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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Mehr Sagen und Geschichten zur Brennnessel

Am Johannistag verspeiste Brennnesselpfannkuchen schützen hingegen vor der Zauberei von Nixen und Elfen.

Wer fünf Brennnesselblätter in seiner Hand hält, soll einen klaren Verstand behalten und seine Furcht verlieren.

Die Brennnessel war früher eine der wichtigsten Faserpflanzen, wurde dann von der Baumwolle aber abgelöst.

In Deutschland und in Österreich stellte man im ersten Weltkrieg dennoch wieder aus den Brennnesselfasern Stoff her, den so genannten Nesselstoff, da es nicht genug Baumwolle gab für die vielen Uniformen der Soldaten.

Und auch Papier stellte man aus der Brennnessel her.

In den schrecklichen Zeiten des 2. Weltkrieges ging es so weit, dass man den Export von Brennnesseln nach England stoppte - schließlich konnten die Engländer aus der grünen Farbe der Brennnessel ja Tarnfarbe herstellen, zudem hätten sie ja ihre Verwundeten damit heilen können...

Im Mittelalter, als es ja noch keine Labore gab, verwendete man die Brennnessel zur Untersuchung des Harns: Man legte eine Brennnessel in den Harn, und wenn sie über einen Tag grün blieb, wurde der Kranke wieder gesund, ansonsten eher nicht...

Das Peitschen mit Brennnessel ist ja auch heute noch bekannt, es hilft bei Hexenschuss, Ischias und macht die Haut schön warm.

Man kann sein Fieber übrigens auch ganz leicht auf die Brennnessel übertragen - ganz einfach nach Sonnenuntergang etwas erbetteltes Salz auf das Brennnesselkraut streuen und sagen: "Nesselstrang, ich klage dir, Mein sieben und siebzigerlei Fieber plaget mich, Nimm es ab von mir, Behalt es an dir!" - Fertig!

Wenn die Pflanze dann den Kopf hängen lässt und verwelkt, hat's geholfen...

In der Walpurgisnacht, der Nacht der Hexen, wurde Brennnessel auf Misthaufen gesteckt - wohl um die Hexen fernzuhalten und bösen Zaubereien vorzubeugen.

Wenn man Brennnessel und Schafgarbe gleichzeitig in einer Hand hielt, sollte man immun gegen alle teuflischen Kräfte sein.

In der Johannisnacht wurden in den Ställen Büschel aus Brennnessel aufgehängt, das sollte das Vieh beschützen.

Am Gründonnerstag wurde Brennnessel gesammelt und auf den Dachbodenaufgehängt - das sollte vor Blitzschlägen schützen.

Man mischte Hühnern Brennnesselsamen ins Futter, so dass sie viele Eier legen würden.

Wenn die Pflanze sehr hoch wuchs, sollte es einen harten Winter geben.

Wenn die Brennnessel besonders gut blühte, sollte auch die Dinkelernte besonders gut sein.

Wenn ihr an Nesseln streifet,

So brennen sie;

Doch wenn ihr fest sie greifet,

Sie brennen nie.

So zwingt ihr die Feinen,

Auch die gemeinen Naturen nie.

Doch preßt ih wacker

Wie Nußaufknacker,

So zwingt ihr sie.

Friedrich Rückert

Früher aß man am ersten Tag des Jahres, also am 1. Januar, einen Brennnesselkuchen, um sich ein gutes Jahr zu bescheren. Außerdem gab es am Johannistag Brennnesselpfannkuchen, damit man gegen Nixen- und Elfenzauberei immun war.

Durch das Brennen der Blätter vermutete man, dass in der Brennnessel ein dämonisches Wesen sitze. Nur echte Jungfrauen konnten sie berühren, ohne sich zu verbrennen.

Die "brennende" Pflanze soll auch vor Dämonen und Hexen schützen.

Die Brennnessel ist eines der so genannten Neunkräuter. Wenn man diese Neunkräuter mit neun verschiedenen Holzarten kocht und dann beim Mondschein des abnehmenden Mondes vergräbt, ohne dabei zu sprechen und ohne dass man beobachtet wird, wird man von angehexten Beschwerden erlöst.

"Ein Mensch, der ohne dass er es will, vergesslich ist nehme Brennnessel Hautöl, wenn er schlafen geht, reibe er sich die Brust Stirn und beide Schläfen ein. Das soll er oft machen und es hilft der Gedächtnisleistung"

Hildegard von Bingen

Hildegard nannte die Brennnessel auch "dudelkolbe", sie verglich den Kolben mit der weiblichen Brustspitze (die man damals auch Tute nannte)... Ähnlich entstand wohl auch der Name "Tittenkölbel".

Dioskurides schrieb, dass Nesselsamen in Wein die "Begierde zur Unkeuschheit" erweckt...

Dioskurides empfahl die Brennnessel aber zum Beispiel auch gegen Verrenkungen, bei Drüsenentzündungen, gegen krebsartige Geschwüre und bei Hundebissen.

"Nesselblätter mit Wein gesotten / darüber getruncken / erweicht den Bauch / vertreibt das Grimmen / zertheilet die Winde / treibt den Harn / reiniget die Lenden / und reitzet zum Beyschlaff an."

Lonicerus

"Wer von Nesseln übel gebrannt were / der streiche Baumöl und Rosenöl über die Blätterlin / sie vergehen."

Lonicerus

Mattioli

"Nesselblätter in Wein gesotten und getrunken, machen zur Liebe feurig, locken zur Unkeuschheit".

Brunfels

"Wenn sie wollen eheliches Werck treiben, essen sie den samen mit zwiebeln und eys dotteren und Pfeffer".

Die Brennnessel ist eine "Pflanze, auf deren Blätter Pfeile wachsen mit brennendem Gift. Wer sich an ihr reibt, sticht sich an ihr".

So Walahfrid Strabo

"Wenn ein Vierfüßler es nicht zur Zeugung kommen läßt, rät man, das Geschlechtsteil mit einer Nessel einzureiben."

Plinius

"Die Brennnessel ist die verachtetste unter den Pflanzen. Für den Kenner hat sie in der Tat den größten Wert".

Sebastian Kneipp

"Wenn die Brennnesseln im Frühjahr mit durchlöcherten Blättern wachsen, dann gibt es im Sommer viel Hagel."

Bauernweisheit

Man findet die Brennnessel auch im Wappen Schleswig-Holsteins. Ein Brennnesselblatt ist darin zu sehen.





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