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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Einbeere

Wenn man die Einbeere nicht kennt und sie das erste Mal sieht, kann man schon etwas verwirrt sein wegen ihres Aussehens. Die Pflanze scheint wie aus dem Märchenbuch entsprungen und man kann schon fast durch das äußere Erscheinungsbild der Pflanze auf ihre Giftigkeit schließen. Jedenfalls ging es mir als Kind so, als ich die Einbeere das erste Mal sah - ich dachte gleich, dass da gleich eine böse Hexe hinter dem Baum hervorspringt. Nun ja, wie dem auch sei, aus dem Märchenbuch ist die Pflanze natürlich nicht entsprungen, die böse Hexe hat mich zum Glück auch in Ruhe gelassen, aber eines trifft tatsächlich zu, nämlich dass die Einbeere giftig ist.

Gleiches dachten sich wohl auch die Menschen im Altertum und im Mittelalter, die die Pflanze als Hexenpflanze ansahen. Gleichwohl verwendeten sie sie für allerlei Zauberei und auch zu Heilzwecken, denn man stellte aus der Einbeere ein Narkosemittel her, auch ein Halluzinogen und, wie es bei der Zauberei damals so "in" war, auch ein Mittel, das die Liebe anziehen sollte.

Giftig

Die heutige Medizin hat sich natürlich inzwischen auch schon mit der Einbeere beschäftigt und ist zu dem Entschluss gekommen, dass die Einbeere wegen ihrer Giftigkeit nicht in die Hände von Laien gehört, in den Händen eines Fachmannes kann sie jedoch auch heute noch als Mittel gegen Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgien oder Beschwerden mit dem Herzen Verwendung finden. Nur die Liebe, die zieht sie auch heute noch nicht an...



Übersicht

Wissenschaftliche Bezeichnung

Paris quadrifolia

Pflanzenfamilie

Gehört zur Familie der Liliengewächse

Englischer Name

Herb Paris, True love

Verwendete Pflanzenteile

Nur vom Fachmann! Das Kraut und die Beere

Inhaltsstoffe

U.a. Glykoside und Saponine

Sammelzeit

Blätter im Mai und Juni, die Beere ab August

Anwendungsmöglichkeiten

In der Schulmedizin wird die Einbeere kaum noch verwendet, Verwendung findet sie lediglich noch bei speziell Kundigen in der Kräuterheilkunde und bei Homöopathen, da diese Pflanze auch der Ausgangsstoff eines homöopathischen Mittels ist.

In der Naturheilkunde kannte man früher einige Rezepte für Tees oder Tinkturen, die man zum Beispiel aus dem blühenden Kraut herstellte und die man stark verdünnt trank.

Ein solcher Tee soll zum Beispiel gegen Beschwerden wie Rheuma oder Migräne helfen.

Im Mittelalter glaubte man auch zu wissen, dass die Einbeere, genauer gesagt eine Tinktur aus dem Kraut, gegen Vergiftungen durch Quecksilber und durch Arsen helfen konnte, man dachte, die Pflanze wäre ein Gegengift dagegen. Heutzutage muss man darauf hinweisen, dass diese Wirkung nicht bestätigt ist.

Besonders giftig sind die Beeren der Pflanze, zum Glück schmecken sie auch nicht gut. Leider sehen sie der beliebten Heidelbeere sehr ähnlich, weshalb es immer wieder vorkommt, dass Menschen, besonders Kinder, einige davon essen.

Eine einzelne Beere kann dabei noch keinen ernstzunehmenden Schaden anrichten, meist kommt es "nur" zu Brechreiz und Magenproblemen.


Wegen ihres speziellen Aussehens dachten die Menschen früher, dass die Einbeere eine Pflanze des Teufels wäre und dass sie mit dem Teufel in Verbindung stand. Die Menschen hatten Angst vor ihr und mieden sie.

Doch wegen der Kraft des Teufels glaubten sie dennoch daran, dass die Einbeere gegen die Pest helfen konnte. Sie nähten einige Beeren in ihre Kleider ein und glaubten, dass sie fortan geschützt vor der Pest wären. Allerdings musste man dazu die Beeren unbedingt zwischen dem 15. August und dem 8. September sammeln.

Die Kraft des Teufels soll außerdem dabei geholfen haben, böse Menschen von Dämonen zu befreien, da der Teufel stärker als jeder Dämon ist. Der Dämon sollte quasi vor dem Teufel weichen. Welche Variante nun besser ist, ob Dämon oder Teufel, möchte ich aus heutiger Sicht mal so im Raum stehen lassen. Aber damals war das halt so.

Da die Einbeere in gewissen Dosen auch eine betäubende Wirkung hat, verwendete man sie auch als Betäubungsmittel. Dies war im Altertum und im Mittelalter sehr wichtig, da es ja nicht, wie heutzutage, andere chemische Betäubungsmittel gab, und so jede Operation ohne Betäubungsmittel quasi "live" miterlebt werden musste. Pflanzen wie die Einbeere ersparten den Erkrankten wenigstens die Operationsschmerzen.

Eine andere Variante der Anwendung waren Salben, die man aus den Samen und dem Saft der Blätter herstellte. Eine solche Salbe wurde zum Beispiel dann aufgetragen, wenn eine Wunde schlecht verheilen wollte.

Der wissenschaftliche Name Paris entstammt der griechischen Sprache und ist der griechischen Mythologie angelehnt.

