Das Kräuter-Verzeichnis

Der Einfluss der Hormone in den Wechseljahren

Ähnlich wie die Pubertät ist das Klimakterium, der lateinische Name für die Wechseljahre, ein tief einschneidendes Ereignis in den Körper der Frau. Denn während dieser Zeit stellt sich wieder einmal der Hormonhaushalt um, die Figur ändert sich, auch die Haut und die Haare, zudem schlägt sich all das auch auf die Psyche nieder.

Veränderungen

Seit der Pubertät ist Frau es gewohnt, dass alle 23 bis 32 Tage - das variiert von Frau zu Frau - die Monatsblutung kommt, die dann einige Tage bestehen bleibt. Zwischen zwei Blutungen ist die fruchtbare Phase, in der die Frau schwanger werden kann.

Dies ist ab jetzt anders: Die Hormone, die sich in den Wechseljahren verändern, sorgen dafür, dass dieses Regelwerk verändert wird. Die Monatsblutung verändert ihren Rhythmus, bis sie schließlich ganz wegbleibt, und die Fruchtbarkeit wird auch früher oder später wegfallen.

Wer übrigens denkt, dass sich nur die bekannten Hormone Östrogen und Progesteron verändern, der liegt falsch. Denn diese bekannten Sexualhormone sind auch nur ein Teil der Hormone im weiblichen Körper, die den kompletten Hormonhaushalt ausmachen. All diese Hormone steuern den ganzen Körper.

So wird z. B. im Hypothalamus, das ist eine bestimmte Region im Gehirn, ein Hormon produziert, das sogenannte Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), das von dort zur Hirnanhangsdrüse gelangt. Dort angelangt wird die Freisetzung zweier weiterer wichtiger Hormonen ausgelöst, des sogenannten follikelstimulierenden Hormons (FSH) und des sogenannten luteinisierenden Hormons (LH).

FSH ist zuständig für die Reifung der Eibläschen, auch Follikel genannt.

Diese wiederum produzieren Östrogen, wodurch wiederum der Östrogenspiegel steigt. Dies wird wiederum im Gehirn registriert, das dann den "Befehl" gibt, weniger FSH zu produzieren. Zugleich wird die Produktion von LH angeregt, das schließlich für den Eisprung verantwortlich ist.

Nachdem der Eisprung stattgefunden hat, wird in der jetzt leeren Eihülle das sogenannte Gelbkörperhormon - man kennt es auch unter dem Namen Progesteron - produziert, das, falls es zu einer Befruchtung der Eizelle gekommen ist, für die Einnistung der Eizelle zuständig ist und für deren Weiterentwicklung sorgt.

Sollte es zu keiner Befruchtung der Eizelle gekommen sein, sinken die Konzentrationen von Östrogen und Progesteron im Blut, so dass die Periodenblutung ausgelöst wird.

Das Gehirn registriert den sinkenden Östrogenspiegel und sorgt für die erneute Produktion der Hormone, wodurch der Kreislauf im weiblichen Körper von Neuem beginnt.

Und das verändert sich in den Wechseljahren

In den Wechseljahren verändern sich die Hormone im weiblichen Körper, so sinkt z. B. der Östrogenspiegel. Das weibliche Gehirn produziert deshalb mehr LH und FSH, allerdings können die Eierstöcke auf das LH und FSH nicht mehr antworten. Der dauerhaft niedrige Östrogenspiegel sorgt dafür, dass die Regelblutungen schließlich komplett ausbleiben.

Und natürlich kommt es zu allerlei anderen Begleiterscheinungen, die man von anderen Frauen in den Wechseljahren kennt: Allen voran die Hitzewallungen, aber auch Schwitzen, Erröten, Frieren. Dazu kommen Herzklopfen, Schlafprobleme und vieles mehr. Mehr unter typische Beschwerden in den Wechseljahren.

Allerdings verändert sich noch mehr in den Wechseljahren

Der Körper einer Frau verändert sich im Laufe der Wechseljahre. Dies ist jedoch nur teilweise auf die Wechseljahre zurückzuführen, da man niemals vergessen darf, dass je weiter das Alter voranschreitet, sich der Körper sowieso verändert, so wie er es in jedem Lebensalter getan hat.

Allerdings ist zu bemerken, dass ab dem 30. Lebensjahr diese Veränderungen anders sind. Es geht auf die Wechseljahre zu. Man bekommt immer mehr kleine Fältchen, die Haare ergrauen langsam, man braucht mehr Ruhe, mehr Schlaf, die körperliche Energie lässt langsam nach... Kurz gesagt: Man wird eben älter. Diese Alterserscheinungen sind aber nicht unbedingt auf die Wechseljahre zurückzuführen, vielmehr haben sie etwas mit dem natürlichen Alterungsprozess zu tun.

Veränderungen der Haut und der Haare

Was jedoch mit den Wechseljahren zu tun hat, sind Veränderungen der Haut und der Haare.

Frauen haben ja eine wesentlich weichere, zartere Haut als Männer - das liegt am Östrogen, das dafür sorgt, dass mehr Feuchtigkeit in die Haut eingelagert wird.

In den Wechseljahren sinkt jedoch der Östrogenspiegel, so dass sich erste kleine Falten bilden und die Haut generell mehr Pflege braucht.

Die Frauenhaut kann ab jetzt immer weniger Feuchtigkeit speichern, so dass sie sich der Männerhaut angleicht. Sie verliert an Elastizität, Kollagen und Elastin in der Haut werden weniger.

Frauen sollten sich von jetzt an besonders vor Umwelteinflüssen schützen, besonders vor allzu langen Sonnenbädern.

Die pralle Sonne trocknet die Haut zusätzlich aus, stabilisierende Eiweißfasern in der Haut werden von UV-Strahlen im Sonnenlicht (oder auch der Sonnenbank) geschädigt.

Dies alles kann zu einer Lederartigen Haut führen, zu Falten und natürlich zu Hautkrebs.

Übrigens wird in den Wechseljahren auch die Talgproduktion der Haut heruntergefahren, was einer Faltenbildung zusätzlich beiträgt. Zudem regeneriert sich die Haut langsamer, was auch dazu beiträgt, dass Wunden schlechter verheilen.

Graue Haare

Mit den Wechseljahren kommen unweigerlich die grauen Haare. Zudem verändert sich die Struktur der Haare. Die Haare werden spröde, trocken, sie verlieren Spannkraft, meist werden sie auch dünner.

Auch hier ist wieder mehr Pflege angesagt, vielleicht wäre es auch der richtige Zeitpunkt für eine neue Frisur?

Das Gewicht

Das Körpergewicht, das viele Frauen sowieso schon lebenslang im Auge haben, erhöht sich meist in den Wechseljahren und zwar ohne dass unbedingt mehr gegessen wird.

Tatsächlich braucht man im höheren Alter weniger Kalorien, um den Körper mit "Brennstoff" zu versorgen. Zudem verlangsamt sich der Stoffwechsel und man nimmt schneller zu.

Bei Frauen führt das oft dazu, dass sie in den Wechseljahren größere Brüste bekommen und an der Taille zunehmen, auch der Bauch wird runder. Im Gegensatz dazu werden die Oberschenkel dünner und der Popo wird kleiner. Daran kann übrigens auch Sport nur begrenzt etwas ändern.















Letzte Änderung am Montag, 30.3.2015, 17:27:54 Uhr