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Das Heilkräuter - Verzeichnis
26.10.2012


Drosera


Die Menschen, zu denen Drosera passt, haben ständig das Gefühl, von den falschen Leuten umgeben zu sein. Sie glauben, dass die Menschen um sie herum sie beneiden und sich heimtückisch verhalten, sie glauben dass sie von ihnen hintergangen werden. Dadurch entsteht eine gewisse Besorgnis und Mutlosigkeit.


Diesen Menschen ist immer kalt, sogar dann wenn sie im warmen Bett liegen. Sie sind auch sehr anfällig für Beschwerden mit den Atemwegen. Wenn sie Husten, dann geschieht das krampfhaft und sehr schmerzhaft, der Husten ist wie ein bellen, sie halten sich dann den Brustkorb mit ihren Händen. Diese Hustenattacken kommen besonders oft in der Nacht vor. Diese Menschen setzen sich dann im Bett auf, durch das Husten kann es zu Würgen und Erbrechen kommen, nicht ungewöhnlich ist auch ein gleichzeitiger Durchfall. Es bildet sich ein zäher und schwer aufzulösender Schleim. Die Betroffenen haben auch öfter Nasenbluten und schwitzen in der Nacht sehr stark. Sie fürchten sich davor, alleine zu sein, sind aber sehr leicht zu reizen, sind generell unruhig und immer misstrauisch, sie können sich bereits über kleinste Kleinigkeiten sehr aufregen und wütend werden.


Typisch ist, dass Hustenanfälle rasch hintereinander auftreten. Es besteht ein Gefühl von Krümeln oder einer Feder im Hals, der Gaumen und der Rachen sind wie wund, die Betroffenen haben eine heisere, tonlose und tiefe Stimme.


Gut geeignet ist Drosera auch bei lähmenden Schmerzen im rechten Hüftgelenk, oder bei Schwindel unter freiem Himmel, wenn die Tendenz dazu besteht, nach links hinzufallen.




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23.10.2012


Hildegards Weisheiten 3

Der vierte Monat

"Der April ist der Monat, der die Viriditas, die Grünkraft und den Wohlgeruch verkörpert, auch wenn es in ihm schrecklich donnern kann. Wir erleben im April das Erwachen der Natur nach einem starren Winter, das Sprießen des ersten Grüns, eben die Viriditas, und den ersten Duft der Frühlingsboten. Der Mensch erhält jene Grünkraft, die auch die Natur mit sich bringt, aber nur dann, wenn er fest im Glauben zu Gott steht. Der Mensch ist es, der den Ruf der Rechtschaffenheit und Nützlichkeit überall hin zum Ruhme Gottes ausströmt."


Rezepte für ein "hildegardisches" Ostermenü

Fenchelfrischkost mit Orangen

2 EL kalt gepresstes Sonnenblumenöl mit 200 g saurer Sahne glatt rühren. 1/2 Banane mit der Gabel zerdrücken, mit etwas geriebenem Meerrettich und feingehacktem Estragon unter die Sauce mischen. Mit Zitronensaft, Galgant, etwas Salbei und Honig kräftig abschmecken. 2 kleine Fenchelknollen fein schneiden, 2 kleine Äpfel fein würfeln, beides mit Zitronensaft beträufeln und mit der Salatsoße mischen. 2 Orangen schälen, filetieren und den Salat damit garnieren, mit Mandelsplittern und Fenchelgrün garnieren.


Servieren Sie diese köstlichen Vorspeise etwa vor einer Lammkeule im Kräutermantel (Beifuß und Quendel nicht vergessen!) oder gebratenen Felchenfilets in Mandelbutter (mit Galgant und Bertram würzen!).


Als Dessert empfiehlt sich Quittenschaum, den Sie aus Quittenmarmelade oder -gelee auch zu dieser Jahreszeit bereiten können: Steif geschlagene Sahne mit Quittenmarmelade oder -gelee leicht vermengen, mit etwas Rohrzucker bestreuen.


Das Essen von Fisch

  1. Der Hering

    "... der Hering ist für Gesunde und Kranke, wenn er frisch ist, schädlich zu essen ... Und sowohl für den Kranken als auch für den Gesunden ist der Hering besser und heilsamer gebraten als gekocht zu essen..."


  2. Der Barsch

    "... er hält sich gerne in der Reinheit der Gewässer auf und sucht dort reine Nahrung ... und sein Fleisch ist gesund und für kranke und gesunde Menschen gut zu essen."


  3. Der Hecht

    "Er verlangt reine Nahrung und hat hartes und gesundes Fleisch ... sowohl kranken wie auch gesunden Menschen ist sein Fleisch gut zum Essen..."


  4. Der Lachs

    "... und er ist weich und schwach, und er ist für keinen Menschen gut zu essen, weil er alle üblen Säfte erregt, die im Menschen sind..."


  5. Der Karpfen

    "... und von den Sümpfen hat er weiches und schwaches Fleisch in sich ... und sein Fleisch schadet einem gesunden Menschen beim Essen nicht, einem Kranken aber schadet es etwas..."


  6. Die Bachforelle

    "... und für kranke Menschen taugt sie nicht viel zum Essen, die Gesunden aber schädigt sie nicht..."


Gebet - Zweifel

"O Gott, hast nicht du mich geschaffen?

Die elende Erde erdrückt mich!" Weiß ich, ob Gott überhaupt existiert? Wo ist denn mein König und Gott?"


Das Essen von Fleisch

  1. Das Schaf, das Lamm

    "... ist für gesunde und kranke Menschen im Sommer gut zu essen, im Winter aber taugt es nicht zum Essen, weil es kalt ist, und weil auch der Winter kalt ist..."


  2. Die Ziege

    "... und sein Fleisch ist für gesunde und kranke Menschen gut zu essen und wenn es oft gegessen wird, heilt es die zerbrochenen und zerquetschten Eingeweide und es heilt und stärkt den Magen dessen, der es isst."


Der Mond und das Fällen der Bäume

"...Auch in den Bäumen ... nimmt der Saft bei zunehmendem Mond zu und bei abnehmendem Mond ab. Daher werden sie, wenn sie bei zunehmendem Mond gefällt werden ... mehr vom Ungeziefer und vom Holzwurm zerfressen, als wenn sie beim abnehmenden Mond gefällt würden..."


Der Steinbrech

"Der Steinbrech ist kalt und hat starke Kräfte in sich, und zum Gebrauch eines Menschen, der einen zarten Körper hat, taugt er beim Essen nichts, weil er für seinen Körper zu stark wäre. Aber wenn im Magen oder in der Blase oder irgendwo im Körper des Menschen sich Schleim zusammenballt und sich so verhärtet wie ein Steinchen, dann zerstoße jener Samen vom Steinbrech in Wasser und er trinke das oft so nach dem Essen und nicht nüchtern, und so zerbricht jenes Getränk das, was im Menschen wie ein Steinchen hart und widerstrebend ist, und so wird jener Mensch geheilt werden..."


Hier finden wir ein erstklassiges Steinmittel. Ganz gleich, ob der Stein in der Blase oder in der Galle sitzt, man gebe eine Prise Steinbrechsamen in ein Glas Wasser und trinke dies nach jedem Essen und der Stein wird aufgelöst. Da diese Pflanze sehr selten ist, empfiehlt es sich, Steinbrech im Garten anzubauen.


Die Pfennigkrautmischung

"... Diesen Wein soll er neun Tage lang auf nüchternen Magen trinken, aber nur ein wenig nach dem Frühstück, und mit demselben Wein soll er sich eine fette Eisuppe bereiten und essen. Wenn er schlafen geht, soll er den Wein mit einem heißen Stahl erwärmen und dann trinken und sich mit einer warmen Decke zudecken, damit er schwitzt. Das soll er tun, bis er geheilt ist."


Dieses Rezept bietet sich bei jeder Form der Gelbsucht an, aber wegen der Schwere der Krankheit immer in Absprache mit einem Arzt.


Rezept:

60 g Pfennigkrautmischung in 1 Liter guten trockenen Wein legen und einige Tage dunkel stellen, dann 9 Tage lang vor und nach dem Essen etwas davon trinken. Am Abend etwas Wein (1 Likörglas) mit einem Tauchsieder erhitzen, trinken und im Bett nachschwitzen.


Kräftespiel - Der Hochmut - Die Demut

Der Hochmut:

"Meine Stimme schreit weithin über alle Berge. Wer könnte sich mit mir messen? Über Hügel und Felder breite ich meinen Mantel aus und will nicht, dass auch nur einer mir Widerstand leistet. Ich weiß, dass keiner mir gleicht."


Die Demut:

"Warum sollte ich nicht dulden, dass einer mir auch noch so schreckliches Unrecht zufügt, da doch der Schöpfer selbst vom Himmel herniederstieg, um die Menschen an sich zu ziehen? Ich hatte in den Höhen meine Heimat beim Schöpfer und stieg hernieder mit ihm auf die Erde und kann so an allen Enden der Erde wohnen. Daher bringe ich kein Wort trügerisch über meine Lippen wie ich sei dieser oder jener - wo ich doch gar nichts bin. Würde ich das behaupten, so wäre ich nicht die Sonne, die das Dunkel erhellt. Denn mit Gott durchdringe ich alle Finsternis. Daher vermag mich kein Sturm erschüttern, da ich in der vollen Güte mit Gott verweile."


Die Edelsteine - Der Chrysolith

"... und er hat fast eine Art lebensspendende Kraft in sich, so dass, wenn er bei dem neugeborenen Jungen eines Vogels oder eines anderen Tieres zu liegen kommt, von seiner Kraft so gestärkt wird, dass er schon vorzeitig beginnen würde, davonzulaufen..."


Die Kraft dieses Steines, die wie Hildegard sagt, etwas Lebensspendendes in sich hat, wäre hier vor allem zur Entwicklung von Kindern (Neugeborenen) einzusetzen. Man kann dem Säugling einen Chrysolith als Fußkettchen oder -anhänger geben.


"... Und dieser Stein stärkt das Wissen in dem Menschen, der ihn bei sich haben soll, so dass wer gutes Wissen und gute Kunst hat, diesen Stein auf sein Herz legen soll, und solange er dort liegt, schwindet das Wissen und die gute Kunst nicht in ihm..."


Der Chrysolith stärkt das bereits vorhandene Wissen und verstärkt die Kunstfertigkeit im Menschen. Heute kennt man den Namen "Chrysolith" kaum noch, er wird als Perdot oder Peridot im Edelsteinhandel angeboten.


Gebet - Unbeständigkeit

"O allwissender Gott, der das Gute schuf, ich zittere im Bewusstsein der Sünde. In der Reue erkenn' ich mich zwar, lasse sie aber nicht wirksam werden, und es bleibt mir die Angst."


Die Galle und ihre Erkrankungen

"... Der Mensch aber, bei dem die Galle größere Kräfte als die Schwarzgalle hat, kann den Zorn leicht bändigen. Jener, bei dem die Schwarzgalle stärker ist als die Galle, wird leicht zum Zorn gereizt... Die Schwarzgalle aber nimmt von schlechten, bitteren, unsauberen und schlecht zubereiteten Speisen zu..."


Hildegard gibt hier wieder einen Hinweis, dass gerade das richtige Essen und Trinken, im Zusammenhang mit Maßhalten und dem Verzicht auf Küchengifte und schlechte Essgewohnheiten, die Schwarzgalle beeinflusst. Wir sollten immer auf ein Gleichgewicht zwischen Schwarzgalle und Galle achten. Ein "hildegardisches" Essen fordert den Gallenfluss und bringt somit eine bessere Verdauung, während Küchengifte und Maßlosigkeit die Schwarzgalle überlaufen lassen und damit auch den Zorn herbeiführen.


Die Aloe und die Gelbsucht

"... Und wer Gelbsucht hat, der lege Aloe in kaltes Wasser, und morgens sowie wenn er schlafen geht, trinke er es, und er wird geheilt werden..."


Anwendung:

Man gibt Aloe in ein Glas Wasser und lässt dies mehrere Stunden ziehen, dann ohne umzurühren, trinkt man das Wasser und lässt die restliche Aloe, die unten im Glas übrig bleibt zurück, da Aloe eine stark abführende Tendenz hat.


Der Mond und das Beschneiden und Pflanzen von Bäumen und Weinstöcken

"... Das Beschneiden und Pflanzen erfolgt besser bei abnehmendem als bei zunehmendem Mond …wegen des aufsteigenden und überschüssigen Saftes beim zunehmenden Mond, schlagen sie nicht so gut Wurzeln und wachsen nicht so gut heran und kümmern dahin ... und viel Saft fließt aus ihnen heraus..."


Die Regel nach Hildegard: Schneiden Sie im März ihre Bäume und Weinstöcke bei abnehmendem Mond, damit sie nicht zu sehr Saft verlieren und mehr Fruchtfülle aufweisen können. Das Pflanzen von Bäumen erfolgt das ganze Jahr immer bei abnehmendem Mond, um so besseres Wurzelwachstum zu fördern.


Ernährungshinweise bei Gallenwegserkrankungen

"... Die Schwarzgalle aber nimmt von guten und wohlschmeckenden Speisen ab, dagegen von schlechten und schlecht zubereiteten Speisen zu ...Ebenfalls bei Krankheiten durch die verschiedenen Säfte nimmt die Schwarzgalle zu..."


Wohlschmeckende und gesunde Speisen, die Hildegard sehr wichtig sind und deren Verzehr sie empfiehlt, sind: Dinkel, Fenchel, Edelkastanien, Sellerie, Karotte und Habermus.

Erlaubte und gut verträgliche Getränke, vor allem bei Gallensteinen und -koliken sind: Fencheltee, Dinkelkaffee, Salbeitee, Dinkelbier und geringe Mengen verdünnter Rotwein.


Das Osterfest und der Vollmond

"...All das gilt auch für die Jahreszeiten, werden diese doch vom Mond geregelt, ebenso die Beschaffenheit der Luft, d.h. Regen oder Dürre des Sommers oder Winters. Alles wird von ihm geregelt, ist er ja die Mutter aller Jahreszeiten und, wie die Söhne einer Mutter nach ihr gezählt werden, werden alle Zeiten auch nach dem Mond gerechnet..."


Das Osterfest wird am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert.


Gedanken zu Ostern

"Denn als dieses unschuldige Lamm zum Heil der Menschen auf den Altar des Kreuzes gehoben worden war, erschien die Kirche im reinen Glanz des Glaubens durch ein unermessliches Mysterium im Himmel und wurde dem Eingeborenen Gottes durch die erhabene Majestät verbunden. Was bedeutet das? Als nämlich aus der Seitenwunde des Sohnes Blut entströmte, begann alsbald die Erlösung der Seelen."


Kräftespiel - Die Ausgelassenheit - Die Zucht

Die Ausgelassenheit:

"Was könnte dem Menschen schon Freude schaden, sie bringt wenigstens zum Lachen ...Was wäre auch ein Mensch, dem immer nur zum Sterben zumute ist? Nichts. Darum lasst uns fröhlich sein, solange es hier noch etwas zum Freuen gibt."


Die Zucht:

"...mit den ungepflegten Manieren verspielter Menschen gleichst Du unstetem Winde und in deiner Wechselhaftigkeit dem Gewürm, das im Erdreich wühlt ... Ich aber, ich bin ein Gürtel der Heiligkeit und ein Mantel der Ehrbarkeit. Zu des Königs Hochzeit bin ich geladen und erscheine dort mit Freuden und in Züchten. Strahlend trete ich dort auf, in aller Pracht der Gerechtigkeit."


Die Ingwer-Ausleitungs-Kekse

"Wenn ein Mensch ein Purgiermittel machen und einnehmen will, der nehme Ingwer, den halben Teil davon Süßholz und ein Drittel vom Ingwer Zitwer. Dieses pulverisiere er und siebe es fein..."


Die Ingwer-Ausleitungs-Kekse erhalten Sie als Fertigprodukt. Man nimmt morgens 1 Stück Keks nüchtern, vor dem Aufstehen, also noch im Bett, und lässt es langsam im Munde zergehen. Die Kekse bewirken eine milde Ausleitung über Leber, Darm und Nieren, wirken stoffwechselanregend und beseitigen Schlacken und Giftstoffe und krebserregende Fäulnisstoffe aus Magen und Darm. Denjenigen, die ihre Fastenkur jetzt im Frühjahr geplant haben, seien die Ingwer-Ausleitungs-Kekse zur Unterstützung sehr ans Herz gelegt!


Der Bärlauch

"Der Bärlauch hat nicht die rechte Wärme, sondern scharfe Feuchtigkeit ... Und roh ist er so schädlich und giftig zu essen wie der Saft unnützer Kräuter. Gekocht ist er gesund zu essen, weil durch das Feuer das Schädliche, das in ihm ist, vermindert wird. Gut ist er gekocht für jene, die Schüttelfrost oder Fieber oder Gicht haben. Jenen aber, die magenkrank sind, bereitet er sowohl roh als auch gekocht Schmerzen, weil er feucht ist."


Den Bärlauch, als wilder Knoblauch bekannt, nur in Speisen (als Gemüsebeilage) mitkochen, niemals roh verzehren! Der Magenkranke jedoch sollte ihn immer meiden, weil er ihm Schmerzen bereitet.


Das Essen bestimmter Geflügel

Der Strauß

"Ein Mensch aber, der Epilepsie hat, der esse oft Straußenfleisch und es verleiht ihm Kräfte. Aber auch für fette und starke Menschen ist sein Fleisch gesund zu essen, weil es deren überflüssiges Fleisch mindert und sie stark macht."


Das Huhn

"Und ihr Fleisch ist für gesunde Menschen gut... die Kranken aber erquickt es ein wenig. Wenn aber jemand sehr krank ist und dieses Fleisch oft isst, bereitet es in seinem Magen Schleim und macht den Magen so krank, dass er gegessene Speisen kaum verdauen kann, weil dieses Fleisch kalt ist..."


Die Gans

"... und sie ernährt sich von reiner und unreiner Nahrung ... taugt ihr Fleisch für Kranke nicht zum Essen, weil es im Menschen oft Schleim und Geschwüre bereitet ...Aber Menschen, die gesund sind, können das gegessene Fleisch irgendwie verkraften..."


Baden oder Saunen?

"Es ist dem Menschen nicht nützlich häufig im Wasser zu baden, es sei denn, er ist mager und dürr, kühlt leicht ab und erwärmt sich leicht, weil er kraftloses Fleisch hat. So einer kann im Wasser baden, damit er seinen Körper erwärmt und ihn anfeuchtet. Denen aber, die fettes Fleisch haben, schaden die Bäder ... außer sie baden nur selten, um den Schmutz abzuwaschen und steigen schnell wieder aus dem Bade..."


"Das Schwitzbad, das mit glühenden Steinen gemacht ist, passt für den dürren Menschen nicht, weil er sich dadurch noch trockener macht. Für den aber, der fettes Fleisch hat, ist es gut und nützlich, weil es die Säfte, die in diesem im Übermaß vorhanden sind, einschränkt und verringert..."


Hildegard meint, dass Baden oder Saunen nicht für jeden gleich gut ist. Die Regel nach Hildegard wäre: Magere Menschen sollten das Baden, dickere Menschen die Sauna vorziehen.


Das Apfelknospenöl gegen Kopfschmerzen

"Und wer durch eine Leber- oder Milzschwäche, oder von üblen Säften des Bauches oder Magens, oder von Migräne im Kopf leidet, der nehme die ersten Sprossen, d. h. die Knospen des Apfelbaumes und lege sie in Baumöl, und er wärme sie in einem Gefäß an der Sonne, und abends, wenn er schlafen geht, salbe er den Kopf mit diesem Öl und tue dies öfters, und er wird sich besser im Kopf befinden."


Herstellung:

Man sammelt eine Handvoll frische Apfelblütenknospen, gibt diese in eine Flasche aus weißem Glas und übergießt die Blütenknospen mit reinem Olivenöl. Das Gemisch wird ca. 4 Wochen der Sonne ausgesetzt und dabei öfters geschüttelt. Dann abseihen, niemals auspressen (!), eventuell mit einigen Tropfen Rosenöl (wegen des ranzigen Geruchs) vermischen und vor dem Schlafengehen Stirn und Schläfen leicht damit einmassieren. Dieses Mittel hat sich bestens bewährt.


Das Pappelholzbad gegen Rheuma

"...Aber wenn jemand unter Gicht leidet, oder wenn jemand einen kalten Magen hat, der nehme die Rinde dieses Baumes, wenn sie grün ist, und das äußere Holz bis zum inneren Kern (Harz), aber nicht das, was das Herz des Baumes genannt wird. Das schneide (der Kranke) in kleine Stücke und koche sie in Wasser und dann gieße er dieses Wasser mit den Hölzern in ein Fass und er bade darin. Und das tue er oft und die Gicht wird von ihm weichen..."


Das frische grüne Pappelholz schneidet man in kleine Stücke und kocht es kräftig im Wasser. Den Absud ins Badewasser geben und ca. 15 Minuten darin baden. Anfangs jeden zweiten Tag, nach Besserung des Zustandes nur noch 1 - 2 Bäder pro Woche.


Die Edelsteine - Der Chrysopras

"Und in welchem Glied auch immer den Menschen die Gicht plagt, der lege den Chrysopras auf seine nackte Haut, und die Gicht wird weichen... an welchem Ort auch immer dieser Stein ist, wo ein todbringendes Gift ist, dort verliert es (das Gift) seine Kräfte, so dass es ohne Kräfte schwach wie Wasser wird..."


Der Chrysopras ist der Rheuma- und Gichtstein. Man legt einen Trommelstein entweder direkt auf die schmerzende Stelle oder trägt einen Chrysopras als Kette, Armreif oder Anhänger auf der bloßen Haut und fixiert ihn hier. Auch legt man den Stein in ein Getränk (zum Beispiel Fencheltee) und trinkt dieses, damit sich die inneren Giftstoffe verändern und somit eine gezielte Ausleitung erfolgen kann. Dies hat sich bestens in der Praxis bewährt.


Das Schröpfen

"...Wer sich schröpfen lassen will, muss dies nüchtern tun ... Indessen ist das Schröpfen für junge Menschen mehr geeignet als für alte Menschen... Der Aderlass eignet sich für alte Menschen mehr..."


Beim Schröpfen wird in einem Glas mittels Feuer ein Vakuum erzeugt, welches die unter der Haut vorhandene Lymphe und die darin befindlichen schleimhaltigen Säfte an sich zieht. Der Patient sollte nüchtern zum Schröpfen gehen. Bei alten Menschen würde sich anbieten, nur 1 x im Monat zu schröpfen und auf einen regelmäßigen Aderlass (1- bis 2-mal/Jahr) zu achten.


"Schröpfen ist zu jeder Zeit nützlich und gut, damit die schädlichen Säfte und Schleime, die sich im Menschen befinden, vermindert werden ... Die aber viel weiches und fettes Fleisch haben, können sich in einem Monat zweimal durch Schröpfen Blut entziehen lassen..."


Das Schröpfen ist ein mögliches Entgiftungsverfahren bei Hildegard, das die schlechten und verschleimten Säfte (Lymphe) aus dem Körper zieht.


Diäthinweise für Rheuma- und Gichtkranke

"... Für solche, die Gicht haben, ist die Zwiebel gekocht besonders gut...

Das Essen von Hirschleber nimmt die Gicht...

Wird Dill gekocht, beseitigt er den Gichtstoff...

... Bertram ist gut zu essen (als Gewürz), weil er die Fäulnis mindert..."


Gebet - Göttliche Gebote

"Wie die Mühle mit Hilfe des Wassers das Korn zum Genüsse zermahlt, will ich alle deine Gebote mitten im Sturzbach des Leibes meiner schwachen Menschennatur erforschen und eifrig erfüllen."


Kräftespiel -Die Schlemmerei - Die Enthaltsamkeit

Die Schlemmerei:

"Gott hat alles geschaffen, sollte ich es mir daher an irgendetwas fehlen lassen? ... auch Gott will ja, dass der Mensch Sorge trage für sein leibliches Wohl."


Die Enthaltsamkeit:

"... Du stopfst dich so voll du Schlemmer, dass deine Adern beinahe platzen und sich in Krämpfen winden. Wie der Regenguss das Land umwühlt, so bringt auch der unmäßige Genuss von Fleisch und Wein dem Menschen nur gotteslästerliche Verblendung!"

Die Brennnessel als "Frühjahrsputz"

"... wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen des Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt ..."


Das Brennnesselöl gegen Vergesslichkeit

"Ein Mensch, der gegen seinen Willen vergesslich ist, soll eine Brennnessel nehmen, sie zu Brei zerstampfen und ein wenig Olivenöl beigeben. Wenn er schlafen geht, soll er seine Brust und Schläfen damit einreiben und dies oft tun, und die Vergesslichkeit in ihm wird abnehmen..."


Dieses Mittel wirkt prompt bei jenen Menschen, die noch nicht vergesslich sein wollen. Ist der Mensch bereits abgestumpft oder senil, wirkt es nicht mehr.


Rezept:

Frische, bei zunehmendem Mond gepflückte Brennnessel zerstoßen, den Saft auspressen oder im elektrischen Entsafter Frischsaft gewinnen und mit etwas Olivenöl vermengen. Vor dem Schlafengehen, zuerst die Brust und dann beide Schläfen - die Reihenfolge wie angegebenen einhalten - einreiben. Diese Einreibungen über eine längere Zeit (1 - 2 Monate) hinweg tun.


Die Sterne

"Die Sterne lassen manchmal viele Zeichen an sich sehen, je nachdem, was die Menschen gerade tun und wie sie sich dabei verhalten. Aber sie offenbaren weder die Zukunft noch die Gedanken der Menschen, sondern nur das, was der Mensch bereits als seine Absicht kundgetan hat oder in Wort und Tat kundtut, weil dies die Atmosphäre aufnimmt. Sie teilt es den Sternen mit, und sie offenbaren auf diese Weise sogleich die Werke des Menschen. Gott schuf die Sterne zum Dienst am Menschen..."


Hildegard sagt damit ganz klar, dass es keine Astrologie, also Deutung aus den Sternbildern, gibt. Hildegard von Bingens "Astronomie" ist eine ganz präzise Deutung des jeweiligen Jahresteils (Monats) und des damit übertragenen Charakterzuges, den jener Mensch erhält, der in diesem Monat geboren ist. Hildegard meint aber auch, dass alle Worte und Taten wie Wellen in die Atmosphäre gehen, um dann zurückzukehren, gute wie böse.


Das Farnbad gegen Gicht, Rheuma, Arthritis oder Arthrose

"... Denn wer an Gicht leidet, der nehme Farn, wenn er grün ist,

und er koche ihn in Wasser, und in diesem Wasser bade er oft, die Gicht wird weichen."


Die Schlüsselblume

Die Schlüsselblumen zur Aromatherapie gegen Depressionen

"...Aber dieses Kraut empfängt hauptsächlich seine Kräfte von der Kraft der Sonne. Daher unterdrückt es die Melancholie im Menschen ... Daher lege dieser Mensch das Kraut auf das Fleisch und an sein Herz, damit es davon warm werde..."


Man ruhe ca. 1 Stunde mit einer Handvoll gelber Schlüsselblumen auf das Herz gelegt und fühlt sich danach wie befreit von seiner Schwermut.


Der Spitzwegerich

"... und wer von Stechen geplagt wird, koche seine Blätter im Wasser, und nachdem das Wasser ausgedrückt ist, lege er diese warm auf den Ort, wo es schmerzt, und das Stechen wird weichen."


Hier ist es gleich, ob Spitzwegerich oder Breitwegerichblätter benutzt werden. Man kocht eine Handvoll im Wasser, drückt sie leicht aus und macht für etwa eine Stunde damit eine Kompresse. Das hat sich bei rheumatischen Schmerzen schon oft bewährt.

Der fünfte Monat

"Das harte Ringen der Natur geht in diesem Jahresteil über zu einer lieblichen, leichten Zeit. Der Mai trägt die herrlichsten Düfte der Blüten und macht so die Herzen der Menschen froh. Man kann hier schon deutlich die ersten sprießenden Früchte erkennen, die vor allem den stark ausgeprägten Geschmackssinn des Menschen erfassen. Der Mensch, der in diesem Monat geboren wurde, hat von Natur aus viel Freude mitbekommen, ihm fehlt die Kälte und der Starrsinn. Mit aller Schärfe seiner Vernunft, unterscheidet er von Grund auf alles ihm Sichtbare. Nur so kann er seiner Natur entsprechend sorglos, glücklich leben."


Die richtige Vene beim Aderlass

"...Wer nämlich viel Phlegma im Kopf oder in der Brust hat oder wem der Kopf dröhnt, so dass dadurch sein Hörvermögen erheblich gestört ist, soll der Kopfader Blut entnehmen, sich jedoch vorsehen, dass er dort nicht viel Blut entnimmt... denn sonst verschlechtern sich dadurch die Augen ...


Wer aber ein trauriges Herz oder eine gedrückte Stimmung hat und wer in einer Seite oder in der Lunge Schmerzen hat, soll an der Mittelader Blut entnehmen, aber nur wenig, damit er die Kraft des Herzens behält...


Wenn jemand in der Leber oder in der Milz Schmerzen hat oder wenn jemand im Hals oder im Rachen Atembeschwerden verspürt oder wer an einer Augenschwäche leidet, soll an der Leberader Blut entnehmen und es wird ihm besser gehen..."


Der Arzt oder Heilpraktiker, der mit Hildegard-Heilkunde vertraut ist, entscheidet, welche Vene für den Patienten die entscheidende ist.


Das Rosenöl

.Aber die Rose ist auch gut zu Tränken und zu Salben und allen Heilmitteln ... und sie sind um so besser, wenn ihnen Öl von der Rose beigefügt wird..."


Also allen selbst hergestellten Salben etwas Rosenöl beifügen.


Die Heilsalbe aus Rosen

"... Die Rose werde genommen und zur Hälfte davon Salbei unter Beigabe von frischem Fett, das zerlassen ist. Und dies soll gleichzeitig in Wasser gekocht werden, damit daraus eine Salbe werde, und wo der Mensch vom Krampf oder von der Lähmung geplagt wird, dort soll er mit der Salbe gesalbt werden, und es wird ihm besser gehen..."


Lebensregel - Über das Essen und Trinken

"Wenn also ein Mensch isst und trinkt, werden seine Gefäße mit dem Saft von den Speisen und Getränken ausgefüllt und erwärmt, und jener Saft wärmt in den Gefäßen das Blut und die Flüssigkeit, und das Blut, das im Fleisch ist, zieht vom Saft in den Gefäßen seine rote Farbe an."


Da das eigene Wohlbefinden sehr von der richtigen Ernährung abhängt, sollte man immer darauf achten, dass man "das Richtige" isst. Hildegards Ernährungshinweise basieren auf der "Subtilität" (Heilwert der Lebensmittel), der "Viriditas" (Grünkraft/ Lebensenergie) und auf der "Discretio", dem Maßhalten. Als Grundlage der "richtigen" Ernährung nach Hildegard steht an erster Stelle der Dinkel.


Die Akelei

"... Und der, in dem Skrofeln zu wachsen beginnen, der esse oft rohe Akelei und die Skrofeln nehmen ab."


Skrofeln sind geschwollene Lymphdrüsen am Hals, auch Polypen gehören dazu. Der Kranke sollte nach Hildegard eine Akeleipflanze im Garten, Blumenbeet oder auf der Fensterbank haben und täglich ein frisches Blatt davon essen. Auch bei beginnender Mandelentzündung hat sich diese Anwendung bestens bewährt. Im Winter ersatzweise Akeleitinktur aus der Apotheke verwenden (1 - 3 Tropfen direkt in den Mund geben).


Gebet - Klage der Seele im Leib

"Ach, ach, du faulende Asche, warum nur bin ich jemals in dich hineingesenkt worden von meinem Gott, in deine Bedürfnisse derart verstrickt, dass ich auf teuflische Einflüsterung böse Werke mit dir vollbringe?"


Die Veilchensalbe

"Nimm Veilchensaft und zum dritten Teil dieses Saftes Olivenöl und gemäß der Menge des Veilchensaftes Bockstalg ... die Körperstelle, wo Krebse den Menschen anfressen, salbe damit rund-herum ein und auch darüber ...Aber auch andere Geschwüre reibe mit der Salbe ein, wo der Mensch zu leiden hat. Und wenn einer am Kopf leidet, salbe ihn damit quer über die Stirn."


Die Veilchensalbe ist hervorragend bei Brustkrebs, als Narbensalbe, bei starken Kopfschmerzen und Herpes.


Der Weizen

"... Und wenn man rechtes Mehl aus Weizen macht, dann ist das aus diesem Mehl gemachte Brot gut für Gesunde und Kranke und bereitet rechtes Fleisch und rechtes Blut im Menschen. ..Wer aber Weizen ungemahlen mit ganzen Körnern kocht und nicht in der Mühle gemahlen, und ihn so wie eine andere Speise isst, der bereitet in sich weder rechtes Blut noch rechtes Fleisch, sondern viel Schleim, so dass der Weizen kaum verdaut wird..."


Als Feinmehl und überhaupt in jeder Form ist der Dinkel jedem anderen Mehl vorzuziehen.


Das Roggenbrot

"... Das aus ihm (dem Roggen) bereitete Brot ist für gesunde Menschen gut und macht sie stark. Und für jene ist es gut, die fettes Fleisch haben, weil es ihr Fleisch mindert, aber dennoch macht es sie stark. Aber für jene, die einen kalten Magen haben, und dadurch sehr entkräftet werden, ist er nachteilig, weil ihre Schwäche ihn nicht zur Verdauung bewältigen kann..."


Die Edelsteine - Der Saphir

"...Aber auch ein Mensch, der ganz von Gicht geplagt ist, so dass er im Kopf und in seinem übrigen Körper wegen allzu großer Bedrückung keine Geduld haben kann, der lege diesen Stein in seinen Mund, und die Gicht in ihm wird weichen ... Und wer im Zorn stark bewegt wird, der lege sogleich den Saphir in seinen Mund, und so wird der Zorn gelöscht und weicht von dem Kranken ..."


Der Saphir hilft bei Gicht, Rheuma oder Ungeduld, wenn man ihn in den Mund nimmt. Immer einen Stein ohne Fassung oder Metall verwenden!


Kräftespiel - Die Wollust, Unzucht - Die Keuschheit

Die Wollust:

"Diese Figur von einem Gottesbild, die will ich in den Schmutz ziehen, wenn es Gott auch noch so lästig ist. Auf diese Weise nämlich kann ich alle verderben. Denn ich habe schließlich meine eigene Herrlichkeit...

Mag der Himmel seine eigene Gerechtigkeit haben - auch die Erde hat ihre Verpflichtungen..."


Die Keuschheit:

"Auf deinem Lager, auf dem du dich rumwälzt, möchte ich nicht liegen - wo du gleichsam die Schändung herausforderst. Ich sitze im hellen Licht der Sonne und schaue nur auf den König der Könige, da ich meine guten Werke aus freien Stücken wirke. Im Wohlklang des frohen Lebens besitze ich die Freuden der Redlichkeit und Schamhaftigkeit und es wird weder durch die Schmähungen der Unzucht gestört, noch durch die Unkeuschheit besudelt..."


Die Rose - Die Lilie - Der Salbei

"... und wer jähzornig ist, der nehme die Rose und weniger Salbei und zerreibe es zu Pulver. Und in jener Stunde, wenn der Zorn ihm aufsteigt, halte er es an seine Nase. Denn der Salbei tröstet, die Rose erfreut ...Auch der Duft der Lilie erfreut das Herz des Menschen und bereitet ihm richtige Gedanken..."


Mischen Sie Ihr eigenes Duftöl aus Rosenöl, Lilienöl und Salbeiöl und erfreuen Sie damit Herz und Seele.


Die Gewürze - Das Salz

"Das Salz ist sehr warm, etwas feucht und zu vielerlei nützlich. Wenn der Mensch Speisen ohne Salz isst, so wird er innerlich schlapp (lau). Isst er sie aber mäßig mit Salz temperiert, stärkt und heilt es ihn. Zu stark gesalzene Speisen machen ihn innen trocken und schädigen ihn, denn zu viel Salz trocknet die Lunge aus, weil diese nach Feuchtigkeit verlangt. Auch greift das Salz dann auf die Leber über und verletzt sie etwas, obwohl die Leber stark ist und mit dem Salz fertig werden kann. Darum soll der Mensch jede Speise so salzen, dass das Salz nicht vor der Speise herausschmeckt."


Beim Salzen ist wieder "Maßhalten" angesagt. Hildegard zeigt uns, dass der mäßige Salzgenuss wichtig für den Körper ist.


Die Tiere

Der Hund

"Der Hund ist sehr warm und er hat für sich etwas Gemeinsames und Natürliches im Gebaren des Menschen und daher spürt und versteht er den Menschen und liebt ihn und verweilt gerne bei ihm... Und der Hund merkt den Hass und den Zorn und die Unredlichkeit im Menschen, und er knurrt dann oft gegen ihn... Wenn aber ein Dieb im Hause ist oder ein Mensch, der den Willen zum Stehlen hat, dann knurrt er gegen ihn und ergrimmt und hat ein anderes Verhalten gegen ihn als gegen einen anderen Menschen, und er geht ihm nach und prüft mit der Nase dessen Geruch ... und auf diese Weise kann der Dieb erkannt werden..."


Da Hildegard in ihren Visionen die gesamte Schöpfung schauen durfte, finden wir in ihrer "Physica" auch sehr viele Tiere beschrieben.


Die Edelsteine

"... Und so entstehen die Edelsteine vom Feuer und vom Wasser,

daher haben sie auch Feuer und Feuchtigkeit in sich, und sie enthalten auch viele Kräfte und viele Wirkungen der Kunstwerke, so dass vielerlei Arbeiten mit ihnen gemacht werden können, und zwar solche Werke, die gut und ehrbar und dem Menschen nützlich sind ... Die übrigen Steine, die in verschiedenen Erden und verschiedenen Gegenden entstanden sind, und die sich verschiedene Naturen und verschiedene Farben aus den Erden, in denen sie entstanden sind, zuziehen, diese taugen nicht viel als Heilmittel..."


Edelsteine, die bei Hildegard also nicht als Heilmittel aufgeführt sind, haben aber eine allgemeine positive Ausstrahlung und können als Schmucksteine gesammelt werden.


Die Harmonie zwischen Leib und Seele

"Solange Körper und Seele miteinander zu leben haben, tragen sie einen gewaltigen Konflikt miteinander aus, da die Seele leidet, wo immer das Fleisch an Sünden ergötzt wird... Die Seele hebt ihren Leib und hält ihn für ein schönes Gewand und eine erfreuliche Zier ... Der Mensch wandte sich "gegen Norden", die Gegend der Gottesferne ... seitdem ist das Verhältnis Seele-Leib belastet, und es fällt oft schwer, die beiden in Übereinstimmung zu bringen..."


An diesen Texten kann man erkennen, wie wichtig es für Hildegard ist, die eigenen Schattenseiten (Kummer, Sorgen, Leiden) näher zu betrachten und eine gute Einstellung dazu zu gewinnen, um Körper und Seele in Einklang und Harmonie zu bringen, wozu nach ihrer Ansicht auch das Verhältnis des Menschen zu Gott gehört.


Der Wermutwein

"Der Wermut ist sehr warm und sehr kräftig und ist der wichtigste Meister gegen alle Erschöpfungen ... Und wenn der Wermut frisch ist, zerstoß ihn, und drücke seinen Saft durch ein Tuch, und dann koch Wein mit Honig ein wenig, und gieß diesen Saft in den Wein, so dass derselbe Saft den Wein und den Honig an Geschmack übertrifft, und trink diesen nüchtern vom Mai bis zum Oktober jeden dritten Tag, und es unterdrückt die Melancholie in dir, und es macht deine Augen klar, und es stärkt das Herz, und es lässt nicht zu, dass die Lunge krank wird, und es wärmt den Magen und reinigt die Eingeweide, und es bereitet eine gute Verdauung."


Rezept:

3 l naturreinen Wein mit ca. 240 - 400 g naturreinem Honig aufkochen und ca. 50 ml frisch gepressten (bei zunehmendem Mond, kurz vor Vollmond im April oder Mai ernten und essen!) Wermutsaft dazugeben. Noch warm in saubere (sterile) Flaschen füllen und sofort verschließen. Kühl aufbewahren. Getrunken wird von Mai bis Oktober jeden dritten Tag nüchtern ein Likörglas voll. Dies stärkt alle inneren Organe, hilft gegen Erschöpfungszustände, unterstützt Herz- und Kreislauf, ist anzuwenden bei Verdauungsschwächen jeder Art genauso wie bei allen Nierenschwächen und Depressionen. Außerdem stärkt der Wermutwein die Lunge, wärmt den Magen und ist gleichzeitig als Reinigungsmittel für unseren Körper anzusehen. Auch die Augen profitieren von ihm.


Die wahre Liebe

"... Der Mensch ist himmlisch und irdisch. Himmlisch ist er durch das Wissen um das Gute in seiner vernunftbegabten Seele, und durch die Erkenntnis des Bösen ... Die Liebe, die mit der Enthaltung von Sünden den Glauben begründet und die Reinheit in der Kraft der Geduld auferbaut, gleicht einer Säule, die die vier Wände eines Hauses trägt ... Der Heilige Geist entzündet dich mit dem Feuer seiner Liebe, damit du ihm unermüdlich in Liebe und Treue dienst, bis du einst würdig wirst, ein lebendiger Stein des himmlischen Jerusalem zu sein ... Und so ordnete er in uns die Liebe. Die Liebe ist nämlich ein unauslöschliches Feuer, aus dem die Funken des wahren Glaubens sprühen..."


Die Mutterkrautsalbe

"Ein Mensch aber, der an stechenden Schmerzen leidet, der vermische Mutterkrautsaft mit Kuhbutter und er salbe sich, wo es schmerzt, und er wird geheilt werden."



Die Mutterkrautsalbe hat sich bewährt bei Darmkoliken, prämenstrualen Schmerzen, Adnexschmerzen und Krämpfen.


Die Edelsteine - Der Hyazinth

"... Dieser Stein vermag viel gegen Trugbilder... Wer aber schon in Sinnlichkeit brennt, der blicke einen Hyazinth eindringlich an."


Die Edelsteinmedizin wirkt gerade bei den so genannten "schweren oder unheilbaren" Krankheiten oft unterstützend und mit einem verblüffenden Ergebnis.


Die Empfängnis eines Menschen

"... danach kommt der Hauch des Lebens und berührt dieses Gebilde, ohne dass es die Mutter weiß, wie ein heftiger warmer Wind und strömt hinein ...Aber noch ist in dieser Gestalt eine so große Schwäche, dass sie sich nicht bewegen kann, sondern nur daliegt, schläft und nur wenig atmet ... Nun bewegt sich das Kind, und die Mutter fühlt es und von da an bleibt es immer in Bewegung."


Die Edelsteine - Der Amethyst

"... Ein Mensch aber, der Flecken in seinem Gesicht hat, der mache den Amethyst mit seinem Speichel feucht, und mit dem so befeuchteten Stein bestreiche er die Flecken ... Und er wärme auch Wasser am Feuer, und er halte den Stein über das Wasser ... und lege ihn auch in das Wasser ... mit diesem Wasser wasche er oft sein Gesicht und er wird eine zarte Haut und schöne Farbe im Gesicht haben..."


Bei Pigmentflecken im Gesicht, Altersflecken und Hautunreinheiten einen Amethysttrommelstein mit Speichel befeuchten und über die Stelle reiben. Wäscht man sich oft mit dem Kondenswasser des Amethysts (Stein über kochendes Wasser halten), erhält man eine schöne Haut.


Die Edelsteine - Der Amethyst

"... Und wenn eine Spinne den Menschen an seinem Körper gestochen hat, so streiche er dort mit dem Stein über den Stich und er wird geheilt werden..."


Der mit Speichel befeuchtete Amethysttrommelstein hat sich bestens bewährt bei jeder Art von Insektenstich, wo Gift in den Körper gelangt. Man heftet hierzu den befeuchteten Stein am besten mit einem Pflaster über die betroffene Stelle.


Die Lust des Menschen

"... Die weibliche Lust kann man mit der Sonne vergleichen ... Würde die Frau immer in der Hitze ihrer Lust verbleiben, wäre sie nicht fähig zur Empfängnis und zur Zeugung ...Wenn die Lust im Weibe aufsteigt, ist sie bei ihr geringer als beim Mann ... Wenn beim Mann der Sturm der Leidenschaft ausbricht, wirbelt er in ihm wie ein Mühlenrad herum..."


Die Edelsteine - Der Sardonyx

"... Und er hat wirksame Kräfte in seiner Natur, und verleiht den fünf Sinnen des Menschen einige Kraft, und er ist für sie ein gewisses Heilmittel... Denn wenn der Mensch ihn bei sich auf seine nackte Haut legt und ihn auch oft in seinen Mund nimmt, so dass sein Atem ihn berührt, ihn dann wieder herausnimmt und ihn dann wieder in sich nimmt, dann werden davon der Verstand, das Wissen und alle Sinne seines Körpers gestärkt, und so werden von diesem Menschen der große Zorn und die Dummheit und die Liederlichkeit weggenommen..."


Dieser Stein stärkt unter anderem unsere fünf Sinnesorgane und ist eine wichtige Hilfe bei Konzentrationsschwäche. Zur Kräftigung der Sinnesorgane trägt man am besten einen Anhänger, den man öfters in den Mund stecken sollte.


Das Feuer der Seele -Das Temperament des Menschen

"Die Seele des Menschen ist feuriger Natur. Sie zieht die vier Elemente an und befähigt dadurch den Menschen, sehend, hörend und auf ähnliche Weise aktiv herumzugehen. Die Seele ist eine gewisse Kraft im Menschen wie das Feuer im Wasser. Der Mensch könnte nicht ohne Seele leben, wie auch das Wasser nicht ohne das Feuer fließen könnte, wenn es das Feuer nicht in sich spüren würde."


Je nachdem, welches Element besonders im Menschen vorherrscht, so ist es nach Hildegard mit seinem Temperament bestellt. Ist es die Luft, haben wir nach Hildegard eher einen "luftigen Menschen", einen "Luftikus", ist es hingegen die Erde, ist dieser Mensch eher "schwerfällig", bodenständiger. Das Wasser lässt eher auf einen "kaltblütigen" und das Feuer auf einen "heißblütigen" Menschen schließen.


Die Schwertliliensalbe

"Die Schwertlilie ist warm und trocken und ihre ganze Kraft liegt in der Wurzel, und ihre Grünkraft steigt in die Blätter auf. Im Mai aber nimm den Saft ihrer Blätter und mache Fett in einer Schüssel flüssig und füge diesen Saft bei und bereite so eine Salbe, so dass diese grün erscheint. Und jenen, der die kleine Krätze hat, den salbe oft mit dieser Salbe und er wird geheilt werden."


Diese Salbe ist eine hervorragende Hilfe bei kleineren Hautproblemen. Sie hat sich vor allem bei Kindern mit Ausschlägen, Rötungen etc. bewährt. Da diese Salbe speziell im Mai hergestellt werden soll, verwenden wir als Fett am besten die Mai-Butter von Kühen. Diese Butter kann schnell ranzig werden, daher sollte man die Salbe in kleine Portionen aufteilen, einen Teil im Kühlschrank aufbewahren und den Rest einfrieren.


Rezept:

Butter weich werden lassen und den Saft von ausgedrückten Schwertlilienblättern dazugeben, bis die Salbe richtig tiefgrün verfärbt ist.


Die Schwertlilie als Schönheitsmittel

"Und wer im Gesicht harte Haut hat wie Rinde, oder wer dort beulig ist, oder wer eine schlechte Farbe hat, der drücke den Saft ihrer Blätter aus und gieße ihn in ein Gefäß zum Wässer aus großen Flüssen ... und er erwärme dies gleichzeitig ein wenig. Und so wasche er sein Gesicht mit diesem Wasser und diesem mäßig erwärmten Saft, und dies tue er oft, und es macht eine angenehme Haut und eine gute und schöne Farbe im Gesicht."


Hier haben wir das ideale Schönheitswasser. Man gibt den Saft von Schwertlilienblättern in destilliertes Wasser und erwärmt dieses etwas. Mit diesem erwärmten Schwertlilienwasser wäscht man das Gesicht und eventuell den Körper. Fahle, welke und faltige Haut sieht gleich strahlender aus.


Der sechste Monat

"In diesem Monat machen die Früchte Fortschritte und ihre Reifung liegt schon in der Luft. Dieser trockene Monat prägt den Früchten Wachstums- und Vermehrungskraft ein. Der Mensch, der in diesem Monat geboren ist, hat seine Wärme von der Natur und kann sie, richtig entwickelt, zu voller Reife bringen. Er hat aber auch starke Schultern, um jede Arbeit, sowohl körperlich als auch geistig auf sich zu nehmen und sie zu Ende zu führen. Dazu ist vor allem der zweite Sinn, das Gehör, das Zuhören, für ihn ein wichtiges Detail. Und so wie die berühmte Schafskälte im Juni eine Abkühlung in der Natur mit sich bringen kann, wird diesem Menschen als besondere Charakterstärke, oft durch ernüchternde Abkühlung seines übereifrigen Tuns, auch ein konsequentes Durchhaltevermögen, selbst bei den schwierigsten und weniger vorteilhaften Unternehmungen gegeben."


Der Hauswurz gegen männliche Unfruchtbarkeit

"... Und wenn ein Mann in seinem Samen trocken wäre, so dass ihm, ohne dass er ein Greis wäre, der Samen fehlt, soll er so lange Hauswurz in Ziegenmilch einlegen bis der Hauswurz ganz von jener Milch durchtränkt ist, und dann soll er sie in dieser Milch kochen unter Beigabe einiger Eier, so dass es eine Speise sein kann. Und so soll er es während drei oder fünf Tage essen, und sein Samen wird die Zeugungskraft wieder erlangen, und er wird Kinder bekommen..."


Diese Zubereitung hilft nur bei männlicher Unfruchtbarkeit, nicht aber bei Unfruchtbarkeit der Frau.


Der Mond und das Sammeln von Kräutern

"Wenn edle, gute Kräuter bei zunehmendem Mond vom Erdboden abgeschnitten oder mit den Wurzeln aus der Erde gezogen werden, wenn sie in vollem Saft stehen, eignen sie sich besser zur Zubereitung von Latwergen, Salben und jeder Medizin, als wenn man sie bei abnehmendem Mond sammelt."


Also Kräuter zur Herstellung von Heilmitteln immer bei zunehmendem Mond ernten!


Das Johanniskraut

"Das Johanniskraut ist kalt und taugt für das Vieh auf der Weide. Für die Medizin jedoch taugt es nicht viel, weil es ein verwildertes und vernachlässigtes Kräutlein ist."


Das viel gepriesene Johanniskraut ist bei Hildegard nicht zu Heilzwecken und zur Heilmittelherstellung zu gebrauchen. Es ist ein Kraut, das lediglich für die Tiere auf der Weide - Kühe, Schafe, Ziegen - nützlich ist.


Die Ursache für die Monatsblutung

"Wie ein starker Wind auf einem Fluss einen Sturm auslöst, so wird auch in allen Säften der Frau eine stürmische Bewegung ausgelöst, so dass diese Säfte sich mit dem Blut mischen, dabei ziemlich blutig werden und so mit dem Blut gereinigt werden... Vom fünfzigsten oder manchmal auch sechzigsten Lebensjahr an bekommt die Frau im Bereich ihrer Leibesöffnungen Komplikationen und trocknet dort aus..."


Man sieht an dieser Aussage Hildegards, wie wichtig es ist, das eine Frau recht lange die Monatsregel hat.


Die Mutterkraut-Sauna bei verhaltener Monatsblutung

"... sie soll damit solange fortfahren, wie sie im Bade sitzt, damit durch die Säfte jener Kräuter ihre Haut und ihr Fleisch von außen und ihre Gebärmutter innerlich erweicht werden und die Gefäße der Gebärmutter, die verschlossen sind, geöffnet werden..."


Diese - vielleicht umständehalber nicht für jeden durchführbare - Anwendung wird empfohlen bei verhaltener Monatsblutung, Ausbleiben oder Fehlen der Menstruationsblutung und schmerzhafter Regelblutung.


Rezept:

Die gleiche Menge Mutterkraut und Rainfarn (je ca. 70 g) sowie etwas mehr Königskerzenkraut (ca. 90 g) im klaren Wasser ca. 5 Minuten kochen, abseihen, die Kräuter und das Kochwasser mit in die Sauna nehmen. Die warmen Kräuter in der vorbereiteten (aufgeheizten) Sauna auf einen Hocker geben, auf den sich die Frau setzt und dabei die warmen Kräuter bis zum Nabel hinauf auflegen. Sobald die Kräuter erkaltet sind, gibt man sie wieder ins heiße Kochwasser, erwärmt sie so und beginnt den Vorgang von neuem. 3- bis 5-mal wiederholen. Bei verhaltener Monatsregel sollte dies täglich einmal solange durchgeführt werden, bis sich die Regelblutung wieder einstellt, aber mindestens über 5 - 15 Tage. Unbedingt genauestens an die Anleitung halten!


Der Lindenspanring

"Aber nimm vom Stamm, nicht aber von den Zweigen dieses Baumes die Rinde weg bis zum weißen Holz, wenn er im Sommer grünt, und dann schneide vom Holz Späne, und lege das in einen durchbohrten, goldenen Ring .... Und trag jenen Ring immer an deinem Finger, so dass die Wärme deines Fingers zu jenem Span aufsteige und die Kraft jenes Spans deinen Finger und dessen Adern berühre, und dies (ist) eine sehr starke Kraft gegen die gefährlichsten Krankheiten des Menschen und hält sie vom Menschen fern..."


Mit diesem Ring gibt uns hier Hildegard ein außergewöhnliches Heilmittel zur Hand gegen die schwersten und gefährlichsten Krankheiten und Seuchen.


Der Weinessig

"Der Essig kommt vom Wein und ist nützlich für alle Speisen, dass er den Speisen so zugegeben wird, dass er ihnen den Geschmack nicht wegnimmt, sondern ein wenig wahrgenommen wird. So reinigt der Essig, mit der Speise genommen, den Unrat im Menschen und mindert die Säfte und die Speise nimmt den rechten Weg in ihm."



Der Honig

"... ein Mensch, der dick ist und der oft Honig isst, bekommt Schleim und Auszehrung davon. Aber wenn ein dürrer und magerer Mensch gekochten Honig isst, wird er nicht sehr davon geschädigt. Der gekochte Honig, wenn er sehr gut abgeschäumt ist, schadet dem Fetten und Mageren, dem Gesunden und Kranken nicht viel. Aber wenn jemand die Honigwabe mit dem Wachs isst, erregt das die Melancholie in ihm..."


Honig ist bei Hildegard ein wichtiges Mittel zur Herstellung von verschiedenen Heilmitteln. Keinesfalls aber sollte er als Zuckerersatz genommen werden, da er nach Hildegard die Gesundheit nicht fördert und eher sogar schaden kann. Zum Süßen lieber Roh-Rohrzucker (Succanat) verwenden.


Die Morgenröte

"Dass die Sonne am Morgen, wenn sie aufgeht, rot ist, kommt von der Kälte und Feuchtigkeit der Atmosphäre .... Ähnlich ist es spät am Tag, wenn die Sonne gegen Abend rot ist. Dies kommt von der Kälte in der Atmosphäre, weil dann die Sonne im Ozean versinkt."


Das Wacholderdampfbad

"Aber nimm auch seine grünen Zweiglein und koche sie in Wasser, und mach mit diesem Wasser ein Dampfbad."


Man macht aus einigen Wacholderzweigen einen Absud, indem man sie ca. 10 - 20 Minuten in Wasser kocht und dieses dann abseiht. Daraus kann man einen Saunaaufguss machen. Dieses Mittel wirkt gegen Fieber, vor allem bei allergischen Hautausschlägen und ihren Nebenwirkungen.


Das unvernünftige Fasten

"Wenn manche Menschen auf übertriebene Weise beim Essen enthaltsam sind, so dass sie ihrem Körper die richtige, angemessene Stärkung durch das Essen nicht gewähren, und wenn dann auch noch die einen inkonsequent und leichtfertig und die anderen mit vielen schweren Krankheitserscheinungen zu tun haben, dann kommt es manchmal vor, dass in ihrem Körper sozusagen heftige Unruhen entstehen, weil die Elemente in ihnen gegeneinander aufgebracht werden..."


Wer vernünftiges Fasten durchführen will, sollte dies unter fachlicher Anleitung, am besten in einer Gruppe Gleichgesinnter tun. Jemand, der durch Krankheit geschwächt ist, probiere es (nach Absprache mit seinem Arzt) mit einer Dinkel-Reduktions-Fastenkur. An 3 Tagen in der Woche wird nur gekochter Dinkel in jeder Form - Grieß, Flocken, Schrot, Kernotto etc. -zu sich genommen, eventuell zusammen mit gekochtem Gemüse oder Obst. Zwischen diesen Dinkel-Tagen wird immer ein Normalkosttag eingelegt.


Warum der Mensch nicht schwimmt

"Weil der Körper des Menschen schwer ist und weil er mit den Händen arbeitet, mit den Füßen geht, eine aufrechte Körperhaltung hat und auch nicht viel vom Wesen der Luft und des Wassers hat, kann er von Natur aus nicht im Wässer schwimmen, es sei denn, dass er dies einmal von selber lernt. Die Tiere aber haben die Kraft in den Beinen, gehen nach vorn geneigt und werden wie vom Wind an den Beinen bewegt. Daher können einige von ihnen von Natur aus schwimmen, weil sie so, wie sie an Land nach vorn geneigt gehen, auch im Wässer nach vorn geneigt schwimmen. Das tut der Mensch nicht, weil er völlig aufrecht geht und sich beim Schwimmen nach vorn beugt und sich ausstreckt."


Hier können wir nachlesen, dass der Mensch eben nicht von Natur aus schwimmen kann. Dies wird heute häufig falsch dargestellt, wenn es um das "Babyschwimmen" geht. Man sollte es nicht damit verwechseln, dass das Kleinkind sich zwar im warmen Wasser (Badewasser) wohl fühlt, jedoch nur mit der haltenden, sicheren Hand des Vaters oder der Mutter.


Die Kräfte der vier Elemente

"...Als Gott die Welt erschuf, festigte er sie durch die vier Elemente, nämlich Feuer, Wässer, Luft und Erde... Das Feuer besitzt fünf Kräfte nämlich Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Luft und Bewegung ... Die Luft hat vier Kräfte, nämlich sie sendet den Tau aus, bringt alles Grün hervor, lässt den Windhauch wehen, wodurch sie alles reifen lässt... Das Wässer besitzt fünfzehn Kräfte, nämlich die Wärme, die Luft, die Feuchtigkeit, das Überfluten, die Geschwindigkeit, die Beweglichkeit, den Bäumen gibt es den Saft, den Früchten den Geschmack, den Pflanzen das Grün... es trägt Vögel, ernährt Fische, lässt Tiere in seiner Wärme leben, hält die Reptilien in ihrem Schaum zurück und hält alles am Leben... Die Erde hat sieben Kräfte; teilweise ist sie im Sommer kalt und im Winter warm, hat die Kraft wachsen und welken zu lassen in sich, bringt die Keime hervor, erhält die Lebewesen am Leben und trägt alles..."


Die Gesichtsfarbe eines kranken Menschen

"Wenn ein Mensch krank im Bett liegt und rot im Gesicht ist, hat er in Folge kranker Eingeweide ein krankes, giftiges Blut. Und deshalb ist er im Gesicht rot.... Ein solcher Mensch ist nicht traurig, sondern ziemlich fröhlich, und er ist in seiner Krankheit erträglich. Wer während seiner Krankheit blass und mager ist, bei dem verbindet sich die Schwarzgalle mit einer Lähmung, so dass er davon kalt wird. Wegen dieser Kälte ist er im Gesicht blass und sein Fleisch gedeiht nicht und wächst nicht an ihm. Ein solcher Mensch ist während seiner Krankheit traurig und neigt leicht zum Zorn."


Die Gesichtsfarbe des Kranken zeigt den Menschen seiner Umgebung bereits, ob man es mit einem angenehmen oder gereizten Patienten zu tun hat.


Die Edelsteine -Der Kristall (Bergkristall)

"... und wem die Augen sich verdunkeln, der wärme den Kristall an der Sonne, und so warm lege er ihn oft auf die Augen. Und weil (seine) Natur vom Wasser ist, zieht er die üblen Säfte aus den Augen, und so wird jener (Kranke) besser sehen."


Die Lebensregeln - Bewegung und Ruhe, d. h. der gesunde Lebensrhythmus zwischen Arbeit und Freizeit

"...Wenn ein Mann, der körperlich gesund ist, lange umhergeht oder lange aufrecht steht, nimmt er davon nicht viel Schaden ... wer aber gebrechlich ist, soll sitzen ... weil aber das Weib schwächer als der Mann ist ... soll es nur mäßig gehen oder stehen ... Wer dagegen auf dem Pferd reitet, nimmt dadurch kaum Schaden, weil er sich an der frischen Luft befindet."


Man weiß heute, wie wichtig genügend Bewegung an frischer Luft ist, vor allem, um genügend Sauerstoff zu haben, Aggressionen abzubauen und mit Lärm und Stress besser fertig zu werden.

Optimal sind hier Gartenarbeit, Reiten, Wanderungen. Jedoch sollte sich jeder nur so viel zumuten wie er körperlich auch verträgt. Auch hier gilt das rechte Maß!


Der Petersilien-Honigwein (Der Herzwein)

"Aber wer im Herz oder in der Milz oder in der Seite Schmerzen hat, der koche Petersilie in Wein und füge etwas Essig und genug Honig bei, und dann siebe er es durch ein Tuch, und so trinke er oft, und es heilt ihn."


Hier haben wir den schon sehr berühmt gewordenen Herzwein. Es ist ein Universalherzmittel, das Herzleiden verhindern und bereits vorhandene Herzleiden ausheilen kann, ganz gleich ob dieses Herzleiden psychischer oder physischer Natur ist. Selbst Kindern kann man einige Tropfen bis zu einem Teelöffel geben. Für einen Erwachsenen reichen normalerweise 1 - 2 Likörgläser pro Tag. Er wird auch in Fastenkursen als Herz-Kreislauf-Mittel gereicht und ist (am Abend vor dem Schlafengehen genommen) ein hervorragendes Schlafmittel.


Der Gelbe Enzian zur Herzstärkung

"Wer aber solchen Schmerz des Herzens leidet, wie wenn es kaum an seinem Strang hinge, der pulverisiere Enzian, und er esse dieses Pulver in Suppen."


Eine Suppe - frei von den Küchengiften: Lauch, Linsen, Schweinefleisch, Aal - bereiten und 1/4 TL Enzianpulver darüber streuen (nicht mitkochen!). Diese Suppe bei Bedarf täglich essen.




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23.10.2012


Hildegard von Bingen - Weisheiten

Das Würzen

"...Wenn der Mensch isst und trinkt, dann lenkt ein im Menschen angelegtes Leitungssystem den Geschmacksstoff und den Feinstoff und den Duftstoff davon dem Gehirn zu und fördert seine Durchwärmung, indem er dessen Gefäßwärme auffüllt..."


Diese Aussage Hildegards zeigt deutlich, dass das richtige und harmonisch gewürzte Essen nicht nur gut schmeckt, sondern auch auf den Körper wie ein helfendes Medikament wirkt.


Die Edelsteine

"Gott aber hatte den ersten Engel wie mit wertvollsten Steinen geziert, in deren Anblick Luzifer die Gottheit sich spiegeln sah und daraus seine Weisheit schöpfte; und in ihnen erkannte er, dass Gott viele Wunder wirken wollte; daraufhin erhob sich sein Sinn (Denken, Verstand) - weil der Edelsteinschmuck, der ihn zierte, im Lichte Gottes funkelte - in der Meinung, er selbst könne ähnliches und mehr als Gott vollbringen, und daher wurde sein Glanz ausgelöscht. Aber, so wie Gott Adam zu einer besseren Beziehung wieder zurückgewann, so hat auch Gott nicht zugelassen, dass weder die Schönheit noch die Kraft dieser wertvollen Edelstein zugrunde gehen, sondern er wollte, dass sie auf der Erde sein sollten zur Zierde, für Segnungen und für die Heilkunde."


Die Heilkraft der Edelsteine ist sehr groß und gerade der Kranke ohne Hoffnung auf Besserung seiner Beschwerden sollte die Edelsteine zu seiner Gesundung mit einbeziehen.


Die Edelsteine - Der Rubin

"Wenn bei einem Menschen eine Krankheit, irgendein Fieber oder die Gicht oder eine andere Veränderung im Säftehaushalt auftritt, lege einen Karfunkel um Mitternacht weil sich da dessen Kraft besonders gut entfaltet - über den Nabel des Kranken. Lasse ihn aber nur so lange über dem Nabel des Kranken hegen, bis der Mensch spürt, dass er von dem Stein etwas erwärmt wird und entferne ihn dann sofort. So vertreibt dieser Stein alle möglichen Krankheiten vom Menschen und besiegt sie."


Den Rubin setzt man bei plötzlichen Krankheiten wie Virusgrippen, Masern und anderen Infektions- und Massenerkrankungen ein, da er eine große Heilwirkung hat. Besonders bei stark fiebernden Kindern hat sich seine von Hildegard beschriebene Anwendung sehr bewährt. Achten Sie darauf, dass die Dauer der Anwendung keinesfalls 20 Minuten überschreitet! Wegen seiner großen Heilkraft muss man ihn auch mit Vorsicht und Sorgfalt benutzen, d. h. außerhalb einer Heilbehandlung sollte man ihn niemals als Schmuckstück auf die bloße Haut bringen!


"Wenn jemand Kopfschmerzen hat, lege er einen Karfunkel für so lange auf seinen Scheitel, bis die Stelle sich dort von dem Stein erwärmt hat, und entferne ihn dann sofort, weil die Kraft dieses Steines seinen Kopf schneller und stärker durchdringt als die kostbarste Salbe dies tun könnte, und so wird er Erleichterung finden."


Der Rubin hilft prompt bei Kopfschmerzen, nicht bei Migräne. Nicht länger als 20 Minuten aufliegen lassen, weil die Wirkung sonst ins Gegenteil umschwenkt.


Feuer, Wasser, Luft und Erde

"...Im Menschen sind Feuer, Luft, Wasser und Erde und aus ihnen besteht er... es wirken alle Elemente mit ihm und er mit ihnen..."


Hildegard sieht die Heilung, das Heilwerden des Menschen, im Zusammenhang mit der Schöpfung. Der Mensch steht hier in der Mitte des Kosmos in enger Wechselwirkung mit den vier Weltelementen: Feuer, Wasser, Luft und Erde, aus denen die Welt, aber auch das Gefüge des menschlichen Körpers besteht. Wenn der Mensch die kosmischen Gesetze missachtet und die Schöpfung auf brutale Weise zerstört, hat dies nach Hildegard auch beachtliche, ja sogar katastrophale Folgen für seine Gesundheit.


Die Heilung

"... Und so sind denn in allen Geschöpfen Gottes Wunderwerke eingeborgen, in den Tieren und Fischen und Vögeln, in den Kräutern und Blumen und Bäumen..."


Zur Heilung führt bei Hildegard ein Leben in Harmonie und Übereinstimmung mit sich und seiner Umwelt. Sie zeigt diesen Weg anhand ihrer 6 Lebensregeln:

  1. Die Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen.
  2. Das richtige Essen und Trinken
  3. Den Rhythmus von Bewegung und Ruhe, also von Arbeit und Freizeit, finden.
  4. Das Schlafen und Wachen als ausgewogene Kräfte begreifen.
  5. Die Kunst der Ausscheidung und Absonderung krankmachender Säfte
  6. Die Heilkraft erhalten in der Ausübung christlicher Tugenden.

Kräftespiel - Die Verstocktheit - Das Seelenheil

Die Verstocktheit: "Welche Verdienste und welchen Nutzen habe ich? Nur das Feuer! Denn ich und die Art, aus der ich geboren bin, wir wollen nichts anderes. Allem Strahlenden fliehe ich und lehne es ab, lichten Werken zu folgen... Ich bin zur Plünderung der Seelen da und will nichts wissen vom Schmucke der leuchtenden Dinge..."


Das Seelenheil: "Du bist der Pfeil des Satans, der unheilvoll im Dunkeln schwirrt... Die Seligen aber erheben sich mit dem Heer der Engel unterm Banner des Glaubens und stürmen gar mächtig gegen dich an... In der Taufe und mit den sieben Gaben des Heiligen Geistes, die uns der Heiland in seiner Menschwerdung schenkte, ertränken sie dich wie in der Sintflut des Wassers..."


Das Sivesanpulver

"... Und dieses Pulver erhält ihm, der gesund ist, die Gesundheit, und den Kranken stärkt es und verschafft dem Menschen Verdauung. Es verleiht ihm Kräfte und vermittelt eine schöne und gute Gesichtsfarbe. Es nützt jedem Menschen, sei er gesund oder krank, wenn er es nach dem Essen nimmt."


Das Sivesanpulver - ein Universalmittel für alle, die gesund werden und bleiben wollen! Es hilft vor allem bei Kreislaufschwäche, Wetterfühligkeit und hat sich hervorragend bei Menschen mit allgemeiner Kraftlosigkeit bewährt. Auch Kindern gibt man es gerne gegen Appetitlosigkeit und bei Abmagerung.


Anwendung: 1 Msp. auf 1/4 Glas warmen Wein geben und nach dem Mittagessen zu sich nehmen. Bei Kindern 1/4 Msp. auf 1 Esslöffel warmen Wein.


Der Buchsbaum

"Und ein Mensch, der Ausschläge... an seinem Körper hat, zerstoße die Rande und seine Blätter und drücke ihren Saft aus, und füge dem etwas weniger Süßholz bei, und er wärme es in einem Wein. Und so warm soll er es oft trinken, und es vertreibt den Schmerz und das Gift des Ausschlags aus dem Körper, so dass es nicht in den Leib eindringt. Und er mische sogleich dem vorgenannten Saft dieses Baumes etwas Baumöl bei, tauche eine Feder ein, und er salbe sich damit sanft um den Ausschlag und um seine Kruste. Und dies tue er oft, und er wird geheilt werden."


Die Blätter und die Rinde des Buchsbaumes sind ein wichtiges Mittel zur unterstützenden Behandlung bei allen Hautausschlägen wie Allergien, Neurodermitis etc...


Anwendung: 1 ml Buchsbaumsaft mit 1/2 TL Süßholzpulver in VA Wein erwärmen und mehrmals täglich davon trinken und 1 ml Buchsbaumsaft mit 10 ml Olivenöl vermischen und mit einer Feder die betroffenen Stellen oft leicht damit einstreichen.


Der Galgant

"... und wer Herzweh hat und wer im Herz schwach ist, der esse bald genügend Galgant, und es wird ihm besser gehen..."


Dieses vielseitige Gewürz ist eines der wichtigsten Heilmittel bei Hildegard. Man setzt es ein bei Schwindel, Schwäche, bei Angina-Pectoris-Anfällen, als Mittel gegen Viruserkrankungen, bei Magen- und Darmkrämpfen, Durchblutungsstörungen und Erschöpfungszuständen.


"Der Galgant ist warm und hat keine Kälte in sich und ist heilkräftig..."


Rezept: Galgantsauce (zu Gemüse, Fenchel, Hühnchen oder Dinkelrisotto)

Eine helle Grundsauce aus 1 EL Butter, 2 EL Dinkelmehl, 1/2 l Wasser, Hühner- oder Gemüsebrühe, 1 kleinem Lorbeerblatt, 1/2 Zwiebel, 1 kleiner Knoblauchzehe, Salz und Muskat herstellen, 1 TL Galgant daruntermischen, mit Sahne, Crème fraîche und eventuell einem Eigelb, das man in der nicht mehr kochenden Sauce verquirlt, verfeinern.


Der Dinkel

"Der Dinkel ist das beste Getreide, und er ist warm und fett und kräftig, und er ist milder als andere Getreidearten, und er bereitet dem, der ihn isst, rechtes Fleisch und rechtes Blut, und er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen. Und wie auch immer (die Menschen) ihn essen, sei es in Brot, sei es in anderen Speisen, er ist gut und mild. Und wenn einer so krank ist, dass er vor Krankheit nicht essen kann, dann nimm die ganzen Körner des Dinkels und koche sie in Wasser, unter Beigabe von Fett oder Eidotter, so dass man ihn wegen des besseren Geschmacks gern essen kann, und gib das dem Kranken zu essen, und es heilt ihn innerlich wie eine gute und gesunde Salbe."


Der Dinkel ist das Urgetreide und bei Hildegard das Heilmittel überhaupt. Der Dinkel sollte die Basis jeder Ernährung sein. Ihn gibt es als Nudeln, Flocken (statt Haferflocken) Kernotto (Dinkelreis), Dinkelkaffee oder als Ganzkorn, Mehl oder Schrot und als Dinkelbier.


Die Heilkraft des Dinkels

"...er kräftigt... er bereitet rechtes Fleisch und rechtes Blut und er macht einen frohen Sinn..."


Der Dinkel hilft bei Müdigkeit, Leistungsabfall, bei Herz- und Kreislaufschwäche, bei Angina pectoris, Allergien, gestörtem Kalkstoffwechsel, bei Infektionsanfälligkeit, Leber- und Nierenerkrankungen, um nur einiges zu nennen. Er wirkt "wärmend", also durchblutungsfördernd, ist "fettend", trägt also zur Verbesserung des Nervenstoffwechsels bei, ist "hochwertig" durch den Gehalt an essentiellen Aminosäuren, "bringt eine gute Verdauung" und ein besseres Muskelfleisch, "bildet gutes Blut" und ist ein hervorragendes stimmungsaufhellendes, natürliches Psychopharmakon.


Der Dinkel - Allgemeine Ratschläge
  1. Dinkelkost allgemein bringt eine Senkung der Cholesterinwerte im Blut.
  2. Diabetiker können deutlich Insulin einsparen (immer in Absprache mit dem Arzt) beim Genuss von Dinkelkörnern.
  3. Dinkelkleie hat sich bestens bewährt bei hohen Cholesterinwerten und für Diabetiker.
  4. Dinkelkörner führen eher ab, während Dinkelmehl eher stopft.
  5. Dinkelschleimsuppe für Durchfallkranke und Frischoperierte (nie Haferschleimsuppe verabreichen).
  6. Dinkelkörner helfen Gallensteine verhindern.
  7. Dinkel erzeugt rasch ein Sättigungsgefühl, das lange anhält.
  8. Dinkelkaffee bringt eine gute Verdauung und führt leicht ab.
  9. Dinkelbier ist ein stärkendes Getränk, das im Geschmack dem Weißbier gleichgesetzt werden kann.
  10. Der Dinkelspelz bietet zur besseren Durchblutung eine hervorragende Füllung für Kissen, Decken, Matratzen usw. Er hilft zum Beispiel bei Verspannungen, Schmerzen und Schlafproblemen.

Die Rohkost

"Wenn ein Mensch rohe Äpfel, rohe Birnen, rohes Gemüse oder andere Rohkost zu sich nimmt, die weder durch Erhitzen, noch durch eine andere Zubereitungsart ausgeglichen wurden, können sie auch im Magen-Darm nicht leicht zu Ende aufgeschlossen werden, weil sie vorher nicht ausgeglichen wurden. Die schlechten Säfte dieser Speisen, die durch Erhitzen oder eine Beigabe von Salz oder Essig hätte abgefangen oder neutralisiert werden sollen und somit nicht abgefangen und entfernt wurden, wenden sich der Milz zu und ändern sie, so dass sie anschwillt und schmerzt..."


Hildegard warnt vor Rohkost, da diese eine schlechte Durchblutung auslösen kann und zu Milzerkrankungen führen kann. Man sollte also alle Speisen vor dem Gebrauch kochen oder garen und Salate mit einer Soße von Essig, Salz, Öl und Gewürzen beizen, was den rohen Zustand des Salates verändert.


Die Seele

"Die Kräfte der Seele: Die Seele des Menschen, die vom Himmel herab von Gott kommt, ihn belebt und vernünftig macht, stirbt nicht, wenn sie den Menschen verlässt, sondern geht den Belohnungen für das Leben oder den Qualen ewiger Verdammnis entgegen, um ewig weiterzuleben."


Kräftespiel - Die Hartherzigkeit -Die reuige Umkehr

Die Hartherzigkeit: "Was macht es mir aus, dass ich nicht seufzen und weinen kann, denn viele gehen in ihrem Kummer zugrunde... Denn alle Gnade, die Gott verleihen will, gewährt er auch. Warum dann sollte ich mich dafür so hart anstrengen?"


Die reuige Umkehr: "... warum wird Gott Vater genannt? Wohl deshalb, damit seine Kinder ihn anrufen. Denn er schenkt ihnen in seiner Huld alles Gute und deshalb erkennen sie ihn als ihren Gott. Und ich trinke vom Honigtau seines Segens, aus der Zerknirschung meines Herzens lächle ich ihm zu und rufe ihn noch froh unter Tränen zu Hilfe..."


Die Küchengifte

Der Lauch

"Und roh gegessen ist er so schlecht und verderblich für den Menschen wie ein giftiges unnützes Kraut, weil er das Blut und die Fäulnis und die Säfte des Menschen ins Gegenteil verkehrt..."


Die Zwetschge

"...es ist schädlich und gefährlich, die Frucht dieses Baumes zu essen... so gefährlich wie das Essen von einem Giftkraut..."


Die Erdbeere

"... auch die Früchte, nämlich die Erdbeeren, verursachen gleichsam einen Schleim im Menschen, der sie isst, und sie taugen weder dem gesunden noch dem kranken Menschen zum Essen..."


Erdbeeren verschleimen den Nebenhöhlenbereich, sie führen zu Allergien, Ekzemen und verstärkt zu Mittelohrentzündungen.


Der Pfirsich

"... Die Frucht dieses Baumes zu essen taugt weder für einen Gesunden noch für einen Kranken, weil sie die gute Säftemischung im Menschen zerstört und Schleim in seinem Magen erzeugt..."


Pfirsiche fördern die Verschleimung besonders im Magen- und Darmbereich, können also Stoffwechselstörungen verschlimmern.


Die Süßholzwurzel

"... ist von gemäßigter Wärme und bereitet dem Menschen eine klare Stimme... macht seinen Sinn mild und erhellt seine Augen und erweicht seinen Magen zur Verdauung..."


Die Süßholzwurzel wirkt auf das Gemüt, klärt die Augen und verhilft zu einer guten Verdauung (auch als Tee oder Lakritze).


Gebet - Sequenz zu Ehren Mariens

"Dass du dich im Windhauch des Sehens und Suchens der Heiligen erhobst. Da die Zeit kam, da du in deinen Zweigen blühen solltest, klinge dir Gruß und Gruß entgegen, weil Sonnenglut wie Balsamgeruch in dir kochte."


Das richtige Frühstück

"Für einen körperlich gesunden Menschen ist es für eine gute Verdauung gut und gesund, dass er bis ungefähr kurz vor Mittag oder gegen Mittag auf ein Frühstück verzichtet..."


Der Aderlass

"... wenn bei einem Menschen die Gefäße mit Blut überfüllt sind, müssen sie durch einen Aderlass von dem schädlichen Schleim und den durch die Verdauung gelieferten Fäulnisstoffen gereinigt werden..."


Der Aderlass ist eines der wichtigsten Reinigungsverfahren der Hildegard-Heilkunde mit sehr großer Heilwirkung. Es ist verständlich, dass jedes Heilmittel, jede geplante Kur und jede Regeneration besonders schnell wirksam werden kann, wenn vorab alle Giftstoffe, auch die Schwarzgalle, kunstgerecht beseitigt wurden. Der rechte Zeitpunkt und die richtige Ader sind Voraussetzung eines richtig angesetzten Aderlasses, ebenso die Ernährung und das Verhalten des zur Ader gelassenen Menschen.


"Eine richtig bemessene Blutentziehung beseitigt die schlechten Säfte und sorgt für den Körper wie sanfter Regen, der leise und angemessen in richtiger Menge auf die Erde fällt, sie bewässert und befähigt, Frucht zu bringen..."


Der regelmäßige Aderlass ist auch für den Gesunden eine wertvolle Unterstützung, da er eine Immunstimulation, eine starke Anregung der körpereigenen Selbstheilungskräfte bewirkt. Er verbessert den Allgemeinzustand des Menschen, bewirkt eine Umstimmung bei chronischen Erkrankungen, wirkt entzündungswidrig, blutreinigend, stoffwechselanregend und verbessert die Fließfähigkeit des Blutes, was zur Verminderung der Gefahr eines Herzinfarkts und Schlaganfalls deutlich beiträgt. Der Aderlass ist vor allem bei Rheumatikern, Gichterkrankten, unter Arthrose leidenden Menschen und Allergikern ein absolutes "Muss".


Die Schwarzgalle

"Die Schwarzgalle ist jedem Menschen eigentümlich, und zwar seit der ersten Versuchung durch den Teufel, weil der Mensch mit dem Essen des Apfels Gottes Gebot übertreten hat. Von jenem Essen an hat sich die Schwarzgalle in Adam und seinem ganzen Geschlecht entwickelt und ist die Ursache jeder schweren Krankheit."


Die Schwarzgalle ist bei Hildegard von Bingen ein Stoff, der, wenn erstark vermehrt im Körper auftritt, zu Zornesausbrüchen oder stillem Kummer führen kann und die großen chronischen Krankheiten verursacht. Sie wird nach Hildegard durch falsche Lebensweisen, wie z. B. unmäßiges Essen, Diätfehler und Fehlernährung um ein vielfaches vermehrt und führt so zu einer schleichenden Vergiftung des Körpers.


Gebet - Erlösende Reue

"Warum bin ich geboren zu solchen großen Vergehen? Mit meiner Seele sündigte ich gegen dich, meinen Gott.

Zu dir seufze ich auf, der sich gewürdigt hat, anzunehmen Adams Gestalt aus der Jungfrau.

So vertraue ich fest darauf, dass du mich nicht verachtest, sondern von meinen Sünden befreist.

Durch deiner heiligen Menschheit Antlitz nimm mich in Gnaden nun auf, denn ich bereue von Herzen."

Der zweite Monat

"Dies ist der Monat der Reinigung. Es reinigt sich die Natur von allem Krankhaften. So auch die Seele des Menschen. Vergleicht man sie mit dem Saft eines Baumes, durch den alle Früchte dieses Baumes gedeihen, so werden durch die Seele des Menschen alle Werke verwirklicht. Dieser Mensch hat von der Natur eine starke, eine bezwingende Kraft mit einem äußerst klaren und präzisen Überblick von Situationen mitbekommen. Die Kälte der Jahreszeit zeigt sich bei ihm nur durch seine etwas kühlere Art. Er ist niemand, der seine Gefühle zur Schau stellt, sondern einen klaren Kopf behält."


Das Mutterkraut

"... Und wer in den Eingeweiden Schmerzen hat, der koche Mutterkraut mit Wasser und Fett oder Öl, und er gebe feinstes Mehl dazu und so bereite er die Suppe und esse sie, und er heilt die Eingeweide.


Rezept: Mutterkrautsuppe

4 - 5 Mutterkrautblätter (oder etwas unverdünnten Mutterkraut-Frischpflanzensaft nehmen) klein schneiden, in 1/2 l Wasser und ein wenig (Sonnenblumen-) Öl kurz aufkochen. Dann verrührt man 2 - 3 EL Dinkelfeinmehl in etwas kaltem Wasser und bereitet damit auf kleiner Flamme eine Suppe. Gewürzt wird mit etwas Salz, Muskat und Bertram. Die Mutterkrautsuppe ist eine wirksame Hilfe bei vielen Frauenkrankheiten, besonders bei Periodenschmerz.


Die Viriditas - Die Grünkraft

"... Ich, die höchste und feurige Kraft, habe jedweden Funken von Leben entzündet... Die Luft lebt im Grünen und Blühen... ohne die Schönheit lebensgrüner Acker - ohne den Segen Gottes - brachliegen wird... weil Gott Gott und Mensch ist, aus dem alle grünende Lebenskraft quillt..."


Hildegard von Bingen beschreibt in allem, was die Schöpfung hervorbringt, die Grünkraft. Die Grünkraft ist in den Speisen, den Pflanzen, den Edelsteinen, aber auch in einer positiven Lebenseinstellung. Bei Hildegard ist die Viriditas das Leben überhaupt, die Lebensenergie, die nur von Gott kommen kann. Ein Mensch, dem der Bezug zum Schöpfer dieser Kraft fehlt oder dem der Glauben verloren ging, der besitzt nach Hildegard keine persönliche Viriditas und Grünkraft. Er "vertrocknet", er erkrankt und seine Seele verkümmert durch Trauer und Missmut. Nach Hildegard kann der Mensch gerettet werden, wenn er sich besinnt und zu seinem Glauben an Christus zurückfindet.


Die Edelsteine - Der Beryll

"... Und wenn ein Mensch gerade Gift isst oder trinkt, dann soll er alsbald vom Beryll in Quellwasser oder in anderes Wasser mäßig schaben, und er soll sogleich trinken, und so mache er es während fünf Tagen, indem er einmal nüchtern trinkt, und das Gift wird er entweder durch Übelkeit ausspeien oder es wird durch ihn durch das Hinterteil hinausgehen..."


Das Beryllpulver ist ein hervorragendes Entgiftungsmittel. Anwendung: Bei stark verdorbenem Magen oder Lebensmittelvergiftungen an fünf aufeinander folgenden Tagen eine kleine Prise in Wasser einrühren und nüchtern trinken. Das Mittel ersetzt allerdings niemals den Arztbesuch oder einen Klinikaufenthalt!


"... und wer den Beryll immer bei sich hat und oft in seiner Hand hält und ihn oft ansieht, der streitet nicht leicht mit anderen Menschen, sondern er bleibt ruhig."


Der Beryll als Schmuckstück (Anhänger oder Kette) sollte häufig getragen oder mitgeführt und angeschaut werden.


Die Subtilität

"... ist warm, und jene Wärme hat die richtige Mischung..." "Für einen Gesunden gut zu essen..." "... taugt einem Kranken und Geschwächten nicht zum Essen..."


Der Begriff der Subtilität wird vor allem in der Ernährungslehre Hildegards gebraucht. Hildegard meint damit das Beziehungsverhältnis, den Zweck, den Gott in die Naturdinge legte und die für uns verborgen sind in Pflanzen, Tieren und Steinen. Nehmen wir Lebensmittel zu uns, denen die Subtilität fehlt, wie zum Beispiel bei konservierten oder lang haltbar gemachten oder durch Bestrahlung veränderten Lebensmitteln, so können sie uns vielleicht sättigen, es fehlt ihnen aber die Viriditas, die Grünkraft und Frische, um unseren Körper richtig zu ernähren.


Das Schweinefleisch

"... und es ist weder für gesunde noch für kranke Menschen gut zu essen, weil es im Menschen weder den Schleim noch andere Schwächen vermindert, sondern vermehrt, weil seine Wärme sich zur Wärme des Menschen hinzufügt, und (dies) erregt im Menschen Stürme in seinen Sitten und Taten, was schlecht ist. Aber ein Mensch, der sehr krank ist, so dass er an seinem Körper abnimmt und dürr ist, der esse mäßig von jungen Schweinchen, während er krank ist, damit er von ihrer Wärme dazu gewinnt, und nachdem er genesen ist, esse er nicht mehr von den Schweinchen, weil dies wiederum Krankheiten in ihm vermehren würde..."


Das regelmäßige Essen von Schweinefleisch und -wurstwaren sollte nach Hildegard vom Speiseplan gestrichen werden. Ausnahmen gibt es bei körperlich schwachen und kraftlosen Menschen, die jedoch nur bis zu einer Verbesserung ihres Zustandes das Fleisch vom jungen Schwein zu sich nehmen sollten.


Die Augentypen - Feurige Augen

"Wer feurige Augen hat, die einer schwarzen Wolke neben der Sonne ähnlich sind, hat sie naturgemäß vom warmen Südwind erhalten. Sie sind gesund, weil sie von der Wärme des Feuers stammen. Staub und jeder üble Gestank schadet ihnen, weil die Helligkeit nicht auf den Staub und die Reinheit nicht auf einen unbekannten Gestank achtet."


Feurige Augen haben nichts mit einem feurigen Blick zu tun. Es sind jene Augen, die einen Pupillarring haben. Diese so genannten "Südwindaugen" reagieren äußerst empfindlich auf Staub, sind aber ansonsten sehr gesund.


Der Frankenwein - Das Augenmittel bei allen Augentypen

"Wenn sich ein Mensch zu Bett legt, soll er seine Lider mit reinem Frankenwein befeuchten, aber so, dass er dabei den Augapfel nicht berührt. Das nimmt die Eiterung hinweg, welche den Augen der Schläfer anhaftet und das Sehen verschlechtert."


Das Bestreichen der Augenlider mit Frankenwein hat sich als besonders schnell wirkendes Mittel bei Bindehautentzündung, verklebten und vereiterten Augen bewährt. Auch tagsüber sollte man diese öfters wiederholen. Gleich bei Beginn einer Augenentzündung angewandt, hilft diese Behandlung "Schlimmeres" abzuwenden.


Gebet - Gottsuche

"Fürchten will ich dich, Gott meinen Herrn; wer wird mir helfen, wenn vor dir ich stehe und wer mich befreit bei deinem schrecken erregenden Gericht?"


Die Weinrautensalbe

"...Wenn ein Mensch in den Nieren und in den Lenden manchmal Schmerzen hat... reibe er sich um die Nieren und die Lenden kräftig am Feuer ein, wo es ihn schmerzt..."


Die Weinrautensalbe ist eines der wichtigsten Mittel bei allen Nierenleiden!


Anwendung: Sowohl beim Bluthochdruck, der ja häufig von schlecht arbeitenden Nieren herrührt, sowie auch bei Nierenschmerzen, sollte man diese Salbe täglich am offenen Feuer oder wenn dies nicht möglich ist, mit einer Rotlichtlampe bestrahlt, einreiben. Der Erfolg ist verblüffend! Man sollte diesen Vorgang ca. 5 - 8 Minuten durchführen, bis eine deutliche Rötung und eine damit verbundene Durchblutung erfolgt ist.


Kräftespiel - Die Zwietracht - Die Eintracht

Die Zwietracht:

"Den Süden mag ich nicht und vom Osten wende ich mich ab... Der Westen trägt nur die Finsternis und der Norden hat fest in der Hand, was im Finstern bewegt wird.... Ich verhalte mich in jeder Lage, so wie es mir gefällt..."


Die Eintracht:

"Könntest du denn den Himmel und seine Naturgesetze zerstören? Keineswegs!... Du möchtest dein Reich im Niemandsland aufrichten, bist aber dort in allen Dingen nur unnütz, da du die Werke Gottes lästerst. Denn gerade das ist das Nichts, das alles Guten entbehrt..."


Der Diptam

"... Denn der Stein wächst von fetter Natur im Menschen. Wenn er so zu wachsen beginnt, pulverisiere der Kranke Diptam und esse dieses Pulver oft mit Weizenbrot, und er hindert den Stein am Wachsen. Und der Mensch, in dem der Stein wuchs, der lege das Diptampulver in Essig, der mit Honig vermischt ist, und er trinke dies oft nüchtern, und der Stein in ihm wird zerbrochen..."


Fettstoffwechselstörungen sind oft die Ursache, warum Blasensteine wachsen. Bemerkt man also Harngrieß oder kleine Steinchen im Urin, esse man mehrmals täglich (ca. 3 x 1 TL) Diptampulver auf Weizenbrot. Bei größeren Steinen, die bereits Ärger machen, sollte man das Pulver in nur leicht verdünntem Weinessig mit Honig vermischt, nüchtern trinken, und der Stein wird sich auflösen.


Das Bibernellmischpulver

"... Mutterkümmel, ein Drittel Pfeffer und ein Viertel Bibernell zusammen gegeben und fein gepulvert soll er auf Brot streuen und essen. Es räumt in seinen Eingeweiden mit den unrechten warmen und kalten Säften auf, die den Menschen zum Erbrechen reizen."


Dieses Mittel hilft schnell bei Schwangerschaftserbrechen. Es ist jedoch auch ein wichtiges Heilmittel, wenn der Brechreiz zum Beispiel von erkrankten Nieren ausgeht.


Das Veilchenfett

"Auch ein Mensch, der Schwere im Kopf hat oder in den Nieren, oder der irgendwo von Lähmung geplagt wird, der presse Veilchensaft durch ein Tuch und er gebe genügend Bockstalg hinzu und zum halben Teil des Talgs altes Fett. Und dies zerlasse er gleichzeitig in einer Schüssel und so mache er eine Salbe, und damit salbe er sich am Kopf und anders, wo es schmerzt, und es wird ihm besser gehen."


Dieses Veilchenfett ist nicht zu verwechseln mit der Veilchensalbe (die nicht mit Fett, sondern mit Olivenöl bereitet wird).


Anwendung: Mit Veilchenfett häufig, d. h. täglich, die Nieren einreiben, um diese anzuregen; aber auch bei Kopfschmerzen (Veilchenfett als Packung 1 Stunde einziehen lassen) oder bei rheumatischen Schmerzen und Lähmungen einreiben.


Der dritte Monat

"Der dritte Monat kommt mit einem wilden Wirbel. Er kann gewaltige Unwetter mit sich führen, doch setzt er auch mit seinen vielfachen Winden die Keime der Erde in Bewegung. Mit dieser kraftvollen Art will die Natur die gefrorene Jahreszeit wachrütteln, in Bewegung setzen, damit der Frühling kommen kann. So auch der Mensch; er kann durch seinen stürmischen Charakter und seinen Hang zur Anerkennung sehr viel bewegen. Er muss jedoch vorerst seinen Hochmut, seinen Sturm, überwinden, oft durch leidvolle Erfahrungen, bevor seine Werke zu fruchten beginnen."


Das Ulmenholz

"... Und wer von der Gicht geplagt wird, soll von ihrem bloßen Holz ein Feuer anzünden und sich sogleich am Feuer wärmen. Und die Gicht wird zur Stunde weichen."


Das Ulmenholz wird von Hildegard besonders empfohlen bei Gicht und Rheuma. Das Ulmenholzfeuer bietet sich an, um Salben anzuwenden.


Lebensregel - Die Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen

"... Dem Feuer verdankt er das Sehen, der Luft das Gehör, dem Wasser die Bewegung und der Erde seinen Gang...Aus einem Saft oder aus zwei oder aus drei kann der Mensch nicht bestehen, sondern aus vier, damit sie sich gegenseitig regulieren. So wie die Erde aus vier Elementen, die miteinander harmonieren."


Der Mensch sollte nach Hildegard Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen: Feuer, Luft, Wasser und Erde. Da diese Elemente sowohl im Menschen, wie auch im gesamten Kosmos zu finden sind, bedeutet es für den Menschen, auch die kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu achten und nicht zu zerstören, um in voller Lebensfunktion und guter Lebensqualität zu existieren.


Die Lebensregeln bei Hildegard von Bingen

"Die Elemente sind... im Menschen, nämlich das Feuer, die Luft, die Erde und das Wasser, und sie wirken mit ihren Kräften in ihm...Wenn die... Säfte im Menschen die richtige Ordnung und das rechte Maß einhalten, befindet er sich im Zustand der Ruhe und Gesundheit. Wenn sie sich aber gegenseitig bekämpfen, machen sie ihn... schwach und krank..."


Um seine Gesundheit zu erhalten oder auch wieder zu erlangen, muss der Mensch nach Hildegard stets darauf bedacht sein, gewisse Regeln, die so genannten Lebensregeln, einzuhalten.


Kräftespiel - Die Sorge für das Irdische -Die Sehnsucht nach dem Himmlischen

Die Sorge für das Irdische: "Welche Besorgnis wäre denn wichtiger als alle Sorge um die Welt?"


"Die Sehnsucht nach dem Himmlischen:...Wie der Leib nicht leben könnte ohne die Seele, so wächst auch keine irdische Frucht ohne die Gnadenkraft Gottes... Ich habe in der Höhe meine Heimat."


Die Augentypen und die Charakterzüge des Menschen

"Wer Augen hat, die einer Sturmwolke ähneln, welche weder ganz feurig noch ganz trüb, sondern ziemlich grau ist, der ist unbeständig, leichtsinnig und verschlagen. Er ist jedoch lernfähig, so dass er alle Arbeiten, die er nicht kennt, leicht begreift und für alle Zukunft beherrscht.


"Wer schwarze oder trübe Augen hat, wie manchmal eine Wolke aussieht, der ist klug und hört auf gute Ratschläge, fühlt sich jedoch bei allem, was er tut, beengt."


"Wer graue Augen hat, ist manchmal leichtsinnig, manchmal voreilig oder sehr ausgelassen oder faul oder unordentlich; er führt jedoch alles, was er tut, gut zu Ende.


"...Wer feurige Augen hat, die einer schwarzen Wolke dicht neben der Sonne ähnlich sind, der ist klug, hat einen scharfen Verstand und neigt zum Jähzorn. "


"Wer Augen hat, die einer Wolke ähnlich sind, in der sich der Regenbogen zeigt, der ist ziemlich wechselhaft, das heißt manchmal traurig, manchmal fröhlich; er führt jedoch einen ehrbaren Lebenswandel."


Die Augentypen - Braune (schwarze) Augen

"Wer schwarze oder trübe Augen hat, so wie manchmal eine Wolke ist, hat sie hauptsächlich von der Erde bekommen. Sie sind stärker und schärfer als andere Augen und behalten lange ihre Sehschärfe... werden aber leicht von der Erdfeuchtigkeit und der Feuchtigkeit der Gewässer und Sümpfe geschädigt..."


Braunäugige Menschen haben eine bessere Sehschärfe als alle anderen Augentypen. Beschwerden können aber im Bereich von Seen, Küsten und Sumpflandschaften auftreten.


Die Augentypen - Grüne (trübe) Augen

"Wer Augen hat, die einer trüben Wolke ähnlich sind, weder ganz feurig noch ganz trüb, sondern etwas graublau... hat sie von der feuchten Erde bekommen... Sie werden weder von feuchter Luft noch Staub auch nicht von üblem Gestank oder strahlendem Glanz eines Gegenstandes geschädigt, worunter die Sehschärfe anderer Augen leidet..."


Dieser Augentyp ist selten und unempfindlicher als die blauen, feurigen und gemischten Augen.


Die Augentypen - Gemischte (verschiedenfarbige) Augen

"Wer Augen hat, die einer Wolke ähnlich sind, in der der Regenbogen erscheint, hat sie von der Luft mit ihren unterschiedlichen Strömungen bekommen, die weder gleichmäßig feucht noch trocken sind und daher sind sie schwach. Bei warmer Luft haben sie ein schlechtes Sehvermögen... in reiner, regnerischer Luft aber sehen sie scharf. Jedes strahlende Licht, nämlich von der Sonne, dem Mond, den Lichtern, den Edelsteinen, den Metallen und allen anderen Dingen, ist für sie schädlich..."


Menschen, die gemischte Augen haben, sind extrem empfindlich gegenüber allem Glänzenden, Glitzernden und Flimmernden. Es sind die so genannten "Fernsehaugen", da dieses "Geflimmere" die Augen stark ermüdet und belästigt. Aber auch glitzerndes Wasser, Metall oder anderes Material stört diese Augen und man muss häufig bereits Sonnenbrillen tragen, wo andere noch keine benötigen. Sogar Lesen und vor allem die Arbeit am Computer ist für diese Augen anstrengend.


Die Augentypen - (Graue) Blaue Augen

"Ein Mensch mit grauen, dem Wasser ähnlichen Augen, bezieht sie in erster Linie aus der Luft. Daher sind sie schwächer als andere Augen, weil sich die Luft durch den unterschiedlichen Hauch von Wärme, Kälte und Feuchtigkeit öfters verändert. Diese Augen werden auch leicht durch üble, ungesunde, feuchte Luft und Nebel geschädigt."


Der blauäugige Mensch reagiert auf Luftverschmutzung und Zugluft empfindlicher als andere Augentypen und muss hier besonders Acht geben.


Die Augentypen

"Die Pupille des Auges hat Ähnlichkeit mit der Sonne; die schwarze oder graue Farbe um die Pupille hat Ähnlichkeit mit dem Mond und das Weiß weiter außerhalb Ähnlichkeit mit den Wolken."


Hildegard beschreibt außer der Zusammensetzung und Funktion der Augen auch die Irisfarbe. Sie unterscheidet fünf Augentypen und gibt jeweils entsprechende Heilmittel für den passenden Augentyp.


Gebet - Unwürdigkeit

"Im Innersten meiner Seele, Herr, erkenne ich mich als Asche und Moder. Einer zitternden Feder gleich sitze ich ängstlich im Schatten."


Der Mutterkümmel

"Für den Gesunden ist er jedoch gut zu essen, weil er ihm einen guten Verstand bereitet und jenem milde Wärme einbringt, der zu warm ist. Aber jedem schadet er, der krank ist, wenn er ihn isst, weil er die Krankheit in ihm auflodern lässt, ausgenommen jenem, der in der Lunge Schmerzen leidet. Ein Mensch, der gekochten oder gebratenen Käse essen will, streue Kümmel darauf, damit er nicht davon Schmerzen leidet, und so esse er."


Da gerade Käse bei vielen Menschen Übelkeit oder Bauchschmerzen hervorruft oder gar stark aufbläht, sollte man Mutterkümmel auf den Käse zur besseren Verdauung streuen. Vorsicht jedoch bei kranken Menschen, vor allem Herzkranken; für diese ist der Mutterkümmel äußerst schädlich, weil er die Erkrankung nur noch mehr fordert.


Der Hafer

"... er bereitet einen frohen Sinn und einen reinen und klaren Verstand, und er macht ihnen eine gute Farbe und gesundes Fleisch... für jene aber, die sehr krank und kalt sind, ist er zum Essen nicht bekömmlich, weil der Hafer immer Wärme sucht..."


Der Leinsamen

"... Der Lein ist warm und taugt nicht zum Essen. Aber wer in der Seite Schmerzen hat, der koche Leinsamen in Wasser, er tauche ein leinenes Tuch in jenes warme Wasser ein, und ohne jenen Samen lege er das Tuch oft auf seine Seite und jener Schmerz, obwohl er stark ist, wird etwas gemildert und lässt nach... Und wer irgendwo an seinem Körper vom Feuer gebrannt wurde, der koche stark Leinsamen in Wasser, und er tauche ein leinenes Tuch ins Wasser und lege es warm auf jene Stelle, wo er gebrannt wurde, und es zieht die Verbrennung heraus."


Leinsamen empfiehlt Hildegard nur äußerlich, auf keinen Fall zum inneren Gebrauch. Er ist ein hervorragendes Heilmittel bei Verbrennungen, Sonnenbrand und Hautschäden. Der Schmerz lässt sehr rasch nach und es bleiben keine oder nur ganz unscheinbare Narben zurück.


Ganze Leinsamenkörner (ca. 3 EL auf 1 L Wasser) 10 Minuten kochen und abseihen. Ein frisch gebügeltes (keimfreies) Leinentuch (es muss echtes Leinen sein!) mit dem warmen (ca. 40°) Leinsamenwasser tränken und auf die verbrannte Stelle legen.


Die Gewürznelke

"... wenn jemand Kopfschmerzen hat, so dass ihm der Kopf brummt, wie wenn er taub wäre, esse er oft Nelken, und das mindert das Brummen, das in seinem Kopf ist.... Wenn daher die Wassersucht schon im Menschen zu wachsen beginnt, esse jener oft Nelken, und sie unterdrücken die Krankheit, weil ihre Kraft in die Eingeweide jenes Menschen übergeht...Aber auch die Wärme des Markes des Menschen schwitzt wiederholt und verursacht Fußgicht in ihm... wenn jener oft Nelken isst, geht ihre Kraft in das Mark jenes Menschen und verhindert, dass die Fußgicht wächst..."


Täglich 3 - 4 Gewürznelken kauen, hat sich bei der Nierenwassersucht (Nierensklerose) bewährt, aber vor allem bei der so genannten Großzehengicht, die besonders oft bei Dialysepatienten auftritt. Auch Menschen, die durch ihren Bluthochdruck häufig Kopfbrummen haben, sollten dieses Gewürz täglich essen.


Die inneren Organe des Menschen

"Die Seele ist feurig, luftartig und feucht, und sie besitzt das ganze Herz des Menschen. Die Leber erwärmt das Herz, die Lunge bedeckt es, und der Magen ist im Körper des Menschen ein innerer Raum für die Aufnahme der Speisen. Das Herz ist der Sitz des Wissens, die Leber der Sitz des Gefühls, die Lunge ist wie eine Blattader der Vernunft, und der Mund ist das Sprachrohr für das, was der Mensch äußert, und der Empfänger dessen, was den Körper erquickt; er bringt die Stimme hervor, nimmt aber die Stimme nicht auf. Aber das Ohr nimmt die Stimme auf, bringt aber die Stimme nicht hervor..."


Diese Aussage Hildegards zeigt, dass im Menschen von Natur aus immer eine ganzheitliche Situation herrscht. Die Organe sind nach Hildegard auch für das Seelenleben und das Geistige in uns verantwortlich.


Der Mond und sein Einfluss

"...Wenn der Mond zunimmt und voll wird, dann vermehrt sich auch das Blut im Menschen, und wenn der Mond abnimmt, dann nimmt auch das Blut im Menschen ab. Wenn nämlich das Blut im Menschen bis zum vollen Stand zugenommen hat und wenn es dann im Menschen nicht wieder abnehmen würde, würde er ganz und gar zerbersten."


Diese Erklärung Hildegards zeigt, wie sehr der Mensch als Mikrokosmos einen Teil des gesamten Kosmos darstellt, mit den gleichen natürlichen Gesetzmäßigkeiten: Der Mond sorgt nicht nur für Ebbe und Flut in den enormen Wassermengen des Ozeans, sondern wirkt auch im menschlichen Körper.




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23.10.2012


Hildegards Weisheiten 4

Hilgedards Weisheiten

Rosenblätterauflagen gegen Triefaugen und Augentränen

"Die Rose ist kalt und diese Kälte hat eine nützliche Mischung in sich. Am frühen Morgen oder wenn der Tag schon angebrochen ist, nimm ein Rosenblatt, lege es auf deine Augen. Es zieht den Saft, das ist das Triefen, heraus und macht sie klar. Aber auch wer etwas Geschwüre an seinem Körper hat, lege Rosenblätter darauf und es zieht ihnen den Schleim heraus."


Möglichst ein taufrisches Rosenblatt (Blütenblatt oder grünes Blatt) von nicht zu sehr gezüchteten Rosen auf das Auge legen oder mit einem Verband befestigen und das tränende Auge wird klar.


Rosenblütentee und Rosenbowle

"... aber die Rose ist auch gut zu Tränken... wenn sie ihnen beigefügt wird... und sie sind umso besser, wenn ihnen etwas von der Rose beigefügt wird..."


Brühen Sie Ihren Tee immer mit Rosenblüten auf, Sie verfeinern somit den Geschmack und verbessern seine Heilkraft.


Rezept:

10 - 15 Stück Rosenblüten einer duftenden Sorte in ein Bowlengefäß geben. Darüber 4 cl Cognac oder Weinbrand und 1/2 Flasche Weißwein gießen, umrühren und zwei Stunden zugedeckt ziehen lassen. Die Flüssigkeit dann langsam durch eine Filtertüte gießen und die restliche 1/2 Flasche Weißwein, 1 Flasche Roséwein oder einen leichten Rotwein und 1/4 Flasche Sekt zugießen.


Der Galgantwein gegen Rückenschmerzen

"Und wer im Rücken oder in der Seite wegen üblen Säften Schmerzen hat, der siede Galgant in Wein und trinke ihn oft warm, und der Schmerz wird aufhören."


Man nimmt etwa 1 TL geschnittene Galgantwurzeln, die man in ca. 1 l Wein einige Minuten kocht, abseiht und dann tagsüber schluckweise warm trinkt. Dieser Wein hat schon oft prompt geholfen. Bei langjährigen Rückenschmerzen durch Verkrampfungen und Verspannungen sollte man noch zusätzlich die Weizenpackung anwenden.


Die Edelsteine - Der Onyx

"Aber auch wer Schmerz im Herzen oder in der Seite empfindet, der erwärme den Onyx in seinen Händen oder an der Haut seines Körpers, und er erwärme auch wiederum Wein am Feuer mittels eines Gefäßes, und dann nehme er das Gefäß vom Feuer und halte den Onyx über jenen dampfenden Wein, damit der von ihm austretende Schweiß sich mit jenem Wein vermische, und dann lege er ihn in den warmen Wein, und das trinke sogleich so, und die Wärme des Herzens und der Seite wird weichen."


Man erwärmt den Onyx in der Hand und gleichzeitig ein Glas Wein auf dem Herd, bis dieser stark dampft. Über diesen dampfenden Wein hält man wenige Minuten den handgewärmten Onyx und gibt ihn dann für fünf Minuten in den warmen Wein. Diesen Onyxwein warm trinken, er beseitigt jene Herzschmerzen und -krämpfe, die durch Wetterwechsel hervorgerufen werden.


Der Hanf als Heilmittel und als Verbandmaterial

"Der Hanf ist warm, und wenn die Luft weder sehr warm noch sehr kalt ist, wächst er, und so ist auch seine Natur, und sein Same enthält Heilkraft, und er ist für gesunde Menschen heilsam zu essen, und in ihrem Magen ist er leicht und nützlich, so dass er den Schleim einigermaßen aus dem Magen wegschafft und er kann leicht verdaut werden, und er vermindert die üblen Säfte, und macht die guten Säfte stark... Ein aus Hanf gefertigtes Tuch ist gut zum Verbinden der Geschwüre und Wunden, weil die Wärme in ihm mäßig ist..."


Man sollte als Verbandmaterial Tücher aus Hanf benutzen, weil die Wärme des Hanfes zur Heilung von Wunden beiträgt.


Der neunte Monat

"In diesem Monat finden wir die Reifezeit. Es entfallen die schrecklichen Gewitter und wir finden eine festgesetzte Mischung aus Kälte und Wärme. Es ist eine Jahreszeit, wo der Wohlstand sichtbar wird, die Natur lädt zur Ernte ein. So auch der Mensch, der in diesem Monat geboren wurde. Er geht von Natur aus jedem Streit, aber auch Überschwänglichkeit aus dem Weg, ein eher ausgeglichener Typ, dessen besonderer Charakterzug die Geduld ist. Diese Tugend ist es auch, die immer wieder das Seelenleben dieses Menschen stabilisiert und ihm eine gewisse Richtung im Leben vorgibt."


Die Lebensregeln - Schlafen und Wachen

"Wenn der Mensch schläft, dann erholt sich sein Mark...Wenn jemand mäßig lang schläft, wird er dadurch gesund bleiben... Es kommt aber oft vor, dass ein Mensch wach ist und nicht schlafen kann, wenn sein Geist durch verschiedene Gedanken und Umstände und Probleme beschäftigt ist oder in großer Freude gefangen... Der Mensch soll nicht gleich nach dem Essen schlafen..."


Hildegard mahnt uns hier, die Nacht nicht zum Tag zu machen, also genügend Schlaf zu finden, zur Regeneration unserer überstrapazierten Nerven. Sie erklärt aber auch die allabendliche Psychohygiene, den Tag nochmals zu überblicken, sich mit den Menschen zu versöhnen, mit denen man an diesem Tag nicht in Harmonie war und dann bewusst den Tag loszulassen. Nur so ist ein erholsamer Schlaf garantiert.


Die Rebtropfen gegen beginnende Sehschäden

"Die Weinrebe hat feurige Wärme. Wenn jemand trübe Augen hat, dann bestreiche er mit den Tropfen, die aus der Rebe beim Abschneiden des Schoßes fließen, seine Lider und lasse auch etwas ins Auge eindringen. Und das tue er oft, und das macht die Augen ohne Zweifel klar."


Mit diesen Rebtropfen, werden oft die Augenlider befeuchtet und 2 x am Tag 1 Tropfen ins Auge geträufelt. Danach werden die Augen klarer.


Der Wein und der Essig gegen Blasenschwäche und bei Bettnässen

"Wenn jemand den Harn wegen der Kälte des Magens nicht halten kann, soll er oft am Feuer erwärmten Wein trinken. Und alle seine Speisen vermische er mit Essig und den Essig, wie immer er kann, trinke er oft."


Bei Blasenschwäche, die von einem kalten Magen herrührt, sollte man häufig warmen Wein trinken und in alle möglichen Speisen Essig tun. Auch ein Glas (Wein-) Essigwasser täglich getrunken, wirkt hier wahre Wunder.


Die Edelsteine - Die Perlen

"... und sie taugen nicht zum Nutzen der Heilkunde, weil sie den Menschen mehr Krankheit als Gesundheit bringen. Denn wenn ein Mensch (ein Perlchen) in seinen Mund nähme, würde er sich beinahe solche Krankheiten zuziehen und so krank werden, wie wenn er Gift genommen hätte. Und wenn er sie auch an seine Haut legte, so dass sein Fleisch von ihnen warm würde, würde er das Gift aus ihnen in sich ziehen, und auf diese Weise würde er krank und Schmerzen leiden..."


Hildegard warnt also vor dem Tragen von Perlen, weil sie den Träger krank machen. Vielleicht kommt daher der Ausspruch "Perlen bedeuten Tränen."


Das Hirschzungenpulver bei starken Schmerzen

"... Und dörre sachte wiederum Hirschzunge in der heißen Sonne oder auf einem warmen Ziegelstein, und pulverisiere sie oft und lecke dieses Pulver nüchtern und nach dem Essen oft aus deiner Hand, und es nimmt den Schmerz im Kopf und in der Brust und dämpft andere Schmerzen, die in deinem Körper sind. Aber auch ein Mensch, der wegen irgendeines Schmerzes heftig und plötzlich schwach wird, der trinke sogleich von diesem Pulver in warmen Wein."


Das Hirschzungenelixier für die Leber und die Lunge

"Hirschzunge ist warm und hilft der Leber und der Lunge und den schmerzenden Eingeweiden... und mach so einen Klartrank und trinke ihn oft nach dem Essen und nüchtern, und es nützt der Leber und reinigt die Lunge und heilt die schmerzenden Eingeweide und nimmt die innere Fäulnis und den Schleim weg."


Wenn der Husten trotz vieler Behandlungen nicht weicht, ist oft die Leber dran schuld. Mit dem Hirschzungenelixier haben wir hier das richtige Heilmittel. Die ersten Tage trinkt man nur nach jedem Essen ein Likörglas voll, dann für 6 - 8 Wochen 3 x täglich vor und nach dem Essen ein Likörglas voll und Leber und Lunge heilen aus.


Der Beifuß

"Der Beifuß ist sehr warm, und sein Saft sehr nützlich, und wenn er gekocht wird und in Mus gegessen, heilt er kranke Eingeweide und wärmt den kranken Magen. Aber wenn jemand isst und trinkt und davon Schmerzen leidet, dann koche er mit Fleisch oder mit Fett oder in Mus oder in einer anderen Würze und Gemisch den Beifuß und esse ihn, und diese Fäulnis, die der Kranke sich durch frühere Speisen und Getränke zugezogen hat, nimmt er weg und vertreibt sie."


Kräftespiel - Die Vergnügungssucht - Die Schamhaftigkeit

Die Vergnügungssucht:

"Wie viel besser ist es sich zu verlustieren anstatt Trübsal zu blasen...Würde ich vor meinen Mitmenschen nur Trauer tragen - sie würden mir aus dem Wege gehen. In lustigem Wirbel will ich mich drehen, damit alles mit mir seinen Spaß treibt... Mensch und Tier und Tier und Mensch..."


Die Schamhaftigkeit:

"... Dein Wollen ist teils menschlich, teils viehisch.... Insgesamt gleichst du in deinem Verhalten aber mehr der toten Kreatur als einem Lebewesen, weil du nur nach dem hascht, wonach dein Sinn steht. Ich aber werde rot vor Scham bei alledem und finde meinen Schutz unter den Flügeln der Cherubim. In den Vorschriften der Schrift werden mir die Geheimnisse Gottes kund…"


Der Wermutsaft mit Wein gemischt bei starken Kopfschmerzen

"Der Wermut ist sehr warm und sehr kräftig und ist der wichtigste Meister gegen alle Erschöpfungen. Denn von seinem Saft gieße genügend in warmen Wein, und den Kopf des Menschen, wenn er schmerzt, befeuchte ganz bis zu den Augen und bis zu den Ohren und bis zum Nacken, und dies sollst du abends tun, wenn du schlafen gehst und bedecke den ganzen Kopf mit einem wollenen Hut bis zum Morgen und es unterdrückt den Schmerz des geschwollenen Kopfes und den Schmerz, der sich im Kopf "erbulset" von der Gicht, und es vertreibt auch den inneren Kopfschmerz."


Man reibt mit diesem Wermut-Wein-Gemisch vor dem Schlafengehen Stirn, Schläfen bis hin zu den Ohren und dem Nacken ein und trägt darüber nachts eine Wollmütze.


Die Schafgarbe

"Wer aber im Körperinnern eine Wunde erhielt, sei es, dass er durch Spieße verwundet oder dass er innerlich zusammengeschnürt wurde, der pulverisiere diese Schafgarbe, und er trinke jenes Pulver in warmen Wasser. Und wenn es ihm besser geht, dann nehme er dieses Pulver in warmen Wein, bis er geheilt wird."


Bei inneren Blutungen, inneren Verletzungen und nach Operationen gibt man Schafgarbenpulver zuerst in warmem Wasser zum Trinken. Sobald es dem Patienten etwas besser geht, er kein Fieber mehr hat, reicht man ihm Schafgarbenpulver in warmem Wein. Auch vor Operationen hat es sich bestens bewährt, Schafgarbe in Wein zu trinken, weil es damit zu einer besseren Wundheilung kommt. Auch Komplikationen wie Thrombosen, Nachblutungen etc. werden geringer, weil die Inhaltsstoffe der Schafgarbe entzündungshemmend, antibakteriell und krampflösend wirken.


Die Edelsteine - Der Prasem

"Wer brennendes Fieber hat, der wickle den Prasem in etwas Teig von Roggenbrot und den so eingewickelten binde er in ein Tuch, und so lasse er ihn gebunden für drei Tage und Nächte über seinem Nabel und das Fieber wird von ihm weichen."


Da Hildegard vom brennenden Fieber spricht, wäre hier auch an Sonnenbrand oder Sonnenallergie zu denken.


"Aber auch wer bei einem Fall oder Stich irgendwo an seinem Körper verletzt ist, der nehme altes Fett und mische Salbei und Rainfarn in gleichem Gewicht dazu, und da hinein drücke er den Prasem. Und dann wärme er das so an der Sonne oder am Feuer, und dann lege er das alles mit diesem Stein vermischt so warm auf der Stelle, wo es schmerzt, und es wird ihm besser gehen..."


Man gibt in ca. 50 g altes Fett, eine Handvoll frischen Salbei und frischen Rainfarn klein geschnitten hinzu und drückt in diese Salbe einen Prasem. Diese Salbe wird nun an der Sonne oder am Feuer (Holzofengrill) erwärmt und mit dem Stein auf die schmerzende Stelle aufgelegt. Diese Salbe sollte bei stark schmerzenden Verletzungen, Prellungen, Blutergüssen immer zur Hand sein.


Die Bachminze - ein Hildegard-Gewürz

"Die Bachminze ist warm, aber doch etwas kalt, und kann mäßig gegessen werden und gegessen nützt sie dem Menschen nicht und schadet ihm auch nicht viel. Wenn sein Magen von vielen Speisen und Getränken beschwert wird und er daher dämpfig ist, dann esse er oft Bachminze roh oder gekocht mit Fleisch oder in Suppen oder in Mus gekocht, und die Dämpfigkeit wird weichen, weil sie die fetten und warmen Eingeweide und seinen Speck etwas abkühlt und so die Dämpfigkeit gemindert wird."


Die Bachminze, sollte bei dicken Menschen mit Verdauungsproblemen ein Standartgewürz für Fleischgerichte und Suppen werden. Sie fördert die Verdauung und den Stoffwechsel.


Gebet - Vertrauen im Unglück

"Ach, ich unglückseliger Mensch, einst ein lebendiger Hauch, bin ich vom Gestank der Sünde umgeben; ich kann nicht mehr froh zum Himmel blicken... Doch will ich vertrauen auf dich, meinen Gott, dass ich durch wahre Buße von den verdienten höllischen Qualen aus Erbarmen befreit werden kann."


Der Pfeffer

"Der Pfeffer ist sehr warm und trocken und hat ein gewisses Verderben in sich und schadet, viel gegessen, dem Menschen und verursacht in ihm Brustfellentzündung, und er gibt die Säfte in ihm preis und bereitet üble Säfte in ihm."


Da der Pfeffer die Säfte durcheinander bringt, was wiederum verschiedene Säftekrankheiten verstärkt (z. B. Gicht, Rheuma), sollte man lieber mit Kräutern oder Galgant würzen.


Heilmittel gegen Grippe

Das Pellargonienmischpulver

"Wer Schnupfen hat, halte dieses Pulver an die Nase und ziehe nur den Duft davon ein... und der Schnupfen löst sich und vergeht"


Bei Stockschnupfen einfach etwas Grippepulver auf eine geruchsfreie Unterlage geben und daran oft riechen.


Warmer Wein

"... und wer in der Brust leidet oder wer in der Kehle leidet... trinke dieses Pulver in warmen Wein..."


Warmer Wein mit Grippepulver hilft bei allgemeinen Grippezuständen rasch und wirksam.


Grippepulver

"...Wer Kopfschmerz hat, esse dieses Pulver mit hellem Salz auf Brot..."


Bei Grippekopfschmerz etwas Grippepulver mit Salz auf Brot essen; es hilft prompt.


"Wer im Herzen mit Schmerzen geplagt wird, esse dieses Pulver mit Brot oder durch Auflecken aus der Hand."


Bei Grippeherzschmerzen anzuwenden!


Die Edelsteine - Der Sarder

"... Und daher ist er aus Luft und Wasser rein, und (er ist) in der guten Wärmemischung gut gemischt, und durch seine Kraft wendet er die Widerwärtigkeiten der Krankheit ab."


Also immer dann, wenn gerade eine Epidemie (Grippeepidemie etc.) um sich greift, einen Sarder bei sich tragen.


"Und wer durch irgendeine Krankheit schwerhörig ist, der tauche den Stein in reinen Wein, und er lege ihn feucht in ein dünnes Leinentuch und stecke ihn in das taube Ohr, und er lege dünnes Werg außen auf jenes Tuch, und seine Wärme wird in das Ohr eindringen. Und das tue er oft, und er wird das Gehör wieder erlangen."


Bei Gehörschwäche oder Schwerhörigkeit nach Krankheiten (wie zum Beispiel Scharlach, Gürtelrose, Hirnhautentzündung) wird ein Sarder in Wein getaucht und noch feucht in ein Leinentuch gelegt. Dieses steckt man nun ins Ohr und verschließ das Ganze mit Watte. Diese Anwendung muss mehrmals täglich wiederholt werden, und zwar so lange, bis es zur Genesung kommt. Es empfiehlt sich, eine Sarderolive zu verwenden, da diese besser ins Ohr gesteckt werden kann.


Kräftespiel - Die unangebrachte Lustigkeit -Die Sehnsucht nach Gott

Die unangebrachte Lustigkeit

"In mir finde ich das süße Leben und den prächtigen Weg."


Die Sehnsucht nach Gott

"Wie kannst du das blinde und stumme Leben schon für das richtige Leben halten?"


Der Mohn

"... seine Körner fuhren, wenn man sie isst, den Schlaf herbei und verhindern den Juckreiz... aber roh sind sie besser und nützlicher als gekocht. Das Öl, das aus ihnen gepresst wird, nährt den Menschen nicht und erquickt ihn nicht..."


Gebet - Genügsamkeit

"Über den Sternen throne ich, weil mir deine Gaben genügen. Ich freu mich am süßen Ton der Pauken, da ich auf dich vertraue.

Ich küsse die Sonne, umarme den Mond und halte ihn fest; mir genügt, was sie für mich ersprießen lassen.

Was sollte ich mehr noch wünschen, dessen ich gar nicht bedarf?

Alles erweist mir Barmherzigkeit. Im Haus meines Königs darf ich wohnen, sitzen beim königlichen Mahl, weil eine Königstochter ich bin."


Die Weinraute-Salbeimischung bei Magen-Darm-Schmerzen oder Schmerzen durch Geschwüre

"...Auch wenn jemand eine andere Speise gegessen hat, wovon es ihn danach schmerzt, esse er sofort eine Mischung aus Weinraute und doppelt so viel Salbei zusammen mit etwas Salz gewürzt und es schmerzt ihn weniger..."


Man isst bei Beschwerden von dieser Mischung etwas mit Salz gewürzt nach dem Essen am besten auf einem Stückchen Brot.


Die Ackerminze bei Verdauungsschwäche

"...Aber auch wer einen kalten Magen hat und die Speisen nicht verdauen kann, der esse diese kleine Minze entweder roh oder mit Fleisch oder mit Fischen gekocht - sie wärmt seinen Magen und verhilft ihm zur Verdauung.


Der Bärwurz-Birnen-Honig zur Körperreinigung und bei Migräne

"... und das ist die beste Latwerge und kostbarer als Gold, und nützlicher als das reinste Gold, weil es die Migräne wegnimmt und die Dämpfigkeit mindert, welche die rohen Birnen in der Brust des Menschen verursachen. Und alle üblen Säfte, die im Menschen sind, vernichtet sie und reinigt den Menschen so, wie ein Geschirr vom Schmutz gereinigt wird."


Anwendung: Birnen werden auseinander geschnitten, das Kerngehäuse weggeworfen. Man koche die Birnen stark in Wasser und zerstampfe sie zu Brei. Überschüssiges Wasser wegschütten. 8 EL Honig werden mäßig erhitzt (Allergiker nehmen abgeschäumten Honig) und mit 100 g Bärwurzmischpulver verrührt. Das gibt man zu dem Birnenmus und koche es noch einmal - unter kräftigem Umrühren - miteinander gut in sterile Schraubgläser abfüllen. Täglich morgens nüchtern 1 TL davon essen, mittags 2 Esslöffel und abends im Bett 3 Esslöffel. Das Bärwurzmischpulver besteht aus: Radix Mei 35 g, Rhiz. Galangae 28 g, Radix Liquiritae 22 g, herba Sedi acris 15 g. Der Bärwurzbirnenhonig nimmt prompt die Migräne; er sollte jedoch jährlich, am besten im Herbst, eingenommen werden.


Das Wermutöl

"...Wenn dann irgendein Mensch in der Brust und um die Brust Schmerzen leidet, so dass er davon hustet, den salbe ihn auf der Brust damit. Und wer an der Seite Schmerzen hat, den salbe dort und es heilt ihn innen und außen."


Anwendung bei Rippenfellreizung (Rippenfellentzündung), Brustschmerzen (Brustkorb, Mediastinum, Lungenwurzel), Bronchitis, Hillusdrüsen

1 Teil Wermutsaft mit 3 Teilen Olivenöl und ein paar Tropfen echtem Rosenöl in eine helle Flasche geben und einige Zeit dem Sonnenlicht aussetzen. Dann ein Jahr lang aufheben, so hat es seine volle Heilkraft erreicht.

Bei Überempfindlichkeit gegen Wermut, anfangs nur 1 - 2 Tropfen nehmen und nicht zu kräftig einreiben. Falls eine Reizung eintritt, am nächsten Tag die Stelle wechseln, gegebenenfalls einen Tag pausieren.


"Und der Wermutsaft werde auch in Olivenöl gegossen... und wenn irgendein Mensch um die Brust Schmerzen leidet und infolgedessen hustet, dann werde er damit gesalbt..."


Die Birnen

"Jedoch die Frucht des Birnbaumes ist schwer und gewichtig und herb; und wenn sie jemand roh zu reichlich isst, verursacht sie Migräne im Kopf und macht die Brust dämpfen... Und den, der gekochte Birnen isst, beschweren sie ziemlich, weil sie die Fäulnis in ihm mindern,...jedoch bewirken sie bei ihm eine gute Verdauung, weil sie die Fäulnis mit sich abführen..."


Rohe Birnen sind - in Maßen - nur für den Gesunden verträglich. Sehr belastend sind sie für Lungen- und Leberleidende. Jedoch gekocht, gebacken oder gedörrt sind sie gut verträglich und verdaulich. So gegessen reinigen sie sogar radikal den Darm, ähnlich wie ein gutes Abführmittel. Also im Herbst regelmäßig ein Birnenkompott auf den Tisch bringen!


Die Lebensregeln - Heilkraft schöpfen durch die Ausübung christlicher Tugenden

"Liebe: Ich bin aller Grüne ein milder Hauch, indem ich Blüte und Frucht aller Tugendkraft hervorbringe und sie in den Gesinnungen der Menschen festlege und aufbaue... Ein Wind sei er, indem er den Elenden hilft, ein Tau, indem er die Verlassenen tröstet und Regenluft, indem er die Ermatteten aufrichtet und sie mit der Lehre erfüllt wie Hungernde, indem er ihnen seine Seele hingibt."


Hildegard sieht die Ursachen von vielen Krankheiten in einem Mangel an guten Eigenschaften, vor allen Dingen an mangelnder Erkenntnis der eigenen Schattenseiten. Zu den positiven Tugenden gehören u. a. Beten, Meditieren, Ängste überwinden, Nächstenliebe üben, ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln, Geduld üben, Danken lernen, mit Enttäuschungen umgehen, Vorbilder finden und vor allem selbst Vorbild für andere werden.


Die Edelsteine - Der Diamant

"Und es gibt gewisse Menschen, die von Natur aus und durch teuflische (Einwirkung) bösartig sind und deswegen gerne schweigen. Aber wenn sie reden, dann haben sie ein hartes Aussehen, und bisweilen geraten sie fast außer sich, wie wenn sie vom Wahnsinn geführt werden, und sie kommen schnell wiederum zu sich. Diese sollen oft oder immer den Diamanten in ihren Mund legen, und seine Kraft ist so beschaffen und so stark, dass er die Bosheit und dieses Übel, das in ihnen ist, auslöscht. Aber auch wer irrsinnig ist und lügenhaft und jähzornig, der soll diesen Stein immer in seinem Munde halten, und durch seine Kraft werden diese Übel (vom Kranken) abgewendet. Und wer nicht fasten kann, der lege diesen Stein in seinen Mund, und er mindert den Hunger, so dass er umso länger fasten kann."


Dieser Edelstein hilft bei Böswilligkeit. Als Entzugsmittel und zur Fastenhilfe in den Mund stecken.


"Und wer gichtkrank ist oder den Schlaganfall hat, d.h. jene Krankheit, welche die Hälfte des Körpers erfasst, so dass er sich nicht bewegen kann, der lege den Diamanten für einen ganzen Tag in Wein oder in Wasser und er trinke die Flüssigkeit darüber. Und die Gicht wird von ihm weichen, auch wenn sie so stark ist, dass seine Glieder zu zerbrechen drohen, und auch der Schlaganfall wird vermindert werden..."


Der Diamant hilft bei dem durch Arteriosklerose entstandenen Schlaganfall: Man trinkt über einen langen Zeitraum hinweg regelmäßig Wein oder Wasser, in dem ein Diamant lag.


Anwendung:

Den Diamant (Roh-Diamant) in ein großes Glas geben und mit Wein oder Wasser auffüllen und 24 Stunden darin liegen lassen. Das Getränk kann über den Tag verteilt getrunken werden - man kann dies auch im Krankenhaus machen. Der Diamant muss dabei im Glas bleiben, denn es soll das "Darüberstehende" getrunken werden!


Die Kubebe

"Die Kubebe ist warm,... sie macht auch den Geist fröhlich, Verstand und Wissen rein, weil die nützliche und gemäßigte Wärme der Kubebe die ungeziemenden Gluten der Begierde, in denen stinkende und schlammige Flüssigkeiten verborgen sind, auslöscht..."


Der Zimt

"Der Zimt ist auch sehr warm und hat starke Kräfte und mäßig Feuchtigkeit in sich; aber seine Wärme (ist) so stark, dass sie jene Feuchtigkeit unterdrückt, und wer ihn oft isst, dem mindert er die üblen Säfte und bereitet gute Säfte in ihm..."


Kochrezept: Zimtblätter

Aus 500 g Dinkelfeinmehl, 250 g Butter, 250 g Puderzucker, 2 Eier, 1 Dotter, Schale einer halben Zitrone, 250 g Mandeln, 1 Prise Salz sowie je 1 TL Vanillezucker und Zimt einen Mürbteig machen und eine kurze Zeit im Kühlschrank ruhen lassen. Teig ca. 5 mm dick ausrollen und blattförmige Plätzchen ausstechen. Mit einem Messer eine Blattstruktur in die Oberfläche der Plätzchen ritzen. Ca. 10 Minuten bei 200° backen (bis die Ränder hellbraun sind), herausnehmen und auskühlen lassen. Die Plätzchen zur Hälfte in Schokolade tauchen und auf Backtrennpapier trocknen lassen.


"... Und ein Mensch, dem der Kopf schwer und stumpf ist, so dass er den Atem schwer durch die Nase einzieht und ausstößt, der pulverisiere Zimt und esse dieses Pulver oft mit einem Bissen Brot (Dinkelbrot) oder er lecke es aus seiner Hand, und es löst die schädlichen Stoffe auf, durch die sein Kopf stumpf ist, auf."


Zimt ist ein wichtiger Zusatz für etliche Hildegard-Heilmittel: Die berühmten Nervenkekse, das Hirschzungen-Elixier, das Wasserlinsen-Elixier, der berühmte Zimtholz-Wein gegen Gicht mit Lähmungserscheinungen, wobei letzterer leider in unseren Breitengraden kaum hergestellt werden kann, da Holz und Blätter des Zimtbaumes noch ganz frisch sein müssen. Zimt sollte in der täglichen Küche vermehrt eingesetzt werden, da er die schlechten Säfte in Grenzen hält und dafür gute Säfte bereitet.


Der Mensch

"Dankesjubel für das nun vollendete Werk. Und wiederum hörte ich vom Himmel eine Stimme, die mich diese Worte lehrte: Jetzt sei Gott Lob in seinem Werke, im Menschen selbstverständlich, für dessen Wiederherstellung hat er die größten Kämpfe auf Erden geführt. Und ihn hat er über die Himmel zu erheben sich gewürdigt, damit er zusammen mit den Engeln sein Antlitz in jener Einheit, in der er wahrer Gott und wahrer Mensch ist, lobe."


Die Gundelrebe

"... wem üble Säfte den Kopf wie "doum" plagen, sodass auch seine Ohren tosen, der bringe Gundelrebe in warmen Wasser zum Sieden und nach dem Ausdrücken des Wassers lege er sie so warm um seinen Kopf, und sie mindert das "doum" das in seinem Kopf ist, und öffnet sein Gehör.

Und wer in der Brust und um die Brust Schmerzen hat, wie wenn er innerlich Geschwüre hätte, der lege die im Bade gekochte und warme Gundelrebe um seine Brust, und es wird ihm besser gehen."


Rezept: Bei Gehörsturz, Ohrensausen, unterstützend bei Knalltrauma

Das frische oder getrocknete Kraut im Wasser kochen, das Wasser ausdrücken und damit so warm wie möglich eine Kräuterpackung um den Kopf machen. Anfangs die Packung täglich, nach einer Woche nur 3- bis 4-mal wöchentlich.


Die Weizenpackung

"Und wer im Rücken oder an der Seite Schmerzen hat, der koche Weizenkörner in Wasser und lege sie so warm auf jene Stelle, wo es schmerzt, und die Wärme des Weizens wird die Kräfte jener Krankheit vertreiben."


Rezeptur:

1 - 2 Pfd. Weizenkörner ca. 20 Minuten (weich mit Biss) lang kochen, absieben und auf ein doppelt zusammengelegtes (Frottee-) Handtuch geben. Achtung: Die Körner sollten auf jeden Fall so warm sein, dass es noch gut verträglich ist, aber nicht so heiß, dass es Brandblasen gibt! Mit der schmerzenden Stelle auf die warmen Weizenkörner legen und 2 - 4 Stunden darauf liegen bleiben. Keinen gebeizten oder geschälten Weizen verwenden! Diese Packung muss an drei aufeinander folgenden Tagen täglich angewendet werden, dann pausiert man einen Tag. Bei Bedarf wiederholen.


Der Weltschmerz

"Weh mir, dass ich geboren bin! Was soll mein Leben? Wer wird mir beistehen, wer mich retten? Mich könnte solche Not nicht treffen, wenn Gott um mich wüsste! Nichts bringt es mir ein, wenn ich mein Vertrauen auf Gott setzte. Bin ich doch geschaffen zum Unglück und im Unglück geboren und so lebe ich dahin ohne jeden Trost..."


Die Himmlische Freude

"... Ich aber sehe alles, was Gott erschuf mit rechten Augen an und besitze schon hier die himmlische Heimat Blüten der Rosen und Lilien und die ganze Grünheit nehme ich gar zärtlich an mein Herz, und singe Gottes Gesetzen ein..."


Die Gerste

"... ist kalt, dass sie kälter und schwächer ist als Weizen, Hafer und Roggen. Und wenn sie als Brot oder als Mehl gegessen wird, schadet sie sowohl dem Gesunden als Kranken, weil sie nicht solche Kräfte hat wie die übrigen Arten der Feldfrüchte. Aber der Kranke, der schon am ganzen Körper ermattet ist, der koche die Gerste stark in Wasser und er gieße jenes Wasser in ein Fass und nehme darin ein Bad, und er tue dies oft, bis er geheilt wird und das Fleisch seines Körpers wieder erlangt und Gesundet."


Rezept: Gerstenbad - bei Körperschwäche nach schwerer Krankheit, bei Gefühl der Kraftlosigkeit, Muskelschwund und Magersucht

10 kg ganze Gerstenkörner in 50 - 80 Liter Wasser ca. 15 Minuten lang kochen. Zwei- bis dreimal wöchentlich 15 - 20 Min. im Gerstenwasser (37 - 40°C) baden und anschließend mindestens zwei Stunden lang ruhen. Man macht dies so lange, bis sich der Patient gesund und kräftig fühlt.


Die Tannensalbe

"Aber wenn jemand im Magen oder in der Milz Schmerzen leidet, dann salbe mit dieser Salbe wegen der Herzschwäche sein Herz, dann (salbe ihn) über dem Magen, wenn er Magenschmerzen, oder über der Milz, wenn er dort leidet, und die Salbe wird durch ihre Kraft die ganze Haut durchdringen, sodass er rasch geheilt werden wird."


Die Tannensalbe wird speziell Hypotonikern empfohlen.


Das rechte Erwachen

"Wie durch die Morgenröte das Licht des Tages verkündet wird, so tut das Empfindungsvermögen des Menschen zusammen mit der Vernunft alle Seelenkräfte auf. Es belebt das Angesicht des Menschen, so dass der Mensch in seinem Gefühlsleben angerührt hellwach wird für alle Dinge."


Die Edelsteine - Der Goldtopas

"Der überaus starke Topas hat von Gott diese Kraft, dass er (drohende) Schande vom Menschen weichen lässt, weil er beim Weichen der (Mittags-) Sonne wächst. Denn er lässt die bösen Geister erschauern und den Menschen fliehen, so dass sie ihn nicht dazu verleiten können, etwas zu tun, wovon er Verdruss haben könnte."


Diesen Stein drückt man allmorgendlich ans Herz und spricht dazu ein mystisches Morgengebet, um so den Tag über einen Schutz gegen alles Böse zu haben: "Gott, der über alles und über allem herrlich ist, verwerfe mich nicht bei seiner hohen Ehre, sondern erhalte, stärke und gründe mich auf seinen Segen!"


Das Trinken

"Wie zu reichlicher Regen dem Erdreich durch das zu viele Wasser schadet, so bringt auch, wer übermäßig trinkt, seinem Körper den Nachteil der schädlichen Säfte. Es soll sich der Mensch des Getränks auch nicht zu sehr entziehen, denn wenn er sich bei seiner Enthaltsamkeit vom Trinken trocken gemacht hat, bekommt er davon Beschwerden an Körper und Geist. Auch können ihm dann die aufgenommenen Speisen innerlich weder eine gute Verdauung noch körperliche Gesundheit bringen, wie auch der Erdboden schwer zu bearbeiten, hart und trocken wird und keine guten Früchte bringt, wenn ihm die Durchfeuchtung durch den Regen entzogen wird."


Das rechte Maß gilt auch beim Trinken, weil hier das "Zuviel" genauso schlecht wie das "Zuwenig" für den Körper ist.

Der Zucker

"Den rohen Zucker, der noch zu keinem Gebrauch des Menschen bereitet ist, soll man im Sommer in der Sonne oder im Winter auf einem erhitzten Stein trocknen, und wenn er trocken ist, und man ihn dann isst, erquickt er (den Kranken). Und wer im Gehirn oder in der Brust leidet und so beengt ist, dass er sich nicht reinigen und ausspeien kann, wenn er dann Zucker isst oder trinkt, so reinigt dies sein Gehirn, und seiner Brust bringt es die Lösung zur Reinigung."


Der Zucker wird bei Hildegard von Bingen als Reinigungs- und Entgiftungsmittel erwähnt, wobei Zucker verwendet wird, der nicht industriell behandelt wurde. Als Heilmittel oder Zusatz wird ausnahmslos Roh-Rohrzucker verwendet.

Indikation: Unterstützend bei allen Erkrankungen der im Brustbereich befindlichen Organe, z. B. bei Husten und Verschleimung der Lunge.

Mehrmals täglich 1 - 2 EL präparierten Roh-Rohrzucker entweder in einer Tasse Wasser auflösen und trinken oder direkt (trocken) essen. Solange anwenden, bis die Beschwerden verschwunden sind.


Der Weihrauch

"Wird die Hörkraft eines Menschen durch irgendwelches Phlegma oder eine andere Art von Krankheit geschädigt, so soll er weißen Weihrauch nehmen und mit glühenden Kohlen verräuchern.

Diesen Rauch soll er in das verstopfte Ohr aufsteigen lassen. Doch soll er dies nicht zu oft machen, damit er sich danach nicht schlechter befinde, wenn er das unmäßig oft gemacht hat."


Anwendung: 4 - 5 weiße Weihrauchkörner auf glühende Räucherkohle geben und den Rauch am schwerhörigen Ohr (eventuell mit Hilfe eines Trichters) vorbeiziehen lassen.


Der Seufzer

"... daher seufzt die Seele innerlich auf, wenn sie darüber nachdenkt, woher sie kommt und was sie ist, ohne dass der Mensch weiß, woher diese Seufzer kommen. Wenn sie aber einmal merkt, dass ihrem Leib eine Misshandlung, eine Krankheit oder sonst ein unangenehmes Leiden bevorsteht und begreift, dass sie dies nicht verhindern kann, seufzt sie innerlich tief auf."


Seufzer können ein Zeichen der Erleichterung sein: Ein Mensch, der sich selbst erkennt, seufzt manchmal tief aus der Seele heraus und das Seufzen löst seine innere Verkrampfungen.


Das Dachsfell

"... aber es ist auch große Kraft im Fell des Dachses. Mache daraus einen Gürtel und umgürte dich, umgürte damit die nackte Haut, und alle Krankheit wird in dir aufhören, wie wenn ein großer Sturm in gutes Wetter und gute, ruhige Luft ausklingt. Keine gefährliche Krankheit wird dich in dieser Zeit (wenn du diesen Gürtel trägst) befallen. Aber mache auch Schuhe und Stiefel aus dem Fell eines Dachses und ziehe sie an, und du wirst gesund sein an den Füßen und Beinen."


Das Dachsfell hilft bei chronischer Schlaflosigkeit und Rückenschmerzen. Dachsfelle, Dachsgürtel und Dachsschuh (-Schuhsohlen) sorgen für eine hervorragende Durchblutung. Bei jeder Fuß- oder Beinkrankheit soll der Dachsschuh oder die Dachsschuhsohle als Heilmittel mit einbezogen werden, wobei sie der Kranke so oft als möglich tragen soll. Auch dem, der chronisch kalte Füße hat, kann mit dem Dachslederschuh oder der Dachsledereinlegesohle geholfen werden. Selbst "Raucherbeine" reagieren sehr positiv auf dieses Heilmittel.


Der Schlehdorn

"... die Frucht des Schlehdorn, nämlich die Schlehen, süße mit Honig und iss sie oft und die Gicht in dir wird weichen...Aber wer schwach im Magen ist, der brate Schlehen in der Feuerflamme, d. h. er brutzle sie oder koche sie in Wasser und esse sie oft, und sie führt den Unrat und den Schleim vom Magen ab. Wenn er die Kerne mit isst, wird es ihm nicht schaden."


Die Früchte der Schlehe sind gut bei Gicht und Magenleiden aller Art. Ernten Sie den Schlehdorn nach den ersten Frösten und rühren Sie ihn in auf ca. 30°C erhitzten Honig ein. Gut verrühren, damit die Früchte rundum mit Honig benetzt sind und so nicht zu schimmeln beginnen. Täglich 4 - 5 Früchte mit etwas Honig essen.

Ein einfaches und sehr wirksames Magenmittel: Die Schlehen in etwas Wasser kochen, eventuell etwas Honig beifügen, oder in der Pfanne braten und essen.


Das Gold

"... das auf diese Weise gegessene (Gold-)Törtchen vertreibt die Gicht für ein Jahr von ihm... dieses Gold liegt zwei Monate lang in seinem Magen, und es reizt den Magen nicht und macht ihn nicht geschwürig, sondern wenn er kalt und schleimig ist, dann wärmt und reinigt es ihn ohne Gefahr für diesen Menschen. Aber wenn ein gesunder Mensch das macht, dann wird es ihm die Gesundheit erhalten und wenn er krank ist, wird er gesund sein..."


Die Goldkur ist bei Hildegard ein Universalheilmittel. Es wird eingesetzt zur Prophylaxe und Therapie bei Gicht und Rheuma, bei Magenproblemen, gegen die Grippeanfälligkeit, zur Steigerung der Abwehrkräfte.

Rezeptur:

1.Tag: 2 EL Dinkelfeinmehl mit 1 EL Wasser zu einem festen Teig kneten, diesem 0,6 g Goldpulver (aus der Apotheke!) unterkneten und morgens nüchtern essen.

2. Tag: Plätzchen (wie oben beschrieben) zubereiten und bei 180°C im Ofen ca. 10 Minuten backen. Das gebackene Plätzchen am 2. Tag morgens nüchtern essen.


Der Salbei

"Wenn jemand... den Harn nicht zurückhalten kann, dann trinke er oft am Feuer gewärmten Wein und füge allen Speisen (etwas) Weinessig zu und trinke wie immer möglich (Wein-)Essig... Er koche aber auch Salbei in Wasser, seihe durch ein Tuch ab und trinke dieses Wässer oft warm, und er wird den Urin wieder zurückhalten können und geheilt werden."


Der Salbei hilft bei Blasenentzündung, Reizblase, Harnwegsinfektion, Inkontinenz, Nierenbeckenentzündung und ist - wenn Sie ihn in Ihren täglichen Speiseplan mit einbauen - ein Schutz und Heilmittel bei Umweltgiften und gegen radioaktive Verstrahlung.

Salbei kann nicht nur als Tee getrunken werden: verwenden Sie ihn frisch oder getrocknet und pulverisiert, über das oder in das Essen gestreut, in Salat und Brotaufstrichen.


Der Mensch und seine Verantwortung

"...Wenn die Menschen sich untereinander in Kriegen schrecken, Hass und Neid und sonstige sündhafte Widersprüche verwickeln, verkehren sich auch die Elemente in eine andere, ihnen eigentlich entgegengesetzte Weise... und bringen der Welt und den Menschen viele Gefahren... und machen den Menschen hinfällig und krank."


Der Mensch allein hat nach Hildegard durch seine Taten die Verantwortung für die Welt und seine Mitmenschen.


Der Wegerichhonig zur schnellen Wundreinigung und das Ernten von Wurzeln

"... wenn ein Mensch irgendwo durch einen Unfall ein Knochen bricht, dann schneide er die Wurzeln vom Wegerich in Honig und esse diese täglich nüchtern..."


Ernten Sie Mitte Oktober aus dem eigenen Garten folgende Wurzeln: Alantwurzel, Diptamwurzel, Meisterwurzwurzel und Wegerichwurzel - kurz vor oder direkt an Neumond zum Trocknen. Bereiten Sie den Wegerichhonig in dieser Jahreszeit auf Vorrat (ein Mittel zur besseren und schnelleren Knochenheilung bei Brüchen) aus frischen Wegerichwurzeln:

80 - 100 g frische, in kleinste Stückchen geschnittene Wurzeln in 250 - 300 g Honig (Allergiker verwenden abgeschäumten Honig!) einlegen. Vor jeder Mahlzeit, einen Teelöffel voll im Mund zergehen lassen.


Der zwölfte Monat

"In dieser Jahreszeit wird die Erde hart und friert und macht das Land und auch das Leben beschwerlich. Auch die Seele des Menschen, der hier geboren wurde, hat ihren Kampf. Nur in der Glut der Gaben des Heiligen Geistes kann diese Seele ihre große Wärme finden. Wie nämlich der Körper nach dem Ausscheiden der Seele ohne Wärme ist und kalt bleibt, so wird auch die Seele ohne die Glut der Gaben des Heiligen Geist durch den Zorn verhärtet und vergisst ihre eigene Natur."


Eine Meditation

"Alles, was aus Gott geboren ist, besiegt die Welt und so sündigt der Mensch nicht. Wie geringe Speisen durch den Geschmack der Gewürze in besser schmeckende gewandelt werden und so ihren gewöhnlichen Geschmack verlieren, ebenso wird auch durch das Feuer des Heiligen Geistes die minderwertige Art des Menschen in eine bessere, als Sie durch seine Empfängnis war, umgewandelt."


Der Rainfarn

"Wer dürren (trockenen) Husten hat, bereite sich aus Feinmehl und Rainfarn eine Suppe und esse sie oft. So lösen sich die Trockenheit und das innere Wundsein dieses Hustens..."


Rezept: Rainfarnmehlsuppe (bei Reizhusten, Keuchhusten, Pseudokrupp, chronischer Nebenhöhlenentzündung, Schnupfen, Husten, Heiserkeit)

Man mischt eine Messerspitze (0,5 g) vom Blatterpulver mit 1 EL Dinkelfeinmehl, rührt es mit kaltem Wasser glatt an und gibt es in gesalzenes, kochendes Wasser, so dass man eine glatte Mehlsuppe erhält. Auch darf man etwas Butter dazugeben, was die hustenlösende Wirkung noch verstärkt. Ein bis zweimal pro Tag einen Teller davon essen. Vom Rainfarn wird nur das Kraut -nie die Blüten verwendet! Und zwar maximal 2 Teelöffel pro Tag und pro Person!


Die Edelsteine - Der Jaspis

"Und bei wem im Herz oder in den Lenden oder in irgendeinem anderen Glied des Menschen Stürme der Säfte, d. h. Gicht, auftreten, der lege den Jaspis auf jene Stelle und drücke ihn, bis er dort warm wird, und die Gicht wird weichen, weil die gute Wärme und die gute Kraft jene unrichtig warmen und kalten Säfte heilt und beruhigt."


Bei mangelhafter Durchblutung des Herzmuskels oder bei Rhythmusstörungen den Stein auflegen, bis dieser warm wird. Diesen Vorgang öfter wiederholen; bei Schmerzen, Gicht jeglicher Art, Ischialgien usw. den Jaspis auflegen oder auf die Schmerzstelle fixieren.


"Und wenn Blitze und Donner im Schlaf erscheinen, ist es gut, dass der Mensch den Jaspis bei sich hat, weil Phantasien und Trugbilder ihn dann meiden und verlassen."


Bei Albträumen empfiehlt Hildegard, diesen Stein nachts hautnah bei sich zu tragen, so dass er die Träume reguliert.


"Und wer stark den Schnupfen hat, der halte den Jaspis an den Mund und hauche ihn mit seinem warmen Atem an, damit er warm und feucht werde, und so stecke er ihn in die Nasenlöcher und drücke mit der Hand die Nase zu, damit die Wärme jenes Steins in den Kopf eindringt. Die Säfte des Kopfes werden umso schneller und milder gelöst und der Kranke wird sich besser befinden. Ein Mensch aber, der auf einem Ohr taub ist, der halte den Jaspis an den Mund und er hauche ihn mit seinem warmen Atem an, damit er dadurch warm und feucht werde. Und sogleich stecke er ihn ins Ohr und lege dünnes Werg auf jenen Stein. Und so verschließe er das Ohr, damit die Wärme dieses Steins ins Ohr eindringe... und so wird jener Kranke das Gehör wieder erlangen."


Für diese Anwendungen hat sich eine Jaspisolive (an einem Kettchen befestigt) bewährt.


Kräftespiel -Die Gottesvergessenheit - Die Heiligkeit

Die Gottesvergessenheit:

"Wenn Gott mich nicht kennt, wie kann ich ihn kennen? Ich werde auch meine eigenen Pläne verfolgen und handle nur so, wie es mir gefällt und was ich weiß und verstehe..."


Die Heiligkeit:

"Wer hat dich geschaffen und das Leben gegeben? Gott allein! Warum erkennst du nicht, dass du dich nicht selbst erschaffen kannst? Ich rufe zu Gott und erhalte von ihm alles, was zum Leben gehört... denn Gott allein schenkt dem Menschen Speise und Trank und alles, was er braucht. Die Menschen sehen es wachsen und gedeihen, verstehen aber nicht, wie das geschieht... Gott allein kann die ganze Menschheit über die Zeiten erhalten und auch das Geringste, das auf Erden ist, mit Leben erfüllen."


Der Apfel

"Aber die Frucht jenes Baumes ist zart und leicht verdaulich und roh genossen schadet sie gesunden Menschen nicht... Kranken aber schaden rohe Äpfel eher, weil sie schwächlich sind. Aber die gekochten und gebratenen sind sowohl für die Kranken als auch für die Gesunden gut. Aber wenn sie alt und runzlig werden, wie es im Winter geschieht, dann sind sie roh für Kranke und Gesunde gut zu essen."


Für Gesunde ist der Apfel in jeder Form, gekocht oder roh, optimal, während der Kranke und "Magenschwache" eher abgelagerte, runzelige oder gekochte Äpfel besser verträgt.


Das Siseröl gegen eine kranke Gesichtshaut

"Und wer eine kranke Haut im Gesicht hat, so dass sie leicht rissig wird, der nehme Gerla und zerstoße sie im Mörser, und wenn sie zerstoßen ist, gebe er Öl hinzu. Und so salbe er abends sein Gesicht, wenn er sich ins Bett legt, und dies tue er, bis er gesund wird."



Das Öl hat seinen Namen von dem lateinischen Wort "Sium sisorum"; dies ist die Gartenrapunzel, auch Gerla oder Zuckerwurz genannt. Es wird vor allem nachts auf die rissige, spröde Gesichtshaut aufgetragen, wobei man schon nach kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung feststellen wird.


Die Discretio - Das Maßhalten

"... die Seele liebt in allen Dingen das diskrete Maß. Wann auch immer der Körper des Menschen ohne Discretio isst und trinkt oder etwas anderes dieser Art verrichtet, werden die Kräfte der Seele verletzt..."


Eine wichtige Tugend bei Hildegard ist die "Discretio", das Maßhalten. Nach Hildegard soll sich der Mensch in allen Dingen das rechte Maß auferlegen.


Die Pflaumenkernkur

"...Aber wer trockenen Husten hat, der nehme die inneren Kerne dieser Frucht, und, nachdem die Hülse weggeworfen ist, lege er sie in den Wein, und sie sollen mit Wein übergossen werden, bis sie ziemlich aufquellen und so esse er sie oft und dann soll er auch in gutem Weine eine Suppe zubereiten und er nehme sie schlürfend ein, und er wird schnell geheilt werden."


Anwendung:

Bei schwerem Husten (Keuchhusten, hartnäckigem Husten nach Grippe, trockenem Husten, starkem Reizhusten) ca. 40 Pflaumenkerne (den inneren weißen Kern!) mindestens 24 Stunden in eine große Tasse Wein legen, zudecken, bis sie "dickbäuchig" aufgequollen sind. 3 Tage bis 1 Woche lang drei bis sechs Kerne kauen und essen (der Wein neutralisiert zum größten Teil die Blausäure), dazu außerdem sechs Pflaumenkerne klein hacken und daraus mit etwas Dinkelmehl oder -grieß sowie 3 EL Wein, in dem die Kerne gequollen sind, eine dünne Suppe kochen.


Der Kürbis

"Die Kürbisse sind trocken und kalt und wachsen von der Luft. Und sie sind für Kranke und Gesunde gut zu essen."


Kochrezept: Kürbissuppe

400 g Kürbis, 200 g Möhren, 1 Zwiebel, 2 EL Butter, Currypulver, 2 EL feines Dinkelvollkornmehl, 1 l Hildegard-Gemüsebrühe, Galgant, Salz, Bertram, 1 EL Mandelblättchen, 3 - 4 EL Creme fraîche.

Butter erhitzen, die fein gehackte Zwiebel darin glasig andünsten. Das in kleine Würfel geschnittene Gemüse dazugeben und leicht mitrösten. Curry und Dinkelvollkornmehl dazugeben und mit anschwitzen. Die kalte Gemüsebrühe angießen, Galgant und Bertram dazugeben und unter Rühren aufkochen, dann die Suppe auf kleiner Flamme ca. 10 Minuten kochen lassen und anschließend pürieren. Mit Salz und Galgant nochmals abschmecken. Die Mandelblättchen ohne Fettzugabe leicht bräunen. Creme fraîche auf die Suppe geben und die Mandelblättchen drüberstreuen.


Die Welt des Menschen

"... ursprünglich hatte Gott den Luzifer, den schönsten Lichtengel, mit Edelsteinen geschmückt. Dieser sah sie im Spiegel der Gottheit glänzen und empfing durch sie sein Wissen und erkannte dadurch, dass Gott viel Wunderbares bewirken wollte... Gott gründete im Anfang der Zeit aus dem Nichts zugleich beide Reiche, das geistige und das körperliche, das der Engel und das der Welt und darauf das des Menschen, der - aus Körper und Geist zusammengesetzt gewissermaßen beiden Reichen angehört."


Die Edelsteine - Der Smaragd

"Wer daher im Herz oder im Magen oder in der Seite Schmerzen hat, der habe den Smaragd bei sich, damit das Fleisch seines Körpers von jenem Stein warm werde, und es wird ihm besser gehen. Aber wenn jene Krankheiten in ihm so überhand nehmen, dass sie sich vor ihrem Sturm nicht zurückhalten können, dann lege jener Mensch den Smaragd alsbald in seinen Mund, damit er von seinem Speichel feucht werden und dass der Speichel von jenem Stein warm werde, und er führe ihn oft in seinen Körper ein und aus und die plötzlichen Überschwemmungen jener Krankheiten werden zweifellos weichen."


Bei Herzschmerzen, Magenschmerzen und Seitenstechen den Smaragd bei sich auf der bloßen Haut tragen, in Form eines Anhängers oder eine Kette und diese öfters in den Mund stecken.


Das Muskateller-Salbeielexier gegen Magenschleimhautentzündung

"... Und wessen Magen so schwach ist, dass er von Speisen leicht eitrig ist, der nehme Muskateller-Salbei und zu deren dritten Teil Polei und von Fenchel so viel wie der dritte Teil der Polei ist, und dies koche er gleichzeitig in gutem Wein, unter Beigabe von etwas Honig, und er seihe es durch ein Tuch, und trinke es oft nach dem Essen und gegen Nacht; sein Magen wird angenehm geheilt oder gereinigt werden."


"Der Smaragd wächst frühmorgens und dann sind die Grünkraft der Erde und ihre Pflanzen besonders lebenskräftig. Und daher ist der Smaragd stark gegen alle Schwächen und Krankheiten des Menschen, weil die Sonne ihn bereitet und weil seine Substanz von der Grünkraft der Luft kommt."


Der Smaragd war schon immer der Verbündete der Menschen im Kampf gegen Krankheiten.


Kräftespiel -Die Ungerechtigkeit - Die Gerechtigkeit

Die Ungerechtigkeit:

"Auf wen soll ich meine Gerechtigkeit setzen? Auf keinen! Ich wäre kein Geschöpf Gottes, sondern eher ein Esel, der träge dahertrottet, solange ihn nicht die Peitsche treibt, würde ich immer nur auf dieses oder jenes achten müssen. Ich bin doch weiser und klüger als die anderen. Ich kenne Sonne, Mond und Sterne, auch die übrige Welt und jedes Ding bestimmte ich in seinem Gefüge..."


Die Gerechtigkeit:

"Was redest du da? Gott hat alle Dinge der Welt so eingerichtet, dass eines aufs andere Rücksicht nimmt. Je mehr einer vom anderen lernt - wo er doch von sich aus nichts weiß - umso mehr wächst auch in ihm das Wissen... - Daher weiß ich, dass die Gaben des Heiligen Geistes, die im Menschen ich erkenne, die Werke Gottes sind und für sie bin ich der Lobgesang... Bei Gott werde ich bleiben und weiche nie von ihm..."


Der elfte Monat

"Dieser Monat bringt die Kälte mit, vorbei ist die Wärme und der Reichtum der Natur. Diese Kälte ist jedoch noch nicht klirrend genug, um die Erde gefrieren zu lassen, sondern sie wühlt den Schmutz auf. Der Mensch, der in diesem Monat geboren ist, wehrt sich gegen diese Kälte, damit nicht zu viele schmerzhafte Gedanken sein Herz belasten und somit die Freude in ihm unterdrücken. Er muss sehr darauf achten, dass er das Tageslicht der Heiligkeit nicht verlässt, denn sonst wird er im Selbstmitleid aufseufzen und jammern voller Schmerz und großer Traurigkeit und seiner Seele schaden. Jedoch durch die Besinnung auf den Heiligen Geist, also durch gute Taten und Werke, kann er seiner Seele neue Kräfte entlocken."


Das Hagebuttenmark

Aber wenn jemand an Leib gesund ist und nur einen schwachen Magen hat, der koche von der Frucht des Wurzeldorns und esse oft davon, und es reinigt den Magen und nimmt den Schleim von ihm weg."

Hagebuttenmark - selbst gemacht oder aus dem Reformhaus - bei allen nervösen Magenleiden einsetzen, ebenso bei Magenschwäche und Magenverschleimung.


Das Wasserlinsen-Elixier bei Praekanzerose und Abwehrschwäche

"...Wen die Vichtkrankheit plagt... der trinke nüchtern so viel wie man mit einem Atemzug trinken kann, und ähnlich, wenn er sich abends zu Bett legt. Er mache das oft, bis er geheilt ist."


Eine Selbstanfertigung ist hier sehr schwer, man kann aber das Mittel in der Apotheke beziehen. Kurmäßig - 3 Monate einnehmen - 3 Monate pausieren - 3 Monate einnehmen - täglich 1 Likörglas vor dem Frühstück und vor dem Abendessen.


Über die Bosheit

"Die Gnade Gottes verlässt die, welche die Hilfe Gottes verschmähen; sie kommt barmherzig denen zu Hilfe, die sie suchen. Ist ein Mensch so hartnäckig, dass er die Hilfe Gottes zur Bekämpfung des Teufels verschmäht, so hört dieser nicht auf, ihm nachzustellen. Denn die Schwärze der Bosheit, die sich in ihm dann erhebt, bringt seinem ganzen Leib eine so große Bitternis, dass dadurch auch sein Körper krank und dürr wird. Wenn daher ein Mensch beginnt, sich Böses ins Gedächtnis zu rufen und sich selbst verzweifelt zu zerreißen, als ob es ihm nicht möglich sei, das Böse zu tun, dann sieht es der Teufel und sagt: Da ist ein Mensch, der uns gleich ist und Gott verleugnet... Eilen wir schnell hin zu ihm, um ihn mit unseren Listen zu hemmen, auf das er uns nicht entkomme...Wenn der Mensch aber dem Teufel widersteht und sich in Reue den Lastern entzieht, dann ersteht er zum Leben."


Zwischen Gut und Böse

"Jegliches Werk des Menschen geht aus der Erkenntnis hervor. Wie? Zwei Wege liegen vor ihm. Wieso? Er erkennt mit seinem Empfinden Gut und Böse. Wenn er vom Bösen übergeht Gutes zu tun, ahmt er Gott nach, da er das Gute in ihm tut, der gerecht ist und keine Ungerechtigkeit will. Wirkt er jedoch Böses, verwickelt er sich durch den Verführer in Sünden, denn der Teufel lässt nicht von ihm ab, bis er ihn in den Fesseln seiner bösen Taten weiß. Denn der Teufel flieht die Heiligkeit und sucht die Ungerechtigkeit. Entzieht sich der Mensch jedoch dem Bösen und wirkt Gutes, dann wird er von der größten Güte aufgenommen. Denn er hat sich dann nämlich aus Liebe zu Gott überwunden, der für ihn seinen Sohn dem Tod am Kreuz auslieferte."


Der Polei-Essig-Honig gegen Magenverschleimung, Gastritis, Magen- und Darmpilzen

"Und pulverisiere Polei, und schütte dieses Pulver in Essig und Honig in gleichem Gewicht, trinke es oft nüchtern... und es reinigt deinen Magen und erhellt deine Augen..."


Von diesem Polei-Essig-Honig nimmt man jeweils vor dem Essen 1 EL voll über mehrere Wochen hin. Gerade bei Menschen mit häufigen Magenproblemen hat sich diese Kur bestens bewährt.


Der Aderlass beim Tier

"...Wenn ein Pferd, Rind oder Esel schwach und mager ist, soll ihm je nach dem Grad seiner Beleibtheit oder Magerkeit ein halber Becher Blut entnommen werden. Nach dem Aderlass soll man ihm ein weiches Futter und trockenes, zartes Heu zum Fressen geben. Dann soll sich das Tier zwei Wochen oder eine Woche oder vier Tage nach dem Aderlass erholen, bis es seine Kräfte wiedererlangt... Nach Ablauf von drei Monaten soll im vierten Monat und nicht früher demselben Tier noch einmal Blut beim Aderlass entnommen werden, es sei denn, es liegt ein akuter Notfall infolge Krankheit vor...Einem Schaf soll man oft, jedoch nur wenig Blut durch Aderlass entnehmen, weil es sonst bei ständigem Luftwechsel leicht erkrankt. Bei Schafen soll man den Aderlass bei feuchter, mäßig warmer Luft vornehmen, weil dann die schädlichen Säfte bei ihnen zunehmen. Bei trockener Luft soll man den Aderlass unterlassen, weil dann die Säfte bei ihnen zunehmen."


Verdauungsfördernde Nahrungsmittel

  1. Der Dinkel: "...er ist milder als andere Getreidearten..." Besonders Dinkelkaffee und Dinkelkörner regen die Verdauung an.

  2. Der Bertram: "... schickt er nichts unverdaut heraus, sondern bereitet ihm eine gute Verdauung..." Den Bertram in jedes Gericht, aber mäßig, nur als Gewürz.

  3. Der Beifuß: "... und wenn er gekocht wird, heilt er kranke Eingeweide und wärmt den kranken Magen..." In Fleischgerichte, Suppen und Mus etwas Beifuß geben.

  4. Die Melde: "... und gegessen bewirkt sie eine gute Verdauung..." Melde wie Salat zubereiten.

  5. Der Fenchel: "... er verursacht eine gute Verdauung..." Gemüse, Tee, Samenkorn nüchtern kauen.

  6. Das Hirschfleisch: "...Wenn der Mensch Hirschfleisch ziemlich warm, aber nicht heiß isst, reinigt es seinen Magen und macht ihn heil..."

  7. Das Ziegenfleisch, das Lammfleisch: "... und es heilt und stärkt den Magen..."

Das Schlehenaschen-Elixier bei Lähmungen

"Und ein Mensch, der gichtkrank ist... und so dass seine Glieder lahmen, der... trinke nüchtern mäßig, nach dem Essen aber nehme er genügend davon. Und das tue er oft und die Gicht wird von ihm weichen... und die Gesundheit der Glieder wird er wiedererlangen, weil dieser Trank besser als Gold ist."


Die öligen Rebtropfen gegen Ohrenschmerzen

"...Wenn das Rebenschoß zuerst von der Rebe abgeschnitten wird, sind jene Tropfen, die dann von morgens mittags aus jenem Einschnitt fließen, gut und nützlich... Daher soll der Mensch sie in ein Töpfchen auffangen und ihnen Olivenöl beigeben. Und wenn er Ohren- oder Kopfschmerzen hat, soll er sich damit salben und es wird ihm besser geben."


Diese Tropfen wirken meist prompt bei Ohrenschmerzen, vor allem aber bei Kindern mit Mittelohrentzündungen und/oder -vereiterungen. Man schüttelt das Fläschchen kurz und reibt dann die Tropfen um das schmerzende Ohr gut ein. Achtung: Von diesen Tropfen darf nichts ins Ohr gelangen!


Die Poleiminze gegen Magenschmerzen, Gastritis, und Pilzerkrankungen

"... Die Polei hat eine angenehme Wärme und ist trotzdem feucht, und von den folgenden fünfzehn Kräutern hat sie eine Kraft in sich, nämlich Zitwer, Gewürznelke, Galgant, Ingwer, Basilienkraut, Beinwell, Lungenwurz, Osterluzei, Schafgarbe, Eberraute, Engelsüß, Odermennig, Stur, Storchenschnabel, Bachminze. Und diese Kräuter wirken allen Fiebern entgegen...Aber auch wer die Blätter der Polei roh oft mit Salz isst, nämlich wenn man sie allein dem Fleisch beigibt, der wärmt den Magen, wenn er einen kalten Magen hat. Und auch wenn sein Magen voll von Gift, das ist Eiter, reinigt und heilt es ihn."


Die Getreideernte

"...Auch das Getreide, das bei zunehmendem Mond... abgemäht wird, bringt mehr Mehl, weil es... seine volle Ausgiebigkeit besitzt...Was jedoch bei abnehmendem Mond abgemäht wird, kann seine Kraft länger behalten... Getreide... bei zunehmendem Mond abgemäht, aber in die Erde ausgesät, schlägt schneller Wurzeln, wächst schneller zu Getreideähren heran und bringt rascher und mehr Stroh, jedoch weniger Ertrag, als wenn es bei abnehmendem Mond abgemäht wird."


Getreide bei zunehmendem Mond geerntet bringt mehr Mehlertrag. Saatgut für ertragreiches Getreide bei abnehmendem Mond ernten. Saatgut für Stroh bei zunehmendem Mond ernten. Getreideernte bei abnehmendem Mond bringt längere Haltbarkeit von Korn und Mehl, aber weniger Ertrag.


Die Obst- und Gemüseernte

"... alles Obst und Gemüse, das bei zunehmendem Mond geerntet wird und das Fleisch vom Vieh, das zu dieser Zeit geschlachtet wird, hat einen größeren Nährwert, weil es dann voll Saft und Blut ist... Eine Ausnahme macht man dann, wenn es länger halten soll... dann das Gemüse und das Obst zu ernten und das Vieh zu schlachten, wenn der Mond abnimmt, damit es sich umso länger halten kann..."


Die Regel nach Hildegard ist: Obst und Gemüse, das gelagert werden soll, bei abnehmendem Mond ernten. Obst und Gemüse, das gleich weiterverarbeitet wird, bei zunehmendem Mond ernten. Saatgut für Gemüse bei abnehmendem Mond ernten. Saatgut für Gewürze und Salat bei zunehmendem Mond ernten.


Der Hopfen

"Der Hopfen ist warm und trocken, und er hat etwas Feuchtigkeit, und zum Nutzen des Menschen ist er nicht sehr brauchbar, weil er bewirkt, dass die Melancholie im Menschen zunimmt, und den Sinn des Menschen macht er traurig und er beschwert seine Eingeweide. Jedoch mit seiner Bitterkeit hält er gewisse Fäulnisse von den Getränken fern, denen er beigegeben wird, so dass sie umso haltbarer sind."


Nach Hildegard ist der Hopfen nur zur Haltbarkeit des Bieres brauchbar, denn den Menschen selbst macht er betrübt und melancholisch. Daher sollten depressive Menschen lieber zu einem Glas Wein greifen und wer doch lieber beim Bier bleiben will, sollte auch hier stets an das rechte Maß denken.


Den Stoffwechsel anregen statt Abführmittel einnehmen

"'...(abführende) Getränke, die den Magen reinigen, nützen den Menschen nicht... Und wenn die schlechten Säfte im Menschen überhand nehmen, dann bilden sie manchmal in ihm einen nebligen Qualm... dieser breitet sich in seinen Eingeweiden aus, bringt die übrigen Krankheitserreger in Bewegung und lässt die in ihm verursachen. Und die Pilze, die in feuchter Luft und feuchter Erde entstehen, sind weder vollkommen warm noch vollkommen kalt, sondern lau und wenn der Mensch sie isst, wecken sie einen üblen Saft in ihm auf... Die Pilze aber, die auf gewissen Bäumen, stehenden oder liegenden, entstehen, sind einigermaßen gut zur Speise des Menschen wie gewisse Gartenkräutlein und den, der sie isst, schädigen sie weniger und aufgenommene Nahrung weder durch den richtigen, natürlichen Eingang in den Magen gelangen noch durch den richtigen, natürlichen Ausgang austreten..."


Abführmittel einnehmen geht schnell und erleichtert vorerst, aber die Ursache für die schlechte bis ungenügende Verdauung wurde damit nicht berücksichtigt. Also lieber verdauungsfördernde Nahrungsmittel und Gewürze einsetzen und damit das Übel an der Wurzel packen.


Verschiedene Grippemittel aus der Hildegard-Apotheke

Die Andorn-Königskerzen-Mischkräuter

"Nimm Fenchel und Dill von gleichem Gewicht, füge ein Drittel Andorn hinzu und koche es zusammen mit Wein. Siebe es durch ein feines Tuch, trinke es und der Husten wird weichen."


2 EL Grippekräuter in 1/4 l Wein 5 Minuten kochen lassen und warm über den Tag verteilt trinken.


Das Tannenholz

"...Wenn der Rotz reichlich aus der Nase fließt, soll man den Rauch von Tannenholz durch die Nase inhalieren und der Rotz wird sich leichter lösen und nachlassen..."


Das Eibenholz bei Heuschnupfen und Asthma

"Denn wenn jemand in seiner Nase und in seiner Brust von üblen Säften ein Gebrechen hat, nehme er den Rauch dieses Holzes in seine Nase und in seinen Mund auf, und so werden jene üblen Säfte sanft und angenehm gelöst werden und verschwinden ohne Gefahr für seinen Leib."


Eibenholz verbrennen und den Rauch einatmen oder Eibenholzspäne in einer Tonschale auf der Herdplatte erhitzen, bis sie rauchen. Diese Behandlung sollte einmal täglich über einige Wochen durchgeführt werden.


Der zehnte Monat

"Dieser Monat birgt die Reife. Die Ernte ist eingefahren, die Keller sind voll. Die Natur wirft die Blätter, sie bereitet sich auf den kalten Winter vor. Im Lebenskreislauf stellt er auch die Reife des Alters dar, dort wo der Mensch durch Besinnung zur Weisheit gelangen kann. Der Mensch, der in diesem Monat geboren wird, braucht sich nicht mehr um die Ernte, um die Fülle des Lebens zu bemühen, er hat deshalb von der Natur eine Kälte mitbekommen, die er nur durch das Suchen und Bemühen von rechter Wärme ausgleichen kann."


Die Odermennigpillen

"... Um von Speichel, Rachen- und Nasenschleim gereinigt zu werden, nehme man Odermennig... und forme daraus Pillen von der Größe einer Bohne... und trockne sie an der Sonne... wenn man diese Pillen nehmen will, soll man seinen Bauch warm halten."


Odermennigpillen werden kurmäßig bei starker Verschleimung im Nasen-Rachen-Raum und bei Stirn-, Neben- und Kieferhöhlenentzündung genommen. Man nimmt morgens nüchtern, noch im Bett liegend (wegen der Wärme!) ca. 5 Stück und lässt sie langsam im Mund zergehen. Sie reinigen die Schleimhäute von allem Schleim. Um die Verschleimung richtig auszukurieren, sollte man dies ca. 2 - 3 Wochen so machen. Wegen der besseren Wirkung ist es angesagt, erst 2 - 3 Stunden nach der Einnahme der Pillen nur leicht zu frühstücken oder ein leichtes Mittagessen zu sich zu nehmen.


Die Wegerichtinktur gegen Insektenstiche

"Der Wegerich ist warm und trocken. Und wenn eine Spinne oder ein anderer Wurm einen Menschen berührt oder sticht, dann soll er sofort mit Wegerichsaft die Stichstelle salben und es wird ihm besser gehen."


Dieses Mittel wirkt prompt. Sowohl die Schmerzen werden besser, als auch die Schwellung oder Entzündung geht zurück. Ein wahres Wundermittel, wenn Kinder von Bienen gestochen werden. Man nimmt frische Spitz- oder Breitwegerichblätter, zerreibt sie schnell und gibt den austretenden Saft auf die Stich- oder Bissstelle.


Der Pfaffenhütchenwein gegen Wassersucht

"Und der Mensch, der die Wassersucht hat, ziehe die Rinde dieses Baumes ab und zünde sein Holz, das innen ist, am Feuer an, und davon mache er Asche... und diese Asche lege, in ein Tuch gebunden, in reinen und guten Wein... und dies trinke oft nüchtern und jene Krankheit in ihm verschwindet..."


Wir haben hier ein hochwirksames Mittel gegen die Wassersucht. Von dem selbst hergestellten oder aus der Hildegard-Apotheke bezogenen Pfaffenhütchenwein vor jeder Mahlzeit ein Gläschen trinken.


Die Schafgarbe bei Wunden und Verletzungen

"Die Schafgarbe ist etwas warm und trocken, und sie hat gesonderte und feine Kräfte für Wunden. Denn wenn ein Mensch durch einen Schlag verletzt wird, wäscht man nachher die Wunde mit Wein, und es soll in Wasser mäßig gekochte Schafgarbe, nachdem das Wasser mäßig ausgepresst wurde, so warm über jenes Tuch leicht gebunden werden, das auf der Wunde liegt. Und so nimmt sie der Wunde die Fäulnis und die Schwären, das heißt das Geschwür, und sie heilt die Wunde. Und so geschehe es oft, solange es nötig ist. Aber nachdem die Wunde begonnen hat, sich ein wenig zusammenzuziehen und zu heilen, dann soll nach Wegwerfen des Tuches und ohne das Tuch die Schafgarbe auf die Wunde gelegt werden, und sie wird umso gesünder und vollkommener geheilt."


Hier gibt uns Hildegard das Mittel für eine erstklassige Wundheilung.


Die Hainbuchenspäne gegen Muttermale und Feuermale

"Und wenn einer üble Flecken an seinem Körper hat, schneide von dem Holz unter der Rinde einen Span und wärme ihn am Feuer, und lege ihn warm auf die Maler, das heißt die Flecken, und sie werden verschwinden."


Diese Hainbuchenspäne auf dem Herd oder Grill erwärmen und mit einem Verband auf die Flecken fixieren.


Das Olivenöl gegen Krämpfe

"Wenn ein Krampf einem Menschen irgendwo an seinem Körper zu schaffen macht, soll er Olivenöl nehmen und sich damit an der Stelle, wo es weh tut, fest einreiben oder, falls er Olivenöl nicht zur Verfügung hat, mit einer anderen wertvollen Salbe..."


Olivenöl mit einigen Tropfen Rosenöl vermischt hat sich besonders bei Säuglingen und Kleinkindern, die von Bauchkrämpfen geplagt werden, bewährt. Am besten reibt man es kräftig in den gesamten Bauchbereich ein.


Die Eberwurz (Byverwurtz)

"Die Eberwurz ist warm und etwas kalt. Pulverisiere daher die Wurzel und die Blätter der Eberwurz und so viel wie die Hälfte davon wiegt, soviel Bertrampulver und so viel Zimtpulver gebe der Kranke bei und mische es. Und das auf diese Weise gemischte Pulver nimm täglich entweder mit Brot oder mit warmen Wein, oder iss es in Suppen, oder trinke es in warmen Wein und du wirst keine große oder lange Krankheit haben bis zu diesem Tod. Und kein Mensch meide dieses so bereitete Pulver, weil er, wenn er gesund ist, und dieses Pulver täglich isst, nicht lange krank im Bett liegen wird. Und wer krank ist und es isst, wird gesund werden."


Ein sehr viel versprechendes Heilmittel. Außerdem ein Mittel, das wieder Körper und Seele mit einschließt, wie auch die Gewürze Zimt (= stärkend, stimmungsaufhellend) und Bertram (= reinigend, aufbauend).


Der Knoblauch und die Zwiebeln

"... Der Knoblauch ist für Gesunde und Kranke heilsamer zu essen als der Lauch. Und er muss roh gegessen werden... weil sein Saft gemäßigt ist und die rechte Wärme hat. Er soll mäßig gegessen werden, damit das Blut im Menschen nicht übermäßig erwärmt werde..."


"Die Zwiebel hat nicht die rechte Wärme, sondern scharfe Feuchtigkeit... Sie ist roh gegessen schädlich und giftig wie der Saft unnützer Kräuter. Gekocht aber ist sie gesund zu essen, weil durch das Feuer das Schädliche in ihr gemindert wird.... Jenen aber, die magenkrank sind, bereitet sie sowohl roh wie auch gekocht Schmerzen..."


Der Knoblauch roh oder gekocht senkt den Cholesterinspiegel und wirkt gut gegen Arteriosklerose. Zwiebeln hingegen dürfen nur gekocht oder gebraten verzehrt werden und sollten grundsätzlich von Magenschwachen gemieden werden!


Bohnensalat mit Dinkelkörnern

Kochrezept:

Weichgekochte Bohnen und gekochte Dinkelkörner mit einer Salatsauce aus Essig, Sonnenblumenöl, etwas Galgant und Bertram, Zucker, Salz, Bohnenkraut, zerdrückten Knoblauchzehen und gedünsteten Zwiebelringen anmachen. Mit frischer Petersilie bestreut servieren. Ein hochwertiges, eiweißreiches Gericht!


Die Bohnen als Heilmittel

"Die Bohne ist warm... Das Bohnenniehl ist gut und nützlich für den kranken und den gesunden Menschen, weil es leicht ist und mühelos verdaut werden kann."


Bohnen haben neben dem Dinkel einen hohen pflanzlichen Eiweißanteil, sättigen lang anhaltend, sind leicht verdaulich und enthalten kein Cholesterin.




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19.10.2012


Hildegards Weisheiten 3

Der vierte Monat

"Der April ist der Monat, der die Viriditas, die Grünkraft und den Wohlgeruch verkörpert, auch wenn es in ihm schrecklich donnern kann. Wir erleben im April das Erwachen der Natur nach einem starren Winter, das Sprießen des ersten Grüns, eben die Viriditas, und den ersten Duft der Frühlingsboten. Der Mensch erhält jene Grünkraft, die auch die Natur mit sich bringt, aber nur dann, wenn er fest im Glauben zu Gott steht. Der Mensch ist es, der den Ruf der Rechtschaffenheit und Nützlichkeit überall hin zum Ruhme Gottes ausströmt."


Rezepte für ein "hildegardisches" Ostermenü

Fenchelfrischkost mit Orangen

2 EL kaltgepresstes Sonnenblumenöl mit 200 g saurer Sahne glatt rühren. 1/2 Banane mit der Gabel zerdrücken, mit etwas geriebenen Meerrettich und feingehacktem Estragon unter die Sauce mischen. Mit Zitronensaft, Galgant, etwas Salbei und Honig kräftig abschmecken. 2 kleine Fenchelknollen fein schneiden, 2 kleine Äpfel fein würfeln, beides mit Zitronensaft beträufeln und mit der Salatsoße mischen. 2 Orangen schälen, filetieren und den Salat damit garnieren, mit Mandelsplittern und Fenchelgrün garnieren.


Servieren Sie diese köstlichen Vorspeise etwa vor einer Lammkeule im Kräutermantel (Beifuß und Quendel nicht vergessen!) oder gebratenen Felchenfilets in Mandelbutter (mit Galgant und Bertram würzen!).


Als Dessert empfiehlt sich Quittenschaum, den Sie aus Quittenmarmelade oder -gelee auch zu dieser Jahreszeit bereiten können: Steif geschlagene Sahne mit Quittenmarmelade oder -gelee leicht vermengen, mit etwas Rohrzucker bestreuen.



Das Essen von Fisch


  1. Der Hering

    "... der Hering ist für Gesunde und Kranke, wenn er frisch ist, schädlich zu essen ... Und sowohl für den Kranken als auch für den Gesunden ist der Hering besser und heilsamer gebraten als gekocht zu essen..."


  2. Der Barsch

    "... er hält sich gerne in der Reinheit der Gewässer auf und sucht dort reine Nahrung ... und sein Fleisch ist gesund und für kranke und gesunde Menschen gut zu essen."


  3. Der Hecht

    "Er verlangt reine Nahrung und hat hartes und gesundes Fleisch ... sowohl kranken wie auch gesunden Menschen ist sein Fleisch gut zum Essen..."


  4. Der Lachs

    "... und er ist weich und schwach, und er ist für keinen Menschen gut zu essen, weil er alle üblen Säfte erregt, die im Menschen sind..."


  5. Der Karpfen

    "... und von den Sümpfen hat er weiches und schwaches Fleisch in sich ... und sein Fleisch schadet einem gesunden Menschen beim Essen nicht, einem Kranken aber schadet es etwas..."


  6. Die Bachforelle

    "... und für kranke Menschen taugt sie nicht viel zum Essen, die Gesunden aber schädigt sie nicht..."


Gebet - Zweifel

"O Gott, hast nicht du mich geschaffen?

Die elende Erde erdrückt mich!" Weiß ich, ob Gott überhaupt existiert? Wo ist denn mein König und Gott?"

Das Essen von Fleisch

Das Schaf, das Lamm "... ist für gesunde und kranke Menschen im Sommer gut zu essen, im Winter aber taugt es nicht zum Essen, weil es kalt ist, und weil auch der Winter kalt ist..."

  1. Die Ziege

    "... und sein Fleisch ist für gesunde und kranke Menschen gut zu essen und wenn es oft gegessen wird, heilt es die zerbrochenen und zerquetschten Eingeweide und es heilt und stärkt den Magen dessen, der es isst."



Der Mond und das Fällen der Bäume

"...Auch in den Bäumen ... nimmt der Saft bei zunehmendem Mond zu und bei abnehmendem Mond ab. Daher werden sie, wenn sie bei zunehmendem Mond gefällt werden ... mehr vom Ungeziefer und vom Holzwurm zerfressen, als wenn sie beim abnehmenden Mond gefällt würden..."


Der Steinbrech

"Der Steinbrech ist kalt und hat starke Kräfte in sich, und zum Gebrauch eines Menschen, der einen zarten Körper hat, taugt er beim Essen nichts, weil er für seinen Körper zu stark wäre. Aber

wenn im Magen oder in der Blase oder irgendwo im Körper des Menschen sich Schleim zusammenballt und sich so verhärtet wie ein Steinchen, dann zerstoße jener Samen vom Steinbrech

in Wasser und er trinke das oft so nach dem Essen und nicht nüchtern, und so zerbricht jenes Getränk das, was im Menschen wie ein Steinchen hart und widerstrebend ist, und so wird jener Mensch geheilt werden..."


Hier finden wir ein erstklassiges Steinmittel. Ganz gleich, ob der Stein in der Blase oder in der Galle sitzt, man gebe eine Prise Steinbrechsamen in ein Glas Wasser und trinke dies nach jedem Essen und der Stein wird aufgelöst. Da diese Pflanze sehr selten ist, empfiehlt es sich, Steinbrech im Garten anzubauen.







Die Pfennigkrautmischung

"... Diesen Wein soll er neun Tage lang auf nüchternen Magen trinken, aber nur ein wenig nach dem Frühstück, und mit demselben Wein soll er sich eine fette Eisuppe bereiten und essen. Wenn er

schlafen geht, soll er den Wein mit einem heißen Stahl erwärmen und dann trinken und sich mit einer warmen Decke zudecken, damit er schwitzt. Das soll er tun, bis er geheilt ist."


Dieses Rezept bietet sich bei jeder Form der Gelbsucht an, aber wegen der Schwere der Krankheit immer in Absprache mit einem Arzt.


Rezept:

60 g Pfennigkrautmischung in 1 Liter guten trockenen Wein legen und einige Tage dunkel stellen, dann 9 Tage lang vor und nach dem Essen etwas davon trinken. Am Abend etwas Wein (1 Likörglas) mit einem Tauchsieder erhitzen, trinken und im Bett nachschwitzen.






Kräftespiel - Der Hochmut - Die Demut

Der Hochmut:

"Meine Stimme schreit weithin über alle Berge. Wer könnte sich mit mir messen? Über Hügel und Felder breite ich meinen Mantel aus und will nicht, dass auch nur einer mir Widerstand leistet. Ich weiß, dass keiner mir

gleicht."


Die Demut:

"Warum sollte ich nicht dulden, dass einer mir auch noch so schreckliches Unrecht zufügt, da doch der Schöpfer selbst vom Himmel herniederstieg, um die Menschen an sich zu ziehen? Ich hatte in den Höhen meine Heimat beim Schöpfer und stieg hernieder mit ihm auf die Erde und kann so an allen Enden der Erde wohnen. Daher bringe ich kein Wort trügerisch über meine Lippen wie ich sei dieser oder jener - wo ich doch gar nichts bin. Würde ich das behaupten, so wäre ich nicht die Sonne, die das Dunkel erhellt. Denn mit Gott durchdringe ich alle Finsternis. Daher vermag mich kein Sturm erschüttern, da ich in der vollen Güte mit Gott verweile."



Die Edelsteine - Der Chrysolith

"... und er hat fast eine Art lebensspendende Kraft in sich, so dass, wenn er bei dem neugeborenen Jungen eines Vogels oder eines anderen Tieres zu liegen kommt, von seiner Kraft so gestärkt wird, dass er schon vorzeitig beginnen würde, davonzulaufen..."


Die Kraft dieses Steines, die wie Hildegard sagt, etwas Lebensspendendes in sich hat, wäre hier vor allem zur Entwicklung von Kindern (Neugeborenen) einzusetzen. Man kann dem Säugling einen Chrysolith als Fußkettchen oder -anhänger geben.




Gebet - Unbeständigkeit

"O allwissender Gott, der das Gute schuf, ich zittere im Bewusstsein der Sünde. In der Reue erkenn' ich mich zwar, lasse sie aber nicht wirksam werden, und es bleibt mir die Angst."


Die Galle und ihre Erkrankungen

"... Der Mensch aber, bei dem die Galle größere Kräfte als die Schwarzgalle hat, kann den Zorn leicht bändigen. Jener, bei dem die Schwarzgalle stärker ist als die Galle, wird leicht zum Zorn gereizt... Die Schwarzgalle aber nimmt von schlechten, bitteren, unsauberen und schlecht zubereiteten Speisen zu..."


Hildegard gibt hier wieder einen Hinweis, dass gerade das richtige Essen und Trinken, im Zusammenhang mit Maßhalten und dem Verzicht auf Küchengifte und schlechte Essgewohnheiten, die Schwarzgalle beeinflusst. Wir sollten immer auf ein Gleichgewicht zwischen Schwarzgalle und Galle achten. Ein "hildegardisches" Essen fordert den Gallenfluss und bringt somit eine bessere Verdauung, während Küchengifte und Maßlosigkeit die Schwarzgalle überlaufen lassen und damit auch den Zorn herbeiführen.




Die Aloe und die Gelbsucht

"... Und wer Gelbsucht hat, der lege Aloe in kaltes Wasser, und morgens sowie wenn er schlafen geht, trinke er es, und er wird geheilt werden..."

Anwendung: Man gibt Aloe in ein Glas Wässer und lässt dies mehrere Stunden ziehen, dann ohne umzurühren, trinkt man das Wasser und lässt die restliche Aloe, die unten im Glas übrig bleibt zurück, da Aloe eine stark abführende Tendenz hat.


Der Mond und das Beschneiden und Pflanzen von Bäumen und Weinstöcken

"... Das Beschneiden und Pflanzen erfolgt besser bei abnehmendem als bei zunehmendem Mond ... wegen des aufsteigenden

und überschüssigen Saftes beim zunehmenden Mond, schlagen sie nicht so gut Wurzeln und wachsen nicht so gut heran und kümmern dahin ... und viel Saft fließt aus ihnen heraus..."


Die Regel nach Hildegard: Schneiden Sie im März ihre Bäume und Weinstöcke bei abnehmendem Mond, damit sie nicht zu sehr Saft verlieren und mehr Fruchtfülle aufweisen können. Das Pflanzen von Bäumen erfolgt das ganze Jahr immer bei abnehmendem Mond, um so besseres Wurzelwachstum zu fördern.




Ernährungshinweise bei Gallenwegserkrankungen

"... Die Schwarzgalle aber nimmt von guten und wohlschmeckenden Speisen ab, dagegen von schlechten und schlecht zubereiteten Speisen zu ...Ebenfalls bei Krankheiten durch die verschiedenen Säfte nimmt die Schwarzgalle zu..."


Wohlschmeckende und gesunde Speisen, die Hildegard sehr wichtig sind und deren Verzehr sie empfiehlt, sind: Dinkel, Fenchel, Edelkastanien, Sellerie, Karotte und Habermus.

Erlaubte und gut verträgliche Getränke, vor allem bei Gallensteinen und -koliken sind: Fencheltee, Dinkelkaffee, Salbeitee, Dinkelbier und geringe Mengen verdünnter Rotwein.



Die Edelsteine - Der Chrysolith

"... Und dieser Stein stärkt das Wissen in dem Menschen, der ihn bei sich haben soll, so dass wer gutes Wissen und gute Kunst hat, diesen Stein auf sein Herz legen soll, und solange er dort liegt, schwindet das Wissen und die gute Kunst nicht in ihm..."


Der Chrysolith stärkt das bereits vorhandene Wissen und verstärkt die Kunstfertigkeit im Menschen. Heute kennt man den Namen "Chrysolith" kaum noch, er wird als Perdot oder Peridot im Edelsteinhandel angeboten.







Das Osterfest und der Vollmond


"...All das gilt auch für die Jahreszeiten, werden diese doch vom

Mond geregelt, ebenso die Beschaffenheit der Luft, d.h. Regen oder Dürre des Sommers oder Winters. Alles wird von ihm geregelt, ist er ja die Mutter aller Jahreszeiten und, wie die Söhne einer Mutter nach ihr gezählt werden, werden alle Zeiten auch nach dem Mond gerechnet..."


Das Osterfest wird am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert.


Gedanken zu Ostern

"Denn als dieses unschuldige Lamm zum Heil der Menschen auf den Altar des Kreuzes gehoben worden war, erschien die Kirche im reinen Glanz des Glaubens durch ein unermessliches Mysterium im Himmel und wurde dem Eingeborenen Gottes durch die erhabene Majestät verbunden. Was bedeutet das? Als nämlich aus der Seitenwunde des Sohnes Blut entströmte, begann alsbald die Erlösung der Seelen."








Kräftespiel - Die Ausgelassenheit - Die Zucht

Die Ausgelassenheit:

"Was könnte dem Menschen schon Freude schaden, sie bringt wenigstens zum Lachen ...Was wäre auch ein Mensch, dem immer nur zum Sterben zumute ist? Nichts. Darum lasst uns fröhlich sein, solange es hier noch etwas zum Freuen gibt."


Die Zucht:

"...mit den ungepflegten Manieren verspielter Menschen gleichst Du unstetem Winde und in deiner Wechselhaftigkeit dem Gewürm, das im Erdreich wühlt ... Ich aber, ich bin ein Gürtel der Heiligkeit und ein Mantel der Ehrbarkeit. Zu des Königs Hochzeit bin ich geladen und erscheine dort mit Freuden und in Züchten. Strahlend trete ich dort auf, in aller Pracht der Gerechtigkeit."




Die Ingwer-Ausleitungs-Kekse

"Wenn ein Mensch ein Purgiermittel machen und einnehmen will, der nehme Ingwer, den halben Teil davon Süßholz und ein Drittel vom Ingwer Zitwer. Dieses pulverisiere er und siebe es fein..."

Die Ingwer-Ausleitungs-Kekse erhalten Sie als Fertigprodukt. Man nimmt morgens 1 Stück Keks nüchtern, vor dem Aufstehen, also noch im Bett, und lässt es langsam im Munde zergehen. Die Kekse bewirken eine milde Ausleitung über Leber, Darm und Nieren, wirken stoffwechselanregend und beseitigen Schlacken und Giftstoffe und krebserregende Fäulnisstoffe aus Magen und Darm. Denjenigen, die ihre Fastenkur jetzt im Frühjahr geplant haben, seien die Ingwer-Ausleitungs-Kekse zur Unterstützung sehr ans Herz gelegt!







Der Bärlauch

"Der Bärlauch hat nicht die rechte Wärme, sondern scharfe Feuchtigkeit ... Und roh ist er so schädlich und giftig zu essen wie der Saft unnützer Kräuter. Gekocht ist er gesund zu essen, weil durch das Feuer das Schädliche, das in ihm ist, vermindert wird. Gut ist er gekocht für jene, die Schüttelfrost oder Fieber oder Gicht haben. Jenen aber, die magenkrank sind, bereitet er

sowohl roh als auch gekocht Schmerzen, weil er feucht ist."

Den Bärlauch, als wilder Knoblauch bekannt, nur in Speisen (als Gemüsebeilage) mit kochen, niemals roh verzehren! Der Magenkranke jedoch sollte ihn immer meiden, weil er ihm Schmerzen bereitet.


Das Essen bestimmter Geflügel

Der Strauß

"Ein Mensch aber, der Epilepsie hat, der esse oft Straußenfleisch und es verleiht ihm Kräfte. Aber auch für fette und starke Menschen ist sein Fleisch gesund zu essen, weil es deren überflüssiges Fleisch mindert und sie stark macht."


Das Huhn

"Und ihr Fleisch ist für gesunde Menschen gut... die Kranken aber erquickt es ein wenig. Wenn aber jemand sehr krank ist und dieses Fleisch oft isst, bereitet es in seinem Magen Schleim und macht den Magen so krank, dass er gegessene Speisen kaum verdauen kann, weil dieses Fleisch kalt ist..."


Die Gans

"... und sie ernährt sich von reiner und unreiner Nahrung ... taugt ihr Fleisch für Kranke nicht zum Essen, weil es im Menschen oft Schleim und Geschwüre bereitet ...Aber Menschen, die gesund sind, können das gegessene Fleisch irgendwie verkraften..."







Baden oder Saunen?

"Es ist dem Menschen nicht nützlich häufig im Wasser zu baden, es sei denn, er ist mager und dürr, kühlt leicht ab und erwärmt sich leicht, weil er kraftloses Fleisch hat. So einer kann im Wasser baden, damit er seinen Körper erwärmt und ihn anfeuchtet. Denen aber, die fettes Fleisch haben, schaden die Bäder ... außer sie baden nur selten, um den Schmutz abzuwaschen und steigen schnell wieder aus dem Bade..."


"Das Schwitzbad, das mit glühenden Steinen gemacht ist, passt für den dürren Menschen nicht, weil er sich dadurch noch trockener macht. Für den aber, der fettes Fleisch hat, ist es gut und nützlich, weil es die Säfte, die in diesem im Übermaß vorhanden sind, einschränkt und verringert..."


Hildegard meint, dass Baden oder Saunen nicht für jeden gleich gut ist. Die Regel nach Hildegard wäre: Magere Menschen sollten das Baden, dickere Menschen die Sauna vorziehen.


Das Apfelknospenöl gegen Kopfschmerzen

"Und wer durch eine Leber- oder Milzschwäche, oder von üblen Säften des Bauches oder Magens, oder von Migräne im Kopf leidet, der nehme die ersten Sprossen, d. h. die Knospen des Apfelbaumes und lege sie in Baumöl, und er wärme sie in einem Gefäß an der Sonne, und abends, wenn er schlafen geht, salbe er den Kopf mit diesem Öl und tue dies öfters, und er wird sich besser im Kopf befinden."


Herstellung: Man sammelt eine Handvoll frische Apfelblütenknospen, gibt diese in eine Flasche aus weißem Glas und übergießt die Blütenknospen mit reinem Olivenöl. Das Gemisch wird ca. 4 Wochen der Sonne ausgesetzt und dabei öfters geschüttelt. Dann abseihen, niemals auspressen (!), eventuell mit einigen Tropfen Rosenöl (wegen des ranzigen Geruchs) vermischen und vor dem Schlafengehen Stirn und Schläfen leicht damit einmassieren. Dieses Mittel hat sich bestens bewährt







Das Pappelholzbad gegen Rheuma

"...Aber wenn jemand unter Gicht leidet, oder wenn jemand einen kalten Magen hat, der nehme die Rinde dieses Baumes, wenn sie grün ist, und das äußere Holz bis zum inneren Kern (Harz), aber nicht das, was das Herz des Baumes genannt wird. Das schneide (der Kranke) in kleine Stücke und koche sie in Wasser und dann gieße er dieses Wasser mit den Hölzern in ein Fass und er bade darin. Und das tue er oft und die Gicht wird von ihm weichen..."


Das frische grüne Pappelholz schneidet man in kleine Stücke und kocht es kräftig im Wasser. Den Absud ins Badewasser geben und ca. 15 Minuten darin baden. Anfangs jeden zweiten Tag, nach Besserung des Zustandes nur noch 1-2 Bäder pro Woche.


Die Edelsteine - Der Chrysopras

"Und in welchem Glied auch immer den Menschen die Gicht plagt, der lege den Chrysopras auf seine nackte Haut, und die Gicht wird weichen... an welchem Ort auch immer dieser Stein ist, wo ein todbringendes Gift ist, dort verliert es (das Gift) seine Kräfte, so dass es ohne Kräfte schwach wie Wasser wird..."


Der Chrysopras ist der Rheuma- und Gichtstein. Man legt einen Trommelstein entweder direkt auf die schmerzende Stelle oder trägt einen Chrysopras als Kette, Armreif oder Anhänger auf der bloßen Haut und fixiert ihn hier. Auch legt man den Stein in ein Getränk (zum Beispiel Fencheltee) und trinkt dieses, damit sich die inneren Giftstoffe verändern und somit eine gezielte Ausleitung erfolgen kann. Dies hat sich bestens in der Praxis bewährt.






Das Schröpfen

"...Wer sich schröpfen lassen will, muss dies nüchtern tun ... Indessen ist das Schröpfen für junge Menschen mehr geeignet als für alte Menschen... Der Aderlass eignet sich für alte Menschen mehr..."

Beim Schröpfen wird in einem Glas mittels Feuer ein Vakuum erzeugt, welches die unter der Haut vorhandene Lymphe und die darin befindlichen schleimhaltigen Säfte an sich zieht. Der Patient sollte nüchtern zum Schröpfen gehen. Bei alten Menschen würde sich anbieten, nur 1 x im Monat zu schröpfen und auf einen regelmäßigen Aderlass (1-2-mal/Jahr) zu achten.


Das Schröpfen

"Schröpfen ist zu jeder Zeit nützlich und gut, damit die schädlichen Säfte und Schleime, die sich im Menschen befinden, vermindert werden ... Die aber viel weiches und fettes Fleisch haben, können sich in einem Monat zweimal durch Schröpfen Blut entziehen lassen..."


Das Schröpfen ist ein mögliches Entgiftungsverfahren bei Hildegard, das die schlechten und verschleimten Säfte (Lymphe) aus dem Körper zieht.







Diäthinweise für Rheuma- und Gichtkranke

"... Für solche, die Gicht haben, ist die Zwiebel gekocht besonders gut...

Das Essen von Hirschleber nimmt die Gicht...

Wird Dill gekocht, beseitigt er den Gichtstoff...

... Bertram ist gut zu essen (als Gewürz), weil er die Fäulnis mindert..."



Gebet - Göttliche Gebote

"Wie die Mühle mit Hilfe des Wassers das Korn zum Genüsse zermahlt, will ich alle deine Gebote mitten im Sturzbach des Leibes meiner schwachen Menschennatur erforschen und eifrig erfüllen."







Kräftespiel -Die Schlemmerei - Die Enthaltsamkeit

Die Schlemmerei:

"Gott hat alles geschaffen, sollte ich es mir daher an irgendetwas fehlen lassen? ... auch Gott will ja, dass der Mensch Sorge trage für sein leibliches Wohl."


Die Enthaltsamkeit:

"... Du stopfst dich so voll du Schlemmer, dass deine Adern beinahe platzen und sich in Krämpfen winden. Wie der Regenguss das Land umwühlt, so bringt auch der unmäßige Genuss von Fleisch und Wein dem Menschen nur gotteslästerliche Verblendung!"

Die Brennnessel als "Frühjahrsputz"

"... wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen des Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt ..."







Das Brennnesselöl gegen Vergesslichkeit

"Ein Mensch, der gegen seinen Willen vergesslich ist, soll eine Brennnessel nehmen, sie zu Brei zerstampfen und ein wenig Olivenöl beigeben. Wenn er schlafen geht, soll er seine Brust und Schläfen damit einreiben und dies oft tun, und die Vergesslichkeit in ihm wird abnehmen..."

Dieses Mittel wirkt prompt bei jenen Menschen, die noch nicht vergesslich sein wollen. Ist der Mensch bereits abgestumpft oder senil, wirkt es nicht mehr.

Die Sterne

"Die Sterne lassen manchmal viele Zeichen an sich sehen, je nachdem, was die Menschen gerade tun und wie sie sich dabei verhalten. Aber sie offenbaren weder die Zukunft noch die Gedanken der Menschen, sondern nur das, was der Mensch bereits als seine Absicht kundgetan hat oder in Wort und Tat kundtut, weil dies die Atmosphäre aufnimmt. Sie teilt es den Sternen mit, und sie offenbaren auf diese Weise sogleich die Werke des Menschen. Gott schuf die Sterne zum Dienst am Menschen..."


Hildegard sagt damit ganz klar, dass es keine Astrologie, also Deutung aus den Sternbildern, gibt. Hildegard von Bingens "Astronomie" ist eine ganz präzise Deutung des jeweiligen Jahresteils (Monats) und des damit übertragenen Charakterzuges, den jener Mensch erhält, der in diesem Monat geboren ist. Hildegard meint aber auch, dass alle Worte und Taten wie Wellen in die Atmosphäre gehen, um dann zu zurückzukehren, gute wie böse.








Das Brennnessel-Gedächtnisöl

Rezept:

Frische, bei zunehmendem Mond gepflückte Brennnessel zerstoßen, den Saft auspressen oder im elektrischen Entsafter Frischsaft gewinnen und mit etwas Olivenöl vermengen. Vor dem Schlafengehen, zuerst die Brust und dann beide Schläfen - die Reihenfolge wie angegebenen einhalten - einreiben. Diese Einreibungen über eine längere Zeit (1-2 Monate) hinweg tun.

Das Farnbad gegen Gicht, Rheuma, Arthritis oder Arthrose

"... Denn wer an Gicht leidet, der nehme Farn, wenn er grün ist,

und er koche ihn in Wasser, und in diesem Wasser bade er oft, die Gicht wird weichen."



Die Schlüsselbluem

Die Schlüsselblumen zur Aromatherapie gegen Depressionen

"...Aber dieses Kraut empfängt hauptsächlich seine Kräfte von der Kraft der Sonne. Daher unterdrückt es die Melancholie im Menschen ... Daher lege dieser Mensch das Kraut auf das Fleisch und an sein Herz, damit es davon warm werde..."

Man ruhe ca. 1 Stunde mit einer Handvoll gelber Schlüsselblumen auf das Herz gelegt und fühlt sich danach wie befreit von seiner Schwermut.


Der Spitzwegerich

"... und wer von Stechen geplagt wird, koche seine Blätter im Wasser, und nachdem das Wasser ausgedrückt ist, lege er diese warm auf den Ort, wo es schmerzt, und das Stechen wird weichen."

Hier ist es gleich, ob Spitzwegerich oder Breitwegerichblätter benutzt werden. Man kocht eine Handvoll im Wasser, drückt sie leicht aus und macht für etwa eine Stunde damit eine Kompresse. Das hat sich bei rheumatischen Schmerzen schon oft bewährt.








Der fünfte Monat

"Das harte Ringen der Natur geht in diesem Jahresteil über zu einer lieblichen, leichten Zeit. Der Mai trägt die herrlichsten Düfte der Blüten und macht so die Herzen der Menschen froh. Man kann hier schon deutlich die ersten sprießenden Früchte erkennen, die vor allem den stark ausgeprägten Geschmackssinn des Menschen erfassen. Der Mensch, der in diesem Monat geboren wurde, hat von Natur aus viel Freude mitbekommen, ihm fehlt die Kälte und der Starrsinn. Mit aller Schärfe seiner Vernunft, unterscheidet er von Grund auf alles ihm Sichtbare. Nur so kann er seiner Natur entsprechend sorglos, glücklich leben."


Die richtige Vene beim Aderlass

"...Wer nämlich viel Phlegma im Kopf oder in der Brust hat oder wem der Kopf dröhnt, so dass dadurch sein Hörvermögen erheblich gestört ist, soll der Kopfader Blut entnehmen, sich jedoch vorsehen, dass er dort nicht viel Blut entnimmt... denn sonst verschlechtern sich dadurch die Augen ...


Wer aber ein trauriges Herz oder eine gedrückte Stimmung hat und wer in einer Seite oder in der Lunge Schmerzen hat, soll an der Mittelader Blut entnehmen, aber nur wenig, damit er die Kraft des Herzens behält...


Wenn jemand in der Leber oder in der Milz Schmerzen hat oder wenn jemand im Hals oder im Rachen Atembeschwerden verspürt oder wer an einer Augenschwäche leidet, soll an der Leberader Blut entnehmen und es wird ihm besser gehen..."


Der Arzt oder Heilpraktiker, der mit Hildegard-Heilkunde vertraut ist, entscheidet, welche Vene für den Patienten die entscheidende ist.







Das Rosenöl

.Aber die Rose ist auch gut zu Tränken und zu Salben und allen Heilmitteln ... und sie sind um so besser, wenn ihnen e. von der Rose beigefügt wird..."


Also allen selbst hergestellten Salben etwas Rosenöl beifüg"


Lebensregel - Über das Essen und Trinken

"Wenn also ein Mensch isst und trinkt, werden seine Gefäße mit dem Saft von den Speisen und Getränken ausgefüllt und erwärmt, und jener Saft wärmt in den Gefäßen das Blut und die Flüssigkeit, und das Blut, das im Fleisch ist, zieht vom Saft in den Gefäßen seine rote Farbe an."


Da das eigene Wohlbefinden sehr von der richtigen Ernährung abhängt, sollte man immer darauf achten, dass man "das Richtige" isst. Hildegards Ernährungshinweise basieren auf der "Subtilität" (Heilwert der Lebensmittel), der "Viriditas" (Grünkraft/ Lebensenergie) und auf der "Discretio", dem Maßhalten. Als Grundlage der "richtigen" Ernährung nach Hildegard steht an erster Stelle der Dinkel.







Die Akelei

"... Und der, in dem Skrofeln zu wachsen beginnen, der esse oft rohe Akelei und die Skrofeln nehmen ab."

Skrofeln sind geschwollene Lymphdrüsen am Hals, auch Polypen

gehören dazu. Der Kranke sollte nach Hildegard eine Akeleipflanze im Garten, Blumenbeet oder auf der Fensterbank haben und täglich ein frisches Blatt davon essen. Auch bei beginnender Mandelentzündung hat sich diese Anwendung bestens bewährt. Im Winter ersatzweise Akeleitinktur aus der Apotheke verwenden (1-3 Tropfen direkt in den Mund geben).







Die Heilsalbe aus Rosen

"... Die Rose werde genommen und zur Hälfte davon Salbei unter Beigabe von frischem Fett, das zerlassen ist. Und dies soll gleichzeitig in Wasser gekocht werden, damit daraus eine Salbe werde, und wo der Mensch vom Krampf oder von der Lähmung geplagt wird, dort soll er mit der Salbe gesalbt werden, und es wird ihm besser gehen..."







Gebet - Klage der Seele im Leib

"Ach, ach, du faulende Asche,

warum nur bin ich jemals in dich hineingesenkt worden von meinem Gott, in deine Bedürfnisse derart verstrickt, dass ich auf teuflische Einflüsterung böse Werke mit dir vollbringe?"


Die Veilchensalbe

"Nimm Veilchensaft und zum dritten Teil dieses Saftes Olivenöl und gemäß der Menge des Veilchensaftes Bockstalg ... die Körperstelle, wo Krebse den Menschen anfressen, salbe damit rund-herum ein und auch darüber ...Aber auch andere Geschwüre reibe mit der Salbe ein, wo der Mensch zu leiden hat. Und wenn einer am Kopf leidet, salbe ihn damit quer über die Stirn."

Die Veilchensalbe ist hervorragend bei Brustkrebs, als Narbensalbe, bei starken Kopfschmerzen und Herpes.





Der Weizen

"... Und wenn man rechtes Mehl aus Weizen macht, dann ist das aus diesem Mehl gemachte Brot gut für Gesunde und Kranke und bereitet rechtes Fleisch und rechtes Blut im Menschen. ..Wer aber Weizen ungemahlen mit ganzen Körnern kocht und nicht in der Mühle gemahlen, und ihn so wie eine andere Speise isst, der bereitet in sich weder rechtes Blut noch rechtes Fleisch, sondern viel Schleim, so dass der Weizen kaum verdaut wird..."

Als Feinmehl und überhaupt in jeder Form ist der Dinkel jedem anderen Mehl vorzuziehen.







Das Roggenbrot

"... Das aus ihm (dem Roggen) bereitete Brot ist für gesunde Menschen gut und macht sie stark. Und für jene ist es gut, die fettes Fleisch haben, weil es ihr Fleisch mindert, aber dennoch macht es sie stark. Aber für jene, die einen kalten Magen haben, und dadurch sehr entkräftet werden, ist er nachteilig, weil ihre Schwäche ihn nicht zur Verdauung bewältigen kann..."






Die Edelsteine - Der Saphir

"...Aber auch ein Mensch, der ganz von Gicht geplagt ist, so dass er im Kopf und in seinem übrigen Körper wegen allzu großer Bedrückung keine Geduld haben kann, der lege diesen Stein in seinen Mund, und die Gicht in ihm wird weichen ... Und wer im Zorn stark bewegt wird, der lege sogleich den Saphir in seinen Mund, und so wird der Zorn gelöscht und weicht von dem Kranken ..."

Der Saphir hilft bei Gicht, Rheuma oder Ungeduld, wenn man ihn in den Mund nimmt. Immer einen Stein ohne Fassung oder Metall verwenden!


Kräftespiel - Die Wollust, Unzucht - Die Keuschheit

Die Wollust:

"Diese Figur von einem Gottesbild, die will ich in den Schmutz ziehen, wenn es Gott auch noch so lästig ist. Auf diese Weise nämlich kann ich alle verderben. Denn ich habe schließlich meine eigene Herrlichkeit...

Mag der Himmel seine eigene Gerechtigkeit haben - auch die Erde hat ihre Verpflichtungen..."


Die Keuschheit:

"Auf deinem Lager, auf dem du dich rumwälzt, möchte ich nicht liegen - wo du gleichsam die Schändung herausforderst. Ich sitze im hellen Licht der Sonne und schaue nur auf den König der Könige, da ich meine guten Werke aus freien Stücken wirke. Im Wohlklang des frohen Lebens besitze ich die Freuden der Redlichkeit und Schamhaftigkeit und es wird weder durch die Schmähungen der Unzucht gestört, noch durch die Unkeuschheit besudelt..."







Die Rose - Die Lilie - Der Salbei

"... und wer jähzornig ist, der nehme die Rose und weniger Salbei und zerreibe es zu Pulver. Und in jener Stunde, wenn der Zorn ihm aufsteigt, halte er es an seine Nase. Denn der Salbei tröstet, die Rose erfreut ...Auch der Duft der Lilie erfreut das

Herz des Menschen und bereitet ihm richtige Gedanken..."


Mischen Sie Ihr eigenes Duftöl aus Rosenöl, Lilienöl und Salbeiöl und erfreuen Sie damit Herz und Seele.







Die Gewürze - Das Salz

"Das Salz ist sehr warm, etwas feucht und zu vielerlei nützlich. Wenn der Mensch Speisen ohne Salz isst, so wird er innerlich schlapp (lau). Isst er sie aber mäßig mit Salz temperiert, stärkt und heilt es ihn. Zu stark gesalzene Speisen machen ihn innen trocken und schädigen ihn, denn zu viel Salz trocknet die Lunge aus, weil diese nach Feuchtigkeit verlangt. Auch greift das Salz dann auf die Leber über und verletzt sie etwas, obwohl die Leber stark ist und mit dem Salz fertig werden kann. Darum soll der Mensch jede Speise so salzen, dass das Salz nicht vor der Speise herausschmeckt."


Beim Salzen ist wieder "Maßhalten" angesagt. Hildegard zeigt uns, dass der mäßige Salzgenuss wichtig für den Körper ist.


Die Tiere

Der Hund

"Der Hund ist sehr warm und er hat für sich etwas Gemeinsames und Natürliches im Gebaren des Menschen und daher spürt und versteht er den Menschen und liebt ihn und verweilt gerne bei ihm... Und der Hund merkt den Hass und den Zorn und die Unredlichkeit im Menschen, und er knurrt dann oft gegen ihn... Wenn aber ein Dieb im Hause ist oder ein Mensch, der den Willen zum Stehlen hat, dann knurrt er gegen ihn und ergrimmt und hat ein anderes Verhalten gegen ihn als gegen einen anderen Menschen, und er geht ihm nach und prüft mit der Nase dessen Geruch ... und auf diese Weise kann der Dieb erkannt werden..."


Da Hildegard in ihren Visionen die gesamte Schöpfung schauen durfte, finden wir in ihrer "Physica" auch sehr viele Tiere beschrieben.







Die Edelsteine

"... Und so entstehen die Edelsteine vom Feuer und vom Wasser,

daher haben sie auch Feuer und Feuchtigkeit in sich, und sie enthalten auch viele Kräfte und viele Wirkungen der Kunstwerke, so dass vielerlei Arbeiten mit ihnen gemacht werden können, und zwar solche Werke, die gut und ehrbar und dem Menschen nützlich sind ... Die übrigen Steine, die in verschiedenen Erden

und verschiedenen Gegenden entstanden sind, und die sich verschiedene Naturen und verschiedene Farben aus den Erden, in denen sie entstanden sind, zuziehen, diese taugen nicht viel als Heilmittel..."


Edelsteine, die bei Hildegard also nicht als Heilmittel aufgeführt sind, haben aber eine allgemeine positive Ausstrahlung und können als Schmucksteine gesammelt werden.


Die Harmonie zwischen Leib und Seele

"Solange Körper und Seele miteinander zu leben haben, tragen sie einen gewaltigen Konflikt miteinander aus, da die Seele leidet, wo immer das Fleisch an Sünden ergötzt wird... Die Seele hebt ihren Leib und hält ihn für ein schönes Gewand und eine erfreuliche Zier ... Der Mensch wandte sich "gegen Norden", die Gegend der Gottesferne ... seitdem ist das Verhältnis Seele-Leib belastet, und es fällt oft schwer, die beiden in Übereinstimmung zu bringen..."


An diesen Texten kann man erkennen, wie wichtig es für Hildegard ist, die eigenen Schattenseiten (Kummer, Sorgen, Leiden)

näher zu betrachten und eine gute Einstellung dazu zu gewinnen, um Körper und Seele in Einklang und Harmonie zu bringen, wozu nach ihrer Ansicht auch das Verhältnis des Menschen zu Gott gehört.








Der Wermutwein

"Der Wermut ist sehr warm und sehr kräftig und ist der wichtigste Meister gegen alle Erschöpfungen ... Und wenn der Wermut frisch ist, zerstoß ihn, und drücke seinen Saft durch ein Tuch, und dann koch Wein mit Honig ein wenig, und gieß diesen Saft in den Wein, so dass derselbe Saft den Wein und den Honig an Geschmack übertrifft, und trink diesen nüchtern vom Mai bis zum Oktober jeden dritten Tag, und es unterdrückt die Melancholie in dir, und es macht deine Augen klar, und es stärkt das Herz, und es lässt nicht zu, dass die Lunge krank wird, und es wärmt den Magen und reinigt die Eingeweide, und es bereitet eine gute Verdauung."


Rezept: 3 l naturreinen Wein mit ca. 240-400 g naturreinen Honig aufkochen und ca. 50 ml frisch gepressten (bei zunehmendem Mond, kurz vor Vollmond im April oder Mai ernten und essen!) Wermutsaft dazugeben. Noch warm in saubere (sterile) Flaschen Rillen und sofort verschließen. Kühl aufbewahren. Getrunken wird von Mai bis Oktober jeden dritten Tag nüchtern ein Likörglas voll. Dies stärkt alle inneren Organe, hilft gegen Erschöpfungszustände, unterstützt Herz- und Kreislauf, ist anzuwenden bei Verdauungsschwächen jeder Art genauso wie bei allen Nierenschwächen und Depressionen. Außerdem stärkt der Wermutwein die Lunge, wärmt den Magen und ist gleichzeitig als Reinigungsmittel für unseren Körper anzusehen. Auch die Augen profitieren von ihm.



Die wahre Liebe

"... Der Mensch ist himmlisch und irdisch. Himmlisch ist er durch das Wissen um das Gute in seiner vernunftbegabten Seele, und durch die Erkenntnis des Bösen ... Die Liebe, die mit der Enthaltung von Sünden den Glauben begründet und die Reinheit in der Kraft der Geduld auferbaut, gleicht einer Säule, die die vier Wände eines Hauses trägt ... Der Heilige Geist entzündet dich mit dem Feuer seiner Liebe, damit du ihm unermüdlich in Liebe und Treue dienst, bis du einst würdig wirst, ein lebendiger Stein des himmlischen Jerusalem zu sein ... Und so ordnete er in uns die Liebe. Die Liebe ist nämlich ein unauslöschliches Feuer, aus dem die Funken des wahren Glaubens sprühen..."







Die Mutterkraut-Salbe

"Ein Mensch aber, der an stechenden Schmerzen leidet, der vermische Mutterkrautsaft mit Kuhbutter und er salbe sich, wo es schmerzt, und er wird geheilt werden."

Die Mutterkrautsalbe hat sich bewährt bei Darmkoliken, prämenstrualen Schmerzen, Adnexschmerzen und Krämpfen.



Die Edelsteine - Der Hyazinth

"... Dieser Stein vermag viel gegen Trugbilder... Wer aber schon in Sinnlichkeit brennt, der blicke einen Hyazinth eindringlich

an."


Die Edelsteinmedizin wirkt gerade bei den so genannten "schweren oder unheilbaren" Krankheiten oft unterstützend und mit einem verblüffenden Ergebnis.





Die Empfängnis eines Menschen

"... danach kommt der Hauch des Lebens und berührt dieses Gebilde, ohne dass es die Mutter weiß, wie ein heftiger warmer Wind und strömt hinein ...Aber noch ist in dieser Gestalt eine so große Schwäche, dass sie sich nicht bewegen kann, sondern nur daliegt, schläft und nur wenig atmet ... Nun bewegt sich das Kind, und die Mutter fühlt es und von da an bleibt es immer in Bewegung."


Die Edelsteine - Der Amethyst

"... Ein Mensch aber, der Flecken in seinem Gesicht hat, der mache den Amethyst mit seinem Speichel feucht, und mit dem so befeuchteten Stein bestreiche er die Flecken ... Und er wärme auch Wasser am Feuer, und er halte den Stein über das Wasser ... und lege ihn auch in das Wasser ... mit diesem Wasser wasche er oft sein Gesicht und er wird eine zarte Haut und schöne Farbe im Gesicht haben..."


Bei Pigmentflecken im Gesicht, Altersflecken und Hautunreinheiten einen Amethysttrommelstein mit Speichel befeuchten und über die Stelle reiben. Wäscht man sich oft mit dem Kondenswasser des Amethyst (Stein über kochendes Wässer halten) erhält man eine schöne Haut.







Die Edelsteine - Der Amethyst

"... Und wenn eine Spinne den Menschen an seinem Körper gestochen hat, so streiche er dort mit dem Stein über den Stich und er wird geheilt werden..."


Der mit Speichel befeuchtete Amethysttrommelstein hat sich bestens bewährt bei jeder Art von Insektenstich, wo Gift in den Körper gelangt. Man heftet hierzu den befeuchteten Stein am besten mit einem Pflaster über die betroffene Stelle.




Die Lust des Menschen

"... Die weibliche Lust kann man mit der Sonne vergleichen ... Würde die Frau immer in der Hitze ihrer Lust verbleiben, wäre

sie nicht fähig zur Empfängnis und zur Zeugung ...Wenn die Lust im Weibe aufsteigt, ist sie bei ihr geringer als beim Mann ... Wenn beim Mann der Sturm der Leidenschaft ausbricht, wirbelt er in ihm wie ein Mühlenrad herum..."





Die Edelsteine - Der Sardonyx

"... Und er hat wirksame Kräfte in seiner Natur, und verleiht den fünf Sinnen des Menschen einige Kraft, und er ist für sie ein gewisses Heilmittel... Denn wenn der Mensch ihn bei sich auf seine nackte Haut legt und ihn auch oft in seinen Mund nimmt, so dass sein Atem ihn berührt, ihn dann wieder herausnimmt und ihn dann wieder in sich nimmt, dann werden davon der Verstand, das Wissen und alle Sinne seines Körpers gestärkt, und so werden von diesem Menschen der große Zorn und die Dummheit und die Liederlichkeit weggenommen..."


Dieser Stein stärkt unter anderem unsere fünf Sinnesorgane und ist eine wichtige Hilfe bei Konzentrationsschwäche. Zur Kräftigung der Sinnesorgane trägt man am besten einen Anhänger, den manöfters in den Mund stecken sollte.



Das Feuer der Seele -Das Temperament des Menschen

"Die Seele des Menschen ist feuriger Natur. Sie zieht die vier

Elemente an und befähigt dadurch den Menschen, sehend, hörend und auf ähnliche Weise aktiv herumzugehen. Die Seele ist eine gewisse Kraft im Menschen wie das Feuer im Wasser. Der Mensch könnte nicht ohne Seele leben, wie auch das Wasser nicht ohne das Feuer fließen könnte, wenn es das Feuer nicht in sich spüren würde."

Je nachdem, welches Element besonders im Menschen vorherrscht, so ist es nach Hildegard mit seinem Temperament bestellt. Ist es die Luft, haben wir nach Hildegard eher einen "luftigen Menschen", einen "Luftikus", ist es hingegen die Erde, ist dieser Mensch eher "schwerfällig", bodenständiger. Das Wasser lässt eher auf einen "kaltblütigen" und das Feuer auf einen "heißblütigen" Menschen schließen.







Die Schwertliliensalbe

"Die Schwertlilie ist warm und trocken und ihre ganze Kraft liegt in der Wurzel, und ihre Grünkraft steigt in die Blätter auf. Im Mai aber nimm den Saft ihrer Blätter und mache Fett in einer Schüssel flüssig und füge diesen Saft bei und bereite so eine Salbe, so dass diese grün erscheint. Und jenen, der die kleine Krätze hat, den salbe oft mit dieser Salbe und er wird geheilt werden."


Diese Salbe ist eine hervorragende Hilfe bei kleineren Hautproblemen. Sie hat sich vor allem bei Kindern mit Ausschlägen, Rötungen etc. bewährt. Da diese Salbe speziell im Mai hergestellt werden soll, verwenden wir als Fett am besten die Mai-Butter von Kühen. Diese Butter kann schnell ranzig werden, daher sollte man die Salbe in kleine Portionen aufteilen, einen Teil im Kühlschrank aufbewahren und den Rest einfrieren.


Rezept: Butter weich werden lassen und den Saft von ausgedrückten Schwertlilienblättern dazu geben, bis die Salbe richtig tiefgrün verfärbt ist.




Der sechste Monat

"In diesem Monat machen die Früchte Fortschritte und ihre Reifung liegt schon in der Luft. Dieser trockene Monat prägt den

Früchten Wachstums- und Vermehrungskraft ein. Der Mensch, der in diesem Monat geboren ist, hat seine Wärme von der Natur und kann sie, richtig entwickelt, zu voller Reife bringen. Er hat aber auch starke Schultern, um jede Arbeit, sowohl körperlich als auch geistig auf sich zu nehmen und sie zu Ende zu führen. Dazu ist vor allem der zweite Sinn, das Gehör, das Zuhören, für ihn ein wichtiges Detail. Und so wie die berühmte Schafskälte im Juni eine Abkühlung in der Natur mit sich bringen kann, wird diesem Menschen als besondere Charakterstärke, oft durch ernüchternde Abkühlung seines übereifrigen Tuns, auch ein konsequentes Durchhaltevermögen, selbst bei den schwierigsten und weniger vorteilhaften Unternehmungen gegeben."







Der Hauswurz gegen männliche Unfruchtbarkeit

"... Und wenn ein Mann in seinem Samen trocken wäre, so dass ihm, ohne dass er ein Greis wäre, der Samen fehlt, soll er so lange Hauswurz in Ziegenmilch einlegen bis der Hauswurz ganz von jener Milch durchtränkt ist, und dann soll er sie in dieser Milch kochen unter Beigabe einiger Eier, so dass es eine Speise sein kann. Und so soll er es während drei oder fünf Tage essen, und sein Samen wird die Zeugungskraft wieder erlangen, und er wird Kinder bekommen..."

Diese Zubereitung hilft nur bei männlicher Unfruchtbarkeit, nicht aber bei Unfruchtbarkeit der Frau.




Der Mond und das Sammeln von Kräutern

"Wenn edle, gute Kräuter bei zunehmendem Mond vom Erdboden abgeschnitten oder mit den Wurzeln aus der Erde gezogen werden, wenn sie in vollem Saft stehen, eignen sie sich besser zur Zubereitung von Latwergen, Salben und jeder Medizin, als wenn man sie bei abnehmendem Mond sammelt."

Also Kräuter zur Herstellung von Heilmitteln immer bei zunehmendem Mond ernten!








Das Johanniskraut

"Das Johanniskraut ist kalt und taugt für das Vieh auf der Weide. Für die Medizin jedoch taugt es nicht viel, weil es ein verwildertes und vernachlässigtes Kräutlein ist." Das viel gepriesene Johanniskraut ist bei Hildegard nicht zu Heilzwecken und zur Heilmittelherstellung zu gebrauchten. Es ist ein Kraut, das lediglich für die Tiere auf der Weide Kühe, Schafe, Ziegen - nützlich ist.


Die Schwertlilie als Schönheitsmittel

"Und wer im Gesicht harte Haut hat wie Rinde, oder wer dort beulig ist, oder wer eine schlechte Farbe hat, der drücke den Saft ihrer Blätter aus und gieße ihn in ein Gefäß zum Wässer aus großen Flüssen ... und er erwärme dies gleichzeitig ein wenig. Und so wasche er sein Gesicht mit diesem Wasser und diesem mäßig erwärmten Saft, und dies tue er oft, und es macht eine angenehme Haut und eine gute und schöne Farbe im Gesicht."


Hier haben wir das ideale Schönheitswasser. Man gibt den Saft von Schwertlilienblättern in destilliertes Wasser und erwärmt dieses etwas. Mit diesem erwärmten Schwertlilienwasser wäscht man

das Gesicht und eventuell den Körper. Fahle, welke und faltige Haut sieht gleich strahlender aus.







Die Ursache für die Monatsblutung

"Wie ein starker Wind auf einem Fluss einen Sturm auslöst, so wird auch in allen Säften der Frau eine stürmische Bewegung ausgelöst, so dass diese Säfte sich mit dem Blut mischen, dabei ziemlich blutig werden und so mit dem Blut gereinigt werden... Vom fünfzigsten oder manchmal auch sechzigsten Lebensjahr an bekommt die Frau im Bereich ihrer Leibesöffnungen Komplikationen und trocknet dort aus..."


Man sieht an dieser Aussage Hildegards, wie wichtig es ist, das eine Frau recht lange die Monatsregel hat.





Die Mutterkraut-Sauna bei verhaltener Monatsblutung

"... sie soll damit solange fortfahren, wie sie im Bade sitzt, damit durch die Säfte jener Kräuter ihre Haut und ihr Fleisch von außen und ihre Gebärmutter innerlich erweicht werden und die Gefäße der Gebärmutter, die verschlossen sind, geöffnet werden..."

Diese - vielleicht umständehalber nicht für jeden durchführbare - Anwendung wird empfohlen bei verhaltener Monatsblutung, Ausbleiben oder Fehlen der Menstruationsblutung und schmerzhafter Regelblutung.


Rezept: Die gleiche Menge Mutterkraut und Rainfarn (je ca. 70 g) sowie etwas mehr Königskerzenkraut (ca. 90 g) im klaren Wasser ca. 5 Minuten kochen, abseihen, die Kräuter und das Kochwasser mit in die Sauna nehmen. Die warmen Kräuter in der vorbereiteten (aufgeheizten) Sauna auf einen Hocker geben, auf den sich die Frau setzt und dabei die warmen Kräuter bis zum Nabel hinauf auflegen. Sobald die Kräuter erkaltet sind, gibt man sie wieder ins heiße Kochwasser, erwärmt sie so und beginnt den Vorgang von neuem. 3-5-mal wiederholen. Bei verhaltener Monatsregel sollte dies täglich einmal solange durchgeführt werden, bis sich die Regelblutung wieder einstellt, aber mindestens über 5-15 Tage. Unbedingt genauestens an die Anleitung halten!




Der Lindenspanring

"Aber nimm vom Stamm, nicht aber von den Zweigen dieses Baumes die Rinde weg bis zum weißen Holz, wenn er im Sommer grünt, und dann schneide vom Holz Späne, und lege das in einen durchbohrten, goldenen Ring .... Und trag jenen Ring immer an deinem Finger, so dass die Wärme deines Fingers zu jenem Span aufsteige und die Kraft jenes Spans deinen Finger und dessen Adern berühre, und dies (ist) eine sehr starke Kraft gegen die gefährlichsten Krankheiten des Menschen und hält sie vom Menschen fern..."

Mit diesem Ring gibt uns hier Hildegard ein außergewöhnliches Heilmittel zur Hand gegen die schwersten und gefährlichsten Krankheiten und Seuchen.




Der Weinessig

"Der Essig kommt vom Wein und ist nützlich für alle Speisen, dass er den Speisen so zugegeben wird, dass er ihnen den Geschmack nicht wegnimmt, sondern ein wenig wahrgenommen wird. So reinigt der Essig, mit der Speise genommen, den Unrat im Menschen und mindert die Säfte und die Speise nimmt den rechten Weg in ihm."



Der Honig

"... ein Mensch, der dick ist und der oft Honig isst, bekommt Schleim und Auszehrung davon. Aber wenn ein dürrer und magerer Mensch gekochten Honig isst, wird er nicht sehr davon geschädigt. Der gekochte Honig, wenn er sehr gut abgeschäumt ist, schadet dem Fetten und Mageren, dem Gesunden und Kranken nicht viel. Aber wenn jemand die Honigwabe mit dem Wachs isst, erregt das die Melancholie in ihm..."


Honig ist bei Hildegard ein wichtiges Mittel zur Herstellung von verschiedenen Heilmitteln. Keinesfalls aber sollte er als Zuckerersatz genommen werden, da er nach Hildegard die Gesundheit nicht fördert und eher sogar schaden kann. Zum Süßen lieber Roh-Rohrzucker (Succanat) verwenden.







Die Morgenröte

"Dass die Sonne am Morgen, wenn sie aufgeht, rot ist, kommt von der Kälte und Feuchtigkeit der Atmosphäre .... Ähnlich ist es

spät am Tag, wenn die Sonne gegen Abend rot ist. Dies kommt von der Kälte in der Atmosphäre, weil dann die Sonne im Ozean versinkt."


Das Wacholderdampfbad

"Aber nimm auch seine grünen Zweiglein und koche sie in Wasser, und mach mit diesem Wasser ein Dampfbad."

Man macht aus einigen Wacholderzweigen einen Absud, indem man sie ca. 10-20 Minuten in Wasser kocht und dieses dann abseiht. Daraus kann man einen Saunaaufguss machen. Dieses Mittel wirkt gegen Fieber, vor allem bei allergischen Hautausschlägen und ihren Nebenwirkungen.







Das unvernünftige Fasten

"Wenn manche Menschen auf übertriebene Weise beim Essen enthaltsam sind, so dass sie ihrem Körper die richtige, angemessene Stärkung durch das Essen

nicht gewähren, und wenn dann auch noch die einen inkonsequent und leichtfertig und die anderen mit vielen schweren Krankheitserscheinungen zu tun haben, dann kommt es manchmal vor, dass in ihrem Körper sozusagen heftige Unruhen entstehen, weil die Elemente in ihnen gegeneinander aufgebracht

werden..."


Wer vernünftiges Fasten durchführen will, sollte dies unter fachlicher Anleitung, am besten in einer Gruppe Gleichgesinnter tun. Jemand, der durch Krankheit geschwächt ist, probiere es (nach Absprache mit seinem Arzt) mit einer Dinkel-Reduktions-Fastenkur. An 3 Tagen in der Woche wird nur gekochter Dinkel in jeder Form - Grieß, Flocken, Schrot, Kernotto etc. -zu sich genommen, eventuell zusammen mit gekochtem Gemüse oder Obst. Zwischen diesen Dinkel-Tagen wird immer ein Normalkosttag eingelegt.


Warum der Mensch nicht schwimmt

"Weil der Körper des Menschen schwer ist und weil er mit den Händen arbeitet, mit den Füßen geht, eine aufrechte Körperhaltung hat und auch nicht viel vom Wesen der Luft und des Wassers hat, kann er von Natur aus nicht im Wässer schwimmen, es sei denn, dass er dies einmal von selber lernt. Die Tiere aber haben die Kraft in den Beinen, gehen nach vorn geneigt und werden wie vom Wind an den Beinen bewegt. Daher können einige von ihnen von Natur aus schwimmen, weil sie so, wie sie an Land nach vorn geneigt gehen, auch im Wässer nach vorn geneigt schwimmen. Das tut der Mensch nicht, weil er völlig aufrecht geht und sich beim Schwimmen nach vorn beugt und sich ausstreckt."


Hier können wir nachlesen, dass der Mensch eben nicht von Natur aus schwimmen kann. Dies wird heute häufig falsch dargestellt, wenn es um das "Babyschwimmen" geht. Man sollte es nicht damit verwechseln, dass das Kleinkind sich zwar im warmen Wasser (Badewasser) wohl fühlt, jedoch nur mit der haltenden, sicheren Hand des Vaters oder der Mutter.







Die Kräfte der vier Elemente

"...Als Gott die Welt erschuf, festigte er sie durch die vier Elemente, nämlich Feuer, Wässer, Luft und Erde... Das Feuer besitzt fünf Kräfte nämlich Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Luft und Bewegung ... Die Luft hat vier Kräfte, nämlich sie sendet den Tau aus, bringt alles Grün hervor, lässt den Windhauch wehen, wodurch sie alles reifen lässt... Das Wässer besitzt fünfzehn Kräfte, nämlich die Wärme, die Luft, die Feuchtigkeit, das Überfluten, die Geschwindigkeit, die Beweglichkeit, den Bäumen gibt es den Saft, den Früchten den Geschmack, den Pflanzen das Grün... es trägt Vögel, ernährt Fische, lässt Tiere in seiner Wärme leben, hält die Reptilien in ihrem Schaum zurück und hält alles am Leben... Die Erde hat sieben Kräfte; teilweise ist sie im Sommer kalt und im Winter warm, hat die Kraft wachsen und welken zu lassen in sich, bringt die Keime hervor, erhält die Lebewesen am Leben und trägt alles..."


Die Gesichtsfarbe eines kranken Menschen

"Wenn ein Mensch krank im Bett liegt und rot im Gesicht ist, hat er in Folge kranker Eingeweide ein krankes, giftiges Blut. Und deshalb ist er im Gesicht rot.... Ein solcher Mensch ist nicht traurig, sondern ziemlich fröhlich, und er ist in seiner Krankheit erträglich. Wer während seiner Krankheit blass und mager ist, bei dem verbindet sich die Schwarzgalle mit einer Lähmung, so dass er davon kalt wird. Wegen dieser Kälte ist er im Gesicht blass und sein Fleisch gedeiht nicht und wächst nicht an ihm. Ein solcher

Mensch ist während seiner Krankheit traurig und neigt leicht zum Zorn."


Die Gesichtsfarbe des Kranken zeigt den Menschen seiner Umgebung bereits, ob man es mit einem angenehmen oder gereizten Patienten zu tun hat.







Die Edelsteine -Der Kristall (Bergkristall)

"... und wem die Augen sich verdunkeln, der wärme den Kristall an der Sonne, und so warm lege er ihn oft auf die Augen. Und weil (seine) Natur vom Wasser ist, zieht er die üblen Säfte aus den Augen, und so wird jener (Kranke) besser sehen."


Die Lebensregeln - Bewegung und Ruhe, d. h. der gesunde Lebensrhythmus zwischen Arbeit und Freizeit

"...Wenn ein Mann, der körperlich gesund ist, lange umhergeht oder lange aufrecht steht, nimmt er davon nicht viel Schaden ... wer aber gebrechlich ist, soll sitzen ... weil aber das Weib schwächer als der Mann ist ... soll es nur mäßig gehen oder stehen ... Wer dagegen auf dem Pferd reitet, nimmt dadurch kaum Schaden, weil er sich an der frischen Luft befindet."


Man weiß heute, wie wichtig genügend Bewegung an frischer Luft ist, vor allem, um genügend Sauerstoff zu haben, Aggressionen abzubauen und mit Lärm und Stress besser fertig zu werden.

Optimal sind hier Gartenarbeit, Reiten, Wanderungen. Jedoch sollte sich jeder nur so viel zumuten wie er körperlich auch verträgt. Auch hier gilt das rechte Maß!







Der Petersilien-Honigwein (Der Herzwein)

"Aber wer im Herz oder in der Milz oder in der Seite Schmerzen hat, der koche Petersilie in Wein und füge etwas Essig und genug Honig bei, und dann siebe er es durch ein Tuch, und so trinke er oft, und es heilt ihn."

Hier haben wir den schon sehr berühmt gewordenen Herzwein. Es ist ein Universalherzmittel, das Herzleiden verhindern und bereits vorhandene Herzleiden ausheilen kann, ganz gleich ob dieses Herzleiden psychischer oder physischer Natur ist. Selbst

Kindern kann man einige Tropfen bis zu einem Teelöffel geben. Für einen Erwachsenen reichen normalerweise 1-2 Likörgläser pro Tag. Er wird auch in Fastenkursen als Herz-Kreislaufmittel

gereicht und ist (am Abend vor dem Schlafengehen genommen) ein hervorragendes Schlafmittel.


Der gelbe Enzian zur Herzstärkung

"Wer aber solchen Schmerz des Herzens leidet, wie wenn es kaum an seinem Strang hinge, der pulverisiere Enzian, und er esse dieses Pulver in Suppen."


Eine Suppe - frei von den Küchengiften: Lauch, Linsen, Schweinefleisch, Aal - bereiten und 1/4 TL Enzianpulver darüber streuen (nicht mitkochen!). Diese Suppe bei Bedarf täglich essen.




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19.10.2012


Hildegard von Bingen - Weisheiten 2

"Der Juli ist der Monat, der die Früchte zur Reife bringt, in ihm gibt es die absolute Dürre, Trockenheit, aber auch massive Regengüsse, oft in Form von schweren Gewittern und Hagelstürmen. Genau wie die Natur in diesem Monat sich zeigt, ist auch der Mensch, der in diesem Monat geboren wurde. Bei ihm ist vor allem die Reife augenscheinlich, er ist den anderen in vielem voraus, besonders was seine Gesundheit anbelangt. Alles, was ihm schadet, meidet er und nimmt dazu auch schon einmal die Kraft seiner Arme zu Hilfe. Jedoch, wenn er sich belehren lässt durch die Mahnungen des Heiligen Geistes wettert er mit ungewöhnlichem Feuereifer gegen Laster und Sünden an und findet so zu seinem wahren Seelenheil."


Der Petersilien-Honigwein

Rezept:

8-10 Stängel frische Petersilie (mit Blättern! aber ohne Wurzeln) grob zerkleinern und in 1 l naturreinen Weißwein, dem 1-2 EL Weinessig beigegeben wurden, 10 Minuten zugedeckt kräftig kochen. 100-150 g reinen Bienenhonig zufügen und noch ca. 4-5 Minuten bei kleiner Flamme köcheln. Abseihen und noch heiß in gut gereinigte Flaschen abfüllen.







Das Lindenwurzelholzpulver bei Herzschmerzen

"Die Linde hat große Wärme, und jene Wärme ist ganz in der Wurzel, und sie steigt in die Zweige und in die Blätter auf.... Und der Mensch, der Herzweh hat, nehme die innere Wurzel, und das, was in der Mitte der Lindenwurzel ist, und er pulverisiere es, und esse jenes Pulver oft mit Brot, und es wird ihm im Herzen besser."


Da die größte Kraft der Linde im Wurzelbereich zu finden ist, nimmt man das "Herzstück" davon, um das Pulver für die Herzbeschwerden zu gewinnen. Da aus dem Text nicht ganz klar hervorgeht, für welche Herzleiden es einzusetzen ist, ist es zu empfehlen (nach Absprache mit dem behandelnden Arzt), das Pulver immer zur Unterstützung der Herztherapie, auf Brot gestreut, einzunehmen.



Kräftespiel - Die Lüge - Die Wahrheit

Die Lüge:

"Wer wäre der, der immer nur die Wahrheit sagen könnte! Würde ich nämlich meinem Mitmenschen aufrichtig Glück wünschen -ich müsste mir ja selber dabei schaden."


Die Wahrheit:

"... Ich aber stehe wie eine Säule auf allen Pfaden des Herren. Eine wohltönende Posaune der Gerechtigkeit Gottes bin ich."



Fiebermittel - Die Brunnenkresse

"Die Brunnenkresse ist von warmer Natur, und gegessen nützt sie dem Menschen nicht viel und schadet ihm auch nicht viel. Aber wer Gelbsucht hat oder Fieber, der dünste Brunnenkresse in einer Schüssel und esse sie oft so warm, und sie wird ihn heilen. Und wer gegessene Speisen kaum verdauen kann, der dünste ebenfalls Brunnenkresse in einer Schüssel, weil ihre Kräfte aus dem Wasser stammen, und so esse er sie und sie wird ihm helfen."


Fiebermittel - Der Meisterwurz-Wein

"Der Meisterwurz ist warm und taugt gegen Fieber. Denn wer Fieber hat, welcher Art es auch sei, der nehme Meisterwurz und zerstoße ihn nur mäßig, und wenn er so zerstoßen oder zerrieben ist, gieße er einen halben Becher Wein bis über die obersten Stücke über diesen Meisterwurz und so lasse er das mit diesem Wein über Nacht stehen, und am Morgen gieße er wiederum Wein dazu, und so trinke er nüchtern, und das während drei oder während fünf Tagen und er wird geheilt werden."

Einige Wurzelstücke vom Meisterwurz über Nacht mit Wein übergießen und zugedeckt stehen lassen. Am Morgen noch etwas frischen Wein dazugeben, und diesen dann über den Tag verteilt schluckweise trinken. Am Abend erneut ansetzen. Dieses Mittel wirkt prompt auch bei hohem Fieber.




Fiebermittel - Das Galgantwasser

"Ein Mensch, der ein hitziges Fieber in sich hat, pulverisiere Galgant und trinke dieses Pulver in Quellwasser, und er wird das hitzige Fieber löschen."


Dieses Mittel ist bestens für Kinder geeignet. Da der Galgant unter anderem entzündungshemmend und krampflösend wirkt, kann man dieses Mittel bei allen Fieberzuständen einsetzen. Man

löst dazu 1 -2 Galganttabletten in abgekochtem Leitungswasser auf, (bei Kindern kann man zusätzlich noch Himbeersirup zufügen) und trinkt dieses schluckweise.


Der Genuss von Kirschen

"Wenn jemand Kirschen isst, soll er gleich genügend Wein trinken, damit ihr Saft durch den Wein unterdrückt wird und er selber durch diesen Saft nicht zu Schaden kommt."


Verfeinern Sie doch einmal Ihre Kirschmarmelade mit etwas Wein!

Rezept: Kirschmarmelade mit Wein 500 g Sauerkirschen und 250 g Himbeeren mit 750 g Gelierzucker, 2-3 Gewürznelken und 1/2 TL. Zimt bis zur Gelierprobe (ca. 4 Minuten) kochen, 6 EL kräftigen, nicht zu herben Rotwein zufügen, nochmals aufkochen lassen und heiß in Gläser abfüllen.







Die Edelsteine - Der Kristall (Bergkristall)

"... Und wenn Drüsen oder Skrofeln am Hals des Menschen entstehen, dann wärme er diesen Stein an der Sonne und so warm schnüre er ihn am Tage oder nachts mit einem Verband auf die Drüsen oder auf die Skrofeln. Und so tue er oft, und sie werden verschwinden. Auch wem eine Erhebung an der Kehle wächst oder anschwillt... den an der Sonne gewärmten Kristall lege er oft warm an die Kehle über der Erhebung und sie wird sich verkleinern..."

Hier gibt es ein sehr wirksames Mittel bei Schilddrüsenerkrankungen und sogar Kropfbildungen. Man erwärmt den Bergkristall an der Sonne, binde den warmen Stein auf die Kehle oder erwärmt eine eng anliegende Kette, und trägt sie. Um eine bessere Erwärmung des Steines zu erzielen, legt man sie auf eine reflektierende Unterlage (Alufolie, Silberplatte, helles Ofenblech)



Der Regen

"Der Regen, der plötzlich und in heftigem Guss auf die Erde fällt, ist schädlich und schädigt den Erdboden und die Früchte der Erde, weil er gewisse Schadstoffe enthält. Mäßiger Regen ist nützlich, bewässert die Erde und bewirkt, dass sie Früchte hervorbringt, weil er sanft und im Hinblick auf den Nutzen und die Fruchtbarkeit rein und sauber ist."




Die Petersilie

"Die Petersilie ist von kräftiger Natur und hat mehr Wärme als Kälte in sich, und sie wächst vom Wind und von der Feuchtigkeit. Und sie ist für den Menschen besser und nützlicher roh als gekocht zu essen."

Petersilie also nur roh über das fertige Gericht streuen oder zum Dekorieren und Rohessen verwenden. Ausnahmen bilden Heilmittel, wo ausdrücklich das Kochen der Petersilie verlangt wird.


Die Melisse

"Die Melisse ist warm und ein Mensch, der sie isst, lacht gern, weil ihre Wärme die Milz berührt und daher das Herz erfreut wird..."

Machen Sie aus den Melissenblättern also nicht nur Tee, sondern

benützen Sie diese als Gewürz oder essen die Blätter einfach roh. Hier haben wir wieder ein typisches Psychopharmakon von Hildegard.



Gebet - Gottes Hilfe

"Mein Gott, du hast mich geschaffen, ich lebe durch dich und trachte nach dir, wenn ich mit Seufzen das Gute erflehe.

Ich kenne dich ja als meinen Gott und weiß nur, dass ich dir dienen darf, denn du hast mir Einsicht gegeben.

O du mein Helfer bei allem Guten, durch dich vollbringe ich gute Werke. Auf dich will ich werfen all meine Hoffnung und zieh als Gewand an deine Huld.

Mein Retter bist du, vor Frevel bewahr' mich, wenn mein Gewissen mich mahnt, das Böse zu lassen."


Die Edelsteine - Der Kristall (Bergkristall)

"... Und wem eine Erhebung an der Kehle wächst oder anschwillt, der wärme den Kristall an der Sonne und über den so warmen Stein gieße er Wein, und davon trinke er oft..."


Man erwärmt Bergkristalle an der Sonne und übergießt den Kristall danach mit Wein, welchen man in einem Gefäß auffängt. Dieser Wein hilft bei vielen Begleiterscheinungen von Schilddrüsenerkrankungen, wie z. B. Angstgefühl, Beklemmung, Übererregbarkeit und depressive Verstimmungen. Es empfiehlt sich, diesen Wein in gut gesäuberte, sterile, Weinflaschen abzufüllen, um ihn auch an sonnenfreien Tagen auf Vorrat zu haben. Täglich, am besten nüchtern, ein Glas von diesem Kristallwein getrunken, ist er ein wirkungsvolles, unterstützendes Mittel.



Der echte Lavendel zur Aromatherapie

"Der echte Lavendel ist warm und trocken, weil er wenig Saft hat. Und er nützt dem Menschen nicht zum Essen, hat aber doch einen starken Duft. Und wenn ein Mensch, der viele Läuse (Viren/Bakterien) hat, oft am Lavendel riecht, sterben die Läuse (Viren/Bakterien) an ihm. Und sein Duft macht die Augen klar."


Nach Hildegard verwendet man den Lavendel während Grippeepidemien und gegen Infektionskrankheiten. Einige Tropfen

ätherischen Lavendelöls in eine Duftlampe geben und fleißig einatmen. Bei bereits vorhandenen Infektionen kann man schon einmal 1 Tropfen zum Inhalieren dazugeben.


Der Kerbel

"... Der Kerbel ist von trockener Natur ... Und er gleicht etwas den unnützen Kräutern ... Denn weder gekocht noch roh taugt er dem Körper des Menschen zum Essen, es sei denn, dass er sehr zu Heilmitteln brauchbar ist ..."


Das Eisenkraut

"... wenn entweder infolge von Geschwüren oder von Würmern fauliges Fleisch im Menschen ist, dann koche (der Kranke) Eisenkraut in Wasser und dann lege er ein leinenes Tuch auf die fauligen Wunden oder auf die fauligen Stellen mit den Würmern, und lege das Eisenkraut, nach mäßigem Ausdrücken des Wassers, mäßig warm auf jenes leinene Tuch ... tue dies solange, bis jene Fäulnis hinweg genommen wird ..."


Das Eisenkraut hat sich bewährt bei schlecht heilenden, eitrigen Wunden, wie z.B. zur Unterstützung bei Gürtelrose, Abszessen, Wundsein bei Kindern etc. Eine gewisse Menge - je nach Größe der Entzündung - frisches oder getrocknetes Eisenkraut in Wässer ca. 5 Minuten kochen.


Ein steriles Leinentuch auf die Entzündung (Wunde) legen und das gekochte, leicht ausgedrückte, auf Körperwärme abgekühlte Eisenkraut drauflegen. Die Auflage immer wieder erneuern, sobald sie trocknet und dabei stets frisch gekochtes, neues Eisenkraut nehmen.


Kräftespiel - Der Geiz, die Besitzgier - Die Genügsamkeit, die wahre Zufriedenheit


Der Geiz:

"...Alles raffe ich an mich und sammle alles in meinem Schoß ... Ich nehme mir nur das was ich will, aneignen werde ich es mir durch meine Geschicklichkeit."


Die Genügsamkeit

"Hinterlistig wie ein Wolf lauerst du auf Beute und des anderen Eigentum verschlingst du wie ein Geier .... Du liegst da in deiner Herzenshärte, vollkommen von Gott verlassen, da du nicht mehr auf ihn vertraust... Ich aber sitze über den Sternen, weil mir alle Gottesgaben genügen.... Mein Kleid ist aus weißer Seide und mit kostbaren Edelsteinen geschmückt, weil ich Barmherzigkeit für alles aufbringe und ich milde gesonnen bin, wo es um Lebensbedürfnisse geht."








Das Schaffleisch gegen Kreislaufschwäche

"...Aber jener, der am ganzen Körper schwach ist (Kreislaufschwäche) und dessen Adern welk sind, der schlürfe oft vom Saft des Schaffleisches... und esse mäßig Schaffleisch..."

Das Schaffleisch ist ein ausgezeichnetes Mittel, um Kreislaufschwäche vorzubeugen.


Über die Maßlosigkeit bei der Einnahme von Heilmitteln

"... weil diese edlen Kräuter wie auch die aus edlen Pflanzen bereiteten Gewürze dem gesunden Menschen nichts nützen, wenn sie ohne Ordnung (maßlos) genossen werden, sondern ihnen dadurch auch Schaden zufügen ...Werden sie aber vom Menschen genommen, so soll sie dieser mit Vernunft und nur wenn er ihrer bedarf verwenden..."

Also keine Heilmittel zur Vorbeugung einnehmen.




Die Moxibustion - das Setzen von Brennkegeln

"Die Moxibustion ist zu jeder Zeit gut und vorteilhaft, weil es, wenn es vorsichtig erfolgt, die Flüssigkeiten und schleimigen Säfte unter der Haut verringert und dem Körper Gesundheit verleiht. Es ist ebenso für junge wie für alte Menschen geeignet; für junge deshalb, weil dann, wenn ihr Fleisch und ihr Blut in der Jugend noch zunehmen, sich auch die schädlichen Säfte in ihnen vermehren; für alte aber, weil dann, wenn bei ihnen im Alter das Fleisch und Blut abnehmen, schleimige Säfte zwischen ihrer Haut und ihrem Fleisch zurückbleiben..."


Das Setzen von Brennkegeln eignet sich besonders gut zur Behandlung von Muskelverspannungen, Gelenkrheuma und Kopfschmerzen, weil sich die Blutgefäße durch die Erwärmung öffnen und damit eine bessere Durchblutung gewährleistet wird.


Die vier Elemente, Feuer, Luft, Wasser und Erde im Menschen

"Das Feuer hat fünf Kräfte in der Natur, so wie der Mensch fünf Sinnesorgane hat. Das Feuer äußert sich als Hitze beim Sehen, als Kälte beim Riechen, als Feuchtigkeit beim Schmecken, als Luft beim Hören und als Bewegung beim Tasten. Die Luft ist mit ihren vier Kräften im Atem und in der Vernunft des Menschen. Sie

leistet durch ihren lebendigen Hauch, der nichts anderes als die Seele ist, im Menschen ihren Dienst, und sie ist der Flügel seines

Fluges, wenn der Mensch den Atem in sich zieht und ausstößt, dass er leben kann ... Das Wasser mit seinen fünfzehn Kräften ist in der Feuchtigkeit und im Blut des Menschen erhalten... Das Fleisch des Menschen kommt von der Erde..."


Sind die vier Elemente im Menschen in Harmonie, dann kann der Mensch nach Hildegard als Ganzes leben.


Das Zypressenbad bei Kreislaufschwäche

"Aber auch wer schwach ist, oder sogar am ganzen Körper ermattet, der koche die Zweige mit den Blättern in Wasser, und er nehme in diesem Wässer ein Bad, und er nehme es oft, und er wird geheilt werden und seine Kräfte wiedererlangen..."

Also unbedingt vom nächsten Urlaub aus dem Süden Zypressenzweige mitbringen. Man kocht diese gut 20-30 Minuten im Wasser und gibt den Absud zum Badewasser. Dies ist ein ausgezeichnetes Stärkungsbad, sowohl bei allgemeiner Körperschwäche - Kreislauf- als auch nach Krankheiten zum Aufbau. Es regt kräftig die Durchblutung an.



Die Edelsteine - Der Kristall (Bergkristall)

"Aber auch wer Schmerzen leidet im Herz oder im Magen oder im Bauch, der wärme den Kristall an der Sonne, und über den so warmen gieße er Wasser, und dann lege er auch für eine kurze Stunde den Kristall in dieses Wasser, und dann nehme er ihn weg. Und so trinke er oft jenes Wasser, und es wird ihm besser gehen im Herz oder im Magen oder im Bauch."


Die in der Sonne erwärmten Bergkristalle werden mit Wässer Übergossen, das in einem Gefäß aufgefangen wird. Dieses Kristallwasser gibt man in saubere, sterile Flaschen und trinkt täglich ca. 3 Likörgläser davon und es bringt eine deutliche Verbesserung der Beschwerden des Herzens und des Bauches, die oft Begleiterscheinungen von Schilddrüsenerkrankungen sind.







Aus den Visionen Hildegard von Bingens

"Ja glaubst du denn, wir würden das Paradies wie ein fertiges Geschenk in den Schoß gelegt bekommen, wir brauchten uns gleichsam nur hinüberträumen, ohne etwas Eigenes zu tun? Das Paradies, das neue Jerusalem, die neue Erde mit den neuen Menschen, kann nur durch unsere Arbeit und Mitarbeit entstehen. Es ist gleichsam so, als wären wir schwanger, als hätten wir ein Kind empfangen. Gott gibt uns die Kraft dazu. Seine Kräfte umwerben und verbinden sich mit uns. Doch austragen und gebären müssen wir das Kind selber. Du weißt, dass die ganze Schöpfung in Wehen liegt und wartet auf die Herrlichkeit der Kinder Gottes."


Die Tugenden und die Laster

"... Ich kenne nichts, was da oder dort seine Heimat in Gott hat..."

Hildegard von Bingen beschreibt in ihrem Buch "Der Mensch in der Verantwortung" 35 Konfliktsituationen, die im täglichen Leben des Menschen vorkommen können. Hieraus ergibt sich ein "Ordo Virtutum - ein Spiel der Kräfte". Auf der einen Seite beschreibt Hildegard 35 Krankheitsursachen, die Schattenseiten des Menschen (Laster), denen 35 positive, heilende Schutzkräfte, die Tugenden gegenüberstehen. Der Mensch muss nach Hildegard nun jeden Tag aufs Neue im Hinblick auf den freien Willen, den Gott ihm gab, sich für das Gute (Tugend) oder das Böse (Laster) entscheiden. Hildegard warnt jedoch vor allem seelischen Fehlverhalten (Laster), da diese Mitursache für die Zerstörung der Gesundheit sind und Störungen der Lebensordnung wiederum kosmische Katastrophen nach sich ziehen.







Gebet - Liebe

"Belehre mich mit dem Hauch des Heiligen Geistes, dass reines Wasser aus mir sich ergieße, Tränen entströmen dem Seufzen nach guten Taten, und Wohlgeruch dufte aus heiligen Werken."

Der Edelsteine - Der Onyx

"... Und der Onyx hat nicht die große Hitze des Feuers, sondern er enthält die Wärme der Luft und entsteht in der Sonne wurzelnd, und er wird durch verschiedene Wolken zusammengeklebt. Daher hat er große Kraft gegen Krankheiten, die aus der Luft entstehen."


Bei Wetterfühligkeit, Föhnkrankheiten, Angina-pectoris-Anfällen bei Wetterwechsel, Reisekrankheiten und Schwächeanfällen trägt man einen Onyx auf der bloßen Haut. Dies bringt eine deutliche Verbesserung.







Die Gerstewaschungen für eine schöne Gesichtshaut

"...Aber wer im Gesicht eine harte und raue Haut hat und die sich vom Wind leicht schuppt, der koche Gerste in Wasser und dann wasche er sich sanft im Gesicht mit jenem durch ein Tuch geseihten und mäßig warmen Wasser und seine Haut wird ihm sanft und mild sein und wird eine schöne Farbe haben..."


Der achte Monat

"Dieser Monat hat eine gewisse Kraft und Lebensfreude aber auch Gegensätzlichkeit in sich: auf der einen Seite die sengende Sonne, auf der anderen Seite schreckliche Gewitter. So auch der Mensch, der in diesem Monat geboren wurde. Dieses kraftvolle Geschöpf, das durch die Werke seiner Hände zu großer Ruhe gelangen kann. Er muss jedoch auf seinen leidenschaftlichen Weg und nach schweren Gewittern den Glauben nicht aus den Augen verlieren, damit er durch Nachdenken und Reue seine kämpferische Existenz für gute Werke und Tugenden einsetzen kann."







Der Ingwer

"...Wenn jemand am Körper dürr ist nehme er dieses Pulver ... einem Gesunden und beleibten Menschen schadet er, weil er diesen unkonzentriert, vergesslich und täppisch macht..."


Ingwer ist als Heilmittel bei Magerkeit, Abmagerung und Appetitlosigkeit zu sehen. Hier sollte man es in Suppen auf leeren Magen oder auf Brot essen. Sobald jedoch eine Kräftigung eingetreten ist, sollte man Ingwer meiden.


