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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Geschichtliches, Sagen und Nachdenkliches rund um den Baldrian

Katzen finden den Baldrian sehr sexy - im Baldrian sind Pyridinalkaloide enthalten, die für Katzen als Sexuallockstoff funktionieren. Sie wälzen sich jauchzend auf dem Boden, wenn Sie dem Baldrian zu nahe kommen...

Früher goss man bei der Butterherstellung die Milch auch durch einen Baldriankranz, damit die bösen Hexen die Herstellung nicht verdarben und die Butter nicht verzaubern konnten.

"Baldrian" kommt wohl vom alten nordischen Gott Baldur, der für Hilfe und Wohltätigkeit stand.

Laut einer Sage nahm ein Würzburger Goldschmied jeden Tag eine Messerspitze Baldrianwurzelpulver zu sich, bis ins hohe Alter. Und auch im hohen Alter hatte er so gute Augen, dass er einen Löwen auf eine Nadel gravieren konnte - der Baldrian hat nämlich auch eine besondere Wirkung auf die Augen.

Man sagte dem Baldrian nach, dass er Wut und Zorn erregen würde, wenn man ihn kaute.

Und so kam man unter anderem auf die glorreiche Idee, dass ein Scharfrichter, der zu weich für seinen Beruf war, vor einer Hinrichtung Baldrianwurzel kauen musste, damit er seine Arbeit gut verrichten konnte...

Der Baldrian als Hexenkraut half alles Böse abzuwehren, ja auch den Teufel sollte es im Zaum halten. "Baldrian, Dost und Dill - kann die Hex` nicht wie sie will."

Schon im 5. Jahrhundert gab es erste Eintragungen in Kräuterbüchern, jedoch nicht unbedingt als entspannendes Mittel.

Das alte Heilkraut spielte schon bei den Hippokratikern eine Rolle, dort als krampflösendes Mittel oder bei Frauenbeschwerden.

Deshalb bekam der Baldrian wohl auch den Namen Krampfkraut.

Zeitweise galt der Baldrian sogar als eine Art Allheilmittel.

Dioskurides empfahl den Baldrian als wärmendes Heilmittel mit einer harntreibenden und menstruationsfördernden Eigenschaft. Er verwendete allerdings nicht den Namen Baldrian, sondern "Phu".

Baldrian soll übrigens auch für Ratten attraktiv sein. Das wusste wohl auch der berühmte Rattenfänger von Hameln, der den Geruch des Baldrians verwendet haben soll, um die Ratten zu ködern.

Wenn man einen Baldrianstrauß in einem Zimmer aufhängt, so bewegt er sich, sobald eine Hexe das Zimmer betritt - so ein alter Aberglaube. Und auch vor böser Zauberei und Verzauberungen sollte der Baldrian schützen - man trug immer ein Stück der Wurzel bei sich.

Laut Überlieferung soll Maria Magdalena Jesus Christus die Füße mit einem Öl aus dem indischen Narden-Baldrian eingesalbt haben. Das ist auch der Grund dafür, dass man auf manchen alten Altären auf den Tafelbildern den Baldrian abgebildet findet.

Die heilige Hildegard von Bingen empfahl den Baldrian bei Gichtbeschwerden. Andere Kräuterkundige priesen ihn dann später bei Atemnot, bei einer Sehschwäche, bei Kopfweh und auch gegen Husten.

Ach ja, die gute alte Zeit... war ja so aufregend, dass die armen Leute damals bestimmt die beruhigende Wirkung benötigt hätten - leider wussten sie nichts davon. Denn erst im 19. Jahrhundert entdeckte man die nervenberuhigenden und die nervenstärkenden Eigenschaften des Baldrians.

Übrigens weist auch schon der lateinische Name auf diese Wirkung hin: Valeo bedeutet so viel wie "ich fühle mich wohl".

Und übrigens soll der Baldrian, genauer gesagt der Duft davon, gegen die Pest verwendet worden sein - geholfen hat's wohl nichts...

Und um beim Duft zu bleiben: Der Duft sollte ebenfalls vor Hexen schützen - diesmal allerdings das Vieh im Stall.

Hildegard empfahl übrigens auch aus Baldrianpulver, zusammen mit Dinkelmehl und Wasser, Fladen herzustellen, die man dann gegen Bauchkrämpfe oder auch Neuralgien (Nervenschmerzen) essen konnte.

Im Gegensatz zu anderen Beruhigungsmitteln ist der Baldrian kein Lustkiller - sogar das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Man sagte früher: "Wenn Mann und Weib Baldrian in Wein trinken, macht das gute Freundschaft"... was wohl etwas über die Freundschaft hinausging...

Ein Tipp noch für Bräute: Geben Sie Ihrem Bräutigam ein Sträußchen Baldrian, dass er bei sich tragen soll. Denn die Elfen straften die frischgebackenen jungen Ehemänner gerne mit Impotenz, was in der Hochzeitsnacht besonders hinderlich sein kann... - so zumindest laut Sage.

Ich schrieb ja beim Schöllkraut schon mal darüber, dass man sagt, dass die Heilkräuter dort wachsen, wo sie gebraucht werden. Daran musste ich denken als ich vor kurzem folgendes las: Der Baldrian, der ja eigentlich mehr in bewaldeten Gebieten zu Hause ist, ist inzwischen immer öfters in den besiedelten Gebieten zu finden. Wenn man nun bedenkt, dass der Baldrian ja eine beruhigende Wirkung auf die gestresste Seele hat, scheint sich die alte Weisheit zu bestätigen, nämlich dass der Baldrian in unserer hektischen Zeit zu uns kommt, damit er uns helfen kann.

Noch mehr Sagen und geschichtliches zum Baldrian gibts hier





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