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Das Heilkräuter - Verzeichnis

Maulbeerbaum - Maulbeere


Der Maulbeerbaum (Morus niger) ist ein sommergrüner Baum bzw. Strauch. Er wird bis zu fünfzehn Meter groß und hat eine graubraune Rinde.

Die bei uns bekanntesten Sorten sind die Weiße Maulbeere und Schwarze Maulbeere, sowie die Rote Maulbeere.

Die Früchte der bei uns vorkommenden Arten sind essbar. Sie sehen etwas wie Brombeeren aus, die Farbe reicht von Creme über Rot bis zu Schwarz. Maulbeerfrüchte sind süß und saftig, allerdings kann die Frucht der weißen Maulbeere teilweise fade schmecken kann. Die Rote und Schwarze Maulbeere haben einen intensiveren Geschmack und sind aromatischer. Sirup, Säfte und Tees aus den Früchten der Schwarzen Maulbeere sind heilend bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Halses.

Des Weiteren kann man bei richtiger Verarbeitung einen guten Schnaps brennen, auf Kreta wird daraus zum Beispiel Raki hergestellt.


Maulbeerbaum

(Morus)

Bereits zu Zeiten der Römer wurden in den milderen Gegenden Europas Maulbeerbäume gepflanzt, meist dort, wo das Klima auch für den Weinanbau geeignet war. Über Vorderasien kamen die ersten Bäume etwa 400 v.Chr. in Griechenland an. Seinen Weg über Italien fand der Maulbeerbaum bis in den Süden Dänemarks. Auch in Deutschland wurden auf Empfehlung von Karl dem Großen angebaut, weil die Früchte des Maulbeerbaumes problemlos wachsen und weil er auf die Produktion von Seide hoffte.

Von den 15 verschiedenen Arten, sind in Europa am meisten die Weiße Maulbeere (Morus alba), die Schwarze Maulbeere (Morus nigra) und die rote Maulbeere (Morus serrata) verbreitet.

Ob auf dem Dorfplatz, dem Kirchenvorplatz oder als Hausbaum ein Maulbeerbaum wird gerne gepflanzt, da er nicht nur schön aussieht, sondern auch ein wundervoller Schattenspender ist. Die Bäume werden bis zu 200 Jahre alt, manchmal auch älter und werden bis zu 15 Meter hoch.

Die Früchte des Maulbeerbaumes sind essbar. Sie sind je nach Sorte cremefarben, rot bis zu schwarz und ihr Aussehen erinnert an Brombeeren. Über die Farbe der Früchte lässt sich nicht bestimmen, um welche Art es sich handelt, da auch der Weiße Maulbeerbaum rote oder schwarze Früchte trägt. Durch Schütteln der Bäume werden die reifen Früchte geerntet, wobei zuvor Tücher oder Folien unter den Bäumen ausgebreitet werden. Da die Früchte sehr weich und saftig sind, ist eine schnelle Verarbeitung erforderlich. Maulbeeren werden deshalb nicht als Marktobst angeboten.

Verwendung der Früchte

Die aromatisch schmeckenden Früchte werden zu Saft, Sirup, Kompott, Gelee und Wein weiter verarbeitet, wohl in manchen Gegenden auch zu Raki. Die Beeren werden auch getrocknet und sind dann hell sandfarben, da sie ihre eigentliche Farbe verlieren. Ihr Geschmack nach dem Trocknen erinnert an Rosinen und daher kann man sie auch im Müsli oder Kuchen genießen.

Frische Früchte werden für Quarkspeisen, Pudding und Fruchtsalat verwendet, da ihre Süße sich perfekt dazu eignet.

Den Früchten der Schwarzen Maulbeere wird eine heilsame Wirkung bei Entzünden der Mundschleimhaut und bei Halsentzündungen zugeschrieben. Die Frucht wird dazu als Sirup oder Tee verarbeitet.

Maulbeerbäume und Seidenproduktion

Die Raupe des Seidenspinners liebt die Blätter des Weißen Maulbeerbaumes. Sie sind seine Hauptnahrung und deshalb werden in China viele Maulbeerbäume zur Seidenproduktion angebaut. In Südeuropa, vor allem in Italien und Südfrankreich hat man im 18. Jahrhundert Maulbeerbäume gepflanzt und Seidenraupen ins Land geschmuggelt, um vom Import der Seide aus China unabhängig zu werden. Dies hat auch dort auch geklappt, wobei es im Norden Deutschlands aufgrund des kälteren Klimas scheiterte.

Auch wenn es mit der Seidenproduktion in Deutschland nicht geklappt hat, so können wir uns doch an den alten, knorrigen Maulbeerbäumen in Norddeutschland erfreuen.

Maulbeeren und Seide

In China wird der Weiße Maulbeerbaum als Futterbaum für die Raupe des Seidenspinners gepflanzt. Die Blätter dienen dabei als Nahrung. Im 18. Jahrhundert wurden in Italien und Südfrankreich in großem Stiel Maulbeerbäume gepflanzt, um mit der Seidenproduktion zu beginnen um so vom Import aus China unabhängig zu werden. Die begehrten Raupen wurden nach Europa geschmuggelt und die Produktion gelang.

Auch Friedrich der Große versuchte sich mit der Seidenproduktion und ließ Maulbeerbäume als Alleebäume und in Parks pflanzen. Im kalten Norddeutschland fühlten sich die Seidenraupe allerdings nicht recht wohl und das Projekt wurde bald aufgegeben. Aus dieser Zeit stammen aber noch einige Maulbeeren z.B. in Potsdam und Templin, deren knorrige Wuchsform heute zu bewundern ist.


Geschichtliches

Die grünen Blätter der Weißen Maulbeere dienen der Zucht des Seidenwicklers und dies war eigentlich auch der Zweck, weshalb man die Maulbeerbäume nach Europa brachte. Ganze Landschaften, besonders in Südeuropa, wurden von Maulbeerbäumen, der Seidenraupenzucht und der Seidenproduktion geprägt.

Im alten Preußen pflanzte man Weiße Maulbeeren an Alleen, auf Marktplätzen und Schulhöfen an.

Aufgrund billiger Seidenimporte aus Südostasien verlor die heimische Seidenzucht allerdings an Bedeutung. Der Maulbeerbaum verschwand wieder aus dem Landschaftsbild.

Maulbeerbäume werden in Ovids Metamorphosen einmal und in der Bibel achtmal erwähnt. In den Metamorphosen, genauer in Pyramus und Thisbe, wird erzählt, dass die Maulbeeren ursprünglich weiß waren, und das Blut, das Pyramus vergoss, in die Wurzeln des Baumes einzog und die Maulbeeren purpurn färbte.

Seit 1024 steht in der Benediktinerabtei Brauweiler der 1000-jährige Maulbeerbaum, unter dessen Füßen Mathilde die Klostergründung beschloss.


Wirkung und Anwendung des Maulbeerbaumes

  1. Fieber
  2. Husten
  3. Mundschleimhautentzündungen
  4. Halsentzündungen
  5. Zahnschmerzen
  6. erfrischend

Übersicht



Verwendete Pflanzenteile

Verwendet werden die Blätter


Sammelzeit

Gesammelt wird im Sommer






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