Die häufigste ist eine Östrogen-Gestagen-Kombination für Frauen, die ihre Gebärmutter noch haben. Eine Behandlung nur mit Östrogenen verbietet sich in diesen Fällen, da das Risiko für Gebärmutterkrebs stark ansteigt.

Nur Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben, können rein mit Östrogenen behandelt werden.

Ob Hormone sinnvoll sind, hängt unter anderem von der Stärke der Beschwerden ab. Außerdem zieht der Frauenarzt die individuellen Risikofaktoren der Patientin in Betracht.

Die Wirkung der Hormonersatztherapie:

Die meisten Wechseljahresbeschwerden können mit Hormonen beseitigt oder deutlich verbessert werden. Folgende Erkenntnisse hat man bislang über die Wirkungen gewinnen können:

  1. Östrogene verursachen keinen Krebs, aber sie können das Wachstum bereits vorhandener Krebszellen fördern.

  2. Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist unter einer Hormonersatztherapie leicht erhöht. Das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, sinkt leicht.

  3. Östrogene erhöhen die Gefahr der Thrombosebildung.

  4. Frauen, die schon einmal eine Thrombose hatten, die ein erhöhtes Krebsrisiko (besonders Brust- und Gebärmutterkrebs) oder eine chronische Beeinträchtigung der Leberfunktion haben, sollten mit der Hormonersatztherapie besonders vorsichtig sein.

  5. Bisher wurde auch immer der positive Effekt auf das Herz-Kreislauf-System genannt, besonders der gute Einfluss auf den Fettstoffwechsel (Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen). Neueste Untersuchungen haben dies aber nicht bestätigt. So kann derzeit nicht genau gesagt werden, ob Hormone tatsächlich vor Herzinfarkt schützen können.

  6. Oft wird auch das Hinauszögern der Alzheimerkrankheit als Nebenwirkung der Hormonersatztherapie genannt. Aber auch hier fehlen verlässliche Daten.

  7. Der Knochenstoffwechsel wird positiv beeinflusst. Inwieweit dieser positive Effekt tatsächlich Knochenbrüche verhindern kann, muss aber noch erforscht werden.

  8. Die Haut bleibt straffer und das Austrocknen der Schleimhäute wird gerade auch an der Scheide verhindert. Das beugt dem Libidoverlust vor. Es gibt aber auch östrogenhaltige Salbe, die lokal wirkt.

Alternative Behandlungsmethoden


Allerdings setzt die Wirkung dieser pflanzlichen Medikamente erst nach ein paar Wochen ein, so dass die Patientin Geduld mitbringen muss. Auch ist die Wirkung nicht so stark wie unter der Gabe von Hormonen. Dafür sind keine Nebenwirkungen bekannt. Oft verschrieben werden:

  1. Cimicifuga-Wurzelstock oder Traubensilberkerze

    Wird am häufigsten eingesetzt, enthält natürliche Östrogene. Hilft gegen alle Wechseljahresbeschwerden von Schlafstörungen bis hin zu depressiven Verstimmungen.

  2. Mönchspfeffer, Agnus Castus

    Diese Pflanze senkt die Ausschüttung des milchbildenden Hormons Prolaktin. Das Arzneimittel hilft bei Zyklusstörungen, schmerzhaften Regelblutungen, PMS, Brustspannen und Migräne. Wird häufig zu Beginn der Wechseljahre eingesetzt.

  3. Salbei

    Hilft gegen Hitzewallungen und Schweißabsonderungen. Als Tablette oder Tee erhältlich.

  4. Johanniskraut

    Wird wegen seiner milden, antidepressiven und angstlösenden Wirkung bei psycho-vegetativen Störungen in den Wechseljahren eingesetzt.

  5. Lavendel

    Wirkt gegen innere Unruhe und Einschlafstörungen. Kann als Badezusatz oder in der Aromatherapie angewendet werden.

Neben den pflanzlichen Medikamenten gibt es weitere natürliche Behandlungsmethoden, die gegen Wechseljahresbeschwerden helfen:

  1. Schröpfkopfmassagen oder Schröpfen helfen bei schmerzhaften Verspannungen im Rücken-, Schulter- und Halsbereich.

  2. Akupunktur hilft auch gegen Wechseljahresbeschwerden.

  3. Kneippanwendungen sind sehr hilfreich bei Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Einschlafproblemen und leichten Durchblutungsstörungen. (Zum Beispiel Storchengang/Wassertreten in kaltem Wasser, kann man im Eimer oder in der Badewanne machen.)

  4. Kneippgüsse mit dem Schlauch sind noch wirkungsvoller: Mit dem kalten Wasser an der Außenseite des Beines hoch, an der Innenseite wieder runter. Füße und Fußsohlen nicht vergessen. Danach das Wasser abstreifen und aktiv wieder erwärmen. Nicht anwenden bei Blasenschwäche, genauso wenig folgende Methode:

  5. Feucht-kalte Socken sind ein altbewährtes Hausmittel bei Wechseljahresbeschwerden dünne Socken mit kaltem Wasser nass machen, anziehen und dicke Socken drüber. Nur bei warmen Füßen anwenden!

  6. Eine vollwertige Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse hilft in den Wechseljahren, die Figur zu halten und mit Genuss das Wohlbefinden zu steigern.

  7. Eine sehr wirkungsvolle Methode kann kein Arzt verschreiben: Entspannung und Ruhe finden, sich mal was gönnen. Denn nicht nur der Körper ist in den Wechseljahren durcheinander auch die Seele.

  8. Aber wer die Zeit des Wechsels, in dem sich häufig auch die Lebensumstände verändern, als Chance sieht, wer sich neue Ziele setzt und den Start in einen neuen Lebensabschnitt nicht fürchtet, der hat gute Chancen, die Wechseljahre problemlos zu überstehen.





Ähnliche Themen:

Ähnliche Themen: