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Das Kräuter-Verzeichnis

Andere alternative Heilmittel

Innerlich

Ätherische Öle
In der Apotheke oder im Reformhaus kann man ätherische Öle kaufen. Dabei sind die Höhe der Dosis und ihre Anwendungsdauer angegeben.

Geiste
Darunter versteht man die Auflösung ätherischer Öle in Weingeist. Das bekannteste Beispiel dafür ist der Melissen- oder Karmelitergeist, der als probates Hausmittel zum Einreiben und gegen Verdauungsbeschwerden wohl jedem bekannt ist. Geiste erhält man in Apotheke, Reformhaus und Drogerie. Auch hier sind die Höhe der Dosis sowie ihre Anwendungsdauer immer angegeben.
Vorsicht
In Geisten ist immer Alkohol enthalten! Sollten Sie unter entsprechenden Unverträglichkeiten leiden, bleiben diese Mittel tabu. Prinzipiell heißt es hier bei der Dosierung vorsichtig sein!

Homöopathische Hausmittel
sind ebenfalls in der Apotheke zu bekommen. Man kann sie als Streukügelchen (Globuli) oder in Tropfenform erhalten.
Vorsicht
In homöopathischen Tropfen ist Alkohol enthalten!

Säfte
Es lohnt sich meist nicht, selbst Säfte aus Heilpflanzen herzustellen. Man kauft sie besser im Reformhaus, in der Drogerie und selbstverständlich auch in der Apotheke. Frische Fruchtsäfte dagegen kann man leicht selbst zubereiten: Ein Haushaltsentsafter ist dabei hilfreich.
Vorsicht
Gesüßte Fruchtsäfte sind für Diabetiker verboten!

Tropfen und Tinkturen
Einzeln oder gemischt sind diese beiden Darreichungsformen in der Apotheke erhältlich. Natürlich kann man Tinkturen aber auch selbst herstellen.
Auch hier gilt: Die Höhe der Dosis und die Anwendungsdauer sind jeweils angegeben.
Vorsicht
In Tropfen und Tinkturen ist immer Alkohol enthalten!

Äußerlich

Ätherische Öle
Sie eignen sich - äußerlich angewendet - für Dampfbäder, für Einreibungen und für Inhalationen (ausgenommen sind Säuglinge und Kinder unter fünf Jahren). Ätherische Öle bekommt man in der Apotheke und im Reformhaus. Die Zubereitung der äußerlichen Anwendung, die Höhe der Dosierung und auch die Anwendungsdauer sind immer angegeben.
Vorsicht
Auf ätherische Öle bekommt man manchmal eine Allergie mit Hautjucken. In diesem Fall muss das Öl sofort abgesetzt werden!

Badeextrakte und Badeöle
Man kann aus Heilpflanzen beides herstellen. Badeextrakte wie auch Badeöle eignen sich für alle Arten von Bädern: für Voll-, Teil- und Sitzbäder. Man bekommt sie im Reformhaus oder in der Apotheke, man kann sie aber auch problemlos selbst zubereiten.

Emulsionen und Salben
Diese sind besonders gut für Einreibungen und Auflagen geeignet. Salben und Emulsionen bekommt man in der Apotheke und im Reformhaus. Es lohnt sich kaum, sie selbst herzustellen, aber wer Spaß daran hat, kann es natürlich dennoch tun.

Fluide, Geiste und Spiritus
Diese sind alkoholische Lösungen, die verschiedenartige Wirkstoffe beinhalten. Man verwendet sie für Einreibungen, Auflagen und Umschläge. Fluide, Geiste und Spiritus bekommt man in der Apotheke, im Reformhaus und in der Drogerie.

Packungen, Umschläge und Wickel
Sie sind ein beliebtes und bewährtes Heilmittel. Wer kennt nicht Großmutters probaten kalten Wadenwickel gegen Fieber oder den kalten Halswickel gegen Husten und Heiserkeit.

Unser Körper hat normalerweise eine Temperatur von etwa 36 Grad Celsius. Umschläge und Wickel, die mit Wasser gemacht werden, sollten etwa zehn bis 15 Grad Celsius darunter liegen und haben deshalb die direkte Einwirkung auf die feinen Kapillargefäße und damit das Blut, das den entsprechenden Körperteil durchströmt. Durch diese Kühlung der Hautoberfläche erreicht man einen Kältereiz - und damit wird die Durchblutung der Haut gesteigert.

Mit der Haut erwärmen sich auch die für den Umschlag oder Wickel verwendeten Tücher - es entsteht eine feuchte Stauwärme. Dabei werden Krankheitserreger und die Fremdstoffe, von denen der Körper sich zu befreien versucht, durch den Einfluss der feuchten Wärme gelockert und aufgelöst. Durch die Hautporen dringen sie nach außen. Manchmal kann man dann feststellen, dass Wickel beim Abnehmen einen starken Geruch ausströmen oder dass das Waschwasser der Tücher trüb wird. Vor allem Umschläge für einzelne Körperteile werden in kalter oder kühlender Form verwendet.

Anregende Umschläge macht man folgendermaßen:
• Das Tuch zwei-, vier- oder sechsfach zusammenfalten.
• In kühles (16 bis 22 Grad Celsius) Wasser eintauchen.
• Gut auswringen.
• Auf den zu behandelnden Körperteil legen.
• Diesen dann mit einem Wolltuch umhüllen.
• Liegen lassen, bis der Wickel trocken geworden ist.

Kühlende Umschläge werden so angelegt:
- Das Tuch vier- bis achtmal zusammenfalten, damit genügend Wasser gespeichert werden kann.
- Das Tuch in kaltes Wasser (also unter 16 Grad Celsius) legen.
- Das Tuch nicht auswringen, sondern nassfeucht auflegen. Nicht abdecken.
- Ein kalter Wickel sollte möglichst oft erneuert werden.

Kühlende Umschläge verwendet man z. B. gegen Nasenbluten. Dabei wird die kalt-nasse Auflage in die Nackengegend gelegt.

Armpackungen
Man macht sie bei akuten Krankheiten, i.8. der Lunge, des Brust- und Rippenfells, der Atmungsorgane. Es muss immer auch das Handgelenk mit eingewickelt werden. Die Armpackung wird in der üblichen Form durchgeführt: Zunächst ein feuchtes Tuch, dann ein trockenes, zuletzt ein Wollwickel. Die Armpackung sollte man alle halbe Stunde wechseln.

Beinpackungen
Beinpackungen wirken ableitend und werden bei chronischen Leiden (Blutandrang im Kopf, Kopfschmerzen, Schwindel, Hals- und Lungenbeschwerden, Gicht- und rheumatische Beschwerden, Blutstauungen in den Beinen) eingesetzt.

Beinpackungen sollte man mit einer Wassertemperatur von 18 bis 20 Grad Celsius durchführen. Das ganze Bein wird bis zur Mitte des Oberschenkels eingepackt, die Füße jedoch nicht. Zuerst kommt die feuchte, dann die trockene Unterlage und dann die Wollumhüllung. Man muss darauf achten, dass immer beide Beine eingepackt werden müssen - auch dann, wenn nur ein Bein erkrankt ist.

Fußpackungen
Fußpackungen werden bei Gehörstörungen und bei Augen- und Kopfschmerzen (die auf Blutmangel im Gehirn zurückzuführen sind) angelegt. Man nimmt zur Fußpackung am besten baumwollene nasse Socken, die man mehr oder weniger auswringt, dann anzieht und darüber noch ein oder zwei weitere Paar wollene Strümpfe zieht. Fußpackungen legt man am besten während der Nacht an. Man kann sie (wenn sie nicht vorher lästig werden) bis zum nächsten Morgen tragen.

Fußwickel
Ungesunde Ablagerungen, besonders im Bereich der Beine, werden durch den Fußwickel ausgeleitet. Sie sollen auch bei Beingeschwüren helfen. Fußwickel kann man kalt oder warm anlegen. Dabei wird ein serviettengroßes Tuch ein- bis zweimal um den Fuß bis zur Höhe des Knöchels gewickelt. Das Tuch sollte sehr feucht sein, jedoch nicht tropfen. Anschließend wird es mit einem wollenen Tuch umhüllt und gut abgedeckt. Fußwickel werden ein bis zwei Stunden am Fuß gelassen.

Halswickel
Halswickel verordnet man bei Husten und Heiserkeit, bei entzündeten Mandeln sowie Rachen- und Kehlkopfaffektionen. Für Halswickel faltet man ein Tuch zwei-, vier- oder sechsmal und taucht es in Wasser von 19 bis 22 Grad Celsius. Das ausgewrungene Tuch wird um den Hals gelegt, ein trockenes Tuch kommt darüber sowie ein Wollschal.

Handpackungen
Handpackungen haben einen erregenden oder beruhigenden Einfluss und wirken sich besonders auf die Durchblutung aus. Man kann die Handpackung mit der Fußpackung vergleichen. Sie wird ebenfalls warm oder kalt angelegt. Bei einer kalten Packung sollte es jedoch Voraussetzung sein, dass die Hände warm sind. Sind sie dagegen kalt, wird man immer eine warme Packung anlegen. Auch bei der Handpackung gilt: Immer werden beide Hände eingewickelt, niemals nur eine Seite.


Kopfwickel
Kopfwickel sind besonders bei Kopfschmerzen, bei Migräne, bei allen Zuständen, die auf eine krankhafte Verengung der Blutgefäße zurückzuführen sind, ein leider sehr in Vergessenheit geratenes Hausmittel. Die Kopfpackung sollte mit einer Wassertemperatur von 18 bis 20 Grad Celsius durchgeführt werden. Vor dem Schlafengehen legt man ein nasses, gut ausgewrungenes Handtuch auf Stirn und Kopf und wickelt einen dicken, wollenen Turban darüber. Die Kopfpackung bleibt bis zum nächsten Morgen angelegt.

Schulter- und Brustpackung
Schulter- und Brustpackung hilft speziell bei Affektionen der inneren Brustorgane (Lunge, Luftröhre, Bronchien). Zur Schulterpackung wird ein langes, nicht zu nasses Handtuch wie ein Schal von den Schultern und über der Brust über Kreuz gelegt. Dann legt man die Brustpackung (18 bis 20 Grad Celsius Wassertemperatur) an. Die Schalenden des Schulterwickels reichen dabei unter den Brustwickel. Es gilt die übliche Regel: feuchter Unterwickel, trockener Leibwickel und Wollabdeckung. Bei dieser Packung sind Bettruhe und gute Zudecke besonders wichtig. Nach etwa einer Stunde kann man den Schulter- und Brustwickel abnehmen, sollte aber noch mindestens eine Stunde Bettruhe folgen lassen.

Wadenwickel
Er hilft als altbewährtes Hausmittel ganz besonders gut bei fieberhaften Zuständen und dient zur Ableitung von übermäßigem Fieber. Beim Wadenwickel wird nur die Wade vom Knöchel bis zum Knie eingepackt, Knie und Fuß bleiben somit frei. Das Wasser für den Wickel sollte 18 bis 20 Grad Celsius haben. Beim Wadenwickel ist es besonders wichtig, dass die Füße warm bleiben, deshalb sollte man in Pantoffel schlüpfen, warme Socken anziehen oder eine Wärmflasche unter die Füße legen. Besonders gut hilft ein Wadenwickel, wenn er zusammen mit einer Leib-, Brust- oder Halspackung - und dann über Nacht - gemacht wird.

Vorsicht
Fieberstillende Wickel und Packungen sollte man nicht unbedingt mit sehr kaltem Wasser anlegen. Bei fieberhaften Schüben und einer zu kalten Ganzpackung etwa kann es zu erheblichen Kreislaufbeschwerden kommen. Je höher das Fieber ist, je empfindlicher und erregter der Patient ist, desto höher sollte das Wasser temperiert sein.


Spezielle Wickel
Man kann Wickel natürlich nicht nur mit Wasser machen, sondern dafür bestimmte Pflanzen und Produkte verwenden, die wir aus der Küche gut kennen und die unsere Großmütter als ganz natürliche, leicht verfügbare Heilmittel ansahen:

Die Kartoffelpackung wandte man gegen entzündete Hautstellen, schlecht heilende Wunden, Gelenkrheumatismus, Geschwülste und Quetschungen an. Je nach Größe des zu behandelnden Gebietes nimmt man bis zu einem halben Pfund gewaschene und geschälte mehlig kochende Kartoffeln, kocht sie weich und rührt sie danach mit der Hand, nicht mit dem Pürierstab, da sie sonst verkleistern, zu einem dicken Brei. Diesen Brei streicht man auf eine Leinenoder Mullunterlage und legt sie dann so heiß wie nur möglich auf die kranke Körperstelle. Anschließend sollte man die behandelte Hautpartie gut mit Johannisöl abreiben und abdecken.

Den Kohlwickel setzte man überall dort ein, wo die Durchblutung gestört ist: bei schlecht durchbluteten Beinen, bei Geschwüren, bei rheumatischen Gelenkerkrankungen, aber auch bei Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (Hexenschuss). Verwenden kann man für den Kohlwickel alle Kohlarten, besonders gut ist jedoch der Weißkohl. Die dicken Blätter werden vom Kohlkopf abgebrochen und gewaschen. Man entfernt die harten Rippen und walzt das Blatt mit einer Nudelrolle suppig (ohne dass jedoch seine Struktur zerstört wird). Diese feuchten Blätter legt man dann jeweils auf Gelenke, Beine, Brust, Bauch oder Schulter oder auf die Lendenwirbelsäule und fixiert sie mit einem Verband. Am besten macht man Kohlwickel abends vor dem Zubettgehen und belässt sie über Nacht am Körper.