Pietro Mattioli lobte die Pflanze als Mittel gegen den Wahnsinn. Er empfahl auch, dass man, wenn man unter Entzündungen am Körper litt, Wickel und Auflagen aus den Beeren auflegen sollte.

Früher war es in Schlesien üblich, dass Kinder, die unter diversen Hauterkrankungen litten, in einem Pflanzensud baden sollten. Aus heutiger Sicht sollte man das eher bleiben lassen.

Die Einbeere sollte, wenn man sie selbst sammelt und verwenden möchte, unbedingt von Kindern fern aufbewahrt werden.

Pflückt man eine Einbeere mit der linken Hand und hält sie in die Nähe der Geschlechtsorgane, sollen sich dadurch Schmerzen an selbigen bessern.

In Zeiten von Epidemien wurden drei Einbeeren-Pflanzen in den höchsten Dachwinkel genagelt, denn das sollte das Böse und somit die Krankheiten fern halten.

Auch heute wird von den modernen Hexen teils noch ein Einbeerensaft hergestellt, der in Zeiten der Erneuerung oder Neuausrichtung getrunken werden soll.

Der altgriechische Name Paris leitet sich davon ab, dass unter den griechischen Göttinnen ein Streit ausgebrochen war, welche denn die Schönste sei. Paris sollte dies entscheiden. Die vier Blätter der Pflanze stehen dabei für die vier Göttinnen, Paris, der arme Tropf, ist die Beere in der Mitte.

Die Einbeere galt früher als oft verwendetes Desinfektionsmittel, man stellte daraus einen Saft her und bestrich mit diesem Saft Dinge, die von einem kranken Menschen berührt worden waren. Diesen Saft stellte man zum Beispiel her, indem man aus 20 reifen Beeren eine Abkochung zusammen mit 1 l Wasser durchführte.

Die Einbeere als Hexenkraut wurde früher auch als Mittel gegen Warzen verwendet, zum Beispiel gegen Feigwarzen.

Frühere Mediziner nahmen sie aber auch zum Beispiel zur Behandlung von Schwellungen, besonders an den Sexualorganen, auch gegen entzündete Augen oder Furunkel am Körper.

Die Einbeere hat eine starke abführende Wirkung, weshalb sie früher ein sehr starkes Abführmittel war. Heutzutage sollte man auf diese Wirkung nicht mehr zurück greifen.

Früher war es ebenso üblich, arterielle Durchblutungsstörungen, ein sogenanntes Gangrän, mit Umschlägen, in denen die Einbeere vorhanden war, zu behandeln. Auch dies sollte man heutzutage besser sein lassen und zu einem Arzt gehen.

Eine Tinktur aus Einbeeren

Sie brauchen dazu frisches oder getrocknetes Einbeeren-Kraut mitsamt der Beere, das Sie in ausreichend Alkohol geben. Dann zehn Tage warm stehen lassen, ab und an einmal durchschütteln, schließlich absieben und gut beschriften. Die Tinktur wird in einem dunklen Glas aufgehoben.

Diese Tinktur darf nur äußerlich verwendet werden! Man kann sie zum Beispiel in Wasser verdünnt für Umschläge verwenden oder auch als Beigabe zu einer Salbe.


Giftig

Vorsicht: giftig!

Eine Selbstbehandlung sollte unterbleiben. Die Einbeere ist giftig!

Man sollte nur Fertigprodukte verwenden!


Anwendungsgebiete der Einbeere (giftig!)

Früher wurde die Einbeere gegen Herzbeschwerden, Migräne, Erkältungen, Milchfieber, Nervenschmerzen und Schwindel verwendet.

Aus heutiger Sicht ist die Einbeere in der Naturheilkunde wegen ihrer Giftigkeit für Laien uninteressant.


Vergiftungserscheinungen nach dem Essen der Einbeere

Erbrechen, starke Magenkrämpfe, Organschäden, Atemlähmung, Herzschäden.

Giftwirkung ist auch tödlich, wenn zu viel davon gegessen wurde.


Beschreibung der Einbeere

Die Einbeere ist ein Kraut, das vorwiegend 4 stiellose grüne Blätter trägt. Wegen dieser vierblättrigen Form zählt man die Einbeere zur Familie der Liliengewächse.

Die eindeutigen Kennzeichen der Einbeere

Die Einbeere hat eiförmige Blätter, die netznervig sind und die am Blattende spitz zulaufen. Zwischen diesen Blättern hindurch wächst die Blüte mit ihren fadenförmigen Blütenhüllblättern. Die Blüte hat einen dunklen Stempel sowie gelbe Staubblätter.

Die eine Beere, die der Pflanze den Namen gibt, erwächst bis August aus dieser Blüte. Sie ähnelt der Heidelbeere, sie ist blauschwarz und hat einen Durchmesser von bis zu einem Zentimeter.

Die Einbeere wird bis zu 50 cm groß, die Blütezeit reicht von Mai bis Juni.

Volksnamen

Die botanische Bezeichnung lautet Paris quadrifolia. Es gibt aber auch viele andere Namen, wie Kreuzkraut, Hundstot, Krähenauge oder Schlangenauge sowie kleine Tollkirsche.

Wuchsort

Die Einbeere liebt Laubwälder sowie Laubmischwälder. Sie braucht einen nicht zu trockenen sowie nähstoffreichen Boden.

Ideal ist für die Einbeere ein schattiger bis halbschattiger Standort.





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