Das Habermus - das ideale Frühstück nach Hildegard von Bingen

"...Wenn ein Mensch nüchtern ist, soll er zuerst eine Speise essen, die aus Früchten und Mehl zubereitet wurde... Er soll auch zuerst ein warmes Essen zu sich nehmen..."


Rezept:

1/2 Tasse Dinkelschrot in 1-1/2 Tassen Wasser einrühren und unter ständigem Rühren aufkochen lassen. 1 TL Honig, 1 Msp. Galgant, Bertram und Zimt zugeben und ca. 5 Minuten (Flocken) oder 10 Minuten (Schrot) köcheln lassen. In den letzten vier Minuten 1/2 klein geschnittenen Apfel dazugeben. Mit süßen gehackten Mandeln und 1 TL Flohsamen bestreuen und dem Saft einer 1/2 Zitrone beträufeln.







Die Edelsteine - Der Onyx

Aber auch wenn du von Traurigkeit bedrückt bist, schaue den Onyx aufmerksam an und lege ihn auch bald in deinen Mund und die Bedrückung deines Geistes wird weichen."


Zahnfleischerkrankungen

"Aber wem das Fleisch um die Zähne faul und wessen Zähne schwach sind, der lege warme Rebasche in Wein, wie wenn er eine Lauge machen wollte, und dann wasche er mit jenem Wein die Zähne und das Fleisch, das um die Zähne ist. Und das tue er oft, und jenes Fleisch wird gesund werden und die Zähne werden fest. Aber wenn seine Zähne gesund sind, wird diese Waschung ihnen nützen und sie werden schön."


Mit der Rebaschenzahnpflege, hegt ein Heilmittel gegen Zahnfleischbluten, Zahnfleischschwund und Entzündungen vor, das bereits nach den ersten Anwendungen eine Verbesserung herbeiführt.







Die Zahngesundheit

"Wer gesunde, kräftige Zähne haben will, nehme frühmorgens, wenn er von seinem Bett aufsteht, reines, kaltes Wasser in seinen Mund und behalte es eine Zeitlang im Mund, damit der Schleim, der an den Zähnen haftet, aufgeweicht wird. Mit eben diesem Wässer, das er im Mund hat, soll er sich die Zähne putzen und dies oft wiederholen, dann wird der Schleim an den Zähnen nicht zunehmen und die Zähne werden gesund bleiben."


Um kräftige und gesunde Zähne zu bekommen und zu behalten, jeden Morgen nach dem Aufstehen den Mund und die Zähne gründlich mit kaltem Wasser spülen und putzen.


Die Edelsteine - Der Karneol

"... und wenn jemandem Blut aus der Nase fließt, dann wärme Wein, und in den gewärmten Wein lege den Karneol. Und so gib es jenem zu trinken, und das Blut wird aufhören zu fließen."

Dieses Mittel wirkt prompt bei Nasenbluten. Es ist aus psychologischen Gründen ratsam, Rotwein zu nehmen; dieser wird erwärmt und man gibt einen Karneol hinein und lässt den Betroffenen den Wein warm und schluckweise trinken..."







Die Meerrettich-Galgantmischung - ein Herzpulver

"Und wenn der Meerrettich grün ist, soll er in der Sonne getrocknet werden, und dem werde Pulver von Galgant in gleichem

Gewicht beigegeben. Und wer Herzweh hat, der esse dieses Pulver nach dem Essen und nüchtern mit Brot, und es wird ihm besser gehen."


Der Farn als natürlicher Blitzableiter

"... und an dem Ort, wo er wächst, auf das Haus und den Ort fallen Hagel, Blitz und Donner selten..."

Schon in früheren Zeiten wusste man, dass der Farn eine Art natürlicher Blitzableiter ist. Deshalb ist es sinnvoll, sowohl um das Haus als auch in der Wohnung Farn zu haben.







Die Habichtskrautmischung bei Herz- und Kreislaufschwäche

"Das Habichtskraut ist kalt und gegessen stärkt es das Herz, und es mindert die üblen Säfte, die im Menschen an einer Stelle angesammelt sind. Aber der Mensch, der es isst, soll es nicht allein und einfach essen, weil es zu herb ist, und er füge ein wenig Diptam oder etwas Galgant oder etwas Zitwer bei, und er esse es, wie vorhin gesagt wurde."


Da dieses Mittel das Herz stärkt und gleichzeitig zusammengeballte "Fehlsäfte" vermindert, kann es also überall dort eingesetzt werden, wo diese Stauungen in Zusammenhang mit einer schwachen Herztätigkeit zu finden sind, wie Kreislaufschwäche und Durchblutungsstörungen - es ist also ein geeignetes Sommermittel. Dieses Pulver kann man zum Verzehr auf das Brot streuen.




Das Lorbeeröl bei Herzschmerzen

"Wenn du auf dem Herz Schmerzen hast, salbe dich dort damit oder wenn du auf der Seite oder im Rücken leidest, salbe dich dort damit, und es wird dir besser gehen."

Herzschmerzen können auch bei verspannten Rückenpartien auftreten.









Die Öle

  1. Das Leinöl

    "... Der Lein ist warm und taugt nicht zum Essen..."


  2. Das Kürbiskernöl

    "Die Kürbisse sind trocken und kalt und wachsen von der Luft. Und sie sind für Kranke und Gesunde gut zu essen."


  3. Das Distelöl

    "... Die Kranken aber schädigt sie (die Distel) sowohl gekocht als auch roh, weil sie Mattigkeit in ihnen erregt."


  4. Das Nussöl

    "Das aus den Nüssen gepresste Öl ist warm und es macht das Fleisch der davon Essenden fett und macht sie fröhlich; aber davon nimmt der Schleim zu, so dass er die Brust des Menschen mit Sekret, d.h. Schleim, füllt."


Von diesen Pflanzenölen taugt in der Küche am besten das Kürbiskernöl und mit Einschränkung das Nussöl.



Das Olivenöl als Heilmittel

"... Der Ölbaum ist mehr warm als kalt und er bezeichnet die Barmherzigkeit... Aber das Öl aus der Frucht dieses Baumes taugt

nicht viel zum Essen, weil es, wenn es gegessen wird, Übelkeit hervorruft und andere Speisen schlecht genießbar macht. Aber es ist brauchbar für viele Heilmittel..."


Als Speiseöl taugt das Olivenöl nach Hildegard nicht nur zur Herstellung von Heilmitteln. Viele Menschen, vor allem Kinder, bekommen vom Genuss des Olivenöls Durchfall oder starke







Das Mandelöl - ein hochwertiges Öl

"Der Mandelbaum ist sehr warm und hat etwas Feuchtigkeit in sich. Und seine Rinde, seine Blatter und sein Saft taugen nicht viel zu Heilmitteln, weil seine ganze Kraft in der Frucht steckt. Aber wer ein leeres Gehirn hat und ein Gesicht von schlechter Farbe, und daher Kopfweh hat, esse oft die inneren Kerne diese Frucht und es füllt das Gehirn und gibt ihm die richtige Farbe. Aber wer lungenkrank ist und einen Schaden an der Leber hat, esse diese Kerne oft, ob roh oder gekocht, und sie geben und bringen der Lunge Kräfte, weil sie den Menschen in keiner Weise dämpfig noch trocken machen, sondern sie machen ihn stark."


Wir sehen, dass nach Hildegard sowohl Mandelkerne wie auch das teure Mandelöl hundertprozentig gesund sind. Sie stärken

das Gehirn, die Nerven, verbessern die Hautfarbe, kräftigen die Lunge und die Leber und sind somit auch für Asthmatiker ein ausgezeichnetes Gesundheitsmittel.


Die Edelsteine - Der Onyx

"Und wer starke Fieber hat, der lege den Onyx fünf Tage in Essig ein, und dann, wenn er ihn herausgenommen hat, mische und würze er alle seine Speisen mit diesem Essig und esse sie so, und das Fieber wird weichen und leicht verschwinden, weil die gute Wärme des Onyxs, vermischt mit der Wärme des Essigs, die schädlichen Säfte vertreibt, aus denen die Fieber entstehen."

Bei sehr schweren Fiebern lege man den Onyxstein für fünf Tage in reinen Weinessig und würze mit diesem Essig alle Speisen des Fieberkranken und sein Fieber wird weichen. Dieses Fiebermittel setzt man bei Fieberpatienten mit hartnäckigen Fieber ein, die auf andere Fiebermittel nur schlecht oder gar nicht reagierten.




Die große Herzkur -Teil 1: Die Griechenkleepillen

"Wenn schädliche Säfte in den Eingeweiden und in der Milz des Menschen überhandgenommen und dem Herzen durch die Schwarzgalle viele Leiden gebracht haben, nehme er die gleiche Gewichtsmenge Galgant und Bertram, ein Viertel von jedem einzelnen von ihnen weißen Pfeffer oder, wenn er weißen Pfeffer nicht zur Verfügung haben sollte, viermal so viel Pfefferkraut und verarbeite das Ganze zu Pulver. Dann nehme er Bohnenmehl, gebe das erwähnte Pulver hinzu und mische alles mit dem Saft vom Bockshornklee, aber ohne Wässer, Wein oder eine andere Flüssigkeit. Dann forme er aus all dem kleine Kuchen und lasse sie in der Sonnen wärme trocknen ... Dann soll er diese kleinen Kuchen sowohl nach dem Frühstück als auch nüchtern essen..."


Zwei Griechenkleepillen nimmt man die ersten 10 Tage nach dem Essen ein, dann einige Zeit vor und nach dem Essen jeweils zwei Pillen. Zur vollständigen Herzkur sollte man zusätzlich den Herzsaft (Fencheltrank) und das Griechenkleepulver nehmen.

Die große Herzkur -Teil 2: Der Herzsaft (Der Fencheltrank)

"Dann nehme er Süßholz, Fenchel fünfmal so viel, Zucker in der Gewichtsmenge des Süßholzes und ein wenig Honig, mache daraus einen Trank, nämlich den Lautertrank und trinke ihn sowohl nach dem Frühstück als auch nüchtern gegen das Herzweh!"

Diesen süßen Saft trinkt man am besten nach den Griechenkleepillen. So nimmt die Süße des Herzsaftes die Schärfe der Pillen.


Herzschmerzen durch Rohkost

"... denn die schädlichen Säfte, die von der Leber fliehen, streben zur Milz und zum Herzen und machen diesen Organen zu schaffen ...Wenn ein Mensch rohes Gemüse oder andere rohe Speisen zu sich genommen hat, die weder auf dem Feuer noch mit irgendeinem Gewürz zubereitet wurden, können sie in seinem Magen nicht leicht gar werden ... und so senden sie auch einen schädlichen Brodem zur Milz. Dadurch wird diese aufgebläht, schwillt an und wird wund. Durch ihre schmerzhafte Schwellung bereitet sie auch dem Herzen Schmerzen..."


Man sollte also nach Hildegard die Nahrungsmittel nie roh genießen. Salate, die mit Essig gebeizt werden, sind nicht mehr roh. Viele Herzpatienten haben ihr Herzleiden durch diese aufgeblähte Milz, deren Ursache oft Rohkost ist.


Die große Herzkur -Teil 3

Die Griechenklee-Pulvermischung

"Also nimm weißen Pfeffer, ein Drittel davon Kümmel und halb so viel Bockshornklee wie Kümmel, verarbeite das zu Pulver und iss es langsam mit einem Bissen Brot sowohl nüchtern als auch nach dem Frühstück, bevor du im Herzen eine Schwäche fühlst oder dort der Schmerz einsetzt!"


Von diesem Pulver gibt man eine Messerspitze voll auf das Brot und kaut es langsam. Wenn man die große Herzkur, bestehend aus Griechenkleepillen und -pulver sowie dem Fencheltrank anwendet, spürt man oftmals schon nach einer kurzen Zeit eine deutliche Verbesserung des Herzleidens, sollte sie aber unbedingt - das hat die Praxis gezeigt - bis zu 9 Monate durchführen.







Der Zusammenhang zwischen großer sommerlicher Hitze und den verschiedenen Nahrungsmitteln

"Isst ein Mensch im Sommer, wenn er innerlich sehr warm ist, sehr kalte Speisen, löst er leicht die Gicht in sich aus. Isst er aber sehr warme Speisen, wenn er im Sommer innerlich sehr warm ist, bildet er in sich das Phlegma. Daher soll der Mensch im Sommer mäßig warme und kalte Speisen zu sich nehmen, und diese verschaffen ihm gutes Blut und gesundes Fleisch. Wenn der Mensch im Sommer, wenn er innerlich sehr warm ist, viel isst, wird sein Blut infolge des vielen Essens übermäßig warm, die Säfte verschlechtern sich und das Fleisch seines Körpers schwillt an, und wird unnatürlich aufgetrieben, weil dann die Luft zu warm ist. Wenn er dann nur mäßig isst, schadet es ihm nicht, sondern er bleibt gesund."

Im Sommer also nur mäßig viel lauwarme bis warme Speisen zu sich nehmen, damit der Körper bei Kräften bleibt.


Die Elfenbeinlatwerge nach Vergiftungen und Umweltgiften

"Und ein Mensch, der in der Brust oder im Herzen oder in der Milz oder im Magen Schmerzen leidet, oder der Gelbsucht hat, der pulverisiere Muskatnuss und Süßholz in gleichem Gewicht, und er schabe Elefantenknochen, und er mische zweimal so viel von diesem Pulver mit dem vorgenannten Latwerge, und er esse oft davon nüchtern und nach dem Essen, und es wird besser gehen."


Dieses Elfenbeinlatwerge hat sich bestens bei Herz-, Magen- und Darmbeschwerden durch Vergiftungen, besonders bei Amalgamvergiftungen, bewährt. Wenn Sie also ein Schmuckstück oder eine Figur aus Elfenbein besitzen, sollten Sie davon etwas feinschaben oder raspeln oder aber Ihrem Hildegard-Apotheker vorbeibringen, damit er es für Ihre Latwerge benutzen kann.




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18.10.2012


Hildegard von Bingen - Weisheiten


Das Würzen

"...Wenn der Mensch isst und trinkt, dann lenkt ein im Menschen angelegtes Leitungssystem den Geschmacksstoff und den Feinstoff und den Duftstoff davon dem Gehirn zu und fördert seine Durchwärmung, indem er dessen Gefäßwärme auffüllt..."

Diese Aussage Hildegards zeigt deutlich, dass das richtige und harmonisch gewürzte Essen nicht nur gut schmeckt, sondern auf den Körper wie ein helfendes Medikament wirkt.




Die Edelsteine

"Gott aber hatte den ersten Engel wie mit wertvollsten Steinen geziert, in deren Anblick Luzifer die Gottheit sich spiegeln sah und daraus seine Weisheit schöpfte; und in ihnen erkannte er, dass Gott viele Wunder wirken wollte; daraufhin erhob sich sein Sinn (Denken, Verstand) - weil der Edelsteinschmuck, der ihn zierte, im Lichte Gottes funkelte - in der Meinung, er selbst könne ähnliches und mehr als Gott vollbringen, und daher wurde sein Glanz ausgelöscht. Aber, so wie Gott Adam zu einer besseren Beziehung wieder zurückgewann, so hat auch Gott nicht zugelassen, dass weder die Schönheit noch die Kraft dieser wertvollen Edelstein zugrunde gehen, sondern er wollte, dass sie auf der Erde sein sollten zur Zierde, für Segnungen und für die Heilkunde."


Die Heilkraft der Edelsteine ist sehr groß und gerade der Kranke ohne Hoffnung auf Besserung seiner Beschwerden sollte die Edelsteine zu seiner Gesundung mit einbeziehen.




Die Edelsteine - Der Rubin

"Wenn bei einem Menschen eine Krankheit, irgendein Fieber oder die Gicht oder eine andere Veränderung im Säftehaushalt auftritt, lege einen Karfunkel um Mitternacht weil sich da dessen Kraft besonders gut entfaltet - über den Nabel des Kranken. Lasse ihn aber nur so lange über dem Nabel des Kranken hegen, bis der Mensch spürt, dass er von dem Stein etwas erwärmt wird und entferne ihn dann sofort. So vertreibt dieser Stein alle möglichen Krankheiten vom Menschen und besiegt sie."


Den Rubin setzt man bei plötzlichen Krankheiten wie Virusgrippen, Masern und anderen Infektions- und Massenerkrankungen ein, da er eine große Heilwirkung hat. Besonders bei stark fiebernden Kindern hat sich seine von Hildegard beschriebene Anwendung sehr bewährt. Achten Sie darauf, dass die Dauer der Anwendung keinesfalls 20 Minuten überschreitet! Wegen seiner großen Heilkraft muss man ihn auch mit Vorsicht und Sorgfalt benutzen, d. h. außerhalb einer Heilbehandlung sollte man ihn niemals als Schmuckstück auf die bloße Haut bringen!




Feuer, Wasser, Luft und Erde

"...Im Menschen sind Feuer, Luft, Wasser und Erde und aus ihnen besteht er... es wirken alle Elemente mit ihm und er mit ihnen..."


Hildegard sieht die Heilung, das Heilwerden des Menschen, im Zusammenhang mit der Schöpfung. Der Mensch steht hier in der Mitte des Kosmos in enger Wechselwirkung mit den vier Weltelementen: Feuer, Wasser, Luft und Erde, aus denen die Welt, aber auch das Gefüge des menschlichen Körpers besteht. Wenn der Mensch die kosmischen Gesetze missachtet und die Schöpfung auf brutale Weise zerstört, hat dies nach Hildegard auch beachtliche, ja sogar katastrophale Folgen für seine Gesundheit.




Die Heilung

"... Und so sind denn in allen Geschöpfen Gottes Wunderwerke eingeborgen, in den Tieren und Fischen und Vögeln, in den Kräutern und Blumen und Bäumen..."


Zur Heilung führt bei Hildegard ein Leben in Harmonie und Übereinstimmung mit sich und seiner Umwelt. Sie zeigt diesen Weg anhand ihrer 6 Lebensregeln:

  1. Die Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen.
  2. Das richtige Essen und Trinken
  3. Den Rhythmus von Bewegung und Ruhe, also von Arbeit und Freizeit, finden.
  4. Das Schlafen und Wachen als ausgewogene Kräfte begreifen.
  5. Die Kunst der Ausscheidung und Absonderung krankmachender Säfte
  6. Die Heilkraft erhalten in der Ausübung christlicher Tugenden.


Kräftespiel - Die Verstocktheit - Das Seelenheil

Die Verstocktheit: "Welche Verdienste und welchen Nutzen habe ich? Nur das Feuer! Denn ich und die Art, aus der ich geboren bin, wir wollen nichts anderes. Allem Strahlenden fliehe ich und lehne es ab, lichten Werken zu folgen... Ich bin zur Plünderung der Seelen da und will nichts wissen vom Schmucke der leuchtenden Dinge..."


Das Seelenheil: "Du bist der Pfeil des Satans, der unheilvoll im Dunkeln schwirrt... Die Seligen aber erheben sich mit dem Heer der Engel unterm Banner des Glaubens und stürmen gar mächtig gegen dich an... In der Taufe und mit den sieben Gaben des Heiligen Geistes, die uns der Heiland in seiner Menschwerdung schenkte, ertränken sie dich wie in der Sintflut des Wassers..."




Das Sivesan-Pulver

"... Und dieses Pulver erhält ihm, der gesund ist, die Gesundheit, und den Kranken stärkt es und verschafft dem Menschen Verdauung. Es verleiht ihm Kräfte und vermittelt eine schöne und gute Gesichtsfarbe. Es nützt jedem Menschen, sei er gesund oder krank, wenn er es nach dem Essen nimmt."


Das Sivesan-Pulver - ein Universalmittel für alle, die gesund werden und bleiben wollen! Es hilft vor allem bei Kreislaufschwäche, Wetterfühligkeit und hat sich hervorragend bei Menschen mit allgemeiner Kraftlosigkeit bewährt. Auch Kindern gibt man es gerne gegen Appetitlosigkeit und bei Abmagerung.


Anwendung: 1 Msp. auf 1/4 Glas warmen Wein geben und nach dem Mittagessen zu sich nehmen. Bei Kindern 1/4 Msp. auf 1 Essl. warmen Wein.




Der Buchsbaum

"Und ein Mensch, der Ausschläge... an seinem Körper hat, zerstoße die Rande und seine Blätter und drücke ihren Saft aus, und füge dem etwas weniger Süßholz bei, und er wärme es in einem Wein. Und so warm soll er es oft trinken, und es vertreibt den Schmerz und das Gift des Ausschlags aus dem Körper, so dass es nicht in den Leib eindringt. Und er mische sogleich dem vorgenannten Saft dieses Baumes etwas Baumöl bei, tauche eine Feder ein, und er salbe sich damit sanft um den Ausschlag und um seine Kruste. Und dies tue er oft, und er wird geheilt werden."


Die Blätter und die Rinde des Buchsbaumes sind ein wichtiges Mittel zur unterstützenden Behandlung bei allen Hautausschlägen wie Allergien, Neurodermitis etc...

Anwendung: 1 ml Buchsbaumsaft mit 1/2 Tl. Süßholzpulver in VA Wein erwärmen und mehrmals täglich davon trinken und 1 ml Buchsbaumsaft mit 10 ml Olivenöl vermischen und mit einer Feder die betroffenen Stellen oft leicht damit einstreichen.



Der Galgant

"... und wer Herzweh hat und wer im Herz schwach ist, der esse bald genügend Galgant, und es wird ihm besser gehen..."

Dieses vielseitige Gewürz ist eines der wichtigsten Heilmittel bei Hildegard. Man setzt es ein bei Schwindel, Schwäche, bei Angina-Pectoris-Anfällen, als Mittel gegen Viruserkrankungen, bei Magen- und Darmkrämpfen, Durchblutungsstörungen und Erschöpfungszuständen.




Der Galgant

"Der Galgant ist warm und hat keine Kälte in sich und ist heilkräftig..."


Rezept: Galgantsauce (zu Gemüse, Fenchel, Hühnchen oder Dinkelrisotto)

Eine helle Grundsauce aus 1 Essl. Butter, 2 Essl. Dinkelmehl, 1/2 l Wasser, Hühner- oder Gemüsebrühe, 1 kleinem Lorbeerblatt, 1/2 Zwiebel, 1 kleine Knoblauchzehe, Salz und Muskat herstellen, 1 Tl. Galgant daruntermischen, mit Sahne, Crème fraîche und eventuell einem Eigelb, das man in der nicht mehr kochende Sauce verquirlt, verfeinern.



Edelsteine - Der Rubin als Karfunkel

"Wenn jemand Kopfschmerzen hat, lege er einen Karfunkel für so lange auf seinen Scheitel, bis die Stelle sich dort von dem Stein erwärmt hat, und entferne ihn dann sofort, weil die Kraft dieses Steines seinen Kopf schneller und stärker durchdringt als die kostbarste Salbe dies tun könnte, und so wird er Erleichterung finden."


Der Rubin hilft prompt bei Kopfschmerzen, nicht bei Migräne. Nicht länger als 20 Minuten aufliegen lassen, weil die Wirkung sonst ins Gegenteil umschwenkt.




Der Dinkel

"Der Dinkel ist das beste Getreide, und er ist warm und fett und kräftig, und er ist milder als andere Getreidearten, und er bereitet dem, der ihn isst, rechtes Fleisch und rechtes Blut, und er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen. Und wie auch immer (die Menschen) ihn essen, sei es in Brot, sei es in anderen Speisen, er ist gut und mild. Und wenn einer so krank ist, dass er vor Krankheit nicht essen kann, dann nimm die ganzen Körner des Dinkels und koche sie in Wasser, unter Beigabe von Fett oder Eidotter, so dass man ihn wegen des besseren Geschmacks gern essen kann, und gib das dem Kranken zu essen, und es heilt ihn innerlich wie eine gute und gesunde Salbe."


Der Dinkel ist das Urgetreide und bei Hildegard das Heilmittel überhaupt. Der Dinkel sollte die Basis jeder Ernährung sein. Ihn gibt es als Nudeln, Flocken (statt Haferflocken) Kernotto (Dinkelreis), Dinkelkaffee oder als Ganzkorn, Mehl oder Schrot und als Dinkelbier.




Die Heilkraft des Dinkels

"...er kräftigt... er bereitet rechtes Fleisch und rechtes Blut und er macht einen frohen Sinn..."

Der Dinkel hilft bei Müdigkeit, Leistungsabfall, bei Herz- und Kreislaufschwäche, bei Angina pectoris, Allergien, gestörtem Kalkstoffwechsel, bei Infektionsanfälligkeit, Leber- und Nierenerkrankungen, um nur einiges zu nennen. Er wirkt "wärmend", also durchblutungsfördernd, ist "fettend", trägt also zur Verbesserung des Nervenstoffwechsels bei, ist "hochwertig" durch den Gehalt an essentiellen Aminosäuren, "bringt eine gute Verdauung" und ein besseres Muskelfleisch, "bildet gutes Blut" und ist ein hervorragendes stimmungsaufhellendes, natürliches Psychopharmakon.




Der Dinkel - Allgemeine Ratschläge

  1. Dinkelkost allgemein bringt eine Senkung der Cholesterinwerte im Blut.
  2. Diabetiker können deutlich Insulin einsparen (immer in Absprache mit dem Arzt) beim Genuss von Dinkelkörnern.
  3. Dinkelkleie hat sich bestens bewährt bei hohen Cholesterinwerten und für Diabetiker.
  4. Dinkelkörner fuhren eher ab, während Dinkelmehl eher stopft.
  5. Dinkelschleimsuppe für Durchfallkranke und Frischoperierte (nie Haferschleimsuppe verabreichen).
  6. Dinkelkörner helfen Gallensteine verhindern.
  7. Dinkel erzeugt rasch ein Sättigungsgefühl, das lange anhält.
  8. Dinkelkaffee bringt eine gute Verdauung und führt leicht ab.
  9. Dinkelbier ist ein stärkendes Getränk, das im Geschmack dem Weißbier gleichgesetzt werden kann.
  10. Der Dinkelspelz bietet zur besseren Durchblutung eine hervorragende Füllung für Kissen, Decken, Matratzen usw. Er hilft zum Beispiel bei Verspannungen, Schmerzen und Schlafproblemen.



Die Rohkost

"Wenn ein Mensch rohe Äpfel, rohe Birnen, rohes Gemüse oder andere Rohkost zu sich nimmt, die weder durch Erhitzen, noch durch eine andere Zubereitungsart ausgeglichen wurden, können sie auch im Magen-Darm nicht leicht zu Ende aufgeschlossen werden, weil sie vorher nicht ausgeglichen wurden. Die schlechten Säfte dieser Speisen, die durch Erhitzen oder eine Beigabe von Salz oder Essig hätte abgefangen oder neutralisiert werden sollen und somit nicht abgefangen und entfernt wurden, wenden sich der Milz zu und ändern sie, so dass sie anschwillt und schmerzt..."

Hildegard warnt vor Rohkost, da diese eine schlechte Durchblutung auslösen kann und zu Milzerkrankungen führen kann. Man sollte also alle Speisen vor dem Gebrauch kochen oder garen und Salate mit einer Soße von Essig, Salz, Öl und Gewürzen beizen, was den rohen Zustand des Salates verändert.





Die Seele

"Die Kräfte der Seele: Die Seele des Menschen, die vom Himmel herab von Gott kommt, ihn belebt und vernünftig macht, stirbt nicht, wenn sie den Menschen verlässt, sondern geht den Belohnungen für das Leben oder den Qualen ewiger Verdammnis entgegen, um ewig weiterzuleben."



Kräftespiel - Die Hartherzigkeit -Die reuige Umkehr

Die Hartherzigkeit: "Was macht es mir aus, dass ich nicht seufzen und weinen kann, denn viele gehen in ihrem Kummer zugrunde... Denn alle Gnade, die Gott verleihen will, gewährt er auch. Warum dann sollte ich mich dafür so hart anstrengen?"

Die reuige Umkehr: "... warum wird Gott Vater genannt? Wohl deshalb, damit seine Kinder ihn anrufen. Denn er schenkt ihnen in seiner Huld alles Gute und deshalb erkennen sie ihn als ihren Gott. Und ich trinke vom Honigtau seines Segens, aus der Zerknirschung meines Herzens lächle ich ihm zu und rufe ihn noch froh unter Tränen zu Hilfe..."




Die Küchengifte

Der Lauch

"Und roh gegessen ist er so schlecht und verderblich für den Menschen wie ein giftiges unnützes Kraut, weil er das Blut und die Fäulnis und die Säfte des Menschen ins Gegenteil verkehrt..."


Die Zwetschge

"...es ist schädlich und gefährlich, die Frucht dieses Baumes zu essen... so gefährlich wie das Essen von einem Giftkraut..."


Die Erdbeere

"... auch die Früchte, nämlich die Erdbeeren, verursachen gleichsam einen Schleim im Menschen, der sie isst, und sie taugen weder dem gesunden noch dem kranken Menschen zum Essen..."

Erdbeeren verschleimen den Nebenhöhlenbereich, sie führen zu Allergien, Ekzemen und verstärkt zu Mittelohrentzündungen.


Der Pfirsich

"... Die Frucht dieses Baumes zu essen taugt weder für einen Gesunden noch für einen Kranken, weil sie die gute Säftemischung im Menschen zerstört und Schleim in seinem Magen erzeugt..."

Pfirsiche fördern die Verschleimung besonders im Magen- und Darmbereich, können also Stoffwechselstörungen verschlimmern.


Die Süßholzwurzel

"... ist von gemäßigter Wärme und bereitet dem Menschen eine klare Stimme... macht seinen Sinn mild und erhellt seine Augen und erweicht seinen Magen zur Verdauung..."

Die Süßholzwurzel wirkt auf das Gemüt, klärt die Augen und verhilft zu einer guten Verdauung (auch als Tee oder Lakritze).



Gebet - Sequenz zu Ehren Mariens

"Dass du dich im Windhauch des Sehens und Suchens der Heiligen erhobst. Da die Zeit kam, da du in deinen Zweigen blühen solltest, klinge dir Gruß und Gruß entgegen, weil Sonnenglut wie Balsamgeruch in dir kochte."



Das richtige Frühstück

"Für einen körperlich gesunden Menschen ist es für eine gute Verdauung gut und gesund, dass er bis ungefähr kurz vor Mittag oder gegen Mittag auf ein Frühstück verzichtet..."


Der Aderlass

"... wenn bei einem Menschen die Gefäße mit Blut überfüllt sind, müssen sie durch einen Aderlass von dem schädlichen Schleim und den durch die Verdauung gelieferten Fäulnisstoffen gereinigt werden..."


Der Aderlass ist eines der wichtigsten Reinigungsverfahren der Hildegard-Heilkunde mit sehr großer Heilwirkung. Es ist verständlich, dass jedes Heilmittel, jede geplante Kur und jede Regeneration besonders schnell wirksam werden kann, wenn vorab alle Giftstoffe, auch die Schwarzgalle, kunstgerecht beseitigt wurden. Der rechte Zeitpunkt und die richtige Ader sind Voraussetzung eines richtig angesetzten Aderlasses, ebenso die Ernährung und das Verhalten des zur Ader gelassenen Menschen.



Der Aderlass

"Eine richtig bemessene Blutentziehung beseitigt die schlechten Säfte und sorgt für den Körper wie sanfter Regen, der leise und angemessen in richtiger Menge auf die Erde fällt, sie bewässert und befähigt, Frucht zu bringen..."


Der regelmäßige Aderlass ist auch für den Gesunden eine wertvolle Unterstützung, da er eine Immunstimulation, eine starke Anregung der körpereigenen Selbstheilungskräfte bewirkt. Er verbessert den Allgemeinzustand des Menschen, bewirkt eine Umstimmung bei chronischen Erkrankungen, wirkt entzündungswidrig, blutreinigend, stoffwechselanregend und verbessert die Fließfähigkeit des Blutes, was zur Verminderung der Gefahr eines Herzinfarkts und Schlaganfalls deutlich beiträgt. Der Aderlass ist vor allem bei Rheumatikern, Gichterkrankten, unter Arthrose leidenden Menschen und Allergikern ein absolutes "Muss".


Die Schwarzgalle

"Die Schwarzgalle ist jedem Menschen eigentümlich, und zwar seit der ersten Versuchung durch den Teufel, weil der Mensch mit dem Essen des Apfels Gottes Gebot übertreten hat. Von jenem Essen an hat sich die Schwarzgalle in Adam und seinem ganzen Geschlecht entwickelt und ist die Ursache jeder schweren Krankheit."


Die Schwarzgalle ist bei Hildegard von Bingen ein Stoff, der, wenn erstark vermehrt im Körper auftritt, zu Zornesausbrüchen oder stillem Kummer führen kann und die großen chronischen Krankheiten verursacht. Sie wird nach Hildegard durch falsche Lebensweisen, wie z.B. unmäßiges Essen, Diätfehler und Fehlernährung um ein vielfaches vermehrt und führt so zu einer schleichenden Vergiftung des Körpers.




Gebet - Erlösende Reue

"Warum bin ich geboren zu solchen großen Vergehen? Mit meiner Seele sündigte ich gegen dich, meinen Gott.

Zu dir seufze ich auf, der sich gewürdigt hat, anzunehmen Adams Gestalt aus der Jungfrau.

So vertraue ich fest darauf, dass du mich nicht verachtest, sondern von meinen Sünden befreist.

Durch deiner heiligen Menschheit Antlitz nimm mich in Gnaden nun auf, denn ich bereue von Herzen."



Der zweite Monat

"Dies ist der Monat der Reinigung. Es reinigt sich die Natur von allem Krankhaften. So auch die Seele des Menschen. Vergleicht man sie mit dem Saft eines Baumes, durch den alle Früchte dieses Baumes gedeihen, so werden durch die Seele des Menschen alle Werke verwirklicht. Dieser Mensch hat von der Natur eine starke, eine bezwingende Kraft mit einem äußerst klaren und präzisen Überblick von Situationen mitbekommen. Die Kälte der Jahreszeit zeigt sich bei ihm nur durch seine etwas kühlere Art. Er ist niemand, der seine Gefühle zur Schau stellt, sondern einen klaren Kopf behält."



Das Mutterkraut

"... Und wer in den Eingeweiden Schmerzen hat, der koche Mutterkraut mit Wasser und Fett oder Öl, und er gebe feinstes Mehl dazu und so bereite er die Suppe und esse sie, und er heilt die Eingeweide.


Rezept:

Mutterkraut-Suppe 4-5 Mutterkrautblätter (oder etwas unverdünnten Mutterkraut-Frischpflanzensaft nehmen) klein schneiden, in 1/2 l Wasser und ein wenig (Sonnenblumen-)Öl kurz aufkochen. Dann verrührt man 2-3 Essl. Dinkelfeinmehl in etwas kaltem Wasser und bereitet damit auf kleiner Flamme eine Suppe. Gewürzt wird mit etwas Salz, Muskat und Bertram. Die Mutterkraut-Suppe ist eine wirksame Hilfe bei vielen Frauenkrankheiten, besonders bei Periodenschmerz.


Die Viriditas - Die Grünkraft

"... Ich, die höchste und feurige Kraft, habe jedweden Funken von Leben entzündet... Die Luft lebt im Grünen und Blühen... ohne die Schönheit lebensgrüner Acker - ohne den Segen Gottes - brachliegen wird... weil Gott Gott und Mensch ist, aus dem alle grünende Lebenskraft quillt..."


Hildegard von Bingen beschreibt in allem, was die Schöpfung hervorbringt, die Grünkraft. Die Grünkraft ist in den Speisen, den Pflanzen, den Edelsteinen, aber auch in einer positiven Lebenseinstellung. Bei Hildegard ist die Viriditas das Leben überhaupt, die Lebensenergie, die nur von Gott kommen kann. Ein Mensch, dem der Bezug zum Schöpfer dieser Kraft fehlt oder dem der Glauben verloren ging, der besitzt nach Hildegard keine persönliche Viriditas und Grünkraft. Er "vertrocknet", er erkrankt und seine Seele verkümmert durch Trauer und Missmut. Nach Hildegard kann der Mensch gerettet werden, wenn er sich besinnt und zu seinem Glauben an Christus zurückfindet.



Die Edelsteine - Der Beryll

"... Und wenn ein Mensch gerade Gift isst oder trinkt, dann soll er alsbald vom Beryll in Quellwasser oder in anderes Wasser mäßig schaben, und er soll sogleich trinken, und so mache er es während fünfTagen, indem er einmal nüchtern trinkt, und das Gift wird er entweder durch Übelkeit ausspeien oder es wird durch ihn durch das Hinterteil hinausgehen..."


Das Beryll-Pulver ist ein hervorragendes Entgiftungsmittel. Anwendung: Bei stark verdorbenem Magen oder Lebensmittelvergiftungen an fünf aufeinander folgenden Tagen eine kleine Prise in Wasser einrühren und nüchtern trinken. Das Mittel ersetzt allerdings niemals den Arztbesuch oder einen Klinikaufenthalt!


Die Subtilität

"... ist warm, und jene Wärme hat die richtige Mischung..." "Für einen Gesunden gut zu essen..." "... taugt einem Kranken und Geschwächten nicht zum Essen..."


Der Begriff der Subtilität wird vor allem in der Ernährungslehre Hildegards gebraucht. Hildegard meint damit das Beziehungsverhältnis, den Zweck, den Gott in die Naturdinge legte und die für uns verborgen sind in Pflanzen, Tieren und Steinen. Nehmen wir Lebensmittel zu uns, denen die Subtilität fehlt, wie zum Beispiel bei konservierten oder lang haltbar gemachten oder durch Bestrahlung veränderten Lebensmitteln, so können sie uns vielleicht sättigen, es fehlt ihnen aber die Viriditas, die Grünkraft und Frische, um unseren Körper richtig zu ernähren.




Das Schweinefleisch

"... und es ist weder für gesunde noch für kranke Menschen gut zu essen, weil es im Menschen weder den Schleim noch andere Schwächen vermindert, sondern vermehrt, weil seine Wärme sich zur Wärme des Menschen hinzufügt, und (dies) erregt im Menschen Stürme in seinen Sitten und Taten, was schlecht ist. Aber ein Mensch, der sehr krank ist, so dass er an seinem Körper abnimmt und dürr ist, der esse mäßig von jungen Schweinchen, während er krank ist, damit er von ihrer Wärme Wärme dazu gewinnt, und nachdem er genesen ist, esse er nicht mehr von den Schweinchen, weil dies wiederum Krankheiten in ihm vermehren würde..."


Das regelmäßige Essen von Schweinefleisch und -wurstwaren sollte nach Hildegard vom Speiseplan gestrichen werden. Ausnahmen gibt es bei körperlich schwachen und kraftlosen Menschen, die jedoch nur bis zu einer Verbesserung ihres Zustandes das Fleisch vom jungen Schwein zu sich nehmen sollten.



Die Augentypen - Feurige Augen

"Wer feurige Augen hat, die einer schwarzen Wolke neben der Sonne ähnlich sind, hat sie naturgemäß vom warmen Südwind erhalten. Sie sind gesund, weil sie von der Wärme des Feuers stammen. Staub und jeder üble Gestank schadet ihnen, weil die Helligkeit nicht auf den Staub und die Reinheit nicht auf einen unbekannten Gestank achtet."


Feurige Augen haben nichts mit einem feurigen Blick zu tun. Es sind jene Augen, die einen Pupillarring haben. Diese so genannten "Südwindaugen" reagieren äußerst empfindlich auf Staub, sind aber ansonsten sehr gesund.



Der Frankenwein - Das Augenmittel bei allen Augentypen

"Wenn sich ein Mensch zu Bett legt, soll er seine Lider mit reinem Frankenwein befeuchten, aber so, dass er dabei den Augapfel nicht berührt. Das nimmt die Eiterung hinweg, welche den Augen der Schläfer anhaftet und das Sehen verschlechtert."


Das Bestreichen der Augenlider mit Frankenwein hat sich als besonders schnell wirkendes Mittel bei Bindehautentzündung, verklebten und vereiterten Augen bewährt. Auch tagsüber sollte man diese öfters wiederholen. Gleich bei Beginn einer Augenentzündung angewandt, hilft diese Behandlung "Schlimmeres" abzuwenden.




Die Edelsteine - Der Beryll

"... und wer den Beryll immer bei sich hat und oft in seiner Hand hält und ihn oft ansieht, der streitet nicht leicht mit anderen Menschen, sondern er bleibt ruhig."


Der Beryll als Schmuckstück (Anhänger oder Kette) sollte häufig getragen oder mitgeführt und angeschaut werden.



Gebet - Gottsuche

"Fürchten will ich dich, Gott meinen Herrn; wer wird mir helfen, wenn vor dir ich stehe und wer mich befreit bei deinem schrecken erregenden Gericht?"


Die Weinrautensalbe

"...Wenn ein Mensch in den Nieren und in den Lenden manchmal Schmerzen hat... reibe er sich um die Nieren und die Lenden kräftig am Feuer ein, wo es ihn schmerzt..."


Die Weinrautensalbe ist eines der wichtigsten Mittel bei allen Nierenleiden!


Anwendung: Sowohl beim Bluthochdruck, der ja häufig von schlecht arbeitenden Nieren herrührt, sowie auch bei Nierenschmerzen, sollte man diese Salbe täglich am offenen Feuer oder wenn dies nicht möglich ist, mit einer Rotlichtlampe bestrahlt, einreiben. Der Erfolg ist verblüffend! Man sollte diesen Vorgang ca. 5-8 Minuten durchführen, bis eine deutliche Rötung und eine damit verbundene Durchblutung erfolgt ist.



Kräftespiel - Die Zwietracht - Die Eintracht

Die Zwietracht:

"Den Süden mag ich nicht und vom Osten wende ich mich ab... Der Westen trägt nur die Finsternis und der Norden hat fest in der Hand, was im Finstern bewegt wird.... Ich verhalte mich in jeder Lage, so wie es mir gefällt..."


Die Eintracht:

"Könntest du denn den Himmel und seine Naturgesetze zerstören? Keineswegs!... Du möchtest dein Reich im Niemandsland aufrichten, bist aber dort in allen Dingen nur unnütz, da du die Werke Gottes lästerst. Denn gerade das ist das Nichts, das alles Guten entbehrt..."




Der Diptam

"... Denn der Stein wächst von fetter Natur im Menschen. Wenn er so zu wachsen beginnt, pulverisiere der Kranke Diptam und esse dieses Pulver oft mit Weizenbrot, und er hindert den Stein am Wachsen. Und der Mensch, in dem der Stein wuchs, der lege das Diptampulver in Essig, der mit Honig vermischt ist, und er trinke dies oft nüchtern, und der Stein in ihm wird zerbrochen..."

Fettstoffwechselstörungen sind oft die Ursache, warum Blasensteine wachsen. Bemerkt man also Harngrieß oder kleine Steinchen im Urin, esse man mehrmals täglich (ca. 3x1 Tl.) Diptampulver auf Weizenbrot. Bei größeren Steinen, die bereits Ärger machen, sollte man das Pulver in nur leicht verdünntem Weinessig mit Honig vermischt, nüchtern trinken, und der Stein wird sich auflösen.





Das Bibernell-Mischpulver

"... Mutterkümmel, ein Drittel Pfeffer und ein Viertel Bibernell zusammen gegeben und fein gepulvert soll er auf Brot streuen und essen. Es räumt in seinen Eingeweiden mit den unrechten warmen und kalten Säften auf, die den Menschen zum Erbrechen reizen."


Dieses Mittel hilft schnell bei Schwangerschaftserbrechen. Es ist jedoch auch ein wichtiges Heilmittel, wenn der Brechreiz zum Beispiel von erkrankten Nieren ausgeht.



Das Veilchenfett

"Auch ein Mensch, der Schwere im Kopf hat oder in den Nieren, oder der irgendwo von Lähmung geplagt wird, der presse Veilchensaft durch ein Tuch und er gebe genügend Bockstalg hinzu und zum halben Teil des Talgs altes Fett. Und dies zerlasse er gleichzeitig in einer Schüssel und so mache er eine Salbe, und damit salbe er sich am Kopf und anders, wo es schmerzt, und es wird ihm besser gehen."


Dieses Veilchenfett ist nicht zu verwechseln mit der Veilchensalbe (die nicht mit Fett, sondern mit Olivenöl bereitet wird).