Den Leinsamenumschlag verwendet man
bei Entzündungen aller Art, bei Furunkeln, Eiterherden und zur Schmerzstillung. Man gibt gemahlenen Leinsamen in einen Beutel aus Gaze, der groß genug ist, um die entzündete Fläche komplett zu bedecken. Den Stoffsack lässt man aufkochen. Dann legt man ihn so heiß wie möglich auf die betreffende Stelle, bis er abgekühlt ist. Danach wird er entfernt, die Stelle wird aber weiterhin warm gehalten.

Der Heublumenwickel
Der Heublumenwickel kommt bei Entzündungen, Muskelverspannungen und Hexenschuss, aber auch bei rheumatischen Erkrankungen, Gelenkbeschwerden und Gicht zu Anwendung. Heublumen sind eine Mixtur aus diversen Gräsern mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Diese werden in einen Leinenbeutel eingefüllt und mit Wasser aufgekocht. Dann lässt man sie zehn Minuten ziehen, drückt den Leinenbeutel aus, legt ihn sehr warm auf die schmerzende Körperstelle und deckt diese mit einem trockenen Wolltuch gut ab. Nach der Anwendung ist es ratsam, sich auszuruhen, da der Heublumenwickel sehr müde machen kann.

Der Milchwickel
Der Milchwickel stammt aus Russland. Er soll bei Entzündungen der Gallenblase helfen. Ein Tuch (groß genug, um den Raum zwischen Brustbein und rechter Körperhälfte zu überdecken) wird in frische, kalte Milch getaucht. Es soll gut feucht sein, aber nicht tropfen. Dieses Tuch wird dann so auf den rechten Rippenbogen gelegt, dass dieser etwa zwei Zentimeter überlappt wird. Der Milchwickel wird erneuert, wenn er warm geworden ist.

Der Senfwickel
Der Senfwickel wurde bei Bronchialkatarrh, bei Erkältungskrankheiten, Lungenentzündungen und Lungenstauungen, bei Kreislaufstörungen oder Atemnot verwendet. Er wird auf Rücken oder Brust aufgelegt. Man nimmt gemahlene Senfkörner, rührt sie mit lauwarmem Wasser an. Diesen Brei streicht man direkt auf die Haut und deckt dann mit einem Handtuch und dieses wiederum mit einem Wolltuch ab. Der Wickel bleibt so lange auf der Haut, bis eine leichte Rötung entsteht (etwa fünf bis zehn Minuten).

Vorsicht
Empfindliche Menschen können von einem Senfwickel Blasen bekommen. Auf jeden Fall die Haut nach dem Wickel mit kaltem Wasser abwaschen. Danach sofort warme Kleidung anziehen oder gut abdecken. Man kann dem Senfwickel auf ein Drittel Leinsamenmehl beifügen, dann wirkt er nicht so stark.

Der Quarkwickel
ist ein altbewährtes Hausmittel bei Hautreizungen durch Sonnenbrand, Allergien oder Ausschläge. Er kühlt, lindert das Brennen sowie den Juckreiz und bringt die Rötung der Haut rasch zum Abklingen. Außerdem pflegt er die gereizten Hautpartien durch die Eiweißstoffe und Fette im Quark. Man trägt den Quark dick auf die betroffene Stelle auf und deckt sie mit einem leicht angefeuchteten Tuch ab. Um den Kühleffekt zu erzielen, wird kein trockenes Wolltuch darüber gelegt. Die Anwendung sollte 20 bis 30 Minuten dauern, wobei die Quarkauflage gewechselt werden sollte, wenn der Wickel warm geworden ist. Statt Quark kann auch Buttermilch oder Joghurt verwendet werden, dann muss die Auflage allerdings öfter gewechselt werden, da die kühlende Wirkung schneller nachlässt.

Der Zwiebelwickel
wurde bei allen entzündlichen Zuständen (außer Nierenentzündungen und Zuckerkrankheit) eingesetzt. Er soll auch gegen Bronchialkatarrh, chronischen Husten, Lungenentzündung, Blasenentzündungen, Ohrenentzündungen sowie Stirnhöhlen- und Nasennebenhöhlenkatarrhen helfen. Für diesen Wickel schneidet man frische Zwiebeln in dünne Scheiben und legt sie in ein Säckchen aus porösem Stoff (z. B. Gaze). Über einem Wasserbad wird es stark erhitzt; das Säckchen sollte aber nicht mit Wasser in Berührung kommen. Das erhitzte Zwiebelsäckchen legt man sofort auf die entzündete Stelle und deckt sie mit einem Wolltuch gut ab. Damit es nicht verrutscht, sollte man es gut fixieren. Zwiebelwickel wirken besonders gut, wenn man erst im Anfangsstadium einer Krankheit ist, denn sie ziehen Giftstoffe aus dem Körper heraus. Der Zwiebelwickel wird etwa 15 bis 20 Minuten angelegt. Wenn die Zwiebeln kalt sind, wird er abgenommen.

 













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