Anwendung: Mit Veilchenfett häufig, d. h. täglich, die Nieren einreiben, um diese anzuregen; aber auch bei Kopfschmerzen (Veilchenfett als Packung 1 Stunde einziehen lassen) oder bei rheumatischen Schmerzen und Lähmungen einreiben.







Der dritte Monat

"Der dritte Monat kommt mit einem wilden Wirbel. Er kann gewaltige Unwetter mit sich führen, doch setzt er auch mit seinen vielfachen Winden die Keime der Erde in Bewegung. Mit dieser kraftvollen Art will die Natur die gefrorene Jahreszeit wachrütteln, in Bewegung setzen, damit der Frühling kommen kann. So auch der Mensch; er kann durch seinen stürmischen Charakter und seinen Hang zur Anerkennung sehr viel bewegen. Er muss jedoch vorerst seinen Hochmut, seinen Sturm, überwinden, oft durch leidvolle Erfahrungen, bevor seine Werke zu fruchten beginnen."



Das Ulmenholz

"... Und wer von der Gicht geplagt wird, soll von ihrem bloßen Holz ein Feuer anzünden und sich sogleich am Feuer wärmen. Und die Gicht wird zur Stunde weichen."

Das Ulmenholz wird von Hildegard besonders empfohlen bei Gicht und Rheuma. Das Ulmenholzfeuer bietet sich an, um Salben anzuwenden.




Lebensregel - Die Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen

"... Dem Feuer verdankt er das Sehen, der Luft das Gehör, dem Wasser die Bewegung und der Erde seinen Gang...Aus einem Saft oder aus zwei oder aus drei kann der Mensch nicht bestehen, sondern aus vier, damit sie sich gegenseitig regulieren. So wie die Erde aus vier Elementen, die miteinander harmonieren."


Der Mensch sollte nach Hildegard Lebensenergie schöpfen aus den vier Weltelementen: Feuer, Luft, Wasser und Erde. Da diese Elemente sowohl im Menschen, wie auch im gesamten Kosmos zu finden sind, bedeutet es für den Menschen, auch die kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu achten und nicht zu zerstören, um in voller Lebensfunktion und guter Lebensqualität zu existieren.


Die Lebensregeln bei Hildegard von Bingen

Die Elemente sind... im Menschen, nämlich das Feuer, die Luft, die Erde und das Wasser, und sie wirken mit ihren Kräften in ihm...Wenn die... Säfte im Menschen die richtige Ordnung und das rechte Maß einhalten, befindet er sich im Zustand der Ruhe und Gesundheit. Wenn sie sich aber gegenseitig bekämpfen, machen sie ihn... schwach und krank..."


Um seine Gesundheit zu erhalten oder auch wieder zu erlangen, muss der Mensch nach Hildegard stets darauf bedacht sein, gewisse Regeln, die so genannten Lebensregeln, einzuhalten.


Die Augentypen und die Charakterzüge des Menschen

"Wer Augen hat, die einer Sturmwolke ähneln, welche weder ganz feurig noch ganz trüb, sondern ziemlich grau ist, der ist unbeständig, leichtsinnig und verschlagen. Er ist jedoch lernfähig, so dass er alle Arbeiten, die er nicht kennt, leicht begreift und für alle Zukunft beherrscht.


Wer schwarze oder trübe Augen hat, wie manchmal eine Wolke aussieht, der ist klug und hört auf gute Ratschläge, fühlt sich jedoch bei allem, was er tut, beengt."


Die Augentypen und die Charakterzüge des Menschen

"Wer graue Augen hat, ist manchmal leichtsinnig, manchmal voreilig oder sehr ausgelassen oder faul oder unordentlich; er führt jedoch alles, was er tut, gut zu Ende.

...Wer feurige Augen hat, die einer schwarzen Wolke dicht neben der Sonne ähnlich sind, der ist klug, hat einen scharfen Verstand und neigt zum Jähzorn.


Wer Augen hat, die einer Wolke ähnlich sind, in der sich der Regenbogen zeigt, der ist ziemlich wechselhaft, das heißt manchmal traurig, manchmal fröhlich; er führt jedoch einen ehrbaren Lebenswandel."


Kräftespiel - Die Sorge für das Irdische -Die Sehnsucht nach dem Himmlischen

Die Sorge für das Irdische: "Welche Besorgnis wäre denn wichtiger als alle Sorge um die Welt?"

Die Sehnsucht nach dem Himmlischen:...Wie der Leib nicht leben könnte ohne die Seele, so wächst auch keine irdische Frucht ohne die Gnadenkraft Gottes... Ich habe in der Höhe meine Heimat."



Die Augentypen - Braune (schwarze) Augen

"Wer schwarze oder trübe Augen hat, so wie manchmal eine Wolke ist, hat sie hauptsächlich von der Erde bekommen. Sie sind stärker und schärfer als andere Augen und behalten lange ihre Sehschärfe... werden aber leicht von der Erdfeuchtigkeit und der Feuchtigkeit der Gewässer und Sümpfe geschädigt..."


Braunäugige Menschen haben eine bessere Sehschärfe als alle anderen Augentypen. Beschwerden können aber im Bereich von Seen, Küsten und Sumpflandschaften auftreten.


Die Augentypen - Grüne (trübe) Augen

"Wer Augen hat, die einer trüben Wolke ähnlich sind, weder ganz feurig noch ganz trüb, sondern etwas graublau... hat sie von der feuchten Erde bekommen... Sie werden weder von feuchter Luft noch Staub auch nicht von üblem Gestank oder strahlendem Glanz eines Gegenstandes geschädigt, worunter die Sehschärfe anderer Augen leidet..."

Dieser Augentyp ist selten und unempfindlicher als die blauen, feurigen und gemischten Augen.


Die Augentypen - Gemischte (verschiedenfarbige) Augen

"Wer Augen hat, die einer Wolke ähnlich sind, in der der Regenbogen erscheint, hat sie von der Luft mit ihren unterschiedlichen Strömungen bekommen, die weder gleichmäßig feucht noch trocken sind und daher sind sie schwach. Bei warmer Luft haben sie ein schlechtes Sehvermögen... in reiner, regnerischer Luft aber sehen sie scharf. Jedes strahlende Licht, nämlich von der Sonne, dem Mond, den Lichtern, den Edelsteinen, den Metallen und allen anderen Dingen, ist für sie schädlich..."


Menschen, die gemischte Augen haben, sind extrem empfindlich gegen-über allem Glänzendem, Glitzerndem und Flimmerndem. Es sind die so genannten "Fernsehaugen", da dieses "Geflimmere" die Augen stark ermüdet und belästigt. Aber auch glitzerndes Wasser, Metall oder anderes Material stört diese Augen und man muss häufig bereits Sonnenbrillen tragen, wo andere noch keine benötigen. Sogar Lesen und vor allem die Arbeit am Computer ist für diese Augen anstrengend.





Die Augentypen - (Graue) Blaue Augen

"Ein Mensch mit grauen, dem Wasser ähnlichen Augen, bezieht sie in erster Linie aus der Luft. Daher sind sie schwächer als andere Augen, weil sich die Luft durch den unterschiedlichen Hauch von Wärme, Kälte und Feuchtigkeit öfters verändert. Diese Augen werden auch leicht durch üble, ungesunde, feuchte Luft und Nebel geschädigt."

Der blauäugige Mensch reagiert auf Luftverschmutzung und Zugluft empfindlicher als andere Augentypen und muss hier besonders Acht geben.


Die Augentypen

"Die Pupille des Auges hat Ähnlichkeit mit der Sonne; die schwarze oder graue Farbe um die Pupille hat Ähnlichkeit mit dem Mond und das Weiß weiter außerhalb Ähnlichkeit mit den Wolken."


Hildegard beschreibt außer der Zusammensetzung und Funktion der Augen auch die Irisfarbe. Sie unterscheidet fünf Augentypen und gibt jeweils entsprechende Heilmittel für den passenden Augentyp.


Gebet - Unwürdigkeit

"Im Innersten meiner Seele, Herr, erkenne ich mich als Asche und Moder. Einer zitternden Feder gleich sitze ich ängstlich im Schatten."

Der Mutterkümmel

"Für den Gesunden ist er jedoch gut zu essen, weil er ihm einen guten Verstand bereitet und jenem milde Wärme einbringt, der zu warm ist. Aber jedem schadet er, der krank ist, wenn er ihn isst, weil er die Krankheit in ihm auflodern lässt, ausgenommen jenem, der in der Lunge Schmerzen leidet. Ein Mensch, der gekochten oder gebratenen Käse essen will, streue Kümmel darauf, damit er nicht davon Schmerzen leidet, und so esse er."


Da gerade Käse bei vielen Menschen Übelkeit oder Bauchschmerzen hervorruft oder gar stark aufbläht, sollte man Mutter-kümmel auf den Käse zur besseren Verdauung streuen. Vorsicht jedoch bei kranken Menschen, vor allem Herzkranken; für diese ist der Mutterkümmel äußerst schädlich, weil er die Erkrankung nur noch mehr fordert.



Der Hafer

"... er bereitet einen frohen Sinn und einen reinen und klaren Verstand, und er macht ihnen eine gute Farbe und gesundes Fleisch... für jene aber, die sehr krank und kalt sind, ist er zum Essen nicht bekömmlich, weil der Hafer immer Wärme sucht..."




Der Leinsamen

"... Der Lein ist warm und taugt nicht zum Essen. Aber wer in der Seite Schmerzen hat, der koche Leinsamen in Wasser, er tauche ein leinenes Tuch in jenes warme Wasser ein, und ohne jenen Samen lege er das Tuch oft auf seine Seite und jener Schmerz, obwohl er stark ist, wird etwas gemildert und lässt nach... Und wer irgendwo an seinem Körper vom Feuer gebrannt wurde, der koche stark Leinsamen in Wasser, und er tauche ein leinenes Tuch ins Wasser und lege es warm auf jene Stelle, wo er gebrannt wurde, und es zieht die

Verbrennung heraus."


Leinsamen empfiehlt Hildegard nur äußerlich, auf keinen Fall zum inneren Gebrauch. Er ist ein hervorragendes Heilmittel bei Verbrennungen, Sonnenbrand und Hautschäden: der Schmerz lässt sehr rasch nach und es bleiben keine oder nur ganz unscheinbare Narben zurück:

Ganze Leinsamenkörner (ca. 3 Essl. auf 1 L Wasser) 10 Minuten kochen und abseihen. Ein frisch gebügeltes (keimfreies) Leinentuch (es muss echtes Leinen sein!) mit dem warmen (ca. 40°) Leinsamenwasser tränken und auf die verbrannte Stelle legen.




Die Gewürznelke

"... wenn jemand Kopfschmerzen hat, so dass ihm der Kopf brummt, wie wenn er taub wäre, esse er oft Nelken, und das mindert das Brummen, das in seinem Kopf ist.... Wenn daher die Wassersucht schon im Menschen zu wachsen beginnt, esse jener oft Nelken, und sie unterdrücken die Krankheit, weil ihre Kraft in die Eingeweide jenes Menschen übergeht...Aber auch die Wärme des Markes des Menschen schwitzt wiederholt und verursacht Fußgicht in ihm... wenn jener oft Nelken isst, geht ihre Kraft in das Mark jenes Menschen und verhindert, dass die Fußgicht wächst..."


Täglich 3-4 Gewürznelken kauen hat sich bei der Nierenwassersucht (Nierensklerose) bewährt, aber vor allem bei der so genannten Großzehengicht, die besonders oft bei Dialysepatienten auftritt. Auch Menschen, die durch ihren Bluthochdruck häufig Kopfbrummen haben, sollten dieses Gewürz täglich essen.



Die inneren Organe des Menschen

"Die Seele ist feurig, luftartig und feucht, und sie besitzt das ganze Herz des Menschen. Die Leber erwärmt das Herz, die Lunge bedeckt es, und der Magen ist im Körper des Menschen ein innerer Raum für die Aufnahme der Speisen. Das Herz ist der Sitz des Wissens, die Leber der Sitz des Gefühls, die Lunge ist wie eine Blattader der Vernunft, und der Mund ist das Sprachrohr für das, was der Mensch äußert, und der Empfänger dessen, was den Körper erquickt; er bringt die Stimme hervor, nimmt aber die Stimme nicht auf. Aber das Ohr nimmt die Stimme auf, bringt aber die Stimme nicht hervor..."

Diese Aussage Hildegards zeigt, dass im Menschen von Natur aus immer eine ganzheitliche Situation herrscht. Die Organe sind nach Hildegard auch für das Seelenleben und das Geistige in uns verantwortlich.



Der Mond und sein Einfluss

"...Wenn der Mond zunimmt und voll wird, dann vermehrt sich auch das Blut im Menschen, und wenn der Mond abnimmt, dann nimmt auch das Blut im Menschen ab. Wenn nämlich das Blut im Menschen bis zum vollen Stand zugenommen hat und wenn es dann im Menschen nicht wieder abnehmen würde, würde er ganz und gar zerbersten."


Diese Erklärung Hildegards zeigt, wie sehr der Mensch als Mikrokosmos einen Teil des gesamten Kosmos darstellt, mit den gleichen natürlichen Gesetzmäßigkeiten: Der Mond sorgt nicht nur für Ebbe und Flut in den enormen Wassermengen des Ozeans, sondern wirkt auch im menschlichen Körper.




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17.10.2012


Kürbissuppe mit Ingwer


Zutaten für 4 Personen:

  1. 1 Hokkaidokürbis
  2. 3 Kartoffeln
  3. 3 Karotten
  4. 1 große Zwiebel
  5. 600 ml Gemüsebrühe
  6. 3 Esslöffel Sahne
  7. 1 Stück Ingwer
  8. Salz, Pfeffer und Currypulver
  9. Kürbiskernöl

Ein 2-3 cm langes Stück Ingwer schälen und fein würfeln.


Die Kartoffeln und die Karotten waschen, schälen und würfeln, die Zwiebel ebenfalls in Würfel schneiden. Den Kürbis vierteln und die Kerne entfernen.


Der Hokkaidokürbis hat einen guten Geschmack, eine schöne Farbe und den Vorteil, dass er nicht geschält werden muss. Schneiden Sie den Kürbis ebenfalls in Würfel.


Zuerst die Zwiebel in etwas Öl glasig dünsten, dann mit der Gemüsebrühe ablöschen. Geben Sie den Ingwer, die Karotten und die Kartoffeln hinein und lassen das Ganze zugedeckt einige Minuten köcheln.


Nach gut 5 Minuten geben Sie die Kürbiswürfel dazu und lassen alles weitere 10-15 Minuten köcheln, bis das Gemüse gar ist.


Den Topf von der Kochstelle nehmen und die Suppe mit dem Pürierstab fein pürieren.


Mit Salz, Pfeffer und Currypulver würzen, die Sahne dazugeben.


Je nach Vorliebe bestimmen Sie die Konsistenz der Suppe in dem Sie etwas Milch oder Wasser zugeben. Das Ganz nochmals abschmecken.


Die Suppe auf dem Teller mit wenig Kürbiskernöl anrichten.











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17.10.2012


Aprikosen-Lavendel-Marmelade


  1. 1 kg reife Aprikosen
  2. 500 g Gelierzucker 2:1
  3. 1 Esslöffel getrockneten Lavendel

Die Aprikosen waschen, entkernen und in Würfel schneiden.

Geben Sie die vorbereiteten Früchte in einen großen Topf. Den Gelierzucker und die Lavendelblüten dazugeben und das Ganze verrühren.


Bringen Sie die Marmelade zum Kochen und lassen diese 3 - 4 Minuten sprudelnd kochen. Dabei bitte unbedingt die Angaben auf dem Gelierzucker einhalten.

Die gekochte Marmelade in gut ausgespülte Gläser geben, sofort verschließen und kurz auf den Deckel stellen.


Sie können für die Marmelade sowohl frischen, als auch getrockneten Lavendel verwenden. Beachten Sie dabei, dass getrockneter Lavendel intensiver schmeckt, als frischer Lavendel.





















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15.10.2012

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15.10.2012

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15.10.2012


Diabetes behandeln: Bewegung

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15.10.2012

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15.10.2012

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    Der Beitrag "Hypoglykämischer Schock (durch Unterzucker)" wurde 2350 mal gelesen.

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    Der Beitrag "Diabetisches Koma (durch Überzucker)" wurde 1907 mal gelesen.

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        15.10.2012

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        15.10.2012


        Diabetes


        Diabetes - Was ist das?

        Diabetes ist eine schwere, chronische Stoffwechselerkrankung, die den Zuckerstoffwechsel des Blutes betrifft, daher wird sie im Volksmund auch "Zuckerkrankheit" genannt.



        www.kraeuter-verzeichnis.de

        Diabetes mellitus

        Eigentlich heisst der Diabetes "Diabetes mellitus", was man mit "Honigsüsses Hindurchfliessen" übersetzen könnte.


        Das honigsüsse Hindurchfliessen bezieht sich auf den Urin, der bei unbehandelten Diabetikern süss schmeckt. Das Blut enthält dann soviel Zucker, dass ein Teil dieses Zuckers mit dem Urin ausgeschieden wird.


        Blutzuckerregelung durch Insulin aus der Bauchspeicheldrüse

        Die Höhe des Blutzuckerspiegels wird unter anderem durch das Hormon Insulin geregelt.


        Das Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert.


        Beim Gesunden wird immer gerade soviel Insulin produziert, wie der Körper braucht, um den Blutzucker im gesunden Rahmen pendeln zu lassen.


        Beim Diabetes-Kranken ist das Zusammenspiel zwischen Blutzucker und Insulin aus verschiedenen Gründen gestört. Unbehandelt kommt es zu einem erhöhten Blutzucker-Spiegel.



        Diabetes-Symptome

        Manche Diabetes-Formen treten mit deutlichen Symptomen auf, andere verlaufen lange symptomlos und werden oft nur durch Zufall von einem Arzt bemerkt.


        Typische Symptome sind Durst, Gewichtsverlust, Juckreiz und Müdigkeit.



        Gefährliche Folgen des Diabetes

        Ein erhöhter Blutzuckerspiegel schadet dem Körper erheblich.


        Langfristig leiden vor allem die Blutgefässe, die Nieren, Füsse und Augen unter dem erhöhten Blutzuckerspiegel, was zu Herzinfarkten, Schlaganfällen, Nierenversagen, Fussamputationen und Blindheit führen kann.


        Kurzfristig kann man durch einen stark erhöhten Blutzuckerspiegel in ein Koma fallen, das unbehandelt zum Tod führen kann.


        Mit Diabetes ist also nicht zu spassen!

        Gute Aussichten bei guter Behandlung

        Wenn man sich jedoch sorgsam um die Behandlung kümmert und seine Lebensweise auf die Erfordernisse des Diabetes anpasst, kann man ein fast normales Leben führen.


        Besonders wichtig ist es, dass man sich als Diabetiker ausgiebig über seine Krankheit informiert, damit man lernt, bewusst mit ihr umzugehen.




        Verschiedene Diabetes-Typen

        Es gibt nicht nur eine Form der Diabetes mellitus Erkrankung, sondern zwei Haupttypen und einige Sonderformen.


        Typ I Diabetes

        Der Typ I Diabetes wird auch juveniler oder Jugend-Diabetes genannt, weil er meistens schon in der Jugend auftritt.


        Bei diesem Diabetes-Typ liegt ein absoluter Insulin-Mangel vor und es ist unbedingt erforderlich, dass die Betroffenen mehrmals täglich Insulin spritzen.


        Typ II Diabetes

        Beim Typ II Diabetes spricht man auch vom Altersdiabetes, weil er früher meistens erst im höheren Alter aufgetreten ist. Heutzutage kommt der Typ II Diabetes immer öfter schon bei Kindern vor, wenn diese stark übergweichtig sind.


        Altersdiabetes

        Bei Altersdiabetes ist der Insulinmangel relativ, das heisst unter anderem, dass durchaus noch Insulin vom Körper produziert wird, dass man aber vermehrt Insulin braucht, beispielsweise weil die Körperzellen nicht mehr empfindlich genug auf das Insulin reagieren.


        Diese Form des Diabetes kann man in vielen Fällen durch den Abbau von Übergewicht, regelmässiger Bewegung und einer gesunden Ernährung so in den Griff bekommen, dass man keine Medikamente braucht und die Krankheit ohne Symptome verläuft. Wenn man das schafft, ist man also quasi wieder gesund, muss jedoch seine gesunde Lebensweise beibehalten.


        In anderen Fällen von Diabetes Typ II muss man zusätzlich zu einer gesunden Lebensweise Medikamente einnehmen oder gar Insulin spritzen.



        Andere Krankheiten mit dem Namen "Diabetes"

        Diabetes Mellitus ist nicht die einzige Krankheit, die "Diabetes" im Namen führt.


        "Diabetes" heissten Krankheiten, bei denen es zu vermehrter Harnausscheidung kommt, bei der verschiedene Arten von Stoffen ausgeschieden werden.


        Mit dem auch als "Zuckerkrankheit" bezeichneten Diabetes haben diese Krankheiten jedoch nichts zu tun.


        Diabetes insipidus

        Bei Diabetes insipidus wird eine ins Extreme gesteigerte Harnmenge ausgeschieden.


        "Insipidus" heisst "unstillbar".


        Die Ursache für diese Erkrankung ist eine Störung in der Hirnanhangdrüse.


        Diabetes renalis

        Diabetes renalis ist eine angeborene Erkrankung, bei der ohne Störung des Zuckerstoffwechsels von Geburt an Glukose durch den Harn ausgeschieden wird.


        Amindiabetes

        Bei Amindiabetes werden Amine über den Harn ausgeschieden.


        Amine sind, chemisch betrachtet, basische Abkömmlinge des Ammoniaks.


        Phosphatdiabetes

        Bei Phosphatdiabetes wird vermehrt Phosphat mit dem Harn ausgeschieden.


        Dadurch kommt zu Skelettdeformationen wie bei der Rachitis durch Vitamin-D-Mangel.


        Phosphatdiabetes ist eine erblich bedingte Erkrankung.




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        13.10.2012


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        12.10.2012


        Wunderbaum - Rizinus


        Man sagt, dass Archäologen, die die über 4000 Jahre alten ägyptischen Gräber zum ersten Mal betraten, nur Augen für die Mumien, das Gold und die Edelsteine hatten, sowie für die fein geschnitzten Statuen.


        Rizinus - Wunderbaum
        Rizinus - Wunderbaum


        Erst später, viel später, fiel die Aufmerksamkeit auf scheinbar unwichtige Objekte, darunter waren oval geformte Objekte in den Gräbern. Diese seltsamen Objekte glänzten und waren gesprenkelt, wie kleine polierte Marmorstücke. Erst Untersuchungen zeigten, dass diese "Steine" tatsächlich versteinerte Rizinusbohnen waren, Millionen Jahre alt - denn so lange existiert der Rizinus, auch Wunderbaum genannt, schon auf der Erde.


        Pflanzenbeschreibung

        Der Rizinus (Ricinus communis) ist ein immergrüner Strauch, der bis zu 10 Meter groß werden kann. Pflanzt man die Pflanze im Garten an, bleibt sie jedoch meist kleiner. Der Rizinus hat große Blätter, grüne Blüten und stachelige rote Samenkapseln.


        Der Wunderbaum trägt breite, intensiv gelappte Blätter an länglichen Stielen.

        Junge Blätter haben dabei einen lila-bronzenen Farbton, ältere Blätter wechseln die Farbe dann zu rotbraun oder grün-gräulich.


        Aus den weiblichen Blüten wachsen die Samenkapseln, die jeweils drei Samen beinhalten. Wenn diese Kapseln reif sind und trocknen, platzen sie auf und schleudern die Samen heraus. Steht die Pflanze jedoch im Schatten und trocknen die Kapseln nicht, werden sie auch nicht herausgeschleudert, sondern fallen später zu Boden und werden dann von Tieren weitergetragen.


        Schon im alten Ägypten wurde das Öl aus den Samen oder Bohnen als Lampenöl verwendet, oder auch als Salbe. Auf der anderen Seite war aber auch schon bekannt, dass die Bohnen giftig sind, weshalb sie in Ägypten, Griechenland und im alten Rom nur äußerlich verwendet wurden.

        Erst im 18. Jahrhundert kam man darauf, dass das Öl als Abführmittel gute Dienste leistete.



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        Die Samen und Blätter sind giftig - das gewonnene Öl jedoch nicht

        In den Rizinus-Bohnen ist eine giftige Substanz namens Ricin, das für den Menschen tödlich sein kann. Allerdings ist es relativ leicht möglich, dieses Rizin unschädlich zu machen - der Schlüssel dazu liegt in der Temperatur bei der Ölgewinnung und dem Schälen der Bohnen. Im Allgemeinen setzt man Wärme ein, um das Öl zu gewinnen. Extrahiert man das Öl aber bei niedrigen Temperaturen aus bereits geschälten Bohnen, so erhält man ein gelbliches oder klares Öl, das ungiftig ist und zudem reich an einem zusätzlichen Stoff ist, dem Ricinolein, der den Darm reizt und so den Durchfall auslöst.


        Das Rizinusöl weist eine Menge therapeutischer Einsatzmöglichkeiten auf, es kann mehr als "nur" abführend wirken. Aber wenn wir schon gerade dabei sind: Diese abführende Wirkung tritt 3 bis 5 Stunden nach der Einnahme auf, für den Fall, dass Sie den Zeitpunkt Ihres verlängerten Toilettenaufenthaltes besser "timen" möchten.


        Das aus dem Rizinus gewonnene Öl reinigt den Verdauungstrakt, besonders nachdem er sich von einer Vergiftung erholt hat, etwa nach einer Fischvergiftung.

        Das Rizinusöl ist zudem sehr hautverträglich und eignet sich für kosmetische Anwendungen. Ein altes Rezept aus Indien rät dazu, dass Frauen nach einer Geburt ihre Brüste damit einmassieren sollen, denn das rege den Milchfluss an und sei gut für die Haut. Aber Vorsicht: Vor dem Stillen muss das Öl wieder gut entfernt werden, damit es das Baby nicht mit der Milch mittrinkt.


        Ebenfalls in der alten indischen Kräutermedizin kennt man die Samen in zerquetschter Form auch als Umschläge bei geschwollen Gelenken, die auch die Schmerzen lindern.

        In China hingegen werden diese Umschläge auf das Gesicht aufgelegt, wenn ein Mensch unter einer Gesichtslähmung zu leiden hat.


        Rizinusöl soll sehr gut gegen schuppige Haut helfen, das zum Beispiel in Form einer Creme oder Salbe bei Dermatitis und Ekzemen die Beschwerden lindern soll.


        Historische Anwendungen berichten über die wurmtreibenden Eigenschaften, also eine Wirkung gegen Wurmerkrankungen. Auf den Nacken gerieben soll das Öl bei Kopfschmerzen helfen, zerriebene Bohnen in Form eines Pulvers wurden früher auf Abszesse und Hautinfektionen aufgetan.


        Das Saatgut, so sagt die tibetische Medizin, sei scharf, bitter und süß, und es mache den Körper warm. Und auch dort gilt Rizinus wieder als Abführmittel bei Verdauungsstörungen.


        Ein Tee aus den Blättern und Wurzeln soll laut Überlieferungen gegen Husten helfen und den Schleim lösen. Die angedrückten Blätter in Form eines Umschlages sollen gegen Kopfschmerzen helfen. Dazu legt man sie auf den Kopf auf.


        Die äußere Anwendung des Rizinusöls hilft außerdem bei Beschwerden wie Schmerzen, seien es durch einen Muskelkater oder Arthritis-Schmerzen, Prellungen mit blauen Flecken, Rückenschmerzen, Nervenschmerzen oder chronische Schmerzen aller Art. Das Öl kann direkt auf die Haut gerieben werden, idealerweise legt man dann noch eine Wärmflasche auf, wenn es um die Schmerzlinderung geht.


        Rizinusöl kann Wehen auslösen und so eine Geburt unterstützen.


        Der Saft aus den Blättern hilft zum Beispiel gegen Rheuma, Kopfschmerzen, Ödeme, Abszesse, Juckreiz und Warzen.


        Das Rizinusöl hat neben der medizinischen Anwendung außerdem noch zahlreiche andere Anwendungen. Da es nicht in Benzolen löslich ist, und außerdem einen sehr niedrigen Gefrierpunkt hat, wird es als Schmierstoff in den Triebwerken von Flugzeugen verwendet, ebenso in hydraulischen Systemen, wie in Bremssystemen. Eine weitere Anwendung sind Lacke und Farben auf der Basis von Rizinusöl, und last but not least, als Fliegenfänger.


        Die Stiele der Pflanze werden in Indien zur Herstellung von Seilen eingesetzt, außerdem als Cellulose-Ersatz zur Herstellung von Papier. Angeblich hält Rizinus im Garten auch Fliegen, Mücken und Maulwürfe fern.

        Die Blätter der Rizinuspflanze haben eine insektenabtötende Wirkung.


        Der Rizinusbaum wächst im südöstlichen Mittelmeerraum, in Indien und in Ostafrika, inzwischen aber auch in vielen anderen tropischen Regionen. Wenn das Klima stimmt, ist der Rizinus schnell heimisch und kaum mehr fortzubekommen.

        Die Samenkapseln können, wenn sie fertig gereift sind, das ganze Jahr über gesammelt werden.


        Rizinus mag tonhaltigen oder sandig-lehmigen Boden, der Feuchtigkeit speichern kann. Die Pflanze liebt außerdem viel Sonne.

        Die Temperaturen sollten nach Möglichkeit zwischen 20 und 40 Grad liegen, außerdem sollte es mindestens 6 Monate im Jahr diese Temperaturen haben. Der Rizinus mag viel Feuchtigkeit, Regen tut ihm nichts an, auch teilweise Überschwemmungen nicht.


        Übersicht



        Volksnamen

        Christuspalme, Wunderbaum



        Pflanzenart

        Wolfsmilchgewächs



        Wuchsort

        In den Tropen, dem Gewächshaus, mag die volle Sonne.



        Inhaltsstoffe

        Glyceride, Alkaloide, Bitterstoffe, fettes Öl, ätherisches Öl, Eiweiß (Ricin)



        Edelsteine

        Rhodochrosit, Feuerstein



        Planet

        Saturn und Pluto


        Rezepte und Anwendungen rund um den Rizinus






        Ein Nagelhärter

        Geben Sie den Saft einer Zitrone in 250 ml Wasser, dann noch ein Schnapsglas Rizinusöl dazu. Baden Sie täglich Ihre Fingernägel darin. Nach 2 bis 3 Wochen werden Ihre Fingernägel schön hart, so dass sie nicht mehr gleich abbrechen.



        Gegen Verstopfung

        Nehmen Sie 1 bis 2 EL Rizinusöl, wenn möglich nüchtern. Nach ungefähr 3 Stunden geht’s dann los...

        Wem der Geschmack zu eklig ist, kann das Öl mit Zitronensaft oder anderem Fruchtsaft verbessern.



        Gegen Warzen

        Wenn Sie unter Warzen leiden, können Sie diese über Wochen hinweg mehrmals am Tag mit dem Rizinusöl betupfen. Nach und nach sollte die Warze verschwinden.



        Juckende Haut

        Gereizte oder juckende Haut kann man mit dem Öl einreiben, dann bessern sich die Beschwerden.



        Vorsicht - Risiken und Nebenwirkungen

        Kann besonders für Kinder tödlich sein.


        Angeblich soll früher der KGB mit diesem Gift seine Widersacher ermordet haben.


        Vergiftungserscheinungen sind Krämpfe, Bauchschmerzen, Übelkeit, der Verlust von Körperflüssigkeiten.


        Nicht in der Schwangerschaft verwenden, es kann zu vorzeitigen Wehen und Fehlgeburten kommen.


        Rizinusöl sollte nicht angewandt werden bei einem Darmverschluss, dauernden und unbekannten Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen, den Anzeichen einer Blinddarmentzündung.


        Menschen, die unter einer chronischen Verstopfung leiden, sollten dieses Heilkraut nicht als Abführmittel verwenden. Denn das würde nur die Auswirkung der Erkrankung behandeln, und nicht die Ursache.


        Der Geschmack des Öles ist relativ eklig, es kann dadurch zu Übelkeit kommen.


        Nicht BEI Vergiftungen einsetzen, sondern erst NACH Vergiftungen! Rizinusöl kann die Aufnahme der Giftstoffe beschleunigen, eine Verschlimmerung der Vergiftung wäre zu befürchten.


        Rizinusöl kann die Wirksamkeit von Medikamenten verändern, verstärken oder abschwächen. Bitte befragen Sie Ihren Arzt bei gleichzeitiger Anwendung.


        Rizinus
        Rizinus


        [alp:../BuchBilder/158.jpg x=550 '']


        • Wunderbaum
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        10.10.2012


        Taigawurzel

        Die Taigawurzel, Eleutherococcus senticosus, ist eine enorm wichtige Heilpflanze für unser Immunsystem.

        Man kennt in der Signaturenlehre viele Pflanzen, die sehr stachelig sind, und man weiß auch, dass diese Pflanzen gut für die Immunabwehr sind. Bei der Taigawurzel kommt noch hinzu, dass sie das Blut reinigt sowie entgiftend wirkt. Schon die alleinige Verwandtschaft mit dem Efeu sowie dem Ginseng deutet auf eine Familienangehörigkeit zu starken Heilpflanzen. Tatsächlich sehen die Früchte der Taigawurzel denen des Efeus auch sehr ähnlich.


        Man nimmt an, dass die Menschen in der Region der sibirischen Taiga die Taigawurzel sehr früh entdeckten, da sie die Leistung und die Lebensqualität erhöhte und Infektionen verringerte.


        Der "Russische Ginseng" wurde aber auch bereits vor 2000 Jahren im alten China als Heilmittel gegen Bronchitis, Herzerkrankungen, Rheuma und als Stärkungsmittel verwendet. Man kannte ihn auch als Mittel zur Besserung der allgemeinen Gesundheit, zur Förderung eines gesunden Appetits und zur Erhöhung der Ausdauer. Unter dem Namen "ci wu ju" wird sie in der chinesischen Medizin dazu verwendet, um Infektionen der Atemwege, des Darmtraktes sowie Erkältungen und Grippe zu verhindern.


        Taigawurzel setzt man in der traditionellen chinesischen Medizin zur Steigerung der Lebensenergie (Qi / Chi) ein, ebenso bei Schlaflosigkeit mit vielen Träumen, bei Rücken- oder Nierenschmerzen, bei einem Mangel an Yang in der Niere oder Milz, bei Appetitlosigkeit, und zur Steigerung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten oder Stress.

        [alp:../images/Taigawurzel.jpg x=500 'Taigawurzel']

        Die Taigawurzel - ein Adaptogen

        Die Taigawurzel gehört zu den so genannten Adaptogenen, die physikalische, biologische und psychologische Verbesserung in unserem Körper herbeiführen. So wird die Resistenz gegen verschiedene negative Effekte erhöht, körperliche und geistige Fähigkeit gesteigert und sogar das Befinden gebessert. Krankheiten, Vergiftungen und Schäden durch Bestrahlung können dadurch gebessert werden. Das zentrale Nervensystem wird stimuliert, die Geschlechtsdrüsen aktiviert, Zucker und Cholesterin im Blut verringert, der Appetit verbessert, man soll sogar besser sehen und hören können.


        Die Forschung hat gezeigt, dass dieses Heilkraut die Stressresistenz steigert und neue Kraft in Zeiten von Stress spendet. Die Taigawurzel hat sich in der Genesung nach langer Krankheit oder bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden bewährt.


        Eleutherococcus zeigt positive Effekte bei verschiedenen neuronalen Krankheiten, bei Impotenz, bei Lungenkrankheiten, leichten Formen von Diabetes mellitus und bösartigen Tumoren.


        Studien zeigten eine vorbeugende Wirkung vor Brustkrebs, einem Magenkarzinom, Mundkrebs, Hautkrebs und Eierstockkrebs.


        Die Forschung hat gezeigt, dass die Taigawurzel die Verbrennung von Sauerstoff in den Muskeln steigert, dies bedeutet nichts anderes, als dass eine Person mehr körperliche Kraft besitzt.


        Die Taigawurzel hat auch eine milde östrogene Wirkung, das heißt, dass Wechselbeschwerden gemildert werden können.


        Studien zeigten, dass Menschen mit einem normalen dreifarbigen Sehvermögen nach der Einnahme eines Extraktes nach 60 Minuten noch wesentlich besser Farbunterschiede sehen konnten. Diese Wirkung hielt über einen Tag an.


        In den 1970er Jahren gab man 1.250 Fahrern eines russischen Automobilwerkes zweimal jährlich Dosen von Taigawurzelextrakten. Die Arbeit, die sie zu verrichten hatten, war stressig und in einem schwierigen industriellen Umfeld.

        Nach 12 Monaten stellte man fest, dass die Zahl der Krankheitstage um 30% gesunken war, während sich bei einer Kontrollgruppe, die keine Extrakte bekommen hatte, nichts verändert hatte.


        Eine Wiederholung des Versuchs im Jahre 1975 unter 13.000 Beschäftigten kam zum gleichen Ergebnis.


        Eine andere, 7-jährige Studie, an Lkw-Fahrern in Russland, zeigte eine 90%ige Reduzierung von Erkältungen und Grippeerkrankungen. Zu einem gleichen Ergebnis kam eine Studie an Schulkindern.


        Eine Studie zeigte außerdem, dass die Ausbruchsrate von Lippenherpes deutlich zurückging und dass sich die Beschwerden durch Genitalherpes besserten.


        Die Taigawurzel fördert die Ausscheidung von Giftstoffen, auch von Alkohol, aus unserem Körper, und sie hilft auch, Zellschäden durch Strahlung zu reparieren.


        Taigawurzel kann gegen Schlaflosigkeit und Einschlafbeschwerden helfen, wenn man vor dem Zubettgehen einen Tee davon trinkt.


        Und weil die Russen so experimentierfreudig mit ihrer Taigawurzel waren, gaben sie im Laufe der Zeit immer mehr Menschen die Extrakte, so zum Beispiel Matrosen, die in aller Welt unterwegs waren, Fabrikarbeitern oder Wissenschaftlern in den Polargebieten, Teilnehmern von Olympiaden oder Kosmonauten.

        Immer wieder stellte man fest, dass die geistige Konzentration und die Widerstandskraft gegen extremes Klima und Krankheiten anstiegen.



        Taigawurzel als Frauenkraut


        Im 20. Jahrhundert erkannte man in der westlichen Zivilisation, wie gesund der Ginseng ist. Das Problem war nur: Ginseng ist sehr teuer. Und so kamen die Heilkundigen auf die Taigawurzel, die ja ein Verwandter des Ginsengs ist, und die gleichzeitig wesentlich günstiger zu bekommen war. Inzwischen weiß man durch Untersuchungen und Studien sogar, dass die Taigawurzel in manchen Gebieten überlegen ist, und zwar weit überlegen!


        Russische Wissenschaftler haben zum Beispiel herausgefunden, dass die Taigawurzel die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert, oder auch dass sie unser Gedächtnis stark verbessern kann, und natürlich dass sie ausgesprochen gut für das Immunsystem ist. Nimmt man die Pflanze über einen längeren Zeitraum, steigt die Anzahl der T-Helferzellen im Blut an. Diese Helferzellen erkennen Eindringlinge, also Erreger, und vernichten sie.


        Die Taigawurzel wurde also alsbald eine sehr beliebte Heilpflanze, die in die ganze Welt exportiert wurde. Man kann sie sogar einen regelrechten Exportschlager Russlands nennen.

        Dort gab man zum Beispiel Astronauten oder Olympiateilnehmern Extrakte der Pflanze, damit sie leistungsstärker wurden und psychisch stabiler waren. Damals fiel das nicht unter Doping, heute soweit ich weiß auch nicht...


        Als in Tschernobyl das Kernkraftwerk einen Super-GAU hatte und als alle Einwohner radioaktiv verstrahlt wurden, stieg die Zahl der Strahlenschäden stark an. Die Regierungen Russlands und der Ukraine ließen daraufhin Taigawurzelextrakte verteilen, um die Strahlenschäden möglichst klein zu halten.


        Weitere Studien zeigten außerdem, dass die Taigawurzel auch gegen einige Virusinfekte schützen kann.


        Die Taigawurzel - ein beachtliches Kraut! Trotzdem ist es bei uns kaum bekannt.


        Dabei wäre diese Pflanze gerade für Frauen sehr wichtig. Man kann sie sogar eine ausgesprochene Frauenpflanze nennen.

        Die Taigawurzel hilft gegen die Folgen einer Virusinfektion, zum Beispiel bei Papilloma- oder Herpesviren. Papillomaviren, kurz auch HPV genannt, können Warzen verursachen und sogar Krebs in der Gebärmutter. Frauen, die diese Viren in sich haben, können sogar vorbeugend Eleutherococcus einnehmen.


        Und wurde bereits Krebs festgestellt, zum Beispiel Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebs, kann die Taigawurzel die körpereigenen Abwehrkräfte steigern - die Taigawurzel ist eine der wenigen Pflanzen, die bei bestehendem Krebs die Vermehrung der Krebszellen abbremsen kann. Gleichzeitig ist sie günstig zu bekommen und stört nicht bei der Behandlung mit anderen Medikamenten.



        Übersicht



        Volksnamen

        Acanthopanax, Stachelpanax, Touch-me-not, Sibirischer Ginseng, Scharlachbeere



        Signaturenlehre sowie Astrologie

        Die Taigawurzel hat viele Stacheln, denen die Pflanze auch ihren botanischen Namensanteil "sentis" zu verdanken hat, denn "sentis" bedeutet so viel wie "Dornenbusch". Diese Stacheln sind in der Signaturenlehre natürlich ein Zeichen für die Abwehr und den Schutz. Die Pflanze ist dem Mars zugeschrieben und da der Mars ebenfalls ein Zeichen für Kampf ist, zeigt die Pflanze wunderbar ihre Stärke im Abwehrkampf, also im Kampf gegen Krankheitserreger.



        Inhaltsstoffe

        Phenylpropane, Lignane, Beta-Sitosterole, Polysaccharide, Kaffeesäure, Cumarine, Triterpensaponine



        Einsatzgebiete

        Wirkt stärkend, kreislaufanregend, stimuliert unser Immunsystem.

        Erhöht die Anzahl der T-Helferzellen im Blut, die auch Killerzellen genannt werden. Diese Zellen "fressen" Krankheitserreger regelrecht auf. Taigawurzel erhöht die Leistung des Körpers, wirkt antioxidativ und ausgesprochen krebsfeindlich.

        Die Taigawurzel stärkt das Gedächtnis (wie der Ginseng), außerdem kann man sich besser konzentrieren. Man wird resistenter gegen Stress, generell wird das körperliche und geistige Wohlbefinden gesteigert.



        Rezepte und Anwendungen rund um die Taigawurzel






        Ein Tee zur allgemeinen Stärkung

        Die Taigawurzel kann man innerlich als Tee einsetzen, um die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken sowie um die physische Widerstandsfähigkeit zu steigern. Kochen Sie dazu 1 TL (3-4 g) der Taigawurzel in einer Tasse Wasser auf und lassen dies dann 10 Minuten lang abgedeckt ziehen. Danach absieben und trinken.


        Diesen Tee trinkt man bis zu 2mal pro Tag. Die Verwendung sollte maximal über 3 Monate dauern, dann sollte man 4 Wochen Pause einlegen.



        Ein Schnaps mit Taigawurzel

        Man nehme

        ca. 200 g Taigawurzelpulver

        und eine Flasche Wodka.


        Geben Sie die Wurzelextrakte und den Wodka in ein Schraubglas, schütteln Sie gut durch und lassen Sie alles 6 Wochen stehen. Danach absieben und in eine dunkle Flasche füllen.

        Trinkt man täglich einen Teelöffel davon, so steigert dies die Körperabwehr, die allgemeine Leistung, außerdem wird man besser vor Viren geschützt.



        Vorsicht

        Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit verwenden.

        Keine Anwendung bei Personen mit Bluthochdruck, Nieren- oder Leberkrankheiten.

        Nicht geeignet für Kinder. Hohe Dosen können Schläfrigkeit, Angst, Reizbarkeit, Brustschmerzen und Uterusblutungen auslösen.

        Die Wirkung von Antidiabetika und Sedativa kann verstärkt werden.









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        10.10.2012


        Mate






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